Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 916 (14.8.1921)
- Date
- 1921-08-14
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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ffcW Me», ©omttef Mehrausgabe. Vom 14. bis 20. d. M. Mtb V« kg Drrchleißmeht und V*kg Maisgneß als normal« Wochenration zum Aeinvelkausspreise von kt 21 per Kilogramm ausgegeben. Außer er normale« Ration wird feiner per Kopt an jeden Bezugs- «irechugten V, dgPlusmehl zum Preise von K 79 per Kilogramm *itf die Mehlbezugskarle abgegeben.. Ausgabe vo« gezuckerter Kondensmilch. In der -'»eit vom 14. bis 37. August werden an die K uder vom vollendeten .'rsim bis zum volle"deten zweiten Lebensjaire je drei Dosen und ,om votlendelen zweiten bis zum vollendeten sechsten Lebensjahre r eine Dose Kondensmlch ausgegebe». Der Preis der am die p?ilchkarten zur Abgabe gelangenden Milch beträgt für Mmdeitiemittrlte und für die mit der Zusatzkarte für Arbeitslose beteilten Arbeitslosen K 40, für die übrigen Bezugsberechtigten K 60 «er Dose. Wiener Bürgertheater dien Letzte Gastspielabende K«»X*”mÄWst.n MALI Ficora . J.K4LIOH Heute den 14. Aujjust 19‘«11 Jankele Operette in IS Akten Ton J. Kal ich. unter Mitwirkung des Direktors Isaak Deutsch and mehrerer Mitglieder der „Freien jöa. Volkbühne“. Morgen «len 15. August 1SS11 Grosse Operettenrevue u, Volkslieder Mali Picon — Jakob- Kalich. Beginn 8 Uhr abends. Mitwirkend: laik Deutsch Ri genes Orchester. Karten Erhältlich: An den Tageskassen, im Rotoatorrabaar, Buchhandlung Löwit. Rotenturmstrasse 22, »Wiener Morge Weitung“, II., Taborstrasse 1, nnd in allen Kartenbnreans. Bühne und Kunst. Aus den Theatern. B o l k s o p e r. Am Samtag den 20. d. M. um V-8 Uhr it'ends eröffnet die Wiener BolkZoper mit „Fi d e l t o" unter -er Leitung Düekior Felix W c i u g a r t n f r § ihre diesjährig? Saison. Der weitere Spielplaw lautet wie folgt: Sonntag den U. bV M., 7 llb-*- abends. »Cavalleria nistjcana", hieraus „D erBajazzo". Moniaö den 22 d. M, Anfang l Uhr abends. „D er Karneval in R o.m^. Dienstag >n 23. d. M-, Anfang 6 Uhr abends, „L o l) c n g r t n". Nitlwock den 21. d. M, 6 Ubr abends. „To Kc a". Donners« ag den 2?>. d. M-, Anfang 7 Ubr abends. „Ca tue n". Freitag, den 26. d M..'Anfang 7 Uhr abends. „D ie verkaufte B v a u t". Samstan den 27. d. M.. Anfang 7 Uhr abends. »Der Prophet" und Soimrag den 28. d- M., Anfang k Uhr abends, ,.O bero n". Der Vorverkauf beginnt Dienstag en 16. d. M. Im ' Deutschen Volkstheater gelangt Donnerstag den 18. d. M., uni 7 Uhr, Henry Bernstcins Komödie ..D e r D t e b*. neu rinstudicrt in iolgender Besetzung ur Aufführung: Raymond Lagardes — Herr Kutsckera. :ssabella, leine Frau — Frau Volckmar. Femand — Herr Lrausewcttei, Richard Vohsin — H^rr Werner-Kahle, Marie Louise, feine Ft au — Frau Steinsieck, Zambault — Herr Jwald. Spielleiter Dr. Heinz Schnlbaur. - In. den Kammerspielen des Deutschen Volks- Peaters w rd Montag den 1b. d. M-, 7 Uhr, das Lustsp el ,E v a s S ü n d e n t a l l", von Antonius und Aldermarm, Nit den Damen Wessely, Bolckmar und Pohl, den Herren Lackner, Sima und Licbl, Dienstag den 16. d. M., 7 Uhr, das Atftspiel „M ann und Fra u“, von Ladislaus Lakatos, mit wt Damen Olly. Schilling und Krem, den Herren Lackner. Fwald, Sima und Liebt nt den Hauptrollen zur Aufführung zebracht. Im Wiever