Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 902 (31.7.1921)
- Date
- 1921-07-31
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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iw:boz Wiener MörKmzettmrg M.ZMM Ol ■ » ■ > ■ « » ■ ■ 9 ■ B » m » a I" ]■ I* 1b 1b ]■ 8 ln ]■ I» s Im 5 8 j»' mimmmmmMpmmmmi Anlässlich des XU. feionistenkongresses welcher am 1. September 1921 in Karlsbad seinen Anfang nimmt, werden wir im Rahmen unserer Haiiptansgtf)e ei» erscheinen lassen. Die Kongress ausgabe der „Wiener Morgen zeitung* wird eine ausführliche, zusammenhängende, protokoflartige Darstellung der Verhandlungen und Vorgänge am Zionistenkongress enthalten. Verwaltung und Redaktion der „Wiener Morgenzeitung“ treffen alle Vorbereitungen, um die Berichterstattung aufs verlässlichste und rascheste dttrchzuführea; Diese Vorkehrungen machen es möglich, dass der Leser ausführliche Berichte über den Kongress in der jedem Kongresstage folgenden, in der Früh .erscheinenden Ausgabe vorfinden wird. Durch rascheste Expedition wird Sorge getragen, dass die Bezieher die Kongressausgabe der «Wiener Morgenzeitung“ vor allen in Betracht kommenden Organen erhalten werden. , Die Kongressausgabe wird 15 Nummern (vom 31. August bis inklusive 14. September) umfassen. . Als erste Nummer wird am 31. August— am Vortage des Kongressbeginnes eine erscheinen, weiche Beiträge zionistischer Führer über die Verhandlungsgegenstände des Kongresses und aktuelle zionistische Probleme enthalten wird. #?{ Für die Kongressausgabe werden T Sonderabonnements unter folgenden Bedingungen entgegengenommen: INlQQAnQflAilfl* Oesterreich: K 120, Deutschland: Mk. 14, Jugoslawien : Dinar 12, Tschechoslowakei: tschech. K18> JiuOuuuuylllJu. Polen: poln. Mk. 150, Holland: holl. fl. 1.50, Schweiz: Frcs. 3, England: sh 3, Italien: Lire Ö, Amerika: Dollar -—.50, Frankreich und Belgien: Frcs. 6. Für das übrige Ausland: Schweizer Frcs. 3. Gleichzeitig mit den Bestellungen bat die Ueberweisung des Betrages zu erfolgen, da sonst die Versendung der Ausgabe nicht erfolgen kann. Für süte id IM Bhunta vird dlilugibt MWi ul die in üig MMüWckdiWM «nd ^r- Für Deutschösterreich: K 390, Tschecho-Slowakei: tschech. K 54, Polen: poln. Mk. 600, Jugoslawien: Dinar 39, Deutschland: Mk. 42, Holland: holl, fl. 4.50, Schweiz: Frcs. 9, England sh 9, Italien: LJre 18, Amerika: Dollar 1.50, Frankreich und Belgien: Frcs. tH für das übrige Ausland : Schweizer Frcs. 9 geliefert werden. Bestellungen werden von den Verschleisstellen sowie von der Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“, Wien, 11., Taborstrasse 1, entgegen " genommen und müssen unter gleichzeitiger Ueberweisung des entfallenden Betrages bis spätestens 25. August im Besitz der Verwaltung sehr. Der Geschäftswelt bietet die Kongressausgabe eine besondere, nicht bald wiederkehrende Gelegenheit, erfolgreich xvl inserieren und neue, wertvolle Auslandsverbindungen zu erreichen. Bei Anfragen wollen Grösse und Erscheinungstage des gewünschten Inserats angegeben werden, wodann äusserste Offerte erfolgt. Normaler Anzeigentarif. Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“ Wien, II., Tabor Strasse 1—3. BtCBlBi MBIBBBUBBUHaBlBBBl ÜBIBH K H HIIBttlBllMIBMlWil Literatur «^Wissenschaft. i ' Eine Brenner-Biographie. Der Schriftstellerverband in Iaffa ist mit den Vorbereitungen zur Herausgabe eines Buches über den wahrend der Maiereignifse m Jaffa gefallenen Schriftsteller I. Ch. Brenner beschäftigt. Das Buch soll außer den biographischen Daten den Briefwechsel Brenners, seine verschiedenen Erlebnisse sowie eine Würdigung seiner schriftstellerische«. Tätigkeit enthalten. Mn solches Buch' wird ficherlich die südische Literatur mit wertvollem Material bereichern und der Schristflellerverband in Jaffa wendet sich durch' A. B e i l i n in London au alle diejenigen, die über irgendwelches Material von Belang über Brenner «nd sein Leben oder über Briefe von ihm verfügen, dieses Material entweder im Original oder in Abschriften zur Verfügung zu stellen. Die Adresse des Herrn Beilin, an den daS gesamte Material zn senden wäre, ist 35, Baffet Road, North Kenfington, London W io. Edward ( König, Moderne Vergewaltigung des MtSn Testaments. Bonn 1921, A. Marcus und E. Webers Verlag. 