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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-19 · Heft 890 (19.7.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 890 (19.7.1921)
Date
1921-07-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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fCl. MV SCTfR, Drensras! II r 1 .— .. -- Tagesbericht. Internationale Konferenz für Ktnderfürforge.' Die Gesellschaft der Freunde hatte eine internationale Konserenz für Kinderfürsorge nach Wien einberufen mit der Tagesordnung : Ein internationaler Ausblick auf die Jugendfürsorge- »rbeit. Der Einladung waren Vertreterinnen der hervorragendsten Kinderfürsorge-Organisationen gefolgt. Unter diesen befinden sich' Die englische Friends Relief Mission, das schweizerische Comiti International de Secours aux enfants, das dänische International Council of Womens, die amerikanische League of Red Cross Societes,, mehrere denlfche und sämtliche österreichische Jngendsürsorge-Organisationeu. Die Konferenz behändeste nicht die vorübergehende Hilfsaktion ausländiicher Missionen, sondern das bestehende Kinderwohlfahrtswerk der Jugendfürsorge. Miß E o u r t n a h erörterte den Zweck der Konferenz. Das Hilsswerk, das in den. notleidenden Difirikien fortgeiührt wird, ist nicht nur von dem Wunsche zu helfen und dem Mitleid der Völker beseelt, sondern es macht sich immer stärker ein anderer Faktor fühlbar: Der Wunsch, internationale Freundschaft und Verständigung zu pflegen und zu fördern. Da gibt es zwischen alle» Nationen rin gememsames Band, welches für alle von der größten Bedeutung rst, das ist die Wohlfahrt des Kmdes. Die Generalsekretärin der Friends Relief Mission, Doktor Clark, führt aus, welche weltumfassende Hilfeleistung das Interesse für die Gesundheit des Kindes ausgelöft hat. Die Helfenden, welche nicht nur den reichen und einfluhreichen Klassen angehörten, sonder» einfache Leute aus dem Volke waren, nehmen rin persönliches Interesse an dem Wohlergehen des Landes, für welches sie Spenden machten, und dieses Interesse soll gepstegt und erweitert werden. Mlle. Fernere (Schweiz) gab Aufschliifse über die Tätigkeit dcß Cowitä International de Leeours aux enfants, Las mit tnteruatiarioltrr Komitees aller Länder Fühlung genommen und sich bemühe, einzugreijen, wo Hilfe am dringendsten notwendig fei. Frau Herzfelder erstattete Bericht 'über die österreichische Kinderschntzorganisation, die auf intemanonaler Basis gegründet wurde. Die Bereinigung habe derzeit mit größten Schwierigkeiten zu kämpfen. Für österreichische Kinder wurden K. ‘260,000 verausgabt, die im eigenen Lande aufgebracht wurden. Frau Herzfelder bedauerte es, daß der Gedanke, daß eS auf dem Gebiete des Kinderschutzes keine Gegensätze gebe, noch immer nicht zum Durchbruch gekommen sei. Dies beweise die nach Brussel unberufene internationale Konferenz, zu welcher Deutschland und Oesterreich keine Einladungen erhalten haben. Frl. H e y m a n « (Deutschland) würdigte das segensreiche Wirken der Gesellschaft der Freunde, der sie für alles, was sie deutschen Kindern und Mürteru getan, «Srmstens danken. Sie riet der Gesellschaft, ihr Augenmerk auch der geistigen Hilfe zuzuweüde«. Fraa Perle» (Deutschland) zollt den Arbeiten der Gesellschaft vollste Bewunderung, betont aber, daß alle Fürsorgearbeit msolange. eine, Stsivhusarbett bleibe« mäße» als nicht eine b urchgreifendeAevderung i« d e n B e rhält nissen d e r W e l t w i r t sch a f t Platz greift. . Miß Addams, die Präsidentin der Internationalen Fraurnliga, weist auf die Erfahrungen hin, die sie auf ihren Reisen in Begleitung H o o v e r S gewönnen. Sie sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß die wirtschaftliche Weltordmmg nicht so weiter bestehen könne, wie jetzt. Es müsse geradezu als U n s i n « bezeichnet werden, daß in dem einem Lande der größte Ueberfluß herrsche, in dem anderen Kinder Hungers sterben. Endlich müssen alle Menschen zur Einsicht kommen, daß jedes Kind daK Recht hat/ menschlich zu leben. . Reue Exzesse auf de« polnische» Bahnen. Eine Interpellation Im polnischen Sejm. . Aus Warschau berichtet man uns: Eine Interpellation 8es jüdischen Abgeordneten Dr. R o s e n b l a t t an den Minister bes Inner» befaßt sich mit den in der letzten Zeit wieder stark übrrbandnehmenden Ueberfällen auf jüdische Elsenbahnpaffagrere. Die Interpellation weist darauf hin, daß am 30. Juni und 6. Juli in der Bahnstation Koljnsaki die jüdischen Pasiagiere überfallen und beraubt wurde». Auf den Strecken Koljuschki—Lodz und Lodz-Kalisch haben wiederholt derlei Exzeße stattgefundeu, bei denen Juden mißhandelt wurden. In der Interpellation wird hervorgehoben, daß die Sicherheitsorgane in den meisten Fällen keine Maßregeln zur Verhinderung der Anfälle trafen. Di« Eisenbahnexzesse gegen Juden nehme» wieder (sie haben eigentlich nie aufgehört) sehr.großen Umfang an. Besonders beteiligen sich! daran, wie aus einwandfreien Berichten hervorgeht, die sogenannten „Schlvns a k i", das sind polnische Freiwillige, die nach Oberschlesien gehen. Diese sind, wie seinerzeit die Haller-Soldaten und die Posen« Truppen,! zu-einem wahren «Schrecken der jüdischen Passagiere gewordchr. Ihre' Exzesse' finden besonders auf den Stationen in der Loözer Gegend, statt, ferner ist die Strecke Trzebiin'a— Dzredzitz jetzt ein Tummelplatz.für die Heldentaten der „Schlousaken^ gegen die Juden. Wie der Krakauer „Rowy Dzkennik" berichtet, Men diese Freiwilligengruppen auf den Bahnhöfen ein geradezu terroristisches Regiment und die militärischen Organ« sind , meistens zu schwach, um ihnen e-nf gegenzutreten. In E h r z a n o w gab es Raubübersälle auf jüdische Passagiere. Der „Rowh Dziennik" bemerkt, daß es die höchste Zeit ist, für die Sicherhett jüdischer Reisender Lurch entsprechende Maßnahmen die primitivsten Vorkehrungen zu treffen. Wiener Morgenzeitsmg 19. Juli 1321 Sette 8 Mitteilmlgen jurä dem Publikum. Zur Vermählung des Fräulein Pepl Gross mit Herrn Samuel Teig gratuliert herzlichst Familie Braunstein Skalat. Zur Vermählung des Fräulein Pepl Gross mit Herrn Samuel Teig wünscht einen herzlichen M as e 11 o w Familie Grflnfeld Skalat. Dora Starer Bottrop (Westphalen) Verlobte Juli 1921. David Läufer Chrzanöw . Anlässlich der Trauung der Kinder Ihrer Ehrwürden Gt. Rabbiner H esehel aus Kopiczynce und Twerski aus Kolenkowicz, Russland, wünscht herzlichsten Maseltow und spendet 1000 Kronen für Beth-Chaluzzim _Hl. ». LABDflU. ZUR VERLOBUNG unseres Freundes Herrn PSnkas Bloch mit Frl. Slntoia Klein gratulieren wir herzlichst Sa!o Landas »ui Fräs. 9058 GxSsster und bester Käufer Wiens 6084 BRILLANTEN, PERLEN Juwelen, Edelstelnhändler X&abinowitscb, Juwelier «AXIMILIANSTRASSE 5 II., 8TEPHANIESTRASSE 3, nur Nr. 8 Getzige Unhlerstr.) Tel. 8541 u 45148 (jetzige Hollandetrasse) Im eigenen Haute Haltestelle Opernriag, Zug. Kftrntnsrstr. Samstag geschlossen, v H3ren Sie auch unsere Preise * Schmutzkonkurrenz. Die politisch überhitzte Atmophäre hat m Hernals einen StraßentumulL verursacht, bei dem auch Blut geflossen ist. DaS ist sehr bedauerlich und liebenter im Leben dieser zivilisierten Stadt einen atavistischen Rückfall in jene Zeilm, da die Vorkämpfer der „sittlich-religiösen" Weltanschauung ihre großen Schlachten gegen den Liberalismus ausnahmen, indem sie gegen ihn die geistige