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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-23 · Heft 894 (23.7.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 894 (23.7.1921)
Date
1921-07-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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/§b, 894 Wen. Samstag * Das „Fräulein". Wenn man durch einen Zufall einmal ein vaar Vormittagsstunden in einem Parke verbringt, stellt man mit traurigem Erstaunen fest, wie wenig Großstadtkinder aus den Kreisen der Besitzenden von ihren Müttern erzogen werden. Zwischen 10 und 11 Uhr, wenn die Sonnenstrahlen schon wärmende Kraft erlangt haben, dann rücken .'ganze Bataillone dorr kleinen Zukunftssoldaten an, Mt genährte, niedlich geputzte Mädelchen und Bübchen mit Spielzeug in den Händen, kostbarem Spielzeug, das sie trotz des wahnwitzigen Preises, der für jedes einzelne Stück bezahlt wurde, mit souveräner Verachtung und geringschätziger Rücksichtslosigkeit behandeln. Die Kinder der Reichen. Sie kommen an der Hand des „Fräuleins" oder der „Miß" und eS sind viele Judenkindcr darunter. Ihr „Schutzengel", wie Prevost es höhnisch genannt, ist aber zumeist eine Christin. Schon das verstärkt die Fremdheit zwischen Kind und Erzieherin. Vielleicht ist der Ausdruck „Erzieherin" von vorneberein falsch gewählt. Das „FrMein" besitzt in der Regel weder die Qualitäten noch den Ehrgeiz erziehliche» Einfluß zu üben. Wenn sie klug und besonders beflissen ist. wird sie darauf achten, daß ihr Schützling gewisse gute „Manieren" annimmt. Aul seine Geistesnnd Herzensbildung rinzuwirken, wird ihr gar nicht in den Sinn kommen. Sie würde sich dadurch ja auch nur unbeliebt machen bei ihren Zöglingen und dazu vermeiden, ist sicherlich das erste Bestrebendes „Fräuleins". Lieber dem kleinen Tyrannen, wo immer es geht, nachgeben, seinen Wünschen entgegenkommen. das erleichtert das Zeven ganz bedeutend und wenn das Kind dadurch verwöhnt nnd eigenwillig wird, so läßt sich das bei den kleinen Menschen ja sehr putzig an. Und bis es große Menschen sind, da ist das Fräulein schon längst über alle Berge. Auch die Selbstständigkeit der Kinder zu erhöhen, hat das Fräulein nicht das mindeste Interesse, machte sie sich doch selbst nur damit überflüßig. Also ..erklärt" sie eifrig Bilderbücher, erfindet lustige Spiele nnd bemüht sich ans jede Weise, die Gunst ihres kleinen Gebieters zn erlangen. Das Kind aber genießt ans vollen Kräften die Situaitott, man bilde sich nur ja nie ein, daß „so ein Kind" dies noch nicht versteht, und daß sein ohnehin schon hypertrophisches Selbstge'ühl dadurch nicht gerade zur Bescheidenheit «mgebogen wird, dürfte, auch jenen emleuchten, deren pädagogische Bildung nicht ans der Höhe der Zeit steht. Durch die Institution deS „Fräuleins" lernt das Kind über einen Menschen gebieten, und zwar ohne Rücksicht gebieten, so daß es von vorueherein zur Selbstsucht und zum herrischen Wesen angeleitet wird. Denn, wenn es sich beim gutgearteten Kind von selbst ergibt, daß es auf die Zeit, die Stimmung. da8 Wohl oder Uebelbefinden der Mnttcr Rücksicht nimmt, so ist beim Fraulein von vorneherein dos Umgekehrte gegeben. Unser Mutter-Ersatz ist ia „dazu da", sunen Schützling zu pflegen, zu zerstreuen, zn versorgen, nnd sie untergräbt sich selbst die Stellung, wenn sie in erziehlicher Absicht diese Botmäßigkeit mildern wollte. Uebrigens versucht sie in der Regel, gar nicht, erziehlich zu wirken. Denn das „Fräulein" ist zumeist, blutjung und denkt daher überhaupt nur an sich, an ihre Zukunft, an das wundervolle, geheimnisreiche Leben, das vor