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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-14 · Heft 885 (14.7.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 885 (14.7.1921)
Date
1921-07-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. cno5 Wien, Donnerstag . tnb sich bei allen Schisfahrtsinterefflnten vorzustellen und mit jer Regierung direkt zu verhandeln. Unter Führung des derzeitigen Obmannes des Tiroler LeemannsverbandrS ünd gewesesten Steuermeisters der Marine Oskar S tumpf traten zebst Mann, unter ihnen LinienschiffSieutnant Verth, atu Dienstag den ö.d.M., 9 Uhr voliniitags, mf dem Trauner yThurwi", c'.r"!N offenen hölzernen Schlepp- »oote von zwei Waggons Tragfähigkeit» von der Im,brücke in Innsbruck Mts unter festlichem Gepränge die Talfahrt aus >em Inn an. Die nächsten Stationen waren Kufstein« EB ö f f e r bür g, G a rs, M ü h l d o r f und P a s s a u, In welcher letzten Jnnstation die Schiffer am Freitag aniamen und ^von-Vertretern der Behörden und der bayrischen md . der . österreichischen Schiffahrtsinteresscnten herzlich impfangen wurden. Auf der Donau übernahm die Führung »es Trauners der Lotse.der Donau-Dampfschiffahrtsgefellschast Franz Eder aus Aschach. Am Sonntag vormittags eriolgte. die Ankunft in L i n z, von wo aus nach eintägigem Aufenthalt die Weiterfahrt nach Wien angetretrn wurde. Gestern vökmiitags, 9 1%, ist der Traunernach einer Ztrornfahrt von 51 Stunden 33 Min. in Wien im Donauanal'unterhalb der Brigittabrücke gelandet. Der Trauner ..Thurm" bleibt 'über Beschluß feiner Bemannung vorläustg in Wien, um die Beistellnng eines Motorbootes für die Bergvrovefahrt abzirwarten. Der Tiroler Seemanüsverband'beabsichtigt dann Unter der Firma „Erste Tiroler Jnnschrffahrft den Frachtcnverkehr, rm geringen Ausmaße auch rinen Personenverkehr bis - Passau einzurichteu, wo dann der Anschluß an die Donan-Donrpfschiffahrts-Gesellschast und den bayrischen Lloyd Donau ab- und aufwärts 'gegeben ist. Zur Schiffahrt sollen dann- Trauner mit einer Ladungsfähkgkeit von fünf Waggons, verwendet werden. Mattsee vermietet nicht an Inden. . Mir haben den Beschluß der Gemeindeverwaltung von. Mattsee mitgeteilt, Solnmerwvhrmngen nicht an Juden, sondern nur an Antisemiten zn vermieten. Eine der ersten österreichische.n Jndustriefirmen hat nun in rich^r..Konsequenz. dieses Beschlusses an eine', Mattfeer, Firma ein Schreiben gerichtet mit der Mitteilung, daß sie für Ware aus Mattsee keine Verwendung hat.. Das uns zur Verfügung gestellte Schreiben besagt unter anderem: „Unser Herr . . . war reiner der ersten österreichischen Industriellen, der nach Kriegsende Amerika aufsuchteum für die österreichische Industrie die großen Lücken während, des. Krieges im Jndustrieleben durch seine neuen, und reichen Erfahrungen, welche er in Amerika ■ sammeln wollte, auLzufüllen. Es wäre ihm em leichtes g'ewesen, 'die v or sin t f lu t lich e Be ro r d n u n g d e r Gemeindevorstehung Mattjee an ziemlich einflußreichen Plätzen in Amerika zur^ Kennt,D zu bringen, jedoch wollte er als Charakterniensch den vielen tausenden unschuldigen österreichischen Kmdtoj nicht' in-' WM.'-fchadÄr'MDLnn/-''wen»'solche 'Sachen- ^'Amerika öffentlich' zur -Kenntnis gebracht werden, -sohätte dies Naturgemäß..filf die vielen, .von dort erfolgten Spenden uich Unterstützungen .der. österreichischen Bader ' nachhaltige . Folgen gezeitigt, denn in Amerika.setzen, sich' die giwßen Unterstützungsaktionen' hauptsächlich aus 'jüdischen Mitgliedern zusammen. Auch hier in Oesterreich könnten wir den Mattseern beweisen, daß Gesetze auch im Lande Salzburg befolgt werben müssen. Wir erachten es'aber als Inden unter unserer Würde, uns mit derart vorsintflutlichen Menschen, welche in der Gemeindevorstehung, einen derartigen Beschluß durchsetzen können, M--befassen. -Wir sehen es. als unsere Pflicht an. Sie davon in Kenntnis zu setzen, damit Sie informiert sind, weshalb wir auf Ihre Offerte nicht näher eingehen können. Es ist sehr bedauerlich, daß die Mattseer Leute aus einer Religion eine Politik machen, in einer Zeit,' ttv jeder seine beste Kraft und sein bestes-Wissen ausschließlich zur Hebung des au und für sich so tief gesunkenen Staates verwenden sollte. Urrterschleife in einem Bankhaus. . ' Der in einem Bankgeschäft