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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-29 · Heft 900 (29.7.1921) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 900 (29.7.1921)
Date
1921-07-29
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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von den betreffenden „Fachkreisen" kaum ernst genommen. Das Gegenteil von der beabsichtigten Senkung dcr Kurse tiat ein und es kam zu einer neuen wilden Hausse, die unffoweniger gerechtfertigt ist, als die Krone in Zürich wieder auf 0.70 gestiegen ist. Derartige Besserungen sind für ein Spekulanrcntam nicht mehr maßgebend, besten Treiben die Negierung nur durch drastische Eingriffe einen Riegel vorzuschieben vermag. Das zu tun bat sie jcdo?i mehrere Tage hindurch verabsäumt und die nächste Folge ist die wüste Orgie, die sich auch auf den Effektenmarkt überirug und besonderht Petroleum werten ihr Unwesen trieb. Womit ist die Steigerung der Fant o- Äktien um 2800 auf st 32.660, der Karpathen um I! 3156, der G a l i e i a sogar um. 77 öQ auf K ö^.oto zu rechtfertigen? Offenbar haben die Drohungen einschüchternd gewirkt. Bon den wichtigsten Steigerungen ferm kiervorgeboben: D o l! a r n o t e n um 41 auf K 949, Pfund um 120 auf K 3370; Schweizer FrgneS um 85 auf st 15.535, holländrsche Gulire« um 600 auf st 29.150, deutsche Mark um 20.50 auf K 1179.50, Tschechische K r o n e n um 37 auf st 1209. Wir verweilen auf dre übrigen offiziellen Schlußkurse: Amsterdam 20.225.— Geld, 29.325.— Ware (gegen 27. Juli 28.625 Geld. 28.725 Ware), Agram 532.— 536.— (524.-. 528.—). Belgrad 2126 —. ai45.~ (9094.- 8114.—), Berlin 1180.- 1186.- (116150, 1167,50 , Brüssel 7230,-, 7270.— 16970.-. 7010.-). Bupaoest 252.75, 265.75 (266,-, 259.-). Bukarest 1215 1225 - (1185.-. 1195.-), Christian,a 12.075.-, 12.125.- (11.875.-, 11.925.-), Kopenhagen 14.400.-, 14.450.— (14.175.-, 14.225.—), London 3890 - 3410. - (3870.-. 3290.—). Mailand una Triest 3903.50. 8928 50 (8890-, 3910.-), New-Mrk 656.-. 960- (916.—, 620.-), Paris 7355.-, 7395.- (7092.50. 7132,50), Prag 1197.--. 1803.- (1172-, 1176.-), Sofia 765.— 775.- (747.50 757.50), Stockholm 18.970.-, 19.030,— (18.670.—, 18.730 -). Warschau und Krakau 46.50 48.50 (45-—, 47.—). Zürich 15575.-. 15.625.- (15.000.-, 15 050.-), Madrid 11.960.-, 12.040. Dollarnoten 956.- 960,-. (808,-. 912.-) Belgische Noten 7205.-. 7245 - 6940.-. 698k).-). Bulgarische Noten 745.-. 765.— 742 60, 752-50 . Dänische Noten 1487b.-. 14.325.- ,4.025-, 14.075.-), deutsche Marktraten 1179,50,1185 60 (1159.-, 1165.-), englische Noten 3370.-, 3390—(8250.-. 8270.-), französische Norm 7330.-, 7370— (7090.—. 7140.—), holländische Noten 80.(50,— 29,250. —, 28.550.-- 28.650.—), italienische Norm 3890.-, 3910.— (3870,—. 8890.—), unabgestempelte jugoslawische Noten 2115.—. 2135.- '2085- 2105.-). norwegische Noten 11 975.- . 18-025.- (11.725.-, 11.715 --.polnische Markyoten 42.50. 4450, (43.-. 45.-), Rumännche Noten 1207,50, 1217.50 (1180.-, 1190.-), Russische (Rom.) Schwedische Noten 18.820.-, 18.860.— (18 520.—. 18.580—), SchwerzerNotenl5.685—,15.585.—(14.950.-.15.000.—i.tfchecho-. flowaktfche Noten 1200.-, 1206.— (1173.-. 1179.-). ungarische Noten neuer Emission 251.50. 25450 25450. 357.50). Spanische Noten —,11.460.—, 11.540.