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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-26 · Heft 897 (26.7.1921) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 897 (26.7.1921)
Date
1921-07-26
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Men, MenÄag 26. Jutt 1-21 Zur Optionsfrage. Von SrechtSaawalt De. A. Schmerler. Die seinerzeit im Sinne des FriedmSvertrageS, keziehungS« »Br der vollzugSantveisung vom 20. August 1920 abgegeben« jOptiovSeEärMgm werden nun den Optanten mit den abschlägigen schablonenhaften Entscheiden deS Inhaltes, baß fie den MachweiS der Zugehörigkeit nach Nasse Md Sprachzur »rutschen Mchchert der Brvbtterung nickt zu erbringen ver« mochten, «r mtum zngesieyt. Im vorhinein' muß lestgestellt -»erden, daß es staatsrechtlich angesichts der statthaben-en Praxis betreffs der Erledigung der Optionen völlig verfehlt ist, d»n Option« als solchen z« sprechen, weil die Option im richtige« Md rechtlichen Sinne de- Wortes dem keireffenden Bürger für den Fall des Wechsels der Staatshoheit das Recht rmräumt, sich für die Angehörigkeit -um neuen oder alten Staate frei entscheide« M dürfen. Auch der m Betracht kommende Artikel ßO des Staalsvertrages mit seinem Wortlaut: „Personen, die in einem zur ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie gehörigen Gebiete heimatberechtigt vnd dort «ach Rasse und Sprache von der Mehrheit der Bevölkerung verschied«' sind, können für den Staat optieren, dessen Mehrheit der Bevölkemng Ms Personen besteht, welche die gleiche Sprache sprechen und deifclbe» Rasse angrhöreu, wie sie" — tut rm wesentliche« dem Optionsrecht im obige» Sinne k ei ve» Abbruch, denn m allgemeinen und Praktisch ist es die Sprache, welche als wichtigstes Kennzeichen der Volksangehörigkeit angesehen wird. In diesem Sinne statuiert sowohl der 8 6/3 der zitierten Bollzugsanweisung wie auch der Artikel 9 des BrLnner Staatsvertrages vom 7. Juni 1920 die sprachliche Zugehörigkeit. Wie sich jedoch die Praxis verhält, mögen nachstehende Beispiele illustrier«: Z. 5401/21 des BundeZmimsieriums für Inneres und Unterricht. — Optant U s z e r I..., der in Wien seit dem Jahre >1903 ununterbrochen wohnt» unbescholten Md im Besitze der Augniffe einer Wiener öffentlichen Handelsschule ist, der bei der 'Volkszählung im Jahre 1910 sich zur deutschen Umgangssprache -bekannt hat Md bei einer ersten Firma als Buchhalter seit dem Aahre 190-, augestrllt ist, erhielt einen a bschlägigen B escheid, weil, wie anS dm Unterstreichungen des Referenten aus den Urkondm zu mtuehmen ist, letzterem der Born a m e nicht recht war. Z. 53.790/81. Hersch R. wurde, trotz seines 25jährigen dauernden unbescholtenen Aufenthaltes in Wien und seines Bekenntnisses bei der Volkszählung im Jahre 1910 zur deutschen Umgangssprache, abgewiesen. Z. 78.485/21. ManneS I., der noch vor 20 Jahren Galizim verlasse» hat und seit dieser Zeit bis Kriegsausbruch, beziehungsweise -is zu seiner Einrückung in Dresden wohnhaft war, wurde ohne Rücksicht darauf, daß er mit dem genannt« Lande weder in kultureller noch m wirtschaftlicher Beziehung ht Kontakt steht, mit seiner Option abgewiesen- Z. 3687/21. D o b r a W. hatte auch in ihrer Optionssache ein« abschlägig« Erfolg, obwohl sie in Wien seil dem Jahre 1903 wohnt Mb bei der Volkszählung im Jahre 1910 mit deutfcher Umgangssprache eingrtrag« wurde. Z. 