Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 905 (3.8.1921)
- Date
- 1921-08-03
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 905 Wien. Mittwoch Lemberg, Krakau, Brest-Litowsk, Rowno, Biälystok und Mlua. In jedem dieser Distrikte sollen je zehn Darlehenskassen bestehen. Die Darlehen an einzelne Personein werden zu 12 Prozent erteilt, wovon 5 Prozent für die Ausgaben der Darlehenskasse, 2 Prozent für die Distriktsföderatron, 8 Prozent für die Zentralinstitution der Aufbaugesellschaft und 3 Prozent für eventuelle Verluste bestimmt sind. Jedem bi fee Distrikte werden 100.000 Dollar bewilligt, während die übrigen 300.000 Dollar für sin t «r stützu u g der Kooperativen bestimmt sind. Bon -ieftn sind die A'rbeilerkonsumkooperativen bisher am besten organisiert, schwächer dagegen die allgemeinen Konsurnkooperativen. Viel verzweigter und mehr ökonomische Möglichkeiten bietend ist die Arbeit für die H a n d w e r k e r k o o P e r a - tivcn, die den Handwerkern nicht mit Lebensmittel, fonb^rn mit Materialien und'einem Absatzmarkt anshelfcn sollen. Vs besteht kein Zweifel, daß gleichzeitig auch noch andere- Arbeiten notwendig sind, vor allem die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten und die Bernfsumschichtung, ganz besonders die Verbreitung der Landarbeit unter den Juden. All dies mutzte jedoch vorläufig zurückgeste'.lt werden. Bisher wurde die Wiederaufbauarbeit nur in Rumänien, speziell in Beßarabien und rn der Bukowina auf sicheren Boden gestellt, während 6ie Arbeit in den anderen Ländern, wie Palästina, Litauen, Lettland, Tschcchv-Slowaker nsw., sosort in Angriff genommen werden soll, sobald das in Pol« cingeschlagene System erprobt sein wird. Der neue Drmau-NwschlagsLarif. Bon Dr. Alexander Szana (Pießburg). Am 1. d. M. ist der-erste Originaltarif der Tschecho- S'owakei. ein Donau-Nmschlagstarif zugunsten der tschecho- ' slowakischen Donauhälen Preßburg und K o ttto r n> tu Kraft gftreten. Ucker. ein Jahr dauert'schon der Kampf um die.Schaffung dieses Tarifs, und wenn er jetzt tu Kraft tritt, wirb es sich. zeigen, ob die an ihn geknüpften Hoffnun.gerl nicht verfrüht waren und ob cs möglich sein wird, die Vorherrschaft des Wicner Hafens als Donau-Umschlagstation zu brechen; besteht ja die Grundtendenz des treuen Tarifs gerade in dem Umstand, daß nun die Tfchecho-Slowakei nicht nur geographisch, sondern auch wirtschaftlich als Donaustaat ein« wichtige Rolle spielen soll. Die eigentlichen, Schwreri-gketten haben noch vor der Schaffung des Tarifs begonnen. Die Vorbedingungen zu einem nationalen kombinierten Tarif sind nur dann gegeben, wenn ein Staat Über eigene Fahrbetriebsmittel vrrsügt, um nicht fremden Gesellschaften ausgeliefert zu sein, die sich ja schwer einem Tarif unterwerfen. In dieser Beziehung ist nun die Tschecho-Slowaket in einer ungüinisttgeu Lage, da erst jetzt die ersten tschecho-slowakischen Schiffe auf der Ganzschen Schiffswerft vom Stapel gelassen wurden. Dieser Nachteil machte sich denn auch sofort bemerkbar, indem sich nichts die.Schiffahrtsgesellschaften „nach den Wünschen und Interessen der Tschecho-Slowakei richteterr, sondern umgttchri, die Tschecho-Slowakei mehr , oder minder den im River- Syndikat vereinigten. Donau-Dampfschiffahrtsgesellschasten ausgeliefert war. Das River-Syndikat macht auch kein Hehl ans seiner Vorzugsstellung