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Wiener Morgenzeitung · 1921-09-01 · Heft 933 (1.9.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 933 (1.9.1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Stt; 933 Wien. Donnerstag Wiener ÄröLgenzeiinnK 1." September 1921- Seite L Erhalten sich die Arbeiler erfahrungsgemäß am besten im Anschluß an .berM buchende Kolonien Bnn.ttelter. Das Hauptbiirean mW endlich, entsprechend den wiederholten Beschlüssen des Direktoriums, nach Jerusalem verlegt werden. Dr. K o h a n - Bernste i n a.lls Kischinew ist,mit aller Entschiedenheit^lör die Vcrlegung der gesamten Nrlionalsondsvetwaliuug nach -Erez Jirarl.. U s s i s ch k i n antwoitet auf die Angriffe, die gegen die jetzt in Erez Jftoel länge Nationalfonksverwaltung e'hoben wurvcn. 98*/, der Fehler gehören der Vergangenheit an. für die weder er «vch> Ettinger verantwortlich seien. Man habe sich zu viel aus Kolon,isatwuSffagcn ring lasten. Das se'lün't g Sache des Keren Hajtzstod. Den Jüdischen Na'.iouatsonds giht nnr der Bcdenkauf än. Do war e) von Anfang gemeint. Wenn bis zum Vorjahr trotzdech so wenig Boden gelaust wurde, so war es wegen e Mangel an Geld nnd deZ türMi«,Wi«-.es. Als nach drei Jahren Übergangs, jeit bei; englischen, Okkupation im Oktober 1920 der Bodcnkauf möglich wuide,. hat die Nationalfondsverwa'.tung süsort mil ' kühnem Gusf den Kauf t er Guekländereien durchgchihrt. Die .Hoffnung., g.müael.d RegiermigSland zu erhalten, ist falsch. De Re^e^ürg .verfügt bloß über eine Million Dunam,von rcnm die e n: Hälfte, aus vielen .Gründen 'ür langechma.ns nicht loloyist rbar und.die' ander: Hälfte mit Arabern bectzt ist. Diese von tncr oder va^Ariparboden za . vertreiben, in nicht unsere 'üolnift Der emzlze, Ausweg. ble.bt drr Kauf beim Efendi, dem Groß-'rundbesitzer. : Die Spekulation, abzuwarten. bis der Boden Ltstiger w rd. ..machen mir nicht mit. .Wir haben 40 Jahre grwarier n»b. bei’ Do den wurde iinnrer, tenr r. Der Einek tostet viel, stO M00Ü Pfund. Dcr Waaü Lmnu hat einhellig nicht r rir dru Emekkauf. gebilligt, sondern zugleich den Grundsatz ausgestellt, >>av wir ln,-Ercr Jsra-l ohne Aufschub «Ce« erhältlichen Boden auftaulen. Ich scheue mich nicht, meine Meinung auszusprechcni „Tener und heilte ist besser als billig mid-.morgen!"- (Beifall.) In diesem Sinne schlage ich auch eine Äcsoluiran vor. Eine zweite Ausgare res Jüdischen Nat.onalsonds, der er sich picht entr-khen. tarn,, ist die Ameftorierung seiner Läydereicn. Was die Pflauzungen anlang', so sei betont, daß das Land ohne sie nicht austrben fainu Ere; I rael braucht Schatten und Waffer. Auch die Ncgchruitg sicht das ein. Dir Durchführung ist rin rein technisches Problem. (Dcisall.) . ..Der Voesitzendr Marburg verliest eine Reihe von Anträgen, so jcnen Üsssichkats. wonach die Konferenz den Bericht Nationälfondsv-rwaltung rntt Befriedigung zur Kenntnis u »mit, und feiet Anträge Dr. Wtisls: ‘ 1. Das-Disel'.orium soll möglichst - viel Boden an, kapialskrüf.jge Siedl r gegen Ersatz eines möglichst großen Testes der Kosten durch Vorausbezahlung der Pachtratr» vergeben- 2. Das Direktorium soll vorzugsweise guten, in Bewirt- 'ch.rstung befindlichen Boden erwerben, der rasch und ohne besondere Unkosten weitervergeben werten kann. 3. Die Wcltkonfermr verlangt auf daentschiedenste, daß das gesamte-Hauptbmeau des Indischen Nationalfonds. chrstens nach Jerusalem übcrfiedelt. (Schluß der Sitzung.) P-litischeRunöschau. Der ^okMihe StaaLspräsidenL über die