Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 925 (24.8.1921)
- Date
- 1921-08-24
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4_WM Mkttvoch im Nahm?» des Einwan ber»ngsge>setzes ge- ' regelt Oerbvn. Bon einer neuerlichen Ueberprüftmg der öffentlichen Angestellten könne Veine Re-e sein. Die t'l oattttttifle« seien teilweise entlassen, teilweise vor Ste zuständigen Gericht« gestellt worden; an eine neuerliche Revision, der Gesinnung denke die Negierung nicht. Die Antwort des Ministers wird zur Kenntnis gerivrmnem Die tschecho-slowakischen Filiale» -er Länderbanb. Peag, 83. August. (Tel-Komp.) Wie die ^Dohemia" er- ,äbrt. wurde dem Bankenkvnsortium, bestehend au§ der OrsterreichischenLänderbank in Wien, der Agrami Banka Czechoslo» wenska in Prag «nd der Biinque da -Paris et de Pays Bas in Paris, die definitive Konxesiiori zur Errichtmg einer Aktiengeftllichaft unter-der Firma Bank für Handel und Industrie ehemals Länderbank. Mit einem Kapital von 80 Millionen tschecho-slowakischer fronen zur Uebernahme der tschechischen Filialen der Länderbank erteilt. Die Konstituierung der AtttengeMchast wird im Monat September erfolgen. Der griechische Vorstotz aufgehalten? Konstantinopel, 22. August. (Havas.) Die letzten -Meldungen aus Kleinasien besagen, daß die Türken die griechische Offensive zum Stehen gebracht und dm Griechen eine Schlappe irr^efügt -arten. Anfstand in Madras. Son-mr, 22, August. (Reuter.) Nach eirrvr Meldung aus Kalkutta haben die Aufständischen in. der Provinz Madras die Telephonlinien und die -Linien der südindischen Bahn unterbrochen. Es kam zu Zusammenstößen mit Militär und Polizei. «Zwei Offiziere und zwei Polizisten werden vermißt. Au mehreren Orten kamen Plünderungen vor. Ein.Sonderzug mit Po-lizei ist aus Kalkutta nach dem Schauplatz -der. Uirruhen abgegangon. Tagesbericht. Antisemiten nnd andere Hasardeure. ' In Baden bei Wien ist eine Spielhölle ausgehoöen worden. Die Perlu.strierung der beim verbotenen Hasard Ertappten-gibt deA antisemitischen Blättern den u-illlummenen Anlaß, «ine ganze Spalte mit Juhennamen sülleu zn/Lönn«n. Auch wir bringen jüdischen' Hasardeuren , teip . Uebermaß von Sympathie entgegen. Dir'glauben, wenn ein Jude schon durchaus Geld loswerdenwill, findet er auch außenhalb des Spielsaales lund.innerhalb des gesetzlich' Erlaubten genug Gelegenheit hiezu. Wir denken dabei nicht so. sehr an. den christlich sozialen Wahlsonds als an die vielen uvtleidenden jüdischen Wohlfahrtsinstitute. Immerhin haben diese Jasen nur ihr eigenes Geld verloren und dadurch unterscheiden sie sich sehr vorteilhaft von dem großzügigen preußischen Hazardeur Karl Köhn, dessen „Sport- -bauken"--Konzern jüngst zusmnmerrgebrochen ist. lieber dies-ch eselrassige Persönlichkeit enthüllt der „Demokratische Zcitungsoienst" folgende erbauliche Einzelheiten: -Kail Köhn war früher Roßschlächter und Herausqe-ec ver „Allgemeinen Roßschlöchterzeitnng". Kühn, de- 'wiederholt (nach den „Mitteilungen zur Abwehr dc.