Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 925 (24.8.1921)
- Date
- 1921-08-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JIt, 9Z5T Me«. MAwoch . —y———■■ i ■ ■ ■■ ' - *f wohin sie sich vor den antisemitische« Dersolgungengrrettet hätten. ^Tas in Adriauovel erscheinende »Ecko d'Adrianople", daS Organ hei' tbwzischen Judengemernde. weist diese Behauptung als Unwchlhät zurück. DaS Blatt schreibt unter anderem: Seil einem Jahre baden dre Juden in Thrazien an Zahl meht nur nicht ab' genomm n, sondern gerade aus K v nst an t i n o p e l einen i ebeutcnbett Zuzug erhalten., Wahrend die Juden durch ihre Zahl. kernen Anspruch aus einen Sitz in der griechischen, Kammer besaßen, räumte ihnen die Regierung einen Sitz ein und hätten sie zwei Kandidaten ausgestellt, so waren beide gewählt worden. Um die finanziellen Schwierigkeiten zu lindern, nur denen dre israelitischen Kultus gemeinden zu kämpfen baden, li rt die Negierung als erste Arnahlurig einer regelmäßigen Untersiiitzung bereits 5'j.OOO Drachmen gespendet. In gleicher Wene hat die Regierung bereits die Gehälter aller Lehrer an den Schulen ^übernommen, und ebenso sicher wird sie auch nach Beendigung des jetz gcn Feldzuges die' verschiedenen WohlfahrtseinrMrmgen der Kuliusgemeinden umerstiitzeu. AmisemitiSmus sei im Lande völlig unbekannt. * Die Briefzensur in Polen. Das in Warschau erscheinende «Journal de Pologrn* stellt in einem Artikel bedauernd :>ft, dm Polen heute das einzige Land Eu'.opas sei. in dem die Brieszeusnr gehandhabt wird. Das Blatt werft tarani hin, daß?urch die Bne'zensur Handel und Industrie geschädigt werden, da rltt'ch das Zensurieren der Briete viel Zeit verloren gebe. Die i.'-n ühruug der Flugpost sei illusorisch, solange die polnische 'Negierung an der Zensur fesihalte. * Jüdische Studentenwel^onserrnz. Die öftci^rc^U fdicu Delegierten und Gäste rrisen Freitag abends nach Karlsbad ab. Für Wohnung und Verpflegung ist gesorgt. Ankommende ivtudrn sich an die am Bahnhöfe befindlichen Ordner. Beivrechung der Deleg'erten und Gäste Donnerstag, 8 Uhr abends, im Cass Landtmarm. Das Präsidium des zionistisch-akademischen Landesverbandes. * Grotzartige englische LnstverkehnSprojekte. Der scirierzei'ige Appell des Königs von England an di^ 'Wissenschaft, ein' Methode zu finden, um London m>t allen englischen Domin'ons auf dem Luftwege zu verbinden, ist nicht ohne Erfolg geblieben. Es ist die Schaffung e urs großen Lusiverkehrsnetzcs geplant, dessen Projekte vom T h o m a s. dem Schöpfer des täglichen Lttfiexprrßdicnstes London—Paris, herrühren. So soll au den Montagen in der Früh ml Flugzeug von London abgrhen, welches am Morgen fies n a ch st e N,T ages die Post ui Kairo ablie^ern und Donnerstag wieder in London eintrcsfen roll. . E>n anderer Acrovlan soll nach Kalkutta abgehen und von da n ick Australien. Der Autor des Projekts glaubt, daß anch ein r. e g e l m ä ß r g e r D i e n st über den Allmnischen Ozean nach Kanada und Südafrika eingerichtet werden könne. Zur Errichtung dieses Dienstes wäre nach Thomas nur eine ger ngfiigige Rcgrernngsjubventiou nötig. * Gin Vertreten der Fö^Evation ukrainischer Juden in Amerika in Warschau. Der Vertreter der Fvdelaugir der ukrainischen Jviden in Marschau, Dr. Krinsky, ist soeben hier erngetrosfen, um mit dem Zentralkomitee der ukrainiichen Inden in Warschau deF.age der Hilfeleistung aus Amerika zu besprechen. (I. C.