40 ®. Eine Abrechnung, He der Bonner Semitist und Theologe mit der Schute Mülhausens und ihren 'Freünden vornimmt, eine Abrechnung, in welcher der Verfasser der positw aufbauenden Darlegung zumindest so viel Sorgfalt zuwendet wie der kritisch ablehnenden. Der zwingende Anlaß zn'dieser an sich wichtigen Erörterung ist durch die Verhandlungen über den ersten Teil des Delitz sch schon Buches „Dir große Täuschung" gegeben. Köni g beantw-orteie die^Herausforderung der Delitzschscheu „Kampfschrift" mit einer Abhandlung, betitelt: „Friedrich Delitzsch' ,Die große Täiffchung'.kritisch besenchtet." Hermann Gunkel, «obwohl selbst weit davon entfernt, Friedrich Delitzsch brizupslichteir, bekämpfte nmr im Liieraturblatt der „Frankfurter Zeitung" die Ansichten Königs. Er warf ihm vor, daß gerade eine Auffassung des Alten Testaments, wie sie König in der Gegenschrift gegen Delitzschs vertrete, den Angriff Delitzsch' gegen das Alte Testament hervorgerusen habe. Denn König lasse es an der geschichtlichen Auffassung des Alten Testaments fehle». Cr wolle die „mancherlei Schranken" der älteren israelitischen Religion, die einer geschichtlichen Betrachtung nicht weiter befremdlich sind und die für Delitzsch em Grund des Abscheues und der Verachtung für dieses ganze heilige Buch sind, aus der. Welt schaffen^. Er lehre, daß der mit dem Detragramiuaton bezeichnte Gott nirgends im Alten Testament als „Nationalgott" aufgefaßt werde. Das Alte Testament, das in Wahrheit in einer lange« und vrelverzweigten Geschichte eDjbstanden sei, fei ihm, wie andererseits auch' Delitzsch allerdings mit entgegengesetztem Ergebnis eine innere Einiicit, die et übet alles vernünftige Maß hinaus erhebe. Er fei überhaupt vav der ^Jnspiratioyslehre beherrscht",. zu haben bei ^inader ät Co. 16., Lerchenfeldergürtel 29 Zu erreichen mit Linie 46, 5, 15 168 k womit Gunkel den r-'cht sehr rückständigen Standpunkt Königs bei der mhalilich'en Beurteilung des Alten Testaments iVitützeichnen will. Dies sei Orthodoxie oder geradezu passive Gläubiglkeit^L Gegen diese Anklagen nun wendet sich' König i« vorliegender Schrift, rn deren. erstem Teil er bas Wesen der geschichtlichen Auffassung des Alten Testaments mit de« ihm eigenen Gründlichkeit und Tiefe erörtert, um sodann im zweiten Teile die Beziehung der — wahren oder angeblichen — geschichtlichen Auffassung des Alten Testaments zu Delitzsch' Buch „Die große Täuschung" zu besprechen. König meint nun, die geschichtliche Auffasftmg des Alten Testaments ist diejenige, die es selbst als Zevge d er Z.eit sich gibt. Und der Erklärer, der der grammatisch' historischen Auslegungsmethode entsprechest will,, nrüsse danach streben,' dem Wort und Weist des durch Textkritik und Literatur - kritik festgestellteu Textes nach dem VE erforschten Sprächgebranch der beiden alttestamentlichen' UrfprackM »nd nach dem voll ausgedeckten, cku ltnrgeschichilichen Zusammenhang Israels gerecht zu.werden. Gibt er zudem der kritisch-knu-- parätiven Forschungsmethode Raum, jo ergibt sich die,e ch' t geschichtliche Auffassung des Alten Testaments, wie. sie König Delitzsch gegenüber vertritt. — König führt eine scharfe Klinge. Nicht allein rn den Partien, in welche« er von der alttestamentlicherr Religion redet, sondern auch, wo er sich mit der Kritik des von der gegnerischen Saite und ihren Anhänger« ausgestellten Verhältnisses des Altesti. zum Neuen Testament beschäftigt. Wo man hobelt, fallen Späne. Dieauch im einzelnen Angenieiu treffenden