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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-22 · Heft 893 (22.7.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 893 (22.7.1921)
Date
1921-07-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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,‘SB,'TOT'- Me», Freilag Drangsalierungen Mischer Studenten durch' Haberd'a und seine Spießgesellen aufzutrete». Sie hätten es sicherlich tun können, vielleicht vom Standpunkt der Wissenschaft, der Moral und des Interesses der Fakultät, des Staates und der Stadt sogar tun. sollen. Aber wer exponiert sich für Mische Studenten.. Dr. GlvgaU hat als volksbewußter Jude unb als guter Mensch seine Pflicht getan — HUÄerte Wiener Kinder und wir mit ihnen wissen ihm heißen Dank dafür. Dem Antisemiten Haberd>a und seiner akademischen Brut aber werden Wiener Kinder fluchen, wenn sich spater einmal in einem Notstand kein Jude Glogan finden wird, der ihnen Hilfe bringt. - - I. W. Zionistische Franenversammlung. Mittwoch abends fand im Saale des Gewerbe- Vereins eine Versammlung statt, welche, den zionistischen Frauen Wiens und den Delegierten des internationalen Frauenkongresses für Freiheit und Frieden Gelegenheit gab, sich gegenseitig mit ihren Zielen und Bestrebungen bekannt zu machen. Frau Hilda Pisk begrüßte die ungernein zahlreich Erschienenen und erteilte als erstem Redner Herrn Oberrabbiner Dr. Chajes das Wort. Dieser sagte, um die jüdische Tragik darzulegen, sei eigentlich eine Reise um die ganze Welt Nötig, doch wolle er sich' wegen der Kürzerer Zeit mit einigen besonders prägnanten Beispielen begnügen. Als solche wähle er absichtlich, nicht Vorgänge in den berüchtigten Pogromländern, sondern solche in den sogenannten „freien" Staaten. Wenn, zum Beispiel die Juden in Amerika 'sich' bemüssigt glaubten, gegen so unglaublich! dumme Anschuldigungen, wie sie das Pamphlet „Die Weisen von Zion" enthalte, feierlichen Protest zu erheben, anstatt solche Albernheiten einfach' zu ignorieren, so sei das ein höchst charaku teristischds/Zeichen für die abnormale Lage der Juden, die in der ganzen? Welt gezwungen sind, ängstlich auf alles zu horchen und zu reagieren, was rings um sie ivorgdhe. Seit 3000 Jahren werde an den Nerven der Juden herumgezerrt, und diese, brauchten endliche Erholung im eigenen Land,, wo sie im Gefühle der Sicherheit und Bodenständigkeit für die ganze, Menschheit viel mehr zu leisten imstande, sein werden als im enerwierenden Zustand der Wurzellosigkeit. (Lebhafter Beifall.) Frau Anitta Müller gab einen knappen, ergreifenden Uetzerblick über das durch! die, Pogrome im Osten gestiftete physisch^ und seelische Elend und sagte: ..Wenn wir den Haß, der hei solchen Erfahrungen mächtig in uns arsisteigt, überwinden, was wir nur können, weil in uns der Geist der Bibel noch lebendig ist, und der internatiönalen Frauenliga unsere Mitarbeit für Völkerversöhnuntz anbieten, dann schüldet uns diese Liga ebensoviel Dank wie wir ihr für unsere Aufnahme. (Stürmischer Beifall.) Frau Heymann (Deutschland) hofft auf baldige Ablösung