ihr liegt. Hat sie das Bübchen oder Mädchen im Parke bei einem Sandhaufen installiert, so setzt sie sich auf eine Bank unter einem, blühenden Strauch und versinkt in Träumereien oder in einen Roman und erwacht erst wieder, wenn Hänschen sich eine B ule geschlagen oder Lieschen sich daS Kleid zerrissen hat. Die Ausländerinnen, dre meistens in reiferem Alter sieben, finden sich Zusammen und erzähle» einander endlose Geschichten von der Heimat.'Wenn sie gewissenhaft sind — und daS sind die allernreiften — bekümmern sie sich dazwischen um das körperliche Wohl ihrer Schutzbefohlenen, hüllen die Kinder beim ersten Windhauch in Neberkleider, füttern sie rechtzeitig u. s. f. Aber für di' Seele des kleinen Menschen haben sie weder Zeit noch Intasie. Eine Mutter kann gar nicht anders, als gleichzeitig für Geist und Körper sorgen —-Mademoiselle tut ihre Pflicht. Sie spracht mit den Kindern französisch nnd gebärdet sich sogar so, als verstünde sie kein Sterbenswörtchen deutsch. Teilweise ans pädagogischen Rücksichten und teilweise, weil sie daS der lästigen Notwendigkeit enthebt, jede Ungezogenheit ihrer Schützlinge zu rügen. Die Rüge ist ja ohnehin das einzige und selir fragwürdige Erziehungsmittel, das dem Fräulein zn Gebote steht. Sie hat weder das Recht zu strafen, noch die Möglichkeit zu belohnen, mit ein paar oberflächlichen Worten gleitet sie über alle Schwierigkeiten hinweg, froh, wenn der Zwischenfall erledigt ist und ohne Gedanken an die Folgen im inneren Leben des' Kindes. Ist der Vormittag vorbei, so kehren Fräulein und Kinder ins elterliche Heim zurück, kehren zurück als Fremde in die Fremde. Die Kinder wissen nichts vom inneren Betrieb des Hauswesens, nichts von den Gewohnheiten der Mutter, nichts vom täglichen Ab und Auf im Familienkreis. Vom Fräulein täglich zweimal auf die Weide getrieben, lernen sie rhr Heim als Herberge auffasim, in der alles für sie bereitet sein muß. Und so wachsen Hundsite von Kindern huf, wachsen Hunderte von jüdischen Kindern auf, ihrer Mutter entfremdet — in der Hut des „Fiäuleins". ' * Schwere Folgen der Laienhypnose. Die H. Pychiäirische und Nervenklinik des Hofrates Professor Doktor W d gner - Iauregg teilt uns mit: Am 8. d. M. wurde der Klimk durch das Polizeikommissariat Favoriten die Vijährige Mathilde L. mit der Angabe eingeliefert, daß sie an schwerer Hysterie mit K r a m p f a n f ä l l e n und tobiuchtartigen Erregungszuständen leide. Bei dir Aufnahme in die Klinik wurde numeinem hysterischen Berstimukungszustand eine nahezu voRtt ä n d i g e E m p s r n d u n g s l ä h m u n g festgestellt. Die Erhebungen ergaben, daß die L. früher vollständig geiynd war. Seit zwei Monaten ließ sie sich von einem Hypnotiseur riämms Wilhelm Furlau wiederholt hypnotisieren, und uft infolge dieser hypnotischen Sitzungen traten bei ihr die erwähnten-schweren Krankhntserschein ungen.auf. Es wurde schon von der Klinik die Anzeige über diesen Vorfall au die Polizei« direttion erstattet. Es ist dies in den letzten drei Vierteljahren .)um dritten'Male der Fall, daß eine Person infolge Hypnose kurch einen Laien mit einer schweren hysterischen Erkrankung der Klinik emgeliefert wurde. _ * Jüdischer Frauenbund, IX., Liechteustrinstraße 11/18. ^vendenausweis der Inland aktiv» für Kinder: Herr Mischtv-Adnlt IX X 100, Herr Dr. Leo Goldhammcr IX K 500, Frau Löwmthal II X 250, Fräulein Frieda t ilUc VU K J00, Herr Sujet* Snßlncmn VIIr K 200, Professor Wiener MoMSzeMmg Mitteilungen ans dem Publikum. ZUR VERLOBUNG des Fräuleins Anna .Renzelstein mit Herrn Mendel Dym gratuliert herzlichst 51» Familie Benczer Elieser Kaplan Dwejra Kaplan Ingenieur (Minsk) cand. mod. (Minsk) ' Vermählte «»n Wien, 19. JnU 1921. Kö*in w y Die glückliche Geburt eines gesunden und kräftigen Jungen zeigen höchsterfreut an *4* Jetti und Israel Fröhlich Neu eröffnen Neu eröffnet! Cafe üaggffaet früher Nordost II., Obere Donaustrasse 1 (Mathildenplatz) Jeden Dienstag'und Freitag Famlllenkonzert— SSmtllohe JQdlsohen Blatter liegen auf — Klubzlmmer su vergeben. 