und nützt diese der Tschecho-Slowakei gegenüber weidlich aus, indem, es sich eine Monopolstellung zu sichern verstand. Die erste Folg« dieser Monopolstellung ist, daß nur die tschecho-slowakischen Staatsbahnen eine 10- bis lüprozentl'ge Begünstigung gewähren, Während die Schifssahrtsgeseilschasten überhaupt keine Konzessionen einräumen. Eine weitere Folge der Monopolstellung ist die Unterbindung der priva en Bautätigkeit im Preßburger Donauhafen. Obzwar die Begünstigungen des neuen Donau-Umschlagtarifs wahrlich sehr bescheiden sind, werden ihrer dennoch nur jene Waren teilhaftig, die tu den Lagerhäusern d«r Eisenbahnvder Schiffahrtverwaltung eingelagert' wurden. Gegenwärtig errichtet eine private Speditionsfirma mit einem Kostenaufwand von 12 Millionen tschechischen Kronen ein großes Lagerhaus, das aber fast wertlos werden.müßte, wenn die Sätze des neuen Donautarifs auf di: in diesem Lagerhaus'eingelagerten Waren nicht zur Anwendung gelangten. Auch heute kommt noch von zahlr:ichen Stationen der Tschecho-Slowakei bi« Verfrachtung nach Ungarn über Wien billiger zu stehen als über Preßburg. Bei Sendungen von Brünn nach' Budapest ist zum Beispiel der Transport per Frachteinheit um 18 tschechische Kronen billiger als bei Anwendung des neuen Umschlagtarrfs. Diese Differenz ist dabet aber nicht auf die große Disparität zwischen der tschechischen und der 'österreichischen Krone zurück» Zufuhren, sondern ausschließlich auf die hohen Satze. Die Valutadifferenz spielt gar keine Rolle, da^a die Sätze zumeist nach Schweizer Franken berechnet werden. Tatsache ist, daß der neue Donau-Umschlagtarif noch nicht geeignet ist, Preßburg zum Ümschlagshafen Mitteleuropas nach dem Balkan zu machen. .Dies wird erst dann der Fall sein, wenn dte Tschecho-Slowakei über eine eigene DonauhandelSflotte verfügt, auf deren Tarifpolitik sie ausschließlich tm Interesse des eigenen Staates einen Einfluß ausüben kann. Andauernde Valutenhausse. Dollarnote«: 884. Die meisten ausländischen Zahlungsmittel zogen im gestrigen Verkehr an und besonders Dollarotenn waren am Schluß lehr lebhaft gefragt, ohne daß genügend Material vorhanden war. Sie erreichten den Kurs von 881, Pfltvdnoten erhöhten sich auf 3495. Im folgenden die offiziellen Schlußkurse: Amsterdam 80.150.—- Geld, 80.250.— Ware (gegen 1. August 29.850.- Geld. 29.950 - Ware), Agram 652.-, 556.— (540.—, 544.—). Belgrad 2204.- 2324.- (23 55.—. 2175.-), Beelist 1194.—, 1200.- (1198.-, 1198.-), Brüssel 7355.-, 7895.— (7210-, 7250.—J, Budavesi 245.-, 248.— (244-, 247.-), Bukarest 1210 -. 1250 - (1207.50.1217.50), Christmma 12.525.—, 13.576.— (32.475.-. 12.525.-). Kopenhagen 34.975.-. 15.025.— (14.675.-, 14.725,-), London 3517 50 8537.50 (3440-, 0460.—). Marl und unö Triest 4170.—. 4190.— (4435. —, Wiener Morgenzeitnng 4145.-). Rew'Borl 994 50. 998.50 (965— 969.-') Baris 7517.50 7557 50 ■736750 7407.50), Prag 1226.50 1232.50 11223.—. 1229.—), Sana 777.50 787.10 >765.- 775.—), Stockholm 19.870;—, 19,930.- (19.580.- 19.640 -). M.n'chau und Krakau 48.76 50.75 (50.-, 52.-\ Zürich 16.100-, 16150- (15 875.-, 15.925.-), Madrid —. (12.460.—. 12 540.—), Dollarnoten 981.50 fl?8.50, , ■ .960.—) Belgncke Pfoten 7280 — 7320 - (7180.-. 7220 - ), Bulgarisch? Roten 765 —, 765.— 745.—, 755—'. Dänische Moteit 14.825— 14.875.r-, 14.57514.625.—), deutsche Marknoten 1193.—. 1199^— (1192 1198.