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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-17 · Heft 888 (17.7.1921) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 888 (17.7.1921)
Date
1921-07-17
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Är7 888 Mr«. sonntasündiger Liebesfrerchen angeklagt wird? Und was können Leute, die darauf gedrillt sind, in jedem Berkünber freiheitlicher Lehren den „Saujuden" zu wittern, an einem Dichter ehren wollen, der bei der Bearbeitung französischer Vorlagen ' jede antisemitische Aeußerung, die er dort findet, sorgsam ausmvrzt? Und das in bewußter Absicht. Werden doch in Leiden Epen Wolframs, im „Parzifal" und im „Willehalm", Christen und „Heiden", wie mehr als ein halbes Jahrtausend! später in Lessings „Nathan" von einem Familienband umschlossen, welches nach der Auffassung Wilhelm! Scherers „bei Wolfram gewiß wie bei Lessing ein shmholischer Ausdruck des Friedens und des gegenseitigen Respektes unter den Religionen sein sollte." W o'l f.r a m stand mit seinem Glauben, daß auch die Nichtchristen selig werben können, unter seinen Zeitgenossen keineswegs vereinzelt da. Auch Walter von der V.ogelweide und Freidank haben damals demselben Gedanken Ausdruck gegeben und die Gleichheit von Juden, Christen und Heiden vor Gott in erhabenen Versen betont. Diese Weltanschauung schlingt ein gemeinsames Band um hje deutschen Klassiker des Mittelalters und der Neuzeit. Aber sie legt eine breite und tiefe Kluft zwischen die höchsten Exponenten deutscher Geistigkeit und jene tvaurigeü Gestalten, die sich heut« als die Repräsentanten des Deutschtums im allgemeinen und des Bajuvarentums im besonderen aufspielen. Denn daS Deutschtum macht wwder einmal eine Periode des Niederganges durch, und das hat' der Literaturhistoriker Wilhelm Scherer lange vor dem Weltkrieg an dem Anzeichen erkannt, daß wieder, wie in der nachklassischen Zeit des Mittelalters, die Fanatiker auftreten, die statt der Liebe zwischen den Konfessionen und Nationen und der gegenseitigen Duldung', den Haß und die Intoleranz predigen. Wenn nun diese Hetzapoftel zu den Gebeinen Wolframs nach' Eschenbach pilgern, werben sie vielleicht auch der Wissenschaft endlich die Handhabe zur Feststellung bieten, ob sie wirklich! an der richtigen Stätte sind. Denn nach diesem Besuche wird sich' der dort ruhende Tote, wenn ex wirklich mit dem einstigen Sänger des „Parzifal", des „Willeyglm" und des „Titurel" identisch' ist, ganz sicher und in einer jeden Zweifel ausschließenden Art im Grabe inn-gedreht haben ... Besserung der Ernährungslage tu Mitteleuropa. Parks, 16. Jrili. (Wolff). Wie „Chicago Tribüne" aus Philadelphia meldet, bat Handelssekretär H o o v e r aus eine Anfrage der „Gesellschaft der Freunde" erklärt, daß die NahrungZnrittelltefervngeu M alle Länder um 50% herabg e f r tz t werben könnten und daß n u r i n Rußland der Bedarf au Nahrungsmitteln sich verfünffacht Hobe. Der zwölfte Zionistenkongretz. Auszng aus der Wahlordnung für die Wahlen von Delegierten zum zwölften Zioniftenkongreß. Auf Grund deS Organisationsstatuts und unter Berücksichtigung der von der JahreSkonferenz 1920 beschlossenen Aende» nmgen erlaßt die Exekutive der zionistischen Organisation nach Beratung mit den Mitgliedern deS Aktionskomitees folgende Wahlordnung für die Wahlen von Delegierten zum XU. Kongreß: Aktives und passiveSWahlrecht. Jedes Mitglied der Organisation erlangt mit erreichtem 18, Lebensjahr daaktive und mit erreichtem 2z. Lebensjahr dar passive Wahlrecht zum Kongreß. Jeder Landesverband mit mindestens 1000 Scheckelzablern hat das Recht auf einen Delegierten. Die Festsetzung der auf jeden Landes» und Sonderverband entsallenden Anzahl der zu wählenden Delegierten wird auf folgende Weise vorgmommen: 1. Für das erste und zweite Tausend der Schekelzahler wird je ein Delegierter gewählt. 