Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 925 (24.8.1921)
- Date
- 1921-08-24
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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24. Äugvft 1921 Wiener M-rgenzeltnng Ur. $25 " Wien. Mittwoch auS diesem Grunde wird die Ik«-irr«»- Sie beschützen. Und war fordert die Regierung »o« Ihnen? Daß Sie alle Jhnm auferlegten Bedingungen erfüllen, dawir uns vollständig auf Sie verlassen können, «nd daß Sie Ihrerseits der Regierung volle- Pertrauen schenke». Wir unsererseits sind übenengt, daß Sie allen Ihren Verpflichtungen Nachkomme« werden in dem Gedanken, daß da- Z el der Regierung Ihre und deS ganzen Landes Wohlfahrt ist. ES gibt verschiedene Wege, dagewünschte Ziel zn erreichen, und alle Wege dienen diesem Zwecke. Aber es rst nicht gut, unsere Kräfte zu zersplittern. Es ist besser, daß »nsere Kräfte auf einen Punlt konzentriert werden, Und dann werden wir imstande sein, alle Echwirrigteiten zu überwunden/ Inland. Parlamentarische». Westungar». — Skrue Gehalt-fordernngen. Der Ausschuß für AeußereS wird aus Anlaß dcr Ueber» nähme de- Burgenlandes durch Oesterreich einberusen werden, und zwar am Samstag den 27. d. M , 11 Uhr vormittags. Es düiste sich die Notwnidigkeit erweisen, den Ausschuß für per» mancnt zu erklären «nd jedenfalls wird sich an diese erste Sitzung rine Reihe weiterer Sitzungen dcS Auschusses anschließen, deren Ab', ctttung sich während der Zeit der Uebernrhme deS Durgcnlandcs als notwendig erweist. Ton großdeut sch er Seite wirdvnlmgt, aus Anlaß drrUebernahme deS Burgenlandes denNation-lratfür einen der ersten Tage des September rinjubernfen. Die Angelegenheit der GehaltSsordervugen oer der chiedmcn Kategorien der Staatsbeamte«, derentwegen die Einberufung des Hauptausschusses crlordcrlich gewesen wäre, ist alb-fit, indem bie Forderungen der Staatsbeamten als bewilligt erjchrinen. Neuerliche GehaltSfvrderungen verschiedener Kategorien der Staatsbeamten werde« wieder im nächsten Monat gestillt werden und die bezüglichen Vorschläge der Staats!) canttenorganisatlonen befinden sich «och im Stadium der Vorberriüng. __ Der österreichische Gesandte in Berlin. Berlin, 22. Angust. (Wolfs) Der österreichische Gesandte Riedl ist nach Bnl'n zurückgekehlt und hat die Leitung d:r Gesandtichast wieder übernommen. Telegramme. Der Hungertod in Rußland. Selbstmorde. — Deutsche und englische Hilfe. Die Gelehrte«. Moskau, 28. August. (Funkipruch.) Im Gouvernement S t wropol süld alle Herbst- und Frühjahrssaaten ebenso wie dgs. Vichsutter zugrunde gegangen. Das Gouvernement b-^tigt 30 Millionen Pud Brvtfrrrcht. Die Ta tu re lirepublik kann ihre Bevölkerung im besten Falle bis 1. September ernähren. Der Bedarf beträgt 34 Millionen Pud Brotgetreide, während die Ernte kaum 5 Millionen Pud ergab. Falls jedoch der Fehlbetrag nicht schleunigst geli.'ftrt wird, sieht die Bevölkerung einer grauenhaften Zulnust entgegen. In Ufa sind die FrühjahrSsaattn ja niedrig, daß sie nicht einmal mit der Sichel geerntet werdru lunnen. Der Hunger treibt die Bevölkerung vielfach zu Selbstmorden. , In P.'t:rsb.urg trafen zwei! deutsche und ein englischer Dampfer mit landwirtschaftlichen Geräten, M'hl. Steinkohle, Salz, Fleischkorrserven, Suse, Spiritus und anderen Waren ein. Auf dem Landweg wurden 23 Waggons landwirtschaftlicher Geräte und 17 Waggons Lebensmittel eingeführt. Beim MM«irer Sowjet &mrbc eine Kommission znr Verbesserung der Lebenslage der Gelehrten und znr Förderung geistiger Kräfte gebildet. Vorsitzender dieser Kommission, . der auch Gorki angehört, ist Krassiu. Das russisch - amevikanifche Airfsabkommen Riga, 22. August. (Funkspruch.) Das Abkommen zwischen den Vertretern