Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 915 (13.8.1921)
- Date
- 1921-08-13
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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■ Stt Sltf Men, ÄWE 5 täp den wahren DemokdatiZmNs verkörpern. mit ihrer Fiedcns.resolution zur Kiehergutniach^ng W größen Unrechts beitragen, das Ungarn HÄrch best TriKnoM Frieden erleiden mußte. ' Abgeordneter Dvorcsak hrÜckt im Namen der ungarischen Slowaken, die sich yon Ungarn niemals trennen und von ihren Unterdrückern, den, Tschechen, nichts wissen sollen, dem freien Ämerika seine warme Anerkennung auS. /Winrer Morgeszeitups 13." MM IMP WieAer Morgeszeitups Alb geordneter K n L k a fa l v y erklärt im Namen der ungarländischen Ruthenen, daß die Ruthenen Ungarn unerschütterliche Treue bewahren werden. Minister des LMßern Graf Banffy erklärte, die ungarische Regierung und his ungarische Rationälversämmlüng begrüßen in gehobener Stimmung den Wrrcht, Nachdem noch Abgeordneter Andreas Csnkas tjit Nanlejr des wendischen Volkes (?), das Ungarn seine immerwährende Treue gelobe, den Gericht des Ausschusses mit Freude zur Kenntnis genommen hatte, brachte. schließlich die Abgeordnete Margarete Schlacht« den Dank der ungarischen Frauen gegenüber dem hochherzigen Vorgehen der Vereinigten Staaten znm Ausdruck." Sodann wurde dev Regierung einstimmig die Vollmacht erteilt, auf Grund der amerikanischen Friedensresolntion in Sonderverhandlungen mit Len Vereinigten Staaten einzutreien, . .. . , .; 30 Tage für ProüNtz. - Gaal PtzSftdent. j MchüPest. 12. Mgüst. IN dev htzütigen Sitzung der Nationalversammlung teilte der Lündesvermdt^ güugsniinister B t i i 6 j i ä mit, baß gegen den Oberstleutnant Prpttäh Mgeü Verletzung des JMMNttitätsrechtes des gewesenen Präsidenten der Nationalversämrnlung Stephan Rakovszky auf Grund des Militärstrafgesetzbuches tysgen öfsentlichsr Gewalttätigkeit gegenüber einer öffentliche Angelegenheiten behandelnden Versammlung sowie wegen Vergehens gegen die Sicherheit her Ehre durch grundlose Beschuldigung schändlicher und unmoralischer. Handlungen von der zuständigen Militärbehörde die Strafuntersuchung' ejngeleitet würde. GZ würde bas Delikt der EiNmettguNg itt eine öffentliche Funktion sowie das Vergehen gegen die Sicherheit der Ehre, fest ge stellt- Da das ordentliche Gerichtsverfahren zu lange Zeit in Anspruch tzeNöMwen hätte, wurde Oberstleutnant P r o n a y auf disziplinärem Wege abgeurteilt, und zwar wurde die höchstzulässige Strafe, näMlich 30 Tage ZiMNie ravte st, veLhätttzt. Nachdem der Vizepräsident erklärt hatte, büß sich an den Bericht des LändeZverteidigungsministers gemäß dtzr HaüsordttuNtz keine Debatte ankttüpsen könne, wurde die durch den Rücktritt Räkovszkys erledigte Präsidentenstelle im Wege der geheimen Abstimmung besetzt. Es würden insgesamt 98 ÄtjAMM abgegeben, wovon auf den Abgeordneten GaatWüLtei der keinen Landwirte) 88 Stimmen entfielen, per somit als gewählter Präsident der Nationalversammlung zu betrachten ist. Die Vorgänge in Deutschh-jhmen. Prag, 12. August. Gegen bas von der Behörde verfügte Farbenberbot zur Zeit der Reichenberget Messe wurde dort am gestrigen Tage eins Protestv e r s a m m l n n g abgehalten. Abgeordneter B o bek erklärte, es genüge nicht, gegen diesen Vorgang in Worten des Unmuts sich zü llUßexüz es! sei bereits genug gesprochen UNb geschrieben worden. Nun Müßte (öl zum Handeln kommen! Frau Senator Dr. Hertzig führte aus, die deutsche Flagge sei das Symbol de.