Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 900 (29.7.1921)
- Date
- 1921-07-29
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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S Men, Freitag Die Ernährung. Die LedensmiLtelmärkte. Nachlafien der Fleischznfuhre«. — Neuerliche Preis* steigerungen. Infolge der großen Sitze haben die Fleifchmfnbren gegenüber den Vortagen nachgelassen und reichen nicht für dm Bedarf. Di? Zurückhaltung in der Fleischbeschickung ist aber nicht nur auf die Wärme allein zurückzuführe«, sonder».auch auf die p a f s i v e ResistenzdrrProduzenten, welcheseit dem Preis« rückgang auf den Wimer Markten, mit dem beginnenden Preis« abbau nicht einverstanden, eine „bessere Konjunktur adwarten. Die Folge davon find allgemeine Preiserhöhungen für verschiedene Fleischiorteu. « M , In der Großmarkthalle war der Verkehr gestern nicht besonders lebhaft. Im EngroSverkarrf verteuerten sich Rindfleisch (sogenanntes rugllsches Bratrnflei'ch) vm K 8, Kälber um K 10 per Kilogramm. Die Grünwaremnärkte zeigen nach wie vor gute Beschickung, auch die Obstmärkte find mit Ware über dm augenblicklichen Bedarf hinaus versorgt. Die Preise bröckeln infolge der anhaltenden günstigen Zufuhren weiter ab. Freie jüdische Volksbühne Ensemble-Oasteplel in der Heuen Wiener B tUme Jehel, der Sohmied Bühne und Kunst. Das Los des Dramatikers. Von Hermann Sndermann. Bei der Berliner Trasierßeier für den jüngst verstorbenen D'r. Albert E n t s ch' hat Hernrcmn Sud ermann eine Gedenkrede gehalten, die die von Prof. Ordert H irschberg herausgegebene Monatszeitschrift //Der geistige Arbeiter" im Wortlaut veröffentlicht. Wir entnehmen Nudermanns Ausführungen diese Sätze: Wir alle wissen, wir, die wir dem Dämon dienen, der sich „Bühne" nennt, daß unser Dasein leicht efet Spott der Götter wird. Sind wir aus einem dumpfen, gnälerischen Kampf des Werdens hochgestiegen, geht unser Weg im Zickzack von Erfolg zu Mißerfolg, von Mißerfolg zu SchÄnerfolg, vom Zauberer zum Erkälten, und aus -er allgemeinen KAte wieder vielleicht zum Rausche des Erfolges empor. Dieser Elende Gaukler „Erfolg" wirb in manchem vit mächtiger als eigener Wunsch und Wert. Aber noch niemand konnte ihn entbehren, und der, dem er versagt bleibt, siecht dahin. Doch schlimmer als jegliches Versagen ist jenes jämmerlichste der Geschicke, das sich ,Märten" nennt! Der Kopf übervoll von Bildern und Ideen, die Mappen übervoll von schon Gestaltetem,/ drei Stücke fertig, drei andere unterwegs und nirgends eine Aussicht, den Bann zu scheuchen, der als e-in Meltau auf Werk und Namen liegt. Für alle diese Nöte gab es einen Tröster, einen Helfer, der. Erlösung bringen konnte, bas war der Mann, dessen Asche wir heute betten. t ' ' O, wir wissen wohl, daß auch' er nicht allmächtig war. Wenn irgendein fremder Schmarrn triumphierte, wenn mißleiteter Geschmack prahlerischem Unwert eine Art von Priestersicher Weihe gab — wrr keimen Beispiele. genug! dann konnte auch er'nichts weiter als die Achseln zucken und die Klagenden und Anklagenden, die da fragen kamen: „Was wird aus uns?", auf bessere — gesündere — Zeiten hinverweisen. Aber wie er das tat, wie er aus fast schon, erloschenem Lebensmut immer noch ein Fünkchen Hofftmng hervorholte, wie er den Jungen, Darbenden immer noch eine Hilfe zu spenden vermochte und wie er den Alternde!» irnd Ermattenden den Weg zu 'neuer Kraft und neuer Jugend wies — o, meine