Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 891 (20.7.1921)
- Date
- 1921-07-20
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 891 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitung 20. Juli 1921 Seite 7 erteilten Weisungen ausreichend überwacht weiden. Im Verfahren vor den Bezirksgerichten wird sich c'n solcher Vorgang nur dort empfehlen, wo vom staatsanwaltschastlichen Funktionär das nötige Verständnis erwartet werden darf. Sport. Eine neuerliche Niederlage Rapids. Man muß es kurzweg feß stellen: ruhmreich vertritt de« S. C. Navid den österreichischen Sport in Holland nicht. Die Drahtnachricht weiß von einer neuerlichen Niedrrloge der Hlltteldorfer, diesmal gar gegen den Provinzklub Be Quick, Groningen, zu berichten. Die Holländer siegten 3:2 (1:1). Man darf auf auS'übrliche Berichte gespannt sein. Der W- A. F konnte auf seiner Deutschlandsreise auch das zweite Wettspiel siegreich beenden. Er fertigte den Essener B. V. mit 4:2 ab. _ Der holländische Meister in Prag. Der holländische Muster, der N. A. C. Breda, wurde Sonntag in Prag von der Slavi i 2 :0 geschlagen. Breda selbst besiegte m der Meisterschaft den Rapid-Brzwingrr Blouw Witr 4:1 und 3: 0. MaKKabi, Mährisch-Ostrau, erlitt durch den Sportklub Slovan aus Wien mit 1:5 eine überraschend hohe Niederlage. Bom jüdischen Fußhallverband in der Tschecho- Slvwakei. Die außerordentliche Tagung des jüdischen Fußball- Verbandes in der tsckecko-slowakrschen Republik, die anläßlich des jüdischen Turn- und Sportfestes m Brünn am 8. und 4. d. M. tagte, war seitens der Verbandsvereine äußerordentlich gut besucht. (Es waren 35 Svorivereine vcrlrc'en.) Mit Stickmeneinhelligkeit wurde nach längerer Debatte der Eintritt in die tschechv-slowakische Fußball-Affoziation beschlossen, der Tätigkeitsbelicht nach stellenweise äußerstheftiger Debatte (man warf der Berbandsleitung Mangelnde Energie gegenüber den widerspenstigen Vereinen mit Reckt vor) zur Kenntnis genomnien und der Verbandsleitung. speziell über dem Verbandsvräsidenien Herrn Ingenieur Kankinski der Dank für ihre unter den schwierigsten Umständen geleistete Arbeit ausgesprochen. Der Volkswirt. Gestempelte Krone « —.80 Centime .5, Auszahlung Wien ----- —.80 Centimes. In Zürich notierte: die österreichische Krone .... —.80 (—.80 am 18. Juli) die vsterr. gestempelte Krone. . —.80 (—.80 am 18. Julft die tschechische Krone ..... 7.75 ( 7.92 am 18. Julis die Mark. 7.80 ( 7.97-/, am 18 Juw Agram 3.75 ( 3.90 am 18 Juli) Bukarest .......... 8.35 ( 8 65 am 18 Juli) Budapest .......... 1.80 ( 1.85 am 18. Juli) Warschau — 38 (—.33 am 18. Juli) Rekordhausse der Valutenkurse. Auszahlung Rew-Dork 835 30, Dollarnoten 829. Infolge des andauernd niedrigen Standes der Krone m Zürich haben die Kurse in ausländischen Zahlungsmitteln hier neuerliche Rekordhöhen,erreicht, besonders Auszahlung Neyi-York, die sich ans 835.50 erhöhte; Dollarnoten schlossen mit ,829. Die große Steigerung ist in der Hauptsache auf die Inanspruchnahme der Dollar für die deutschen Reparationen zurückzusühren. P f u n d n o t e n erreichten 8965, tschechische Kronen 1068 50, Mark 1078, dagegen ermäßigten sich volnischeMarkauf 40.50. Die Folgen dieser geradezu katastrophalen Hausse sind für unsere Wirtschaft unabsehbar. Die ausländische Kredithilfe ist dringender denn je. Nachstehend die Schlußkurse: Amsterdam 26 375.— Geld. 26.475.— Ware (gegen 18. Juli 25.400 - Geld. 25.500— Ware), Agram 513.-. 517- (501.-, 505.-', Belgrad 2050 - 2070.- (2002- 2022.-), Berlin 107060. 1076.50 (1049.—, 4055.—), Brüssel 6330.-, 6370.— 6080 - 6120.-). Budapest 253.—, 256.— (243.—, 246.—), Bukarest 1137 50. 1147.50 (1130.-, 1130.-), Christiania —(10.525.