Elite der Ochsenknechte von St. Marx aufboten. Als aber die Träger dieser Kräfte, die, wie 1>ie „Reichspost" am Sonntag so schön sagte, „allzeit aus dem unvergänglichen Born des religiösen Ethos gespeist wurden", die H o f f 8 h i g k e i 1" erlangten, begännen die politischen Ihm» gangsformen in Wien wieder sanfter zu werden und blieben es von gelegentlichen Keilereien auf der ersten Hochschule des Reiches abgesehen — solange es einen H o gab. Ms mit ihm auch gewisse 'Rücksichten und der zeremonielle Zwang fiel, haben sich die vom christlichen EthoS gespeisten Kräfte wieder wie in dm schönen Flegeljahren der christlichsozialen Partei, an jüdischen Fensterscheiben, an städtischen Straßenbahnwagen und harmlosen Spaziergängern beiderlei Geschlechts auszutoben begonnen. Zu diesem schönen vnd erhebenden Zwecke wurden im vorigen Winter allsonntägige Promenade« auf den Franz Josefs-Kai und gelegentliche Kreuzzüge in die Leopoldstadt unternommen. Die letzten Schlägereien in Hernals wurden aber von anderer Seite in Szene gesetzt. Die Frommen, die einst Wind gesät haben, wurden diesmal vom aufgegangmen Sturm gezaust. Es ist nun drollig anzusehen, wie sie, die jeden antisemitischen Exzeß, mag er roch so roh gewesen sein, zu beschönigen wußten, sich jetzt zu Wortführern der bedrohten Zivilisation aufwerfen. Und auch das Organ der Koalitionsgenoffen in Regierung und Antisemitenbuub schäumt ob der drohende« Schmutzkonkurrenz der exzedierenden.Sozialisten. Wohin soll eS auch führen, wenn P r o l e t e n sich politische Kampfmethoden aneignen, die bisher als das wohlbrhütete Privileg der akademischen Jugend gatten? * Wetterbericht. Gestern war eS in ganz Oesterreich zeitweise stärker bis ganz bewölk. Dabei recht schwül. Die Temperatur stng allgemein dis 28°. Deutschland und Westearopa haben bei stärker bewölktem Himmel höhere Temperaturen. — Voraussage: Meist stark bewölkt, stark gewitterig. * Im Hotelveftibule. Gestern ist dem Basil P a v l i d e S im Vestibüle des Hotels Jmverial ein Relikule abhanden gekommen, das / eine Platinbusennadel mit Smaragd und zwei Billanten, ein goldenes Armband mit Brillanten, einen antiken runden Reifen, einen Plalinmanfchettenknopf mit Brillanten, K 30.C00 und 5 Pfund Sterling in Gold enthielt. Der Gesamtwert beträgt K 600 000. Das Retikule ist aus brauner Seide. * MMiMenetnbrvH. Gestern wurde die Wohnung b'eS Fritz Holzberg, ,7. Neubaugasse 44, erbrochen. Gestohlen wurde eine eiserne Handkassette mit Personaldokumenten und ausländischem Geld, zusammen 100.000 Mark wert. * DaWndttb. Gestern wurde der Mrna G'o ob stäub auf dem Wege von Neuwaldegg zur Wohnung, Kellermanngasse 3, in einem Straßenbahnzug eine achteckige, goldene Armbanduhr im Werte von 70.000 Kronen gestohlen. * Ertrunken. Am 17. d. M. fuhren der Gemischtwaren Verschleißer Josef Müller, 2. Mzirk, Dämmhaufen 63 wohnhaft, und der Schlossergehilfe Karl Krantzinger. 2. Bezirk, Hanbelskai 420 wohnhaft, in einer Zille vom rechten Donanufer bei den Schiffsmühlen zum Stanbschiff der Mühle Hidl. Dort angelangt, befestigten sie die Zille beim Standschiff. Plötzlich stand Josef Müller in der Zille auf; dadurch kam daö Fahrzeug ins Schwank.'» und kippte um. Beide Männer stürzt«: ins Wasser. Müller, der nicht schwimmen konnte, verschwand in den Wellen. Krantzinger konnte sich! an der am Standschiff angebrachten Kette festhalten und sich' so retten. * Gi« Amokläufer. Vorgestern lief plötzlich' aus der Bedürfnisanstalt auf dem Mätzleinsdorferplatz ein Mann, der in der Hano einen Stock und ein offenes Messer hielt und gegen die Passanten ohne jeden Grund losging. Er verletzte mehrere Personen. Schließlich wurde der