lehrten, das muß man erlebt haben, um es würdigen zu können, mck wenn es nicht ungeziemend wäre, au dieser Stätte des Schweigens, an der nur eine Stimme erklingen darf, den Ruf der Zustimmung herauszufordern, ich wüßte viele unter uns, die aus eigener, glücklicher Erfahrung das, was ich sagte, gern bekräftigen würden. v Doch dies ist es nicht allein, womit ich ihn zu rühmen habe. Trösten mag ^manchmal billig-sein und tm Grunde nichts weiter wie Vertrösten. Wer wie er mit Umsicht und Beharren das Verheißen in.die Tat -umsetzte, wie er eines jeden innere Berechtigung abwog und verwertete 'und er keinen durch die anderen ins Hintertreffen stellen ließ, dies zu sehen, war eine zwiefache Freude in dieser wilden Zeit, in der die eisenstirnige Macht regiert und der Verdrängte und Verkümmernde hilflos verrecken mag. Eine britische Nationaloper. In L o n d o n wird aegenwärtig cm der Verwirklichung eines oft schon geäußerten AmnscheS gearbeitet. Man will eme britischeRationalo p e r haben. Die Londoner waren bisher immer mehr oder weniger auf Gäste und Gastspielunternehmungm angewiesen. Auch m diesem Winter wieder will Mach Garden aus Chrkagv mit ibrem Ensemble herüberkommen, daneben wird die Carl« Rosa-Oper spielen. Ein spezifisch nationales Gepräge aber soll die britische Natiomloper tragen, die man im September mit Thomas B e e cb a m als Dirigenten zu eröffnen hofft. Aus einem älteren Opernunternehmeu Beechams soll auch der Fundus (besonders wird am Wagner-Werke hinaewiesen) Übernommen werden. Biel diskutiert wird die Frage, ob man in englischerSprache fingen soll oder jede Oper in ihrer Heimatsprache. Ueberhaupt tritt das Verlangen nach einem eigenen spezifisch englischen Musikbetrieb immer stärker hervor. Man überlegt, ob S ch u b e r t nicht mit englischen Texten zu Gehör kommen soll, man weist aus die guten einheimischen Dirigenten hm, spielt eigme KorwMtiouen (Bar, Blitz, Grossens, Holst) gegen das Ausland aus. 1931, weissagt ei» Kritiker, werde man iu London vornehmlich diese Komponisten hören. Vorausgesetzt, daß die Ruffra und Franzosen mchtS anderes zu bieten hätten als die Extremen, die sie jetzt nach England geschickt hgben. Deutschland könne man nach Schreker — der allein von dm Jüugerm m London zu hören war — allerdings nicht beurteile». MeirerMorgenzeitung_ Klaviersteuer in Paris. Der Pariser Magistrat hat eine Steuer ans Klaviere beschloffen. Die Steuer begrünt mit 90 Francs für ein Klavier und 6y Francs für einen Flüael. Berufsmusiker solle» von der Steuer befrejt werden. Allmählich will man die Klaviersteuer dem EmkomrMi der Eigentümer anpaffrn. Die Steuer soll 4 Millionen Francs dringen. .4 Gerichtssaal. Harrsbesther ft» Wohnungsnot. Ein Ferialserrat des Zivillandesgerichtes unter Vorsitz des HofratesDr.Hellmer verhandelte gestern Überzwei bemerkenswerte Fälle deS Kampfes von Hausbesitzern um eine Wohnung in ihrem eigenen Hanse. Die Eheleute Alois und Maria Rosenbaum befanden sich, obwohl sie ein Haus besitzen, in argem Wohnungselend. Da sie gegen kernen ihrer Mieter einen KündrgungSgrund hatten, bewohnten sie mit ihren vier Kindem in einem anderen Haufe eme finstere, nasse, ans zwei Räumen bestehende«, Soutcrrainwohnung, von denen ein Raum, weil er kein Fenster hatte, unbewohnbar war und als Tummelplatz für Mäuse diente. Als nun eine Tochter des Ebepaorrs heiratete und das junge Paar mangels einer anderen Wohnung in diese elende