-). EntwicklrmgsmögttchLeiten in Jugoslawien. Aus Kreisen der jugoslawischen Industrie wird der ,,Frankfurter' Zeitung" geschrieben: Jugoslawien ist an Naturschätzen reich, aber in erster Linie noch Agrarland und so unentwickelt, daß es außer Lebensmitteln alles ein führen muß. Es fehlt an Kapital und auch an den richtigen Fachleuten. Ms die Mi neralsthätze betrisst, so -finden sich in unserem Boden viele Gattungen Kohle. Ab gebaut wird aber vorerst nur Braunkohle. Anthrazit und Steinkohle, die nur mit Schachtbau zu gewinnen wären, bleiben vorläufig unverwertet, so daß wir im Lande nicht ein Kilo -KoV erzeugen, abgesehen vom Gäskoks, den die Gaswerke aus der tschecho-slowakischen Kohle gewinnen. Wir haben Roteisenstein, Brauneisenstein und Spateisenerze in reicher Menge,' jedoch nur eine« einzigen Hochofen in Bosnien. Und N auch dieser kann nicht ständig im Betrieb bleiben, weil zu wenig Koks vorhanden ist, obwohl die Regierung riesig« Getreideladungen nach' Tschechien im Austausch gegen Koks gehen läßt. Für englische oder amerikanische Gaskohle müssen fvir 390 bis 420 Lire per Tonne in Trieft bezahlen, weil man sie aus der Tschechoslowakei nicht ausreichend bekommen kann. Dabei haben wir selbst, wie gesagt, mächtige Steinkohlenlager, auS denen.wir Gas- und Kokskohle gewinnen könnten, ebenso gute Braunkohle von 3900 bis 4200 Kalorien mit einer Flözmächtigkeit von 2 bis 50 Meter; auch aus der geringsten Braunkohle läßt sich Teer gewinnen. Und doch müssen wir unS dein Teer aus der Tschechoslowakei verschaffen zum Preise von 'S Dinar per Kilogramm und können nicht einmal die nötigen Mengen für unseren Bedarf bekommen, 98 Prozent der Kohlenselder sind hier gemäß Berggesetz in Privatbesitz Äbergegangen, aber die Inbetriebnahme scheitert am Kapital und an dem Fehlen Fachkundiger. » Man müßte sehr ausführlich fein, um anzugeben, was hier aü Industrie noch alles fehlt. Biel kürzer kann ich mich fassen, wem: 'ich anführe, welche Unternehmungen heute in dem mit 12,5 Millionen Menschen ausgestattcten Jugoslawien vorhanden sind: Eine Kaffeefurwgatfabrik (Heinrich Francks Söhne aus Linz a. D'.), sechs Zuckersabrikek, eine größere und eine kleinere Petwleumrasfinerte (der Rohstoff wird aus Rumänien und Galizien bezogen), eine Baumwollspinnerei und Weberei, die nur ordinäre Garne und Leinwand für die Bauern erzeugt, eine Tuchfabrik (ebenfalls ordinäre Stoffe), 5 Zementfabriken, 10 bis 12 auf primitivste Weise arbeitende Kalkbrennereien, 2 Möbelfabriken, zwei Züirdhölzerfabriken und eine Kunstdüngersabrik, -während wir mindestens, um den Bedarf zu decken, deren zehn haben mühten. Wir führen jährlich Tausende von Waggons gutes und schönes O b st ans,- imb im Lande haben wir nicht eine einzige Obstkonservenfabrik. Wir senden jährlich tausende Waggons Schafwol lo ins Ausland und könnm im Lande nicht ein Meter besseren Stoff bekommen. Wir liefern jährlich tausende Waggons vorzüglichen Hanf und Flachs in die Fremde und im Laude hat man kein Meter Leinwand, keine Rolle Zwirn. Im Lande liegen heute zirka 30Y Waogons prima rafsini.it. s Blei, wir haben aber hier nicht ein Meter Bleiröhren — weil wir keine Fabrik dafür haben. Wir besitzen selbst vorzügliche Rohstoffe für Zement, Kalk und Bausteine, dazu auch den geeigneten Brennstoff (gute Braunkohle), zudem wird von Tag zu Tag mehr gebaut, aber die Baustosserzeüguug totrb nicht vergrößert. Wir müssen infolgedessen für 100 Kilogramm Portlanhzement 200 jugosl. Kronen, für 100 Kilogramm Kalk 