—, 10.575.—), Kopenhagen 12.850.—, 12.900.— (12 425.-, 12,475.-), London 2987.50, 3007.50 (2890.—, 2910.-), Mailand unr Triest 8690.—, 3710.- (3615.-, 3635.-), New'Wrk 836.50, 839.50 (806.-, 810.-), Paris 6442.50, 6482.50 ( 6205.-. 6245.-), Prag 106850, 1674.75 U08i:-. 1037.-), Sofia 750.-, 760.- (687.50 697.50), Stockholm 17.170.-, 17.280 - (-.-. ), Warschau und Krakau 42.-. 44.- '46 50 4850), Zürich 13.662.50, 18.712.50 (18.176.—, 13 225.-). Madrid —.--), Dollarnoten 829.—. 838.— (800.— 804.-), Belgische Noten 6300.-. 6840.- (6060.—, 6100.-), Bulgarische Noten 735.—, 745.— <675.-—, 685.—), Dänische Noten 12775.-, 12.825.- '12.275.-. 12.335.-). deutsche Marknoten 1073.—, 1079.— (1052.50, 1058.50). englische Noten 2965.—, 2985,- (2880.-, 2900.-), französische Noten 6430.-, 6470.—, (6160 - 6200-), holländische Noten 26.800.-, 36 400.- (25.900.-. 25400.-), italienische Noten 3665.-. 3685.«. (8577.50, 8597.50), unabgestempelte jugoslawische Noten 3030.-. 2050.- <1993.—, 2013.-). norwegische' Noten —. (10.425.-, 10.475.—), polnische Marknoten 40-50, 42.50 (44.75, 46.75.), Rumänische Ndten 1130.-, 1140.- U110.-, Il80.—), Russische (Rom.) ——. —. —.—), Schwedische Noten 17.120.-. 17.180.- (16.720.-, 16.780.-), SchweizerNoten 19«00--, 13.650.- (18.125.-.13.17S.-), tschechoslowakische Noten —(1046.—, 1059.—), ungarische Noten neuer Emission 253—, 265.— (243.—, 246.—), Spanische Noten 10.560.—, 10.640,— , —.—). Der Wiener Warenmarkt. Die Lage des Warenmarktes ist im allgemeinen eine trist«. So schafft vor allem die Einführung der 26°/»,gen Exportsteuer in Deutschland jener Kaufmannschaft ein* Ungewißheit hinsichtlich der Entwicklung des Geschäftes, die au§ r>en Handel mit deutscher Ware vorwiegend eingestellt ist. WeiterS fällt die mit dem 1. d. M. eingetretene enorme Erhöhung der Bahnfrachtgebüh ren ins Kallül. Nach der von fachmännischer S rite au'gestellten Berechnung kostet beispielsweise die Bahnftachtgcbithr für einen WaggonHolz (Schnittmaterial)ab Salzburger Statio« allein K 12.000 kns K 14.000, einen Betrag, für welchen man in der V o r t r i e g s z e i t, wieHolzfachleute erklären, 15 bis 18 Waggon Holz samt Bahnirackt bczehen konnte. Jetzt, nachdem der Holzexport in erschreckender Weise nachgelassen bat; wo von einer B a u t ä t i g k e i t keine Spur ist und sich in olge dieser Erscheinungen auf den auswärtigen Holzplätzen ungeheure Holzmassen angesammelt hatten, kamen die Hol-eigner zur Erkenntnis, daß Preisnachlässe die Kauflust des Händlers heben könnten. Diese „Preisnachläße", welche sich natürlich in (ehr bescheidener Grenze bewegen, dürften aber kaum die Kauflust des Holzhandels in einem solchen Maße heben, daß. die Holzeigner ihrer Holzbestände loswerden. Auch ans dem Ledermarkte ist seit langem nichts von einem Geschälte zu bemerken, durch die lebhafte .Stimmung und Aufwärlsbewegung in Deutschland erfuhren auch hier die Lkderpreise eine Erhöhung. Eine Neigung zu Preiskonzessionen bestand auf Seite der Eigner nicht., demnach übten die Händler ,m Einkauf zu erhöhten Preisen auch die größte Zurückhaltung. Häute und Felle hatten in letzter Zeck ebenfalls Aufschläge -»verzeichnen. In der Schuhindustrie hat die Beschäftigung scheinbar im Hinblick auf die vorgerückte Saison ziemlich nachgelaffen. Die erhöhten Leder-» und sonstigen Materialpräse und die neuerlichen Lohnerhöhungen brachten eine mäßige Steigerung der Preise mit sich. Schließlich hat auch der mehrwöchentliche Streik in der Galanteneschuhwarenbranche das Schuhgeschäft ungünstig beeinflußt. Auf dem Lebens mittel markte der Warenbörse war im letzten Monate nur für Reis Md Kaffee, welche im Preise fest waren, besonders stcnke Nachfrage. Wohl