Bürgertheater gelangt heute unter Mitwirkung des ameiikoni'chen jüdischen Künstlerpaares Mali Bicon und Direktor I. Kalich. sowie der Direktor Isaak D utsch^ion der „Freien jüdischen Volksbühne" dieOperllte ..Imilalc" zur letzten Aussühtnug. Beg>nn 8 Uhr abends.' :W o r fl c n, Montag den 15. d. M. 8 Uhr abends, findet als Abschluß der Sommerspiel-eit cm „Bunter Aden d" statt, an dem Mali P i c o n und Direktor I. K a l i ch aus Boston und Isaak D e u t s ch von der Irischen Bühne annreten werden.. Gleichzeitig debüiiert eine junge Wienerin, Aimee C a r o 1 a, in neuen Tanz chöpsnngen. Heutiges und morgiges Belvedere-Konzert. Auf der Freilichtbühne im Belvedere Park Heute. Sonntag, nnd morgen, Montag (Feiertag), Vs8 Uhr abends, großes Belvedere-Konzert aus der Freilichtbühne im Belvedere-Park. Piogramm für heute: Mendels ohn: „Sommerrnchtsl» aum", Schubert: .Symphonie 8-rnoll", Wagner: .Lohengiin", Rossini: „Semilramis", Verdi: „Rigoletto*, Leoncavallo; .Der Bajazzo". Programm für morgen: Beethoven: „Egmont", Beethoven: ..Drille Symphonie", Äuber: „k'rL viavlo", Bizet: „Carmen". Millöcker: „Der Bettelstudcnt". Dirigent Ludwig Werba. Großer Büfittbetrieb. Kaitc«: Kouzettdireltion Benno Lie. Ul.. Haupt" Htoijc 1, Tel. 9? 7», und ab Vs7 Ubr an den Abendkassen^ Der Kampf um das Pretzbnrger Theater. Aus Breßburg, U. d. M, mi d uns berichtet: Grobe Bewegung rief in der heukig-u Sitzung der städkitchen Revräsey'anz die Mitteilung i :s Oberbürgeimeistcis hervor, daß er vom Aupanat amtlich die Berständigung eyhalten bade. das städtische Theater sei für volle acht Monade, vom I.^Septembrr bis 1. April, dem slowakischen Nmionaltheater zugeMt worden. Au» Zwischenrufe bemerkte der Bü> germeister, daß Um seiten des Magistrats dagegen Protest u hoben wurde und auch noch Geleaenhrir sein werde, diesen Punkt m der Tagesordnung näher zu besprechen. Eine neue Bearbeitung von Grillparzers" „Der Traum ein Leben". Im Frankiurter Schauspiellu u § wurde Grillparzers „Der Traum em Leven" als Tt aum-- wiel bearbeitet von Waller B r ü g m a n u mit sehr großem Erfolge amgejührt. Adrienne Leeouvreur nnd der Souffleur. Die Pariser „Comocdia* erzählt diese hübsche Anekdote: Die junge Künstlerin blieb bei emem ibrer ersten Austreten mitten tm Satze, den fie zu sprechen ha' e, stecken und?s gelang nicht einmal dem Svnsfikur, sie aus dieser durch das Lampenfieber der Anfängerin verursachten Verlegenheit zu erretten. Da rief ihr der Reaisseur a»8 dem Hintergründe der Bühne su: ..Imvrovifieren Sie ein vaar Worte und v?rschwindcu Sie." Prompt m die Leeouvreur zum Ergötzen des Publikums: »Ich impiovinere ein .paar Worte und verschwinde." Wle«e» MorgevzernmD 14. Mgust E «4» ist (p. Jahrgang) Redigiert unter Mitwirkung hervorragender jüdischer Publizisten und Schriftsteller von OTTO ABELES und LUDWifi BATO Verlag: „Wiener Morgenzeitüng“ I" i a a ■ ■ h ■ u h u n a b ns >b ibu » a »»»»»vH ■ » « a »».» Literatur tt. Wissenschaft. Dante-Feier«. Anläßlich der strbenhundertjährigen ' Wiederkehr von Dantes Todestag werden in Italien große Feierlichkeiten vorbereitet. Vornehmlich kommen Florem?, des Dichters Geburtsstadt, Rad-.nna, wo der Derbanute am 13. September 1321 starb, und Rom, als Hauptstadt des Reiches, tu Betracht. Das Programm der Haupttage (11. bis 20. September) verteilt sich in den