Wohnung zu ziehrn genötigt war und somit achtPersonen in einemZimmer wohnten, entschloß sich der Hausbesitzer, aufs Geratewohl einem der Mieter in keinem Haufe eine Wohnung zu kündigen. Das Bezirksgericht anerkannte dm dringenden Eigenbedarf des Hauseigentümers und erklärte die Kündigung für wir kt a m. In der von der Gekündigten Sary Schiffes eingcbrachten Berufung wurde geltend gemacht, der Hausbesitzer befinde sich noch immer in einer besseren Lage als sie, die im Falle der Aufrechthaltung der Kündigung vbdach- und möbellos wäre, da ihre Möbel so alt und gebrechlich seren, daß sie, wenn sie in die Hände der Möbelpacker' gerietm, sofort in Trümmer zerfielen. Der Vertreter deS Hausbesitzers erwiderte.-die Wohnung, in der die achtköpfige Doppelfamilie des Hausbesitzers bis jetzt wohne, fei eine derart entsetzliche, daß man sich überhaupt wundernmüsse, daß Menschen in derselben wohnen können. Das Wasser trieft vom Plafond und zwei Kinder seien hier schon tuberkulös geworden. Der Bemfungssenat gab der Berufung der Gekündigten keine Folge und b e st ä t i g t e das erstrichtrrlrche Urteil. — Die Rittmeisterswitwe Anna Kurier, deren Galle in russischer Kriegsgefangenschaft gestorben war, mußte, da in dem ihr gehörigen Hause ut Wien keine Wohnung frei war, Wien verlassen und mit ihren Kindern zu ihrem Schwägerin die Tscheckv-Slowgk^ ziehen. Als dieser selbst wegen Familienzuwachs an Raummangel litt, kündigte sie von derTschccho-Slowaker ans einem der Mieter in ihrem Weener Hause die Wohnung, um selbst in dieselbe einziehen zu tönnen. Gegenüber der Einwendung des Gekündigten Oskar S t u m p, der. ans sein hohes Alter und seine, drohende Obdachlosigkeit verwiesmachte .der Klagevertreter geltend, die Klägerin sei gebürtige Wienerin, nach Wem zuständig und man müsse ihr schon, aus diesem Grunde das Recht zusprechen, in ihrem eigenen Hause in Wien wohnen zu dürfen. So wert dürfe die Expropriation — und von einer solchen werden die Hausbesitzer durch bas Mieterschntzgesetz betroffen — doch nicht gehen, daß eine Wiener Hausbesitzerin, die auf ihre in Wiest fällige Pension angewiesen sei, dauernd tn Auslande zu wohnen gezwungen sein sollte. Das Bezirksgericht Margareten würdigte drese Gründe und erklärte die Kündigung für w i r k s a rn- Das Zivillantnsgerichl hat heute dieses Urteil b e.st ä t i g t. Sport. Wiener Mannschaften im Auslände. Die in Schweden weilenden Wiener Fußballer konnten durchwegs Erfolge errmgen. Eme .Wiener Städtemannschafl besiegte das Stockholmer Team 2:1, Rapid bezwang eme kombinierte fchwediiche Mannschaft in Upsala, eine kombinierte Amateurmännschast spielte in Gefle'4:4 unentschieden. Der Sporttlub Hertha»konnte fein erstes Wettipiel in der Schweiz siegreich beenden. Er schlug den Berner Fußballklub 8:2. Der Simmeynger spielte m Graz gegen. dm dortigen Athletttklub 3:2. ______ Die HaKoa^Ringer in Deutschland. Wie bereits berichtet, konnten die ttt Deutchland weilenden. Hakoay-Ringer am Sonntag in Koblenz einen schönen Sieg erringen. Das Wiener „Sport-Tagblatt" berichtet darüber: , Hakoah stand am .Sonntag in Koblenz oenc dortigen Athletenverein Heros gegenüber und siegte' nach interessanten harten Kämpfen mit 12 :8 Pnntten. Ko hm, der sich in Bonn verletzte, mußte in Koblenz noch pausieren; gn seiner Stelle rang Selzer und mit, Erfolg. Im Federgewicht kämpften Grünspann (Hakoah) Md Steil (Koblenz) beide Gänge unentschieden. Im