109.748/21. MoseS Sucher H. aus Galizim, Invalide, X1H„ hat in Erfüllung seiner Pflicht auf dem Felde gekämpst und seine Augen verlor«; im Blindeninstitut m Wien wurde er mit einer Niedrrosterreicherin bekannt und Hai sich mit rhr trotz der ReligionSverjchiedeuheit verehelicht; aus der Ehe ist ein Kind zur Welt gekommen. Nu» soll genannter Optant angesichts der abgeschlagenen Option in Anerkennung seiner Verdienste und ohne Rücksicht auf seine Invalidität rach Galizien zurückkehre» nud Fra« und Kind ln ein Land bnngen. dessen Sprache sie nicht verstehe». Bemerkt wird, daß dieser Optant Bürstenmacher ist und dem Staate nicht zur Last fällt, Z. 85.367/20. M o r d k o M. S., Student, hat in Ermangelung einer deutsch« Volksschule in seinem Wohnort in Galizim kerne Volksschule, sondern nach bestandener Aufnahmsprüfung die dmtsche Mittelschule in Czernowitz vom Jahre 1912 bis zum Jahre' 1918, und zwar bis zum Tage seiner Einrückung, besucht und in Wien eine solche später beendet. Bemerkt wird, daß eine polnische Mittelschule in seinem Wohnort ln Borszczow vorhanden war und Optant dessenungeachtet die deutsche Mittelichule in Czernowitz besucht hat. Trotzdem wurde er mit Rücksicht ans dm dem Referenten nicht gefälligen Vornamen mit seinem Anspruch auf Anerkennung der österreichischen Staatsangehörigkeit abgewiesen. Z. 90.818/21. N e u m a n n G. hat ein Schulzeugnis der sechsklasfigen kommunalm Knaben-BolkSschule in Czernowitz, Kat.-Nr. 29, vorgelrgt und ebenso seine Brüder Isidor und Moritz; den Brüdern wurde ans Grund der Zeugnisse derselben Schule die Optionserklämug genehmigt und dem Erstgenannten abgewiesen. Z. 105.874/21. I l i e S. hat die Volksschule (Perlschule) mit deutscher Unterrichtssprache in Tarnopol besucht Md sich bei der Volkszählung im Jahre 1910 zur deutschen Umgangssprache bekannt; fie wurde trotz der einwandfreien Belegt mit ihrem Anspruch auf Anerkennung der österreichisch« Staatsangehörigkeit abgewiesen. * ' Um jedoch die Praxis nicht ob' absurdum zu führen, konnte rnan in vereinzelten nach Hilfe schreienden OptionSfällen hie und da mit der Bitte um individuelle Behandlung derselben bei dem, wenn auch strengen, so doch integretzr und hlunanen leitenden Sektionschef Velnedikter vorstellig werden. Und so konnten ihn manchmal Träne» einer verzweifelnden Mutter erweichen, welche nicht wußte, was sie mit ihren Kindern, die in den letzten sieben Jahren in Wien deutsche Volks-, Bürger-, Mittel- und Hochschulen besuchten und absolvierten und die polnische Sprache schon längst verlernt und vergessen haben, anfangen soll, wenn sie die Möglichkeit nicht hätte, in Wien zu bbiben. Es kommt auch in der Regel vor, daß Kinder' über 18 Jahre, welche separat und infolge 'des nicht rechtzeitigen Vorhandenseins der Urkunden, auch später, als ihre Eltern optiert höben, Mit Rücksicht aus die Variation der Optionsbescheide nicht Wiener Morge«zeitmrI _ ÄMrra. Ko«»«-, 85. Juli. (Tel.