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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-26 · Heft 897 (26.7.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 897 (26.7.1921)
Date
1921-07-26
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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&fa~6 Wien, Dienstag Wieser Mörgenzettnng r^nt Unterschied der Partei das ««vergängliche Beispiel solcher Heldentat geliefert. Damals -oben sie sich benommen, als ob Wien ihnen gehörte. Nun ist ihnen am letzten Sonntag mit ihren eigenen Mitteln von kommunistischen Konkurrenten um die Straße das Gegenteil bewiesen worden. Sit hatten das dringende Bedürfnis gefühlt, dieSeeschlachtbeiLissadurch Niederlegung eines Kranzes beim Tegetthoff-Monument zu feiern. Nun war der österreichische Sieg bei Liffa gewiß eine maritime Großtat. Aber leider führt «ns unsere gegenwärtige Lage sehr eindringlich die Tatsache zu Gemüte, daß militärische Großtaten in ihren segensreichen Auswirkungen zeitlich viel enger begrenzt sind als die Taten des menschlichen Genius auf jedem beliebigen anderen Gebiete. Die Früchte der Seeschlacht von Lissa gingen bekanntlich noch im selben Jahre, in dem sie stattgrfunden hatte, verloren, da Kaiser Franz Josef damals in höchsteigener Person den sprichwörtlichen »Dolchstich von hintengegen die Armee führte, indem er auf die strittige Lombardei und damit auf die politischen Früchte des österreichischen Waffensieges freiwillig verzichtete. Es ist deshalb merkwürdig, daß sich gerade die Herren, für die das kühne Bild des „Dolchstoßes von hinten* unzertrennlich mit der Gedankenassoziation .darrr Jud!" verbunden ist, gerade am Jahrestag von Lisia besonders gehoben fühlten. Wir haben ja zeitlich noch viel näherliegende Beweise für die Vergänglichkeit des Schlachtenruhms. Deutschland hat trotz seines Seesirges bei Stagerak seine Flotte abliefern müssen. Hoffentlich lernen auch die kommunistischen Sieger vom Sonntag daS Schlachtenglück der nackten Gewalt richtig einfchätzen und lehnen in Hinkunft nicht nur die P o l i t i k, sondern auch die Taktik der Frontkämpfer ab, denn der gute Ruf unserer Stadt als Kulturstadt verträgt derlei Uebungen politischer Debattirrknnst nicht allzuoft. * Anterschleif im Arsenal. Am 23. d. M. erstattete der Rechtsanwalt Dr. Hans Backhaus m Vertretung der gemein wirschaftlichenAnstaltimArsenal rm Sicherheitsbureau die Anzeige, daß der Abteilungsleiter der Buchdruckerei. und Lithographie, der 46jährige Friedlich Reizelt, an diesem Tage der Werksdirektion gemeldet habe, daß in der Zeit vom 11. zum 12. d. M. aus der Handküsse der Buchdruckerei 32 Noten zu je X 10.0C0 abhanden gekommen seien. Die Kaffe, die Reizelt stets mit vier Schlössern zu versperren pflegte, wurde offen angetroffen. Da also bis zur Anzeige elf Tage verstrichen waren, mußte der Verdacht auftauchen, daß kein Kasseneinbruch durch Fremde, sondern eine Veruntreuung vorliege und daß der Kassenrindruch erfunden worden sei. Tatsächlich mußte Reizest nach langem Leugnen eingestehen, daß er der Schuldige ist. Er hat sich seit ungefähr einem Jahre nach und nach aus der Kasse größere Geldbeträge ungeeignet und für sich verwendet. Als die Beträge schließlich die Höhe von K 320.000 erreichten und er einerseits die Entdeckung fürchten mußte, andererseits nicht in der Lage war, den Schaden gutzumacheu, hat er den Kasseneinbruch fingiert. * Austritte und Rücktritte Ht Budapest. Laut dem auf der Generalversammlung der Pester israelitischen ReligionSgememde erstatteten Jahresbericht sind in den Jahren 1919 und 1920 3454 Personen zum Christentum Ldergetreten, von denen in