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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-17 · Heft 888 (17.7.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 888 (17.7.1921)
Date
1921-07-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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fWt; *83* Mett, Tonnrag /—■- - "n " -----—°- jbfe Garantie für die MfrechterhalfirnF her gegenwärtigen Oachlagfr in her Adria Übernimmt und ins» besondere die Unabhängigkeit Albaniens sicherstelle, das gerade Lsstzt: wieder den Gegenstand griechischer und jugoslawischer Aspirationen bildet. England solle die italienische Einflußsphäre in Kleinasien garantieven und die effektive Beteiligung Italiens an der Kontrolle der Meerengen Zusagen. Dagegen soll der Dodekanes an Griechenland abgetreten werden. Dia Schulden der gewesenen Feinde, die jetzt nicht, eirWtreWn sind, sotten von. England sthernyMMy werden. Schließlich tritt bas Blatt dafür ein, baß Italien für seine Industrie englische Kohle zu günstigen Bedingungen erhalte. — Es läßt sich noch nicht sagen, ob diese Presseäuhernng nur ein Auftakt ist, oder ob ihr herantwortlicherre Besprechungen Vvrausgegangen sind. Das wichtigste Moment wäre die Garantie Englands iy der Adria, nicht unwichtig hie Garantien in Kleinasien. Mit der Abtretung des Dodekanes an Griechenland hat sich die öffentliche Meinung bereits abgefunden. Wenn SrnhrM zudem der griechischen Oberhoheit entzogen wird, hält man-hier diesen Verlust für vollkommen wettgevmcht. Die finanziellen Konzessionen Englands würden den italienischen Finanzen sehr zu Hilfe kommen und günstige Kohlenabschlüsse wirben hier umso verlockender, als die Furcht der italienischen Industriellen vor seinem isogenannten deutsch-französischen Aruft immer m?hr gewachsen ist. Man muß anerkennen, daß die englische Diplomatie diese Karte im psychologisch günsttgsten Moment ausspielt. Mmmt.man hinzu, daß bisher im allgemeinen, hje Neigung beybachPt werden, kann, was das Mrttelmeer.»anlangt, sich erneut für hi« Politik Crispis zu entscheiden, so wich man diese Anbahnung englisch-ttalienifchex Beziehungen auch weiterhin mildem allergrößten Antaresse verfolgen müssen, Emir Fassul — König »«,« Irak. y Ms eine« MiLMung dßs englischen Hownien- Ministers m Mtexhaus geht hervor, daß Emir F a isn l wahrscheinlich demnächst zum K ö i g p o n J-i r a g pxpNchnisspt wechchr wich, unter hee Bedingung, daß. seine Mgierung eine durchaus demokratische Mh konstitutionelle sei. Gleichzeitig sagt« Churchill, haß von. den. M Bataillonen in Msopotamien jetzt nur nochiiHZ exiMren,. die. ball» auf 9 Bataillone herabgesetzt werden sollen. Zwischen Bagdad und Kairo isb ein, Flugdienst. eröffnet jvorhen, Diese Strecke kann jetzt in Wurchen Mrstckgeregt werden. . SondM, 15. Juli. (Privat.) Wie aus Kairo melhet wich, hat England im Austausch für die Anerkennung Emir Faisuls zum König von Msv-, potamien die Erlaubnis erlangt, den.Hasen von G idda, die Ausgangsstett« des gesamten Verkehrs im >Hedschas,'.zu besetzen. Oberst Lawren.ee, Leiter der aMhischen Angeleganhetttzn. im Kolonialamt, ist nachj dem Orient gereist, um di« Errichtung des presopotamischon-Staates zu beschleunigen. Die Natioualversammjtung soll in Bälde zusammentreten. Die irische« Unterhjindlrr. Der mvlfirieste Präsident der irischen