einzelnen Nununern ans die drei Städte, und zwar so, das; Ravenna hier den Anfang machtMlorenz die Feier weiter übernimmt und der 20. September als nitionaler Festtag des Königreichs Italien zugleich den Abschluß der Festlichkeiim in N o m bildet. In Ravenna sollen u. a. am 11. September am Grabe Dantes die drei Ehrengaben der Armee, der italienischen Gemeinden und der Stadk Rom dargebracht werden. In Florenz findet nach feierlichen Empfang in Smdthaus und Triumphzug nach Santa Croce dann die Einweihung der Erinnerüngssaule auf dem Felde der Schlacht bei Campaldino statt, wo der junge Dichter 1289 anwesend war und die er in seiner „Göttlichen Komödie" (?nrg. V. Gesang) schildert. In Rom findet die Taicke einer d * Hauptstraßen nach dem Namen des Dichters fiait sowie du solenne Schlußfeier auf dem Kapitol. In Ravenna und Rom werden neue Dante-Museen eröffnet, in allen drei Städten Wiederherstellungsatbeiteii an Gebäuden vorgenommen, die in historischer Beziehung zu Dante stehen. Sehr wertvoll verspricht in Florenz die D a n t e - A u s st e l l -»*$ g ,d e r Laurentinischen Bibliothek zn werden. In Wien wird ebenfalls eine Dante-Feier stattfinden, bei welcher Alexander M o i s s i Mitwirken wird. Eine hebröiscke BerlagSgesellfchaft in Konstantinopel. Der hrlnäischt Dichter Ch. R. Bmllk verhandelt mit einer Anzahl Konstanllnopler jüdischer Nvtabeln wegen Gründung ' einer hebräischen B erl agGg es ell s ch a ft ^Dwir" in Konstantmopel. iJüd. Korr.-Bur.) Der franzofische Nietzsche - Ueberfetzer gestorben« Wie aus Paris berichtet wird, starb dort der Redakteur des „Journal deS Dubais" Henn-Albert H a u g, dem die Franzosen eine Gesamtausgabe der Werke Nietzsches verdanken, die im Verlage des „Mermre de France" erschienen ist Er' bat vor dem Kriege in dieser Zeitschrift regelmäßig über deutsche Literatur und Wiffenschaft berichtet. y. „Freie Ztouristische Matter." Soeben ist das drille Heft der „Freien Zionistischen.Blätter" als Sonderheft erschienen, das der Araber frag e in Palästina gewidmet ist. Das Heft enthält eine größere Zahl pon Beiträgen, die alle durch die Grundforderuing einer aufrichtigen Verständigung mit den Arabern als der tvichtigsten Grundlage der jüdischen Siedlung vereint sind.. In einem längerer» Aufsatz: „Araber- oder Judeufrage in.Palästina" erörtert Jakob Klatzkin die moralisch-rechtliche Seite der Frage. Hans Kohn legt in einem Aufsatz „Realpolitik" die weltpolitische Grundlage der Frage dar und erörtert die Ursachen der tragischen Vorfälle iit Jaffa in den ersten Waitagen. In einer Betrachtung, „Politik ohne Reserven", gibt Nachum Gold mann eine Kritik der .Grundlagen der , zionistischen Politik. In einem offenen Brief an den bekannten Orientalisten Professor Musil, der die Zionisten wegen ihrer Araberfemdlichkeit angegriffen hat, widerlegt Eugen Hoeslich die Vorwürfe des Gelehrten. Dr. Hugo Bergmann, Jerusalem, fordert, eine Abkehr von der Politik und die Verlegung des Schwerpunktes auf die kolonisatorische Aufbauarbeit, die allein die Araber von der Nützlichkeit unseres Aufbauwerkes auch für ihre Zukunft überzeugetl wird. Leon Simon, London, setzt sich mit den Gegnern eprer Verständigung mit den Arabern auseinander und weist nach, daß auch die letztetl Unruhen in ^Jaffa keinen Beweis für die Unmöglichkeit einer solchen Verständigung