Leichtgewicht standen einander Hübsch '(Hakoah) und Brei (Koblenz) gegenüber. Die ersten zehn Minuten verliefen resultatlos. Nach der Panse nahm der bisher ruhige Kampf schärfere und härtere Formen, an, der Wiener wollte zu einem-Resultat klommen. Nach einem Ueberstürzer kommt Hübsch rü die Brücke > und obwohl dieselbe zum Dell außerhalb der Matte war, pfiff der Kampfrichter, ab, dem Koblenzer den Sieg zusprechend. Ern Protest wurde abgewieserr. Koblenz führte mit,5:3 Punkten. Selzer (Hakoah) blieb im leichten Mittelgewicht gegen Heidermann '(Riblenz) zweimal siegreich. Er trug'am meisten zu dem 'siegreichen Abschneidcn seiner Mannschaft bei. Mit Armzug blieb Selzer in der vierten Minute der ersten Kampfhälfle.Sieger und nad); der Pause bezwang er den Koblenzer in der dritten Minute durch Ueberstürzen. Heilmcmn, der beste Mann.der Koblenzer, kloimte im schwererr Mittelgewicht dem Hakoahner Zeichner in der ersten Kampfhälfte .nichts anhaben. Nach der Pause siel jedoch Deichner ttotz zäher Gegenwehr in der fünften Minute durch. Hüftschwung. Stand .8:8.".*' Minner, der Vertreter HakoaW, der 'bisher in Köln und Bonn Niederlagen erlitt, war im Kamps gegen den Koblenzer Schwergewichtler 'Meier nicht zu kennen. Obwohl Meier bei weitem nicht die Klasse eines H. Bock ist, zeigte Minner hier, baß er ein brillanter Techniker -und Angreifer ist. Mit kurzgesaßtem Untergriff wurde brr Koblenzer bereits in der > dritten und nach der Panse mit gleichem Griffe in der zweiten Minute auf die Schfulterp gelegt. A. Iuli isri_ Nr. m .. ' ' ' ' iDpndorpppsBrlstttad» rerenetaUen iu der Tojnbee-HaUe, so. Beiirk, Dentsgasee 88, Samsta« den 80. Jnll 1981 eine 9098 HERZL-FEIER RT Karten bei KitsUeden und an der Sa«m sn haben. “p| Der Kampf fand vor ausverkauftLM Hause km Apolvo» Theater statt. _ Eine italienische Mannschaft in Wien. Der F. C. Boloana trägt am 10. und 11. September in Wien Wettspiele aus. Ein Gegner wird der Wiener Sportklub sein» der andere ist noch nicht bestimmt. Subventionen der Gemeinde für Sportzwecke. Im Gemeinderatsausschust für allgemeine Angelegenherten erstattete ^Sladtrat Richter einm Bericht über die Verwendung des zur Förderung des KorpcrsportS bestimmten Prozentsatzes der Lustbarkeitsabaabe für das Jahr 1920/21. Bekanntlich widmet die Gemeinde Wien für 'diese Zwecke 4°/» der Abgabe. Insgesamt stand für Zwecke der Sportsörderung vom' 1. Juli 1920 bis 30. d. M. ein Betraa von K 2,629.680 zur Verfügung. Rach emem Vorschläge des Svortbeirates war beschlossen worden, von den zur Verfügung stehenden Beträgen 40°/, dem Verband der Arbeiter- und Soloatensporivereinigungen und 40*/, dem Hauptverband für Körpersport zuzuweisen, 20*/« der Belräge behielt sich der Ausschuß zur fielen Verfügung zum Zwecke der Förderung deS Jugendsports und solcher Sporweremigungm, dre kemm der beiden Hauptverbänden angeboren. Der jüdische Sportklub Iu gen dbund schreibt «nS: DaS am Sonntag zur Austragung gebrachte Wettspiel Jung- Juda gegen Jugendbund wurde mit den Reservemannschaften bestritte». Die erfieren traten beim Stande von 4:0 ab. Hasmonea. Fußballsektion: Training h Mannschaft Dienstag. Frtttag: tt. Mannschaft Mittwoch. Jung- und Schülermannschaften Donnerstag ab b Uhr. Freitag, V-b Uhr, Spielewersammlung der Jung- und SchÜlermannschaft. Samstag... */,5 Uhr, Wettspiel Hasmonea Schüler—Haadir Reserve, 6 Uhr Dasmonea JungmannschastU—Haadir l. Infolge der korporativen