des M ä n n e r st a a t e s. der auf Gewalt and Brutalität beruhe, durch den Frauen staat, der auf Liebe und wechselseitigem Vertrauen aufgebaut werde. (Beifall.) Frau Marsh'all (England) erklärt, daß die Jranengruppe, die sich mit der Wahrung der nationalen Minoritätsrechte befasse, die Bekämpfung des Antisemitismus als' ihre Pflicht betrachte, in deren Dienst sich die einzelnen Frauen in ihrer Heimat stellen werden. (Lebhafter Beifall.) Das' Judentum sei vorbildlich, weil es' seine Rechte nicht' mit militärischen Methoden^ verfechte wie die anderen Völker. Nachdem noch Mine. Lanzenberg aus Frankreich und Frau Klabin aus' Südamerika ihrer Sympathie für den Zionismus Ausdruck gegeben chatten, brachte Frau Dr. Nadja O°rn stein eine Resolution zur Abstimmung, welche den Bestrebungen der inter-' nationalen Frauenligr die Sympathie ausspricht und den Beitritt der zionistischen Frauenorganisation zu ihr erklärt. ■ t Nach einstimmiger Annahme dieser Nesolntwn wurde die Versammlung, geschlossen. Messeausweis und Messeabzeichen. Im Bureau der Wiener Wesse sind die Vorarbeiten zur Ausfolgmig der Messeausweiskarten und Messeabzeichen im Zuge. Jeder Messebesucher muß zum Eintritt in die Messe über eine Mcsseausweiskarte verfügen, die er um den Betrag von K 250 erhält. - Der Mcssebesucher aus dem Ausland wird diesen Messeausweis noch vor seiner Abreise bei den zuständigen österreichischen Konsulaten oder dm erhenamtbchen Vertretern der Wiener Messe im Ansland, der Besucher oder Aussteller aus den österreichischen Bundesländern bei den Handelskammern beziehen. Mit Hille dieses Messeausweis erlangt er das wesentlich verbilligte Paßvisum und die um 50% ermäßigte Fahrkarte. Der Messeausweis ermächtigt ihn auch zum Bezüge der Wohuungskarte auf dm Wiener Bahnhofexposituren des Wohnungsnachweises der Wiener Messe, wenn der Aussteller oder Besucher, diese Wohnungskarre nicht schon vorher bei rechtzeitiger Anmeldung vom Wohnungsnachweis zugesandt erhalten hat. Gegen Abgabe eines Coupons des Messeausweises erhält jeder Ausstcllcr und Besucher in den Hauptgebäuden der Wiener Messe »Messepälast* (Hosstallungen) und Rotunde das Messeabzeichen kostenlosausge'olgt. Den Wiener Firmen, die auf der Wiener Messe auSstellm und allen anderen Änteresseute«, die die Messe m besuch«: beabsichtigen, wird empfohlen, diese Messeausweise und das Meffeabzerchen schon in den Augusttagen im Bureau der Wiener Messe, II., Aspernbrückengaffe 2, zu beziehen. Die Ausgabe dürste anfangs August beamve« Das MesseghLUchkv rorener Morgerrzettmrg .-Tirrmn m«nn->i» »-.... „... wird ein aus Karton hergestellter Plaque sein, der beiderseits bedruckt ist und auf der einen Seite das bekannte „Wiener Messereichen" W. I. M., auf der anderen Seite die Inschrift „Wiener iuternationale Messe 1921, 11. bis 17. September" in rotwrißen Farben auf schwarzem Grunde trägt. Keine Unterbrechung des Petroleumbezuges. Die Delogierung der Erdölstelle. Die von uns gemeldete Ansordemng der Amtsräume, der Oesterreichischeu Erdölstelle durch das Wiener Mietamt hat die Mitteilung zur Folge gehabt, daß