Jndensrage. Die W.lnaet Zcitung «Unser Frajnd" meldet ans dem Int Zcbüte von Wilna grlegencn Städtchen Gluboka: Am 18. AtiZnst besuchte der Präsident der polnischen Republik iit If u b i! t auf seiner Reise das Städtchen Glnboka. Zum Änpfang bei Dilsudskt war auch der Vorsitzende d-r dortigen . li d ische « G e'm e i n d e I. H. Katz geladen, mit dem der Präsiden'längere Zeit tonftrierte. Prlsudjki leitete das Gespräch i»it der Frage ein: '„Ich will ans dem Munde eines jüdischen Vertreters die Meinung.darüber.Horen, Lurch welche Mittel die alten Munden zwischen Polen und den Juden geheilt wetd'en können/ Kütz antwortete: «Als die Inden ans Spanien oertrieb n wurden und' in Polen eincrr Ruheplatz fanden, gab :s kein: Wvnbm.'.Menn Polen jetzt den Juden die Möglichkeit gäbe,, sich, sre-. zu'cntwickrln, könnten bald feie Wunden, die ihnen zcschsirgcn. wurden, heftrn." Pilsndski erwiderte: «Von der älteren Gencrat'.dn'dcr Inden' w ffm wir, daß sie keine Bolschewiken sind, aber von der I u g e n d ist der größte Teil B o l s ch e- >v i k e n. .Herr Kgtz Härte den Präsidenten der polnischen Repablik darüber auf, daß die Juden in ihrer größt» Mehrzahl schon deshalb nicht Bolschewiken find und sein können, . «eil sie als vorwirgend handelirebendeS Volk unter dim Dülschrw'.Smus rm nicistm-zu lciden haben- Aus die Frage Ptlsudskis, wie die B^zl-Hungm zwischen Polen und Juden seit der Otkupaiion deS lnitrcllitaui'chm G/b;^eS sich gestaltet hätten, erwiderte der Gemeind c- Vorsteher, m fexr ersten Zeit habe man jüdische Bärte samt, dem Fläch rastert, in bet letzten Zeit aber habe sich daS Verhältnis g-bcssert. Dcr: Staatspräsident erwidktte, all dies sei ihm bekannt, doch nuiit jköune jetzt über Dinge, die in der langen Kliegszeitvorkamen? keine Klage führen. Die verschiedenen ^k'uvätionm hätten, das Land ruiniert. Er hege jedoch — sagte dw P.äfidrnt zqch Schluß - di: Hoffnung, daß mit dauerndem Ftievrn sich ruhige, normale Lebensverhaltnisse ergeben werden.' ES ist auUlllg, daß auch der sozialistische Präsident der polnischen Republik sich die Legende vom Mischen Bolschewismus, wenn auch in einer etwas abgeschwächten. Förch, m eigen bat». ' ' ' ' > ''' Aeiemark. Die Staats korresporrderrz meldet: Nlrchrichtest von tfct, steirischen Grerrze besagen, daß ungarische Banden an mehreren GrenZpmrkLen, an denen KoMwunikaLisnen die Grenze passieren, konstatiert Vnrden.'''^^?'- Au? Hohenbrnek wurde von Banden ein Angriff a u s g e f ü h t iß der jedoch von der Mannschaft einer BerbmLrmgskgmpkgnie des BrmDesheeres abgewehrt wurde. / ' Zn Kroisegg und Lafnitz haben ungarische Truppen geplündert. Die Säubernngsaktion durch Abteilungen des Bundesheeres, die sich von Hartberg mit Lastautos nach den bedrohten Orten begeben haben, ist im Gange. Die englische Presse gegen den ' Betyarenpnlsch. London, 31. August. (Funkspruch.) Die Blätter heben den ü b L e ir E i n d r n ck hervor, de» die Vorfälle in Weftungarn in England aemacht haben, und erklären, die alliierten Mächte werden Lerne Verletzung eines Vertrages z nlassen, den sie unterzeichnet haben, und iw Bedarfsfälle energische Schritte unternehmen, um Oesterreich d e n B e s i tz e r n e s G e b i e t e s zu sichern, das ihm zuge« f p t o che n w « r d e. Der Lbke Eindruck des ungarischen Vorgehens wird noch dadurch vermehrt, datz die Serben die durch ^wei Jahre besetzt gehaltene Baranya den Ungar» zur Gänze übergeben und somit den Bestimmungen des Friedens- Vertrages entsprochen haben. Die Situativ« bei Oldenburg. Wiener-Neristafet, 31. August/ '(Privat.) Wie uns von amtlicher Seite mikgetrilt wird, steht der - Großteil unserer Gendarmeiie. und zwar zirka 2000 Mann, m ,Ac>endorf. Sie häl die Bnhnlmi.e. von-Agendsrf Kr- : am die Grenz« .sicher in der Hand. ■ "!