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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-20 · Heft 891 (20.7.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 891 (20.7.1921)
Date
1921-07-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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* Gelle 6 : MV, WMvch * Giy WUtkranbe* HnnB» Gestern früh gegen 4 Uhr ah der Oberwachmann Entil Schrill vor dem Hause Nuöwrferstraße 2 einen zweifellos wutkranken, herrenlosen Hund ohne Maulkorb und Marke. Er zog den Säbel und tötete sen Hund. ' * Der Aanbanfall auf dem Währingergürtel. Auf die Ergreifung der Täler, di«, wie berichtet, am 1b. d. M. am bic Mittagsstunde in der Wyhnung des Kaufmannnes Jakpb I z r a e l auf dem Wähürigergmtel die Hausgehilfin Therese Tannin ger überfallen, gefefielt und geknebelt haben, um sodann die Wohnung zu plündern, ist eine Belohnung von K 4000 und von 10% des zustandegebrachten Gutes ausgesetzt. , * Eröffnung der Raform-FerialKmse an der Technisch-Gewerblichen Staatslehranstalt in Mödling. Sonntag den 17. d. M. fand im 99ctfein des Bundesministers rür Handel nnd Gewerbe Dr. E n g e r e r und der leitenden Funktionäre des gewerblichen Unterrichts: efforts sowie von Vertretern der Stadtgememde Mödling und gewerblicher Korporationen die feierliche Eröffnung der von Hofrar Ing. Karl i’l litt s ch, dem Direktor der Anstalt, geschaffenen Reform- Feri-rlkmse für die Lehrkräfte unserer gewerblichen Fortbildungsschulen stalt. * Eine Lehrfarm für jüdische Mädchen. Am 3. d. Mfand in S t a n l s l a u die feierliche Eröffnung der -von dem --akustischen Frauenverem „Rachela" gegründeten Leh rfarm für jüdische Mädchen statt, die sich zwei Kilometer außerhalb Stanislaus befindet und 23 Morgen bebauten Bodens umfaßt. * Theoretischer und praktischer elektrotechnische« Kurs. Das Gewerbeförderunasamt des Jüdischen Nattonalrates veranstaltet einen zehnmonattgen elektrotechnischen Kurs, der sowohl theoretische Vorlesungen, als auch praktische Nebungen im Versuchsraum und in der Jnstallationstechnik wwie Exkursionen umfaßen wild. Der Kurs beginnt am 1b. September. Anmeldungen werden im Albeitsnachweis, Wim, II„ ^.aborstraße 59, täglich von 9 bis 6 Uhr nachmittags mtgegengenommen. * Herzl Grab gang und Jaar Austria. Donnerstag den 21. d, M. um 7 Uhr nachmittags sinder im Lokale des Jüdischen Nalionalsonds eine wichtige Sitzung aller Nationalsondskommlssäre mit der Tagesordnung »Sammlung bei Herzl» Grabgang" statt. Alle Nauonalsondskommissäre werden um zuversichtliches und pünktliches Erscheinen gebeten. * Auf eine Mine anfgrfahren. Äus London wird berichtet: Der englische Dampfer «General Turner", mit Getreide und Vieh von der Donaumündung nach Rotterdam unterwegs, stieß auf eine Mine und sank. Die Bemannung konnte sich in Booten retten. * Eisenbahnkatastrophe in Surabaja. In Surabaja, Holländisch-Jndien, ereignete sich ein schwerer Eisenb a h n u n f a l l. Bisher werden fünf Tote gemeldet. * Vollversammlung der Gastwirtegenossenschaft. Freitag den 22. d. M., 3 Uhr nachmittags, sinder in den Phömxsälen, II., Prater 29. eine außeroroenitiche Vollversammlung e