die Ausgabe von Petroleum und Benzin für ganz Oesterreich vorübergehend g esperrt werde.. Die Sperrung ist aber nach kurzer Zeit wieder behoben worden. Die Ausgabe von Petroleum und Leuzin wird ab heute anstandslos fortgesetzt, weil das Handelsamt Vorsorge getroffen hat. daß trotz der Uebersiedlung der Erdolstelle die Vrrteilungs- und Verrechnungsarbeitn ungestört weitergehen können. Es wird im Handelsnnurstemrm in der Postgasse vor allem die „Freigaben-Mieilung" raschestens eingerichtet. Tragödien des ALtags. Selbstmorde von Pensi-onisten. Vorgestern hat gegenüber dem Haupttor des Zentralsriedhofes ein Mann durch einen Schuß in die Stirnmitte seinem Leben ein Ende gemacht. Die Leiche wurde als die des 53jährigen pensionierten ObergeometerS Rudolf E g g e r III., Ungargaffe 71 wohnhaft erkannt. Egger hat schon seit zehn Jahre'» im Ruhestand gelebt. Er hat sich in geordneten Verhältnissen befunden. Ohne Kummer und Sorgen hätte er ein be- /chäulichcs Leben führen können. Da kam der Krieg, und die Aufregungen der Kriegszeit sollen in ihm den Keim zu einem Nervenleiden gelegt haberH Er zog sich immer mehr zurück und vertieite sich in das Siudmm philosophischer Schriften. Eine Stelle in seinen" letztwilligen Aufzeichnungen lautet: „Ich taffe mir gefallen, das äußere Ich eines gebildeten Menschen bis zum Nullpunkt zu prole tarifieren: aber das innere Ich•' foll unverletzt bleiben." Am 20. d. M. wurde unterhalb der Stadlaner Brücke die Leiche eines ungefähr 50jährigen Münnes aus dem Donaustrom gezogen. Nach einem bei dem Toten gefundenen Zettel dürfte er ein Pensionist namens Franz Staudner aus Wien sein, der sich aus N o t das Leben nahm- Familienzwist. Die 20jährige Hilfsarbeiterin Hermine M i g! ist gestern vormittags aus einem Fenster der Wohnung ihrer Schwester. XVII„ Rötzergasse 42, drei Stockwerke tief in die Tiefe gesprungen. Sie wurde schwer verletzt aus die Unfall* station gebracht. Ursache der Tat ist Familienzwist. Vom Zuge entzweigeschnittrn. Ein schauerlicher Unfall hat sich gestern vormittags imPenzinger Rangierbahnhof ereignet. Der 4Sj8hrige Eisenbahnarbeiter Karl Hötzenberger wurde von einem Lastzug, den der Lokomotivführer Johann Schmidt führte, überfahren und getötet. Hotzmberger stand nämlich bei der Weiche Nr- 18 und fällte dort den Weicheneinsatz mit Petroleum. Als er mit drr Arbeit fertig war, überschritt er das Geleiie in dem Augenblick, als der Lastzug mit 20 Waggons herankam. Er wurde von der Lokomotive erfaßt. 20 Meter weit geschleift und schließlich überfahren. Sein Leib wurde in zwciStücke geschnitten. Er war ans der Stelle tot. Tödliche Brandwunden. Die zehnjährige Volksschülerin Marie M o b i l e ist in der elterlichen Wohnung, H., Engerthstraße 108, beim Zubereiten des Frühstückes dadurch verurg'iickt, daß sie mit den Kleidern dem Spirituskocher zu nahe kam. Mit schwersten Verletzungen wurde das Kind ins Allgemeine Krankenhaus gebracht, wo es starb. Tod im C a f 6. Gestern abends stürzte der 60jährige Anstreichermeifler Israel S ch l i f k a, XX., Kluckygaffe 5 wohnhaft," in einem Casä vom Schlage