der ersten Hälfte dieses Jahres 233 zum Judentum wieder zurückgekehrt sind: die Zahl der Zurückkehrendrn nehme immerfort zu. Der genehmigte Kostenvoranschlag der Gemeinde betragt rund 30 Millionen, davon 6 Millionen für Spitaler und 7 Millionen für neue Temvelbauten. Die Gemeinde zählt an 50.000 Steuerzahler gegenüber 18.l.00 im Jahre 1918. , * Einwanderung ukrainischer Flüchtlinge «ach Kanada. Das Komitee der jüdischen Delegationen in Paris richtete an dm jüdischen.Kongreß m Amerika eine Zuschrift in welcher daüber berichtet wird, daß das Komitee mit der kanadischen Regierung wegen Gestaltung der Einwanderung jüdischer Flüchtlinge aus der Ukraine in Verhandlung stehe. Das Komitee strebe an, daß. wenn auch nicht allen, so doch wenigstens 20.000 bis 25.600 Flüchtlingm die Einwanderung gestattet werde. Das Komitee der jüdischen Delegationen beim Völkerbund in Paris stellt nun an den jüdischen Kongreß in Amerika das Ersuchen, in dieser Angelegenheit gleichfalls bei der kanadischen Regierung zu intervenieren. Dieser Schntt des Komitees ist elgmtlich eine Fortsetzung der von demselben anläßlich der Tagung der Völkerbundversammlung in Gent durch Ueberreichung eines Memorandums über die jüdische Emigratton begonnenen Aktion zur Regelung der infolge der Pogrome in Osteuropa, überhandgenommenm wilden Emigration. . ' * Von der rumänische« Gesandtschaft wird, bezugnehmend auf die Kundmachung vom 4. d. M. hinsichtlich der Jmmatrikulierung der rumänischen Staatsangehörigen, uckgetult, daß diese Jmmatrikulierung erst im Oktober lausenden Jahres vorgenommen werde» wird. * Geldbefitz beim deutschen Grenzübertritt. Die Deutsche Paßstelle teilt mit: Nach einer Verfügung des deutschen Reichsministeriums der Finanzm können durch Deutschland reisendePersonen die eingeführien Geldbeträge auf Grund einer vom Grenzübergangsamt ausgestellten Beicheinrgung innerhalb vier Wochen in gleicher Währung oder Form (zum Beispiel Schecks, Wechsel oder sonstige Anweisungen) wieder aussühren. Da die Reisenden vielfach bei der Einreise verabsäumen. sich diese Bescheinigungen ausstellen zu lasse«, erwachsen ihnen Weiterungen und Nachteile, wenn sie die mitgebrachten Beträge bei der Ausreise ganz oder teilweise ansführen wolle«. * Selbstmordversuch beim Schmuggel von falschen Banknoten. Aus N e u f e l d an der Leitha wird uns berichtet: In der hiesigen Grenzstatton wurde eine aus Wie» kommende, elegant gekleidete Dame, namciis Frau Wilhelm Leindörfer, bei der Zugsrevifion angehalten, weil fie Zwanzigtronennoten mit gefälschtem ungarischen Stempel mt Betrage ijon K 100.000 nach Ungarn schmuggeln wollte. Die Dame wurde in Haft genommen. Im Arrest wollte sie sich durch Ausschneiden der Pulsadern töten, sie konnte aber gerettet werden. * Begräbnisse am heutige« Tage: A l t e r F r i e bho r: 9 Uhr 30 Min. Weiß Rosalle, 11 Uhr PrusÄornäia. — A.e u e r F r i e d H o f: 9 Uhr Felder Hirsch, 9 Uhr 20 Mn. Fisch item Elka, 9 Uhr 4V Min. B6e Max. Kinder als Ladendiebe? Am 30. v. M. wurde der ^rasikantln Antonw B e r g e r aus der Trafik, XX., Winarfkh» gasse, eine Brieftasche mit K 42.000 gestohlen. Der Verdacht der Täterschaft fallt aus zwei etwa elf jährige blonde Knaben, der eine mit grünem Anzug, der zweite mit rosarotem Hemd. * Die Schweizer Kinderzüge. Am 28. d. M. kommt ein Zug mit österreichischen Kindern aus der Schweiz um 7,5 Uhr n ichnmtags im Sradtbahnhof Meidlinger Hauptstraße an. Es kehren Kinder zurück, die am 23. Mar durch die St. Gallm- Altion, und solche, die im April durch das Zentralkomitee Bern abg egangen find. Ferner treffen Kinder ein, die von früheren ^wnspouen in der Schweiz' zurückgeblieben