Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 911 (9.8.1921)
- Date
- 1921-08-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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M. SU Dienstag Wiener Morgerrzettrmg S. August 1S2L ftlffl, ob' er ein einbettiges vder ein zweibettiges Zimmer beansprucht, und in welcher Preisliage per Bett (10, 20, 30, 40 Kronen wch darüber). Sämtliche« Bestellern, die uns ihre Bestellungepr einsenden, ohne das Datum ihres Eintreffens in Karlsbad anzugeben, wird Logis Wm 30. d. M. ab reserviert, so daß das Zimmer, auch falls der Besteller später eintreffen sollte, von diesem Tage an bezahlt werden muß.' Verkehr vom Bahnhof in die Stadt. An den beiden Bahnhöfen in Karlsbad wird ein Wohnungs- Nachweis eingerichtet sein, beidem sich di« Kongreß, besucher nach ihrer Ankunft-unverzüglich nach ihrer Wohnung zu erkundigen haben. 8onÄei'-ädsnnsmeM für die. Kongress-Ausgabe werden unter folgenden kedingungen entgegengenommen: Oesterreich: k( 120,, Deutschland: Mk. 14, Jugoslawien: Dinar 12. Tschecho-Slowakei: tsch. K 15, Polen: poln. Mk.150, Holland: holl. fl. 1.50, Schweiz: Pres. 3, England: Sh 3, Italien: Lire 6, Amerika: Dollar —.50, Frankreich und Belgien: Frcs. 6. Für das übrige Ausland: Schweizer Frcs. 3, Unseren ständigen und neuen Abonnenten liefern wir die Kongress- Ausgabe ohne Aufschlag auf die normalen Bezugsbedingungen. Die Tänzerin aus Bukarest. Ganz in der Art einer Hochstaplerin hat hie 22jährige angebliche Artistin Jenny Mendelson, eine Bnkaresterin, hier ohne GE gelebt.. Sie hat im Hotel Metropole gewohirt und verschiedene Personen geschädigt. So erschien sie in dem Vergnügungsetablissement „Monlin Rouge", in dem sie als häufiger Gast bekannt war, und lieh sich vom Tortenkellner Johann Michel feit 20.000 Kronen ftir ein paar' Stunden aus. Die „Tänzerin" kam nicht wieder. Der betrogene Kellner forschte sie ans dem Freudenauer. Rennplatz' in Begleitung zweier, junger „Kavaliere" aus. Er ließ sie unter einigem Aufsehen verhaften. Zufällig weilte auch der Wäscheerzeuger Armin Berger, Liechtensteinstraße 2, aus dem Turf, dom die Mendelson 3000 Kronen Darlehen und Krawatten im Werte von <>900 Kronen unter dem Vorwand entlockte, sie nach' Bukarest zu schicken. Herr Borger! schloß sich: dem Strafverfahren an; zugleich mit ihm kam auch der Autotaxibesitzer Wvlfgang Unterder ger, 5. Bezirk, Rübigergasse 6 wohnhaft, dem sie für Autofahrten 96.000 Kronen schuldet. Polizeirat Dir. Hannsch vernahm die Beschuldigt«. Sie konnte nicht^diek' zu Mer Müastnng anführen. Sie ist allerdings die Tochter eines reichen Bukarester Kaufmanns gewesen, doch ist sie aus dem Elternhaus verstoßen. Sie ist, so gibt sie zu, gegen den Willen der Eltern mit einem Galan durchgegangen und ihr Vater hat! sich' so darüber gekränkt, daß er starb. Seither treibt ‘ sich die Mendelson in der Welt herum. Sie kam von Paris hieher und wohnte seit einigen Wocheü im Hotel. Ueber Barmittel verfügt sie nicht. Sie wurde wegen Betruges dem Landesgoricht eingeliefert. Tin Wiener Ehepaar in der Salza ertrunken. Aus G r o ß->R e i f l i n g wird gemeldet: Der Wiener Mimsterialbramte DÜrrmayer und dessen Frau wollten mit einem Kajak vom Gallbawe Scheiblechnrr bei P a l s a u auf der Salza nach G r o ß - R e i f l i« g Rhien. Unterwegs kippte das Boot infolge der rerßeyden Strömung um und beide Insassen sielen in den reißenden Fluß und ertranken. Die Leiche DürrmaverS konnte noch am selben Tage geborgen werden, wahrend jene seinxr Fran bis beute noch nicht ausgefunden werden konnte. Dmrmayer hatte erst vor kurzem geheiratet. * Das Sowjet-Wort. In einem Moskauer Theater - dieses kleine Sittenbild aus Sowjetrußland finden wir im »Journal