- Desetzllng vo« St. Margflrete«, Siegendorf und Rüdersdorf. Die österreichische Gendarmerie hat gestern auch die Ortschaften St. Margareten, Siegendorf und Rüdersdorf besetzt. Die betden ersteren Ortschaften wart« . bereits Sonntag von unserer Gendarmerie besetzt, unsere Posten jedoch von ungarischen Bauden vertriebe« worden. Ein AeichswehrdataiLon zum Grenzschutz an der Leitha herangezogey. Heute früh ist ein Neichswehrbataillon in voller KriegSauSrüstung an die Leitha bet Kahelsdorf abg Zangen und versieht den Grenzschutzdienst.an feer alten Grenze. Es haben bereits JnlU'geaten bei Hof im Leithrgebirge die Grenze übersetzt. Gefangennahme vo« Insurgenten. Gestern nachmittags wurden bei Agendorf zehn Insurgenten» welche sich in die österreichlsche Linie eingcschlichen halten, festgenommen und gefesselt nach Wicner-Neustabt eskortiert. Die Eskorte über den Hauptplatz encgte ungeheures Aufsehen. Sie wurden der Staatspolizei vorgcführt, welche zwei derselben wegen Spionage dcm Krcisgericht überstellte. Die übrigen acht müssen noch perlnstriert werden. Marchegg, 31. August. Nach Berichten ans Uugarisch- Altenburg sind in der dortigen Station mehrere Züge mtt ungarischem Militär eingetroffen, Banditenchef Pronai inaktiv? Budapest, 31. August. Nach ciuer Meldung des Vrrordnungsblattcs vom 27. v. Mhat der Retchsverweser den Obersten Baron Anton L c h ar auf Grund des Ergebniffes. der Ueberprüfung mit 1. d. M. in dcn Ruhestand versetzt und dm Hnsaren-Obkrstleuinant Paul von P r o n a t auf sei» eigenes Ansuchen ans dem. Verbände der »ationalm Armee entlaffen. > o Prouai ist ebenso wie Lehar ein überzeugter Karlist »nd Gegner des Horlhy. Lebor befindet sich derzeit beim Exkaiser in der Schweiz, während sich der berüchtigte Maffenmvrber Pronai in Oedenburg selbständig gemacht hat. Magyarische Angenansmischerei. Budapest, 30. August. ' Ung. Tel.-Korr.-'Bur.) Eine« Verordnung dcS Ministers des Innern zufolge könmn vom Lv. August an nach dem zu übe.gebenden Gebiete W estungarns nur diejenigen Personen reisen, die den amtlich e u Charakter ihrer Reise nachweiscn' könnm oder eine von feen zuständigen Behörden ausgestellte Äeiselegitimation Habens Derartige Legitimatiouen. sind seihst für u n b e. d i n g t v e r.l.ä ß.l i ch e. P e.LfoM e n.«ur auSnahmMM. in.,äyßerst E »nd wichtineM KM«N flit&ittfofftn; Wie die Blä ter melden, wurden die Et'enbahnexpofftnrech der Polizei angewiesen, a l l e R e i s e n d e n st r e n g st e n S Sit untersuchen. Gestern und heute wurden etwa 2ä0 bis 300 Personen, zumeist junge Leute, die in der. Richtung nach' Oedenburg abreiscn wollten, ohne Ausnahme zu rück ge halte» i nd der Obcrstadthauptmannschaft übergcbm.; ■ Stephan Friedrich gibt nicht «ach. Wie die «Ungarische Rundschau" aus Budapest erfährt) ' bestätigen sich die Nachrichten, wonach Stephan Friedrich die Stadt Oedenburg verlassen hatte, noch «icht.rm Grgentnl, auch noch heute vetöffontl'cht „Pesti Naplo" Amßeiu«g:n, die Stephan /-• Friedrich dem nach Ocderrbnrg entsandten Soudetberichtcrstaltcr « des Blattes gegenüber gemacht hat und die folgendermaßen.; lauten: - - Wenn ich irgendeine Aufgabe übernchme, so führe ich sie ) auch durch. Meine Lcute halten an meiner Seite durch. Weg-! - schicken