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Wiener Morgenzeitung · 1921-08-20 · Heft 921 (20.8.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 921 (20.8.1921)
Date
1921-08-20
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Myrge«zdttr»nK Kr 921 Wien. Samstag zu. August- 1821 mm «rUf ■ Die Forderungen der Bnndesangestettten. Der ständige Arbeitsausschuß der Vrvßvrganisation der fiundesangestellten ersucht unS um Aufnahme folgender Zeilen: ,Ge>genüber gegenteiligen Zeitungsmeldungen ersuchen wir, rstzustellen, daß die tu den letzten Tagen so viel besprochenen Forderungen der Bundesangestellten der Regierung bereits am 4. b. M., beziehungsweise am 9. d. M. schriftlich überreicht wurden, und daß die Verhandlungen über sie noch andauern.' Den an die irrige Darstellung, als ob 'olche Forderungen noch nicht vorlägen, geknüpsiml Filterungen, ist damit jeder Koben entzogen." « Die Verhandlungen über die. Forderungen der Staals- -eamten im Finanzministerium sind so weit abgeschlossen, daß der Le icht dem Finanzmimster Dr. Grimm vvrgelegt werden 'onnte, der sodann den Kabinettsrat informieren wird. Die Forderung der Beamten nach AuSbezablung der 3000 für August werden bewilligt werden, während die weitere Forderung mch einer Ausbezahlung von kl 900 abgelrhnt werden dürfte. Die Aufgaben der Donankommisfion. Berbefseeung der Schiffahrt. Prag, 19. August. Das „Prager Tagblatt" berichtet aus P r e ß b u r g:' Einem Berichterstatter gegenüber erklärte das Mitglied der Donaukomnussion Troubridge, daß er die .Hauptaufgabe der Kommission in der Verbesserung der Donauschisfahrt. sehe, und zwar in einer Fahrtverlürzung, die am besten durch Zusammenlegung der Zollämter an den Grenzen und durch den Ausbau des durchlaufenden Personenverkehrs zu erreichen sei. Das letztere sei bereits bis Belgrad durchgeführt und werde binnen kurzem bis nach Rumänien ausgedehnt werden. lieber die Wahl. Pr«ßburgs als Sitz der Donaukommissiou äußert« sich der Admiral, er sei der Ansicht, daß der Sitz dieser Kommission unbedingt in einer Hauptstadt untergebracht sein müsse. Bevor die Donaubommission auf die Dauer von fünf Jahren nach Preßburg übersiedle, müßte sie sich mieden tschecho-slowakischeu Regierungsstellen ins Einvernehmen setzen, um zu erfahren, was sie dort erwartet Speziell auch die W o h n u n g S-. frage müsse entsprechend geregelt werden. Der Grenzverkehr zwischen Oesterreich nnd^ Jugoslawien. Wie unS ans Belgrad gemeldet wird, hat die jugv'lawische Negierung dre Vermittlung detschechischen Ministers Doktor B e' n e s ch in dem Streit über den kleinen Grenzverkehr mit Oeiicrrrich angenommen. Die Belgrader Negierung will bei dieser Gelegenheit alle strittigen Angelegenheiten an der öst rrcichischen Südgrenze aus der Welt schaffen. LelegMMme. Teilweise UeberwKlznng der Kriegsschulden Deutschlands aus seine Verbündeten. Paris» 18. August. (Privat.) Der»TemvZ" berichtet von einem auf der Finanzkonfeienz der Alliierte« in Paris angeblich gefaßten aber nicht veröffentlichten Beschluß, weicher eme lieber* Wälzung eines Teiles von Deutschlands Kriegsschulden aus seine ehemaligen Verbündeten bezweckt. Nach diesem Beschluß sollen 'ofoit BonS bis zur Höhe von 12 Millionen Goldmarx he?ausgegeben und an die Kriegsgläubiger Bulgariens, Ungarns und Oesterreichs als Ersatz für deren Forderungen onteitt werden. Deutschland hat diese Bons im Nahmen der ihm anserlegten Kriegsentschädigung von 192 Millionen Goldmark an die Alliierten einznlösen. Der „Temps" protestiert heftig gegen dev geplanten Vorgang. Er schreibt: Wenn das ausgeführt wird, ergibt sich folgendes: Wenn Deutschland die 132 Millionen bezahlt, die ihm aufeilegt wurden, trägt es nicht nur die eigene Schuld ab, sondern auch die seiner Verbiindeten. Scine Schuld wurde nnr mehr 120 Millionen betragen. Besiigl ch der 18 Millionen, welche es für seine Verbündeten zahlt, ‘fönnie eS sich bei Gelegenheit bei diesen bezahlt machen. ES hätte ihnen gegenüber jedenfalls ein Pressionsmittel. Kommunisten und DenLschnativnale. Rauferei in dev Berliner Stadtverordnetenversammlung. Berlin, 19. August. Nachdem die Stadtverordnetenbeilammlung in der gestrigen Sitzung, der M igistratsvorlage entsprechend 100.000 Mark für die R o l l e i d c n d e n in Sowjetrußland gegen wenige Stimmen bewilligt Halle, beantiagien die Deutschnationalen, auch den Betiag für das Oberschlesier -Hilfswerk voll 10.000 auf 100.000 Mark zu erhöhen. In der Aussprache bezeichnte der Levtschnationale Stadtverordnete Kimber G als eine bo oenloje Frechheit, in einem deutschen Rathaus für die kommunistische russische S ch w c i n e w i r t s ch a s t einzutreten. Daraufhin sprangen die Kommunistin von ihren Sitzen auf drangen zur Rednertribüne vor und der kommunistische Stadtverordnete G o l d b a ch packte den Redner und s ch l u g ihn ins Gesicht. Nach diesem Auftritt verließ der gesamte Magistrat bis aus ei» kommunistisches Mitglied den Saal. Die Sitzung wurde hieraus auf zehn Minuten vertagt, der Antrag dcs Deutschnationale» Kmbel konnte aber nicht zv Code beraten werden, weil die Strrrmszeuey auch «ach Wiederaufnahme der Sitzung andewerteri. Die antizionistische arabische Delegation in London. Lonidvn, 18. August. (Tel. -«er „Wiener Morgemzeitung".) Die hier eingetroffene arabische D e puta t i o n aus Palästina hat behauptet, auch im Namen der eingesessenen jüdischen Bevölkerung Palästinas, welche gegen den Zionismus sei, zu sprechen. Nun ist bei der englischen Regierung ein Telegramtn des spanioliichen Oberrabbiners und der jüdischen Gemeindevorsteher aus Jerusalem eingetroffen, in welchem energisch gegen die Behauptung Stellung genommen wird, daß auch nur ein Teil der palästinensischen Judenschaft die Forderungesi -er arabischen Delegation unterstütze. Im Gegenteil, alle Juden Palästinas sind einig und fordern die Schaffung des jüdisch nationalen Heims. In Petersburg ' trafen zwei bvulsitzo, Dampfer ein, von denen der eine unter anderem Medikamente, der andere landwirtschaftliche Geräts brachte.? Die französischen Arbeiterorganisationen häben beschlossen, den Lohn eines Tages, für Rußland zn ofcfen® Rumänien gegen die Flüchtlinge. Bukarests 19. August. (Fuukspruch.) Der sterrat hat gestern beschlossen, keine russisches Flüchtlinge nach Rumänien zu lassen und jenem;• der zahlreichen russischen Flüchtlings, die sich bereits^ - in Beßarabien befinden und deren Anwesenheit unerH wünscht ist, einen zwangsweisen Aufenthalt in anderen' Teilen Rumäniens anzuweisen. König Alexander. Landungsverbat in Konstantinopel. KonstaMnopel, 15. August. (Jüd. Korr,-Bur.) Die interalliierten Oberkommissärs erließen ein Landungs- Verbot für solche Personen, die nicht über genügende Mittel zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts verfügen. Da hiedurch eine große Anzahl jüdischer Flüchtlinge betroffen wurde, wurden Schritte unternommen, um für die mit Empfehlungen von lokalen Palästina- Aemtern, bezw. vom Joint Distribution Committee versehenen Flüchtlinge die Erlaubnis zur Landung zu erwirken. Die Kontroverse Untermeyer— . Morgenthau. New-Ke.k 17. August. (Jüd. Korr.