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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-14 · Heft 885 (14.7.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 885 (14.7.1921)
Date
1921-07-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sette 4- /Dien. Donnersiag . ---— gastliche und wirtfchaftspvlitische Kentnisse anzueignen, un^> den Merbandsvorftand und'alle seine Funktionäre beauftragt, Pie Organisation der Betriebsräte auszubaueu, im Bewußtsein, daß nur eine auf den Betriebsräten aufgebaute, gewerkschafttzche Organisation die Kraft haben werde, die großen Kämpfe der Zukunft zu bestehen. Zn diesem Gegenstand wurden zwei Anträge eingebracht, von denen der erste die Durchführung der, Abzüge der Verbandsbeiträge durch fefe Unternehmungen verlangt, während im zweiten der . Verbands- Äg beauftragt wird, dem nächsten Verbandrtag eine Aenbemng der Statuten zu unterbreiten, die den Aufbau der Organisation auf die Betriebsräte und Vertrauensmänner' sichtbar zum Ausdruck bringt. Die Resolutis» und die beide»!' Ajnsträge wurden e i n st i m m i g angenommen. Bevorstehende Demission, des Direktoriums derL änderbank. Die die Korrespondenz Herwei erfahrt, wurde gestern seitens Frankreichs wegen der Zurückstellung der Länderbankvorlage im Nationalrat, bei der Bundesregierung ein' diplomatischer Schritt unternommen. Im Verlauf der Aussprache wurde vom Vertreter Frankreichs auf das nachdrücklichste auf die Folgen hingewiesen, welche die Nichterledigung der Lünderbanlfragr zweifellos nach sich ziehen wird. Wie die genannte Korresvonden; weiter erfährt, steht die Demission der leitenden Direktor'rumSmitgliedrr der Länderbank unmittelbarkFevor. Sowohl Generaldirektor R o t t e r als auch die beiden Direktoren Kraus and E i ch n e r haben erklärt, daß sie aus der Abweisung der Länderbaukvorlage ihre Konskqnrnztrr Ziehen und ihre Demission geben werden. DaLfonr über die Hilfe für Oesterreich. London» 13. Juli. (Reuler.: In der Konferenz der Ministerpräsidenten des britischen Reiches legte Balflour im Zusammenhänge mit der Frage, welche Aufgaben dem Völkerbund zukvrnmen sollen, die wirtschaftliche Lage Europas und' dir Welt dar. Er erinnerte daran, laß dre vom Völkerbund einbttufene Finamkovferenz in Brüssel im vergangenen Jahre Anregungen von großem Wert gegeben habe, die man nun insbesondere gegen überOesterreichän wenden volle. JedrrErfolg, der dabei erzielt werde, werde einen wohltätigen Einfluß nicht allein auf Oesterreich selbst, sondern in der g a n z e n i n d u st r i e l l e n W el t h a b e n. ^eder einzelne Teil dieser Welt sei mehr oder weniger organisch mit allen anderen. Teilen verbunden, und es sec setzt vor allem notwendig, dm durch den Krieg lahmgelegten und «ahezu zerstörten wirtschaftlichen Organismus wieder .zn vollem Leben z» erwecken. _ Der österreichische Gesandte beim italienischen Außenminister. Rom, 13. Juli- Der östrrreich-schc G.sandte Kwrat-. k o w s k i wurde vom. Minister des Aeußeru, Marchese della Toreüa, empfangen. - TelegraMMe. Der Abrüstnngsoorschlag Hardings. WashÄtgjto-n, 13. Juli. (Reuter.) Wie versautet, ist die Anregung der Vereinigten Staaten, zu einer Konferenz für die Herabsetzung der Rüstungen zusamnrenzutreten, von allen ein geladenen Mächten bis auf aine zustimmend beantwortet worden. Im Staatsdepartement ist man . der Ansicht, daß die Abrüstungskonferenz ihre Tagung am 11. November, dem Tage der Unterzeichnung des Waffenstillstandes, werde beginne» können. Die japanische Regierung hat ihre Teilnahme zugesagt. Es heißt, daß Harding der Konferenz persönlich nicht beiwohnen will, sondern sich durch Staatssekretär Hughes vertreten lassen werde. Ein Gerücht will wissen, daß auch Deutschland und Rußland 'zur Teilnahme an der Konferenz eingeladen worden waren. Im Kongreß ist^Hardings Botschaft mit allgemeiner. Zustimmung ausgenommen worden. In Washington werden nachstehende Punkte als Pvagrammpunkte der Abrüstungskonferenz angegeben: 1. Die Beseitigung aller strittigen Fragen wird; als Vorbedingung einer - wirklichen Abrüstung angesehen. 