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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-31 · Heft 902 (31.7.1921) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 902 (31.7.1921)
Date
1921-07-31
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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f ffipfft ß Men, Sonntag »».- - - ■■ --, ... — —---- 1 Gerichtssaal. Die Enkelin des Kaisers Franz Josef verurteilt. Gin Nachspiel zur Exekution im Schlosse Schöna«. — Der Rechtsanwalt mit der Reitpeitsche. Baden, 30. Juli. (Privat.) Die Eukelm des Kaisers Franü Josef, die gewesene Fürst,» Elisabeth Windischgrätz, hatte sich gestern vor dem hiesigen Sftüfrichtet wegen Ehrenbeleidigung;u »erantwvrtm. Die Klage hatte der hiesige Rechtsanwalt Dr. .Klein erhoben, welcher scinerzeits als Vertreter des Gemahls der Frau Windischgrätz, dcs ehemaligen Fürsten Otto Windischgrätz, bei der versuchten exekutivm Abnahme der Kinder im Schlöffe Schönütt mütdemert hatte, welche Amtshandlung bekanntlich von der Arbeiterschaft von Schönau vereitelt wurde. Dr. K l e i ü wollte fich düttials, als er sdh, daß seine Intervention fruchtlos sei, au Frau Windischgrätz zwecks rittet Aussprache wenden, dvch diese kehrte ihm den Rücken Mit den Worten: „Mit so einem Sch .... spreche ich nicht!" Frau Windischgrätz verantwortete sich dahin, büß sie die Rücksprache mit Dr. Klein deshalb abgelehnt habe, weil rr mit ein er Reitpeitsche ins Schloß gekommen s e i. Kläger gab dies zu, doch klärte er dies damtt auf, daß er gehört habe, im Schlosse seien bissige Hunde. Da Frau Windischgrätz dem Kläger absolut keine Ehrenerklärung abgrben wollte, wmde sie zn einer Geldstrafe von K 30.000 oder süufTagenArrests vermteLÜ. Zum Hasardspiel durch Anträge« von Ohrfeige» gezwungen. Hasardspielagenten. Der Strafrichter des BiUMgerrchtes Favoriten, Landes* gerichtsrates Dr. Schandvrfer, befaßte sich in dm letzten Tagen mit einer Hasardspielaffarr. die dadurch bemerkenswert ist, weck man daraus erfährt, daß es Agenten gibt, die dm Hasardeuren Opfer zuführeu, sogenannte «Schlepper*. — Der Chauffeur Ignaz B e u «s ch gab als Zeuge an, daß er sich am 17. Oktober v. I. spät abmds ans der Strafe befand, als sich ihm ein Mann zngesellte, der ihn aufforderte, mit ihm in ein Lokal zu gehen, wo es sehr lustig zugehe. Dabei schilderte rr ihm die ihn dort «wartenden Freudm in den schönsten Farben. Benesch weigerte sich anfangs mitzugehen, wurde aber von dem Unbekannten derart überredet, daß er, wenn anch widerstrebend und mehr gezogen als freiwillig, mit dem Fremden in das Kaffeehauslokal des Arthur Krenberger, X., Gudrnnstraste 152, ging. Dort saßen i» eine« rückwärtigen Zimmer 5 Personen und spielten Hasard (Herzerl). Krenberger brachte häufig Getränke zu hohen Preism, von denen er selbst viel genoß. In das Lokal gelangte man nur gegen ein bestimmtes Zeichm. Der «Schlepper" hatte zum «Stoß"- spiü angeeifert. Nach und nach kamen die von der «Herzerl"partie hinzu und schließlich spielte alles «Stoß". Man drängte nunmehr auch in Benesch, mitzuspielen; anfangs hänselte man ihn, später drängte man in ihn «nd trug ihm schließlich Ohrfeigen an, wenn er.nicht spiele. Gr setzte schließlich kleine Beträge, setzte wieder, verlor abermals und verlor in kurzer Zeit seine ganz« Barschaft, zirka K 7000. Er hatte sich währmd des Spieles wiederholt entfernen wollen. wurde aber daran gehindert; der „Schlepper", der neben ihm saß, stemmte