-Komp.) Der Vorsitzende der französische« Miltitär- Md Waffenstillstandskommlssion, C h a rd i g n h, hat der litauischen Regierung ernstlich nahegelegt, sich mit Polen lmfderGrundlagedrsHhmansschtn Vorschlages z« einig«. Fcqyfteich könne nicht ruhig zusehep, daß angesichts der gpspgnnien Lage, die -wischen Pol« einerseits, Rußland und Deutschland andererseits bestehe, die W i l n a t * Frage «och immer ungelöst sei und anscheinend von den litauische» Regierung bewußt verschleppt werde. Ei« Landesrat. WckcfchM, 24. Juli. (Privat.) Me die Polnische Telegraphen«gentur aus Wilna meldet, wird in den nächsten Tagen General Zielt gowskt einen La«de-rat in Mttellftanen einbemsen, in welchem die Organ« der Selbstverwaltung sowie auch Vertreter besonderer Gruppen der Bevölkerung und gewerkschaftliche Organisationen vertreten senk sollen. Der Landesrat soll der Bevölkerung von Mittellitauen Gelegenheit geben, über die gegenwärtigen Prvblem^-die mit den Beschlüssen' heg Völkerbundes in Genf Zusammenhängen, sich ausznsprechen. (Es soll sich anscheinend hier darum handeln, auf Umwegen die vom Völkerbund ab gelehnte „Minungsabgabe" der Wilnaer Bevölkerung durchs einen von Zieligowski zusammengestellten Landtag zu erziele». Dieser lljnweg wird, das Wilnaer Problem auch nicht lösen, da die' Meinungsäußerungen eines von der Okkupationsmacht zusammenberufenen Organs nicht als Willenskundgebung der Bevölkerung bienen können. — Die Rch.) BgHMMBHMMBBBBBH—BHjBWWBBHWPMFp——— dieselbe Staatsangehörigkeit besitzen wie ihre Eltern, obwohl sie den Wunsch und Willen hiezu haben. Muß dem ein unversorgtes und kaum übe« 16 Jahren stehendes Mädchen angesichts der drohenden zwangsweisen Abreisenümachmiv nicht btttlich werden, daß ihr der Optionsbescheid rm Sin« des Bescheides ihrer Angehörigen abgeändert werde, da sie sonst ihre Existenz oder die ihrer Familie aufs Spiel setzen müßte? Aber der Bundesminister des Innern Ammert sich nicht um Juden und um ihre Existenzen, Familienawgehörigleit und Notlage, denn er hat nach dem Prinzip sie volo dekretiert, daß'sämtliche Optionen der Ostjuden abschlägig erledigt werden sollen. Es ergibt , sich nunmehr der. folgend« prekäre Zustand: Den abgewissenen Optanten verweigert die po lnische G'es andtschaft die Ausfolgung von Reisepässen zur Rückkehr in/.den ursprünglichen Wohnort vor dem Jahre 1914 mit der Begründung, baß sie nicht mehr polnische, sondern aus Grund der abgegebenen Optionserkläruugen österreichische Staatsbürger sind, während die österreichisch« Paßstelle die Ausfolgung der Reisepässe mit der Motivierung ablehnt, baß die abgewtesenen Optanten keine österreichische», sondern polnische Staatsbürger find. Und so befindet sich der abgewiesene Optant, der hier mit der Ausweisung, Abschaffung und Delogierung gemartert wirb, zwischen Hammer und Amboß. Und dennoch hätten diese bedauernswerten Opfer auch ein Recht, vom Bundesmipister des Innern trotz sevipeS politischen Rassenanttsemitismus menschliche Behandlung zu verlangen, wenn sie nur in Erinnerung bringen, wie sie im Jahre 1914 auS ihren Woh nvrten vertrieben und verjagt und wie Me Güter und Hrbsettgkeiten im Kriege vernichtet-wurden, wie sie im Kriege gelitten und nach dem Kriege ein bitteres LoS vorgefunden haben, wie kein Staat sich' ihrer annimmt, um ihr« verbrannten Häuser aüfzubmen, ihre Schäden gulzumachen, ihren Krank« und Invaliden zur Genesung, zu verhelfen. Es ist bekannt, daß Ostgalizie« noch für lange Zett ein politisches Oberschlesten zwischen Pobm und Ukrainer» bleiben, wirb. ES'soll schließlich gesagt werden: Das rücksichtslose und, unrichtige äbweisliche Vorgehen in der Optionssache schadet wohl den in Rebe stehenden Optanten, aber sicherlich' noch wehr dem österreichischen Staate. Man bedenke, daß die letzten sieben Jahre