—). englische Noten 3495.-, 3515- (34-?0.-, 3440-). französische Noten 7490.-. 7530— '(73*5 7395 -), holländisch? Nöten 30.100.-S ' 30 200.- (29.750 - 29 850.-), italienische Noten 4140.-, 4160.— (4180.--. 4140.-*-), nnabgestempelte ingoslamische vtoten 3193.—. 2212.— ^2348.—. 2162—), norwegische Noten —. - .— (12.4 0.12.450.—), polnische Akarknoien 4?.—. 49.^- (47*50, 49.50t, sti'umönische stören 1235*—, 1245 — 1205.—, 1215.—). Russische (Rom? ——-). Schwedische Noten 19 770-. 19.830.—(19470 -. 19 530—), Schweizer Noten 16.085.—.16.135.— (15 850.-.15 900 - .n'checkollowakisch'' Noten 1230.—, 1236.-- (1224.—. 123o.—' „n<i^"'che Noten neuer Emission 246.—. -249.— (245.26. 218 25, Spanische Noten ——*—). Günstige Absatzchanee« irr England. Di: Ervottabteilung der Handelskammer in Wien tc!t auf Guind ve läßlicher Berichte mit. daß sich öst er re ich t s)ch ö Waren in England steigender Belebtheit erfreuen und in immer fliofic;cn Mengen ausoestihrt werden.Die Exvoitbc'ichintgen mit englischen Kätzfern würden ledoeh noch viel-regere werden, wenn sich die heimische'Handelswelt bei ihren Korrespondenzen mit englischen Häusern der e n g l i s ch e n Sprache bediente. Außerdem wäre auch eine viel promptere Behandlung englischbr Anfragen im Interesse günstiger Handelsbeziehungen von Wert. Eine Liste tc. derzeit in England am meisten gesuchten Waren, aus Oesterreich liegt im Z'ntmer 2 7 des Kammrrgebäudrs legit'w'eiten Jnlctessenten zur Einsicht aus, wo auch nähere Auskünfte erhältlich sind. Oesterreichische Brown Boveri-Werke A.-G. In der gestern unter dem Vorsitz des Präsidenten Henn Direkior Maxime K r a ß n y - K r a s s i e n stattgesundenen Berwaliungsrntssitzung wurde beschlossen, einer für den 19. d. M. (rinzuberufenden außerordentlichen G meralvermmmlung der Akiionme den Antrag zu stellendas Aktienkapital der Gesellschaft von Nom. K 26,000.000 durch Ausgabe von 75.000 neuen Altien k 200 auf Nom. X 40,000.000 ju erhöhen- In derselben Sitzung wurde HerrAdo!' Ed. Egger, Berwoltungs'at der Fiaiwerle A-G.. in den Verwaltungsrat der Gesellschaft ioopüert. Wiener Lombard« vnd Eskomptebank. In der gestrigen GeneralvcUastimlung wurde beschlossen, eine Dividende von 10% — K 20 per Aktie zu verteilen und das Aktienkapital von 100 auf 200 Millionen Kronen zu erhöhen. Bon den neu auszugrbenden Aktien werden 9'>'-.(0 > Altien oen Aktionären zum Kurs von K 460 im Verhältnis von 2:1 angeboten. Die Haftung der Bahn für das Aviso durch die Post. Im vergangenen Jahre war es wiederholt vorgekommen, daß durch ichlerhaft oder überbmrpt nichtzugestellle Avisi Eise nbahngüter in die Hände unbefugter Personen gelangten- Es sind hierüber mehrere Prozesse durchgrführr worden. In einem derselben, in welchem es stch um die Frage bandelte, ob die Bahn für die fehlerhafte oder unterlassene Zustellung der Avist durch. d>e Post haftet, ist eine Entscheidung M Oberlandesgerichts ergangen. Auch im vorliegenden Falle erfolgte die AuSiolgrmg des dem Kaufmann Jobann Grimm aebötigrn Gutes im Werte von K 20.000 an gänzlich unbefugte Personen, welche auf unredliche Art in den Besitz des Avisos gelangt waren. Dem Bezugsberechtigten war das Aviso durch die Post nicht zuaestellt worden. , Der Eigentümer klagte daher daS Eitenbahnärar beim Wiener Handelsgericht auf Schadenersatz. Die Finanzprokuratur wendete in Bertrelung