der Sowjetregierung und der ameriianifchen Delegation über die Hilfeleistung für Rußland ist unter folgenden Bedingungen abgeschlossen worden: Die amerikanische Kommission erhält alle Privilegien, wie sie den diplomatischen Missionen eingeräumt sind. Sie wird das Recht haben, jeden, dev ihr geeignet erscheint, sowohl in Rußland als auch außerhalb Rußlands in ihre Dienste zu neiim.'n. Sie wird ihre Hilfsmaßnahmen nur den Kindern und den Kranken zuk'mmen lassen. Di» Amerikaner verpflichten sich, in Rußland keinen Handel zu treiben »nd sich jeder Handlung zu enthalten, die einen politr'schon Charakter tragen könnte. Falls die Sowjets ihren Borpflichtungen nicht Nachkommen sollten, wird die Kommission die Verteilung der Lebensmittel zeitweilig oder endgültig einzustellen berechtigt sein. Beteiligung der italienischen Anden an der Hilfsaktion für Sowjetrntzland. Rom, 2P August. (Jiid. Korr.-Bur.) Der italimischc Füriorgeausschuß für jüdische Emigranten hat dcm italimschen Roten Kltuz seine Mitarbeit an der Hilfsaktion Zugunsten SowjetrußlandS »»geboten »nd ihm -,»i diesem Zwecke seine Organisation zur Bersügvng gestellt. Balfoiir in Gens. ^^i.don, LS. August. (Tel-Komp.) Baiou. hat P i;.aiii> ve lassen, um sich znr Teilnahme an dcr am 2?. August in Gens statifiudeuden BöltubundSversaiumluvg v» beaebcu. .. .! Ofijek, 20. August. Der heutige „Hrvatski Glas" bringt folgenden Artikel: Die Furcht vor Hvrthys Terror zwang die bedauernswerte Bevölkerung der Baranya, besonders Fünfkirchens, zur verzweifelten Flucht. Alles, was konnte, flückMS mit dem heutigen Zuge nach Osijek und ließ sein Heim mit Hab und Gut zurück. Hunderte und Aberhunderte gelangten mit dem heutigen Fünfkirchner Zug hier an, um da Zuflucht, Schutz und Rettung vor den grausamsten Menschen des heutigen Tages zu finden. Die Flüchtlinge wurden in derOberstädter Volksschule uniergebracht, welche bis auf das letzte Plätzchen besetzt ist. Unter den Flüchtlingen hat die Mehrzahl Hvrthys Greueltaten schon am eigenen Leib verspürt. Die Flüchtlinge jtnb von der Angst erfüllt, daß Horthy ihre Auslieferung verlangen werde. Sie beklagen nicht den Verlust ihres Vermögens, welches sie in Pecs hinterließen, nicht, daß sie voraussichtlich eine längere Zeit ohne Lebensunterhalt bleiben werden, sondern bedauern nur jene Unglücklichen, die in Fünfkirchen znrückblieben und so Hvrthys Verfolgungen ausgesetzt werden. Sie werden sehr viel von Horthy leiden müssen, dem nichts heilig ist, der ihr Heim, ihr stilles Familienglück und ihre Existenz zerstören wird, wie er es bisher in ganz Ungarn tat. Die Angst, besonders in Fünfkirck^n, ist unbeschreiblich, wo schon morgen Horthys „Weiße Garde" einziehen wird. Mit dem morgigen Frühzug wird noch eine Anzahl von Flüchtlingen hier eintref'en. Die S a tgemein e votierte als e ste Hi ft 40.00.) Kronen für die Flüchtlinge. Die hiesige heutige klerikale „Hrvatska Obrana" berichtet: D'er Sekretär des Ministeriums für soziale Politik Milan Damj a no v ic brachte heute den ersten Transport von Flüchtlingen, welcher aus 30 Frauen, 144 Männern und 25 Kindern besteht. Unter dem Flüchtlingen befinden sich der beruhmie Gynäkologe der Mailänder Universität Dr. Santor Doktor, Ingenieur Steinetz, die Advokaten Dr. J-osef Flam, Doktor Im re Laszlo, Dr. Franz Fekete, der Richter Gustav Gebauer, Chefredakteur der „Fira" Dr. Jmre Ga rdos und Arzt Dr. Rado. Wie unser Berichterstatter vor Redartiotrsschluß des Blattes berichtet, ist soeben im Bahnhof ein Zug mit Flüchtling:» aus der Barauya eingetrossen. Der Transport besteht aus 20 Waggons, vollgestopft von Leuten, die sehr kümmerlich aus sehen. Freitag um 11 Uhr nachts kehrt ans Pecs ein Zug mit 6000 Seelen zurück. Besetzung Fünfkirchens. Budapest, 23. August. (Ung. Tel.