darstellen. Julius Loe w y geht von der FragestÄlung „Europa oder Asien" aus' nnd fordert die Abkehr vom europäischen Imperialismus und die Einreihung m den asiatischen Bölkerkreis. Arirold Zweig endlich zeigt, welche Aufgaben das neue Judentum in Palästina dem Orient gegenüber zu erfüllen hat. Einige aktuelle Glossen beschließen das Heft. — Das H-fi ist in anderer Ausstattung auch als Buch erschienen, unter dem Namen: „D ie Ar ab erfraye in Palästina". Es ist vom Verlag der „Freien Zionistischen Blätter", sowie von allen jüdischen Buchhandlungen zu beziehen. Gin wertvolles jüdische» Gebetbuch. Wobl daS kostbarste hebräische Gebetbuch b>finde! '"Mi in Amo-cka. Es wird aus 2Ö.000 Dollar arschätzt und war l913 tu der Ausstellung der «imentamschm Ktmstgalrrien zu sehen. Das Buch ist m Stoff emgestickt und vor 500 Jahre» in Spanien von vier JMbeitt JosephuZ in 28jahriger Arbeit angefertigt worden/ Theodor Herzl - Festuummer des ' ^BMf<Hm» Nation«lfonds. Anläßlich des 17. TodeSiogeS Theodor WB» erschim ,m Berlage des Jüdische« Nationalfonds eme S»«d«j nummer mit Beiträgm von Fronmann (Haag), Groß Professor Marburg, Weis! und Dr. Zweig (Haag). Die 6Mn» nummer ist zu haben zam Preise von & 16 bei der Zentr«ck deW Jüdlschen Rationaljonds. Zirknsgaffe 38, nnd in der Baech- Handlung Lowit. I. Rotenturmstraße 22. Bei Postbestell««» stellt fich der Preis im Jnlande auf L 1b nnd « AnSlande aus K 30. _ Gerichtssaal. Der Salon einer Künstlerin. Ein mysteriöser Fall beschäftigte gestern einest Feriaff««^ unter Vorsitz des Bizeprästdenten Dr. P f a » n l. Der Jngtnienr ' Wilhelm H e i n i s ch hatte an die Sängerin Mar. Jolanthe K e l s e n einen Salon mit Schlafzimmer vermiete^ ihr 'aber diese Wohnung gekündigt, weil ste die eigentümliche Gewohnheit habe, Möbel, Vorhänge, 2fepp>che, Wasche usw. mit St »t j« b e s ch m u v e n. Auf dem Nachtkastchen liege gewöhnlich, » Scideupavier zierlich eingewickelt — ein KotklnmpeM Ein ftdchtev» lichrr Geruch entströme dem Salon Md dem Schlatzimcker. Hausgehilfinnen wollen in der Wohnung nicht bleibe» Wäscherinnen die Wasche nicht waschen, wv! eS str vor der mit Kot beschmutzten Wohnung Md vor der Wüsche ekelt. Dem Vermieter und seiner Familie werde dmch diese Eigentümlichkeit der Sängerin das Wohnen »nd auch der Aufenthalt in dieser WohnMg verleidet. Das Bezirksgericht Landstraße erklärte, »«rchdc» vier Zeuginnen diese Angabe» bestätigt hatten, die Kündig«»» für wirksam, weil durch daS p e r v e r s e G eh o b e» de, Untermieterin dem Hauptmieter das Wohnen verleidet werde.' Bä der heutigen Berusungsoerhandlung vor dem Zivillandesgericht «klärte der Berufunflsvertreler Dr. G i« s b e r g, rm Salon des Frl.Keffe», die einer hochangesehmenFamilie entstamme, verkehre ei« auserlesen« Kreis von Künstlern, Kapellmeistern, Konzertdnckoren vswdie nie etwas Abnormes in der Wohnung der Künstler« gesehen und keinen unangenehmen Geruch verspürt habe«. Diese. Gäste der Künstlerin wären als Zeuger zu vernehmen gewesen» rer erste Achter habe aber bloß die gegnerischm Zeng« vernommen. Wenn die erste Instanz von einem ^perverse» Gehaben" der Sängerin spreche, so Hätte sich dies aus ein grnchtS-, ärzttches Gutachten stützen muffe», ein solchefei «brr nicht e.ngeholt worden. Auch die Vornahme eine- Lokalaugenscheines wäre notwendig gewesen. Bo» Frävlei» Kelsen