gerührt zusammen und starb alsbald. Austritte aus dem Judentum G v l d st e in Hedwig, ged. 15. März 1900 in Wien, ledig, XV., Manahilferstraße 177. — Schön Hedwig, geb. 11. November 1887 in Wien, verheiratet, XV„ Mariahilfer straße 177. — Marzbach geb. Engel Paula, geb. 30. Dezember 1888 in Wien, verheiratet. Private. XX., Karl Meißlstraße 7. — Ma rzb a ch Biuno, geb. 18. Februar 1885 in Wien, Privatbeamter, XX., Karl Meißelstraße 7. — N e u m a n n Alice, aeb. 10. Dezember 1897 in Wien, ledig, Modistin, IX., Nußdortcrstraße 65. — Seidenstein Rosa, geb, 4. Jänner 1904 in Wren. ledig, Hausgehilstn, IV.. Wevringergaste 13. — Dr. F e i g l Ludwig, geb. 22. November 1855 in Klattau, ledig, XV., Mariahilferstrasie 142. — W o l h e i m Moritz, geb. 15. August 1837 in Warschau, ledig. XV., Karmelitrrhofgasse 4. — Keller Leopold, geb. 3. Oktober 1879 in Wien, verheiratet, Beamter, IX., Berkgasse 14. — M ei er Malvine, geb. 17. Juli 1881 in Moratitz, verheiratet, Hilfsarbeiterin. XVI., Ganalbauergaffe 24. — Grimm Kurt. geb. 5. Mai 1903 in Wien, ledig, Student, Baden, Helenenstraße 122. — Schaffer Henriette, geb. 1. Juni 1893 in Wien, ledig. HI., Weißgärberlände 42. — PaschkeS Josef, geb. 5. Oktober 1897 m Wien ledig, XVII.. Sckumannaaffe 60. — SaHrnann Karl, geb. 21. Juni 1898 in Wrm, ledig, XVII., Marlengaffe 25. — Großman» Hans. geb. 28. Jänner 1899 in Wien, ledig, V., Diehlgafle 52. — Sapunds chieff Soße, geb. 23. Februar 1907 in Czernowitz, Privatschüleri», IX.. Nnßdorferstraße4. — Herczka Arpüd, geb. 14. Jänner 1882 in Budapest, Kaufmann, V„ Schönbrunnerstraße 26. __ * ®m Pionier der jüdischen Journalistik in Amerika gestorben. Wie ausRew-Aork berichtet wird, ist dort im Alter von 65 Jahren der bekannte jüdische Publizist David Moses Herm alin plötzlich gestorben. Hennalin war einer der Pioniere der jüdischen Publizistik in Amerika. Er wanderte vor 35 Jahren ein «nd war einer der Mitbegründer des heute so bedeutenden jüdischen Pressewesens in Rew-Dork. Lange Jahre war Hrrmalln rin geschätzter Mitarbeiter verjLredLner.Mdjscher Plätter Ncw-VorlS. Er schrieb auch Romane, 22. JE 1921 Seite L .- .. ... .. - .-.i-p -.; •- ' || Theaterstücke, übersetzte Werke der Weltliteratur ms Jüdisch«. Außer in jüdischer Sprache schrieb Hermalm auch «glisch hebräisch und rumänisch. Er war übrigens als pgssssmerter Jäger, Angler vnd Sportsmann bekannt, ein TypuS, drr bei jüdischen Publizisten nicht allzu häufig ist. Bei« Angela ist auch Hermali» einem Herzschlag erlege». * Zur jüdische« Etymologie. Wir haben in einigen Aufsätzen und Notizen die Etymologie gewisser jüdischer Wort» behandelt, darunter auch die der an Frauen gerichteten Grußformel „Skozel-Kinrt". Ein in Holland wohnhafter Leser »nsereS Blattes gibt nun in einer Zuschrift an uns, für den Ausdruck, dessen Herkunft nnllar ist, eine recht interessante Ableitung. Danach wäre er aus dem Satz „Esches Kozen Kirnt" (die Frau des Herrn kommt) abg-schliffen. Diese Ableitung bat manches fftr sich ist aber, rvre wir schon seinerzeit bemerkten, ebenso unsicher, wir die anderen bereits früher von