> dlutisemitismus") wegen Betruges, Unters ch t agung, D'iebstah ls und Vergehens ge'gen Krirgsverordnungen mit Geldstrafen, vi.eb« j ähr igem Gefäng nis u nd fünfjährigem E n r oev tust vorbestraft ist, -hat seine Roßichlächterzeitung auch politisch' im a ntissem itischeu Siirrw ausgenutzt und in.ihr eindringlich zum Eintritt in den „Deutschv ölkischen Bund" in Hamburg, geworben. So -hat^er die Völker, der Erde zum Kampf gegen die Weltherrschaft des Judentums, und zu dessen Vernichtung aufgeforderi. Es heißt m dem Artikels baß man einen neuen Völkerbund gründen solle, emen.Bund, in hem sich Bolschewismus, Pazifismus, Christen tun:, Sozialismus, und Spartakisnrus und bestes - deutsches menschluhes' Wesen .vereinigen. „Ich bin bereit", - so., ruft er aus, „das Fundament zu legen? Wer hilft mir Muen? Ich habe gewählt?" Da dieser Mahnruf erfoltzlos blieb, gründeie Köhn Weitkonzerne,- die nunnrrhr 'elend - züsamitte«gebrochen fittb und MMonenschädeu zeitigen. Dabei war er so vorsichtig/'auch fiir de>r 'Fall des Mißlingens dieser Gründungen sein Scherflein ins Sichere zu bringen. " Wie man sieht, ein würdiger Betämpfer des Jichentuirlsl Die österreichischen Rotzschlächterzeitungen derrtsch nationaler und christlich sozialer Couleur, mögen deshalb, bevor sie ihre Leser zu tiefsinnigen Betrachtungen über Rasse, Spiel und Wetten verleiten/ ihnen obige-authentische Angaben ja nicht vvrenthalten! Es geht mn die wissenschaftliche Vollständigkeit! Die Bäcker wollen den Brotpreis ererhöhen. U» 30 Vrozewt Gestern ■ erichirum die Verirrter der. Broliabriken und der hon^verkSmäßigeu Bäckernbetriebe beim Bürgermeister als Landeshauptmann, um von diesem eine rierre Drotpreisfestsetzung zu «wirken, die durch neue Lehnsorderungen der BLckereiarbeitrr notwendig ist. Die Forderungen hätten eine 30%iflc Erhöhung des gegemvärtigni Dralpreise:- «tr Folge, ans den Laib nmger«ch«t beträgt die sesorderle Erhöhung an Lichnregie,^ 2.4Z, Wiener Ä»srgenzett»ng 24. August 1921 Nr. 925 \ Mitteilöngen aus dew Publlkum. drfisster tm4 beeter Xitafar Wletm 51» BRILLANTEN, PERLEN Juwelen, Edetotefnhändler Rabinowitich, Juwelier U ■AX1BIUAHSTRAS8E 5 HL, 8TEPHAMIESTRASSE 3. mr Nr. 8 (Jetzige Mahlerstr.)Tel. 854t (Jetzige Hollan4*tra»i#) Im eigenen Herne Haltestelle Operorisg, Zug. KSrabiarstr. Tel. 4546 Samstag oetebiouee. H3rcn Sie auch unsere Preise Ein gestricktes wollenes Kleid, m Wiener Fabrikat, 5000 Kranen albert bbatzwer, . jene an Sachregie K 1.60. Es sollen die Löhne der Bäcker aller Kategorien und für sLnitlicheProfessiomsteu einschließlich derBrotführer um K SCO und für alle Hilfsarbeiter ohne Unterschied der Ouabfikation nm K 700 mtb für alle weiblichen Bediensteten um K 500 wöchentlich erhöht werde«; die Angestellten der Brotiabrilrn verlangen eine 30*/«ige Aufbesserung ihres Monatsgehaltes. Die Bäckreigedilfen haben ihre Forderungen mit 29. August befristet. Landeshauptmann Reumann wies darauf hin, daß die letzte Erhöhung der Brotpreise erst mn 7. August eingetreten sei; eS sei ausgeschlossen, daß er nach einem verhältnismäßig so kurzem Zeitraum eine abermalige Erhöhung deS Brvtpreises anordnen könne. In dem Bundesge'etze vom 15. Juli 1921 über die Staffelung der Lebensmittelprrise (Preisstasfelungsgesetz) wird der Bundesminister für Bolksernährung ermächtigt, die Verkaufspreise aller vom Bunde bewirtschafteten Lebensmittel einschließlich der Kleinverkausspreise festznsetzen. Die Bäckermeister und die Btotfabriken mühten sich sonach an das BundeSmmisterium für Volksernährung wenden, damit dort die Angelegenheit der Erhöhung der Broipreise geregelt werde. Erst wenn das Bundesyiinisterium für Volksernährung den Landeshauptmann