er Gastwirtcgeiiossenschaft statt, aus deren Tagesordnung das neue Lohnübereintoinmen und andere wichtige Gegenstände stehen. * Wiederaufnahme des Postpaketverkehres mit Australien, Neuseeland, Palästina und Syrien. Postvalrte werden nunmehr nach dem australischen Bunde (Neu-Süd- Wales mit den Inseln Norfolk und Lord Howe, Greenland, Südaustralien, Tasmanien und Westaustralien) Neuseeland mit den Inseln Cook, Langer (Pukafuka), Fanning. Manahsti, Palmerston (Avarua), Penrhyn (Tongareva), Rakaanga, Savgge (Niue) und Suwarow, ferner Palästina und Syrien wieder zugelassen. Wssster Vor Kemrin 6er Wiener Messe erscheint unser in Massenauflage und wird allen Besuchern der Messe zugesendet. Wiener.. MorgemeiKrng t§«tEac§ Alle n Firmen die in unseren Messe-Nummern annoncieren geben wir IW kostenfrei ein Inserat im „Messe-Führer“ 580 * Wer sucht, der findet, daß die Herrengarderoben nach Maß der Werkstätten Spitzer & Markus, 11., Hollanhstratze früher Slephaniestraße) Nr. 1 (nächst Slephaniebrücke) in jeder Hinsicht einzig in ihrem Genre'bei äußerst dilligenPreisen find. * Die Speditionsfirma Leo Wang, II., Ferdinandsstraßr 29, übernimmt zu den billigsten Torissätzen Transporte aller Art nach Rumänien per Schiff mit Umladung m GiurgrN und Galay sowie per Bahn mittels direkter Spezialzüge nach C z e r ii o w,r tz. _ v ' Verernsvachrichteu. Verein der Hörerschaf1 be8 jüdischen Pädagogiums. .Donnerstag, 7 Uhr abends. Aussprache mit Dr. Bernfeld. — , Hirachdnth HayoelHazarr nnd Zeirei Zion, U., Glockengaffe 30. Heute um 727 Uhr findet im Vereivslokale, U., Glockengasse 30, eine Versammlung statt, bei welcher Dr. Tart ak o w er über die Sitzung des Aktionskomitcesin Prag referieren wird- Eintritt nur gegen Vorweisung vyn Mitgliederlegiljmationen. Mitgliedes die noch nicht im Besitze von Legitimationen sind, bekommen solche eine Stunde vor Beginn der Versammlung. — D i e nationaljüdts ch e. Jugend g r upp e Hietzing wird reorganisiert, worauf sie alle Grsinnungsaenossen und Freunde aufmerksam macht. Schriftliche Anfragen an «tuä. mg. Leopold Jaslow'.tz. Wien, XNl. — Zionistische Bezirkssekttvn XX. Das Vereinslokal befindet'sich im neurenovrerten Lokal des Cass Magnet, U., Gaußplatz 2. Zusammenkunft jeden Mittwoch und Samstag, 8 uhr abends. _ Komnmnales. Wiener Gemeinderat. In bfr gestrigen Sitzung referierte Gemeinderat Speiser über die Regelung der Bezüge der städtischen Angestellten. Ec führt? unter anderem aus: ^Obwohl der Gemeinderat erst am H . März 1921 eine durchgreifende Regelung der Bezüge der Verwaltungsangestellten der Gemeinde vorgenommen hat, ergibt sich abermals die Notwendigkeit, in dem Prozeße der Angleichun 8 der Bezüge der öffentlichen Angestellten an die behelligen Geldverhältnisse einen Schritt vorwärts zu tun. Der derzeitige Zustand könne weder die Gemeinde noch ihre Angestellten befriedigen uliü beide werden es begrüßen, wenn der Beitrag des Bundes zum Personalaufwand durch eme entsprechende Zuweisung von Abgaben an die Gemeinde ersetzt wird. Der Verband der städtischen Angestellten hat die Eülarung abgegeben, daß er sich der Besoldungsreform des Bundes nicht anschließen kann. Die