des geklagten Aerars ein. die Bahn hafte nicht für die unterlassene oder fehlerhafte Zustellung der Avist durch die Post, da es stck um einfache, nichtrekoMmandierte Briefe handle. Dies fet schon in der Postordnung vom Jahre 1838 angeordnet worden, weil es sich um ganz unübersehbare Haftungm handl?, die dem Staate nicht zugemutet werden solltcn. Es fehle der Etsenbahn an den Mitteln, die Gefchäitsbesorgung der Post in irgend einer Weise zu bewachen. Die Pflicht der Bahn zur Benachrichtigung des Empfänger s von der Ankunft des Gutes sei schon duech die A u t g a b e des Avisos bei der Post erfüllt, was die Post mit dem Avlso macke, gehe die Bahn nichts an und entziehe sich auch ihrer Kontrolle. Das Handelsgericht gab der Klage F o l g e und v e r u r 1 e r l t e das Elsenbahnärar zum Schadenersatz, weil nach dem Eiftnbahnbetriebsreglement di« Babu für die AuSfolguug der Sendung hafte. Es müsse daher die Bahn selbst dann, wenn sie das Aviso zur Post gegeben (was übrigens nicht erweislich sei), für die Ausfolgung der Sendung an Unberechtigte haften, weil eben die Uebergabe desAvisosan diePost wirkungslos war, indem es dery Kläger . niemals zngekommen war. Das Oberlandesgrricht (Vorsitzender Hofrat Dr. K o s ch e n) hat in seinem in schriftlrchcm Wege ergangenen Urteil mit der gleichen Begkündung die Brruftmg des Aerars a b g e w i e s e n. Die Banlbeamtcnentlassungen in der Tschecho- Slowakei. Aus Prag wird gemeldet: Dem ^Prager stiagblatt" zufolge wurden von den Prager d e u t s ch e n Banken und ihren Zweigstellen in der Tschecho-Slowakei im ganzen 150 Beamte entlassen und 100 suspendiert, von den tschechischen. Banken m der ganzen Republik 1500 entlassen, davon 350 in Prag. Notstandstarifgesetz der Bereinigten Staate« von Amerika. Die Ausführungsbestimmuugen zum Nolstandstarifgesetz vom 27. Juni 1921 enthalten wichtige Aend crnngen über die Ausfertigung der Konsulatsfakturen- Dieselben müssen außer den nach den bestehenden Vorschnften erforderlichen Angaben noch enthalten: a) Das Damm des Kaufes —, dessen Angabe jetzt für durch Kauf erworbene Waren erforderlich ist — soll durch das Datum der AuftragSnahme von feiten des ausländischen Vcrschiffets, beziehungsweise Verkäufers bestimmt sein; b) die Art der Währung, ob Gold-, Papier- oder Sstberwährung; o) die Markenbezeichnung, Numenerung oder Symbolbezeichnung, worunter die Ware von Fabrikanten oder Verkäufern auf dem Auslandsmarkt verkauft oder zum Verkauf angeboten wird. — Konsulatsfakturen, die am 1. August 1921 und nach diesem Termin zur Zollerklärung vorgelegt worden sind, sofern sie obige Angaben nicht enthalten, znrückzuweisen. Weitere Auskünfte über das Notstandstariigefetz und über alle einfchUgigen Bestimmungm erteilt das Zollbureau der Handelskammer. Ans- und Einfnhrbestimmunge« im Warenverkehr mit Pole«. Die Wiener Haüdclskammer teilt mit, daß in der Ausfuhr aus Polen dermalen nur noch folgende Artikel verboten find: Fetzen, Stoffabfälle, Papier. Knochen, Eisenerz und alle seme Produkte, Kohle. Salz, Hefe. Zucker. Lebendvieh. Fleisch, Butler. Kaie. G'teeide. Mehl und seme Fabrikate Makkaroni). Fcldfiüchte, Gemüfe. Die Liste der m der E l n f u b r nach Polen verbotenen Art kel liegt in der Zollabteilung der Kammer, Ul. Stock, Tür 20z. zur Einsicht auf.il 3. Eist 1921 Seite 7 ' ' ■' . '. *i Marktlage t« ALaypte«. Heimische