Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 914 (12.8.1921)
- Date
- 1921-08-12
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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gelte 4 WM. MM Tagesbericht. (gilt Stück Kulturarbeit. tBt« die „Jüdische Bslksbibliorhek Jiou" entstand. Mo» sieht: Den Aorsio vor der Börse, die galijifdjett Mvdejünglmge, die die Nachtlokale frequentieren und tut- Fiaker i zum Rennen fahren, die schreiende Eleganz der Spekulantenfrauen, die Unkultur gewisser 'jüdischer Ttugl- Taugl-Gäste, die KafftehauZspiÄer. ' Man sieht nicht: DaS jüdische Massenelend', dcck sich etwa m die Speisehalle der „Sozialen Fürsorge Attitta Witter" flüchtet, das tapfere, unsäglich mühselige Ringen weiters oftjüdischer Kreise um ihre Existenz, den »mvergleichlichen JdealiZMAS, den Bildungsdrang, die Gesiügsamkt'it/'di: stolze Zurückgezogenheit junger jüdischerManschen, um die uns manches Volk beneiden könnte.' .Ta ist rn der Glockengasfe ein recht bescheidenes Di?remslokal von ostjüdischer Jugend zu einer wahren Hsimüa:L .geistige« Dtrebens, geselliger Aussprache, der Pflege bebraischer Literatur, deS Schrifttums in jüdischer Volkssprache, umgewandelt »worben. > Bezeichnend und ' erhebend, wie diese jetzt fthvn mrschnliche, vortrefflich'' geordnete Bibliothek entstanden ist, Unter den . nach' Wien verschlagenen Ostjuden schloß sich eirj Kreis' begeisterter junger Menschen zusammen, um für sich- und andere ein Leseheim zu schaffen. Sie tvBmetM dem edlen Zweck wöchentliche bescheidene Beiträge, warben Uleichgesmnte »nd begannen die wichtigste« Werke zu kaufen,. Das ist nämlich daS Bemerkenswerteste an dieser indische« BvlVbibliothek: Ne ist nicht zusammengebettelt', sondern von den Deremßmitglieber« unter Opftrnj allmählich käuflich erworben worden. Das hat nebst dem moralischen Wert noch den Vorteil, baß der Bücherschatz systematisch aufgebaut werde« konnte und daß nur Wertvolles i« dar Bücherkästen Platz fand. Der Stolz dieser jüdischen Bolksbibltothek ist ihre hebräische Bücherei, die jetzt schon aus .800 Nummer« besieht, 'Sie ist überaus reichhaltig. Neben Bibel- und Talmudwerktzn flehen die wichtigsten Werke der moderner beHräischen Literatur, aber auch die ins Hebräische überrrcryenchr Werke der Weltliteratur. Sämtliche Editionen des Stdbel-Verlages, der Bibliothek „Tuschiah" und reiche debräische Kinberttteratur sind' hier zu finden. Unter andere« besitzt die- Bibliothek als Rarität 15 Jahrgänge eines vor hundert Jahren in Wie« hierausgegebenen Jahrbmd „Bittere Haitün". Kr der zweiten Abteilung (SBetfe in jüdischer Volkssprache) finden wir die neuen Dichter deS' Ostens vollständig, darunter die.jetzt nicht aufzutveibende .G^ämtäusgobe der Dichtungen Mseres I. L. Perez «nd die vollstchchige neuere ostjüdische Dramenliteratur. In der deutschsprachige« BibliokheksaMiümg hat sich die Leitrmg wohlweislich auf Werke jüdischen Inhalts beschränkt. Wr die b00 ständige Entlehnet zählt diese VvlNbildungsstätte, die do« freiwilligen Hilfskraft« verwaltet wird, und zwei Drittel!