90. für 1000 Stück Bausteine 1400 und für 1000 Dachziegel 1600 Kronen aufjpenben. . Bekannt ist unser Holzreichtum (Spiegeleiche, Weißesche, Ahorn, Rüster, N-ußbaum, wilde Birne, wilde Kirsche) für Möbelherstellung. Leider kann die heimische Möbelerzeugung vielleicht nicht einmal den neunzigsten Teil des Bedarfes decken. Die Se i se n v er so r g u u g beher scht die Firma Georg Schicht in Anss'g und hi-r im Laub.! hätten wir selbst genug Fettstoffe. lind obwohl wir Agrarland sind, haben wir im ganzen Lande keine Fabrik für lcmdwirtschaftliche Geräte. Nicht einmal ein Pflug oder eine Egge wird eräugt. Für deutsche Unternehmungen wäre hier noch' ein weites 'Feld. _‘ Ausweis der Oefterreichisch-ungarischen Bank. 50% Milliarden Banknotenumlauf. Nach dem Stande vom IS, Juli 1921 zeigt der Ausweis der Ban! für Oesterreich das folgende Bild Aktiva. Veränderungen Metaüfchatz: feit dem Stande vom Goldmünzen der Kronenwäh- 7. Juli 1SS1 rung, dann Gold in Barren L K K in ausländischen u. Handelsmünzen, das Kilo fein zu K 3878 gerechnet ..... 67.878,41 Geldwechsel am auswärtige Plätze und ausländische Polen (£, Fr. U, MI.) * . . 6,716.363.8a Sisberkurym» und Teilmünzen 1.838.25 6,735.578.53 + 1,565.142.53 Kassenscheine der KriegSdarlebenskasse» . . . 20st.7?,7.Hsso.-— >30.250.— Eskomptierte Wechsel, Warrants und Effekten . l.309/'3a.828.5p + 3,069,577,26 Darlehen gegen Handvfand. 505,728.100.— + 5,0ir.noo.— Effekten. 2,09«.813,92 — 196,861.66 Österreichische Staatskqffenfcheine...... 47.888,283.000.-(- 138,002,000.— Oefterreichilw-ungarifche Bank.Limridatioiismasse", Ueberträg vom Jabre t'SS, . . . 7.684,063.481.13 ... ..... Ander« Aktiva (inkl. Devtsenzentrrle) .... 4,796,310 985.43 + 812,364,080.06 62,487,356.034.60 Passiva. Banknotenumlauf . . •. 60.435,262,654.— + 892,672.319.— Girogutbaben und sonstige sofort fällige Verbindlichkeiten . 9.168,688.799.56 + 12,292.386,10 Guthaben der Oesterretchisch.ungarischen Bank .Liguidationsmasse". 993,580.480.67 + S),637.056.86 Sonstige Passiva. 1.839,824.100.37 +■ 31,870.518.39 6^7437,356.034.60 In Ungarn ist der Banknolenumlaus um 840 Millionen auf 17.60 Milliarden zurückgegangen. Neuer Streik der tschechoslowakischen Kohlenarbeiter? Nach einem Bericht der „Tribuna" aus M iih rl s ch- O st r a u droht ein neuer Streik der Beraarbeiter. Das Organ der Bergarbeiterschafk veröffentlicht einen Aufruf, worin es heißt, daß die Unternehmer den Kollrktivv ertrag kündigen, die Arbeitszeit ansdehnen und gleichzc«>g die Löhne herab'etzen wollen, was die Bergarbeiter unter keinen Umständen zulaffen konmen. Deshalb werde es z»m Streik kommen, und zwar nicht nur im Ostrau-Karwiner Revier, sondern wahrscheinlich in der ganzen Republik. Die Bergarbeiterschast könne für die Zeit des Ausstandks auf keine Unterstützung rechnen und jeder sei auf sich selbst angewiesen. Daher mögen die Bergleute während der drei Monate, m denen der Kollektivvertrag noch ■ in Geltung stehe, 2,?