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Wiener Morgenzeitung · 1921-08-06 · Heft 908 (6.8.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 908 (6.8.1921)
Date
1921-08-06
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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/WÜrH_Men, SMMtz MeitLr MorgenzeitUng 6, August 1921 Nr. S0tz Bühne und Kunst. Bemerkenswerte FreittchtanffÜhrnngen. (^Fidelv* im Walde. — ,M^rdea* irrt Weimar e r B e l v e d e r e- P a r k.) Der Zoppoter Waldbühne gebührt der Ehrentitel vor einer mehr als 6000 Köpfe zahlenden Zuhörerschaft im Jahre des 150. Geburtstages Beethovens seine Oper ^Fldettv" in der herrlichen Waldszenerie aüfgeführt zu hüben. Paül W a l t h e r»S ch ä f f e r, der die Zoppdter Waldoper Nüilmehr ein Jahrzent leitet, hat bei Bewältigung der szenischen Aufgabe Hervorragendes geleisteö. Der Eindruck auf das Publikum w ,r gewaltig. — RestlvS gelang eine Aufführung von Grillparzers e d e a* m W e l mar. — In Wien wurden Freilichtaufführungen bisnun nicht einmal verfncht, wenn man von dem »Jphigenir*-Fiagment absieht, das vor zwei Jahren bei der römischen Raine im Schönbrunner Park geboten wurde' Die Nachtvorstellungen im Belvederegatten fthb wohl Vorstellungen Unter freiem Hiütmel, »aber keine „Freilicht"-Aufführungen. _ Mali Pieö« für die Wleüer Kinder. Heute, Samstag, dm 6. d. Mfindet in den K a m m erspiel.en des Deutschen Volksth.eatcrs zugunsten der Weener Kinder eme Sondervorstellung mit Mali P i c o n,und Direktor I. K a l i ch aus Boston, deren Arrangeur Schriftsteller Hans Karl Grauenberg, ist, statt.. Die restlichen Karten sind an der Tageskasse der Kammer!picle erhältlich. Beginn 3 Uhr. Arrö dtm Theater«. . An dm Ä ä.m.m e x/s p i e l e n d e s D e u t f ch e n B o l k s tHe o te r s olerbt nur yoch bis 11. .d,W. der lustige Schwank „5p e r F l o.h i m O.h t* zur Abendvorstellung auf dem Revertoire.. Als Iv-Uhr-Vorstellung gelangen die. drer Ein« after «Er. r st. j j> aufger eg t", «Simulation* und «Ho chz e rt s r e i s e" zur Aufführung. »Die Hölle von Borbalo" von Paul.Frank bleibt am Börgertheater nur noch bis 12. d. M. auf dem Repertoire. . Gerichtssaal. Bo« Äachbarn ausgeplündert. Bor einem Schöffensenat hatten sich der 32jährige Jnstallateurgehilfe August Wimmer und der 26jährige Elsetrgießergehilfe Franz Szedenik wegen Diebstahls zu verantworten. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Tuppy. die Verteidigung führte Dr. Michael Gruber. Mitte Marz d. I. verließ die Private Antonia G a r d h ihre Wohnung im 10. Bezirk, Quellmstraße 109, und begab sich zu ihren Eltern, die damals erkrankt waren und deren Pflege sie deshalb übernchmm mußte. Als sie am 6. April in ihre Wohnung zurückkehrte, fand sie diese ordnungsgemäß abgesperrt; nach dem Aussperren ging die Türe aber nicht auf,- da anscheinend von imten einRirgel angebracht worden war. Sie mußte erst vre Türe mit Gewalt eindrückeu und sah nun, daß der Tür* riegel von fremden Personen, die in der Wohnung geweilt hatten, angebracht worden sein müffe. Dieser Umstand erregte föforli ihrm Verdacht und sie hielt in der Wohnung Nachschau. Dabe entdeckte sie zunächst den Abgang eines großen Speisezimmerleppichs, mehrerer Kokoslaüfer, Bettwäsche, Bettdecken und schließlich kam sie darauf, daß der größte Teil ihres Servicks und Küchengeschirrs gestohlen worden war. Da die Wohnung, wie erwähni, ordnungsgemäß versperrt vorgesunven worden war und keinerlei Spuren eines Einbruches