624 Dr. Oppenheim IX K 80, Frau Paula Freund VI X 50, Frau Berta Reumann K 50. Frau Mignon Herz l K20, Frau Fanny Reichs X 50. Herr Nathan Lipschitz Ul X 250. Herr Professor Dr. Pick IX 50, Herr Ernst Oesterreicher X 100, Frau Großrabbiner Gisel Heschel II X 500, Frau Franziska Feuerstein lk X 100, Herr Menatche Baron II K 200, Herr Schenker-Gotlesmann II (Monaisberrrag) X 240, Herr Wilhelm Eckstein X 200. Frau Josefine Toncllo K 50, Herr Siegfried Beck X 50, Herr Dr. Philipp Menczel XVIII K 300, Herr Kömyfest II X 200, Firma Nagel und Wormann X 50, Firma Brüder Nowak X 50, Firma Brüder Brauer X 50, Herr Gabriel Böhm X 50, Firma Brüder Silberstein X 30. Frau Pauline Wohl X 250, Herr Dozent Gustav Bandy X 20. Herr Dr. Karl Natanson X 25, Herr Baurat Czeczowiczka X 20. Herr Direktor Wilhelm Lux X100, Frau Emilie Halpern X loo, Herr Hugo Stein II X 800, Frau Rosa und Dr. Jetri Frisch IX X 100, Frau Malwine Wolkenberg Ul X 100, Frau Rosa Zollschan IX (MonalLbeitrag) X 25, Frau Baronin Valmtine Springer III K 200, früherer Ausweis X 68.354, zusammen X 73.604. * Eine englische Donaneskadre ans der Fahrt nach Wien. Wie berichtet, ist am 20. d. M. in Belgrad ein eng lischt sFlußschiffgeschwad er unter großem Jubel der Bevölkerung eingetroffen. Das Geschwader setzt die Fahrt nach B u d a p e st und dann weiter nach Wien fort, wo ein längerer Aufenthaltvorgesevenist. * Ein n-cNes Wer? Etnstesas. Wie englische Blätter mit. teilen, soll Einstein gegenwärtig an einem neuen Werk über seine Relativitätstheorie und ihre Bedeutung für die moderne Gedankenwelt arbeite». Are Unterhandlungen, die er bei seinem Aufenthalt in London mit Lord H a (d a n e hatte, haben ihn in diesem Entschluß bestärkter wird sich' darin mit der riesigen Literatur auseinandersetzen, dre sich! mit seiner Theorie beschäftigt. * Die explodierte. Syphonflafche. In der Sodawasierfabrik, V., Schönbrunuerstraße 92, ist heute eine Sodawasferflasche geplatzt. Gon den Scherben wurde die 23jährige Hilfsarbeiterin Rose Schlager, Meravigliagasse 3 wohnhaft, getroffen und am linken Unterschenkel s ch w e r v e r l e tz t. Die Rettungsgesrllschaft brachte sie ins Wiedener Krankenhaus. * Heimkehrer a«S Rußland. welche Auskunft gebe» könnrn über Franz Kreuze! (letzte Nachricht aus Jekatmnendurg vom 4. Mai 1919) vom 17. Landwehrregiment, werden gebeten, diese an, Felix K r e u z t1, X., Quellrnstraße 147, gelangen zn lassen. * Der Koffer der Schauspielerin Mittermardi. Am 26. v. M. sollte die Schauspielerin des Theaters an der Wien Rosa Mittermardi in Baden im „Zigeunerbaron" auftreten. In einem Koffer nahm sie sich Kostüme. Wäsche. Toileitegegenstände und Thxaterartikel im Werte von X ko.Ogo mit. Ans der Fahrt wurde ihr der Koffer gestohlen. Der Polizei gelang es nun, nicht nur den Koffer mit der gesamten Beute, die eben verkauft werden sollte, zustandezubringen. sondern auch den Dieb in der Person des 24iährigen Hilfsarbeiters Josef H o ch i n k a, und seinen Mitschuldigen, den 25jährigen Viktor Bra « n, zu verhaften. * Die Delogierung der Erdölfteke. Durch das Entgegenkommen des Ministeriums für Handel, welches der österreichischen Erdölstelle einige Räume im Handelsministerium, I., Postgaffe 9, zur Verfügung stellte, ist die Erdölstelle in der Lage, ihren Betrieb wenigstens momentan und provisorisch o b n e Unterbrechung sortmsetzen und die Ausgabe von Petroleum, Benzin, Benzol, Gasöl und Paraffin in v o l l e m Umfang durchzuführen. Die Versorgung des Konsums mit Mineralölprodukten wird daher keinerlei Stockung erfahren. * Ei« großer Dieb. Das Ung. Tel.