-B.^ * Fremdenregistrierrrng in Wilna. Der Bürgermeister von Wilna äußerte fick einem Journalisten gegenüber, daß in kurzem eine Zwangsregistrirrung aller seit 16. Juni 1920 Reuangeiommenen durchgesührt werden soll. Man befürchtet,, ob es nicht der erste Schritt zu deren Ausweisung aus Wilna sei. * BalkSbibliotheken für Palästina. , Der Schntzv erb and der palästinensischen Schrisi stell er plant die Orgauisatron eurer großen hebräischen Volksbibliothek, die ihre Leihh ä « s e r und L es c h a ll en über ganz Palästina erstrecken soll. Der Verband, verhandelt gegenwärtig mit der Zionistischen Organisation über emen großen Kredit zur Deckung der ersten Ausgabe» dts Unternehmens. Die Bibliothek wird neben hebräischer Liieratur auch Ücberketzuugen aus allen europäischen Sprachen enthalten; der Plan für die pliilosophuche Bücherei sieht die Anschaffung vieler Werke der denschen Geisteswiffenschasteu vor. * Eine arabisch-jüdische Gesellschaft in Tunis. Ein in Tunis ansässiger jüdischer Großkaufmann hat eine Gesellschaft uir Pflege der Beziehungen zwischen Arabern und Juden begründet. Viele prominente Juden und Mohammedaner haben sich ' bet Gesell chaft augeschlossen. * Jüdische Pogromwarsen für Palästina. In Kav'chau hat sich ein besonderes Komitee gebildet, das jüdische Pogroimvarsen zu Landarbeitern erziehen will, um sie nach eriolgtci Ausbildung in Palästina avzusiedeln. * Oesterreich seuchensrei k In der Woche vom 7. ^bis >Z.' d. M. wurde im Volksgesundhe!samt im Bnndesministrr'mm!.ür lözmle Verwaltung weder eine E> krankimg an Blattern, Cholera noch an Flecktyphus augezeigt. * Wiener Kinder in Tyrnan (Trnaya). Die Soziale Hilstzgemeinschast Anitta M si l l r r brachte 40 Kinder, welche mehrere Wochen zur Erbolung in Tvrnan (Trnava) wejltcu, wieder nach Wien zurück. Dank der guten Fürsorge des dortigen Frauenverclncs unter der unermüdlichen Leitung der Präsidentin, Iran Jenny Klein, hat diele kurze Zer des Erholungsaufenthaltes bü den. Kmöerir bereits güten Erfolg aufgetviesen. Die Kleinen kamen Mit erholt, von ihren Pflegeeltern reich beschenkt,' wohlbehalten ,n AN.m an. Die Soziale Hilfsgrm inschaft kann ü'cht umhin, auf diesem Wege im Namen unserer Schützlinge den Damen des Jimrenveremcs von Truava ganz bei onters der Frau Präsidentin >n d brit Pflege ltern dm innigsten Dank lür dir Fürsorge »nd Vl! ge der Kleinen cmsmsprechm. (Dre Einreisebewilligung Uh rcn. großen Kindertranspott nach I u g v s l a w i e n ist nach minier nicht geregelt.) > . j * Todesfall. Am 21. d. M. verschied hier in jngcndsichfvi Alter Herr Otto S t r a n s f y." Realschüler und Mgn'crir des indischeu Wandrrbundes „Blau-Weiß", Sohn des Hntn ^Siegfried und der Frau Alice S t ra n s k y. Das Leichenbegängnis findet heule um 4. Uhr nachmittags auf dem l fiaelitischen Friedhof in Mödlings statt. * Wetterbericht. Vorarlberg hat trübeS, ziemlich kühles Wetter. Das