des Dubais"' — gehen während des Znnschenaktes mehrere Polizisten herum und fordern von den Zuschauern ihre Papiere. In der zehnten Reihe ist ein Provinzpriester, der keine Papiere hat, vor Angst mehr tot als lebendig, und verfolgt mit ängstlicher Spannung das Näherkommen der Sowjetbeamten, die bereits mehrere Personen verhaftet haben. Nun sind sie eine Neihe vorher und wenden sich an eine Dame mit der Frage: „Ihre Papiere?" Und die Dame antwortet nur das eine Wort: „Sodkom!" Ohne weiter zu fragen, gehen sie fort und wenden sich an eine ändere Dame, die wiederum nur das geheimnisvolle Zauberwort ausspiicht: „Sodkom", um völlig m Ruhe gelassen zu werden. Da der Priester die Wunderwirknng dieser Formel erkennt, so antwortet er ebenfalls mit ,Sadkom*. Die Sowjet-' beamten aber sehen ihn erstaunt an und.— verhaften ihn. Erst einige Tage nach seiner Verhaftung erfuhr der arme Mann di* Bedeutung dieses mächtige» Sowjetwortrs, das nicht mehr und nichts weniger, heißt, als „Geliebte, eines Kommissars". Si non e .vero .... * Für das Lobe-2kheatcr ti» Vresla» hat Direktor P (i u I Bar n a y das neueste Drama des Hamburger Dichtet-' Hans W. Fischer. »D e r I L g e r, zur Uraufführung erworben und w-rd d ese noch im September stattfinden lassen. bekundet die gesamte zionistische Welt für die anlässlich des XII« Zionistenkongresses <1. bis 10. September I. J. In KARLSBAD) Im Rahmen unserer Hauptausgabe erscheinende KONGRESS! AUSGABE dar .WIEHEB BOEGENZEITUEG" Dieselbe wird 15 Nummern (vom 31. August bis 14. September) umfassen und HSglieh die ausführlichen Verhandlungsberichte des Vortages bringen. Die KONGRESS - FESTNUMMER vom 31. August wird hochinteressante, aktuelle Beitrüge der zionistischen Führer enthalten * Mafaryks Gehalt Im tschechischen Parlament haben die Mehrheitsparteien einen Antrag eingeb, acht auf Abänderung des Gesetzes betreffend den Gehalt des Präsident«: n der Republik. Nach dir>em Antrag soll das G'setz vom 20. Dezember 1918 dahin abgeandert werden, das; der Präsident der Republik an Gebalt jährlich eine Million Kronen und für Ausgaben seines Annes »wer Millionen Kranen l-.ez'.cdr.' Die Bestge .unterliegen kc-nen Steuern und Gebühren. Die Wohnung Hai der Präsident in der Prager Burg. * Gin Lehrstuhl für Sexnattehpe. An der Universität Königsberg wurde ein L-hrstnhi fi'r Sernallebre errichtet.'Es ist die? der erste Lehrstnbl. der in Deutck'and für das Gesamtgebiet der Seruallehre errichtet wurde. Es bestand bisher ledigl'ch an der Breslawr Universitätein Lehrstuhl für Sexualnadagogik. Als Do ent wurde der Köingsb^rger Dermatologe Sarntöt§i at Dr. S. Jeßner berufen. Er wi-.d seine Vorlesungen mit dem kommenden Winter scmester beginnen. * Sin Tschlenow-Grabstcin in London. Wie man uns aus London berichtet, wird dort beute aus dem Grab: dcs° im Jahre 1917 verstarb'nn rust'ischcn Ziouistenführers Dr. Jechiel T s ch I c n o w ein Menmnnil mnsesiellt werden. * Wiener Messe. Alle Messeg'bände werden ab 30. d. M. ausnahmslos für alle Nichtbcschäftigley ge'cblossen. Ab 7. bis 11. September sind sie nlir mit Bewilli-'ung der .Meffe" leitnng zugänglich. _ . * Ende des Streiks in Bad Hall. Aus Linz wird berichtet: Der am Freitag auSgebrochenc Streik der Kurhausbed'.cnsteten in Bad Hall ist noch am gleichen Tage beendet vud die Arbeit im Interesse der Kranken wieder ausgenommen worden. * Wetterbericht. Europa wird von starken Westwinden üverweht, die in Böhmen und Polen zu Sturmstarke anschwellen. Ueber. das Nord- und Ofiseegebiet fallen häufig auch geringe Niederschlage. Sie areifen aber nie über den 50. Breitegrad südlich liinaus. In Oesterreich ist da? Wetter vorwiegend heiter, sehr warm. B o raus f. a g e : Wechselnd wolkig. Temperatur