-Korr.-Bur. meldet aus Szegedin: Hier wurde der Einbrecher Martin S z a b o, der in jüngster Zeit mehrere Einbruchsdnbstähle verübte, verhaftet. Die oestvhlenen Gegenstände repräsentieren einen Wert von zehn Millionen Kronen. Außerdem entwendete er bei einem Einbruch in di4 Wohnung des Prinzen Ludwig Wmdifchgrätz 23 goldene Tabakdosen im Werte von drei Millionen Kronen. * Razzia in der Hlraterstratze. Gestern nachts haben Organe des polizeilichen Sittenamts eine Razzia in der Pratnstcaße veranstaltet. Dreizehn Mädchen wurden aufgegriffen. Von ihnen mußten fünf, durchwegs „Jugendliche", als geschlechtskrank dem. Frauenspital übergeben werden. Dereirrsnachrichten. Jawne,agudaakademitrtarbut. Morgen, 10 Uhr vormittags, Mitgliederversammlung. — Jüdische Ti fchgesellschaftenLandstraße undAlserst r a ß e. Morgen, Sonntag, Ausflug. Treffpunkt V-9 Uhr vormittags Pötzleinsdorf, Endstation der Straßenbahn. Führer Dr. Fuchs. — Rede- und Lesehalle jüdischer Hochs chülerWiens. Heute, 7 Uhr abends, Konvent mit wichtiger Tagesordnung. — Z e i r e i M i S r a ch i, II., Pratersiraße 43/11. Heute, präzise 5 Uhr, Mitgliederversammlung. Ab 6 Uhr Lesehalle geöffnet. — Verein ErezJsreal, Wie«, II., Hauptallee 5, Restaurant Praterfee. Heute, 5 Uhr, hebräische Sicha. — I ir g e n d v e r e i« N e ß * 8 i o n a h, U., Jlgplatz 5, Gasthaus Komet. Heute, Samstag, pimkt 6 Uhr, Vortrag med. Schlosser, anschließend äußerst wichtige Mitgliederversammlung. Weiters Heimabend. Erscheinen der Mitglieder Pflicht. Gäste und Jugendliche willkommen. zr M tm , mar* ---——■ ■■ - -f Die Ernährung. Der Marktbericht. Fallende Preise bei gater Beschick*«-. Der Autstind der Gärtner hält weiter an. Gestern waren im ganzen sechs Gärtner mit ihren Woren auf dem Markt er* schienen, doch wird diese Demonstration in der Versorgung »il Gemüse und Obst nicht fühlbar. Die günstige Wittrnzng hat di' Produktion der ländlichen Verkäufer gewaltig gesteigert und da auch die Ankünfte aus dem Ausland überaus gm ausfällen, sind die Märkte mit Gemüse und Obst aller Art weit über Bedar> versorgt. Die Ankünfte sind so groß, daß beträchtliche Menge* sogar unverkausi bleiben. Neben Kartoffeln mläudische» Herkunft kamen ungarische' und italienische Kartoffeln auf der» Markt, besonders stark waren grüne Fisolen, Erbsen, Paradeiser Zwiebeln nnd Knoblauch vertreten, so daß in aller» Gattungen Preis ermäßigungen rintroten. Gurken kosteten im Durchschnitt auf dem Naschmarkt im Detailhandel X 23 bis K 28. Zwiebeln X 1b bis X 20. Fisolen sind im Großhandel dereiis um X 10 ver Kilogramm augebote», auch für Kartoffeln sind weitere Preisrückgänge zu verzeichnen Das reiche Obstangebot bewirkte gleichfalls Preisrückgänge. Gute Strudlcräpfel notieiten im Kleinhandel auf dem Naschmarkt tm+ X 40 bis X oO per Kilogramm, mindere OualilLien mit X 20 bis X 40, blaue Pflaumen sind gegen die Vorwoche um X 80 bi» X 30 per Kilogramm zurückgegaugen und kosteten heut« i« Detailverkauf X 20 bis K 25. In der Großmarkthalle herrschte lebhafter Verkehr, die Zufuhren sind im allgemeinen günstig nnd bewirke« gleichfalls ein Nachlassen der Preise. Im Großhandel ermäßigte« sich heute Kälber um X 10 per