war auch für Kondensmilch und Tee ziemliches Interesse; Gewürze wurden gänzlich vernachlässigt. Greifbarer Reis heuriger Ernte war nicht vorhanden. Mit Jntereffe sieht man der Eröffnung der neuen Räume der Warenbörse entgegen. Man hofft, daß sich die Wiener Warenbörse bereits zum H e r b st b e g i n n m ihrem nrugeschaffenen repiäsentativen Rahmen zeigen wird können. Die Verhandlungen über die Sitzverlegung der Länderbank. Wir erhalten das folgende Kommuniqus; Der Berwaltungsrat der Oesterreichischen Länderbank ist gestern zu emer Sitzung zuftimmmoetreten, m welcher Generaldirektor Rotier eine zusammenhängende Darstellung der wegen der geplanten Sitzverlegung der Läuderbank seit Monaten in Paris und London gepflogenen Verhandlungen gab. Der Verwaltunqsrat nahm diese Darlegungen zur Kenntnis und benutzte diesen Anlaß, um d:m Generaldirektor R o t t e r seinen Dank und seine v v l l st r A n e r k e n n u n g für die bisher dem Institute geleisteten Dienste zum Ausdruck zu bringen. Der Verwaltungsrat einigte sich in der Kundgebung., daß die Lüftungen des Generaldirektors Rotier speziell in bezug auf die geplante Reorganisation der Länderbank ganz außerordentlich große seien und daß die bisher vornehmlich im Auslände erreichten Resnltate m erster Linie den kommerziellen und finanziellen' Qualitäten des Genannten, sowie seiner Energie und seinem Pflichtbewußtsein zuzuschreibrn keren. Der Verwaltungsrat gab weiters der Ueberzeugung Ausdruck, daß eS dem Generaldirektor Rotier sicherlich gelingen werde, die noch schwebenden Verhandlungen zu einem für das Institut gedeihlichen Abschluffe zu bringen. Italien und der Balkan. Nach dem Kriege hatte Italien hauptsächlich zwei wirtschastliche Probleme z« lösen: Die Verbesserung seiner Handelsbilanz, die im Frieden passiv gewesen war, und die Erschließung neuer Ziele für die italienischen Auswanderer, deren Geldsendungen ins Mutterland früher die üblen Wirkungen der passiven Handelsbilanz im Staatshaushalt paralysiert hatten. Für beide Zwecke hat Italien den Balkan, besonders Rumänien, in Aussicht genommen^ Dorthin will man den Auswandererstrom lenken, dem Amerika durch Valuta- und sonstige Schwierigkeiten derzeit versperrt ist, und sucht deshalb auch das italienische Kapital für die Förderung der rumänischen Industrie zu interessieren, damit das Land für fremde Arbeiter »nd Techniker aufnahmsfähig wird. Was den Balkan als Warenmarkt betriffk, so steht Italiens Werbuttg im Zeichen harter; Kampfes gegen eine Konkurrenz, die teils der Vergangenbeil, teils der Zukunft angehört. Auf der einen Seite ist auf dem Balkan noch die Erinnerung an die guten Waren österreichischer nnd deutscher Konvenienz lebendig, deren Qualität von der rückständigen italienischen Industrie nicht erreicht werden kann, ans der anderen Seite gilt es dem gefährlichen Wettbewerb mit England und Frankreich zuvorzukommen. Dieser Zwang hat die italienischen Kauflrute zu überstürzte» Abschlüssen getrieben, die sich'jetzt infolge der eingetretenen Preisschwanken sehr empfindlich rächen. Dazu kommen die Verluste, die der italienische Zitronen- und Orangenhandel infolge der desolaten Verkehrsverhältmffe in Rumänien erleidet, da dje leicht verderbliche Ware dem dort Üblichen laugen Lagern in verstopften Eisenbahnstationen nicht gewachsen ist. Obwohl aber die Italiener bisher von diesen neuen Handelsbeziehungen mehr Schaden als Nutzen davongetragrn haben, machen sie alle Anstrengungen, um diese Beziehunge» festzuhalten und z» stärken. So haben sie für diese Zwecke eine eigene Bank, die Banca Commrrciale Mit einem Aktienkapital von 50 Millionen Lei gegründet, deren Anfangserfolge ihnen für die Zukunft gute Chancen