übr'ge Oesterreich bat, .soweit Meldungen vorliegcn, nurgeringe Bewölkung , und mliefahr normale Temprratnrve> hältnisse. Im übrigen. Mitteleuropa ist es meist heiter und nläßig warm, stkur in. Südwestdcmschland ist <s trüb; hier findet nch eine vcrlprengte Maste kühler Lust. Vorhersage: VerLnder- > che B'.wölkung^vorübergehei'd Regen nicht ausgeschlossen, mäßig warm, mäßige Winde- * VorLbersehende ALslassung von städtischen Tch-üle«. Der Stadlsciiat hat heute nach einem Referat des WradtiatS Kokrda beschlossen, daß die Schulen, I., Bartrnsteingaise 7, lll., Psorrhoigasie 1,- W-, Stumvrrgaffe 10, vorüber--!>'wnd zu schießen sind, da ,durch ren großen Rückgang der ^chülerzahl eine Verwendung dieser Schulen derzeit nicht zweck- U'äßig er scheint. Anders v erhält es sich mit den beiden Schnlmi'äudrn m der Piaristengasse 43 und Laudongasse 5. Der Orts« des Viu. Bezirkes hat schon seit längerer Zeit die völlige Anilassnng dieser beiden Schulen beim Bezirksschulrat beantragt diesen Antrag damit begründet, daß diese beiden Gebäude li/ii in cm in bci'Mibci’j schlechten Zustand befinden, so daß sie zu - cbiiUmcrt-njuan'vitieiibbar sind. Es wurde daher beschlossen, diese beiden Schulen gänzlich aufzulassen. Di« drei erstgenannten Wiener Morgeüzettimg ist die Insertion in unseren (31 .Aug. - 10. Sept. u. II.—17. Sept.) welche im gesamten Auslande in MassenaufBage verbreitet sein werden Bedeutend erhöhte Wirksamkeit der Inserate E bei normalen Insertions-Preisen 1 Beeilen Sie sich diese besondere Gelegenheit, durch! billige Reklame grosse Oeschäits- I erfolge zu erzielen, auszunutzen j und verlangen Sie zwecks näherer I Information unverbindlich den i , Besuch unseres Vertreters. Wiener Morgenzeitung Wien, II., Taborstrasse Nr. 1—3 417 Telephon 44-G-38, 43-3*19 Schulgebäude werden zur Unterbringung von städtischen Aemtern, vor allem des Wohnungsamtes dienen, doch wurden darüber noch keine Beschlüsse gefaßt. * StreikrS in Polen. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Wm schau: Die, das ganze poln'.nh« Wirtschaftsleben ernstlich bedrohende Slrrilbcwegrmg hat einen großen Teil der Eisenbahnen erfaßt. In Posen sind gestern die gesamten Arbeiter der Elsenbahndirektion iowie das Werkstätten- und Betriebspersonal in den Ausstand getreten, ohne sich in der Ausführung ihres UltimatunrS durch den warnenden Aufru? des Ministerrates deinen zu lasten. Der Streik hat sich auf Posen. Bromberg und Dirschau ausgedehnt. Der gesamte Eiscubähnverkehr in Posen und Pommerellen ruht, doch hat die Streikleitung am Montag einen intunatronalen Zug Warschau-Berlin—Paris befördern lassen und dessen Ablassung für die gesamte Streikdauer zugcsagt. In Warschau hat der Streck der Straßenbahner die übnarn Arbeiter veranlaßt, ebenfalls befristete Lohnforderungen^ zn stellen. Die Bewegung hat i die Arbeiter der Gas- und Elektrizitätswerke erfaßt. * Eisenhvhnunglnck. Aus Liuz wird gemeldet: In Sipbach bei Sattledt iss der aus Grünau kommende Personenzug Nr. 1820 an der dortigen StraßenUbersetznng entgleist.' Die Lokomotive stürzte über die Böschung und liegt 8 m vom Bahnkörver entfernt in einem Acker. Ungefähr zehn