Kilogramm, Rindfleisch war an einzelnen Ständen von X ICO aufwärts per Kilogramm zu haben- Geflügelnnd Fischmarkt weisen ganz belanglose Beschickung ans. Woja-Mittelstandsküchea. Anmeldungen zur Teilnahme an den Mittelstandsküche» Roßauerkaferne und Griechengaffe werden noch Sonntag dm 24. d. M. von 9 bis 12 Uhr vormittags nnd Montag dm 25. d. M. von 9 Ubr vormittags bis 6 llhr nachmittags i« Zentralbureau der Woja migegengenommen. . Das Zentralbureau derW 0 ja, wirtschaftliche Organisation jüdischer Angestellter, befindet sich ab heute IX.. Bergaasse 7, Mezzanin. Parteienverkehr täglich (außer Samstag und Sonntag) von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis 6 Uhr nachmittags. W. I. W. Farbeneinteilung auf daS aenaueste beachten! Dienstag, 26. d. M., 9 bis ll Uhr, grau, gelb; Mittwoch. 87., 9 bis 11 Uhr, orange, weiß; Donnerstag, 28., 9 bis 11 Uhr, , rosa, grün; Freitag. 29., 9 bis 11 Uhr, rot, blau. 1500 Tonne» Mais au- Amerika. Infolge eines Aufrufes Herbert HooverS haben amerikanische Farmer der österreichischen Bevölkerung 1500 Tonnen Mais gefvendet. rrsls Jüdische Volksbühne?iÄÄr1"» SsBemble-Oastapiel ln der Venen Wiener Bfthne Schma Jisruäl ^mId^ Bühne und Kunst. Die tschechische Reise der Philharmoniker Die Philharmoniker find vor einigen Tagen von einer überaus erfolgreichen Tournee inderTschecho-Glowakei zurückgekehrt. Im Zeitraum von neun Tagen wurden unter der Leitung Felix Weingartners Konzerte in Prag. Karlsbad, Reichender g, Teplitz, Marienbad, Franzensbad und Brünn absolviert. Das Programm umfaßte Beethoven, Berlioz, Smetana, Dworzak, Richard Strauß und Weingartner. Die Aufnahme war überall, auch, bei der tschechischen Bevölkerung, überwältigend. I» den Wmischin Bädern wohnten viele Ausländer idm Konzerte» bei, darunter auch amerikanische Freunde Felix Weingartners. Weingartner erhielt glänzende Anträge nach Spanien, Skandinabie» und Holland, lehnte aber mit Rücksicht auf seine Verpflichtunge» gegenüber der Volksaper ab. Aus de» Theatern. Die Freie jüdische Volksbühne bringt als nächste Vorstellung ihres Eitsemble-Gastspieles an der Neuen Wiener Bühne Samstag das Drama „Schma Jftuel" von O. Dhmow zur Wiederholung. Beginn präzise ^8 Ubr. Bürgertheater. Am Wiener Bürgertheater bleibi auch die nächste Woche das Drama ^Die Hölle von Borbalo" täglich ya8 Uhr abends auf dem Repertoire. In den Kammerspielen des De»tschen Bolkstheaters gelangt allabendlich 7 Uhr der erfolgreiche Schwank „Der Floh im Ohr" und um 10 Uhr nachts d» drei Sensationsemakter „Er ist fo aufgeregt", „Simulation" nnd „Die Hochzeitsreise" zur Aufführung. Der Direktion der Renaissance-Bühne ist tS gelungen, den Gastspülvertrag mit Gustav Waldau vom Staats- Iheater in München bis zum 28. d. M. zu verlängern. Eine weiter» Verlängerung ist nicht mehr möglich, nachdem Gustav Waldau End» nächster Woche seium Verpflichtungen am Münchner Staatsiheater Nachkommen muß. Der Künstler spielt an allen Abenden di« Rolle des Klinke in dem Schwank „Die spanische Fliege". Sport. Zum Werbewettschwimmen des Sportklub tzakoah. Die Erkenntnis, daß « erster Linie Schwimmen und Leicht' athletik dazu bestimmt find, große Menschenmaffen zu regeneriere» ist leider noch viel zu wenig Gemeingut aller geworden. Sind h Oesterreich insbesondere die Schwimmgelegenhüte» durch di« Kohleunot den größten Teil des Jahres ziemlich eng begrenz und dadurch de« natürlichen Expsnsionsstreben Grenzen gezoge» so leidm in den wenigen schönen Monate» des Jahres die Stidt bewohner an dem Mangel an Freibädern, die ih»e» Erhol»»»

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