werde nicht »ur der Verlust der Wohnung hart empfunden — denn der Verlust einer WohnMg bedmtr »egr»^ wattig mehr als der Verlust eines Vermögens— es fa che i« erster Linis darum zu tun, nicht im Ansehen ihrer kMltmmsche» solchermaßen herabgesetzt zu werö en. Der Kkagevertret'er Dr. A L » »- l a i b erwiderte, die Geklagte sei, wrn» ihre Gewohnheit, die Möbel und Wäsche «rt Kot z» beschmiere», auf emer kankhaste» Veranlagung beruhen sollte, ausrichtig zu bedauern. Ab« nicht darauf komme es an, warum die Beschnutzung der Wohmingstattfinde^ sonder« auf die Tatsache, daß sie stattfindet. Diese Tatsache fei von vier beeideten Zengen einwandfrei festgestellt^wordr». El fei I» glauben, daß die Gäste der Grllagteu keine Beschmutz»»« der Wohnung vorgefuudeu haben, weil sie eben z« dieser Zeit gereinigt war. Die Bornahme eines Lokalangenschrines i» ckee» ' 'olchen Sache könne man dem Genchte nicht zmnnte», « fei aber auch überflüssig. Der BerufungSsenat lehnte die Gege«h»° weise der Geklagten ab uud bestätigt daS erstrichwckchß Urteil, iveil dem Klager das Znsammenlebm mit der Gekko-t» unmöglich sei und er durch die Brruurrmigung der GkMv stände auch Schade» erleide. ° - Der vorgeladerre Hmrd. Die MirdererLennnngsprobe iw Die SchuhmachermeisterSgattin Marie K » f e - begegmD *er Frau Antome Kalefch in einem Geschäfte i» ttf* Äs-' zirk; letztere war mit ihrem Hunde, den ste an der Seist erschienen. Bci dem Anblick deS Hundes rief Fra« Kofetz fe' höchst aufgeregtem Tone der Fra« Kalesch z«: JO, daß iß ja mein B e s l o! Sie habm mir meinen Bella gestohlen Die derart Apostrophierte wiedersprach dieser Anschuldignsg iS heftigster Weise. Der Lärm pflanzte sich ans die Straße fort, es entstand eine Menschenansammlung» die durchs die Beschuldigung deS Diebsstahls auf das tiefste beleidigte Fra» erflaitete die Chreubeleidigungsklage gegen Frau Kosetz, bi« mitihrer Tochter, die dm vorgeladeuen H u n da« der Leine führte,-vor dem Strafrichter des Bezirksgerichtes FLttfhagS, Landesgerichtsrat Dr. B r i ck, zvr gestrigen Berhandlm»- rrschie«. Frau Kosetz behauptete, der Hund gehöre ihr, er sei ihr gestohlen worden und die Klägerin sei zn unrecht in den Besetz des Hundegelangt. Demgegenüber behauptete die Klägerin, sie habe den Hund in der Tierhrndlung B o n g a r, l., Hohenstanfe«gaffe,- gekauft und legte auch dem Richter eine Bestätigung über diesen Kauf vor. Der Richter verfügte nun. daß der Hund von der Leine gelassen werde. Als dies geschehe», forderte er die Beklagte auf. den Hund m rufe«. Diese bemerkte» sie wisse nicht, wie er jetzt heiße, worauf der Richte», ihr sagte, sie möge chu mit seinem frühere« Rome» ' rufen. Die Angeklagte ries mm den Hund mit deck früheren Namen: „B e l l o. komm, B e l l » r Der Hund sprang nun die Frau an» »«kreist« fie Md wedelte mit dem Schweife. Es war zweisAtos eine Wiede»- e r k e nn u n gs sz e n e. Der Richter sprach sich auch iv diesem Sinne zu den Parteien aus, bemerkte aber gleichzeitig, daß der Hund nach .§ 867 a. b. G.-B. der jetzigen Befitznin gehöre, da diese de« Hund von einem befugten Tierhäudler gt* kaust habe. Nur schwer konnte ch die Angeklagte begreife», daß ibr der Hund nicht mehr gehöre. Nrber rindringliche- Verhalt« des Richters gav sie auch eine Ehrenerklärung ab, womit dieseii Htmdeprozeß sein'befriedigendes Tube fandi f 60