entdeck! werden konnten, schien der Diebstahl ein Rätsel. Bei der Suche nach den fehlettden Gegenständen mußte sie buch die Küchenkredenz vom Platze wegrücken und nun sah sie ein großes Loch in der Mauer, welches offenbar in die Wohnung ihres Nachbarn August Wimmer führte und durch welches die Einbrecher eingedrungen sein mußteM August W i m m e r war aus seiner Wohnung verschwunden, konnte aber bereits am 8. April ausgeforscht und verhaftet werden. Er legte sofort ein umfassendes Geständnis ab, wonach er gemeinsam mit dem Zweitbefchuldigten Franz Szedenik den Plan gefaßt habe, durch Ausbrechen der Mauer in die Wohnung feiner Nachbarin einzudringen. In den Tagen vor Ostern seien sie au die Ausführung des Planes geschritten, hätten mehrere Tage an dem Durchbrechen der Mauer gearbeitet und hatten dann in der Zeit vom 25. März 1921 bis 2. April 1921 wiederholte Besuche in der Wohnung der Antonie Gardh gemacht, wobei sie rü mehreren Angriffen die angeführten Gegenstände im Werte von K 142.000 entwendet und sofort weiterverkauft hätten. Das Urteil linttete gegen August Witumer auf drei I a h r e und gegen Franz Szedenik auf e i n e i n h a lb Jahre schweren Kerkers. Ersterer hielt sich Bedenkzeit offen, letzterer meldete die Nichtigkeitsbeschwerde an. Gin Münchener Prefseprozeß. Aus München wird uns gemeldet: Der politische Kampf zwischen den „Münchener Neuesten Ra chrichten und ihrer demokratischen Gegengründung, der „S ü ddeutschen Presse*, wird zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung führen. Anknüpfend aü die vom „Miesbacher Anzeiger* abgedruckten Werbezirkulare für die «Süddeutsche Presse" und das hinler ihr stehende Verlagsunlernehmen, hatten die nationalistischen „Neuesten Nachrichten* unter dem Titel «Merkwürdige Enthüllungen* persönliche Angriffe antisemitischer Färbung gegen die Förderer der neuen demokratischen Tageszeitung gerichtet. Daraufhin haben die betreffenden Herren, Botschafter a. D. Graf Bernstorff, Justizrat Gaenßler, Landtagsabgeordneter KalbSkopf und Direktor Schuster, durch Rechtsanwalt Graf Pestalozza gegen die „Neuesten Nachrichten* Privatklage wegen Beleidigung eingereicht. Im Rahmen der gerichtliche» Verhandlung dürften auch die veränderten Besttzverhältniffe, die bei den „Neuesten Nachrichten* zu einer Aenderuvg des politischen Kurses geführt baden, ut Svrache kommen. Erstes Schwimm-Meeting in Göding. Der Turn-ttnd SporivereinMakkabi, Gödittg, verattstalttte am 27. v. M. em Schwrmm-Meetirtg, dah erste, welches in. Göding zur Austragung gelangte. Die hervorragciide Schwimmsektiön der Brünner Makkabi nahm vollzählig teil, um dem Debüt der breiigen Sektion zum sicheren Erfolge La verhelfen. Die bisher! gen außerordentlichen Lelstungen der Brünner lockten ein sehr zahlreiches Publikum heranwelches, bitide Ufer ' der March in dichten Reihen besetzt hielt. Die Brünner NahtneN außer Konkurrenz an den Wettkämpfen teil. . Die Ergebniffe waren, folgender Zöglingsschwimm e n 50 m freier Stil: Schiller und Hoitasch Erich im toten Rennen 1., Richard F.scher 2., Irene Fischer 3, sämtliche Makkabi, Gösmg. Zert des Siegers 0:56. 50 m freier Stil für Damen: Fil. Käthe Huber 1., Fzl. Winlerstern 2. Außer Konkurrenz startete Fläulein Grün (Brünn) und passierte als Erste düs Ziel. Zeit 0 56*/5. 