« der Bücherbestände firck» stets vergriffen. Der dichtbesetzte Lesesaal mit Kr« Überaus zahlreichen Zeitschriften und Journale« erweist, welch großem Bedürfnis diese Neugründung entgegeukLw. Aber die Mtgkkeber bieftr BvkSbiLlwchÄ find' Mhk bloß Bücherwürmer und Disputanten. Säe unternehmen gemeinsam« Wanderungen und Ausflüge, arbeiten an ihr« körperlichen Ertüchtigung, treiben Sport and sehr«« nirgends, wo eS gilt, wahrhaftige Vvlksarbeit zu leisten. Insbesondere die durchreisenden Vhaluzim habe« an de« Mitglieder« dieses Bildungsvereines fürsorgliche, brüderliche Freunde gefunden. Dieses bescheidene Kereinsheim tu d-r Mockttttziasse birgt eine« kostbaren Dvlksschatz, diese jüdische BolkSbMiothek ist eine Tat treuer, jüdischer Jugend, für die ihr die jüdische Oefsentlichkert danken sollte, indem sie ihr vv» bildücheS, Mrken durch Zuwendungen fördert. Zum XH. Zionistenkongretz. Somsten, welche zum XH. Zionistmkongrrß »ach Karlsbad keifen wolle», werden aufgefordert, sofern sie für die Paß-- und Visabeschaffrmg die Unterstützung der Zionistische» Organisation m Anspruch «ehmm wollen, dies zeitgerecht, das heißt zwisch« dem 18. und 24. d. M., zu ü», da sonst trotz des größten Entgegenkommens der Paßstellen eine beschleunigte Erledigung infolge des Massenandranges nicht erfolge» könnte. Insbesondere «Äffe» alle notwendig« Personaldokumente «nd die Bestätigung detz. Steckrämtes rechtzeitig beschafft werde». In der Zeit vom 18. bis 34. d. M. werden daun täglich von 11 bis 1 Uhr mittags und von 4 bis 6 Uhr nachmittags im Zionistischen Bureau, H., Zirkusgaffe 33, die Empfehlungsbriefe au die Polizeidirektiou, beziehungsweise an die tschecho-slowakische Gesandtschaft, ferner die Legitimationen fürdieffchecho-slowakisch« Bahnen ausgegch« werden. Zionistisches Landeskomitre für Oesterreich. <9 ' 2^ u weltlich er zionistisch er Studentenkvngrrß. Gleichzeitig mit dem XU. Ziomstenkongreß findet, wie schon berichtet, in Karlsbad der Allweltliche zionistische S tnd entenkongr eß statt. Das vorbereitende Komitee hat seinen Sitz bereits nach Karlsbad verlegt. Seine Adresse ist: A. Hirsch für das vorbereitende Komitee des Mweltlichen vvnMcheu Studentenkongreffcs, Karlsbad, »Verdi", wohin man sich wegen aller Auskünfte wenden kann. Die bereits veröffentlich! :n Vorkehrungen wegen Reife, Paßvisu ufw. sär den Zwnistem kor.g'. A selten auch für di? Delem-rtev des MuMlichrn riouW- , StodeMLNkonaLLÜL^. Wkkner MDegenMrttUK ~i$2i —.. —.... - —.— ■■■■ i i. i-n-n-i-nnTTT» I .. — . .. JCT, Die saure Milch de^r frommen Denkungsart. Nach schon berühmten Mustern hat mmmehr auch der GememdeanSschnß von Uttendorf den Beschluß gefaßt: Nachdem die Gemeinde mit den hiesigen Sommerfrischlern jüdischer Ablimsi zum Großteil sehr schlechte Erfahrungen gemacht hat. beschließt der Gemeindeausschuß mit Stimmeneinheit, jedem Emreisenden jüdischer Abstammung nur einen Aufenthalt von 34 Stunden im hiesigen Gemeindegebiete zu gewähren. Die Jfltvet Warte am Jim* verrät i» ihrer Nummer vom 39. Juli, worin denn diese schlecht« Erfahrungen bestehe». Man höre:. „Die hier auf Sommcrirische befindlichen jüdischen Familie» geben zu wiederholten Malm der Oeffentlichkeit grobes AekgerniS, da sie m unmittelbarer Nahe des Marktes, auf vollständig freiem Platze, teils splitternackt, teils ganz «nzi,länglich bedeckt Bäder und Sonnenbäder nehmm* Die christlichen Sommerfrischler nehmen wahrscheinlich ihre Bäder vnd Sonnenbäder im Dunkel der Nacht und auch da nur vollständig bekleidet, damit die zum Fensterln schleichendm »Bvam" nicht in ihrem sittlichen Empfinden verletzt w«dm! Aber damit ist das jüdische Sündenregister noch nicht erschöpft: »Weiters wird die Bersorgnng der ortsansässigen Bevölkerung in ärgster Weise erschwert, da jede einzelne dieser Personen täglich gleich mehrere Liter Milch verbraucht und für alle Lebmsmittel übermäßige Preise anbietet.