stets das Bern, so daß er wie a b g e s p e r r t sitzen. bleiben mußte. Ein gewisser Rudolf Rudolf F a s ch i n g, der ebenso wie Krrnberger unter Anklage stand, nnd der dem Benesch das Geld im Spiel avgenommen hatte, trug ihm gleichfalls Ohrfeigen an, als er ihn bat, für ihn die W ü r st e l z u b e z a h l e n, da er alles bis auf den l e tz t e n Heller verloren habe; Fasching war es anch, der ihn zum Weiterspielen durch An d r vhünq vonOhrftigeN zwang. Nach und nach seien die Spieler bis auf Fasching weg» gegangen. Er habe sich des Fasching versichert und dir polizeiliche Anzeige gegen ihn erstattet. Gegen Fasching sowohl als auch gegm Krenberger wurde hierauf das Strafverfahren ein« geleitet. Während Fasching geständig war, leugnete Krenbergtt, gewußt zu haben, daß tn seinem Lokal Hasard gespielt wurde. Das Beweisverfahren sprach jedoch gegen ihn. Insbesondere dy Anscvf, den er gegenüber den Spielern tat: «Helft euch nur, ich habe mir auch einmal so geholfen", sprach gegen ihn. Der Richter verurteilte die beiden Angeklagten M je X 10.000 Geldstrafe. Sport. Mit der Hakoah in Ezernowitz. n. Es würde zu «eit führen, über all die Herzlichkeit zu beberichten, mit der wir hier ausgenommen werden. Wir leben hie^ wie im Paradies, so daß der achttägige Aufenthalt allen Reffeteilneh.mrrn wirkliche Erholung bringen wird. Wie bereits telegraphisch berichtet, trugen wir daS erste Wettspiel gegen Makkabi aus. Obwohl die Czernowltzer mit der größten Aufopferung spielten, unterlagen ste 10:0 (8:0). Wir bestritten das Treffen in folgender Aufstellung: Reumann; Scheuer, Trümer; Mvlnar, Grünfeld, Pollak; BoroS, Grünwald, Gansl, Kliegler, Slutzky. Obwohl daS Spielfeld hinsichtlich seiner Ausmaße (84X&5 m) alles zu wünschen Grig Aß, wurde» zeitweise hochklassige Leistungen gHoien. Bei den Gegner» warvr der Tormann Triller, der Nnke Verteidiger K a m i l l, der Mittelläu'rr S ch a i f o w i c z und der Zenterstürmer S a l o m o n die besten Leute. Vor der Panse gelang es ihnen, das Spiel ziemlich offen zu halten, nachher läppte die Mannschaft zusammen. Nerünann im Hakoahtor bikaA nur drei Bälle zu halten. Scheuer und Trümer arbeiteten fehlerlos. Scheiter schoß wiederholt von einem Tore bis zum andern, was große Bewunderung hervorrief. In der Deckung stand Pollak, der bald nach SpiÄbeginn verletzt wurde, gegen seine .Partner etwas zurück. Die Stürmer konnten auf dem schmalen Platze nur kurzes Zuspiel betreiben, was hier noch nie gesehen worden war. Boros und Grün Wald waren mit ihren Dribbelkünsten natürlich Koryphäen. Gousl. der unpäßlich war. legte sich Mäßigung «ch Klügler Wiener Morgenzettnng war ein erfolgreicher Torschütze. Slutzky wurde-wenig beschäftigt. Zeitweise arbeitete der Angriff im Stile Rapids gegen Slavia. Der Spielverlauf war folgender: In der 2. Minute geht Boros durch, seine verfehlte Flanke geht ins Tor. Hierauf wechselnde Angriffe. Der Makkabi-Tormann rettet wiederholt sehr schön, unter anderm wird ein Solo Grünwalds vom Tormann aufgehültem Erst in der 30. Minute placiert Ist Nach einer Flanke Bords' in die Ecke. DaS dritte Tör erzielt Grünwald in der 43. Minute iw Alleingang. Nach der Pause erdrückende Ueberlrgenhcit der Hakoah. In der 3. Mimte nimmt rin Volleyschuß Isis den Weg unter die Querlatte. Das schönste Goal des Tages. Pollak scheidet für zehn Minuten aus. In der 14. Minute schießt Kliegler nach einem Korner ei». In der nächsten Minute wird Kliegler zu Fall