Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-08-17 · Heft 918 (17.8.1921) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 918 (17.8.1921)
Date
1921-08-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2979997--08467-2994624
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Nr. 91» Wien, Mittwoch. ,, ..c—- ---- © zmn Beispiel auch bei der Umwandlung der gewonnenen hochgespannten Elektrizität in eine für technische Zwecke brauchbare Snetßieform. ■ Von der Peripherie des Drahtringes sind mehrere radiale Krähte nüch dem Mittelpunkt ansgespannt, in dem auf diese sSeise die gesamte von den verschiedenen Sammelballons angevgene Elektrizität zusammenstromt- Bon diesem Sammelpunkt urs fließt die Elektrizrät zu der Umwcindlungsvorrrchtung und mi dort unmittelbar zu einem von Plauson erknndenen Motor >on besonderer Bauart, der auf diese Weise in Umdrehung nrsctzt wird. ' Zweifellos eröffnet das neue Verfahren, das den älteren Einrichtungen an praktischem Werte wesentlich überlegen ist, weite echnische und wirtschaftliche Ausblicke. Der Erfinder rechnet in »nrchaus nicht zu optimistischer Schätzung m«t einer l^Votflen;^:ANi üms> des Anlagekavirals bei Verwendung von zehn Sämmel- >allons. Selbstverständlich beschränkt sich das Verfahren nicht fma «ui die Sommermonate, da ja die Atmosphäre dauernd mit iLl^trizirät geladen rst. ___ * Evangelischer Seelenfang. Irgendeine protestantische Mission, die der Werbekraft ihrer Idee im eigenen Volk nicht .,uiz vertrau«, will sich wieder eirutml der Juden bemächtigen oiibirf) ausgestatirie Heftchen mit Bildern und begleckettdem Text n deutscher und jüdischer Sprache werden in den Strafen dere von Utoen starker besiedelten Bezirke in Mafien verbreitet. D.esekelhafte Aufdringlichkeit dieser Propagada verhindert jeden Eriolg. i'Z.r möchten aber doch darauf ausmersam Machen, daß sich, isirden trotz aller Not doch ihre Denkfähigkeit^bkwahren., Mast chade um das viele, Geld, daS besser für christliche Kinder zu -crwende« wäre. > r;; > * Iechefkeel Kotik gestoebe«. Aus Wa r sch an wird uis Ableben von Jecheskel Kolik .gemeldet. Kolik, der aus 'inem kleinen Städtchen in der Nähe von Brest vor Mehr Äs anem balben Jahrhundert nach Warschau kam, war eine der-bekanntesten jüdischen Typen War-chanS. In seiner Konditorei — Hatik betrieb sie lange Jahre auf den Nalewkr — versammelt^ ich in der zaristischen Zeit die jüdische Intelligenz Warschaus, der er vielfach Mentor mch Berater in ihren Bestrebungen war. Kotik. ein AaftlärerlypuZ aus der älteren Generation, schrieb selbst :ine Reihe von Arbeiten in hebrärscher und jüdischer Sprache, dieim .Hameliz" und anderen Blättern erschienen. Bekannt jst er durch eine „Lebensee'mnerungen*. deren drei Bande jetzt in deutsches llebcrtragung erscheinen. Mit Kotik ist ein origineller Typus des Warschauer jüdischen Lebens dahingegangeu. * Die österreichische« Gerichtsärzte fordern eine Erhöhung de» Teuerungszuschlages. Der Reichsverband österretchncker Aerzreorganisativnm hat dem Bundesministenum liir Justiz die von den österreichischen Gerichtsärzten beschlossen!n Forderungen üben eicht. In denselben wird''unter anderem verlangt: Ter Teuelungszuschlag «nd in dem Ausmaß erhöht, daß die Gebühren sich zum Einundeinhalbfachen der im Tarif vorgesehenen (also dessen, was am 1. März 1919 zugrstandrn war) ebenso verhalten, wie die gesamten Dienstbezüge eines verheirateten Staatsbeamten der 7111. Rangsklaffe mit zwei Kmderv m der Orisklaffe noch Wie» und in der Besoldungsstufe der Bezirksärzle auf dem Lande zu den Bezüge», welche