^ deutschen Volkes. Wn Stäat> wiö dsr tschechische, der nur mit Gewalt regieret könne den Deutschen dieses! Symbol nicht entreißen. Der die Versammlung überwachende Regierungsvertveter erteilte der Rednerin den Ordnungsruf- AStzevrdneter Lehnet führte, unter anderen: aus, daß es sich bei dieser Protestversammlaug nicht nur um das Farbenvevbot, sondern um ein Verbot, .das in anderen Staaten unmöglich! wäre, um das Jerb-ot einer harmlosen Veranstaltung, handle. „Diese Vergewaltigungen sind nur ein paar Gliedes der großen Kette des. ganzen Systems. Der Staat ist auf einer Lüge aufgehaut,^ünf der Lüge dieses Staates sind wir. zusammengeschlossen, und man hat uns das Ge b h st b e st i yi m ü n gsre ch t verweigert. Darum soll aber h^r Anschein erweckt Werdau, als ob es hier Überhaupt keine deutschen Göbiete gäbe, sondern als ob alles tschechische wäre." Nach diesen Sorten Zehners erklärte der Regierungsvertrvter unter großem Diderspruch, daß er die Versammlung auflöse. tzehnev setzte seine Rede -trotzdem Hort und sagte noch: Am! Jahre 1871 hat Deutschland in Versailles' einen Siegfrieden erreicht, esü .MiM Bvrsailkör Frieden hat Deutschland zu Boden gtzwöbschi. Der dritte Versailler Frieden wird Deutschland und uns die Freiheit urch »User Recht britttzeN. l! Hi« Seilte HolstwWts» 12. August. (Tel.-Aonih.) Der mittet europäische Rayon der Dritten Internationale wird in zwei Gruppeü tzMgöteili, Nttb zwar ein« Mit Vers lin ober Hämburg M tzetttMM, Nüd itt kW zfvM mit W i e ü oder Budapest als HaMjitz, ***TjiV" . Antzenminister 2 KM», IS. ÄüMst- Dev Senat Wlt h«M eine Dauersitzung ab, um die vom Abgeordnetenhaus angeppmmenen Gesetzrsvorlagen za erledigen^ Di« Vorlagen, wurden Meist behattelos angenommen. Der deutsche ^oziastremokrat Dr. Heller erklärte, er finde die Ävt und Weise, wie der Senat die 86 Punkte der Tagesordnung geradezu durchpeitschen müsse, des Hauses Unwürdig. Redner beklagte sich darüber, baß die Gesetzes Vorlagen nur in tschechischer Sprache verfaßt wurden, so daß es feiner Partei vollständig unmöglich gewacht werde, eritstlich. an dertz' Verhandlungen teilzunehwe^. Bei der Beratung des Gesetzentwurfes, womit die Regieriing ermächtigt wird, die HandelsbeziehurlM zum Mslnnb interimistisch zu regem, gab der slowakische Senator Dula namens der slowakischen Senatoren eine Erklärung üb, daß sie sich gegen die Propaganda des itt magyarischen Diensten stehendes Abgeordneten Kvo rssak WeNben und sie Mit aller Entschiedenheit zurückweisen. D'as slowakische Volk habe sich am 30. Oktober 1918 für eiN einheitliches Staatsgebilde mit seinen tschechischen Brüdern, ausgesprochen und wexde niemals die erkung^ Freiheit gegen ein ungarisches Joch vertauschen, j Inland. Bl« KredttaKtlo^ vor he« Obersten Von informierter Stelle wird mitgeteilt: Nach dörr hier an zuständigen Stellen aus Paris einMtroffentzn Nachrichten sind die Vorbereitungen des Oberste^ Rates zur Behandlung der österreichischen Frage auf der jetzigen Pariser Konferenz vollkommen beendet, wechr auch die Nachrichten, denen zufolge das österreichische Problem bereits angeschnitten wurde, nicht der», Tatsachen entsprechen. Nach strikten Mitteilungen Briand s unp Eurzons ist nicht' daran zu zweifeln, daß die Beratung über die Kreditaktion für Oesterreich stattfinden