2. Gegenseitige Verpflichtung, gewisse Kampfwriktel, wie giftige Gase,, Bombardierungen aus Lnftzeugen und dergleichen niemals anzuwenden. 3. Anwendung des Grundsatzes der offenen Tür jbt <SiBtrtett und China. THe Sukzessionsstaaten müffen Zusammengehen. Pa^ts, 13. Juli. (Havcrs.) Nach dem amtlichen Bericht lautet die Stelle in der Mde Briands, in der er bei der .Beratung des Vertrages von Trianon im Senat von denj Neuen Staaten Mitteleuropas sprach, folgendermaßen : Diese Völker müsset, einander näher kommen. Sie müssen suchen, sich zu verständigen, in dem gemeinsamen» Wille«, in Frieden zu leben, ohne den Hchjbergedanken jvr Repressalien, der es beispielsweise verhindert, baß Friede werde zwischen Frankreich und Deutschland und der morgen Deutschland ins Unglück stürzen kann. Wir müssen^ an jene Kölker appellieren, daß sie gemeinsam sich bemühen, sich zasammenzvschließen und vernünftige Mittel für ein Zusammenleben and für die Sicherung ihres Liedchens ausjjfinbig zu machen. Wiener Morgenzettnug Mitteilungen aus dem Publikum. Wna Ireiser vllviä Kamel velaiM Lolomsa Verlobte Delätyn, im Juni 1921 Anlässlich der Geburt , , eines Sohnes des Herrn Ot|o und der Frau Lotte Wagenberg gratuliert herzlichst 51S das Personal der Firma Otto Wagenberg Grösster und bester Käufer Wiens 5064 BRILLANTEN, PERLEN Juwelen, Edelstoinhändler Rabino witsch, Juwelier l„ MAXIMILIAHSTRASSE 5 II., STEPHANIE8TRA88E 3, nur Nr. 8 (Jetzige Mshlerstr.) Tel. 8541 u 45(46 (Jetzige Hollandstrute) Im eigenen Haute Haltestelle Opernring, Zog. K&rntoeretr. Samttag getohieue«. Hören Sie auch unsere Preise Ein, gestricktes wollenes Kleid, 881 Wiener Fabrikat, 5000 Kronen ALBERT MATZKER, *r. » Die Kredite für Syrien. Paris, 12. Juli. (Havas.) Der Senat hat in einfacher Mstimmnng die Kredit^ für Syrien angenommen. Keine Einigung in der »berschlefischen Frage. Mailand, 13. Just. (Tel.-Komp.) Der „Corriere della S.ra" meldet ans Oppeln: Da die Verhandlungen der interalliierten Kommission zu keinem Ergebnis geführt haben, haben die drei Kommtsiäre nach Paris gemeldet, cs sei ihnen unmöglich, eine Einigung über d!N endcmlt'gen Enlwmf zur Teilung Oberschlesiens3tt: eneichen. Die Entscheidung wird daher vom Obersten'Rat gelrosfcn. Die Stabilisierung der deutschen Valuta Berlin, 13. Jul«. Wie das '..Berliner Tageblatt" meidet, wird eine aus achr Mitgliedern zusammengesetzte Mission von Bertrttern der amerikanischen G r o ß f i n a n z in dielen Tagen in Berlin eintieffm. Diese Mission hat zwar-keinen osfiziellen Charakter, stehr aber mit den Washingtoner Regierung in Ve> bindung. D:e Kommission wll sich vor allem mit der Frage einer StaLilisi-.'nmg der deutschen Baiula befassen. Die zweieinhalbte Internationale. Gegen die Demokratie. Frankfurt, ..13. Juli. Der fünfgliedrige Ausschuß der InternaliorzaLen 4lrbeitsgemeinsch a f t der sozialistischen Parteien, an bsserr Verhandlungen« Vertreter der russischen Linken,. Sozialrevolutionäre uind russische Sozialisten teilnahmen, hat, wir das „Vylksrecht" meldet, beschlossen, die Einladung der britischen Arbeiterpartei zur Teilnahme am sozialistischen Weltkongreß: behufs Sicherung und Stärkung der Zweiten Internationale vut$ hehufs Mus-, rechterhaltung ihrer demokratischen Grundsätze im Gegensatz zur Diktatur, durch ein'Rundschreiben zu .beantworten. Es wird erklärt, daß der Zweck einer möglichst einheitlichen Zir- Zusamnrensassung bei Kräfte der Arbeiterschaft weder die Sicherung und Stärkung der Zweiten Internationale, noch die Aüsrechterhaltung der demokratischen Grundsätze im Gegensatz zur Diktatur sein könne. Es bestehe ein Gegensatz zwischen der Zweiten Internationale und der Juternationaleil Arbeitsg'rmeiuschast, der auch auf bei'< GMnsatz zwischen der reformistischen und^ revolutionären Auf- ' fassung des 'Klassenkampfes zurückznführen sei. Werkzeuge für PalLstina. Ncw Yo.k, 11. Juli. (Jüd. Korr.-Bur.) Am 1651. M. geht nach Jaffa ein Transport von Maschinen unjd Werkzeugen für die vereinigten jüdischen Arbeiterorganisationen Palästinas ab. Die Kosten dieses Transports, der einen Wert von 100.000 Dollar d erstellt, wurden zur Hälfte von dem.New-Aotker Palästina-Werkzeug'-Komitee, zur Hälfte von verschiedenen Pvovinzkomitees aufgebracht. Mit demselben Schisse begeben sich nach Palästina einige Ingenieure uud Techniker von der zionlitischeu Jngen-eurgesellschaft. Abreise der englischen Handelsmijfion nach Rußland. Lond.n, 13, Juli. (Tel.-Komp.)' Die erste Abordnung der englischen Handelskommission für Rußland verläßt kommenden Sonntag London. v Kemaliste« und Alldeutsche Brrlkn, 13. Juli. (Tel.-Kömp.) Wie eine Athener Meldung des „United Telegraph" zu berichten weiß, ist festgestellt worden, daß der kemalistischen Armee '200 ehemalige deutsche Offiziere angehören. Weiter soll sich E n v e r Pascha, entgegen anders lautenden Meldungen, noch immer in Deutschland aushalten, und zwar in Bayern,, wo er versucht, den General Ludenborff fiir die türkische Sache zu gewinnen. Ludendorff habe, auch die Auswahl der deutschen Offiziere für die türkische Armee getroffen. ,14. Juli 1921 mt.m Irt beü Musstand getretenen Arbeiter 120 Prvzeint Lv erh'öhung und die Einführung von Fabrik-arbei'terräten. Die Fabrikanten sind' zwar für eine angemessen^ 'Lohnerhöhung, lehnen ab« stritte die sozialpolitische Forderung ab.' Bis gestern hatten üV« '100.000 Mann die Arbeit eingestellt. ' ■_ Tagesbericht. Der internationale Fraueukongretz. In seiner dienstägigen Nächtsitzung nahm der Kon-i ^reß die restlichen Berichte der nationalen Sektionen entgegen. Die erste Rednerin, Frau C u r t i s (Afrika)^ sprach über die Verhältnisse, unter denen die schwarzen Truppen in den Krieg gezogen sind. Sie, schil-, derte die Mißstände, die in den Spitälern herrschten^ und sprach die Uebdrzeugung aus, baß der Friedet zwischen den Rassen erst kommen werde,, bis. man ihüery die Waffen nimmt. 1 i . ' ■ Frau Orwin überbrachte, die Grüße der Frauen^ vrganisation in Japan. Sie will die Erziehung irr^ neuen internationalen Geiste beeinflussen. Diese Organs sation trachte auch die Lehrer zu gewinnen, damit alW nationalistische und verhetzende aus den Lesebüchern sansgemerzt und durch-menschliche und ethische Texte' ersetzt werde. Auch soll auf bie'Mü tte r, eingewirkt!und? Einfluß auf gute Filme genommen werden. Präsidentin Frau Ad d a ms stellte fest, baß die FrauestvrganisatioN in Japan auf Anregung der Inter«, nationalen Franenliga gegründet wurde.: ,( m Gin Begrüßaagsschreibe» de» Dunde-Kanzlers Schob«. Bundeskanzler Schober hat an den. NrntzÄeß ein Schreiben gerichtet, worin er für die Wahl MenÄ als Zusammenkunstsort des Kongresses den Dank der Regierung ' ausspricht und erllärt, daß Friede und! Freiheit, die Ideale, die für die Beratungen des' Kongresses den Grundton liefern, zugleich die unerläßlichen Voraussetzungen