Uxprrblil, E am S n o e P g l e x y, gehören m Rew-Nork im Jsbre 1889, ist spgnischm Ursprungs, seine Mut-er war jtzdych, Arlänberm«, Seit 1917 ist er Präsident drx Gaesischeu Liga. .. „ Sn Jams Er 6 iq. der jetzige MmisterpMdeat des n^ven pokdittschiN Parlaments (Ulster), rst WH gehören. Die Grafschaft. Mj-Tywn entsandte ihn 1906 als chM AbgMduM ins.Mflamens. welches Mandat er bis 191« innehaste, seither ist wmf zum Peil der auteln Seite, gegen die Delitzsch sich weudtzt, dm heutigen Vertretern der „a.'ttsstamWtmWm. HMwshHeitzen" nicht grsparen . . . Also darum -klug und befMuefl, Mil dtzse erhebM eingeschränkte Zustimmung ei^r AbWiiung yerttzuselt ähnlich sieht. ' Me. sMtz man auch versucht sein, im Mzelum zu wid^xjE, was Delitzsch gegen, die „Kritiker seiner Gchrist" Md'' Gegner''ftiM' ArstchsNMgsWelt anfühtt, gegesh enM Ehtzarh Ktzufg,, gegen GUN kel, gegen Meinh pld, gegen Graf. B a u d t f s i n, wenn, n;. auf den Antiquar uH seiM FM als MsimftmgsgMosftn hirfireist Ufld Jsawh Frp-m.rr.in Mm' „Mseu des Mentumd" 'und Hans von. .Molzpgen' als LMygm W MeWlser änfruft.? . Die Wxichterstättung Mr ein Huch, 'wie bqs vor. liegende, kann, zumal ist e-sutzr PagesMiung über be,^ Rahmen ihrer Ausgabe, hie große HeseMtt güf «ine NeuerschfinUNg aufmerksam zu machen Md sie im stMmetnen zu Wok- Mieren, füglich' nicht hinausgePu.' Nicht' weil die 'Hxnzele heilest der Delitzschen' Uxt, Exegese zu tte-ibest, ustaNsech^ birr find, wie Delitzschs S. 49, sehr zü unrecht zu seiner Genugtuung von seinen Ausführungen« behaupten will, muß man es unterlassen, sie Punkt' für Punkt zu bekämpfen, sondern weil etz sich' hier selbstverständlich nur um best; Gesichtswinkel handeln kann, aus dem heraus die Dinge gesehen, und um das Resultat, zu welchem sie gediehen sind. Und da gilt denn, daß die Delihsche Art, die Bibel und ihren sittlichen Wahrhettswert zu beurteilen, naive Bosheit ist. D'aS ist nicht kritischer, nicht wissenschaftlicher, nicht historischer und nicht philologischer ' Geist. D'as ist Tender^. Gerade Professor Delitzsch sollte eS nicht be-grviftich sein, daß „anders lesen Knaben« den Tiereuz, anders Grotius^? In seiner Fußnote zum Voxwort beklagt sich Delitzsch über die Beurteilung, hje seine Kampfschrift.in den großen, deutschen Tageszeitungen urfb in der „Piestev Mo r ge st zstit u n«g" erfahren hat- Er führt namentlich an, daß ihm daselbst vorgetyorPen wurde, er fände ksinen anderen Äuöweg aus Wiettßr Myrgenzeitung Vor. Beginn der erscheint unser in Massenauflage und wird allen Besuchern der Messe zugesendet. Wiener itmtliiiiiiNHivmittt t* * 1 i i" *■ ffy ff jifffy WSW» «U JWW« Allen Firmen die in unseren Messe-Nummern annoncieren, geben wir kostenfrei "WU ein Iiiger^t im „Messe-Führer^ m er AbgeOvdneter fiir Mid-Dpwu. Er machte den südafrikanischen Küeg mit und gewann mehrere Medaillen; er ist OberUeutnqnd Im Jahre 1917/18 war er Schatzmeister des Königlichen Hans-' halte-, 1919 Parlamentssekretär des Kensionsminisierinms., Seitdem Sir Edward Carson an die Spitze der Ulsterhewegung trat, die auf das Weiterbesteben der Union mit England genchtet war, war Cxgjg dessen rechte'Hand. Die beiden sind die Happtgriinder deS nordipsichen Selbstschutzes und veraplaßten als solche die Einfuhr zahlreicher Waffen, Bon den Nationalisten wurde diese Bewegung nnter Rcdmonds Leitung im großen