wird, und zwar nach Erledigung der oberschlesischen Frage. Sollte jedoch die Beratung über Öberschlesien unterbwchen werdet, so dürfte das österreichische Problem zwischen diese Verhandlungen eichg e s cho h e n werden. Es kann daher als sicher an^euommerr werden, daß bereits ln kürzester Frist die vsterreichischs Kveditsrage vom Obersten Rat entschieden werden wird. Uvter Bundesgenossen. Die Wtzchenschbift „Die Börse" veröffentlicht Ettt- HÜllungen über KvrrupLivNsfäll'ö im preußischen Kriegsministertum und in andere»! amtlichen Stellen während des Krieges. Diese Enthüllungen sind 'in esiier Denkschrift enthalten, welche der früher^ Mttmeister Lustig, der während des Krieges in den Prozeß Kranz verwickelt war, im. Verlauf dieses Ptvzefses dem Wiener Divisionsgericht überreichte. In dieser Denkschrift führt' Lustig, der -seinerzeit Vertreter des ÜMreichisch-ungarischen Kriegsministeriums beim .preußischen Kriegsministerium war, zu seiner Entlastung aus, baß ihr im Einverständnis „tötU psrgesetzteü Behörde tu viestrn ^ällytt hohe Beamte Mb Offiziere, des preußischen KrieüSmiNisterinms Mit großen SüMmeü bestechen müßte, um die Ausfuhr verschiedener Materialien Nach Oesterreich zü erwirken. Es fall ihm äüf diese Wise gsiüngsn sein, Waren ünb Kriegs» Material im Wett^ von Milliarden KvoNsn über die Grenze M schaffen. Dabei fei vielfach mit gefälschten DokuMüten gearbeitet warben. — Lüstrg, der gegenwärtig im Dienste bes tschechischen Staates in Berlin lebt, scheint nicht der Uütvr dieser Denkschrift zu sein, die wührend seiner Haft aüsgearbettet würde. Das berechtigte Aussehen, das der 'Inhalt dieser Schrift hervorrl^t, hat Lustig bereits zu eiN^r M» kläruNg Veranlaßt, wonach dev Wert der Wn ihm ge* LchMggelteN ÄnM kettts s% AilliachtzN KWE MMg. Das InvalideneütschSdigungsg^setz. Wie n»S vom Zentralberbavd brr LandesSBänWioürn der Kriegsinvaliden und AriEgDtzinttchliebentN Htstt«eichS in Wim, Lerchmfrlderstraße 1, mitgrttilt wird» »vütde eiüeneueÄum t l d/ f r ist biS S1 Dezember d. & für Ansprüche nach dem österreichische« Jnvaüdknentschädigungs^rsetz eröffnet. Auch im BMgenlünd Helmatbertchtigte habe« Anspruch. Die wegen verspätzätr Anmeldung bereits AhgewuftkNn können sich »« melde«. Wer sich in der Zeit vom 1. Aalt 1SS0 bis 1. April tsstl aNtzevieldtzt hat, soÜ A>t einer rekommandierte« KorresppndtN-ksrtE unter Angabe von Name«, Adrefft und Geburtsdaten der J'nvMenrntschäditzünsSk-MMiik»« Mitteilen» daß « ivnw vrnch MrEierdäld. Minister des ÄeWM Vr. BestirfH ME D KesÄk Kundgebung, daß tatsächlich itt der letzten Zeit ein/- gewiss^ seindliche Propaganda, insbesondere vch^ magy arischer^ Seite, betrieben werbe, eine Propagatth,.bie mit ungeMrW Geldmitteln M England Ut$ in letzter Zeit speziell ßn Frankreich geführt werbe. Das Charakteristische fti, baß sich niemand von den veranMortlichen Politikern zu ihr, bekennen wolle, daß kein errster magyarischer Politiker Ät ihr teilnehme und baß sie . >! von pslMschen Desparados Und Betrügern, kurz gesagt, von Leuten wie D'vorcsak, geführt werde. Er könne versichern, daß diese Propaganda, trotzdem sie mit viel Lärm betri-ebett werde, keine solche Bedeutung habe, daß sie überschätzt Wörden müßte. Schließlich müsse ei konstatieren, daß diese Propaganda in devz letztem' Monaten bis zu einem gewissen Maße aus Fpnsts genährt worden sei, die der . ' >; Amgehnng des EKkEees Karl gngehörM. All bas sei jedoch Unbedeutend uvp dürfe nicht übertrieben wördchr; aber Man müsse ein besonderes Augen« metk darauf haßen Und auf das Wesen der Sache sehen, eventuell müsse von tschechischer Seite energisch dagegen eine geschritten werben. Würde diese Propaganda von offiziellen Kreisen betriebe», bamch wuchs dies, die guten! Beziehungen trüben. . .