verschiedenen Seiten angegebenen Deutungen der Herkunft des Wortes. * Eine Geschichte des Zionismus. Wer sich bisher über die Geschichte des Zionismus, von ihren' Anfängen bis zur jüngsten Gegenwart, informieren wollte, war genötigt selbst zum Historiker zu werden. Er fand nur Material, aber nirgends die zusammenfassende Darstellung, die ihn über das Werden dieser Bewegung und ihren ietzigen Stand fortlaufend unter-. richtet hätte. Da erschien im vorigen Jahre Adolf Böhms „ZionistischeBewegung* (Welt-Verlag, Berlin); sie gab in prägnanter Form und in tiefeindrinyender Betrachtungsart diese Geschichte bis zum Tode Herzls. Wre wir erfahren, wrrd noch vor dem XII. Zionistenkongreß in Karlsbad der z w e i t e Band dieses Werkes (ebenfalls im Welt-Verlag) der di« Geschichte des Zionismus bis zur Gegenwart behandelt, vorlieg««, eine neue Darstellung, auf die man mtt Recht gespannt sein darf. * Wertvolle Manuskripte für die N«tio«albtbkvthel iu Jerusalem. Ae« Berliner Arzt Dr. ZlocistiisteS gelungen, von einem Führer der deutschen sozialdemokratischen Partei das Manuskript von Moses H e ß' ,R om ü n d I e r u s a l e m" ftir die Nationalbivliothek in Jerusalem zu erwerben. Die Ueberlassung geschah unter drr Bedingung, daß die Nationalb,bliothek. sobald es ihre finanzielle Lage gestattet, das Dokument käuflich erwirbt. Durch Dr. Zlocisti hat di« Nationalbibliothek auch das Manuskript eines Teiles der eschichte d e r I u d e n" von G r a tz mit unveröffentlichte» Bemerkungen drS Verfassers in Besitz bringen können. * Wetterbericht. In ganz Europa herrschte eine einheitliche westliche Luftströmung, die stärkere Bewölkung bei zeitweisem Sonnenschein sowie schwüles und gewitteriges Wetter verursachte. Lmz und Wien hatten mittags Gewitter; in Wien mit stärkeren Gußrepen von 5 mm Ergiebigkeit. Trotz momentaner Abkühlunx um 5 Grad blieb es noch schwül. Voraussage: Veränderliche Bewölkung. Gewitterneigung, Temperatur etwaS niedriger, zeitweise lebhafte westliche Winde. * Ankunft der Wiener Kinder in San Pelagio. Wie bereits gemeldet, wurden von der Gemeinde Wien 40 K i n d e r in die Anstalt in San Pelagio gesendet. Diese Kinder sind wohlbehalten dort augekomme», es hat sich kein Zwischenfall ereignet. * OesterreichischeS Kursbuch »nd Wiener Laschenfahrplan. In den nächsten Tagen erscheint die August-Ausgabe 1921 desOesterreichiscken KnrSbncheS, Esten-. bahn-, Kraftwagen- »nd Schiffahrtsverbindungen in der Republik Oesterreich, Restewege nach den bmachbcnrte» Gebieten, ofsizielle Ausgabe, herauSgegrben von der Postsektion im Bundes- Ministerium für Verkehrswesen. Preis X 90 inklusive TeummgSznschlagund Wien er Taschenfahrplan, kleine Ausgabe des österreichischen Kursbuches, Augnst-Ausgabe 1921, Preis X 40 inklusive Teuemngszuschlag. Zu beziehen durch jede Buchhandlung, Tabak-Trafik sowie durch den Verlag der StaatSdruckecei in Wien. * ArbeitSSefchaffnng für Ehalnzim. Da die Wegebauarbeit, für die weit über 2000 junge Arbeiter verpssichtet waren, nahezu abgeschlossen ist, beschäftigt sich die Zionistische Kommission in Palästina mit der