Gemeinde hatte sich die Möglichkeit offen gelassen, eine andere Regelung zu finden, dir den Wünschen der Angestellten mindestens ebenso entspricht wie die Besoldungsreform des Bundes. Der Referent besprach die Einzelheiten der Forderungen des Verbandes der städtischen Verwaltungsdeamten uud die darüber geführten Verhandlungen. Zur Frage der Bedeckung führte der Referent aus, daß die Gemeinde sich Vorbehalten muß. den auf sie entfallenden Anteil an dm Zuwendungen in Hinkunft durch Steuern z u b ed e ck en. Durch das neue Fiuanfgesetz soll der Bund für Wien 70"/, des Get'amtpersonalaufwandes für die Aktiven, , und überdies £0% zum Gesamt aufm and e für die Pensionisten beitragen. Gemeinderat Rnmmelhardt (christlichsozial) beantfcigt einige Aenderungen der Vorlage und erklärt, seine Partei werde für die Vorlage stimmen, obgleich sie daran scharfe Kritik üben müsse, daß die Christlichsozialen nicht zu dm Vorberatungen herangezogen wurden. ■ Die gleiche Erklärung gibt der deutschnationale Gemeinderat E r n t n e r ab. Bei der Abstimmung wird der Vorlage einstimmig die Genehmigung erteilt. ’ . Die Ernährung. Der Marktbericht. Abbröckeln der Preise. Die Verlegung der dreimal in der Woche abgehaltenm Märkte von Kaiser-Ebersdorf auf den Heumarkl bat in der vergangenen Nacht zu einem Streik eines Teiles der Gärtner aus der Umgebung Wiens geführt, die sogar nnt An-. Wendung von Gewaltmitteln die Beschickung der Märkte zu verhindern suchten. Gestern hatte dieser Streik, der teilweise durchgeführt wurde, noch keinen Ausfall von Gemüse ans den Märkten zur Folge, im Gegenteil die Märkte warm überfüllt und man hatte allenthalben Mühe, die von auswärts emgelangten .Waren unterzubruigm. Trotzdem befürchtet man bei längerem Andauern des Stceils eine Bedrohung der Approvisiomerung Wiens und ist deshalb entschlossen, gegen die Streikenden mit den schärfsten gesetzlichen Mitteln vorzugehen, welche vorsehen, daß nach derPreist r e i b r r e r v e r o r d n u n g alle diejenigen, welche Verkäufer vom Besuche des Marktes abznhalten suchen, mit Arreststrafen belegt werden. Die außerordentlich gute Beschickung des Marktes, der trotz des Gärlnerstreiks von 85 Gärtnern besucht .war und große Zufuhren an feldmäßig gebautem Gemüse aufzuweisen hatte, bewirkte ein Abbröckeln, der Preise mr die meisten Gattungen, Die Obstzufuhren beliefen sich auf 80 Waggons Obst, besonders stark waren blaue Pflaumen aus Ungarn vertreten, was .einen, förmlichen Preissturz zur Folge batte, indem von gestern auf heute die Engros-Ppeise von X 25 8v auf X 20 per Kilogramm zurückgrngen. Der Verkehr m der Groß Markthalle hielt sich in bescheidenen Grenzen. Rindfleisch verbilligte sich um X 5 per Kilogramm im Engros-Vepkehr, die Detailpreise betrugen X HO bis 220. Dagegen verteuerten sich Kälber um X 20 per Kilogramm im Großeinkauf, die Detailpreise blieben unverändert. Eier finden zum Stückpreise von & 10.50 bis 1150 nur spärlichen Absatz. __ Revision in Böckereibetrieben. An drei Tagen der abgelaufenen Woche wurden 567 Bäckereibetriebe .