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Wiener Morgenzeitung · 1921-08-19 · Heft 920 (19.8.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 920 (19.8.1921)
Date
1921-08-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Me wsr ^menryffmqr wcorgerrzertmig &;'9tsstrmf m u 8, die ste aus den Büchern thtes Meisters geschöpft haben und die dieser unermüdlich auf de» deutsche» Büchermarkt warf, als der JdealismNv ihm noch als „made in gerraany“ galt. .. Die SmnahmeN des JÄdischenNüLionalfonds in Oesterreich. 1. Jänner bis 15. August 1921 gingen für f.eu. Jüdischen ^'ationalfonds tu Oesterreich. 3,584.117.36 . tfcoii;n ein. In der gleichen Zeit des Vorjahrs wurden 868.51 Kronen eiixgelwmmen, so daß Heuer mehr als das. V i e r f a ch e des Vorjahrs einging. Dunes LZacksMm wird jedoch durch andauernde Lin?.-!, aer Valuta zu einem güten Teile' kompensiert. Jan» Austria. .Bis zum 15.. August sind insgesamt. 2,076.000 Krvu'.ü.für de» Jaar Austria und 188.0.00 Kwnfn für die allgemeine Bau in spende bei der Zentrale des Jiihisch?n NatioUalsyxids ein gegangen. Jus gesamt sind daher bis' jetzt für den „Wald £ Österreich" rund 22.600 Bäume, gestiftet worden. Da oi? vom.Hauptbureau perlangten 10 Mllioneu Kronen bis zu dem verlängerten Termin nicht, ansgebracht werden können, muß eine Erhöhung der Baumspetxde von, 1-). September an erfolgen, die eine Äxxgteichung axx die tatsächlichen Kosten einer . Baümpftanzung in Palästina herbeiführenb nnd rvahrschemlich. 500 Kronen weit übersteigen rpird. Die Zentrale des Jüdischen Nationalfonds bittet daher um unverzügliche Ablieferung aller Spende« und Ergänzung aller Gärien, da «ineweitere Verlängerung der Aktion für den Jaar Austria mit der Einheitsspende von 100 Kwnen unmöglich ist. __ Der ^ZalLstina-Aufbaujouds. Eine Sammlung Rew-Dorker Ka»fle»t». . Ans N e w - A 9 11 wird ttnS berichtet: Die Verewigung amerikanischer Kaufleute ^Coldr>dne Street", zu der Detaillistenünd Grvfftstm gehören, hat im Monat'Jnü eine große Kampagne, cngeleitet, um für den Keren Hajessod 1 Million Dollar au'» ^ubiingen. .0 Der Fonds Übernimmt di« Hilfsvereinsfchnlen. Wie uns auS Jerusalem berichtet, wird, ist die lieber« ahme der palästinensischen Schulen des Hilfsvcrems der deuten Juden.durch den Keren Hajessod Ende Juli feierlich llzogen worden. Wie bekannt, hat der Keren Hajcffod die chulgrundstücke mit ihrem ganzen Inventar käuflich erworben. lich der hebräischen Sprache bedient. Auf "diese Weise haben wir es erzielt, daß die meisten Schüler nach siebenmonatögenr Unterricht bereits Hebräisch sprechen. («irrige-schreiben sogar schon hebräische Erzählungen,oder, hätten Reden in-hebräischer Sprache), so das; wir uns zu der-Annahme berechtigt fühlen, daß nutfer Vorsatz wirb verwirklicht werden können. Die schwierige Lehrerfrage - sucht die „Tarbuth" dadurch zu lösen, daß sie die an dieser Schule füngierenden jüdischen Lehrer verpflichtet, in - einem' firr sie errichteten Kurs, intensiv Hebräisch zu lernen, damit nach Ahlaust des" Deynins sie selbst ihre Gegenstände' in. -hebräischer , Mrache - vortrage,t können. ' r; ■?. i ,'„vü 2Bit sehen nun, daß schon w^gen her ernsten Absicht der Hebrälsierung diefe^.Schul« ivichtig.nntt für alle Länder, die