Ausarbeitung eines PlaneS, der den freiwerdenden Chalnzim vornehmlich A ck e r baiarbeit geben soll. Die Arbritsbeschaffungsämter bemühm sich, dabei dm allgemeinen Siedlungsplänen der Zivmstische» Kommission entgegenzukommen und den Bap von Klein- Häusern zu unterstützen. (Z,ko.) * Tränengas als Polizeimittel. Die Polizei, hon Philadelphia machte erfolgreiche Versuche mit der Verwendung von Tränengas zur Vertreibung von Mensche« bei großen Aufläufen. * Einbruch bei einem Rabbiner. Gestern wurde bei dem Rabbiner Nuchim Friedmann, IX.. Nirßdorferstraße 14, eingebrochen. Gestohlen wurden zwei seidene KastanS, zwei Schlußröcke, zwei Ueberzirher. vier Hosen, vier Westen, ein GÄetmantel mit Silberkragen, eine Sabbat-Zobelmütze, firben Hemdm, sechs dunkle Krawatten und Wäsche, teilweise mtt dem Monogramm »kl. F.", zusammen K 400.000 wert. »Langfinger auf de» Straßenbahn. Wie «nvorstchtig das Publikum beim Verwahre» seiner Wertsachen in Straßenbabnzügen ist und wie betriebsam die Gaunerzunft dieses Unterlassen ausnützt, beweist «ine kmze llebersichl der in den letzten Tagen angezeigten Diebstähle in den Straßenbahnzüge». Es wurden gestohlen am 30. v. M. dem Wilhelm Eder in einem Zug der Linie „5" eine Brieftasche mit etwa X 6500 d u r ch A u ss chneiden der hinteren Hosentasche, dem ThomaS Klima am 9. d. M. eine goldene Uhr samt Panrerkette, K 30,000 wert, beim Südbahnhof dem Bernhard L e w r« am 30. v. M. eine goldene Uhr samt goldener Kette. X 10.000 wert, dem Joban» K o l l e r eine Geldbörse mit X 8000, in einem Zug der Linie „49" am 11. d. M. eine silberne schwere Tabatiere,, L 8000 wert, dem Franz Colloredo-Mannsfeld eine einfach gedeckte goldene Damenuhr mit Herrenkettr aus Gold, X 20.000 wert, auf der Praterstraße. am 10. d. M. eine Omegavhr mit schwarz-rot-goldenem Band, X 76.000 wert, dem Otto M Ü h l am 9. d. M. von der Alserstraße bis zum Versvrgungshaus eine goldene Schaffhanseneruhr. X 50.000 wert, am 13. d. W. dem Emil Nette! eine Brieftasche mit X 5000, am 12. d. M. von der Berggasse bis zur Bellaria eine goldene Dovvelmanteluhr mit „B" und kurzer Nickelgliederkette, am 12. d- M. dem Dr. Lev B u r g e r st e i n auf der Mariahilferstraße eine Brieftasche mit 2500 österreichischen und 800 ungarische» Kroum, dem Zahnarzt Dr. Alexander V i z z i eine goldene Gmfervhr unt Doppel* mantel und Stiesmütterchenguirlanden, am 13. d. M. dm» Karl P i e tz n e r von der Oper bis -ur Marolkanergaffe eme goldene Doppelmauieluhr, antik. Mt Monogramm »E. 8. X 20.000 wert, am 14. d. M. dem Ernst 8 e»t « e r, eine gerippte goldene Doppelmanteluhr mit einfacher goldener Gliederkette und Medaillon. X 20.000 wert, dem Pension,sten Benedikt C z i t a t am 12. d.M. in einem Zug der Lmre „5 eine goldene Dopvelmauteluhr mit goldgelbem Zkffervlait. goldener Kette und Georgstaler, X 20.000 Wert, a« 10. d. M. dem Johann M ü e r r ch. vom Prater bis Favonte» Md eine braune Ledertaschc mit phtographischem Apparat und Opernglas. X 30.000 wert, am 8. d. M. de» Dr. Hubert ffitun bet der Kagrauerbritcke.

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