Stile nachgeahmt, Der Right Honyprahle General Jan Christian S m u t s, gehören 1870, stpdierte in Cambridge und wandte sich zuerst dem Rechtssindipm zu. Gr diente rm Burenkrieg und erhielt 1601 den Oh?rhefehl üher hie rcpubllkauischen Streitkräfte' in her Kqpkolpnie, Im Jahre 1907 wmde er zum Kylonialmmistcr in Transvaal ernannt. Im Kriege (1916/1?) befehligte er die der jüdischen WsM, als das Mischr Polk quszuvotten. -Nun denn,' die beanständete Stelle setzt sich aus Delitzsch' eigenen Worten zusammen. Er hanhelt (I j.03) von der jüdischen Gefahr und verweist auf Herx-es' Broß^ wesir' Human, de«' ganz im Sinne -der Delitzschm. Erwägungen von her Milchen Gsfqhv, „dieser Gefährdung des Reiches nicht wehren zu könne»!' glaubte, ohne dem Kmvg den Rat zur Ausrottung des jüdischen Volkes LU ertei'len . . •.'* Und Delitzsch beginnt den nächsten« Passus mit den Worten: „Auch das deutsche Volk wird beizeiten sich den Schlaf aus den Augen reißen müssen, um zu erkennen, daß die jüdische Frage vielleicht diejenige von allen Fragen ist. welche die e x nsteste Behandlung erheischt . . Geht daraus etwa hervor, daß Delitzsch dem Hamanschen Rezept zm Lösung der jüdischen Frage so abhold ist? Professor Delitzsch führt Klag« über die Art der Polemik gegen i^nf Crp^a»hi de gediUons (juereqlep 1 Zum Schlüsse noch eine kleine DtzMerknng. Bus Seite stk wÄdexholt Delitzsch die zum Uebsrdruß «ft vorgebrächte An^ klaye gegen das alte Israel, daß es nach dem Zeugnisse her Prvpheien (und hier folgt in der -Rote ein ausführlicher Stellennachweis) in der GiitensosiMt eriien Mt mrhr über» biebbaren Grad erreicht hatte, während die babylonischen und assyrischen Staaten, fügt Delitzsch hinzu, offenbar wegen ihre« so vial höheren Sittlichkeit auch einen so viel längeren Bestund hatten. Demgegenüber sei an ein Wort Moritz Lazarus' erinnert, der mit Bezug aus die bekannte ähnliche» Aeußerung in Goethes „Wilhelm Meistert' ungefähr foßtr Das jüdische Volk ist das klassische Volk der Selbstkritik- Allein während die Umwelt unser Gelbftlob billigerweise getadelt und abgelehnt hat, hat sie unseren Gelbst* tahel ymbilligerweis» gerne anerkannt. diesem Lichte sieht die Gerechtigkeit jene tivität^ dte der Mentalität der Delitzsche aller Zetten und alle? Zonen als Stempel aufgedrückt ist, aus. Vroi. Dr. M. Roten selb. il. Luk im SeAM «eei P,OM OM Volksvsrssmmiung des Jüdischen Nationeifonds NATHAN GROSS Leiter des Hauptbureaus des J. N. F. im Haag ADOLF BÖHM Mitglied des Qrpssen Aktionskomitees kommen von der Sitzung des Grossen ' Aktionskomitee» in Prag und sprechen : Montaq den 18. Juli 1921 um 8 Uhr abends * PllilHH lllinn jif im Hotel „Post“, I., Fleischmarkt, über Palästina letzten Arbeiten Truppen in Britlsch-Südafrika, das Jghr darauf war er südafrikanischer Vertreter im briüschen Krregskabinett. Bom Verteidigungsminister der südafrikanischen Union wurde er zum Ministeupräsideu'ru L üdasplkas ernannt, welchen Posten er gegenwärtig noch bekleidet. l§c hat sich zu wiederholten Malen als warmer Frmnd der zionistischen Bewegung erwiesen. Vrscount St. John Prodnick M i d l e t 0 n, geboren 1856, steht seit seiner Jugend m öffentlichen Diensten. Von 1880 bis 1885 war w Abgeordneter im Unterhaus für die Grafschaft Syrrry, 1886 bis 189Z Fmqnzsekretär im Krlegsmiyisterium. Hierauf wurde er der Peihe nach