bisnun so assimiliert waren wie Siebenbürgen, Vorbild-- lich ist. De Leitung der Schule ist auch bestrebt, die Schule in eine Arbeitsschule umzugestalhen und .so den Ideen der neuen Erziehung und den Bedürfnissen des jüdischen Volkes Rechming zu tragen. Leider ist dies wegen der' prekären finanziellen Verhäitttisse .noch Nicht gelungen. Außer dieser „Tarbuth"-Mittelschnle. gibt es noch in Klausenbnrg einen hebräischen Kinder gärten, wo 70 Kinder spielen, inid zwei Volksschulen, welche den beiden Gemeinden — der , orthodoxen und der «eölogeil -- gehören. Wie die Mittelschule, so müssen.auch die Volksschule«, aber noch tn einem.kürzeren Termin, vollkommen hebräisiert oder rornanisiert werden. ... Wenn man bedenkt, dgß in dv^r. oben genannten Schulen insgesamt zirka 1200.Schüler und Schülerinnen einewirklich jüdische Erziehung genießen, so kann man ,sich leicht »vorstellen, von welch großer Bedeutung dieses Schulwesen für die Zukunft der jüdische« Bevölßerung Klaufanbnrgs werde« kann. ' Um dem Mangel an hebräischen Lehrkraft« radikal entgegenzutretcn, hat die „Tarbuth" auch ein Pädagogium errichtet, welches sich aber noch im Anfangsstadium befindet. Das jüdische Schulwesen in Siebenbürgen. * Zu unserem Artikel über das jüdische Schulwesen in RlMästien,' 'dcht wir am 12. d. M. veröffentlichte«, sendet uns Herr Zwi In selch in Klausenburg die folgende interessante und, mitteilenswerte Ergänzung-: Nach der Okkupation Siebenbürgens durch Rurnänren wurde hei der großen Mehrheit der. jüdischen Bevölkerung das Nationalgefühl-starst geweckt, was sich in.der'züonistlstheu Arbeit und insbesondere in der jüdischen Erziehung ausdi-ückte. Die „Tarbuth", ein von der rumänischen Behörde iauktionierter Schul-Landesverband, hätte es "sich zur Anf- :}abr gesetzt, im ganzen Lande hebräische Schulen zu gründen. Ter erste Schritt war die Gründung einer jüdischen vier- Naisjaeu Mittelschule für Knaben und Mädchen in Klausen* b u r g^der von der rumänischen BeyörG sogleich das Oeffenti ichkeitsrecht erteilt wurde. Es. wurde nur die Bedingung qe.ste.llt, daß im Laufe von fünf Jahren die Schule volllommen hebräisiert oder romanisiert werde. Wir hebräischen Lehxer haben äs mmunternommen, diese Bedingung im Siilne der, Hebrälsierung zu erMlen nstd haben alle Mittel angcweudet, um den 300 Schülern' und Schülerinnen die stenstinis her hebräischen Sprache schnellstens beizubringen. Wir haben in den ersten Monaten auch in. den Religioliksiutubeit nur die hebräische Sprache unterrichtet;, wtr haben den „Haschachar", eine hebräische Schülerverbrudung, gegründet und im Verkehx mit den Schülern haben wir uns aus sch liest-- Verirrt. In der Stadt, in der ich nun schon jahrelang leben muß, gibt cs wohl kaum einen Ort, den ich nxcht kenne, wiewohl keiner mir irgendwie verbunden ist, denn diese Stadt ist mir innerlich fremd, wie mir ihre Menschen iremd sind, ihre Häw'er und die Freuden tn ihnen. Aber gleichviel, ich bin gewohnt, drrrch diese Gassen zu gehen, tagaus und tagein, und . wenn mich auch oft, da ich, irgendeinem Geschäft uachgehend, sie durcheile, plötzlich unbarmherzige Sehnsucht ergreift nach der unbegrenzten Weite der Wüste, nach Menschen, die mir nahe waren und nach der Sonne über den