Expoitintrresftntei» erhalten in der Errortckte'limg der Handelskammer rmrn cbrn emgelangten Bericht über die Geschäftslage in Aegypten. (Ul. Stock Tür 208.) Neue Zolltarife. Die Interessentenkreise weiden auf-> merksam gemacht, daß die in jüngster Zeit m Kraft getretenen Zolltarife und Zolltarstäuderungkn nebst den emschläHgen Borschriften über die Ein- und , Ans'uhrverböte in Italic n, I n g o f l a w i e n. Schweiz und Polen zur Einsschtnähutc in der Zollabt iluug der Handelskammer (Zimmer 203, amlicgen. Eine Perlmutterfabrik i« Zernsalem. Mehrere Lodzer Kauflcute. die >ür die palästinensische Wirsschast reges Interesse b:knnd.'n, babcn in Jerusalem eine Perlmutterfabrik eröffnet. DaS neue Nniernehnren wir>i sich zunächst mit der Herstellung von Knöpfen, fvvntev aber vorwiegend mit kunstgoveibl'chen Arbeiten beschäftigen. Die Maschinm und Arbensaeräte der neuen Fabrik stannuen aus fast allen europäischen Großstaaten. Ablösung des Egyptlan Labour Corps in Paläfttna. Be: dcr rnglnchen Militärverwaltung in PaWina sind bekanntlich z»k, HrOO ägyptische Arbeiter beschäftigt.. Sert - längerer Zeä werden D.ichandlungcn geführt, die auf eine Ablösung der Aegvvrer durch jüdisch,« Arbeiter. Hin-- Zclcn. T ic Militmieiwaltung bat jetzt die probeweise Anstellung ' von 20a Juden gcuehmigt und will, wenn der Beisuch gelingt, weitei c jüdisch: Kräit: de-anuehen., Lnib r.?er Mustermesse. Die Haudclskammer teilt mitdaß der Terw'ir rer Lnbncher Mnüermesse vom 13. bis 24. d. M» auf den 3. bis 12. 0;>jtcm(u'r verschoben wurde. Der Anmetdungstern'in wur-'e demzufolge auch bis -um 17. d. M. erstreckt. Die fi'u die Änsstellung bestimmten Waren müssen bis 20. d> M. ausstellunfeberett in dew Pavillons untergebracht werden., Einfuhrverbot für Notgeld in Deutschland. Alle ‘sittcrrffcnte‘.i wcrdeii nachdrückiichst darauf aufmerksam gemacht, day Sendungen Österreich schon Notgeldes noch Deutschland einer Einsubrbewillignng bchürfen. Die Handelskammer in Wien fügt dieser Mitleilung hinzu, d rß Sendungn. bet denen das Einfuhrverbot für Notgeld nickt lwaol tet wird, in Deutschland b r« . schlaä nahmt werd en und ihr Verfall zugunsten des Reiches erklärt wird. . Die Arbeitslosigkeit in Amerika hat einen riesigen Umfang angenommen. Gänzlich beschäftigungslos sind vier bis fünf Millionen Menschen. Betroffen sind sämtliche Industrien und Geschäfte. Es bestehen keine Anzeichen, daß die Situation eine Richtung zum Besseren nehmen wird. Die Fabriken, Eisen- Hahnen lind Geschäfte ontlassen ständig-die überflüssige Beamten- und Arbeiterschaft. Es ist notwendig, mit der größten Energie davor zu warnen, daß unsere Staatsangehöiigen nach den Bereinigten Staaten re-'en, da sie doit sicher keinen Erwerb finden werden und da sie über keine Mittel für die Rückresie verfügen dürsten, werden sie in eine sehr kiistsche Lage geraten. Der TextUarberterausstand i« Lodz beendet. Au4 Moskau wird berietet: Der Ausstand der Textilarbeiter tu dorr Fabriken von Lodz endete mit einem Eriolg der Arbeiter, die eine 40°/nige Erhöhung der Löbne durchsetzt-n. DaS NNgarifche Mehl. Die „Ungarische Rundschau* Meldet:'- Seitdem die ungarische Regierung die AuSsuhr von Niehl im Ausmaß von einer Million Meterzentnern gestatt«!: ha!, hat sich eine lebhafte Nachfrage nach Mehl aus dem Ausland ergeben, so daß ri: Pieise für Mehl wesentlich