ein salcher Beamter am 1. März 1919 hatte. Werden Äerzte au einem Orte außerhalb ihres Kreis- oder Landesgericklssprengels als Sachverständige verwendet, so erhöhen sich dre Gebühren auf das Vierfache. Falls, die Gerichtsärzte ihre Forderungen nicht brs zum 31. d. M. restlos bewilligt erhalten, so werden dieselben vom 1. September an keiner Ladung als Sachverständige mehr Folge leisten. . * Vom Jüdischen Rationalfonds. Donnerstag den is d. M. um 7 Uhr abends findet im neuen Lokal des Jüdischen Nationastonds. kl., Taborstrave 59, Mezzanin, eine wichtige Sitzung der leitenden BezirlSkommissäre WrenS mit der Tagesordnung: „Die zuküostige Arbeit des Jüdischen National«onds in Wien" statt. Alle Nationalfonds-Bezirkskommrssäre werde» trenndlichst ersucht, Pünktlich und zuversichtlich zu erscheinen. * Todesfälle. Hier verschied Montag den 15. d. M. v.rr Moritz Schauer, Kaufmann und Gesell!chafter der „Hansa", Internationale Sveditionsgesellschast, >m Alter von 14 Jahren. Das Leichenbegängnis findet heute 11 Uhr 4V Min. »ormitlaas statt. Ferner verichicdrv hier am gleichen Tage Herr Elras, -,K r t t f c I, Kaufmann aus Pistyn, im Alrer von >'6 Jahren und Herr Gerson P r e m i n g e r im 58. Lebenslahre. * Al» heute ne«r Straffend ahntarif. Heutp, Mittwoch, (ritt der neue Slraßenbahntarif in Kraft- Für Tagesfahrscheine bis 9 llhr 30 Min. abends ll 9; für Tagesfahrlcheme beim Schaffner K 10; für Frühfahrscheine (nur im Vorverkauf) X 0: für Kinderfahrscheine ll 2; für Abendfalnscheme von 9 Uhr l!0 Min/abends bis Betriebsschluß K 14; für Nachtsahrscheinc K 30; für Hinittifc Rückfahrscheine (nur Um Vorrerfdut) K 14. ' * Begräbnisse am heutige« Tage. A l t e r Friedo s: 10 Uhr Dr. Josef Menkes. — Neuer F,r i e d H o f: üiü Schwarzwald Emil, 0 Uhr 20 Mm. Dr. Glaser Rudolf, -> Uhr 40 Min. Preminger Gei'vn. 10 Uhr Raab Elly- 10 Uhr 2.0 Mm. Kreisel Elias. 10 Uhr 4 > Min. Flamm Therese, N Uhr <Ärüber Moritz, 11 Uhr 20 Min. WrUinger Rosa, 11 Uhr 10 Min. Schauer Moritz, 12 Uhr Steuer Franziska. * Polen vollkommen pestfreL Tue polnische Gesandtschaft teilt mit: Gegenüber den in der auswäUrgeist Preffe/aufgeianchten Mitteilungen stellt das Ministerium für öffentliche Gesundheit in Warschau fest, daß auf dem ganzen Gebiet der volnischen Republik kein einziger Fall von Pest zur Anmeldung gelangte noch überhaupt vorgekommen ist. * Wetterbericht. In Oesterreich hat es fich größtenteils ausgehntect. Frühmorgens war es recht kühl, die TempeiaturiMmma hielten sich in der Nahe von 10°. Im Laufe des TaaeS die Temperatur brs etwa 20°, in W'M bis 31.8°. Bon mantreich dringt eine wärmere südwestliche Luftströmung vor. ~ Voraussage: Heiter, früh ein wenig kühl. später ziemlich warm, Schönwetter. sedach vermutlich nicht von längerer Dauer. * Jetdmäffiges Echietze« der SkeichSovehri Aus V i c n e r - R e u ft a d t wird uns berichtet: Vom 32. hiS -7. .\ M. findet an der Hohen Wand zwischen MaierSdvrr und Stollbof ein fcldmäßigeS Schießen der Maschinengewehrlornpagttie des Jnfantelier.gimentS Nr. 1 stalt. An die Ausftügler >n ras Gehret der Hohen Uand .ergeht die Mahnung, behufs ^enuf bmtfl von- Unglücksfällen den Weisungen brr Absperrposten »nbedingi Folge zu leisten. *. Peri vrialnachricht. §o»nlag den 21. d. M frudet in Bnilislava - le '^eini-ristung ecs Frl. I o l nn, T o ch t e r des •V t i i ii u ii u der F v a lt 2) e v u l> a r d W e i ß. Bratislava. Wiener Morge«zekt«MK' ■tfMOTiET'WSBia;'.;; 17. August 192t «SK > .idün -T mit Herrn Z d e n k o, S ohn d e s H e r t n und der Frau Siegmund Fried l er. Pilsen, statt. 