vorübergehend etwas, uicdu'ger, mäßige westliche Winde. * Grtrunkerrer Knabe. Am 7. d. M. vormittags ist der zehnjährige Martin Schwarz, Sohn deS Mayer S chwarz, IX., Liechtensteinsiraße 91 wohnhaft, beim Sp'elcn auf den Schissen unterhalb der Brigittabrücke in den Donaukanal gestürzt und ertrunken. Er ist blond, hat blaue Augen und trug Matrosenbluse, kurze Hose, hohe Mavnekappe, drnikelgestreistes Hemd und. keine Schuhe. > * Zum XII. Kongreß. Heute, 8 Uhr abends, findet im Verein Efta (Caft Winkler. II., Sluwerstraßc 1) eine Wählerversammlung znm X!!. zionistischen Kongreß statt. Referenten Löbl Taubes, Dr. Paul Diamond. * Die Millionen im Reisekorb. Der postrnlose Hanbelsangestellre Jakoh Alster. II.. Hedwiggaffe % wnrde am 31. v M. von der österreichischen Finanzkontrolle in Gmünd angehalten, da er in einem mit Doppelboden versehenen Reisekorb e i « e M i l l i ö n österreichischer ungestempelter Kr one» mitführte. Nach Perlustriernng wnrde er der FinanzbezirksdireKion überstellt. * Arveimillionenfpende füe die Riettungsgesellschaft. Gestern wurde der Rettungsgesellschaft die Mitteilung gemacht, daß Herr Ludwig W i t t g e n st e i n ihr die ansehnliche Spende von zwei Millionen Kronen angewiesen hat. * Einbruch. Gestern nachts wurde bei Frav Alice Berger. I., Morzmplatz 6, e ngebrochen. Gestohlen wurden Schmuck und Valuten im Werte von zusammen X 210000. Bühne und Kunst. Di« Mksches Kouzerkbkremz. In den letzten Tagen wurde das «mtz«W»tWWd der Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftstelvtr «ch Künstler Darnach" in Wien, 2. Bezirk Laborstraße 1—3, gegründet. Durch diese Gründung ist die längst notwendige Zentralisierung des jüdischer DevanstalMngswesens. in die Wege geleitet, so daß. Aussicht besteht, daß einesteils das künstlerische Niveau l dieser Abende itzstematisch gehoben, andererseits die Häufung von Veranstaltungen zur gleiche« Zeit der- Gis lässenverbreifung unserer Kongress-Ausgabe im gesamte» In- und Auslände verleiht Inseraten «ine bedeutend erhöhte Wirksamkeit Benützen Sie diese einzigartige Gelegenheit, mit der Geschäftswelt des Auslandes für Sie wertvolle Verbindungen anzuknüpfen und verlangen Sie unser-lnsertionsoffert oder unverbindlichen Berod» ” unseres Vertreters Normaler Anzeigentarif t Die Verwaltung der „Wiener MorgenzeUang* Wien, II.. Taborstrasse 1—3, Telephon 38014. mieden wird. Durch die Mitarbeit der in der eimgung Haruach organisierten Künstler rard Schripfteller sowie durch die Delegierung eines BorstaubS- .mitglivdZ als künstlerische« Leiter des Bur«a«s ist der künstlerische Erfolg des neuen Unternehmens gewährleistet. Das Konzertbureau beabsichtigt, «eben eigene« Abenden und neben einer großen Reihe von vvpnläveu Sonntagvorwittagsveranstaltuttgen das fachmännische- Arrangement der ihm von-Organisationen urrd Bereiav« .übergebenen Veranstaltungen jeher Art dnrchzuführe«, sowie Provinz-.und Auslandstourneen zn veranstalte«. Da bereits eine Reihe von Sälen für die Lommeude Saison gesichert wurde und zwecks Eröffnung eines' Kartenverkaufsbureaus im Zentrum der Stadt alle Maßnahmen getroffen wurden, ist ei« Anfschwusg des Veranstaltungswesens z« erwarten. Vereinsnachrichten. I u g e n d 'v e r e i n A h a w a t h Z i o n, H., Kleine u f a h r t s si r a ß e 160. H e u t e, 8 Uhr abends. Bortrag ortsetzung) Dr. Tartakower. — Jugendverein Neß Z i o n a h. II., l g p l a tz 5 (Gasthaus zum Komet). Heute. 