^on Organen des Kriegswucheramtes revidiert, um die Einhaltung der die Erzeugung von E i n h e i t s g e b ä ck betreffenden Vorschriften zu kontrollieren. In 526 Betrieben wurde kein Anstand wahrgenommen. Bezüglich der restlichen Betrübe . wurde, die Amtsmdlaa g wegen Erzeugung von Kleingebäck, Verkaufes von 20. IM W21 Nr. 891 mmdergewichtlgen Wecken, wegen unterlassener Preisanschreibuna, wegen mangelhafter Führung der Kundenliste und dergleichen eingeleitet. Hiebei wurden 2861 Stück Gebäck beschlagnahmt. „Woja". Wirtschaftliche Organisation jüdische« Angestellter. Anmeldungen für die am 1. August 1921 zur Wiederöffnung gelangenden Mittelstandsküchen Roffauerkasernr und Griechengaffe werden in der Kanzlei,!X., Roffauerkaferne (Eingang Schlickplatz 4) entgegenaenommen und zwar: Für Teilnehmer von 1 bis R hmte Mittwoch den 20. d. M.,für Teilnehmer von 8 bis Z Donnerstag den 21. d. M. und für alle, welche eine zeitgerechte Anmeldung versämt haben, Freitag den 88. d. M; von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 8 bis 6 Uhr nachmittags. Bohne» sür Mindestbemittette. In der 170. Aktsyns» woche erhalten die Besitzer von rosafarbigen Einkaufschemen für Wohlfahrtsfleisch per Person V? kg Bohnen zum Preise yon r2’«? Segen Abtrennung des Abschnittes „10" in den Geschäften der Großschlächterer an folgenden Tagen: Freitag den 22. d. M. für A big F, Dienstag den 26. für 6 -iS X, Freitag dm 29. für 1 bis U und Dienstag den 2. August für 8 bis Z. Freie Jüdische Volksbühne Ensembie-Gagtspiel in 4er Neuen Wiener »filme Smr: Des* Unbekannte Drama in 4 Akten von Qordfn. I Bühne tmh Kunst. Neue Wiener Bühne. (Gastspiel der Fr eien jüdis ch en B olks b üh n e''. Die Freie jüdische Volksbühne ist aus der Josefstadt in, daS Theater in der Wasagaffe zu einem halbmonatlichen GasispiA überfiedelt. Der Erfolg ist ihr auch an der Neuen Wiener Bühne treu geblieben. Hier wurde nebst den schon von den früheren' Gastspielen her bekannten Stücken Gordins Schauspiel „Der Unbekannte" dem Gastspielplan einverleibt. Das Stück, welches die Begriffe Liebe und Tod in etwas naiver Form in Gegensatzverbindung bringt, ist hier in ausführlicher Besprechung bereits gewürdigt worden. Seine Aufführung durch das Ensemble der „Volksbühne" hat an Einheitlichkeit noch gewonnen. Ben-Zwi gibt dem brutalm Egoisten Korschinsky überaus interessante virtuose Züge. Seinen Gegenspieler Bernhard bringt Herr Deutsch mit seinem Sinn für Halbtöne und s<^webende Stimmungen gut zur Geltung. Die reinste darstellerische Gestaltung ist aber die der buckligen Berta durch Frau Weintranb-Graf welche in diesem Stücke wirklich menschliches gibt. Reben diesen bic* Hauptfiguren bestehen Herrn Brechers schlagflüffiger Aschkenast (mit klinischer Echtheitsmarke), Frau Jungwirth und Fräulein Körner, die letztere mit Nachsicht der Leiden" schaft in Ehren. Herzerfrcucnd wie stets Frau Deutsch als Fiau des vertrackten Räsoünenrs Schlojme Hutz. Else Lehmann hat hier eine gleichwertige Kollegin. Den Schlojme Hutz gab zum ersten Male Herr Striso w er. Er gab ein gescheit zusammengestelltes Mosaik aus allerhand Darstellernuancen dieser Figur. Erheiternd, aber mit wenig eigenem Humor. Immerhin war's etwas. — Daß Publikum nahm das Stück und die trefflich