'Trauung 1 Uhr mittags, Htztel *j«m goldenen Hirsch". Statt jeder besonderen Anzeige allen Verwandl-n, Freunden und Bekannten. * Silberne Hochzeit. Gestern feierte Herr Daniel Freund mir seiner Gattin Gisela daß Fest der silbernen Hochzeit. Der Jubilar et freut sich als langjähriger Beamter der Chewra Kadischa allseitiger Beliebtheit. * Oefterreickischre Schmiedetag. Aus Salzburg wird gemeldet: Gestern tand hier in Anwesenheit von etwa 300 Teilnehmern aus allen deutschöfterreichischen Ländern der fünfte österie chische Schmiedetag statt. Es wurden drei Entschließungen angenommen, die verschiedene gewerbliche Forderungen hrnsichtlich der Handhabung des § 37 der Gewcibeordnung durch die Gewerbebehörde, die Bekämpfung des Pfnscherwesens, die Einführung'obligatorischer Meisterprüfungen usw. beinhalte«. * Reichsschuhmochertag. Aus Salzburg wird gemeldet: Vom 13. bis 15. d. M. tagte hier in Anwesenheit von 250 Teilnehmern aus allen Ländern der österreichischen Republik sowie der Vertreter der zustämagen. Behörden der neunte österreichische Relchsschuhmachertag. Nack Ersiattnng einer Reibe von Fachreferaten ürec das Lehrlings- und Fachschulwesen, die Reform des Gemerbegesetzes Ww. wirrte eine die Foldemnßen zusaminenfasscnde Entschließung elristimmig angenommen. * Der falsche GäÄassier. Wie berichtet, treibt sich seit! geraumer Zeit in Wien ein falscher Kassier der städtischen i Gaswerke herum uttlr sucht bei' Parteien angeblich offen stehende Rechnungen einzukassieren. ^Obwohl die Gaswerke wiederholt vor unbetechtigten Kassierern gewarnt haben, lähi der Gauner rncht von seinem Trick; er tritt vielmehr mit noch größerer Frechheit auf und dw7)t sogar mit der Ab>- specrung. des Gasmessers für den Fall der Nichtbezahlung. Das-Publikum wird vor .dem Gauner gewarnt. : * Die'Wudapester VallitcnschwMdler. Aus Budapest wird gemeldet: Jnr. Zusammenhang mit dev wegen venchiedener ^mlauterer Valutageschäfte.erfolgten Verhaftung )er Bankbeamtin Anna Schönberger hat die Polizei nun auch den Agenten Paul Reis z in Verwahrungshap genommen, da es sich heransstellte, daß Reisz dör Schoßberger eine Million Kronen eiugehändrgt hatte, um im Verlaufe einiger Wochen eineinhalb Millionen Zrnsen. zu beheben, wodurch er sich gegen das Wuchergesetz vergangen hat. Auch der Prokurist der Ungarischen Hypothek.nbank Adolf Barg a, der sich in« Karlsbad ziun Kurgebrauch aufhielt, wurde zur Budapest er Polizei vorgeladen, und da eZ sich herausstellte, daß er ebenfalls Hunderttansende an .Wucherzinsen verdient hatte, wurde er ebenfalls in Gewahrsam genommen. « Wer sucht, der findet, daß die Herrengarderoven nach Maß der Werkstäite« Svrtzer & Markus, ll., Hollandstratze lsruher Stephaniestraße) Nr. 1 (nächst^ Stephaniebrücke) in jeder Hinsicht einzig in ibrem Genre bei äußerst billigen Preis rn sind. , * Die Speditionsfirma Leo Wang, tt., Ferdinands ^raße 29, übernimmt zu den billigsten Tarifsätzen Transporte aller Art nach Rumänien per Schiff mir .Umladung in Gimgin mid Galatz sowie per Bahn mittels direkter Sveziaszüge nach C z e r n o w i tz. __ Bereiusuachrichteir. Jugendg rnp p e .E lr a". Heute, V-8 Uhr abends» Mngllederversammluug im Bettinslokal Hafö Winkler, II., Stuwerstraße 1. — Verein der Hörerschaft deS jüdischen Pädagog,«ms. DonnerSiag 'um 7 Uhr abends. Aussprache mit Dr- Bernfeld. — H i tachdnt h. Heute, 7*7 Ubr abends, im Lokal II., Glockengaffe 30, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Die bevorstehende 1l. Weltkonteren; der H.tachduth in,Karlsbad. Referentmz E. Kaplan, I. Laufb chn, Redakteur ches ^Hapoel