/, ihres Lohnes den Konsumvereinen abführen. damit für den Fall des Streiks Lebensmittel beschafft werden könnten. Eine polnisch-brafrlianische Bank. Znr Forderung der Beziehungen zwischen Polen und den polnischen Auswanderern wird eine polnisch-brasilianische Bank gegründet, die die Warensendungen aus und nach Polen durch Kreditgewährung und Zahlungsvermittlung erleichtern soll. Gleichzeitig wird eine polnisch-brasiliamsche Kammer zur Vermittlung der Beziehungen zwischen Polen und Brasilien errichtet. Verkehrsmittel der polnischen Eisenbahnen. Auf Grund eingezogener Erkundigungen kann die „Gazeta Warszawska" folgende Daten über den Stand des polnischen Eisenbahnwesens feststellen: Das ganze polnische Eisenbahnnetz beträgt Hegen 15.000 km vnd da auf je 10 km zur Erhaltung deS normalen Güter- und Personenverkehrs 4 Lokomomiven, 8 Personenwagen und 80 Güterwagen nötig sind, so braucht man für das ganze Netz 6000 Lokomotiven, 12.000 Personen- und 120.000 Güterwagen. Gegenwärtig sind 3800 Lokomotiven, 6000 Personen- Md 70.000 Güterwagen ' vorhanden. Es fehlen also »och 2400 Lokomotiven, 6000 Personen- und 50.000 Güterwagen, und das würde nach den heutigen Pleisen, bei einem Preis von 20 Millionen Mark für eine Lokomotive und 1'5 Millionen Mark für einen Personenwagen, ungesähr 100 Milliarden Mark betragen. Internationales Clearing-Institut. In dem in Bern erscheinenden „Corriere Jlalianv* veröffentlicht der bekannte italienische Finanztheoretiker und Politiker Lgigi Luzzatti einen Artikel, in dem er für die Gründung eines internationalen. Elearing- Jnstituts ein tritt. Dadurch soll der Handelsverkehr zwischen den valulastarken und valutaschwachen Ländern ermöglicht werden. Als Muster für die Organisation einer solchen internationalen Stelle könnte die Internationale Postunion dienen, deren Beherbergung der Schweiz zum Ruhme gereicht. Auch für die Gründung eines Internationalen Clearing- Instituts sollte die Schweiz die Initiative ergreifen, die Schweiz, die schon durch. ihre wunderbare Zusammensetzung allein einen Bölkerbynd dar stellt. u Der Oelreichtnm Perus. Der peruanische Generalkonsul in London lenkt die Ausmerk'amkeit aus die reichen, una « sgebeutetenOelfeldervon Peru. Ec teilt mit, daß mit Ausnahme der Produktion der London Pacific Petroleum Company, die von 40.000 t im Jahre 1904 auf 350.000 t im Jahre 1920 stieg, die großen Oellager Perus noch gar nicht in Angriff genommen sind. Bekannte Geologen, die das Land untersuchten, haben festgestellt, daß sich Oellager in dem Montana¬ oder Felfengebiet in den östlichen Abhängen der Anden befinden. Die Oellager von Peru find nicht erst, in jüngster Zeit entdeckt worden, eS wurde schon in den Zeiten der Inkas, zu Belmchtungs- und Heizzweckeir benützt. Nur der Mangel' an Verkehrsmitteln verhinderte die Ausbeute der reichen Oel'elder. ftn einem Lande gleich der Größe des zehnten Teiles von Siiv» amerika befinden sich nur 8000 km Eisenbahn. Die Oelseldrr von Peru, die feit Jahrhunderten unbenützt liegen, warten auf Ausbeute; die Regierung von Peru wird demjenigen Kapital, bas in Eisenbahnen und Oelsefdern angelegt wird, jeden Schutz angedeihen lasten. Unzukömmlichkeiten der Ursprungsbezeichnung bet GlaS. Aus Prag wird uns geschrieben: Infolge deS Beitritts der Tschecho-Slowakei zur Madrider Konvention über die Einschränkung unrechtniaßiger Ursprungsbezeichnunam .wurde für alle m der Tschecho-Slowakei erreuaten und für deu Erporl bestimm en Waren die Ursprungsbezeichnung einaeführt. In btt levien .Mett beschwerte sich den „L>d. Nov." zufolge die nordböhmische Glasindustrie, daß ihre weltbekannten Erieugniffe, dil fiüher nach Frankreich mit. „lwports de Bohfime“ bezeichntt ■ wann, nunmehr mit^ „Imporw de lokeekoslorseknio* bezeichnet w'tden müssen. Dadurch geht das Absatzgebiet verlvrm, do tsch echo-slowakisches Glas auf dem Weltmarkl unbekannt ist. Die frantöfischen Behörden gestalte» niHt die Be» zeichmmg „de Bekäme", da sie diese als unrechtmäßig iansehen. Die nordböhmitchen Glasindustriellen find aus diesem Grunde bei den Behördcn eingeschritten, um eine Aendermig dieser Btstimmung zu erreichen. . Polnische Einfuhrverbote. Die Liste der seit 15. b. M. zur Einiubr nach Polen verbotenen Luxuswaren kann in der Zollabteilung der. Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie, I., Stubenrinfl 8/10. eingesehen werden. Der amerikanische Stahltrust. AuS New-Nork wird aemeldet: Nach dem Ouartalsausweis der United State- Steel Catvoration betrug.'n die Einnahmen im 2. Quartal l. I. 21,892 000, Dollar. Hiervon entfallen pro Avril 7,837.900, pro Mai 7,731.000 und pro Juni 6,824.000 Dollar. Der Re ngewinn bctiägt 13.227.900 Dollar. Die Dividenden gelangten m der gleichen Höhe wie im Vorquartal zur Auszahlung. Das Defizit betaot 4,572.000 Dollar oegen ein Surplus von 2,817.000 Dollar im Vorquartal. Das Defizit wird aus dem unverteiltm Surplus von 26,670.000 Dollar gedeckt werden. Die Staatsschulden Estlands. Nach der in Ria« er» scheinenden „Handels- und Industrie-Zeitung" betrug die Schuld Estlands an Finnland zu Anfang die>e8 Jahres 10 Millioner finn. Mark, die ratenweise bis zum 1. Dezember dieses Jahres getilgt werden toll. An Zinsen sind bis zur Tilgung der ganzen Schuld 3K2 499 sinn. Mark zu zahlen. /Die Schuld on das amerikanische Hilfskomitee beträgt 27.714.600 Dollar, deren Tilgungsfrist der 30. Juni 1921 ist. Für das erste Halbjahr 1921' sind an Zinsen 67.865 Dollar (oder 25,110.050 estl. Mark) m zahlen. Die Anleihe ist im Frühling 1919 für Getreideemkäufe gemacht worden. Der amerikanischen Regierung schuldet Estland für hie von der „stievcrlis" gekauften Waren 12,213.377 Dollar, die in den Jahren 1922 bis 1924 getilgt werden müssen. Für diese Schuld sind 5% Zinsen zu zahlen, was für das ganze laufende Jahr 2-16.995.624 estl. Mark ausmacht. Der franMschen Regierung schuldet Estland 13,14(>3')4 Francs, wofiir 16.217.960 estl. Mark Zinsen zu zadlen sind. Die Schuld an England beträgt 300.0' 0 Pfund Sterling, deren Termin der 9. d. M. ist. An Zinsen find bis zum 1. Jänner 1922 13.500.000 estl. Marl zu zahlen. Die Zinsen der inneren Anleihen betragen 10 Millionen Mark. 5 Millionen Mark sind für die Tilgung einiger lgufender kleinerer Schulden erforderlich und 5 Millionen Mark für die Operationsausgaben beim Abschluß Ler an-länd-.schen Anleihen. Einziehung von polnischen Banknote«. Im Einvernehmen und mit Einwilligung des Finanzministeriums zieht die Polnische Landesdarlehenskaffe folgende Banknoten l. Emission (grau) aus dem Verkehr: 1. Zwanzigmarkscheine mit dem Datum „Warschau den 17. Mai 1919" und dem Bildnis Kosciulzkos. 2. Fünfmarkscheine mit dem Datum „Warschau den 17. Mai 1919" und dem Bildnis Glowackis, 3. Einmarkscheine mit dem Datum „Warschau den 17. Mai 1919" und der Äbb'ldung des polnischen Adlers. Obige Noten werden in sämtlichen Abteilungen der Polnischen Landesdarlehenskasse, in den Aemtern und bei den Staats-, Eisenbahn- und Postkassen nur bis zum 30. September 1921 in Zahlung genommen. Am 1. Oktober d. I. erlischt die Psticht, diese Roten in Zahlung zu nehmen, sie können jedoch bis zum 31. Dezember d. I. bei allen Abteilungen der polnischen Landesdarlchmskaffe gegen Noten der II. Emission ein getauscht