llnterstaatsseki etär im Kriegsmmisterium, im Auswärtigen Amt, Kriegsminister (1900 bis 1908) und Minister für Indien (1908 bis 1905), 1916 bis 1917 nahm er an der irischen Konvention teil. Er gehört zu den wichtigsten Vertretern der gemäßigten Süd-Iren. Inland. Eine Viertelstunde Nationalrat. Pie letzte Sitzung vor de« Sommevferien. Drp Nationalrat hat gestern vormittags eine viertelstündige Sitzung tzhgtzhalten und dann sem? Serien angttreten, Dies hätte eigentlich schon porgesiern geschehen können, da aber die Sozialdemokraten gegen die sofortige Vornahme der dritten Lesung der Vvrkxiegsschulden Einspruch erhoben hatten, mußte gestem das Haus M'ammentrettn. Die Vornahme der dritten Lesung ging Mt vor sich und w Anschluß daran wmde eine Resolution wegen Gewährung analoger Erleichterungen für VorkriegsfchMy aus dem neutralen Ausl and e deschloffen. Hieraus wurde noch eine Vorlage Über st e U e r r e ch tl t ch e B r g ü n st i tz y n g e n für gewisse öffentliche Anleihen in Verhandlung gezogen. Uhgeordneter E l d e r s ch (Sozialdemokrat): Das Gesetz ist eine Kapitulation der Fmanzverwaltung vyr den Steuerdesraudanten, die dadurch die Möglichkeit erhalten, Einkommen aus Vermögensbeständen zu h i n t e r z i e h e n. Es ist unbestritten, daß die Bestimmung des Einkommeflsteuergesetzes. durch welches der Inhaber von Wertpapieren stch legitimeren muß, erlaffeu wurde, um die Eigentümer von. Vermdgeysphjesten hinsichtlich der Besteuerung zu kontrollieren. Wenn von dieser Vorschrift eine Ausnahme gemacht wird, so ist dB ein Verzicht aus die Kontrolle. DaS Gesetz ist n n m 0 r a l i s ch. Berichterstatter D 0 st a l: Es handelt stch darum., die thesaurierten Noten wieder dem Verkehr zuzusühren. Bei Ausrechterbaltnug des Negitimatiynszwanges wäre man niemals in der Lage, Anleihen in größerem Maße unterzubringen. Das Gesetz wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Präsident Dr. Weiskirchnerr Ich bin nicht in der Lag?, den Tag der nächsten Sitzung bekannizugeben und werde dies im schriftlichen Wege tun. Auf arbeitsreiches Wiedersehen im H^rbüe. . Bundesrat. Die nächste Sitzung des Bundesrates findet Viittwoch den 20« Julj 1Y21, NM 9 tthr nachmittags, statt. Auf der Tagesordnung stehen die Ausschußberichte über die K 0 n a r u a n 0 v e l l e und Über die Sch rffung eines Fenerwehr-Ehrenzeichens, dann sämtliche in den letzten Sitzungen des Nationalratrß gefaßten Gesetzesbeschlßsie, endlich die Vorlage der Bundesregierung WkgM Vornahme der dem Bundcsrgte zustehenden Wahlen in den Vecfaffungsgerichtshof, im gaiizen' 33 Verhandlungsgegenstände. Die Äusschußberatungen sind für denselben Tag, u m 11 V- U h r vormittags, anberaumt. Die westungarische Frage. Aus London wird uns berichtet: Wie ^Dailn graph" meldet, hm Oesterreich die steine Entente verständigt. daß eS m der westungarischen Frage auf sein r m Vertragsrecht bestehe. Unter Umständen wäre Oesterreich bereit, «in Abkommen mit Ungarn zu diskutieren. Oesterreichs Stellung wird von den Mächten gebilligt. Die Verhandlungen mit Ungarn, bei denen jede Diskussion über das Prinzip d-r Abtretyng des Burgenlandes außgeschloffen bleibt, werden in den nächsten Tagen beginnen, sobald die internationale Abgrivzungskommisslon in O e d e u b u r g konstituiert sei» wird.

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