Hawir",Dr. Ch. Tartalower und S. Picker. Um pünktliches Erscheine« wird gebeten. Die Ernährung. Der Marktbericht. Der gestrige Tag brachte den Hansfraueu eine recht betrübliche Ueberraschung: Gärtnergemüse ist auf den Märkten sprung hast im Preise in die Hohe gegangen. Bei manchen Sorten betrug die Verteuerung 50-dis 100°/». Besonders Kraut, Spinat und Kohl haben sich im Preise gegen Samstag fast verdoppelt. Spinat notierte im Detailhandel bis zu K SO per Kilogramm, Kraut «nd Kohl kosteten auf dem Na^chmarkt per Stück bis ll-16. Aber auch Karfiol. Kohlrüben und andere feldmäßig gebaute Gemüsesorten erhöhten sichüm Preise. Die Zufuhren von Kartoffeln waren gm ausgefallen, das Angebot konnte der lebhaften Nackwage standhalten- Die Obstzufuhren sind gleichfalls günstig ausgefallen. Besonders Zwetschken kamen in solchen Menge« auf den Markt, daß sie im Preise auf zirka K 28 per Kilogramm tut Engrorverkauf ge'unkm sind. Pfirsiche sind nur sehr spärlich vertreten, Trauben kosten bis K l96. In i er Großmarkthalle herrschte im Detailhandel nur geringe Nachfrage, dagegen war das GeschLft im Großhandel lebhaft. Die Preise blieben unverändert. Nenfestsetznng des Abgabepreises für das rationierte Rindfleisch in Wien. Die zur Verminderung der Lasien der staatlichen Fkeischverbilligung in Wien anfangs Mai d. I. dnrchgefühcte Neuregelung der rationierten Fleischabgahe hat infolge des seither eingetrelmen Sinkens des Kronenkur'es ihre für die Bundesfinauzen günstige Wirkung cir gebüßt. Da der rascheste Abbau der Zuschüsse für die Fleischvrrbillrgtmg einen wichtigen Bestandteil des'Finanzprogramms bildet, ist es nnerläßlrch)< der Steigerung der Balutenknrse durch entsprechende Erhöhung der Abgibkpreise für das rationierte Rlndsteisch Rechnung zu tragen. Im Eiuvernehmen mit den beledigten Jntereffentengrupprn wurden daher mit Wirksamkeit vom 18. d. M. die Klemverkansspreise deS rationierten Rindfleisches in der ersten und dritten Woche des vierwöchigen Abgabelurnus (billige Woche) folgendermaßen festgesetzt: Vorderes K 88, Hinteres K 100, Bratenfleisch K 126 per Kilogramm. Der "Abgabepreis für Lieferungen an öffentliche Herlanstalten, Wohlfahrtsonstalte« mrd Gemeinschaftsküchen beträgt «b amtlicher Üebernahmsstelle «tnmebr m alle« Doch« K 80 per Kilogramm. Die Zuschläge der Fleischrdgabrftellen Unterliegen nötigcnfalls der Überprüfung durch die amtliche Üebrrnahmsstklle für Vieh und Fleisch. ' Die zunehmende Beschickung des Wiener Schlachtviehmarkles mit Lebmdvreh. verbünde« mit einer «Mählichen Senkung der Biehpreis«, dürfte eS ermöglichen, die Abgabe von Gefrierfleisch, nach Ausvertaus der not; vv-.s".i>!dei'.rn Bvirätt, Ende dieses Jahres ciluilstelleu. * LLL. LL ^.1ms.LL0ti LU5 das Jahr 5682 (V. Jahrgang) redigiert von Otto Aböles und Ludwig Bat* erscheint Ende Anglist d. J. und nimmt zu den Aufgaben des Karlsbader Zionistenkongresses Stellung. Neben wichtigen politischen Aufsätzen ron Adolf Böhm, Z. P. Mojes, Dr. km Diamant, Dr. OsIÄs Thon, Dr. Egon tyieh&el Zweig n. a. enthält der Alraauach Essays, Monographie«, Studien, Novellen, Skizzen und.Gedichte von Siegfried Abelefr Jakob Fingermann, Z. F. Finkeistein, Eugen Hoefiich,Igna’to.v, Hans Kohn, David Rothblum, Siegfried Schmitz, Marek Scher lag, S. Smilonski. Beiträge der Herausgeber, ferner Kernworte zur Judeafrage von Albert Einstein, Z. P. Chajes, Gustav Landauer, Arnold Zweig u. a. Das Jahrbuch ist mit Federzeichnungen nach arten Kupferstichen und Holzschnitten geschmückt und künstlerisch ausgestattet. Verlag: „W.ien er Morgejnxeitung“. ii