100 m freier Stil f ü r H e r .r e;n: Gustl Ryba- «ewskr (Göding) 1. Karl Kien 2., Fritz Schlesinger 3. (sämtlich Göding). Außer Konkurrenz passierte, Balasz (Makkabi-BrÜnn) in 1:08V«-weitaus als Erster das Ziel. 300 . w . Brustschwimmen, für Herren: ttorg eoaoourv Rudi Piowaty (Brünn) Erster in 5:46. Ernst Weigl 1. Damenschwimme tt< Brust 800 M: Außer Konkurrenz Frl. Engelsmann (Brünn) Siegeritt. Im Wettbewerb selbst: Frl. Gpsti Hecht 1. Zeit 2:13. 100w - R ü ck e u schwimmen für Herren: Vötös (Brünns außer. Konkurrenz Erster. Im Wettbewerb: Fritz Rybaczewski 1. Schöner, spannender Kampf, an dem sich drei BtüNttet ttnd eilt Gödittgtr beteiligten. . 1000 .m r e r e r S t r eynaours Rudi Piowäty tBrünn) in 15.: 44,.Minuten Erster. Deu Wettbewerb enifchied Ernst Weigl (Gövmg) zu feilten Gunsten. Dir Zeit Piowatys hervorragend. V Damen 400 m freier Stil: Hora concours passierte Frl. Engelsmann (Brünn) alS Erste das Ziel. Im Wettbewerbe: Frl. Hecht 1. Frl. Lampt 2. Frl. Teller 3. Zeit 8 : 22 Minuten. .. Her x. e n st äset t e 4X50 m: Der Endmann Brünns geht mit einem Vorsprung von zirka 2 m als Erster durchs Ziel. Stafette der Sportsektion Makkabi, Göding, 3. TUrNseküonstäfelteattsgegebrn. Zeit des Siegers 2 : 35 Mlnuten. Der Verlauf des Meetings war sehr anregend ÜNd endete sportlich mit einem durchschlagenden Erfolge. . Der englische Trainer. Ärlhur Gaskell> der englische Trainer der'Hakoah, hat seinen Paffnoch nicht in Ordnung, weshalb sich seme'Nbiell'e um einige Tage verzögert hat. Er dürfte Ende nächster Woche in Wien eintreffen. Hadmonea wurde in die lV. Klasse Südost, eine der spielstärksten Gruppen, eingeteilk. Folürnde Bererne gehören der Südostgruppe an: Berufsfeurrwehr, Hechawer, Hasmonea, Umtas, Kadima, P. A. C, Prater Sportklub, Berltas. Hazmr, Athen und Bmdobona. Max Schnfter, der vorzügliche Tormann der HaSmonea, der , im Wettspiel gegen Ostmark einen doppelten Knie-und Schrenbembruch etlitt, wurde vom Spital bereits entlaffen tind befindet sich auf dem Wege der Befferung. Gründung einer Meisterschaft.. Die jüdischen Vereine Ari, Haäibor XX, Achwah, Awodah, Menorah, Sturm 1921, Bar-Kochba, Hadir n!w. mögen Samstag den 6. d. M. ins Achduih Heim ll., Obere Donaustraße 65, eine« oder zwei Delegierte entsenden. Hasmonea. Heute. 5 Uhr, Wettspiel Hasmonea-Schüler gegen Haschttton I. Abends 8 Uhr Vollversachmlung. — Sonntag Wettspiel mit zwei Mannschaften gegen Admu a (Wiener-Neustadt). Hagibor such! Gegner auf fremden Plätzen mit zwei Mannschaften. In der Provmz gegen Fahrvergütung. Schülermannschasten bevorzugt. Zuschriften an E. Stückgold, Wien, XX., Württemberggaffe 3/12. > Der jüdische Sportklub Hagibor sucht für seine l. und ll. Mannschaft anständige Zöglinge über 14 Jahre. Zuschriften oder mündlich an E. Stückgold, XX., Württemberggaffi 3/i2, Mündliche Sprechstunde Freitag von 5 bis 6 Uhr. rr!>«■«■■ ■in n 11 mun—nuniiiV, Bankhaus 1 M. ROHATYN Wie«, I., Maria Theresienstrasse Nr. 10 Telephon 20-3-63. f «» J Durchführung sämtlicher Bank -Transaktionen. I An- und Verkauf sämtlicher Devisen und Valuten. | Der Volkswirt. Gestempelte Krone - —.64 Centimes, Auszahlung Wien —.67l/s Centimes. In Zürich notierte: die österreichische Krone . . . -%67'/,i (—.67'/,. um 4. August) die österr. gestempelte Krone . —.64 (—.64 am 4 August die tschechische 5krone .... 7.60> ( 7.55 am 4. August > die MalA..7.40 \ ( 7.35 atit 4. Augusts Agrmn . ..3.40 ( 8.40 am 4. August) Bukarest ......... 7.60 ( 7.60 am 4. August' Budapest ..... .. . 1.52'/, { 1.50 am 4. August) Warschau .