gebracht. Scheuer verwandelt den «Äser". Ein schöner Schuß Salomons geht cm die Latte, gleich darauf kann Reumann nur mehr zur Ecke abwehren. In der 23. Minute führt cm Solo Boros' zum siebenten Goal. Zwei Minuten 'päter fallt MH schönem Dreiinnenspiel durch Kliegler das achte Tor. Ein Bombenschuß Grünfelds von der Strafraumgrenze geht in die linke Torecke. Nach Zusammenspiel wit Slutzky erzielt Kliegler das zehnte Goal (32. Minute). Dem Treffen wohnten 5500 Zuschauer bei, die die Gäste und den Schiedsrichter Rndolket (Wien) lebhaft akklamietten. Am Sonntag spülten wir gegen- Polonia 6:1 (2:1), Die Hintermannschaft war dieselbe, der Angriff spielte in folgender Ausstellung: Häusler, Boros, Dickler, Grünwald. Slutzky. Dü Mannschaft war nicht so gut wie am Vortage Scheuer arbeitete fehlerlos. Bei Trümer wechselten glanzende Aktionen mit krafsen Versager». Bon dm Halss konnte »ur Grünfrld, der für alle drei arbeitete, befriedigen. Im Angriff versagte Dickler vollkommen. Grünwald'wurde während des Spieles von Nasenbluten befallen, und Borvs erlitt eine Hautabschürfung, worauf beide die Posten der Flügelstürmer bezogen. Slutzky spielte recht brav, auch Häusler, der sämtliche Tricks des Augartens auspackte. Im allgemein'n war der Angriff aber schwach. Die Gegner betreiben einen etwas besseren Fußball als Makkabi,. wenngleich sie von diesen meist geschlagen werden. Es ist schwer, irgend, jemand hervorzuheben, da alle Spieler, gleiches Können zeigen. Das Spiel zeigt dir Hakoah sofort im Angriff, doch vergebe» die Stürmer zahlreiche Gelegenheiten, durch gekünsteltes Spiel. In der 23. Minute Foul gegen Häusler im Strafraum; den von Boros schlecht getretenen Elfer läßt der Tormann passieren. Fünf Minuten später schießt Grünfeld aus zirka 25 m Entfernung einen Strafstoß scharf unter die Latte. Die restliche Spielzeit offenes Spiel, in der 43. Minute gelingt es dem Linksaußen der Polen (Buraat), durch ein Mißverständnis Nerimann- Pollaks einen Treffer zu erzielen. Nach der Pauke sendet Grünwakd in der 8. Minute nach einer Flanke Boros' ein (8:1). Schon 2 Minuten später übernimmt Grünwald einen Flankenball Häuslers volley (4:1). In der 11. Minute schießt Häusler scharf anfs Tor, der Tormann pariert und Slutzky drückt den Ball ms Netz. Schließlich verwandelt Molnar einen Freistoß zum letzten Treffer (33. Mmute). Trotz großer Ueberlegenhenbeit können die Hakoahuer keinen weiteren Treffer erziel«!. - Unser nächstes Programm lautet: Montag Antoansffng nach Sadagora, Dienstag großer Festkommers, Mittwoch Picknick usw. Am Samstag (80. d. M.) spielen wir gegm ein Stadteteam nnd am Sonntag -egen die nmiänischc Mannschaft Dragos Voda. Mitte nächster Woche hoffen wir in Wien einzutreffen. _ H, F. Wettschwimmen Quer durch Wien. Heute nachmittags findet im Donaukanal die populärste schwimmsportliche Veranstaltung Wiens statt, Nahezu r» halbes Tausmd Schwimmer und Schwimmerinnen nsirden auf der 7*/, km , langen Strecke von der Nußdorfer Schleuße bis zur Sophienbrücke nM die Siegcspalme kämpfen. Das Glos der Teilnehmer stellt der Arbeiter SchwimmvereiN, von den übrigen Vereinen stellt der Sportklub Hakoah die Meisten Starter Der Start «folgt pünkltch um 4 Uhr nachmittags stir die erste Gruppe. Man kann anttehrnen, daß die ersten Konkurrenten nach 8145 Uhr beim Ziel eintreffen. Ebenso wie im Vorjahre dürften auch hmer von der SophirnbrÜcke aus Schausprünge vorgeführt werden. Der Eintrittspreis in den Z'.elranM