-Kvrr.-Bur.) Mich, l den eingelangten Berichten hat sich die Besetzung! Fünfkirchens programmgemäß vollzogen. Um 12 Uhr; übernahm General Max on die Stadt, um 8 Uhr erfolgte der Einzug der Haupttruppen. Fünfkivchon, 23. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bur^ Der Bormarsch der ungarischen Armee aus dem von den Serben geräumten Gebiete geht planmäßig vor sich. Zwischenfälle sind nicht zu verzeichnen. Budapest, 83. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bur. — Nationalversammlung.) Abgeordneter Barla- Szabo interpelliert über die Besetzung der Baranya und bittet, die Regierung möge die Nationalversammlung über die Vorgänge bei der Besetzung orientieren, namentlich über die Maßnahmen, die gegenüber den Kommunisten getroffen wurden, sowi eüber jene Finanzmaßnahmen, die zur Sanierung der durch die Besetzung hervorgerusenen wirtschaftlichen Schädigungen notwendig seien. i Minister des Wußern Baron Banffy erklärt, daß er zunächst dem Haufe eine Meldung bezüglich des amerikanischen Friedensangebotes ecstai.en müsse. Die Regierung habe im Wege des amerikanischen Bevollmächtigten in Budapest soeben Kenntnis von der vom 17. d. M.-datierten Antwort der amerikanischen Regierung erhalten, derzusolge der Bevollmächtigte V e rhandlnngen zu pflegen und den Friedensvertrag zu unterzeichnen autorisiert sei. Die Bedingungen seien größtenteils denen des Trianoner Friedensvertrages kongruent. Was die Besetzung der Voran ha betrifft, weist der Minister auf verschiedene übertriebene und. lächerliche Gerüchte hin, die von gewisser Seite in Urnlanf gesetzt worden seien. Die Bevölkerung habe überall mit größter Begeisterung ihren patriotischen Gefühlen Ausdruck gegeben. Die Bestimmungen des Am ue stiege setzes würden auch aus das Gebiet der Baranya ausgedehnt werden und die Behörden die Brfugnis erhalten, von den Bestimmungen des Gesetzes freigebigsten Gebrauch zu machen und das Verfahren bereits im Stadium der Untersuchung einzustellen. Schließlich erklärt der Minister, daß die ungarischen Truppen die Rechtssicherheit verteidigen werden. Von Racheakten könne keine Rede sein. Keine Aendrrrmg irr der britischen " Pa!KsLina-Pv!iLrk. London. 22 August. (Jiid. Korr -Bur. Im Zummm nhcmg Ul-! dnn Eunüina de.' avablick-va'.ästmrnsijckm Dclrga! cn erfährt fcev ..Jc-v sh-Gi'ürdian" o, s bc'ier Qucll'. daß Mr Churchill fest evtsöi oMn ft. di' v--n ihm nMrn d iemetz lctztrn .Paläftma-Än'enlhal'lA c.ivu Nett:rn G; u n b I ä i; c Der bi r t rs Ä e n P o lrtik > n P al ä.ll,i na w fiter , n « f i « ch t .;u er!, aI I e n. Ebchjo . c fährt d rrrvanute Vl üt. daß das Koloaienn'U ftp'«in ' cl>r d e b wc. vo.> den durch Lir Hrrbert S a »i n c! in f.iiici' R b: mit 3. ^tt: i i ftgei-hie» Mich innen libzuwrlckcn. Die ARtw-rrt der srshischeKDslsgrrrto«. London, 2t. Aunn't. (Jüd. Koir Bin) Im Zusammenhana m-i iev Erklärung Dr. Weitz m a u n s. betr ffS einer eventuellen Konferenz w't drn Pra'-ern m P.tliistin.nAng'l^enheiten. veröffentlicht ba Sekretär der arabi'chen Dedgat'vn nachst hn d 8 Communiqnä: ..Dr. WeihtnaimS Plan e.n r arabsich'zivniftiichen Konfnet-i zum deS A'.'iciilrtfsts eines durch iü-rbar'n Nebernnkommens isi nicht neu. Die va'.