-Bur.) Die ganze amerikarüsme, sowohl jüdische als auch nichtjüdische Presse, einschließlich des „New Aork Herald", „Sun", „Tribüne" und „WorK", bringt an führender Stelle Untermeyers Antwort auf den im„World's Work" erschienenen Artikel Morgenthaus gegen den Zionismus. Der Artikel .Untermeyers rief eine ungeheure Bewegung in ganz Amerika hervor. Araber bitten um hebräische» Unterricht. Jerusalem, 19. August. (Jüd. Korr.-Bur.) Ein« Anzahl von arabischen Eltern aus Hebron hat sich au das ErziehungsdepartemL,ttt der Zionist Commission mit der Bitte gewendet, ihre Kinder in die hebräische Schule rn Hebron senden zu können. Sie sprachen der zionistischen Kommission im vorhinein . ihren Dank aus. Der Bitte wurde siattgegelwn. Prügelet zwischen Mönche« in Jerusalem. Rom, 19. Anguss. (Fi'.nkspruch.i Nach Meldungen aus Jemsalem kam eS zwilchen den Franziskanermönchen, d,e da« heilige Grab bewachen, und k o P t r i ch c n Ordensgeistlichen. die htien Durchgang durch das Heiligtum verlangten, zu ernsten Tü;l,chke:len. Die ostgalizische Frage vor dem Obersten Rat? Ezerrrewltz. Ist. August (Westutr. Breffellg ) Wik die „Czernomitzrr Ztliung" aus zuverläistfl'r Quelle eifkü rt. w-rd der O b e r st e R a l in seiner nächilr» Sitzung über die ostgallzische Frage rnt'che den. Das polnische Friedensheer. Warschau, ist. August. (Tcl.-Komv.) Das zukünftige polnische Fiirdcnsheer soll nach girier Acn'irrung des polnischen Kriegsinimstclö vor dem Lanttage 17.^00 Ossiz r«. 870000Mann und 80.000 Pstrde stark sein. Das Heer dürfte sich voraussichtlich in 25 Jnsantelierivisioneri und )0 Kavallerieb.igarden gkicdern. Als oberste Kommandobehöide wird im Frieden das Kriegsmlnisterium fmigici cn, bem drr Gmeiaistab unter stell: 'st. Nhallys im Sterben. Athen, 19. August. ^(Havas.) Der Zustand des erkrankten früheren Miilist«rpräsidellt«n Rhallys ist hoff.mngsloä. Exka ser Wilhelm soll ausgeliefert werden. Washington, 19. August. Evttlsprnch.) Nach einer Londoner Meldung verlangt; Bottomlet im englischen Unterhaus, Holla,rd soll« anfgefardert werden, d^n deutschen Er" kaiser auszuliefern. Die Bermogrnsadlösung des Grundbesitzes in Ungarn. Budapest, 19. August. (Ung. Ael.-Kare.-Wir.) Die Nationalversammlung hat die Borlage über die Bermög'ensablösung nach I „r m o b i l i e tt Mit einigen untvcsentltche« Abänderungen in zweiter Lesung angenommen. ° Hilfe für Rußland. Vesgvad, 19. August!. £*t König wird sich wahrscheinlich 'einer Blinddarmoperatiou unterziehen müssen. Vorläustg ist das Befinden des Patienten unverändert.^ Die Leibärzte des Königs, Dr. Sabatin und Doktor:' Ko en, sind nach Paris avgereist. Tagesbericht. Der XI l. Zionistenllongretz. Nachtrag zu de» Peranstaltnngen. Außer den bereits bekanntgegebenrn Veranstaltungen sind noch folgende Vortragsabende angesetzt: .; Dienstag. S September, abends 8 Uhr, Nezitationsabeub L- R o s e n, Biblisches Programm. Mittwoch. 