Personen wurden verletzt; sie wurden mit einem Hilfszug nach Wels gebracht. * Eine neue Schwefelbadgesellschaft in OberösserreichL Aus L r n z wnd gemeldet: Gestern fand, wie die „Tagespost" mitteilt, unter dem Vorsitz des Landcshauptmannstellvertrclers Dr. Schlegel die Gründungsversammlung der Schwefelbad-Schallenbach-Gesellschast statt. Die Bareinlagen der Gesellschaft belaufen sich auf 10 Millionen Kronen, die Sacheinlagen auk K 1,300,000* * Oeffentliche Sicherheit. Unter dem Titel ,.Oöffentliche Sicherbeit, Polizeirnndschau für d^e österreichischen Bundes« und Gemrindepolizei^ ist in Wien ein Blatt erschienen, das. von Beamte« der Polizerdirektion geleitet, über alle Fragen des polizeilichen Dienstes unterrichten wird. Schristlcitung und Verwaltung befinden sich im Gebäude der Polizeidirektton. * 1<M)00 Knallpatronen explodiert. , Durch eine Explosion, welche großes Aufsehen erregte und zu übertriebenen Gerüchten Anlaß gab. wurde heute nachmittags rin Mann lebensgefährlich verletzt und ein ungeheurer baulicher Schadm angcrichtet. In dem Hause, IV.. Margaretrnstraße 40, in dem auch ein Gasthaus untergrbracht ist, wohnte seit dm letzten Tagen der 24jährige Kaufmann Humbert C o c a aus Triest. In den Wohnräumen der Kellner der Gastwirtschaft waren für ihn vier Kisten zn je 10.000 Knallpatronen eingelagert. Gestern nachmittagsollten nun die Kisten veipackt »md zum Transport sertiggestrllt werden. Beim Zunageln einer der Kistm scheint nun der Kausmanu mit einem Eisemmgel auf eine solche Knallpatrone aufgeschlagen zu haben und im nächsten Moment gab es eine fmchierliche Explosion und die herbeienendrn Leute, fanden den Kaufmann fast b's zur Unkenntlichkeit zugerichtrt mit einer Zertrümmerung beider Augen, mehrfachen Rißwunden im Gesicht und einer Zertrümmerung des rechten Annes bewußtlos auf. Das Zimmer war vollständist zertrümmert und in den angienzenden Wohunngm sowie in den Wohnungen der Nachbarhäuser waren infolge dcs ungeheuren Luftdruckes und der Erschütterung die Fensterscheiben gesprmigen und viele Einrichtungsgegenstände vernichtet worden. * D^r diebische Postbeamte. Aus Graz wird ge-; meldet: Der 41jährige Postbeamte Heinrich Jank würbe unter dem Bedacht verhaftet,' daß er Wertbriefe spotiiert babr. Bei der Hausdurchsuchung wurden 1! amerikanlschr mtb 1 italienischer Wertbrief sowie 25 Dollar und K 50 0 gefunden. * Dem Mitglied der Reparationskommissiou Dr. MariuS Lenardis wurden in Dr u ck a. b, M., als er auf der Durchreise nach Wien dort den Wageuabtefl verließ, eine Aktentasche gestohlen, die außer Legitlmatiouspap eren 10.000 Lire sowie andere italienisches und französisches Geld enthielt. Des Diebstahls verdächtig ist ein ungefähr 25 Jahre alter Bursche, der in dem Abteil gesehm worden war. * Verhaftung eine» Krakauer Valutenhändlers. Krakauer Blattern zufolge wurde vor einigen Tagen der Bankier und Valntenhandler H a l b e r st a d t wegen betrügerischer Manipulationen verhaftet, sedock gegen Stellung einer Kaution von mehreren Millionen vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Nach den Berichten der Blätter habe Halberftadt in Gemeinschaft mit Wiener BaNkge'chäflSfirmen Valutaspekulationen auSgcsührt und auch Schiebergrschäste m großem Maßssab betrieben. Durch feine iv Litten Unsere geschätzten Abonnenten, sich bei Einkäufen ans den Inssratenfeit unseres Blattes zu begehen! 