ästinrnsiiche Bevölkerun« bat d.e Balfour-Drklaratiün nicht angenommen und will iie n'ri t annehmen. Sie hat druck i^vt Vntlklungen. Kougusie und Jnsiituliourn gegen die Bo.lfom « D-klaration wiederholt protellint, weil sie glaudr, daß die Bestimmungen der D r k l a r a t t o n sich ie bll wueispreä-en u->d bei der D u r ch« führnng nicht in Einklang gebricht werden lönnen-Dr, gegenwär ige «tt^citgc Zustand Paläsiinos und bte vor kurzem stat'. gesimdmen AnSsch:etwn(.en beweisen des zur Genüge. Die aiabtsche D legarion kann daher a«f der Grundlage der Balfour- Deklaratiön in kerne Berdantlungen treten. Di^ Delegatian ist nach England gekommen, um ihre Angekegcnhrii der bmifchen Reginting und dcr britischen OeffeiNlichkcit vormlegm d e Gefahr der Durchführung dieser Deklaration zu beweise». Di« Äbrüstu«gsko«?errnz. llvafhingto«^ SS. August. ^Reuter.) DaS Staats» drpattement hat eine Note des Staatsselielärs Cnnon erhalten, worin amtlich von dcr Te^nabmr Großbrwtnniens an der D» rüstungSkonferent Mitteilung gemacht wird. Atlantic Litq, 83. Äugusi. (Reute'.) Dct Arbeitrrführcr G o m p e r S machte davon Milteiiung, daß Präsident H a r d l » g ta» von den Arbeitern gestellte Anstichen, au' der Abrüstungskonferenz vertreten zn sein, zustimmmd beantwortet habe. Die Enlentetruppen für vderschlefie«. Dertin. SS. August. (Wolst.) Am 85 August w rden von Main, aus Verstärkuvgstruvpen jüc Obk'schleuen durch Deutschland transpo.türl «erden, und zwar werden auf Ersuchen der Entente Vorbereitungen getroffen für den Transport von zw , Bataillonen Engländer, 'ür bei; vier Züge bere'gestellt werden, und für e m Brtgaoe Fkanzofen. die in 16 Zii-m nach Oberjchlesien gebracht werden soll. Das Emigrationsb«rean in Neapel aufgelassen. ASM, D. August. lFÜd. Korr.-Bur.) Der italienische Fürsor e.möschuf; für die iübtfcl tti Emigranten hat beschlossen^ irm Bmen, n N e a P c l z« s ch l i e ß e n. Alle Emigranten (Sufn Igo), die fest Monaten sich in Neapel b fanden, wurde,r am 16. d M. abends auf Kosten US Aus chusseS nach S ü dc, nt e t i f q kiu,'t'chrfit. Um d e h e u notwendisen Mitt l zn ertangkn. war d-'r Ausschuß genvimgcn. nicht nur sem ganzes Baigeld zn v rw'nden,'ondern auch schult en im Betrag vo» etwa 120 CO Vit e zu macken. Da 'a§ Bn.eau m Neapel nicht mehr . Ui ton errn wird, so werden alle Emigrantelt sowie alle Füri.>'.gekonnt es kavor gewautt. nae'.' ^''üvrl?v/gehen, relpcklive Emi ranten gehen zn lasten. Die Emigration wird von nun an in T r t e ft konzentriert ©ine Sitzung der kleine» Entente Ende August? Mooka«, 88 August. (Funksplnch.) Im Ministe,rat tn , Bukarrst erklärte Take Ionescu, es üi die Aufgabe der, kleinen Entente, den Kampf mi> dem Kommunismus aufzunehmm. Ende August finde zur Erörterung diesrr Frage e:ne Znsammeu-;unft rnmänischer. 1 ckrcho - slowakischer, jugoslawischer »nd italienischer StaaiSmärmer statt. Der Eisenbahnerstretk 1» Pose« «nd Pommerellen. Dawzig, 22. Augun. (Wolff.) Der polnische Eisenbahnerstr ik in Posen und Pommirellen hat heute früh eingesetzt. Der; um 6 Uhr 86 Min. i,üd von Karthaus fahrplanmäßig abgehende Zag wurde noch abgtlaffm; eS wurden aber n»r solche Reisende: zur Beförveruitg zugklassrn. die dm Nachweis erbringen konn.eu, daß sie Dan-iger sind. Der Bahnhof m Karthaus ist militärisch. be.etzt. Indenhetze t« Horthy-Parlament. Budapest, 23. August. (Ung. Del.-Korr.-Bur.) In der heutigen Nationalversammlung fragt Abgeordneter B u d a v a r y die Regierung, ob sie geneigt sei, raschest eine Verordnung zu erlassen, wonach den ausländischen Juden in keiner einzigen Gemeinde das Niederlassungsrecht gewahrt werden dürfe, ferner, ob die Regierung jene Juden, getaufte Juden und Freimaurer, die in Staatsänitern, Schulen^ und bei Gerichten an gestellt seien, ihrer Stellen ent-! heben und durch christltchnationat gesinnte Personen! ersetzen wolle. j Ministerpräsident Graf Bethlen erwidert, daß! jene Verordnungen, die sich auf die E i n w a n d e r u n gj der galizischen Inden beziehen, noch in Geltung! seien, und daß er nicht geneigt sei, ein,' weitergehend^' Verordnung zu erlassen. Die ganze Frage könne nur 2