verpflichtet, eine Erhöhung der Broipreise anmordnen, müsse er sich diesem Zwange lügen. Die Bertieier der handwerksmäßiaen Bäckereibctriebe und der Brotfabriken werden sich demnach an das Bnndeömrnrsierinm für Bolksernährung wenden. Exkaiser Karl bleibt noch in der Schweiz. Bern, 23 August. Die Andeutungen in der tschechischen Presse, denen M'olge in der Angelegenbe't des Exkaisers Karl zwi'chen Spanien und der Schweiz e n vereinbartes Spiel bestehe, beniben nach Erkundigungen der zuständigen Schweizer Siellen an? reiner Erfindung. DaS politische Departament wird wahrscheinlich im Laufe der nächsten Tage die Oeffentlichkeit über den Stand der Frage der Abreise des Erka;sers unterrichten. Da die Verhandlungen über die Uebersiedlung des Erk-isiers in ein anderes Land noch nicht zum Abschlüsse grlanat und. dürfte damit zu rechnen sein, daß d e Auf. ntiialtsbcwilligung sür den Exkaiser in der Schweiz sur einige Zeit verlängert wird. Zwei Wieüev Torrrlsten im Dachsteingebiet erfroren. Linz, 33. August. Die seit 1.2. d. M. von einer Tour in das Dachsteingebiet nicht zurückgekebrten Wiener Touristen Dr. Ernst R i t, Assistent der technischen Hochschule in Wie« und Dr. Rudolf D ö r i n g, Assistent am Wiener chemischen Umversitaislabvra'orium, wurden vorgestern von einer Rettimgrerprditiön,-\n der Südwand des Torstcms erfroren ansgefunden. Die Benmgli'lckten hatten von Schladmu'g aus die Besteigung dks Torsleins vnternommrn. Beim Abstieg konnten sie wegen de- Schnecstrnms brr der sogenannten Windlucke nicht? weiter nnd sind e>froren. Die Lkichen werden nach Schladming gebracht werden. Wie das .Linzer Bolksdlätt" meldet, sollen seit dem Einsetzen des Neuschnrrs am 14. nnd 1'i.d. M. vier weitere. Personen im Dachslei'.'geb et vermißt werden. Einem Hochstabler in die Hände gefallen. Da» Ende einer Ehe. Jni Hanse lX., Liechkensteinftraßc 63, lebt der pensionierte Bankbeamte Karl Ludwig W c i l h e i m mit Frau und Tochter. Die Tochter war «ine verehelichte L e i b e u s r o st, doch wurde die Ehe gewinnt. Bei einer Unterhaltnug lernte die Familie vor etwa IVs Jahren einen jungen Mann, der sich ^Gregor Sekulstz" nannte, kennen. Hetr W. bemühte sich, für den künftigen Schwiegersohn eine Stellung zu finden «nd war so glücklich, durch seine Bekanntschaften für ihn einen Posten bei der Firma Suchh- Wrrke-A.-G. zn erlangen. Die Hochzeit wurde gefeiert, und seither ging der Mann tagtäglich ins Bmeau. Bor. emigeu Tagen ' wnrdr Herr W. zum Stadikommiffarirt gerufen, und dort wirrde chm mitgeteilt, daß der Schwiegersohn Seklulisz betrügerische Schulden in der Höhe von K 86.000 kontrahiert habe. Herr W. war sehr erstaunt «nd sprach mit seinem Schwiegersohn darüber; Sekvlisz aber wußte dem Schwiegervater einznreden, daß die ganze Sache auf einem Miß- Verständnis beruhe; Herr W. möge nur das Geld zahlen; es werde sich alsbald die Wahrheit Herausstellen, mrd dann werde er das Geld zurückbekomm«. Obwohl nicht sehr erbant davon, setzte Herr W. in Sekvlisz blinder Bertrane« «nd zahlte die st 86,000: alsbald kam der Manu mit der ueuen Bitte, Herr W. möge für ihn noch st 26.000 erlegen. Selukift erzählte, er habe in Kvfstei» einen Posten erhalte« und am 1. August sollte die Uebersiedlung stattsinden- Der Gauner li's die ganzen Möbel seiner Frau samt der Wasche ans der Wiener Wohnung wegbringe« und