find; die Eltern, dieser Kinder sind besonders verständigt worden. i DerettrSnachrichte». Zeirei MiSrachi, II., Piatersträße 43/11. Heute, präzise 10 Uhr, gemeinsamer Gang zum Herzl-Grab. Treffpunkt: Vereinslokall 7 Uhr abends wichttge AnSschußfltzung. — Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. H e u l e, 8 Uhr abends, Wiener Ring-Cafe, I., Stubenring, Diskussion über das Thema : „Die jüdische Legion und die Araber". Referent Schriftsteller Z. L e w a n o n. Gäste willkommen. —• Zionistische Bezirks s e klon XX. Mittwoch den 87. d. M., 8 Uhr abends, im Vereinslokal, Cafä Magnet, U., Gaußplatz 2, dringende Ausschußsitzung mit der Tagesordnung: 1. Gang zum Herzl-Grabe, 2. Eventuelles. Um pünktliches Erscheinen w,rd gebeten. Die Ernährung. Der Marktbericht. Der Gärtnerstteik dauert an, doch finden zwischen b'eN Organisationen und den maßgebendes Kreisen Verhandlungen statt, welche auf eine Beilegung des Konfliktes mit bett Gärntnern ab zielen. Man erwartet, daß im Interesse des konsumierenden Publikums, die Angelegenheit der Markt- Verlegung, welche bekanntlich die Ursache des Streiks ist, schon in der allernächsten Zeit geregelt wird, um den Gärtnern Gelegenheit zu geben, wie sie es selbst in Aussicht stellen, billigeres Qualitätsgemüse für die Wiener Bevölkerung auf die Märkte zu schaffen. Gestern hätten sich bloß 17 Gärtner auf dem Markt eingefunden und die Folge davon war, daß sich' an besseren Gemüsesorten, namentlich in Kraut, Merken und Salat Mängel fühlbar machte,' der durch! die stärkere« Zufuhren von Fewgemuse wettgemacht werden muß. Die Obstzuchten sind' anhaltend' günstig. Dre Preislage blieb im allgemeinen unverändert. In der Grvßrniarkthalle war der Verkehr sehr schwach. Die Preise blieben im Großhandel unverändert. Freie JOdische VolksbOhne finaem'ble-ÖÄstiplaMn Äer Bauen Wiener «Ohne Jekel, der Schmied «ÄSSSbSu Bühne und Kunst. Aus de« Theater«. Die Freie JüdischeBolksbühn« bringt als nächste Vorstellung ihres Ensemble-Gastspieles an der Neue» Wiener Bühne Dienstag das Schauspiel „Jekel der Schmied" von David Pinski zur Wiederholung. Beginn Vr8 Uhr. Wiener Urania, Die jüngste Neuwahl deS Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: Präsident Dr. Ludwig K o e ß l e r. Vizkprästdenlen Hoftat Professor Dr. Alfons D o p s ch, derzeit Rektor der Wiener Universität, und Hofrat Professor Ingenieur Rudolf Halter von der Technischen Hochschule in Wien. Finanzreferent Generalrat Hugo Schwarz. Schriftführer Oberbaurat Ingenieur Gustav Adolf Witt. Als Vettreter der Lehrerschaft wurde Direktor Josef A. I a k s ch im den Vorstand berufen. Um dm Mitgliedern, deren Anzahl sich in jetzt abgelaufrnenBelriebsjahre neuerlich nahezu verdoppelt hat (von 19.483 auf 85.476), und den Besuchern die Lösung von Eintrittskarten und dir Einschreibung zu den Kursen zu erleichtern, werden im ehemaligen Böfettraume sechs Schalter aufgestellt, die von 8 Udr früh brs 4 Uhr nachmittags geöffnet sein werdm. Die bisherigen beiden Tageskassen in der Uraniastraße werden für die Ausgabe der Mitgliedskarten und Anschlnßhefte eingerichtet. Wegen der erforderlichen Hernchtnngsarbeiten wird der in diesem Jahre zum erstm Male eingerichtete Sommerbetrieb Mute August auf -cht bis zehn Tage unterbrochen werden. »Der Traumdoktor-. Im Prince of Wales-Theater in London wird gegenwärtig eine „psychologische dramatische Studie" ausgeführt, die „Doctor of Dreams" — „Der Traumdoktor- — heißt und, dem Stoss nach, einem französischen Vorbilde nachgeahmt scheint. Daphne Fahne, eine.schöne, junge Witwe, ist in den „Psychologen" Dr. John Heriot verliebt geworden. Aber Dr. John Heriot