Palmen, finde ich mich dennoch « diese» Straße» zniecht und gehe ohne Ueberlegung zum Ziele. Einmal aber hatte ich ein sonderllares Erlebnis. Ich hatte etnen Mann zu besuchen, der im Hanse Pforte deS Himmels wohnte. Olt war ich schon bei ihm gewesen u»d der Weg zu ihnt war mir bekannt. Dieses Mal aber hatte Mich ein rigentömlrches Gefühl umsponnen, alte Erinnerungen waten sehr lebhaft m» mich und als.tch plötzlich aus meinen Gedanken ausblickle, fand 'ch mtch in einer Gegend der Stadt, die mir vollkommen, nnbetännt schien. Kleine, enge Gasse umgab mich, rechts und lmks waren dunkle, alte Häuser, auderen Toren sonderbare Menschen kamen und durch die groß:Sülle, die um «ich stand, hallten meine Schritte, laut vor mir her. als wollten ste irgendeine Brrgangenheit auswecken. Die Gaffe bog sich, ich schritt unter rauchgeschwärzten Schwibbogen durch, in eine Gaffe, die der ersten glich, durchschnntt auch sie und noch andere unh stand mit einem wieder in der ersten Gaffe. Ich war im Kreise herumgegange» und fand keinen Ausweg. Svcderbare Menschen gingen an mir vorbei. Ein Schielender ging mit einem Buckligen. Ein Lahmer saß vor einem Tor und sah aus einem schiefgezocenen Gesicht durch eine schwarze Brille in das Stückchen Himmel, das zwischen den eng gegenübttfiehende» Giebeln h>ng, und ein uraltes mhnloses Weib blickte bös aus einem Kellerfenster hervor. Leises Frösteln glitt über meinen Rückeit und ich versuchte zu ffiehen. Aber hoffnungslos trieb ich «ich im Kreis herum. Scheu vor den Menschen hier herum stand auf in mir und hinderte mich' fie tmt den Weg zu fragen und ich erwartete, daß plötzlich aus irgend! i»cm Haustor ein Alter käme, der seipen Kopf vor sich herrolle... An einem Belhause kam ich vorüber. Leise blieb ich stehr». Wollte emtreten. Aber e« »«-! Man» blickte mich streng an und hob die' Hand, als wollte er meinen Eintritt verhindern. Sy« Kleid war das eines vergangene» Jahrhunderts and sei» Gesicht war das eines, der die spanische Krause «nd glühacke Kohkais, und alle Instrumente der Folterung gekostet hatte. Ei»er vo« de« verbrannten Bökern l kam es m meine Erinnerung, aber feteef Verwunderung, ihn hier, m meiner Zeit zu treffe», kam i» onch,! nur Scham, so wenig für meine Brüder, so wenig für die Lehre gelitten zn haben. Ich ward traurig »nd mit traurige« Blischritt ich «eller, nachdem ich alles Geld, das ich bei mir hatte, in die Kiste geworfen hatte, die vor den SynagogenW» «fgestellt war für die Armen der Gemeinde. Ich versuchte weine Schritte z« beschleunigen, es wk mir aber mit einem Male, als hielte mich etwas von Hinte« zurück. Vor dem breiten Tor eines Wirtshauses blieb ich stehen. Eine Katze saß da in einer Lichtinsel. Näher wat ich, «n daS Tier zu begtüße». Da kam ein großer Ma«n aus der Türe, a» dem nichts Auffälliges zu sehen war, n«r eine lange, weiße holländische Schiffcrvfeif« in einem reten Gesicht. Als er vor mir stehe» bliev und in die Sonne blickte, sich vergewsffernd, wie hoH et an der Znt sei, sprach ich ihn an: Könnt ihr mir nicht sage», wie, ich znm Hause. Und da ich 38 ihm sprach, hackte »»ich plötzltch die Erinnerung Verlagen und ich wußte »ich», wohin ich' hatte gehen wollen, wußte nicht den Name» des Hauses, den ich hundette