- ..— Telegramme. Bewtechsage« VU« deutsche« Rrichs- Ka«;ler. Perlin, ss. August. <Wo!ff.) Beim Reich S ka« zl e\ fqnd heute eine neuerliche Aussprache über die gesamte politische Lage statt. Daran nähme« der ReichstagsprÜstdent L 8 b e und der stellvertrenve Vorsttzendr des Reichstagsausschuffes für auswärtige Angelegenheiten Müll«r-Frank teil. Die Besprechung wird morgen m>t Dr. S t r e s t, man n, dem Vorfitzenden des genannten Ausschusses, wieder ausgenommen werden. Heute wurden inöbesondere die o b e r s ch j e s i f ch e Frage und die Steuerpolitik erörtert. St« delgischer Soldat 1« Stattgart überfalle«. Stuttgart« 13, August. (Kolff.) Samßtgg nachts wurde in der Altstadt imi dir MterMlittten KüMMisstvN aKgehöriger belgischer Svldätin ZivitÜÜdÜW auf der Straße von ciRfta P.iffchsten durch Stockhiebe s ch werverletzt. Dieser hatte den Soldaten um Äpsknttst gebeten und als er bemeckte, einen F r e in d e n vor sich m. haben, auf ihn ohne Mlaß ringtschlägen. Der Name ves Tättrs würde durch die Pöltzei festgestellt. Die internationale Katholikrnkonferenz. Gpaz, 12. August. Western nachmittags wurde blt Aussprache über internationale Zu s a m m e N ar b e it fortgesetzt. Kr. Metzger referierte üb« den Ausbau einer internationalen katholischtzttj KilssNrganisation, aufgtzhayt auf den bestehenden katholischen Organisationen. Diese soll den katholischen KestrebMgeN aller Dänjder dienen, besonders durch Errichtung einer iirteruptionalen Hilfsstelle, Aushau internationaler Fachverbände nnp Hilfseinrichtungen aller Art. Heute vvrmMgS fand Unter demWrfitz von Heilker- (Holland) und Pvpfefsor Arnvl'b (Schweiz) die Konferettj/ über die katholische Friedensbewegung statt. Abgeordneter Prälat Gieß wein (Budapest) sprach unter allgemeinem Beifall über di« Notwendigkeit der Bewegung und ihre Ziele, Generalsekretär K. Mayr über die Arbeitervrganisatwll her katholischen Friedensbewegung. Mach längerer Debatte wurde der Ausbau Mer international er^ katholischen Friedenssrganifatio» beschlossen,, die Unter Achtung der wahren Vaterlandsliebe mithelfen^svll an dem Ausbau der christlichen WeltMcknmig im Zusammen/ leben der Völker. l > Das Mtssio«su«wesen 1« Damaskus. Km-ufaVem, 10. August. (Privat.) Nach einer Meldung des „Haarez" bat das Missivnsnnlpesen im Damaskus itt den letzen Monaten^ so Aberhand genommen, baß die jüdische Bevölkerung sich veranlaßt srch, vor kurzem in einer Massenversammlung gegen, diesen unwürdigen Seelenfang zu protestieren und über Maßnahmen gegen diese Umtriebe zu beraten. Die Missionäre benützen die wirtschaftliche Notlage ber Juden dazu, mn durch Versprechungen und Geschenk, besonders unter her werblichen Jugend, Anhänger für das Christentum zu werben. Da hie Intervention des Ob^rmbbiners und auch! das Musch reiten eines Mädchenunterstützungsvvreins sich als ergebnislos erwiesen, hat nun die jüdisch» Bevöltze-, rung die Angelegenheit selbst in bi« Kand genommen und hofft, durch soziale Maßnahmen und ÄufklärunAsarbeit dem Seelensang eiuvu WmU zu setzeM.