iiMiinimMiinin ii hm itnmiiiiiitiitniurt)« $u Preis eines Exemplares: Für Oesterreich L 130 (mit Postzuslellung K 150), für die Tscheche - Slowakei tschech. K 15, für Deutschland Mk. 16, für Polen poln. Mk. 250 (mit Postzustellung Mk. 280), für Jugoslawien Dinar 10, für das übrige Ausland S Sehweiser Franken. Bestellungen KL an die „Wiener Morgenzeitnng“ W Bühne und Kunst. Bo» der KuustauSsteVuug in Jerusalem. Die allgemeine Ausstellung für Kunst und Kunst'- gewerbe, welche im Davids-Thurm beim Jaffaer Tor m Jerusalem abgehalten wird, ist, wie uns aus Jerusalem berichtet wird, ein Versuch, auf dem neutrale« Gebiet der Kunst sämtliche Volksstämme $u vereinigen. Neben moslenritischen Mid christlichen Ausstellern sieht man die.Arbeite« des Bezalel und anderer jüdischer Ateliers, welche die Bewunderung der Besucher erweLn. Besonders die vielen Ausländer, welche unter den Besuchern der Ausstellung zu sehen sind, sin5 ganz erstaunt, eine für sie bisher unbekannt gebliebene neue jüdische Kunstindustrie sich entwickeln xu. sehen, deren Erzeugnisse sehr bald auch außerhalb Palästinas sehr gesucht sein dürsten. Zu den interessantesten Ans-, stellungsobjekte« gehören die vielen herrlichen MvsaiSarbeite», deren Erzeugung eine romantisch klmgrnd-e Geschichte hat. Diese Fliesplatten diene« für die Restauriernngsarbeite« des Felsdoms. Bis zu« Einzug der Engländer haben die türkischen Wächter mit diesen herrlichen Stücken eüe förmliches Geschäft getrieben, fremdländische Touristen Sonntne sie um entspreeuden Bakschisch von dem Fußboden und den Mauern lvslösttr Und sie als Andenken aus dem Heiligen Lande Mtnehmen. Diese Arbeiten wurden von persische« Äd«- arbeitern in Aserbeidschan nach einem eigenen Verfahre» hergestellt, dessen Geheimnis sie strenge bewahrten, und es bestand die Gefahr, daß die gestohlenen Stücke nM würden wieder hrrgestellt weichen können. Tine der' ersten Verfügungen Lord Allenhys war, dem Bandalismus in der Moschee ein Ende zu mache«. Nun wurde Professor Hogath beauftragt, de« Zm* arbeitet« nachznspüren, die befähigt wären, die gestohlenen Fliesplatten mit gleicher Kunst zu ersetzen. Tatsächlich wurden die Nachkommen jener Schöpfer des -ursprünglichen Werkes entdeckt, die nach wie vor ihr Farniliengeheimnis streng bewahrten. .Diese wurden nunmehr mit der ^estaurierungsarbeit betraut und deren Arbeit ist es> die jetzt in der Ausstellung so stark bewundert wird. Es Meht die Absicht, diesen Zweig des Knnstgewei'bes weiter zu entwickeln und auszubauen , Aus den Theatern. I« Deutsche» B o l k s t h e « r. e r selängt Donnerstag den 18. d. M. um 7.Mr Henri, Bernsteins dreiaktigrs Stück er Dieb" völlig reu einstudirrt und inszeniert zur Aufführung. Spielleiter Dr. Heinz Schulbcmr. Für Smnstag den 20. d. M. ist die Erstausführung ^von Max Halbes dreiaktigem Drama »Der Strom", «ii.den Damen Waldow «nd Wagner, den Herren EviUh, Ehrlr, Sima und Schreiber, angesetzt. Spielleiter Josef Daneggec d« ÄeWr. «in ^Denkmal des lateinisch^« Geistes' w«de m Parr« im Garte« des Pala's Royal, enthüllt, gestiftet vor den lateinischen Nationen Europas und. Amerikas, autzarführt von Jan Ma gr o n. Varthou, der italienische ^Boffcham', der Erpräsident von Mexiko, der bevollmäckiigte Mmmer von Köstauka sprachen und de Max, der Poffart der EomMe Franyaeie deklamierte Mistrals. „Erwache, lateinische NäWt> Darm ließen di? Trümpetsn. Pauken und Trommeln oer rchnbvlanischen Garde alte L'kder und Signale aut der Zeit des l Kvniglums und des erstell Kaiserreiches höre«.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.