zu bieten scheinen. Baron Edmvnd de Rothschild hegt auch großes Jnteress« für die Parfitwerieindusirie und entsandte zu diesem Zweck H e i f e tz. einen bekannten Clumiker, nach Palästina, um dort die entsprechenden Studien vorzunehmen. Dieter kam zur Arber« zeugung, daß dieser Industriezweig in Palästina eine große Zu» kunft verspricht «nd beschloß in S ch u n i, in der Nähe vou Sichron-Jakob und vielleicht auch in Petach-Tikwah eine Par« fümeriefabrik zu gründen. Diese Fabriken werden von eine» besonderen Aktiengesellschaft gegründet werden, die zu einem festgesetzten Preise von den Bauern die Pflanzenblüten erstehen, welche Pflanzen die Kolonisten nach besonderer Anordnung züchten sollen. Auch verschiedene neue landwirtschaftliche Pläne sollen mit Baron Rothschilds Hilfe ihrer Verwirklichung entgegeusehen. ' / Die Wiener Kammer, und die Regelung der Borkriegsschulden. In der letzten Vollversammlung der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie machte der Vorsitzende Blzv» Präsident Vinzl Mitteilung über den derzeitigen Stand der Regelung der Vorkriegsschulden. Die Kammer hat gemeinsam mit den übrigen österreichischen Handelskammern und den wirtschaftlichen Korporationen. den Versuch unternommen, noch in letzter Stunde eme V e r b e s s e r u n g der in den Nationalrat eingebrachten Regierungsvorlage zu erreichm. Diesem Versuche warm einigen wichtigeren Punkten, insbesondere hinsichtlich derB e ttragSlerftung bei Valutaschnldender Kaufmannschaft und soweit es sich um die sogenannten schweren Valuten bändelt, ein bescheidener Erfolg vergönnt. Es war außerordentlich wichtig, daß die Vorlage noch jetzt vor den Sommerferien verabschiedet werde, da sonst die ringeleiteten Verhandlungen über, gütliche Ausgleiche mit englischen und französischen Gläubigern arg gefährdet worden wären. So unerwünscht es nun ist, daß das Gesetz mit so außerordentlicher Eile parlamentarisch behandelt werden mußte, da es unter anderen Umständen vielleicht doch möglich gewesen wäre, erne stärkere Berücksichtigung der schwer betroffenen Schuldner durchzusetzen, muß doch anerkannt werden, daß das Gesetz Mmindrst die Unterlage bilden kann für die endliche Ordnung der zahlreich«» schwebenden Verbindlichkeiten aus der Vorkriegszeit. Begebung von Schatzscheinen. Der Absatz der seit 1. Februar l. I. ausgegebenen Serie 1921—1 der 6°/»igen, sechsjährigen österreichischen Staatsschatzscheine vom 1. Jänner l. I. mit Zinsenfälligke't am 1. Jänner und. 1.. Juli gestaltet sich fortgesetzt sehr lebhaft. Seit Beginn der Ausgabe dieser Serie btt 6%iöett österreichischen Schatzscheine konnte der ansehnliche Betrag von drei Milliarden abgesetzt werden- Dieses Ergebnis darf gewiß als ein sehr beachtenswerter Erfolg verzeichnet werden, als ein Beweis, daß in weiten Kapitalisten- und Sparerkreisen des In- und Auslandes Vertrauen in diese Anleihe herrscht und daß die Einsicht immer mehr Platz greift, wie. unangebracht es ist, freiliegende Gelder zinslos auszubewahren. Es ist sowohl das wiedererstarkende Vertrauen zum Staatskredite als auch, das hohe Erträgnis dieses Papiers, sowie seine anderen Bedingungen, welche wichen Anklang im Publikum finden. Niederösterreichische Eskompte-Gefellschaft. Aus Grund der dem Verwaltungsrate in der 68. ordentlichen Generalversammlung der Aktionäre vom 4. Mai 1921 erteilten Ermächtigung. den Zeitpunkt und die Modalitäten der Ausgabe von insgesamt 250.000 Stück Aktien ä Nominale & 400, mit Dividenvlnverecyngung av 1. warmer 1921, rai eigenen Wlrmngsirene m bestimmen, wurden in der Zeit vom 6. bis 20. Mai 1921 125.000 Stück Aktien den bisherigen Aktionären der Niederösterreichischen Eskompte-Gesellschaft zum