Mann festgeno minen. Er ist der Hilfsarbeiter Karl Prunner, 10. Bezirk, Sieeardsburggasse 26 wohnhaft. Man war anfänglich geneigt, ' UM -Tat im Ausfluß der GcistiKstö.ruW zu halten. doch ergab die Mizeiärtzliche Untersuchung keine Symptom» dafür. Gegen Prunner ist die Strafamtshandlung eingeleitet. * Lehranstalt sür Textilindustrie. Die Einschreibungen m die Bundeslehraustalt für Textilindustrie in Wien, V., Speugergaffe 20 (Höhere Slaatsgew »beschule), finden in der Zeit von» 10. bis 15. Sevtember l. I. in der Direktionskanzlei statt. Vormerkungen werden täglich von 9 bis 12 Uhr entgegengenomme». * Danksagung. Ein jüdischer Kriegsinvalide, dessen schwerleidende Frau durch die Bemühungen der Herren Affe kraut und S 0 rnm er und andere vor dem Hunger für esi» Zeit geschützt wurde,-dankt aus diesem Wege den genannten Herren für ihre Freundwilligkeit. * Taschkent durch eine Schneelarvine zerstört. Aus Moskau wird gemeldet: Eine Schneelawine zerstörte die Stadt Taschkent teilweise und mehrere Ortschaften m der Umgebung ganz. Der Schaden und das Elend der betroffenen Bevölkerung ist unermeßlich. Die Situation wurde von den dunklen Elementen der Stadt za Plünderungen ausgmützt, denen ledoch die Kommunisten energisch entgegentraten. * Volksversammlung. Die für gestern, 8 Uhr abends, angelündigte Volksversammlung, bei der Herr Nathan G r o ß aus Haag und Herr Adolf Böhm, Mitglied des Großen Aktionskomitees, über die Lage in Palästina und die Arbeit ö«S Jüdischen Nalionalfonds berichten wollten, kann mit Mckstcht auf die Verlängerung der Sitzung der großin Attionskomirees m, ‘ Prag erstMittwoch umpräzise 8Uhrabends i m H 0 t e 1 Post stattstnden. — Herr Nathan Groß bat bekanntlich nach dem Rücktritt deS Herrn Nehemija Sterne die Leitung des Jüdischen Nationolfonds-Hauvtbureaus gemeinsam mit Herrn Dr. Z w e i g und Dr. I a n 0 w s k y übernommen. Der Jüdische Nationalfonds, der gerade jetzt eine sehr intensive BodenkausStätigkrit in Palästina zu' entwickeln beginnt, steht heute im Mittelpunkte des' Interesses der jüdischen Oeffentlichkeit und die Aufklärungen der beiden Redner über die momentan« Lage werden zweifellos von großer Bedeutung sein. * Berlagsbnchhändler Otto Fromme. Wie berichtet, ist in der Nacht zum 15.' d. M. der bekannte Berlagsbuchhändler Otto Fromme plötzlich gestorben. Die sanitätspölizeilichr Oeffnung bec.Leiche hat ergeben, daß Herr Fromme einem Geht r n s ch l a g erlegen ist. Er hat ein Alter von 55 Jahren erreicht und seit mehreren Jahrzenten die seit dem.Jahre 1844 bestehende Verlagsfirma gemeinsam mit seinem Detter Karl Georg Fromme geleitet. * Haifas Bevölkervng. Nach einer kürzlich erfolgte» Registrierung wurde festgestellt, daß. die Stadt Haifa 34.200 Einwohner zählt, und zwar 14.000 Mohamedaner, 12.600 Christen und 7600 Juden. . ' ■ ■ * Heezl-Grabgang. Der Jüdische NationalsoudS beruft für D 0 n n e r s t a g den 21. d. M. um 7 Uhr abendeine Versammlung aller Nationalfoudskommiffäre ein. Tagesordnung e r z l - G r a b g a n g und I a a r A u st r i a. Zionisten, die sich an der Sammlung beteiligen wollen, werden zu dieser Sitzung höfltchst eingeladen. * WohltLLigkeitsmavKe». Das Gesetzblatt vom 18. d. M> veröffentlicht eine Verordnung des Mmisteriums für B er»" k e h r s w c s e n, womit die Ausgabe von Wohltat t ß* keitsmarken geregelt wird. Demnach wird alliahrlich einmal, tunlichst in der ersten Hälfte des Jahres zu WohlfahrtSzwecken eine eigene Reihe von Postmarken mit alljährlich wechselnden 'Markenbildern ausgegeben, die mit einem Ausschlag zum Nennwert verkauft werden (Wohltätigkeitspostmarken). Die Ausgabe erfolgt durch die Postverwaltung. * Enthebung des