2. Vom dritten Tausend angefangen wird auf je 2000 Schekrlzahlrr je ein Delegierter gewählt. 8. Ein etwaiger Ueberschuß von 500 Schekelzahlern und und mehr über die unter 1. und 2. genannten Grundzahlen berechtigt zur Wahl eines weiteren Deleg'erten. Ein Ueberschuß unter 500 Schekelzahlern wird nicht berücksichtigt. Die Wahl der Delegierten zum Kongreß ist direkt und geheim. 1 Die Exekutive ist berechtigt, im Falle der Notwendigkeit auf Antrag der Hauptwahlkommissionen Ausnahmen zu bewilligen. Hauptwahlkommissionen, die eine derartige Ausnahme beanspruchen, haben dies unter Angabe von Gründen der Exekutive unverzüglich bekamilzngeben. Die Kongreß Wahlen sollen dort, wo e§ möglich ist, nach dem Proportionalwahlrecht durchgefiihrt werden. Die Entscheidung darüber wird den Hauptwahlkommissionen überlassen. Jede Hauptwahlkommisston bestimmt den WahlmoduS wnd dqs Wahlsystem, auf Grund dessen die diesjährigen Kongreß- Wahlen innerhalb des Verbandes (beziehungsweise Wahlgruppe) stattzufinden haben und erläßt im Rahmen dieser Wahlordnung die zur Durchführung der Wahlordnung notwendigen Instruktionen. Der von der Hauptwahlkommission beschlossene Wahl modus ist der Exekutive vor Beginn der Wahlen bekanntzugMn. _ Wiener Mosgeirzettirng Mitteilungen ^us dem Publikum. Ü08U Kronfeld Heinrich Erdmann Przemysl Wien Verlobte | P >knli 1921. 5093 Herma We!$$ Olsowetz b, Ung.-Brod,' (Mähten) j ^Verlobte jEmil Tauber Wien 810* Frieda Issm$nn Abraham Issmann geb, Link stud. phil.; Vermählte J Wien, im Juli 1921. 5107 Sara Billet und M. W. Kappe und Fraa laden alle Freunde, Bekannten und Gäste ihres Restaurants »tir Trauung ihrer Kinder Zacharias, und Klare 61,2 welche, so Gott will, Dienstag den 19. d. M. um 4 Uhr nach mittags in der S'ehiffsynagoge, II., Grosse Schiffgasse 8, stattfindet. l7.Iuli 1921 .ZAK7, " TS- ZAHNARZT Dr. Ignatz Schindler früher IX., Peregringasse 2, ordiniert nunmehr I., Babenbergerstrasse 1. 930 GrSeotur ned bester Käufer Wiens 5084 BRILLANTEN, PERLEN Juwelen, Edelsteinhändler RabltußWitecBi, Juwelier U «AXIIIIUAUSTRASSE 5 ».. 8TEPHANIESTRASSE 3. nur Nr. 8 Uetilae «Uhler*tr.)Tel. 8541 u48!46 (Jttilge Hollandstrute} Im eigenen Hause Haltestelle Operßtiflf, Zag. KNiütnetttt. eemetas oesohtoiue. Hören Sie auoh unsere Preise Bandagen adehauben “■§■ Bummiwaren aller Art Tei.42?i-6z In- und ausländ. Parfümerien kauft man billigst bei Julius Spiegel, II., Glockengasse 14 EN GROS EXPORT B3ST ZOET-A.!!* SOMMERSAKKO 1 MODEHOSE (fem* M K 3£0® HEINRICH WEINBERGER, I., Singerstrasse Nr. 8 ' Die glückliche Geburt meines gesunden und kräftigen Jungen zeigen höchsterlreut an Lotte und Otto Wagenberg >< Wien, im Juli 1921 voss Q£ W O Ein kräftiges Mädel ist angekommen! 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M. findet im grossen Garten und in den Sftlen des Restaurant «Zur Praterfee“, II., Prater Hauptallee 5 (zwischen 1. und 2. Kaffeehaus), ein grosses Gartenfest statt. Anschliessend Mitwirkend bekannte jüdische Kunstkräite. -r Für Belustigung ist bestens Sorge getragen u. a.: Juxpört, Schönheitekonkurrem, Tombola, Confetti-Schlacht, Glücksrad, graphologisches Deuten, amerikanische Lizitation, Tanzpreise etc. Beginn 3 Uhr Ende 1 Uhr nachts Entree im Vorrerkauf K 20, an der Kasse K 80, Karten zu haben: Jüdische Volksbibliothek „Zion“, II., Glockengasse SO, und bei den Komiteegliedern Mitglieder haben HO Prozent Ermäasigung Die Vereinsleitung u!E Um zahlreichen Besuch bittet 6111 . . . . ... . . ♦ - . . . . .... . Die Hauptwahlkommissionen haben Maßnahmen zu treffen um eme mehrfache Ausübung des Wahlrechtes durch denselben' Wählcr zu verhindern. Gleichzeitig mit bet Wahl bfr Delegierten ist für den Fall der Verhinderung dieser in gleicher Weise die Wahl von Eriatz-', Delegierten vorzunrhmen. Die Wahlen zum XII. Kongreß finden in der Zeit vom . 