ist feit der Zeit verschwunden. Es wurde feftgestellt. daß Sekulisz bloß acht Tage bei der Firma Svchy-Werke in Stellung war und dann den Posten freiwillig anfgegrben hatte. Sein täglicher Gang ins ^Bureau" war Komödie, ebenso wie die mvuatliche JSta&e, dir er nach Hanse gebracht hat; offenbar hat *r sie nur durch Schuldenmachen zusammengebracht, um ßkrj Familie ine zu führen. Die Geschichte mit der tetriigerischen! Schuld von st 86.600 wird wohl auf Sekulisz selbst sollen, deuu er hat, wie ermittelt wurde, BerhAtmffe miti Tdeatcrdamen unterhalten und dafür viel Geld verschwendet Die Möbel, die Sekulisz abgeholt hat, hat er im Möbelhaus Eisler wrggcschafst und einem Kaufmann in der Blumauergasse um st 25.000 verkauft. Dort konnten wenigst«- die Möbel sichergestellt werden. Was der Mann mit der ander« unersetzlich« Habe semer! von ihm so furchtbar betrogmen Frau getan hat, ist unbekannt^ Man weiß nicht einmal, welcher Spediteur mit seinem Lastcuautvj dr» Transport übernonmeu hat. Die Firma wird dringendst ersucht,, sich bei Oberkommiffär Dr. Maurer im Sicherhritsbureau,' Ist., Rosiauerlände 7, zu melden. Ebenso wird die Firma zur Meldung gesucht, die alle diese Sach« gekauft hat. Sekulisz wird verfolgt. Ob der Name sein richtiger ist, ist noch nicht bekannt Groß ist die Verzweiflung der Familie und namentlich der betrogenen Frau, die d« Namm des Gauners fuhrt. Sie ist voll' Empörung über die Niedertracht deS Hochstaplers. Banditen. A»S Plauen wird gemeldet: Auf her Straß« Planes-— Reickxnbach wmde Sonntag nachts ein Antomobil, in dem zwei Schweden, darunter rin Mitglied deS schwedisch« Aus« schuffesfür d«tsche Kinderhilfe, saß, von drei maskie r t e'u Räubern durch mehrere Revolverschüffe zum Halt« gebracht/' Die Räuber «ahmen den Insassen 1500 Mark ab. Der Chaussem-, wmde durch einen Schuß in den Fuß schwer verletzt. Die Raub« sind «tkomm«. : Ans Lima wird gedrahtet: Ein Hauptmamr «nd MV Soldaten Übersielen und beraubt« die B a n k vo u- P t-rn und nahmen deren Direftor gefangen. Wiener Messe. Der Beginn der Theatermesse am 4. September. Trotz fortgesetzter Ankündigung hat sich in einem Teil dsr Aussteller der Thcatermesse die Anschauung frstgelrgt, daß der Beginn dieser Messe gleichzeitig mit dem der Mustermesie, d«S wäre am 11. September 1921, emsetzt. Dem gegenüber sei ausdrücklich daraus hmgewiesen, daß die Theatermesie m ihre» gesamten Umfange bereits am 4. September 1921 beginnt. Nicht etwa nur mit ihren Vrranstaltmgen, sondern auch «it ifatr- Mefleausstellung. Es haben auch diejenig« Aussteller, die vou^' der Wiener Mustermesie nachträglich an die Wiener Theatermesie! überw'es« worden sind, ihre Ausstellungsobjekte für den 4. Srp-' tcmber bereits erhalt«. Keine Telephonztihlunge« wahrend der Abpaktnug deir Wiener Messe. Das Gremium der Wi«er Kaufmannschaft hat «r du Post- und Telegraphendirettion eine Eingabe gerichtet, »or» dieselbe ersucht wird, während der Abhaltung der Messe keim Telephonzählungen vorztmehm«, da die Telephovzählung« dkti Zweck haben, ein Bild von der durchschnittlichen Telephonb«sttz«ng der Telephonzentrale zu grb«, wÜhr«d der Wiener Messe jedocheine abnorm starke Inanspruchnahme deS Telephons zu erwart« i ist. Mit Rücksicht auf die von all« ösientlich« StAkm geübtes wohlwollende Behandlung der Mesieintereft« scheint wohl eint