24. August 192l SeÄeG Manipulationen, namentlich durch Schmuggel vo> polnischen Geldes nach Wien, habe er zum Knr-ßnrzbes polnischen Mark >u besonderem Maße dügttmgenü Halbrrstadts Gewinn aus diesen Geschäften werde oxf - ujföfige Millionen geschätzt. Die Finanzbehörden hätte» sich jetzh nm d«u Schmuggel zu steuern, veranlaßt gesehen, SchWeldepchchER « Bankhäuser zurückznhaltm. * Wer sucht» der findet, daß die Herrmgarderob« nach Maß der Werkställen Svrtzer & Markus, II., Hollandstratze ^früher Stephaniestraße) Nr. 1 (nächst Stephaniebrücke) in jeder Hinsicht einzig in ihrem Genre bei äutzerst billigenPreisen find. * Die Speditionsfirma Leo Wang, N., FerdinanGm^ straße 29, übernimmt zu den billigstm Tarifsätzen Transporte aller Art nack Rumänien ver Schiff mit Umladung in Giurgin und Galaö sowie per Bahn mittels direlter Spezial-it-e nach E z c r n o w i tz. _ Vrreinsuachrichte». JugcndgruppeEsra, Caf6 Winkler, tt., Stmv:x« straße 1. Heute, 7 Uhr abends, Komiteesitzung und letzte Kortenvrrrehnnng.für das Gründungsfest. — ZionistischeBezirlssektiou Bregrttenau. Heute, Uhr abends,' nn Bere.uslokal Cafs Magnet, ll., Gaußplatz 2, Pleuarversammlung mit der Tagesordnung: 1. Der XU. zionistische Kongreß/ Referent Abgeordneter Ingenieur Robert Stricker, «ick 2. Eventuelles. Um präzises Erscheinen wird gebeten. Gäste willkomme». Die Ernährung. Der Marktbericht. Die anhaltende Fettknappheit hatte rin weiteres Ansteigen der Preise zur Folge. So kostete gestern bereits in der Großmarlthalle ein Kilogramm amerikanisches Schmalz bis K 380. Die Prefie für alle Fleischsoeten blieben unverändert. Auf den Grünwarenmmkten ist neuerlich «ne Berte n e r n n g der Gärtnerwaren «inyrlreten. Dies' gilt hauptsächlich für QualitatSgemisse, daß in geringen Menge» auf den Markt kam. We'ßkraut verteuerte sich bis X 800 pee Nagel, ein ganz kleines Häutziel Weißkraut kostete gestern auf dem Naschmarkt X 10 bis 20. Aiech Rotkraut, Salat mck KochsaloL hoben im Preise ongrzogen. Bon feldmäßig gebauten Gemnse-' sorten haben sich Paradeiser verbilligt. Im EngroSverkehr kostete ein Kilogramm bis zn X 36. Gurken nud Zwiebeln sind weit über dm Bedarf angeboten. Kartoffeln sind augenblicklich in so ungeheueren Mengm vorrät'g — aus dem Naschmarkt waren gestern 400.600 kg ausgestapeli, für heute werden weitere 200.010 kg erwartet — daß sich der Preissturz bereits im Klein- Iiandel fühlbar macht. Der DetailvreiS betrug gestern X 18 per Kilogramm. Auch Obst kommt m ausrricheuLeir Mengen aus den Markt. Namentlich Zwetschken sind stark vertreten, so daß sich «* Nachgeben der Preise bemerkbar macht. - Woja. In der Abgabesselle. IN.. Esteplatz 4, gelangt ffir die Mitglieder zur Abgabe: Ncstles Kondmsmilch, ungezuckrrt, zum Preise von K 56 per Dose und zwar: für alleinstehende. Mitglieder zwei Dosen und für Familien vro Kops je eine Dose. (Hvchstquantnm 4 Dosen). Dre Abgabe erfolgt für die Mitglieder : 1 A dis P am