Ausführungen des zweiten Teiles dieser Schrift gipfeln in . den Sätzen: „Die <ms der Entwicklungstheorie herausgeborene Ansfassltng der Religionsgeschichte Israels ist keine geschichtliche. Denn eine ge s ch i ch t l i ch c Darstellung ist nur diejenige, die den Qnellenaussagen über die betreffenden Vorgänge entspricht. Eine den Quellen widersprechende Dm> stelluüg derselben ist eine philo s oph ische . . . Don dieser in die Quelle» der Religionsgeschichte Israels hi«eingetragenen sogenannten ,geschichtlichen" Auffassung des Alten Testaments ist Delitzschs Buch „Dir große Tälkschüug" nur die äußerste Konsequenz." — Alles i« allem ei«e Schrift, die tiefdurchdachte Hebelpunkte der Antikritik aufzeigt. Sw soll 'von allen gebildeten Jude«, die doch den' durch Delitzsch hervorgerufenen, wenn' auch' über unsere Köpfe hinweg ausgetragenen .Kampf um unsere heilige Schrift mit Jnterefsi fcrtfolai».n. ernst und c*f cici aelesen werden. Dr. M> Rose« seid. Mahum SokolowGeschichte de» Ziouisnms, . Bekanntlich hat Sokolow im Jahre Isis pot üntrrstützÄvg der politischen Berhandlungen em Buch verösfeEcht, das.er „History of Zionism" nannte. Der Süld war leider Wc m* glücklich gewählt. Sokolvws Buch enthalt zwareme« schrkvapp« Abriß über deu Ablauf der Bewegung, doch auch dieser ifc* aphorMch und weder vom pragmatischen »och vom kritische» Standpunkt ans als zureichende geschichtliche Darstellungattz«- sprechrn. Sokolow wollte eine solch« auch nicht schreibe». BD» mehr warmes, dem Zwecke des Buches entsprechend, seine Absicht^ M breiter «nd ausführlicher Weise die Haltung im: WestmächA. insbesondere Englands, seit dem Jahre 1600 zn den Oriaib» iragc« «nd zum Judenproblem z« schildern, als auch die pro* Monistischen Kundgebmgen, die während des KnegeS von d« einzelnen Regierungen Md von jüdischer Seite «klaff«» vnttde», zu publizieren. Dadurch unterstützte ficherlich sei« Luch die pvüü» schm Berhandlungm in wirksamer Weife. . Der Renaiffance-Berlag will eine dmtsche NebDetznug des Werkes herauSgeben «nd hat zunächst jenen Tril d^ BncheS, der diese Kwdgebungm enthält, sowie die Borrrdr DaffomS, in deutscher Sprache veröffentlicht md damit der Bewegwqz eine« guten Dienst geleistet. Die Doknmmte, die Sokvlowreprodnzierl, sind vollzählig. Zu bedauern ist nur, daß auch in der Leber-. ietznng der irreführende Titel ^Die Geschichte des Zionismus* beibehatten wurde. Es wäre bester gewesen »nd hätte düS Ansehen der zionistischen Wiffenschaftlichkeff gefördert, wmu der Titel «ur daS ans-edrückt hatte, waS tatsächlich m d« Broschüre enthalten ist. ____ ». b. Eine Rothschitdsche MillionenstiMns fix »re Wiffenschaft. Edmond de Rothschild hat der notleidende» französischen Wiffenschaft eine große Stiftung gemacht, nicht weniger als 10 Millionen Francs ans einmal. Die wiffemchastsichen «nd künstlerischen Zentralinstitute von Paris höben zur Verwaltung dieser Stiftung einen Ausschuß eingesetzt, der ähnlich wie die Notgememlchaft der deutschen Wiffenschaft, ans Dertretern der verschiedenen Wissenschaftszweige besteht. 600.000 Francs werden jährlich verteilt werde« können, «nd zwar die Halste an einzelne unterstützungsbedürftige Gelehrte, die and«e HAfte „ im ganzen oder in Teilen für besonders kostspielige n«d wichtige Forschungen. Die Unterrichts- und Forschungsinstitute - des Staates sollen an den Bewilligungen ans der'Stiftung keinen Teil haben, die Unterstützungen sollen vielmehr nur an «nab-- hangig arbeitende Gelehrte «nd hauptMlich Kr phWalische und chemische Arbeiten vergeben werden. . Büchereiulauf. „SB i t f e und G « stir H;* » g". Almanach auf das Jahr 1921. Verlag Eugen DiederichS, Jena. -—Br i.e f e deutscher Ferie n.F-ru-d e-r .a.«L S k a u d i n a v i e n. Herausgegebe» vo» Walter Georg»' Verlag Engen Diederichs, Jena- —MaxBrod. »Heidentm», Chnsteutum, Judentum" iä Bände). Km! Wolff-Berlag, Münch«.