ist durch seine wissenschaftlichen Studien derart voreingenommen, daß ihn Daphne Fahne lediglich von diesem Standpunkt aus interessiert. Um seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, täuscht sie allerhand nervöse»Störungen, beängstigende Träume usw. vor. Als das alles «och nicht hilft, verlobt sie sich zum Scheine mit einem Vetter älteren Semesters, der den Schein aber als Ernst nimmt. Und da der „Traumdoklornun endlich sein Herz entdeckt, befindet sich die anfangs vereinsamte Witwe ttt der Verlegenheit, von zwei leidenschaftlichen Anbetern Zugleich umworben zu werden. Der ^Traumdoktargelangt dabei schließlich zur Einsicht, daß alle seme „psychologische" Weisheit eine Kinderei ist, die vor weiblicher Schlauheit nicht standhält — und das Ganze löst fich in Wohlgefallen auf. Die Komödie fand starken Beifall. Eine Amerikanerin als japanische Dichterin preisgekrönt. In Japan fand rin Wettbewerb der Nationalpoetrn statt. 17.000 Dichter stritten um den vom Kaiser ausgrsetzten Preis. Die Werke wurden anonym ungeschickt. Als «an dm Verfasser des mit dem ersten Preise gekrönten, in japanischer Sprache verfaßten Gedichtes erfuhr, stellte fich heraus, daß es die in Tokio anlässtße Amerikanerin Ch. Burnett war. Sie wird nun als große japanrsche Dichterin gepriesen und für würdig erachtet, die Heldentaten des Kaiserhauses zv besingen. Das hebräische Theater in Palästina. Die Mitglieder des hebräischen Theaters in Palästina haben den „Vaterho» S t r i n d b e r g zur Aufführung gebracht. Die Nationalbühne, der man bereits eine ausgezeichnete Aufführung des jüdischen „König Learverdank, hat auch „DaS «me Ghettovorbereitet. Miekiewiez in hebräischer Übersetzung. Im Stpbel- Verlag ist die erste, von Joses Lichtbaum vorgenommene hebräische Uebersetzung von Adam Mickiewicz' berühmter epischer Dichtung JJatt Taddeusz" erschienen. Bisher liegen die drei ersten Bücher vor. _ Sport. Die Hakoahner i« der Fremde. Die Hakoahner leisten in der Fremde wieder für die Idee der körperlichen Regeneration des jüdischen Volkes wertvolle Werbearbeit. In Berlin vertraten die .Hakoahner Scheu und Wurm die Farbe» SBimH. Art drei wertvollen dritten Mätze» «v. 1321 Ät. 897i! 1 halfen sie mit, .den Leichtathletik-Städtekampf zwffchm Wie» M Berlin für uns erfolgreich zu gestalten. Die Ringer der Hakoal befinden fich ans einer Sportreife durch Deutschland. Leide, konnten Rnchmann und Sebestyrn an der Fahrt nicht teilnehmen In Köln unterlagen die Hakoahner gegen den Meister de§ Kreises, den Kölner Klub .für Kraftsport 1893, mit 15:6 Punkten Der Kampf fand vor 2600 Zuschauern im Kristallpalast statt Die Gäste wurden auf das herzlichste akklamiert. Die Hakoahne, erhielten für ihre tadellose sportliche Leistung einen mächtigen Lorbeerkranz. Die genauen Ergebniffe waren: PeterS (Köln) und Hübsch (Hakoah) kämpften die ersten 10 Minuten unentschiever Nach der Pause batte der Wiener das Pech, durch einen Selbstfaller eine Niederlage zu erleiden. Den schönsten Kampf de§ Abends lieferten einander Kohon (Hakoah) und Jakob Bock (Köln). Beide Gänge endeten unentschieden. Im leichten Mittelgewicht konnte Weltmeister Fischer (Köln) dem jugendlichen Seher (Hakoah) zwei Niederlagen beibringen. Im schweren Mittelgewicht endeten die beiden Gänge zwifchm Teichner (Hakoah) und Peter Bock (Köln) unentschieden. Im Schwergewicht siegte Weltmeister Heinrich Bock (Köln) gegen Wiener (Hakoah). Am 34. d. M. gelang es den Ringern der Hakoah. sich für die erste Niederlage zu revanchieren. Sie besiegten in Koblenz den einheimischen Ringklub mit 12:8 Punkten. Nähere Einzelheiten über die Kämpfe find noch ausständig. Von