7. September, abends 8 Uhr. Vortrag Dr. Mär B r o d. ^Heidentum, Christentum. Judentum^. Ordner-ienft. Diejenigen jungen Zionisten, die bereit sind, sich für dm^ Ordnerorrnst (Bahnhojdienst, Schalterdienst n>w? zm Verfügung^ zu stellen, werde» gebeten, möglichst einige Tage vor dem Kongrest in Karlsbad einzatreffen und sich pe,fönl>ch im Kongreßbureau zu melden. Den Ordnern werden Rerse- und Aufevthalsspesen licht vergütit werben, dagegen melden wir billiges Ouartier und . lüHtfle Verpflegung für sie bereitsteüe». Anmeldungen sind sofort an unS zu richten. Billige Küche. Für mmderbemitlelte Kongreßteilnehmer sowie für Ordner, Studenten und Arbe,ter ist vom Konglevdnreau im Saale des Iüdsichen Hospizes eine billige Küche ringe'ichtet. wo für 1'5 L^neTagesverpsleoung. bestehend aus Mittagessen und Nachtmahl verabreicht wird. Diejenigen Kong,eßieklnehmer. die glauben, auf diese Dergünst'guug Anspruch erheben zu können, müsien dies, durch ein Zertifikat ihres Landes- oder Sonderverbandes nachl weisen, auf Gruud deffen sie einen besonderen Ausweis vom Kongreßbureau erbalten, der sie zur Teilnahme an den .bllligen Mahtzeiten legitimiert. . , Bureau de? XII. ZiomstenkongrefseS Karlsbad Schützenhaus Telegrammadresse: Congrezion Karlsbad. Weltkonfarenz des jüdischen Ratio«»Ifo«ds. , Am 88. bis zum SO. August tagt in Karlsbad d>e Weltkonierepz des Jüölscheu Natronalsonds, welch?, sich hauptsächlich mit der Schaffung der landsmannschastlichen Kolonren und einer neue» Konsiitu'ion für den Jüdischen Nationalsonds befaßen wird. In Vertretung Oesterreichs werden an dieser Konferenz Adolf Böhm, Pläsivent d:r"Reichsleitung des Jüd.scheu Nationa fvndT in Oesterreich, Ingen cur Johann Kreme« nezktz, Mitglied dcs Dnelloriums des Jüdischen Nttional-- lon>s und Dr. Wolfgang W e i s l. Leiter' der Zentrale des Jüdischeu Nationalsonds in Oesterreich, teilnehmen. ) Die Kongretzwahlbewegung. Jeeuralem, 17. August. lJüd. Korr.-Bur.) Die Kongreßwählen riefen unter der jüdischeu Bevölkerung sehr lebhaftesj Inte, effe hervor. Nebst den Wahllisten der Arbetterparteie« und des Milrachi wurde eine Kandidatenliste unparteiischer Wähler und eine andere der Organisaüvn B'nei Benjamin eingebracht. Auf der Liste der Unvalteiiscken befindet sich auch James d^ Rothschild, während bei den B'nei Binjami» Louis B r a n d e i s auf der Liste figuriert. Jerusalem, 17. August. (Jüd. Korr.-Bur.) Die Hitachduth Haitar:« W'haironim b'Erez Israel (Vereinigung der Kolonisten^ und der Stadtbewohner Palästinas) überreichte dem Zionisteukongreß ein Memorandum, das sich gegen die bisherige Tätigkeit der Zionist CoMwlfsivn wendet, die den M i t l e l st a n d in jeder Hinsicht vernachlässigt, die Privatinitiative nicht gefördert, die Meinung und die fachmännischen Ratschläge der jüdische» Bevölkerung PatästinaS ignoriert und überdies es nicht verstanden habe, freundschaftliche Beziehungen zu de» Arabern herzustellen. Das Mcmvradum drückt auch die Erregung des Jischub gestkn die zionistische Leitung wrgeu der Spaltnng nt der amerikanisch-zionistischen Partei aus. New fyoth, 17. Apgust. (Züd. Ko,r.-B»r.) Die Wahlbeteilrgung zum Kongreß war im ganzen Lande eine überaus rege. Bisher sind die Namen von SS gewählten Delegierten veröffentlicht worden. Mo S.m, 19. August. /Funkspruch.) Aus Zaxizyn wird gemeldet: Die Hilfeleistung schreitet langsam vorwärts. Statt der erforderlichen 350. Waggons täglich, wird kaum ein kleiner Bruchteil davon befördert. Auf der Wolga wurden bisher 100 Waggons Getreide abgefertigt. Die österreichische« Delegiertrn auf dem Zionistenkongretz. Am Grund k«K vor der Wahl zwischen den drei Liste». eci zielte« UebcmukommenS wird her Oesterrrichische zionistisch» Lsntzr-verbsud a»s de« Kongreß durch di« folgende» Delegierte^ IAM & FRIED «LUntiVlnuUiU.lBlM' in Chiffon und Lelnopwaron fladen Sio jetzt infolge vorzeitig eingedookten Vorräte* und kleiner Regien bei m

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