Bezüge angeboten. Nunmehr wurden zwecks Herstellung »ntimer Geschäftsverbindung zurBanquede Bruxelles ,m Brüssel und deren finanziellem und industriellem Konzern die restlichen Aktien diesem Institut überlaffen. KeineAushebung der Einfuhrverbote iuRumänien. Das Handelsmuseum teilt mit, daß die Gerüchte über eine Aufhebung der Einfuhrverbote in Rumänien im Zusammenhänge mit der Einführung des neuen Zolltarifes nicht den Tatsachen entsprechen. Die Einfuhrverbote bleiben vielmehr, wie dem Handelsmuseum aus Bukarest telegraphiert wird, unverändert in Kraft. Chemische Fabrik „Clothilde". Der Budapester Korrespondent der Prager »Tribuna" erfährt, daß die chechisch « Fabrik „Cl 0 1 hilde" beabsichtigt, ihr EtabliffeMnt in Nagybobcsko in eine tschechische Aktiengesellschaft umzuwandeln. Das Grundkapital soll 20 Million« tschechisch« Kronen betragen. Bom tschechischen Ledermarkt. Dir Prager Fachzeitschrift „KMq ausnfi" meldet: Dir Preise haben keinerlei Schwankungen aufzuweifen und halten sich seit mehreren Wochen stets ungefähr auf gleicher Höhe. Bemerkenswert ist, daß die Schuhfabrckation,. die gut mit Aufträgen für den Herbst versorgt ist, stark in den Mark einzugreisen beginnt und demzufolge ist ein viel stärkeres Geschäft zu verzeichnen, als in sonstigen Jahren im Juli. Lohrücken ft» guten Qualitäten beginnen knapp zu werden nnd auch in Brandsohlenleder.besonderS in dünnen Avern, beginnt sich ein fühlbarer Mangel zu zeigen. Zusammenschluß der gesamte« Maraarineindustrie Deutschlands — Auflösung der Kriegsorganifativn. In Berlin wurde ein Spitzenverband unter dem Namen „Margarineverband E. V." gemündet. Der Verband soll ' nurtmehr die alleinige Vertretung der deutschen Margarine- «nd Künstspeisefettindustrie nach außen bilden und die Wahrnehmung und Förderung aller gemeinsamen Interessen dieses Industriezweiges zum Zweck haben. Er ist aufgebaut auf dem Grundsatz der Gleichberechtigung zwischen den Konzernen van der Bergh nnd Jürgens & Prinzen einerseits und den übrigen deutschen Margarine- und Kunstspeisefetlsabriken andererseits. Geschäftsstelle; Berlin. Im Anschluß an die Gründung des neuen Margarineverbandes wurde die Liquidation des Margarineverbandes. G. mh. H-, der Kriegsorganisatlon, beschlossen. Die Industrieförderung in Palästina. Die «ZüricherPreßzentr-le* meldet au8 Haifa, daß uuter der Aeglde des Barons Edmvnd de R 0 f h s ch i l d eine Aktiengesellschaft mit fünf Millionen Francs für die Gründung von Mühlen gebildet wurde, die auch für den Export arbeiten sollen. An der Spitze dieser Gesellschaft „Sociötö des grands moulins de Palestine" stehen erstklassige Fachleute, so der nichtjüdische Ingenieur S ch n i ck aus Deutschland, und die Juden David (Deutschland) und Schiller (Elsaß). Die Gesellschaft hat von der Alliance m der Nähe der Eisenbahnstation einen entsprechenden Platz in Haifa erworben und soll der Mühleniau in einige» Woche» iu Angriff genouMe» werden. Wiener Börse. Die gestrige Börse stand unter dem Eindruck der Hausse auf dem Valulenmarkt und das Interesse konzentrierte sich auf Papiere mit valutarischem Charakter. In Alpinen-, Staatsbahn- und Südbahn-Prioritäten kam es zu lebhaften Umsätzen, auch Lombarden schloße» höher. Bon Schrankenwerten wäre» besonders Petcoleumeffekten begehrt. Ebenso waren Simmeringer Maschinenfabrik und Dampfschiff gefragt. Von den Bank-Aktien zeigten vornehmlich Anglobank und Ungar. Kredit Erhöhungen. Als die bedeutendsten Avancen sind Schöllet Zucker mit K 500, Galizia mit K 750, Nordbahn mit K 830 und Prager Eisen mit K 1050 hcrvorzuhcben. Oeftcr. 'Jicnien nolic.lcu 1 bis2'/r.°/<> höhei.ungar- Godrcnte büßte 5*L cm. Auf Gerückte bin -reckte -sich, wieder h\t