für jegliches Gedeihen dev jungen österreichischen Republik seien. Oesterreich brauche den. Fr red en, insbesondere, weil seine, zentrale Lage die Wirkung HM, 'jede-kriegerische. Verwicklung an'ch fern von seinen Grenzen'für'Oesterreich fühlbäv zw machen! Aber auch ans weniger^ egoistischen Grünbsnr wünsche die österreichische Negierung, daß der Wests neuer ' Krieg erspart bleibt Dfer deutschösterrei'chisch'S Bolksstanun sei niemals 'eroberungssüchtig gewesen vjndj habe den kriegerischem Ehrgeiz-micht gekannt, seine er^ erbten Fähigkeiten. h.aben sich immer aufs neue an deu Werken.der geistigen und künstlerischen Kultur entfaltet. -Der größte--Teil heP/, gMigen, VormittagSsitz'ungj war dem Thema „Völk^rbun- und internativ-, nale Fvauenliga" gewidmet. Miß Marsh'all (EngläNd) erklärt, dätz der Völkerbund in seiner gegenwärtigen ' Form gewiß sehr unzulänglich fei. Trotz-, dem stelle er aber das höchste internationale Forum! dar, dessen Aufgabe-die Förderung der Völker-, Versöhnung bilde. Daher solle die internationale Franenliga, ungeachtet der schweren Mängel des Völkerbundes, nach Möglichkeit mit ihm zusammen-' arbeiten. In diesem Sinne legte Miß Marshalleine Resolution vor. Mme. Melin Frankreich) ist entgegen dem Standpunkt Mß Marshalls der Ansicht, daß die internationale Frauenliga dem jetzigen Völkerbund keinerlei Vertrauen entgegenbringen könne. Er sei eine Organisation der Regierungen und nicht der Völker unb'^ in jeder, Beziehung eine einseitige, parteimäßige Einrichtung. 'Wenn die Regierungen nicht imstande feien,' der Welt fcmett wirklichen Frieden zu geben, dann müßten die Völker selbst durch ihre berufenen Dentreter sich zu.diesem Zwecke zusammenschließen.' i Hierauf kam Mme. Dujarbin,-eine Belgierin, zu Wort. Mme. Dujardin, eine der interessantesten' Persönlichkeiten des Kongresses, wurde nach der Besetzung Belgiens im Jahre 1915 von den Deutschen verhaftet und bis 1918 in Deutschland interniert gehalten. Ungeachtet der schweren Leiden, die sie während dieser Jahre dUrchznmachen hatte, trat sie nach ihrer Rückkehr nach Belgien an die Spitze einer Organisation ' gewesener Soldaten und Internierter, welche sich die praktische Fürsorge für deutsche! Kinder zur Aufgabe machte. Mme. Dujardin, vou der Versammlung mit stürmischem Beifall begrüßt erllärt, daß das b e l g i s ch e Volk gerade wegen, der schweren Leiden, die ez im Kriege zu erdulden hatte, heute in seiner Mehrheit pazifistisch gesinnt sei. Sie kritisiert ebenfalls in scharfe» Worten den Völkerbund in seiner heutigen Form. Die Nächstliegende wichtige Frage, deren Lösung sich der internationale Pazifismus zur Aufgabe sehen müsse, sei die allgemein e Abrüstung. Zu diesem Zwecke müßten aste Klassen und Bevölkerungsschichten der ^inzcliien Nationen ' zufammenarbeiten. Streik in der Lodzer Textilindustrie. Warschau, 13. Juli. Seit gestern befinden sich die Lodzer Textilarbeiter im Ausstand,^ na'We« eS erst iveulich mit größerer Mühe zu einer Verständiguntz mit den Ai.i.ettgebern gekommen war. Diesmal, fordern die Dersnch einer Innschiffahri. A« rraaaer vag Jaa«brack nach Wien. Der Tiroler Seemanvsverband hat sich, wie wir bereits meldete», evtfchloffe», ei« Fahr» von Innsbruck nach Wim g» «ntemehmen, um für die Jmschiffahrt Propaganda za betreiben Ras ausaesucht Beste ln Herren« and Dsnenstoffea finden s tfipnflg1 RflStfiniVlCSSß Sie jetzt Infolge Preisstufe» nl ® ® , . Uri Wimaflhluui % fl jt B p ie ii »i 3 ji B Ir it tt! tl Di 8 bi bi G rt b tt a ei I b i fl v 5 b r s' d Z u a t e t v tl e % h e s B s B ie k Ü i t i l i 9 8 5 l 't K K \

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