den Fußballern, die bekanntlich in Czernowitz spielten, fehlen noch die Berichte. Zuletzt soll noch Katz erwähnt werden, der mit der österreichischen Auswahlmannschaft in Schweden weilt. Der Sportklub Hasnnmea ist in die vierte Klasse ansgestiegen. HaSmonea hat eine zweite Jungmannschaft und eine - Schülerriege gegründet, die bereits SamStag den 80. d. Mgegen Sportklub Haaoir I und Reserve Wettspiele auSträgt. . Jüdischer Sportklub Dror. Wochenprogramm: Trammg der I. Mannschaft! Montag. Mittwoch und Freitag ab 4 Uhr nachmittags, der II. Mannschaft Dienstag und Donnerstag um dieselbe Zeit. Freitag, 6 Uhr abends. Ausschußfitznng und Mannschaftsaufstellung für das samstägige oder sonntägige Wettspiel. —^rM»«HI>I>Iirni!NIM'inn BANK- BND WECHSLER GESCHÄFT 8. ADVOKAT & «L Wien, I., Franz .Inseiskai 65 (Ecke Schottenring) JÄ Kulanteste Durchführung sämtl. Banku. Börsetransaktionen, Der Volkswirt. Gestempelte Krone —.80 Centimes» Auszahlung Wien —.75 Centimes. In Zürich notterte: die 'östttreichische Krone ... .—.78 (-.77'/, am 28. Juli) die'österr. gestempelte 5kro«e. .—.80 (—.80 am 23. IM die tschechische Krone .... . 7.80 C 7.85 am 23. Juli) die Mark . . . . . . . . . 7.80 (7.90 am 23. Juli'! Agram . . . . .. . . . . 3.70 ( 8.65 am 28. Juli) Bukarest . . . . . . . 8.25 ( 8.25 am 28 Juli) Budapest ........ ( 1.85 am 23. Juli) Warschau. .-.38 (—.83 am 23. Juli) Internütionale Finanzrundschau. SünstrMttir, 81 Juli. Der Zusammenbruch' der Banque Industrielle de Chine hat den Gang der internatioiaalen Börsen sehr wenig beeinflußt. Sie kam den Financiers aller Länder nicht unerwartet und das Ausland wußte von den Schwierigkeiten des französischen Instituts längst viel mehr, als die breitere französische O'esfentlichkeit. Es weiß auch heute, baß das Institut unter den Banken Frankreichs nicht das einzige ist,-das gegenwärtig schwer'zu leiden hak, und gibt sich keiilem Zweifel darüber hin, daß andere große Aktienbanken noch immer unter dem Druck der während des Krieges und nach dem Waffenstillstand allzu leichtfertig erteilten Kredite stehen. Die Liquidationen, die an den Fondsbörsen mit b'er akuten .Krisis der Chinabank znsammenhängen, haben bereits vierzehin Tage früher stattgesunden, bevor die ersten deutlichen Mitteilungen in der französischen Presse erschienen. Sie waren zum Teil daran schuld, daß bas Kursniveau der großen internationalen Spekulationspapiere vor etwa einem Monat sich ständig zu senken begann und einen so niedrigen Stand erreichte, baß die Reaktion nicht ausbleiben konnte. Da im Lause der letzten vierzehn 'Tage außerdem eine Reihe günstiger Faktoren, besonders eine leichte Erholung der Warenmärkte hinzukam und überall sehr starke Bäisseposttionen -u lösen waren, so gab eS auf der ganzen Linie nur Kurserhblungen, die ber einzelnen großen Wertpapieren ein erstaunlich großes Maß erreichten. Unabhängig von 'dieser Haussebewegung der westeuropäischen und amerikanischen Börsen ist natürlich di5 sogenannte Valutahausse in Zentraleuropa. Hier wirkte die Steigerung des Dollars und die Senkung der Bewertung^ der Mark sttnAlierend und hätte Massenankäufe von Jndusttiewerten zur Folge. Eine kurze Frist lang schien' es, als vb P olett Aussichtm hätte, eine größere Anleihe in Amerika unterzubringen, sobald die litauische und vvr allem die oberschlesische Frage endgültig geregelt sein wird. Bekanntlich' .hat der G'roßbrnkier Morgan eine diesbezügliche Erklärung abgegeben. Diese Aussichten sind seitdem verschwunden. Der mehr als besorgniserregende Zusammenbruch der pftlnifcheM Valuta Hat ml die UnternehMtigölust dev

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