günstiger Erfolg unzweifelhaft« * Döllinger »nd der Antisemrlismus. Der berühmte- Kämpfer gegen das katholische Dogma von der Unfehlbarkeit dis! PabsteS, Döll>nger. der geistige Vater der oltkatholisch« Sektes trat 1849 als Abgeordneter für dir Iudenemanzipation rin. Nach-u dcm rr 1873 Präsident der Münchener Akademie der WissenschafteuI' geworden war, hielt er 1881 den Vortrag »Die Jaden' rn- E « r o p a", den' rr drucken ließ und der bald darauf vergriff«! war. Der Philo-Berlag hat nun eine N«herau8gabe des Dose--! trageS veranstaltet. Döllinger entwirft m ihm zunächst ei« GvH schichte deS jüdsichm Volkes. Er weist darauf hin, daß' nach nrsprüngltchrr Duldung der Juden nammrltch seit de« . Ansaaug des elften Jahrhunderts unter Mitwirkuug des.! Papstes die Judm überall verfolgt wurd«. Der stärkste A«S-! bruch des Judenhasses fand in dm Zeiten der Kreuzzüge statt? Die Kirche nahm aus das entschiedenste geg« sie Partei. Die! Erklärung Jnnocenz'lil.. daß daS ganze Volt seiner Schuld weg«! z« immerwährender Sklaverei von Gott bestimmt sei, führte znz der Theorie, daß die Fürsten über das Vermögen der Jud« ohne! weiteres verfüg« können. Seit dem vierzehnt« Jahchimdert gelten: die Jaden als ^Knechte der Kammer des KaiiaS*. Sit wurden! dadurch völlig rechtlos, und es handelte sich nur mn die augeudlkck-! liche Lage des Kaisers, beziehungsweise deS LandeSsürst«, ob.sie; für ihre Duldung i« Lande ungeheure Abgabe« zu zahl« hattenj oder ihres Vermögeus völlig beraubt wurde». Die JudenversÄL; gungen galten als Gott wohlgesälliges Werk. Als drittes Motiv! gegen sie wirkten ihre Grldgeschäite. Die Päpste hatt« ,V«! Gläubigen verböte», überhaupt Geld auSzuleihm; so «kveiffen; die Jaden das ZmSverleihgewerbe «nd «»« wurde dem ihnen l behauptet, daß sie die Christen anssaugten. MerdingS war«, die; von ihnen gefordert« Zinsen oft hoch, aber daS lag <m bfatt; damaligen geringen Geldwert. ÜebrigrnS war die Verfolgung der: Jude» auch in den übrigen europäischen Länder» die gleiche,! namentlich in Spanim wurden sie geradezu auSgerottet. Wett-; eifemd boten alle europäischen Ratiouen alles aut, rn« die Juden! als Gottesleugner an den Pranger zu bringen. „Die Juden hat! der Christ erst so gemacht*. Das stellt Döllinger an den Schluß^ seiner Ausführungen, und fordert seme Mitbürger auf, btt' „Länder Europas* nicht «ehr „mit den Grmel« mst> Schandtat« zu befleck«, von denen wrr schaudernd uus abwenden*. * Geldzuwe«L«»gen an Heimkehrer-Studenten. Fm Anschluß an «nsere seiuerzeiüge Kmidmachung, betreffend Geldzu- Wendung« an Heimkehrer a«S der KriegSg'e-! fangenschast. teil« wir mit, daß eS uns gelungen ist. die Zusicherung zu erlangen, daß auch eine Anzahl von Nichtdeulschösterreichern mit Geldzuweudunam bedacht werden. Alle anderen! seinerzeit verSffentlichteu Bedingungen aber müsien vorhanden und durch Dokumente «achgewiesm sein, und zwar 1. Mittellosigkeit, S. Kriegsgefangenschaft, 3. letzter Jahrgang des StudinmS, 4. nachweisbar guter Sludienerfotg. Kollegen, bei' denen diele Bedingungen zutreff«, mögen ihre Gesnche bis 28. d. M. beim Wrrtschaftsamte des Hochschulausschusses einreich«. Jüdischer Hochschulausschuß. * Die Jude« fit Thrazien. Die Pariser .Irtduvo de* Israelite»1* hatte vor einiger Zeit berichtet, daß Jüdische Flucht«. Imge aus Thrazien in Konsiantinopel angelomuien feien, j