* Kann «an sich etwas Unverschämteres denken, als einm Juden, der nicht nur Milch trinkt — die bescheideneren Arier bevorzug« offmbar andere Getränke — sondern daS Ge* »offene auch bezahlt, noch dazu »übermäßig* 7 Wer die Psyche unserer stttlich-religiösm Bauern kennt, weiß, wie ungern fie mit einer so köstlichm Gottesgabe wie Milch Handel treibm, um wie viel lieber sie sie m ihrer unübertrefflich« Humanität und Herzmsgüte ganz unentgeltlich ihren Schweinen vorfttzrn. Nnr ein gottloses Jndividmrm kann das den ftommen Bauem übelnehmm und vo» ihnen verlangen, daß sie auch dm > Städtern Milch abgebm soll«, und zwar in eine« Zustand, in dem sie sogar von Kindern und Kranken geuoffm werdm kan»! So eine Forderung wird die fromme Bauernschaft me begreift« k Denn die sittlich-religiöse Erziehung, die sie genießm nud devzuliebe seinerzeit das Volksschvlgesetz ebenso obstruiert wurde wie jetzt die Glöckelsche Schulreform, hat ganz andere pofillive Resultate erzrrlt: eine Moral tue die für die Großstadtkiuder bestimmte MLch ans Geiz und Fahrlässigkeit sauer werdm laßt und deu Jsdeulmdern sogar -as bißchm Ozon und Soun« m/ dem Laude vorenthalien will! Die Forderqugen -er Eiscubahsrr . abgeletzllt. Der Mknkplerrat hat vorgefievr V8e NEaMKM btt Effenbahuer < «ach .Erhöhung der TeuerlyrgS^ckage um 3000 Stemtat aSgelehttt. Me wve erfahre», bürfim kr dieser Frage wette« BerhandLugev fiattfiwde«. BeMüFe üb« eine« eventmrelleü Streik bet Eiftpbahn« wmckeq Über eine« MenüreQe» Streik der Etsschahner wurdet VprvläufiS wicht sefaßt. rfrrsn^|v;: -t: Die StrSfli«gsrevotte in Stet«. ’ Rach de» MtteÄrmtze» der ObersiaatSarrwaKsWk herrscht dr dev Strafanstalt Stakt» vollständige Ruhe, bv'ch haben mach nicht alle Sträflinge die Arbeit ousF^iomme». Die verstärkte» McherheitSmaßnahme» bleibe« vorläufig Nach aufrecht. Me Kerstellurrg der ArbettSrSu«e wurde tzt Angriff genommen. Me durch Schüsse verletzte» Strüslinge geh«n der Me»eftvtz MtLege». tz Nazzi« -nf Valutaschieber. In zehn KafseehaLser». Am W. d. M. mittags wnrdx» jpt gleichr-c ZeS bgehn Kaff «ehLaser» der erste« and -wett« Be-irkeK Strerftmge» nach Kersoue», bi« sich mit dem Abschluß bedenklicher Wschäfir und «£t dem Balutmyandel befassen, vorgenomnten; au§ diese»' Anlaß wurde» {143 sp«sch«u dem KriegSwuchevantte vorgeführt, wo fie bou Beamten bev Steuerbehörde sowie der Ainanzbezirksdirektio» ^iner ea»- gehemdAt Perlnstrierzmg Anterz/ogep wurden. SettenS der Steuerbehörde wurde« unter Sperre gelegt »«& znrückbehaltrn: 269.642 Kronen österreichischer Währung «nd i» V«SlLndischer Naütta: 201.699 polnische Mark, 8476 M»ar, 2591' tschechische Krone«, 3719 Lei, 411 Irre, ft belgische Franke», 39 Piaster, i7750 ungarische Ztronep, 111.520 mogestentpelie Kronen» tß Dollar, 20 '^canzösischv Franke»^ 1 Pfttnd Sterling, 10 Schilling, 3440 Leva. VetzeN eine Anzahl von Personen wurde überdies die Frembenbehcmdlung eingeleitet. Mehrere der AngehaÜenen werben wegen