Male schon gehört hatte, u»d je «ehr ich a» ihn dachte, resto rmenideckbarer war er mir. Ich 8a»d «och vor de« Gasthaus, als längst schon, der Man« mit der Mländische» Pfeife. vtrschwunden war und dachte und dachte nach, doch kein Gedanke stand in mir ans mrd ich schritt im Kreise »vetter, verzwcifckt, ohne die Möglichkeit zu finden, durch eine einfache Frage «ich -»befreien. Ich weiß nicht, wie lange ich nmhergeirrt bin. Die Sonne stand schon schräge, <cks ich «ich plötzlich 1» einer »nr bekannte» Gegend nnederfaud, und im gleiche» Augenblick fiel mir ein, was' ich gesucht hatte, «nd leicht fand ich den Weg znm Hanse Pforft des Himmels. Wiewohl es sich um eine wichtige Sache handelte, waren meme Gedanken nicht bei ihr, als mein Mund mit da» Manne, bent mein Besuch galt, sprach. Ohne Unterbrechlmg dachte ich a» das Erlebte »nd wollte ihn fragen, ob er diese sonderbare»! Gaffen kenne. Furcht ober hielt mich zurück und ich fragte ih» nicht und so konnte er mir nicht lagen, wo ich gewesen war. Auf dem Mckwege versuchte ich die engen Gaffen wieder zu finden. Soviel ich aber auch suchte, stets blieb ich m bekannten Gegenden, «nd eS war, als hätte der Abend dir krummen Gaffm meiner scheuen Sehnsucht verschüttet Gerrr^ wäre ich noch einmal vor der Synagoge gestanden und w«y» mich auch der Alte fie nicht hatte betreten laste«, wäre es mir Trost gewesen, vor ihr zu stehen und mich in str hineiuMidrnke», mich bereit zu erklären, alle Leide» der Vergangenheit «rd der Zukunft ans mich z« nehmen. Nie wi^rr fand ich die Gaste», den» ich war stetbereit» ste z» finde«. Enge» Höflich, * Die beft-ekannte Spevttionoftrma «rthnr Wolft man». I., Neutorgaste t, übernimmt zu günstige» Konditionen Eilgutiendungm nach allen Lander» »nd ist infolge Neuorganisation 1» der Lage, Aufträge raschest m effektuter««,. mSbkfondere Sendungen nach Polen und der Bukowina. Für dm Verkett nach Czernow'.tz hat genannte Ftrma eine eigene Ableilmrg errichtet und geh« wöchentlich drei Separatzüge nach dort ab. * TodrSfall Dienstag bm 16. d. M, verschied hier Herr Jakob Kön'gfest im Alter vo» 84 Jahre». DaS Leichenbegängnis findet hmte Freitag nm 10 Uhr vormittags ßatt. * Praktische Andenken. John Nockefell«, der amerikamsche Milliardär, hat einst in Göttin-« studiert. Jüngst hat er m treuem (Beben!« an die Stätte seiner Studienzeit dm Ort wieder besucht »nd eS auch nicht »«säumt, einige Erinnernngsgegenstände zu «werbe». Mit dm üblichm farbig« AlbnmS, verSverziertm Aschenschalrn und dergleich« noch so sinnig« Kleinig* keilen gibt sich ein am«ikanischer Milliardär fteilich nicht «ch. DaS Svnvenier, das Rockefeller -ur Anffrischnng alter Stnde^tm-i ermmrungen «stand, besteht ans einigen industriell« tf«*«*' nehmungen am Harz und tn d« Nähe von Gött'mgm. Dies«! sinnige Erinueruvgsgegenstand hat allerdings d« Nachteil, daßer nicht transportabel ist. Aber ein richtig« Amerikaner legt anch! bei Objekten seiner Pietät wenig« Gewicht daranf, daß ste §(•; tragen werden können, als daranf, daß fie selber etwas tragen... zu., günstigsten Konditionen übernimmt Internationale Transporte Mrthur Woifmann &. Tel. 63-2-63 Wien, 9.| Neuthorgasse Mr.6 Tel. 63-2-63 9097

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