betrügt K 20. Wiener Fußballer im Ausland. Die letztm Spiele, über die berichtet wird, brachten durchwegs Ersätze. Rapid siegte in Oerebro über eine Auswahlmannschaft von Vestmanland 2:1.' Mit demselben Resultat blieb der W. A. F. in Eleve (Hastand) siegreich. Verspätet trifft dü Nachricht von einem I0:0-Siege der Hakoah in Ezernowitz über Matkadi rin. Jüdischer Sportklub MoriahXX—Hnttkwn 4 r 4. Die mit zwei Ersatzleuten tpielendeMoriah hätte den Sieg verdient. Bei Moriah waren Ehrlich, Werner, Wachs, Dag t, Streifler, Spiegel nnd Bergtt, bei Hatikwa Karl. Krrindler» Jakob »nd Kalma» sehr gut. Di« Tore schoffen Spiegel, Dag l (2) und Berger für Moriah, Kreindler (8), Eckhaus und Karl für Hatikwa. Hatikwa trat 15. Minuten vor Schluß ab. SUchttgftMreng. In unserem letzten Reisebericht Über die Tomnee der Hakoah ist richtigzustellen, daß Herr Wilhelm Gold Präsident des Makkabi ln d undenburg ist. > Gang zum Grave Herzls. Hechawer. Dü Mitglieder treffen sich Sonntag bei der Börse. Endstation des 40er-Waaens zwecks gemeinsamen Hcrzl-Grabgariges um 7t& Uhr früh. Führer Kur! I u h n. Auch die Damen wollen erscheinen. Pokalrnndsplel t« Knittelfeld. In Knittelfeld finden. am 14. mid 15. August Pokalrundfpiele statt, an welchen fich H e ch a w e r beteiligen wird. Dü Abreise der Hechawer-»Fußballer findet am Samstag den 18. August vom Südbahnhof aus statt und wird die Zeit noch bekanntgcgeben werde«. Kadima. Montag. 8 Uhr abends. Ausschußfitzimg im Klnbheim. Moriah XX sucht Gegner auf ftemden Plätzen. Jung- und Schülermannschallen sind bevorzugt. Zuschriften an L. JuLgermaun. XX^ Meldemannstraße 19. 31. Juki 1921 Rr. 902 Wochenprogviamm der HaSmonea. Sonntag.'/,8 Uhr früh^ versammeln Ach sämtliche Mitglieder im Klubheim zwecks aememsamen Abmarsches zum Herzl-Grab. — Abmds. 8 Uhr. Herzl- .feierKlubheim. — Fußballsektion.' Trainingr t Mannschaft Dienstag und Freitag, N. Mannschaft Mittwoch, Hochschülermanvschaften Montag, Jung- und Schülermannschaften Donnerstag. Senioren Samstag, ab 5 Uhr. Sonntag, 7 August, Wettspiel mit zwei Mannschaften gegen Admira in Wiener- Reustadl. Dem Verein sind neu beigetrettn 28 Hvchschüler, darunter einige tüchtige Spieler, wtc: Ing. Stein, Engelstein. Perlmann (Hasmouea. Lemberg) Eisenberg Makkabi, k^ernowitz) und Lauser (Hakoah Stanisläu). — Gegner für zwei Hochschüler- Mannschaften sowie kür Reserve-, Jung» und Schülermanttschaften mr alle Termine (auch an Wochentagen) gesucht. Zuschriften an Emanuel Fiscus. H.« Dbbsstraße 3/28. M. ROHATYN Wien, I., Maria Theresienstrasee Nr. 10 Telephon 20-3-63. ' «4 Durchführung sämtlicher Bank-Transaktionen. An- und Verkauf sämtlicher Devisen und Valuten. Der Volkswirt. Gestempelt« Krone -- —.65 Eenttmes» Auszahlung Wie« - —.6?'/, Centimes. In Zürich notierte: die östttttichifchr Krone . . . . .67^4 (—.67 am 29. IM)! die östttr. gestempelte Krone 4 . -—.65 (-.®4 am 29. Juli) dü tschechische Krone .... * 7.65 ( 7.70 am 29. IM die 8Nark «,.»», . 7.47V, ( 7.62‘/. am 29. IM Ägram » « » . ■. . 3.50 ( 8.50 am 89. IM Bukarest . 7,60 ( 7.76 am 29. IM, Budapest ,»..»»».» . 