gestiegen sind. Die ungarischen MÜblen haben den Mehlpreis mt* Nullermehl-Basis aut Ungar. K 2800 erhöht. Besonders große Mengen von Mehl wurden von österreichischer und tschechischer Serie gekauft. Aus der belgischen Kunstseideindustrie. Wie der ^Seide" von ihrem belgischen Mitarbeiter berichtet wird, hat dir delgi'ch«> Regierung auf Bemühen der belgischon Kunstsetdrfabriken einen Beschluß gefaßt, der von großer Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der belgischen Fabrikate am Weltmarkt für Kunstseidenartikel sein wird: es w rd nämlich der Preis kür gewerblichen Alkohol um 32 Cenis per Liter, das heißt von Francs 1'50 aus Francs 1°18. ermäßigt. Die Verbilligung eines wichtigen Rohstoffes für die Kunstscidenindustrie bedeutet eine Verbill'gnng des Selbstkostenansatzes der belgischen Fabriken um Francs 3*50 per Kilogramm Kunstseide. v Vermehrung der Bankfilialen. ^Marrens Wochenschrift" bemerkt: In dem Maße, als die im Neu-Auslande befindlichen Fil-alen und Zweiganstalten dcr Wiener Bankm von den Mutterinstituten abgetrennt wurden, erweist sich die Wirksamkeit der Bankest in den Provinzstädten Oesterreichs von erhöhter Wichtigkeit. Es baden deshalb die meisten Großbanken neuestens das Bestreben, in dm Landgebieten Oesterreichs nate Filialen zu etablieren. &t Salzburg allein werden gegenwärtig fünf mm Bankfilialen eingerichtet, in 8 e o v e » ist die Zahl dieser Nmgründungen aut sieben angewachse». Ist den meisten Städten habtzn die Banken Häuser angekanst, die eme entsprechende Ausgestaltung erfuhren. Der geschäftliche Verkehr verspricht in den einzelnen Landeshauptstädten eine wesentliche Zunahme schon mü Rücksicht auf die rapid sich mehrendm Valutenoperationen der von den Grcnzländer« eintreffenden Reitendest und Interessenten. In den Wechselstuben in Salzburg haben dr« Umsätze eine außergewöhnliche Höhe erreicht, cbmso gibt es m dm Banksilialen tu Klageniurt und in Graz oft mehr zu tun, als in den Hanvtanstalteit in Wien, die ja ,m Hochsommer wie gewöhnlich eine Verminderung ihres Verkehrs veizeichnen. Zu wünschest wäre rur, daß bei der Etablierung von Filialen in den Lartdeshauptstüdlen nicht ein Ucbermaß zum Vorschein komme. Borftrnviehmarkt St. Marx. Angemeldet wurden 2196 Sckweme, aufgetrieben jedoch nur 429 Fleisch-^ und 1267 Fetlschweme, zusammen 1696 Stück, außer Markt 822 stück, 240 Fleisch- und 580 Fettschweine. Der Auftrieb war wohl um 070 Stück stärker als m der Vorwoche, allein selbst für den verminderten Bedarf unzureichend. Bei flottem Verkehr blieben iu< vorwöchigen Preise fest behauptet. Es notierten: Fettichwcmr Prima K 240 bis 244, extrem K 245, Mittelschwer K 230 bi§ 240, alle K 225 bis 235, Bauernschweinc K 230 bis 240 und Jungschwem« K 230 bis 240 per Kilogramm Lebendgewicht. Pferdemarkt. Zum gestrigen Markte wurden 47 Schlächter- und 497 Gebrauchspferde gebracht. Bei ruhigem Verkehr zahlte nian: Zugpferde leichte K 24.000 bis 36.0u0, schwere k 80.000 bis K 140.000, Kuls-bvferde K 30.000 bis 50.000, Pferde sm Schlachtzwecke K 40 bis 80. Insolvenz. Aus Kaschau wird die Insolvenz der 8 e inf wandsirma Jenö Gutmann gemeldet. Du Passiven sollen sich auf 75 Millionm nngansche und 3b Millionen tschechische Kronen belaufen- Wiener Börse. Auch an der gestrigen Börse zeigte sich für Papiere valu> taiischm Charakters lebhafte Nachstagc, besonders für Alpine-