Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 905 (3.8.1921)
- Date
- 1921-08-03
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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«ät<6 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitnng 3. August 1921 ÄL 905 I Anlässlich des Xii. Ziotoistenkongresses welcher am 1« September 1921 in Karlsbad seinen Anfang nimmt, werden wir im Rahmen unserer Hauptausgabe eine b nir i erscheinen lassen. Die Kongressausgabe der* Wiener Morgenzeitung* wird eine ausführliche, zusammenhängende, protokollartige Darstellung der Verhandlungen und Vorgänge am Zionistenkongress enthalten. Verwaltung und Redaktion der „Wiener Morgenzeitung“ treffen alleVorbereitungen, um die Berichterstattung aufs verlässlichste und rascheste durchzuführen. Diese Vorkehrungen machen es möglich, dass der Leser ausführliche Berichte über den Kongress in der jedem Kongresstage folgenden, in der Früh erscheinenden Ausgabe vorfinden wird. Durch rascheste Expedition wird Sorge getragen, dass die Bezieher die Kongressausgabe der „Wiener Morgenzeitung“ vor allen in Betracht kommenden Organen erhalten werden. Die Kongressausgabe wird 15 Nummern (vom 31. August bis inklusive 14 September) umfassen. Als erste Nummer wird am 31. August — am Vortage des Kongressbeginnes eine erscheinen, welche Beiträge zionistischer Führer über die Verhandlungsgegenstände des Kongresses und aktuelle zionistische Probleme enthalten wird. Für die Kongressausgabe werden; Sonderafeoniiements unter folgenden Bedingungen entgegengenommen:, R07ll!!tTlflriM Hof " ' Oesterreich: K120, Deutschland: Mk. 14, Jugoslawien: Dinar 12, Tschecho-Slowakei: tschech. K15, uB4IIj|u|lJ(jlüij Uul _ _ Polen: poln. Mk. 150, Holland: holl. fl. 1.50, Schweiz: Frcs. 3, England: sh 3, Italien: Lire 6, Amerika: Dollar —.50, Frankreich und Belgien: Frcs. 6. Für das übrige Ausland: Schweizer Frcs. 3. Gleichzeitig mit den Bestellungen hat die Ueberweisung des Betrages zu erfolgen da sonst die Versendung der Ausgabe nicht erfolgen kann. für stiillie odiI liefe lonien wird die Oissaki eine liscliae sei die ii fielt»! sieiieedei ßezegsiieipngen Für Deutschösterreich: K 390, Tschecho-Slowakei: tschech. K 54, Polen: poln. Mk. 600, Jugoslawien; Dinar 39, Deutschland: Mk. 42, Holland: holl, fl. 4.50, Schweiz: Frcs. 9, England sh 9, ,Italien: Lire 18, Amerika: Dollar. 1,50, Frankreich und Belgien: Frcs. 18, für das übrige Ausland: Schweizer Frcs. 9 geliefert werden. Bestellungen werden von den Verschleisstellen sowie von der Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“, Wien, II., Taborstrasse 1, entgegengenommen und müssen unter gleichzeitiger Ueberweisung. des entfallenden Betrages bis spätestens 25. August im Besitz der Verwaltung sein. Der Geschäftswelt bietet die Kongressausgabe eine besondere, nicht bald wiederkehrende Gelegenheit, erfolgreich zu inserieren und neue, wertvolle Auslandsvertretungen zu erreichen. Bei Anfragen wollen Grösse und Erscheinungstage des gewünschten Inserats angegeben werden, wodann äusserste Offerte erfolgt Normaler Anzeigentarif. Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“ Wien, II., Taborstrasse 1—3. , «so Gerichtssaal. Wenn man mit vollem Rucksack aus der Elektrische« steigt! Tin für alle Fahrgäste der Elektrische«, die mit Rucksacken beschwert sind «nd befände« Borsicht beim Ansßeigeu zu beobachte« haben» bemerkenswerter Straffall beschäftigte in den letzte» Tage« de« Strafrichter des Bezirksgerichtes Fünfhrus, Landesgerichtsrat Dr. B r i k. Als Beklagter erschien der Straßenbahnschaffner Engelbert P a r e i s, weil er, als die einen Rucksack tragende Franziska P fennigberg auSstieg, zn früh das Abfahrtssignal gab. Infolgedessen wmde sie von der Elektrischm erfaßt, zu