Teilnahme an dem Gang zum Grabe Herzls finden Sonntag keine Wettspiele statt. Sonntag, 7. August, spielt HaSmonea mit zwei Mannschaften gegen Admira in Wiener-Neustadt. Gegner für Reserve. Jung- und Schülermannschaft tür alle Termine gesucht. Zuschriften Emannel Fiscus, H., Wbsstraße 3/28. Schauer (Vienna), Wiesenfeld lOlhmvia), Gold (Pfeil) und Schweizer (Nordmark) sind dem Verein beigetreten. Sportklub Var-Kochba. Sonntcig de» 31. d. M. Wettspiel tmt zwei Mannschaften gegen Kaisermühlener Athletikklub. Samstag den 30. b. M., 7 Uhr abends, Bollversammftmg der Fußballsektion und Mannschaftsaufstellung. Alle Spieler unbedingt erscheinen. 1 Heros. Heute. 6 Uhr, Versammlung tm Cakö Drei Lanier. Alle Spieler werden ausgefordcrr, sicher zu kommen« da KapiisinSwahl sür alle Mannschaften vorgenommen wird. Der Volkswirt. Gestempelte Krone --- —.70 Centimes, Auszahlung Wien --- —.70 Centimes. In Zürich notierte: die österreichische Krone' .... —.70 (—.68 am 27. Juli) die osterr. gestempelte Krone . . —.70 (—.70 am 27 Juli) ibte tschechische Krone.7.65 ( 7.65 am 27. Juli) die Mark.. . 7.62V, f 7.75 am 27. Juli) Aaram ....... . 3 40 ( 350 am 27. Juli) Bukarest .. 7.80 ( 7.90 am 27. Juli) Budapest . . ..... . . . 1.67V, f 1.67V, am 27. Juli) Warschau . . . ..—.30 (—.90 am 27. Juli)! Der Valutenfkandal. Eine lnhme.Erklärung der Regierung «nd eine neue Hausse. Endlich hat sich die Regierung zu der Erklärung gegen das wüste Treiben der Spekulanten und das künstliche Emporwirbeln der Kurse der ausländischen Zahlungsmittel durch Schjeber emvorgerasst. An der gestrigen Börse wurde im Austrage deS Bundesministers sür Finanzen folgende ErklScung kundgetan: ^ES ist nicht von der Hand» zu weisen/ daß btc außerordentlich übertriebenen Preissteigerungen auf dem Valutenmarkte in den letzten Tagen nicht ausschließtichauf die Deckung deS le.gi timen B e ha r f es und auf die Knappheit des Marktes an ausländischen Zahlungsmitteln, sondern auch aus eine künstliche Förder u n g durch re in. spekulative Tendenzen zurückzuführen stnd. Da die Kreditaftion, wie die Regierung und auch berufene Verlreter auswärtiger Mächte. wiederholt erklärt haben, als materiell gesichert angesehen werden kann und nnr ihre formelle Durchführung noch von gewissen technischen Momentzn abhäugt, so fehlt.dieser außergewöhnlichen Pkeisgestaltnng die wirtschaftliche Grundlage. Erfahrungsgemäß folgen guf solche maßlose Kurssteigcrungen s ch a r f e R ü ck s ch l ä g e, welche die schweren Schäden der Kursexzeffe den beteiligten Kreisen selbst fühlbar machen. * Wenn daher auch im Vertrauen auf die Erkenntnis der Schäden einer übertriebenen Spekulation die baldige Rückkehr zu einer organsschen Entwicklung der Preisbildung aus dem Valutenmarkt erwartet werden kann, so macht die Regierung doch darauf aufmerksam, daß sie n i ch t gesonnen ist. die Wiederholung oder das Andauern ähnlicher, unsere Volkswirtschaft und die Interesse« der Gesamtheft insbesondere unter den gegenwärtigen wirtschasillchen Verhältnissen schwer schädigenden Tendenzen »nverantwortlicher Elemente zu dulden. Die Regierung wird in allen Fällen, wo die .angeordneteu Erhebungen zu einem belastenden Ergebnisse sührm werden. Ge.grnmaß nahmen onzuwendeu miss en/ Daß eine derart lahme Kundgebung wirkungslos bleiben mußte, scheint das Bundesmiu^stcriuin für Furanzcn wieder einmal mcht vorausgefehe« zu habe». Solch« Dcohungeu werde« ^1529792^21