1.65 ( 1.62% am 29. Juli) Marschau ......... . —.30 C—.30 am 29. IM Die Zttdustrie itt Polen. Ueber die Poge der polnischen Industrie ging dem „Hanbelsmuseum" folgender Bericht zu: Dü W^eraufnahmo der Arbeite« bn der polnischen Jndustrü hat zwar im Jahre 1920 weiter zug^uommen, doch hat die Beschäftigung Wege!» vieler Hindernisse noch immer nicht de» Stand vor dem Kriege erreichen können. D'ü B a u m w o l l in b u str i'e, die bei voller Beschäftigung in der Lage wäre, nicht Nur de« gesamten Bedarf des Bandes zu decken, sondern auch 30 Prozent der Erzeugung auszuführen, hat bis T. April 1921 bereits in 60 Prozent ihrer Betriebe die Tättzkeik Wiebe» uusnehmen kSnusr. Jetzt schvu Übersteigt bü Erzeugung de» Landesbedarf und dü JndNstM sucht «ach neuen AbsühgtzLieüUj, da der große Markt der Lodzer Jndustrü, Rußland, «och! nicht beliefert werden, kan«. Dü Wolle und H'albbvsNe, die Wirkwareniudustrie. konnte« sich noch nicht iu dem Maße erhole« wie die BaUmwollinbustrü. Sie haben den Betrieb bei Wolle, Halbwolle und, Juüindustrü nur mit 40 Prozent und bei der Mirkwareninbustrü uur mit .16 Prozent aufrechterhalün könne«. In der Flachsindustrie, der älüsten Großindustrie 'Polens, arbeiten, gestützt aüf den Leinban im alten Kongreßpolen, 60 Prozent der Betrübe. In der Zement industrie arbeite« .zwar alle Fabriken, doch beträgt die Erzeugung gegen die letzten Frredrn'sjahre nur 20 Prozent. Obwohl gerade für Zement.dü Absatzmöglichkeiten außerordentlich günstig sind, konnbe sich die Industrie noch nicht recht erhole«, da ihr die nötige Betrübsküble nickt n«r in ungenügender Menge, sondern auch nur in minderer Mte Mr Verfügung' steht. Der-Mangel an Betrübskohle hat vielfach' der Entwicklmrg des industrüllen Lebens Abbruch igetan' daneben besteht aber «och die Schwierigkeit der Beschaffung der rwtwendige« Lebensmittel mid der Rohstoffe sowie d«s Betriebskredits. Durch! die Unkende Währung, die steigenden Erzeugungskosten sind die Fab rike-v kaum mehr in der Lage, mit eigenen Mitteln die Betrübe aufrecht^uerhalten. Privatkredite müssen mit 38 bis '46 Prozent verzinst werden. Banke« stelle« nur dann Geld z«r Verfügung» wenn sü sich! an den Unternehmen beteiligen «nd sie koirtvollisre« könne«. - ' , - Dü 81' Zuckerfabriken erzeugten im,Jahre 1920 ' nur mehr 176.000 Tonnen Zucker, bas ist ungefähr ein Drittel der vor dem Krüge erzeugten^ Menge. Die im ehemalig preußischen Tebüte befindlichen Fabriken ststd «och dü ' ettrzigen, die Zucker in größerer Mewge Hersüllen, was in erster Linü durch dü gesicherü Rübenbeliefepung bedingt wird, die im alten Kongreßpolen häufig zu der Leistungsfähigkeit der Fabrikerr in Itimm Verhältnis stand. Die Papierindustrie ko »mte-nur 40 PrvMt-der Friedenserzeugung Hersüllen und hat neben de« eigene« Betriebsschwierigkeiten in immer steigendem Maße mit der ausländischen Konkurrenz zu kämpfe«. Der Bedarf ist noch nicht gedeckt, der Markt noch immer aufnahmsfähig und dü gesamü Papierindustrie könnü bei voller Beschäftigung de,, Bedarf nur zum Teile decken, doch deuün dü großer Lager und das Sinken der Papürpreist darauf hin, daß dev Wettbewerb immer schärfere Formen annehmen wird. Dü KrdustrÜ in den ehemals prmßischen G'ebüün (landwirtschaftliche Und Bauindustrie, Erzeugung von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten) ist im altzemeiiün weniger gesunken, obwohl auL sie unür de« allgemeinen Schäden, Kohünmangel, Verkchroschwierigüiten und Unmöglichkeit der Beschaffung von Be» triebskapital litten. Dü Erwartung, dü man in Polen auf den Ertrag der Ho l zverwe r tung gesetzt hatte, wurd» nicht erfüllt. Der Absatz «ach Deutschland, Oesterreich, Belgien hat keine Steigeruirg erfahren m,d in den west- MicoPäMM Staaten Erachkreich. ENüjlavd, Hollarü) konnte

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