Boden geworfen' und mehrfach verletzt. Die als Zeugin einvenwPmene. Frau gab bei der Verhandlung an, sie sei am 8. März d. I. i» den XVI. Bezirk, wo sie wohne, gefahren; gerade sei sie vom Trittbrett auf die Straße heruntergetreten, als auch schon der Schaffner, ohne auch nur eine Sekunde zu warten, bis sie sich mit dem schwere« Rucksack einen Schritt von der Elektrischen entfernt hatte, das Abfahrtssignal gab, nnd der Zug Hch in Bewegung setzte. Der beklagte Schaffner stellte den Sachverhalt folgendermaßen dar: Die Zeugin stand mit dem Rucksack ms der Straße m der Nähe des Straßeobahrizuges, aber schon »ußerhalb der Gefahrenzone. I« diesem Momente habe er das Abfahrtssignal gegeben. Fra« Pfennigberg staud noch, wie dies bei Rucksackträgem gewöhnlich der Fall ist, in leicht g e » e i g t'e r Stellnvg bei der Meklrrschmi anstatt sich vor allem da« der Elektrischen wegzubegeben. blieb sie stcheu. Sie reckte mm ihren Körper mit dem schwere« Rucksack in die Höhe und geriet dadurch mtt dem oberen rückwärügm Teil des Rucksackes in die Gefahrzone, die sie schon sofort nach dem Aussteigen verlassen hatte. Der rückwärtige Rncksackteil wmde von der Elektrische» erfaßt, sie stürzte, wobei sie VerletzMgm davovtrug. Er habe das Abfahrtfignal nicht früher gegeben, als bis er die UeVerzrvgung gewonnen habe, sie s e i aus der Gefahrenzone. Hätte sie sich entfernt oder wäre sie ruhig stehengebliebe», anstatt sich a rr ft znri chten, so wäre sie nicht von der-Elektrischm erfaßt wordm. — Der Richter sprach dm Angeklagtm frei. Der Angeklagte habe das Abfahrtssignal m einer Zeit gegeben, wo sie bereits dem Gefahrenbereiche seiner Ueberzeirguug Nach entrückt war. Wenn sie sich selbst in denselbm zurückbegab, so treffe dm Angeklagtm daran kein Verschulde«: die Zeugin habe den Unfall selbst verschuldet. _ Sport. Werbe-Wettschwimme» ht Perchtoldsdorf. Unter dem Gesichtspunkte der Ergebnisse des sonntägigen S chwimmr « 8 „O'n e t durch Wien", dürfte das am kommend eu Sonpla« uw Uhr nachMtaMAZelliWr Bade in Perchtoldsdorf stattfindende Wettschwimmen und -springen für Damen rmd Herren seinen Zweck voll erfüllen, denn im H anptsch wimmen über 381m tteffen die Erstplacierten Goldemund, Kohn, Brociner, Schaich, Wesely und Schrepfer mit Müller, dem der Weg zu weit wurde, dem guten Pikhard, Dworschak und Speyer aufeinander. JmHauptschwimmen ü b e r 108 m -begegnet Goldemund dem treff« lichm ungarischen Meister Kenyeri, dann unserem besten Flieger A. Möller, ferner W. Bauer und den schnellen Schmid und Staudiriger. Im Juniorenschwimmen über 216 w stoßen aufeinander aus „Quer durch Wien" der 5/Redlich, 9. Pruschina, 10. Emmerling, 19. Drah, 37. Wrzal und 29. Musil, durchwegs Gutplacierte unter den 121 Gestarteten. Zwei Siege des W.A.F.in Holland. Der W. A.F. konnte zwei weitere Wettspiele in Holland siegreich beenden. Er siegte gegen Keerkrade 2:1 und Roernrorid 4 :1. Die Hütteldorfer haben damit in ununterbrochene Folge acht Wettspiele gewöhnen. Schwere Niederlage der Simweringer in Graz. Der Simmeringer' Sportklub .unterlag am Montag in Graz gegen den dortigen F. C. Sturm 2:7. Obwohl die Wiener im Angriff mehrere Ersatzleute hallen, ist die schwere Niederlage doch sehr erstaunlich. ' HaSmonea M—Jüdischer Sportklub Haadir! 8 : v (4 :2). Hasmonea, durch drei Mann aus der Reserve verstärkt, lieferte ein recht mattes Spiel. Gänzlich versagte die Hintermannschaft. Die Tore erzielten: FiscuS (S), Teichthal (2), Schweizer, HaaS und Schaner. Hasmouea Schüler k—Haadir Nsserve 4 s V (1:0). Die Hasmonea Schüler konnten ihr erstes Wettspiel gegen einen körperlich bedeutend überlegenen Gegner sicher gewinnen. Die Hasmonea-Schüler-Elt, dre sich durchwegs aus Spielern der ehemaligen W. A. C.