6 Uhr, Fefikomiteefitzung. — Jüdische Tifchgesells ch a f t Landstraße. Heute, 8 Uhr abends. Minier Rina- Caf6, Stnbnuing, gemütliche Zu'ammenkuttft. Gäste willkommen. _ ■ Die Ernährung. Der Marktbericht. Der Mangel an Kartoffeln macht sich empfindlich fühlbar und man steht vor einer neuerlichen Preise r h 8 h u n.a sowohl für die ans dem Ausland als auch aus dem Inland auf den Markt kommenden Karwffelu. Dies gilt!5r alle Gemüscsorten, wie Paradeiser, Zwiebeln usw.. d« aus den Nachbarländern bezogen werden, ebenso wie für das aus diesen Gebieten kommende Obst. Auf dem Näschmarkt waren gestern Grünwaren «nd Obst m ausreichenden Mengen vertreten.- Die von Ungarn freigegebencn 16!,0 Waggons kommen nicht nur für Wien, sondern für das ganze Gebiet des Bnndesstaates m Betracht. fv daß erst die «ngekünoiglen Lieferungen aus Jialrw eine leichte Entspannung'bringen dürsten. In der 'Großmarkthalle herrschte gestern, wre aewohnlrch an Montagen, nur schwacher Verkehr:. Die Vorräte reichten ans allen Gebieten für den Bedar'. Dre Preise habe» sich gegenüber dem letzten Markttag nicht verändert. Apvllo-Dheater. Wohl der Hitze wegen gibt mm jetzt tat ApolLo* Theater zwei Stücke, deren Akteure im tiefste« Negligee und im Schwimmkostüm auf der Bühne herumtollen. Es spielt sich so leichter bei einigen 30 Gr^rd und das Publikum hat seine Freude daran, also ist beide« Teile» geholfen. Zuerst sorgen die französischen Schwarrtautoren Henneguiu und Weber für lustige mß luftige Enthüllungen. Die Herren Oskar Sachs und Rudolf Kumpa brMeren als Kompagnons, die auf einer Geschäftsreise in ein galautes Seebad und dort, ohne es z« wissen, in die Nachbarschaft ihrer vow Marietta Weber «nd Pia Arnold reizend ververkörperten, lebenslnstigen Gattinnen gerate«. Das Ganze heißt ^Riqnette im Bade^, wobei «a» aö«r nicht gerade an em — Reinigurrgsbad denven darf... Bon der Meeresküste führt uns dann Pos sommerliche Programm in die Mpenwelt. ,Lsm Gebirgshotü", bas ßms die Herren Horst «nd Wengraf unter «nsikasischer Assistenz des Herrn Richard Falk Vvrsührr«. vertauscht ein Hausknecht (Oskar Sachs), der in Liebesnöten feine sofortige Entlassung provoziere« will, absichtlich die zum Reinigen vor die Türe« gehängte« Kleider nnd Schuhe der männlichen und tteibliche« Touristen (Mzzi Freihardt, Ännie Geig«, Lilly Schwarz, Mrdolf Kumpa und Fritz Götze) «nb vevanlaßt auf diese Wise mehre« Sing- und Danzduette Und andere OpereLtenkatgstrophen. Die Darstellung war auch in diesem Stücksehr flott. Der Komponist, der Brudor Leo Falls, bewies, daß das Fabrizieren „ftsch^ Tanzmusik in seiner Familie epidemisch ist. Die Autoren, glaubten, auf den Hümorersatz einer jüdischen Touristen- Karikatur nicht verzichten zu können, was den diesmal von ihnen aufgebrachten Geist hinlänglich charakterisiert . . . [ H- Sp- Hieronymns Loem. Heute fährt sich zmu hundertstes Male der Tag, da Heinrich Landesmann, brr alS Dichter und Philosoph den Ramen Hieronhmus Lorm trug, «t otr Nikolsburgec Judenstadt geboren wnrde. Em wahrer Hiov, war er zeitlebens mcht nur von körperlichen Schmerze« gwlagt, sondrrv taub, spat rhin blind und gelähmt und trug seme Luden mit vewundernswertem Gleichmut und erreichte das hohe Met von 81 Jahren. Seine literarische Tätigkeit begann « n« Wien des Vormärz, mußte wegen seines Buches »Wienportlsch« SchMUgen und Federn- (1816) Wie« verlasse», kehrte nach der Rev«uk»v nach Wien zurück, wirkte hi« dmch.30 Jahre und verbrachte seinen Lebensabend in Brünn., Lorm war ein sehr vedentendrr und eigenartiger Lyriker. Seme SammlMgm .Gwime:Wt» ^Nachsommer". Er bearbeitete die orientalische Faustsage »Mi«-,- verfaßte zahlreiche Romane, danmter dm dreibändrgen. aufgelegte» Roman -Ein Zöglmg des Jahre» 1848 . Stark« Anklang fand seine Novellensammlung »Am Kamm vfoyik dreibändige Sammlung , Geflügelte Stunden. Leo«, IrtA Dichtung". Auch als Dramatiker versuchte er sich. Es Ist höchste' Zeit für den Herbst jetzt noch V* i 11 i & v. hochfeine KANN ft FRIED b> o f an hoi ^054