Vcv- Vvtewe« Handels «ttt EbelmetaLe« ^t: Mem ösfentLichLn, Lokal polizeilich! bestraft werde«.; ' Die Streifungen fanden in ft)sge»ü>en K'affeeh'LusÄch statte. Wögerer, -Adler,. Edison, Silier, Franz Josefs-Kai, DÄmabad, Wnm, Sttaßemjhoß, Quarnero und National. Die Hitze. Drr amtliche Wetterbericht beharrt auf seiner DoravSsage ttnes Tmrperatursturzes. Er besaqt: Hvs der Vorderseite deS Tiefs, dessen Kern mittags über Oberosterreich lag, haben ftbhaste südöstliche Winde "die Temperatur nochmals stark in die Höhe getrieben. Aus Lodz werden 40° gemeldet. Wien halte 38*. Die Temperatur an den Meeresküsten betrug durchschnittlich 18°. I« Frankreich habe« Westwinde Trübung und Trmperaturfall gebracht. 'In Oesterreich ist das Wetter noch vorwiegend heit«. Boravssage : B o r w reg * » d t r ti b, nach Gewittern nud Temperaiucfall zunächst Nochlassen, später flnw^chsen des rlsi guis. vielleicht Mit ncucrsichm Entladungen^. ..lMajte west" Ei« Kinderverderber. Da» Treiben der ^Eigenen*. Auf gräßliche m»d systematisch betnebme sittliche Bm» fehlnngen, durch die völlig harmlose Kinder bis m de« Grnnll der Seele verderbt wurden, ist daS Polizeikommiffariat Döbling gekommen. Es handelt sich um Umtriebe der Sorte «o» Leuten die sich ^Eigene* nennen und, auf ihre krankhafte Ber» anlagung hinweisend, um Aufhebung eines gewissen Paragraphen deS Strafgesetzes kämpfen. Dem Kommiffariat Döbling teilte dieser Toge.em VW sorgter Bat» mit, daß im Hause XIX., Weinberggoffe 18, em Man» wohne, der wöchentlich zwei- bis dreimal d« Besuch etwa 13- bis 14jähriger Jungm empfar.gr, '.diejrmgesähr zehn bis fänfzehn Minuten bei ihm bliebe«. Es wurde erhoben^ daß der Schuldige der öSjähntze angeblich diplomierte Ingenieur Josef Dittmann fei. Er wohnte dort mtt seiner Lebensgefährtin, der ÜLjrchrigen Berta K l a S k«, Dieser Manu hat die Knabm durch feine Lebensgefährtin an sich locken lassen und fie Dinge gelehrt, die ihre Seele und ihren Körper verdarben. Eines d« Opfer desi Dittmann ist der 15jährige Lehrjunge F. Die KlaSkla hat d» Knaben vor etwa zwei Jahren beim »Anstelle«*, kennen gAetwl und ihn in die Wohnung geladen. Dittmann war mit ihm fchv flenndlich rmd machte ihm dm Atttrag, ihm i« Rech e nunterricht zu helfen. Der Knabe uahm frendig da.« lernbegierig war, und die Eltern gaben ahnrmgSlvS die ErlaubniL! Vierzehn Tage wahrte der wirkliche Rechenünterricht. Darm ab« trat der »Lehrer* mit seinem eigentlichen Plan hervor. Dmch Zeichmmgen und AndmtnngM wußte er deu bis dahin »»schuldige» Knaben allmählich dazu zu bringen, sich die Zärtlichkeiten gefall« zu laffm. Er gab ihm jedrSmal X so und fetzte ihm Kaffee «Ä> Backwerk vor. Zuhause schwieg der Junge. Abs daun der Knaftk in die Lehre kam, da « das 14. Lebmsjahr erreechü' hatte, fiel dem Lehrherrn manche Absonderlich hx t auf «vd « teilte seine Beobachtimgm den Eltern mit. Dadurch kamen darauf. Der Knabe wurde inS Gebet genommen «nd gestand schluchzend seine Verfehlungen ein. Dittmann soll wegen ähnliche^ Verfehlungen mehrmals bis zu sechs Monaten abgestraft sechs Seine Lebensgefährtin, die Kaska, ist, wenn Dittmann mit de» Knaben allein war, rücksichtsvoll auSdem Zimm e,.r g e g a »gen. Der kleine F. soll nicht daS emzigr Opftr de- SchädlingS sein. DittmM» hat sich früher viel im Ausland