DormerSiag dm 25. d. M. von 9 bis 1 Uhr und von 3 bis 5 Uhr und für Mitglieder: Qu bis Z am Freitag den 26. d. M. von S bis 1 Nhr nnd von S biß 5 Uhr. Ohne Mitgliedskarte wird nichts auSgefolgt. Mitglieder usimhme ausschließlich H, Berggaffe 7. Bühne und Kunst. Pariser Ausstellttngen 1920 21. Kunstbetrachtnng war einst Betrachtung des objektiven, laßgelösten Kunstwerkes, seiner irmeren Gesche und Rhythmen, seiner Technik und seiner Faktur. Es war ein Mvrrbmden Dastehendes, in dem die einzelnen Qualitäten als Selbstzweck und nicht als Mittel zur Erkenntnis eines Dahinterstehendrn, als Inveriables und nicht als Funktion gedeutet worden. Der Kritiker selb« und bet Beschauer waren nicht Philosophen und nicht Laien, Ma» selber Handwerker nnd Znnstgenvffen; und sie prüften die 3a« sammensetznng her Farbe und den Rhythmus der Aneinanderrerbnus: der Worte, als hätten sie eS selber nachzumachen. Heute ist Kmssbetrachttmg vor allem Eindringen m die dahinterstehende! Persönlichkeit deS Künfll«S, das Kunstwnk nicht mehr ettvsS Objektives, sondern Ausdruck gewordene Leidruschaft der «rusch-, lichrn Seele. Rhythmus ihrer Bewegtheit, ihrer inneren Dialektrkr de« sich in Worten, Farben, Linie» nnd Klangen materialisi«!. Wir betrachten heute das Kunstwerk als Funktion d« schaffenden Persönlichkeit, e§ ist die Seele des Künstlers, dir wir in dem Werke suchen. Der Schöpf« feffelt nuS mehr als das Geschöpf; dieses dient «ns nnc als Mittel, nm in die seelischen Tiefen jenes zu dringen, als verselbständigte Dauwdarstelluug eineS unwiderbringlich verlor men Moments in der inneren Entwicklung deS Künstlers. Es ist nicht mehr nur der Znnstgenoffe, der Eingeweihte, der i» unserer Zeit das Kunstwerk betrachtet; heute' strömen viele hunderttausende Intellektuell« in die Ausstelluirger, denen die sachlichen Qualitäten des Kunstwerkes fremd , blrrbm und die nur die seelische Rhythmik ergreift. Aber wir versuchen noch weiter zu dringen, die soziale Bindung alles geistigen Geschehens und aller Kunst ist uns klar geworden. UnS ist das Kunstwerk nicht nur Funktion des Künstlers, es ist uns a»ck Ausdruck eines neuere Objekiven, üb« die Persönlichkeit des Künstlers Hinausgreifrnden und doch in ihr Berwmzelten und durch sie Erzeugten, des Zeitgeistes. Wir wissen heute, daß es zwischen den einzelnen Künsten keine Grenze gibt, es find sekundäre Momente, die eS bestimmen; ob die seelische Leidenschaft, die «och Ansdrnkk, Klärmg und Erlösung ringt, die Entspannung m einem bestimmten Material findet. So wie das s«lische Leben insgesamt nnS nicht mehr als schematisch teilbar erscheint, sondern . einen einheitlichen Fluß darstellt, wo Welle in Well« übergreist, so ist auch die mächtige Spannung des Inner« und die rezevtive Sensibilität des Künstlerdie gleiche, welchem Gebiet dir Erschrimmgswelt auch sein Kunst» werk angehörm möge. Dichtung, Malttei und Musik sind nicht nur oft durch die seelische Eigenheit degleichen schaffend« Künstlers verbunden, sie entlpringen der gleichen Quell; der Zeit, sie tragen in sich die gleichen, zeitgeschichtlich bedingten ElemeNte. * Das Kunstwerk eröffnet uns den Einblick nicht nur in döa Sacke