-Schülermannschaft rekrutiert, bildet ein ipielstarkes Team, das technisch und taktisch gut auSgebildet ist. Die Torschützen waren Krausz (3) und Vogl (1). — Die Mannschaft svielte in folgender Aufstellung: Seidmarm; Wolffohn Hl, Beck; Elbanm, Wolffohn IV, Goldstein U; Vogl, Stieftel, Heini, Kraus», Schindler. Jüdischer Sportklub Jugendbund—D. F. E. S: 2 (0 : v). Knavver aber verdienter Sieg der aufopfernd spielenden' Jugendbund-Mannschaft. Tore erzielten: Sommerstein l. Saluskh und Horofchowskh. Die Treffer der Unterlegenen schossen Schng, und Weinbemer. Bei den Siegern gefielen Scheiuer, Stark, Wugmann und Krausz. Hagibor — Depositenbank Ingenbmannschast 11: 0 (3 :0). Die junge aufstrebende Hagibor-Mannschaft welche mit4 Ersatzleuten anlrat, errang einen eindrucksvollen Sieg. Dre Mannschaft war dem Gegner m jeder Hinsicht überlegen. Der ganze Sturm sowie der Zenterhalf waren in glänzender Verfassung. Die Tore schosien: Dortmamr (8), Neubauer, RaPpaport, Desser und Laufermann je % Gründung einer Meisterschaft Alle jüdischen Vereine, welche an einer Meisterschaft teilnrhmcn wollen und dem Verband nicht -«gehören, mögen Samstag den 8. August d. I. zwischen 5 und 6 Uhr ins Achduth-Heim» II., Obere Donaustraße 65, einen oder mehrere Delegierte senden. Eventuelle Anfragen sind a« E. Stückgold, Wien. XX., Wbcttemberaaasle 3/18. zu richten. Der Volkswirt. Gestempelte Krone ----- —.65 Centimes, Anszahlung Wien --- —.67 Centimes. An Zürich notierte: die österreichische Krone •:.. .—^7 (-.70 am 1. Augusy die österr. gestempelte Krone (-.65 am 1. August) die tschechische Krone . . . . 7^0 ( 7.60 am 1. August) die llllark » . . » .•»*»■ .7.45 ( 7.60 am 1. August) Agram . 3.40 H 3.50 am 1. August) Bukarest . . . . . . . . . 7.66 ( 7.70 am 1. August) Bndavest ........ . 1.50 ( 1.57V, am 1. Anguß) Warschau ........ % -.32 (-.30 am 1. August) Die iSdische Wiederavsbauarbeit in Pole«. Der Plan des „Joint". $u der letzten SitzMg der Exekutive des American Jornt Distribution Tommittee in New-Aork wurde, wie die „Jüd. Preßzentrale" berichtet, ein Plan für das jüdische Wiederaufbauwerk in Polen vorgelegt, das mit einem Gesamtaufwand von eiyer Million Dollar rn Altgriff genommen werden soll. Man hofft, baß nach! ungefähr vier Monaten der ganz« Apparat der Selbsthilfe bereits funktionieren wird. D-iese Wieberaufbauhilfe soll als Mittel bienen, durch welches die Maden in Polen allein mit ihrer eigenen Mühe und Arbeit imstande siftn sollen, ihr ökonomisches Leben wieder aufzurichtrn. Der ganze Plan ist gestützt aus SielbsthtlfS'institutivnen, die die Juden Polens bereits geschaffen haben und die am besten den lokalen Verhältnissen angepaßt sind. Die Mederaufbauhilfe soll 'diese Institutionen uur stärken und ihNeu größere Mittel zur Verfügung stellen. Der Plan stützt sich' hauptsächlich aus Leihkassen und Genossenschaften. Es gibt derzeit gegen zweihundert: Arbeiterkonsumkooperativen mit einer Mitgliedschaft von zrrka ,75.000 Personen, außerdem zahlreiche Konsulnkooperativen/ die nicht von Arbeitern gegründet sind und allgemeine Kooperativen genannt werden: Eine dritte Art von Kooperativen sind' die Handwerkerkooperativen. Die Darlehenskassen sind' ebenfalls bereits vorhanden und in ganz Polen verbreitet. Auf diese beiden Institutionen soll sich' die Jüdische Wieberaufbaugesellschaft ln Polen stützen, bst.die ganze Arbeit auf rette geschäftlicher und gemeinsamer Arbeit der Juden Polens' und Amerikas durchführen toith. Die Million Dollar wird der Gesellschaft nur als Darlehen gegeben und dem Joint steht nur ein Kontrollrecht zu. Die Juden Polens allein müssen sich' mtt einem Betrag von 10 bis 20 Prozent an der Gesellschaft beteiligen. In bezug auf die Leihkassen wird Polen, in sieben. DMtLte eingeteilt werden: Warschau^ 9939254905