nrinandergreifende Darstellung mit starkem Beifall auf. " i ’ ' - - ■ Aus den Theatern. . An den Kammerfpielen des Deutschen Volks-i theaters spielen ab 22. d. M. in der Nachtvorstellung um 10 Uhr abends in dem Dramolett „Simulation" Ludwig H a r t a u vom Berliner Staaisiheater und Marietta,O l l h. In dem Schwank „D i eH och ze i t s re i se" spielt Herr Ernst Wurmser vom Berliner Lessing-Theater die mciwttichr Hauptrolle. Um 7 Uhr gelangt allabendlich der Schwank. „D c x F l oh im Ohr" zur Aufführung. B ü r g'e r t h-e a t e r. Am Wiener Bürgertheäter gelangt allabendlich, 7,8 uhr, „Die Hölle von Borbalo" mit Maueiia Ollh vom Deutschen Volkstheater. Ludwig Härtau, Heinz Salfner vom Berliner Siaatsthcatee und Oskar. Sima,'vom Deutschen BolkStheater in den Hauptrollen zur Aufführung. . In der im M e t r o v o l - T h e a t e r am Freitag den 22, h. M.. stattfindenden Erstaufführung der GesangSpoffe „Die Prinzessin vom Nil"- wird Herr Karl Forest als Gast, die konli^?: Hauptrolle kreieren. Der Komponist Viktor Holländer wird diese Vorstellung persönlich dirigieren. " Dip Unsterblichen Englands. Eine Londoner Wochenschrift hat unter ihren tzesern eine Umfrage veranstaltet, Nm festzustellen. wel^e vierzig britischen Schriftsteller in Betracht kämen,l wenn man in . England ein Institut wie die Academie Franoaise begründen würde, deren Mitglieder bekanntlich die-Unstervlichtn heißen. Aus der a-oßm Zahl von Antworten ergibt sich eme Merkwürdige Reihenfolge. An erster Stelle.steht Thomas H a r d y.^ Die Nächsten fünf Unsterblichen stnd Rudyard K i v l i n g/ t, G. Wells, I. M. Barrie, Bernard Shaw, Chestertons eachtenswert ist dabei, daß der ,m Auslande berühmteste britische Dichter Shaw erst an fünfter Stelle steht. An neunter Stelle stebt Gglsworthh. Dann folgen britische Lokalgrößen, wie Masefield, Quiller-Couch, Drinkwater, Er V. Lucas, Robert Büdgeß. Hilaire Belloc, Erst dann erscheinen Spitzen der englischen WtssrnsÄalt: Lord Morley. Edmund Gosse, Lord Brice. Der iruche Dichter W. B. Peats steht an 18., Conan Doyle an 20. Stelle; an 26/ der'Vielschreiber Rioer Haggard, an 37. der in England biegen seiner dem englischen Volkscharakter widersprechenden Besonderhert wenig beachtete George Moore. Der Altphilologe Gilbert.Murray steht, an 35,, der Shakespeareforscher Sidney Lre an 29. Stelle. GerLchtssaal. Zu wLnig bedingte Verurteilungen. Bei der Prüfung von Gnadengesuchen glaubt daS BündeSm'misterium für Justiz, wie in einem Erlasse an die Gerichtsstellen vekanntgegeben wird, wahrgcnommen zu haben, daß manche Gerichte von der bedingten Verurteilung einen allzu rückhaltenden Gebrauch machen. Die Oberstaatsanwaltschaft wird daher ersucht, die Staatsanwaltschaften anzuweisen, in geeigneten Fällen die Gerichte selbst auf die Zweckmäßigkeit einer bedingten Berurteiluug auf-' merksam zu machen, zugleich aber auch dafür zu sorgen, haß die gesetzlichen Bürgschaften gegen eine' mechanische Aenderung dieser Rechtseinrichtung nicht außeracht gelassen und die Aufführung der bedingt Verurteilten in der Probezeit und die Beobachtung der chncn 337555

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