-81 —.80am 4. August) Die Valutenkatostrophe. Oer DoÜatz K 1067. An der gestrigen Börse waren Gerüchte im Umlauf, düß eine neuerliche Regierungserklärung gegen die Ausschreitungen aus dem Valutenmarkt bevorstehe. Im Bundesmmisterium für Finanzen wird eiftig darüber konferiert. Hier Nützen jedoch keine Worte, söNdnn Taten. Die Spekulation ließ fich durch-die Gerüchte nicht im mindesten abschrecken; im Gegenteil: die Hauffe fand ihre Fortsetzung, Dollarnoten stiegen bi8 K 1067, Pfund biS K 8850, Marknoten erreichten K 1825, schweizerifcheFrancSK 1775, tzei K 1345, Lire X 4550, tfchechische Kronen K 1840, polnische MarkKö4, ungarischeKronenX 272. I« übrigen verweis« wir auf die offizielles Schlutzkurser . Amsterdam -38.050.— Geld, 38.150.—Ware (gegen!. August 32.100.— Geld, 32.200— Ware),' Ägta'm6l8.—, 622.— (688.—/ 592.—), Belgrad 2471.- 2491.- (2851.-. 2871.—X Berlin 1817.—; 1823,- (1282.—, 1288.-), Brüsiel 8005.—. 8045.— 7805—, 7845.-). Budapest 269.50, 272 50 (357.—. 260.-). Bukarest 1347 60.1357.50 (1296.—, l3( 5.-j, EhMania —(13.575.—, 18.625.—1. Kopenhagen — 1 London 8845.—, 3865.— (3780.—, 8750.—X Mailand und Triest 4625.-, 4645.— (4415.-. 4435.-), New-Aörk 1066.-, 1070.-(1047.50. 1051.50 , Paris 8280.—. 8820.— (7902-50, 8032.50;, Prag 1844.50, 1350.56 (1307.^-, 1318.—); Son» 87Ü.- 880.— (825.—> 885.—), Stockholm 22.120.—, 22.180 — (21.170.—. 21.230.-), Warschau und Krakau. 52.60 54.60 (52 50, 54 50), Zürich 17.712 50, 17.762,56 (17.275,-.. 17.325.-), Madrid .. — Dollarnoien 1055.—. 1059.— (1635.—, 1089.-) Belgische Noten 7955;— 7995;- 7755 -, 7795.-), Bulgarische Noten 852 50. 862.50 v807.50, 817,50), Dänische Noten 16 275.—, 16.326— (—, —.—), deutsche Marknoten 1315.—, 1321— (1280.—, 12^6.—), englische Noten 3825.—. 3845 - (3/10.-. 8730.-^), französische Noten 8267.50, 8307.50 (7992 50 8032 50), holländische . Noten 32.950.-, 83050.— 132.000.—. 32 t00.—*), italienische Noten 4615.—. 4635.-^- (4402 50, 4422 50), unabgestempelte jugoslawische Roten 2458-.2478.-;2342.-. 2362.-), norwegische Noten 13.37.5.-, 13 425.- (i3.425.r~, 13 475.—), polnische Marknoten 52-10, 54.10 (62.50, 54.50), Rumänuche Noten 1342.50, 1352.50 (1285.-, 1295.—), Russische (Rom.) ' —■„ . —.—), Schwedische Noten 21.970.-, 22.080.— (21-020.—, 21.080.—), Schwerer Notcn —(17.250 —, 17.300.—),- tschechoslowakische Noten 1341.—, 1351.— (1308.—, 1318.—\ ungarische Noten neuer, Emission 269.50. 272.50 (257.50, 260.50'>, Spanische Nöten —.—, — Ausweis der Oesterreichisch-irngarische« Bü«k. 51*2 Milliarden Kronen Banknotenumlanf. . Nach dem Stande vom r». Juli 1S»1 zeigt der Aürwei« der »«ch t«r Oesterreich dar folgende Bild Aktiva. Melallschatz: Goldmünzen der -Nronentväh. rung, dann Gold in Barren L n. ist ailSländijchen «. Handels' münzen, da- Kilo fein zu L SS78 gerechnet .. . ... 67.376.16 GoldwechfÄ auf auswärtige Plätze? und auUSndtfche Noten {£, Fr, «. Mk.) . . 8,675.6*8.0* ' .. . Silberkurant- und Tcilmünzen 4.718.43 8.647.740^0 4- Käffenscheine der Kriegid'arlehcnSkassen ... 360,353^0.—— Veränderungen feit dem Stande »»« 1». K 1,^.163.81 Eskomptierte Wechsel,^Warrants und Effekten . 1.285,576.370.00 — 33,754.440,50 Darlehen gegen Handpfand 470,554.400.— — 36,178.700.— «ßekteÜ. .....; ........ 1,423.061.40 — 378.738.08 Oesterreichische Staairtaffenfcheine. ... . . .40.580,883.000.- +1.637,000.000.— Oesterreichisch-ungarische Bank ^LiauidatiooS» , . maffe*. Üebertrag vom Jahre, IkF). . . > 7.684,063.481,13 , . . Andere Aktichä sinkt. Devisenzentrale) .... 3.460,431.144.48 — 385,873.840.35 68:740,381.787.40 Passiva. Banklwtenttmlanf . .51.183,027.087.- •+• 747,765.838.