aufgehalte». Jetzt war er in schlechter materieller Lage. Zwei Fahre ««schuldig ei«g«Lerker^, Xu3 B » d «» rst wird MI» «elchritbm: 8at Mrigrr Hast in d» Szegedimr Strafansialt isttdieser Tage' der Advokatmskeuldidat Dr. Andor Aczel «ff Grund eine- Freispruches deS Oberste« Militärgerichtes iu Freiheit gesetzt worden.'Dr. Aczel. der sich alS Reserveoberlaetnant im Kriege mehrfach ausgezeichnet hat, ist Z i o n i st, war fShreudeS Mitglied der seither anfgelSsteu arademischrn Bereinigung »Mlckkabäa*. deren Müglieder »ach dem Sturz deS Kommunismus in Ungar» sich als Schuhtruppe» gegen die studentisch«! Pogromhelden organisierte» und den weißen Terroristen im Kämpft manche Schlappe beibrachte». Genauer über die gegen De. Aczck er- .hob««» Beschuldigungen war niemals z» erfahren, doch hieß eS,dasi er, der a« der Orgamfatio« der Gegenrevolution werttätigen Antei hattr^ feiner Enttäuschung nud Erbiüernng Nu die nationale Armer, die sich zur Vollstreckung von FudenmasiakerS henütze« ließ, allzu laute« Ausdruck lirh. Nun wurde Dr. A>e.z e.1 Mter Brkaffung feiner AuSzeichnnugen und rmter Annkknuung .^f^ der Ratioualarmee geleisteten außerordentlichen Dienste* bloß^ z» «nfachem Arrest « der Dauer von f'ü n f M o » «ft ei» «teilt. Dr. Aqel hat wahrend feiner Haft sich die hebräffche SMOe vollsistndig angeeignet, wodurch er beinahe in eine Ufa Straft rmteifvchung gerate» wäre. wurde nämlich beim Studium eines hebräisch« SprachvncheS ertappt, welches alS bolfchewMscheS Propagaudabuch augeseh« wurde. Interessant dabeiM, daß dev damals gleichfalls in Szegedm verhaftet gewesene' ObMabbd« Dr. Immanuel L v w aufgefordert wurde, ei» Gutachten^darübdp abzngeben, ob das Buch nicht »Die Weiftn von Zion* ober girr ein bolschewiÜschrS Gehemlbuch sei.^ Müch-rettgiSfe MiiMh Äls vor Jahr und Dag eüm wnglLcklW MdenfroA daS Gewissen EuwpaS.durch SchildErmeg der .Grevieltaten, denen fie in der Gewalt dev „Erwachend«^ Magyaren" ausgesetzt gewesen war, wachzurütdeln verstrchte, war die sittlich-religiöse ,Keichspost^ sehr entrüstet — nicht etwa über den Mißbrauch des .christlich. nationalen" Parteischfldes' M l gemeinen Verbrechen,' sondern s^'er die ^Mische iScharnlosigSeit^ eines' Neides, das solche Erlebnisse aUszuplaudern ftnstande war. Aas Blatt vertrat damals die MiMug, daß' eine Christin solche Dinge me und nimmer zu schildersv vermocht hätte. Leider haben die jetzigen Ereignisse in Obttschlesien das Leusche Blatt desavouiert. Deutschland yat «ümkich! eine Dienkschrist Wer die Greueltaten der Pole» während des dritten Aufstandes ver- Wentlicht, in der unter anderem eine Gastwirtsdochter Helene Ä. schildert, wie sie und ihre ZWpresher von den Insurgenten vergewaltigt wurde. vermutlich wird nun auch'- diese U.ngMckliche dvn Zorn der klerikalen Sittlichkeitsapostel zu suhlen biskommen, vor deren öeuscheu Ohren man es jmnt einmal nicht nennen darf, was die keuschen Herze« her Kreuzfahrer um Pro nah, beziehungsweise Haller nicht entbehren können. Ganz sicher ist es der „Reichspost^. lieber, wenn sich hie tmp seren Vorkämpfer dex christ-' lichen Weltanschauung in ihrem frommen Eisen an Jüdinnen halten. Wenn aber ans ein-! mal zur Abwechslung C'hristjiuu'U daran glauben' anüssen, ist es von diesen doch nicht schöl'., daß sie . ta». .Ji&idmitit:;.. mJm ..ü&Ä..Ä3j