in sozialer Hinsicht nicht spurlos vorbeigegangen sind; man erwäge, baß auch' der heutige Optant hier viel«« Arbeitern als produktiver Unternehmen Arbeitsgelegenheit gibt, den Handwerke« beschäftigt, den Handel belebt, die Brücke zwischen Oesterreich und den Sukzessionsftaaten in kommerzieller Hinsicht schlägt, geschäftlich sich' auch mit der nichtjüdischen Bevölkerung assoziiert, den Wiener Arzt konsultiert, beim Rechtsanwalt Hilfe sucht und die Bank in Anspruch nimmt, obwohl wir auf die Anführung der letzten Tatsache sehr gerne verzichten möchte», wenn auch der Finanzminister von der Prosperievung der .Devisenzentrale schöne Worte gefunden hat; man erkundige sich bei den Banken (zum Beispiel Wiener Bankverein), wieviel Milliarden in Dollar die Flüchtlinge, die hier in Wien bleiben, von ihren amerikwuifcheu Verwandten bekommen, man frage di« Flüchtlinge, welche wenn auch noch brachliegende Vermögenswerte sie aus dem Auslände ins Inland hineinzubringen beabsichtigen, wenn sie sicher sein werden-, daß sie staatsrechtlich ein Dach über ihrem Haupte haben -dürfen (Naphthagruben, Felder, Wälder, Realitäten, Fabriken «sw). Die abschlägige Option ist ei« zweischneidiges Schwert. Crispien wird in Paris sprechen. Berlin, 25. Juli. Dm Blattern zu'ojge teilt der Pariser sozialistische Uopulaire" mit, daß dir unabhängige deutsche ReichstötzsabgeorVn''te'Cr i s p i c n bei der Janr-ö-Gedenkfeier, die am iommenden Samstag im Pariser Trocadero üattsindet, eine Rede ballen wird. Mt. 897 Politische^undschau. Die Pariser K»»ferenz de» internationalen Agrarverbandes. Aus Pari- Wird Ms berichtet: I» her Npr* woch« fand hier hj» Konferenz des internationalen BerhHnh^K landwirtschaftlicher Organisationen (Federation Jnt«rnatjynala des GyzchjcatS Agriooles) statt. Es waren außer Frankreich! nach Belgien, Bulgarien, Holland, Irland, Italien, Polen, die Schweiz und Ungarn vertreten. Die Tschecho-Slowabei, England und Oesterreich! hatten bas Fernbleiben ihrer Vertreter entschuldigt. Den Vorsitz führte her Franzose Dklflllande, der das Fernbleiben .Spaniens damit motivierte, daß die Spanier sich! auf katholischer Grundlage international organisieren wollen. Ferner meldete er dm Anschluß von Luxemburg, Kanada, Chile und Litauen an. Aus Jugoslawien hatten nur die Kroaten ihren Anschluß hekianntgegeben. Er betonte in seinen, Referat, der internationale Agrarverband erstrebe den Wohlstand und die Sicherung des Friedens der ganzen Menschheit. Der italienische Delegierte Russo berichtet«, daß sein Kollege Man vier nicht erscheinen konnte, da er mittlerweile zum Wnistrr ernannt worden sei. In dessen Namen müsse er aber erklären, baß er die Teilnahme Deutsch'- lanbs an dem Verband der landwirtschaftlichen Organisatiou«l als unerläßliche Notwendigkeit einsehe. Sämtliche Delegierten erstatteten Berichte üb!er die Agrarbewegung ihrer Länder und deren Bedeutung für die Politik des betreffendem Landes. * Der ungarische Delegierte Karl Sch'andl benützte auch! diese Gelegenheit, um für bi« christlich n a t i onale Politik Ungarns Propaganda zu machen, indem er auf die Verheerungen des Kommunismus auf landwirtschaftlichem Gebiete verwies und den übrigen ausländischen Delegierten den Glauben beizubringeit versuchte, daß Ungarn jahrhundertelang der Schutzwall Europas gewesen und es noch jetzt sei, und daß Ungarn so mit dem eigenen £ei&fe die christliche Zivilisation gegen die östliche Barbarei dedfe. Herr! Schandl hat allerdings vergessen, mitzuteilen oder er hatte keine Kenntnis davon, daß ungefähr um dieselbe Zeit in Budapest verschiedene Blätter in ausfallender Weife Sympathieartikel für hie Türkei veröffentlichen. Bei der Wahl des ZentralvollzuISauSschüsses, dessen Sitz bis' auf weiteres Paris ist, wurde Dellalande zum Präsidenten gewählt. Es wurdebeschlossen, den internationalen Verband alljährlich in einem anderen Lande tagen zu lassen, die verschiedeneu- Bvbenrefvrmgesetze einem Studium zu unterziehen und' darüber bei der nächsten Tagung ein ausführliches Referat zur Debatte zu stellen. Do« de« tschechisch-jüdischen Assimi» lauten. Aus Prag wird unS geschrieben: Wrzlich kam mir ein« Zeitschrift in die Hand, die sich „Rozvoj" nennt und bas Organ -er „jüdischen Tschechen" ist. Früher -erschien das Blatt wöchentlich. Jrtzt nur jede zweite Woche. Der Inhalt b«S „Rozv»j" ist sehr bemerkenswert. Man ersieht daraus, daß eS mit der Bewegung nicht mehr v o r w ä r t S geht, ba die jüngere Generation entweder ganz «»jüdisch, konfessionslos, gqtauft oder jüdischnätionnl ist. Im Leitartikel vom 18. Juki schr.ibt Bojta R ak ouS (O'esterr«cher) über die Wahlen in die Prager Kultusgcmeind-. Gr beklagt den Umstand, daß sie fast nur deuts ch ist und man dort kein tschechisches Wort hört. Die Z ivnisten vnd die putschen Juden" werbe» gewrß i'ie besten Männer kandidiere». DaS müßten auch' die „tschechischen" Juden tun. Freilich ist eS dort schwer, 'solche Männer zu finden, da sie im' alten Prag (die Dovorte wählen nicht mit) wenig Anhänger haben- Man muß vorsichtrg ftiii, meint Herr RakouS, damit es nicht pasfiekt, daß ein Kandidat - wer Monate später audem Judentum duZt ritt. Der Mann scheint seine Leute gut zu kenne«. Köstlich ist auch ein Aufsatz des Herrn Dr., Otto B ondy r „Mer gehört in die tschechif'ch'-jüdtsch e Organisation?" Herr Dr. Bonby meint, daß man als Mitglied dieser Organisation ein g uter Tscheche, aber eigentlich auch Jude sein müßte, natürlich fischt im rituellen Sinne. Was ist eS aber mit'den Konfessionslosen- Unter gewissen Voraussetzungen glaubt Herr Dr. B-, mich' solche zulassen zu können, wenn sie aus Uebcrzeugung diesen Schritt unternehmen und ihr Judentum durch Wohltätigkeit, Arbeit auf -dem Grbsttr der Abwehr «sw. dokumentieren. Keinesfalls gehören aber Juden, die für „K «ren Haje sso b", Zionismus usw. arbeiten, in die tschechisch-jüdische Bewegung. D'r. B. ri'^i eS, daß daS Tagblatt „Tribun a." (eine Gründung d:r „tschechischen" Juden) eine wohlwollende Behandlung . des „Keren Hajesfob" zeigt, glaubt aber, daß die Zionisten nicht viel erreichen werden, erstens , weil noch nie eine Minderheit die Mehrheit verdrängt hätte, also auch' die Araber ia Palästina schon dafür sorgen werden, daß die zionistischen Bäume nicht in den Himmel wachsen, und zweitens die Lasche«, der Tschechcnjnden derart zugeknöpft seien, daß aus ihnen für keinen idealen Zweck etwas zu' hole» sei. (Nummer 1 ist zwar nicht richtig, da zum Beispiel in Amerika, Australien und and.rSwo die Ureinwohner heute in der Minderheit sind. Num:u:r 2 mag "stimmen. B.'soudrrs für die Zivecke der b.'umf/.eu A,s!mila.io>l ist h:ute auch vn tschechischeir Sprachgebiet nicht mehr viel zu holen.)

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