Bürgermeisters von Galurv vom Amte. Aus Innsbruck wird gemeldet: Das Grneral-Ztvilkommtffartat für das Trentmo hat den Bürgermeister von S-alnrn seines Amtes enthoben und die Gemeindevertretung zur Vornahme der'Wahl eines neuen Bürgermeisters aufgefordert. Die Gründe dieser Maßregel sind derzeit unbekannt. - * Altes Eisen... Au§ London wird gemeldet: DaS Schlachtschiff ^Dreadnougth", das erste Schiff seiner Gattung, das den Großkampffchiffeü der modernen Flotten den tvpffchen Namen gegeben hat, ist soeben für 44,000 Pfund Sterling als Alteisen verkauft, worden. Sein Bau hat seinerzeit mehr als .ll/e Millionen Pfund Sterling gekostet. * Zwei jüdische Gewerkschaftler ftt Lettland erschossen. „Moment* berichtet: Unter einem Transport von 97 Personen, die aus Lettland an die russische Grenze gebracht wurden, befanden sich auch Jakob M a t i s s 0 n. Mitglied des jüdischen Gewerkschaslsbureaus in Riga, und Moses Kup f.ermann, Mitglied des jüdischen Gewerkschastskomitees in Libau. Als diese beiden mit einer Gruppe über die Grenze gebracht werden sollten,.befahl ihnen der Kapitän der lettlandischen Grenzwache, m die Richtung der Grenze zu laufen. Als sie dies taten, wnrdi ihnen nachgeschoffen, wodurch beide gerötet wurden. * Ein verunglüikker ehemaliger Abgeordnetem ÄuS Budapest wird gemeldet: Dem gewesenen Abgeordneter im ftüheren Parlament Md Mitglied der ehemalrgen VolkSparter Bela Landauer, ist gestern nachmittags,em schwerer Unfall Mgestoßen. Als er den ihm durch den Luftzug eines vorbeifahreude« Wagens der elektrischen Straßenbahn vom Kopf gewehten Hui aufheben wollte, geriet er unter einen von der entgegmgesetzten Seite kommenden Wagen der Straßenbahn, der ihm oeu rechtenFuß beim Oberschenkel abtrennte. * AnbotSverhaudlnng. Zur VeraebMg der Lieferung von zirka 15.000 Stück Zählerblättern findet Mittwoch, de» 20. d. M., 70 Uhr vormittags, bei der Dircktion der städtischen Elekttizitätswerke eine öffentliche schriftliche AnbotSverhaudlung statt/ - » * Urania. Heute, Dienstag, Va6 Uhr (Großer Saal) Urania-Film: Shackletons Südpolexpedition. — 8 Uhr (Großer Saal) Urania-Film: Shackletons Südpolexpedition. — Mittwoch den 20. d. M., 7,6 Uhr (Großer Saal) Urania-Film: Shackle-. tons Südpolexpedition. — 8 Uhr (Großer Saall llrama-FiM: Shackletons Südpolexpedition. —' Donuersiag den 21. d. M., 7,6 Uhr (Großer Saal) Urania-Film: Shackletons Südpol- Spedition. — 8 Uhr (Großer Saal) Urania-Ftlm i Shackletons Südpolexpedition. * Begräbnisse am heutige» Tage. Alter Friedhof: 9 Uhr 30 Min. Stern Mina, 11 Uhr Brenner Rcgine, 11 Uhr 45 Min. Geirmger Eltse. — Neuer Friedhof: 9 Uhr Preffer Karl, 9 Uhr 20 Min. Katz Dora, 10 Uhr Fechner Paula. ' * Verdacht der LkiPtssruchtabtreiSunjg. Am 12. b. M., ist die Privatbeamtensgüttin Anna R. in einem hiesigen Sanatorium gestorben. Ihr Gatte, Paul R., 13. Bezirk, Riffelgasse wohnhaft, erstattete am 15. d. M. die polizeiliche Anzeige, er vermute, daß seine Frau an den Folgen eineverpönten Eingriffes gestorben fei. Die'Erhebungen brachten zutage, daß Frau R. Ende Mar von der 49jährigen Hebamme Johanna Marklo wsk i, A. Bezirk, Eastelligasse. 24 wohnhaft. behandelt und nachher mit einer fieberischen^ Kranknett durch einen Monat ber einer bekannten'Familie tn bet Hornbostelgaffe daniedergelegen sei. Dorthin wurde auch der 38jährige Arzt Dr. Bruno P., 4. Bezirk, Große Newgasse, zu Rate gezogen. Gegen die Hebamme und gegew Dr. P., der schon einmal in eine gleiche Angelegsthettve^- wickelt war, ist das Strafverfahren eingeleitet. Die M irklowski wurde der» LaiibieKgeriM. eingelisshert, Wr. P ist freiem Fuße. ' - *

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