oder verhaften lasse ich mich nicht. Wrll aber jemand! . kommen, der Wrstungarn besser und unter günstigeren Umständen : verteidigen kann, so gebe ich gerne di« Leitung ans mrmen - Händen. Eine tschechische Stimme- Prag, 31. August. Slovo" schreibt anläßlich der>Er-', eignrffr bei der Besetzung Wesiungarns: Die sogenannten unter*: antwortlicheu Elemente herrschen nicht nur im Burgenlaude, sondern auch in Ungar« selbst. WtMt mafe Gewalt sowie Urbersietungen aller . , Rechtsnormen und Verbindlichkeiten, die diese Politik der ' Magyaren kevrizrichnen, können nicht .anders in'' Schranken^ halten werden, als wlefeer nur mit Drohung/« - und Gewalt. DaS bezwecken die i Verein', 5 barungen der kleinen Entente über die Vorkehrungen gegen dir Wiedereinsetzung der Habsburger. Leider haben > viele Faktoren auch in den Ententestaaten diese erste und prinzipielle * Regel für den Umgang mit Magyaren nicht gekannt. Die Er-' ' igniffe r« Burgmlanfe werden vielleicht in dieser Hinsicht einige gute Wirkung tnn, wenn daS gegenwärtige magyarische Regime ' richtig erkannt wird. Man wird bedenken, ob ein solcher Staat in fe e n D ö l k e r b u nd ausgenommen d und ihm ein Schutz gcwährt werden kauu, feer in Wirklichkeit nyr * bedeuten würde, feaß den verantwortlichen Regierungen feer Nachbar*, staatm verwehrt wird, sich ^gegen feie magyarischen Uuvrrant, *' nortlichke.ten z« schütze«. ' ^-k Die Lügenberichte -er Oedenburgee magyarischen Blätter/LMM Aus Wiener-Neustadt ' wird un§ berichtet Oldenburger Bürger und Arbeiter, denen es gelang, auf Wäld* Pfaden dem Terror OsztenburgS zu entrinnen, brachten di« letzten Nummern feer in Oedenburg erfcheineuden ungarischen', Blätter mit. Sämtliche Blätter stchen unter dem Terror der O'ztenburg-Osftziere md find gezwungen, 'ihre Artikel und^ Berichte abzndrnckrn. In diesen Blattern werden den Bewohnern^ Oedenburgs und den von dm Osztenburg-Detachements besetzten Gebieten die Vorgänge der^ letzten Tage in einer Weise aus": gctischt, die den wackeren Bmgenländlern Angst vor den h.e ran-' ziehenden kommunistische« Truppm. cinflößcHj und Begeisterung für den heldenmütigen Ordinnigsmachrc Osztenburg erwecke« sollen. So schreibt «S op r o n i H ir l a p" unter der Ueberschrist: «Die Bevölkera«g widersetzt, sich den< Okkupationstruppen! Die ungarischen Gendarmerietrnppen.ihaben den Rückmarsch eingestellt". Infolge der Verordnung des Re-i giernngsoberkommiffärs haben die ungarischen Gendarmnietr«ppe» den Befehl erhalten, ihren R a u m u n g s r ü ck z u g e i nöustellen. Die Linie, ans-welcher die ungarischen Gendarmerie-1 truppen Halt gemacht habe«, ist: Fcrtömedgyes, Agsalvo, Doborjan, Szabadbarand, Felsöpulya, Geresdialva, Gobrrlrug, Varosszalonak, Dasjobbagy, Gyepüfüzes, Pusztaszeutinihaly^ Oszgödör, Nabakeresztur. Sonntag zeitlich früh, ist die-.oster* rcichische Gendarmerie vo« ihren Stationen abmarschiert, um Westungarn zu besehen. Hinter der Gendarmirie zogen unter r o t e n F a h n e n und Musikklängen; die österreichischungarischen Kommunist«» in großen Masse« auf. Autep dm SinmarWerendmwaren hauptsächlich u n g a r i s-ch.e Emigranten, die mit grdßem Jubel einzogeu. Besonders lärmhast war der Einzug in N e u d o r f. wo die ungarisch?» Kommunisten unter Führung L e j e rS kamm,.der bckauvttich in Oedmbnrg GauprMmt war. In Pinkafv trieb.das Bott die Einziehendm mit Sensen und Schaufeln hrnaus>! wpbei.'es BexMudet^Md eimn Toten gab. Nach deu noaestm r -

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