1. Juli bis 7. August 1931 statt. Die Hauptwahlkommission setzt den Wahltermin für die einzelnen Wahlen innerhalb dieses Zeitraumes fest. Ort und Zeit einer jeden Wahl sind auf angemessene Weise rechtzeitig gnzukündigen. Jeder Landes- und Sonderverband hat unverzüglich eine Hauptwahlkommission zu bilden, die womöglich aus Vertretern aller dem Verband angehörenden Richtungen nach Maßgabe deren Zahlenstärke bestehen soll. Die Bildung und Zusammensetzung dieser Kommissionen ist Sache der Verbandsvorstände, die darüber endgültig entscheiden. In Verbänden, in welchen au§ wichtigen Gründen von der Bildung einer besonderen Hauptwahlkommission abgesehen wurde, gilt der Verbandsvorstand als Hauptwahlkommission.. Zionisten, die sich außerhalb ihrer Ortsgruppe, jedoch innerhalb des Verbände-, dem sie angehören, um ein Mandat bewerben wollen, können sich dieserhalb an den Vorstand ihres Verbandes , wenden, der zu veranlassen hat, daß ihre Namen in der Reihenfolge deS Eingangder Anmeldungen in der dem Verbände zu-. Sanglichen Presse veröffentlicht werden. Zionisten, die sich aüserhalb ihres Verbandes um ein Mandat bewerben wollen, können sich an die Exekutive. London, Great Russell Street 77, wenden, die ihre Namen in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen im „Haolain* veröffentlichen wird. Einer weiteren direkten Vermittlung und Empfehlungen von einzelnen Kandidaten haben sich alle offiziellen zionistischen Institutionen zu enthalten. Ueher die Kassierung und Neuwahl find, sofern der Wahlbericht schon erstattet wurde, ein nachträglicher Wahlbericht samt W a h l p r o t o k o l l an die Exekutive (für den Legitimationsansschuß einzusenden. Neuwahlen dieser Art müssen so angeordnet werden, daß der Wahlbericht Über sie spätestens am 20. August bei der Exekutive' einttlfft. Proteste gegen eine solche Neuwahl müssen spätestens am 25. August bei der Exekutive erntreffen. Die Bildung der Hauptwahlkommisfion und die Verlautbanmg der Instruktionen zur Durchführung der Wahlen innerhalb des österreichischen Landesverbandes wird demnächst erfolgen. Jeder Protest muß von zumindest 20 w a h l b erechtigtenSchekelzahler» unterschrieben und deren Adressen angegeben sei». Falls ein Protest erhoben wird, bat der Leiter der betreffenden Wahl, welcher vom Protest zu verständigen ist, die Wahlakten unverzüglich an die Hyupiwahlkommission einzusenden, es sei denn, daß in einem Proteste der Wunsch nach Absendung der Wahlakten an den Legitimationsausschuß herlangt wird. In dem letzteren Falle sind die Wahlakten unbedingt sofort an die Exekutive lfür den Legitimationsausschuß) abznsenden. Die Proteste werde» endgültig vom Kongreß entschieden. Die Hauptwahlkommission ist berechtigt, auf Grund schrist« lichen Protestes, eine vorgenommene Wahl vorläufig zu kassieren und eine Neuwahl anzuordnen. Ueber die Vornahme jeder einzelnen Wahl ist ein W a h l-. Protokoll z« führen, in zwei Exemplaren auszufertigen und davon unverzüglich eines an die Hauptwahlkommission des be- , treffenden Verbandes (beziehungsweise Wahlgruppe) und das andere au die Exekutive (für den Legitimationsausschuß) einzuschicken. Proteste gegen eine Delegiertenwahl müssen schriftlich in Swei Exemplaren emgedracht werden, wovon eines an bie Hauptwahlfonilnii'sion, das andere an die Exekutive (für den Legitimationsausschuß) zu richten ist. Die Proteste müssen spätestens. : gm 15. August am Orte ihrer Bestimmung eintteffen. Jeder Protest muß enthalten: Genaue Bezetchnung des Wahlkreises, - Angabe der Tatsachen, die angefochten werden, Angabe von Beweismitteln und womöglich Vorlage von eigenhändig gezeichneten Zeugenaussagen, Das zionistische LandeSkomitee für Oesterreich. «/Iisssingbetieri Jlafpafeen BecfoldSamfiK N?Qfl ÜCTdvenfeldecstR Jl Jv.

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