- Giroguthabeti und sonstige sofort fällige Ber- ... binolichkeiten . ...... ... . . . . . S.SSZ,290.348.88 + ^587,601.548.66 Gnttzaöen der Oesterkeichisch-ungarischen Bank 1 „Liquidationsmasfe" . ... . 901,150.447.77 — 8,430.082.9,0 Sonstige Passiva . 1.919,868.044.41 + 80,083.844.04 63.700,331.787.40 In. Ungarn hat sich der Banknotenumlanf um 868 Millionm anf 1^ Milliarden Kronen erhöht. Das polnische Entschädigungsgesetz. Bon Dr. jur. Jgngey Fink» Berlin-Wilhelmsdorf. ' Nach dem am 15. Juli 1920 im polnischen Sejm be" schloffenen Gesetz wurde das Hüuptliquidierungsamt ermächtigt, die Erfüllung gewiffer Förderungen polnischer Staatsangehöriger an die ehemaligen deutschm, ü st e r r e i ch i s ch-ungarlschen und östereichischen Okkuvationsbehörden zu übernehmen. Zu diesem Gesetz hat nun der Präsident des Hauptliquidlerungsatntcs im Einvernehmen mit dem FinanzMittister eine Ausführungsverordnung erlaffen (Staaisgesetzblatt Nt. 57 vom 7. Juli 1921', die das kürz und nicht ganz klar redigierte Gesetz näher erläutert. , Es handelt fich um Forderungen polnischer Staatsbürger gegen den deutschen ö st e t r.e i ch r s ch-ungarischen beziehungs' weffe österreichischen Fiskus, jedoch nur um solche, welche auf dem ehemalig russischen oder ehemalig österreichischen Teilgebiet entstanden sind. Als polnische Staatsbürger im Sinne des Gesetzes gellen außer Physischen Personen polnischer, Staatsangehörigkeit auch jürististische. Personen, die ihren Sitz auf dem Gebiete der polnischen Republik haben, wenn die Mehrheit ihrer Mitglieder, beziehungsweise Gesellschafter die volnische Staatsbürgerschaft besitzt oder wenn zum Bei'piel bei Aktiengesellschä!ten der größere Teil des Kapitals sich im Besitze polnischer Staatsbürger besindet. In zweifelhaften Fällen hat der Gläubiger die Pflicht, seille polnische Staatsangehörigkeit, respektive (bei juristischen Personen) seinen polnischen Charakter ju beweisen. Bei physischen Personen ist zur Beurteilung ihrer Staatsangehörigkeit der jetzige Zeitpunkt maßgebend. Somit haben, auch die ehemal i,g e ü deutschen, österreichischen und russischen Staatsbürger Anspruch auf EUtschädig v n g, wenn sie auf Grund der Friedensverträge die polnische Staatsangehörigkeit erworben haben. Im § 2 der Verordnung wird genau angegeben, welche Arten von Forderungen vom polnischen Fiskus ausgezahlt werden können. 1. Es handelt sich zunächst um Ansprüche aus Vergütung der^setnerzeit zugunsten der Okkupationsbehörden aus Gmnd eines Vertrages geleisteten Dienste. In Betracht kommen jedoch nur freiwillige Dienstvex trage privatrechtl i ch e n Charakters; demnach sind ausgeschloffen Ansprüche der Staatsbeamten auf Bezahlung rückständiger Gehälter, da dieselben öffentlich-rechtlichen Charakter haben, als auch Forderungen auf Vergütungen von Diensten, welche nicht freiwillig, sondern unter dem Zwange der OlkupationSbehörden geleistet worden sind. 2. K a n t i o n e n und D e p o f i t e n, die seinerzeit bei' dm Okkupaiionsbehörden auS irgendwelchem Grunde erlegt, dann aber von den polnischen Behörde« übernommen wordm sind, sollen jetzt vom Polnischen Fiskus rückerstattet werden, wenn der Grund zu ihrer Zurückhaltung nicht mehr existiert. Als Kautionen und Depositen gelten Beträge in barem Gelde öder iu Weitpapieren wie auch sonstige bewegliche Sache«, welche den ehemaligen Okkupationsbehörden unter der ausdrücklichen Bedingung übergebe« worden sinh, daß ihre Erstattung erfolseu

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