werden. Viehmärkte Gt. Marx. Rindermarkt. Der Austrieb belief sich auf 6 Stück inländische, 85 Stück ungarische und 158 Stück rumänische, zusammen 249 Stück Schlachtvi'ch, worunter sich 246 Stück Mast- und 3 Stück Beinlvreh be'andei,. Der Gattung nach waren: 199 Ochsen, 33 Stiere und 17 Kühe. Bei ruhigem Verkehr blieben die Montagspreise in Geltung. Es notierten: Ochsen st 64 bis 110. Stiere st 60 bis 9», Kühe st 60 bis 90 per Kilogramm Lebendgewicht. — Bo rstefiv i eh mar f t. Aufgetrieben wurden 106 Fleisch- und 6 Fcttschweine, zusammen 202 Stück. Außer Markt 244 Stück. Der geringe Auftrieb wurde zu den höheren Dienstugpreisen rasch realisiert. — Siechv i e h m a r k t. Die Gesamtzusuhr belief sich auf 1706 Kälber, darunlen 654 lebende, 753 Weidnerschweine und 157 Wcidnerschafc. Auf dem Kälbermarkie macht die steigende Tendenz weitere Fortschritte und haben sich die Preise gegen die Vorwoche neuerlich um st 10 per Kilogramm erhöht. Weidnerschweine find im Einklang mit der Haussebewegung auf dem Markte für lebende Ware um st 30 bis 35 per Kilogramm gestiegen. Es notierten-: Weidnerkälber, prima K 195 bis 210, schwere K 220, aecundn K 180 bis 194, leichte K 150 bis 178, lebende st 150 bis 190, Weidnerschweine st 200 bis 280, Weidnerschafe st 75 bis (86 p,r Kilogramm. International« Messe in Triest 1921. Dom 11. bis 25. September l. I. findet me zweite Internationale Messe in Triest' statt. Zur Unterbringung einer Nationalgruppe, welche alle österreichischen Aussteller umfassen soll, wird das Messeamt in Triest ein eigenes Alrsstellmgsobjiekt zur Verfügung stellen. Interessenten, welche sich an der Triester Messe beteiligm wollen, erhalten in der Zeit von 9 bis 1 Uhr vormittags nähere Informationen im Hanbelsmuseum, Wien, IX.. Bergaasse 16. Zimmer 3, wo auch Anmeldeformulare erhältlich sind. Den Besuchern der Triefür Messe werden weitgehende Begünstigungen eingeränmt. Die WirtschaftSbilanz Frankreichs in de» letzten sechs Monaten wird nunmehr bekannt. Die Einfuhr während der ersten Hälfte deS Jahres 1931 erreicht 16 057 Millionen Tonnen gegen 22.130 Millionen Tonnen in der ersten Hälfte des Jahrcs 1921. Die Verminderung beträgt daher 6073 Millionen Tonnen. Wenn man anstatt mit Tonnen mit Francs rechnet, ergeben sich folgende Ziffern: IM Jahre 1921 10.407 Millionen Tonnen gegenüber 26.191 Millionen Tonnen im Jahre 1920; Verminderung 15.784 Millionen Francs. Die Ausfuhr während derselbe» Zeit betrug im Jahre 1921 733b Mlll'onm Tonnen gegen 5523 Millionen Tonnen im Jahre 1920. Die Zunahme beträgt daher 1602 Millionen Tonnen. Wiener Börse. Infolge der turbulenten Steigerungen auf dem Valuten» markt kam es zu einer neuerlichen Hausse in Wertpapieren. Auf die außerordentlichen Steigerungen der Petroleumwerte haben wir bereits in unseren Bcnierkungen über das Emporschuellr» der Valutenkurse hingewiesen. Dre Kundmachung des Finanzlnmisteriums blieb auch auf dem Effektenmarkt ohne Wirkung. Infolge des Anziehens der tschechischen Krone erhöhten sich von den Bank-Aktion besonders Zivnostrnffa um st 675. Staatsbahn und Südbahn-Prioritäten um.je st vy, Lombarden um st 140, Rima um K 200, Alpine mir K 305. Von Schrcmkenpapierrn besserten sich Schoeller Zucker uip st 150. Adria um st 500. Nordbahn um st 750, wogeg n Pragrr Eisen st 200, Navigazione st 600 und Oberunaarische Hüttw st 700

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