im 9. Bezirk als' Beamter angestellte Georg Karl Lhat zum Nachteile seines Bankinstituts in jugendlichem Leichtsinn einen größeren Betrug ausgeführt. Er hatte sich selbst ein Konto bei seiner Bank ordnungsgemäß errichten lassen und im Mai einen mit gefälschten Unterschriften versehenen Brief hexgestellt, demzufolge auf sein - Konto ÜÖOO verschiedene Aktien im Werte von 500.000 Kronen erlegt worden seien. Bon dem Brief hat er eine Kopie hergestellt und die Kopie d«m Buchhalter übergeben, der die fiktive Einnahme buchen ließ. Auf Grund der erschlichenen Buchung hat sich L. nach und nach von seiner Bank Beträge in der Gesamthöhe von 369.000 Kronen auszahlen lassen. Schließlich mußte die Fälschung trotzdem anfkommen, obwohl der ungetreue Beamte das Original des Briefes vernichtet hatte. Als er v'on seinen Vorgesetzten beftagt wurde, gestand er irenmütig die Fälschung ein und zahlte auch sofort >100.000 Kronen, die er noch' im Besitz hatte, zurück. L. wurde verhaftet und hat seither seine Verfehlung wieder reumütig einbekannt und sie damit entschuldigt, 8)aß-erin leichtsinnige. Gesellschaft-geraten sei und dadurch über seine Verhältnisse zu leben sich gewöhnt!und viel Geld mit Mädchen ausgegeben habe. Eine Urlaubsreife in das Salzkammergut kostete ihn 30.000 Kronen. Durch die zustandegebrachten verschiedenen Wertsachen und neuangeschafften Kleider vermindert sich der Schaden um weitere 23.000 Kronen. L.s Vater, ein vielverdiettter, pensionierter Beamter, hat sich, obwohl er "guf seine' kleine Pension und ein unansehnliches! Vermögen angelviesen 'ist, verpflichtet, die von seinem Wiener Morgenzeitung 14. Juli 1-921 Seite 5 Sohne entloLe.Summe zu ersetzen. Der junge Mann wurde daher ans freiem Fuße her Staatsanwaltschaft' angezeigt. ___' , Die BanknoLensittscherbarrde Meszaros- Klein-Györfiy. In der Angelegenheit der massenhaften Fälschungen^ der tschecho-slotvakischen Banknoten zu 500 Kronen ist -ty den letzten Tagen .eine Reihe neuer Verhaftungen erfolgt. 'Die Polizcidrrektion, Preßburg teilte der hiesigen Polizeibehörde mit, daß in Preßburg d^'r 36jährige Sämuel Spitz aus Groß-Tarns in der Tschecho-Slowakei, . zuletzt in Wien, 2. Bezirk, Obere Dönaustraße 89 wohnhaft, zur Ausweisleistung angehalten worden sei. Er hatte zwei Pakete mit 2 Millionen Kronen in den gelungenen' Falsifikaten der tschecho-flowakischen 300-Kwnennoten bei 'sich. Am Zusammen-' Hang mit der Verhaftung /des Samuel Spitz in Preßburg wurden hier der 20jährige angebliche. Privatbeämte Ernö H alp ert, auch! Ha mos, zu" UNgvLr geboren, 3. Bezirk, Seidlgasse wohnhaft, und der 26jährige HanbelsangesteMe David Fruchter, zu, Marmavosziget.geboren, 2. Bezirk, Untere Augartenstraße. 34 wohnhaft, am 10. d. M. hier verhaftet. Den Halpertz beschuldigt der in Preßburg verhaftete Saul Spitz, daß er ihm die beiden Pakete mit den falschen Ischecho-slowakischen Staatsnvteür zu '500 Kronen durch eine Mittelsperson, zugesteckt habe. Fruchter ist insoferne der Beteiligung an dm Fälschungen oder am Vertrieb der Noten verdächtig, als er mit Spitz in Wien verkehrt und ihm - auch Sei sich Unterschlupf gewährt hat. Halpert und Fruchter wurden gestern dem Lcrndesgericht e-ingeliefert. i Jüdische Volksschule«. Die Einschreibungen in die vom Jüdischen Schulverein neu errichtete jüdische Volksschule, H., T a b o r st r a ß e 29, werden täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags im Sekretariat des Jüdischen Schulvercins, H., Taborstraße. 20«, entgegevgenommen. Die Aufnahmen in die erste und zweite Klaffe der jüdischen Volksschule, XX., D e n i s g a s s e 33, finden täglrchvon 11 bis 12 Uhr vormittags im Schulgebäude statt. * Gegner tzeS Dandalismns. Die „Deutschösterreichischt Tageszeitung" hat dem BandalismuS den Krieg erklärt und ruft pathetisch: „Weg mit ihm!" Wie'kommt daS? Beginnt sie sich vielle cht der Taten ihrer begeistertsten, wenn nicht emsigen Leser zu schämen, derenthalben man beispielsweise schon in den letzten Friedensjahreü die Ballustrade der Wiener Universität mit eisernen Schienen sozusagen in den bewaffneten Verteidigungszustand zu setzen genötigt war? Keine Ahnung! Das großdeutsche Organ wettert nicht gegen den Begriff, sondern nur gegen düS Wort! Dieses wird plötzlich von dem Leibblatte der Mensastürmer als Verleumdung der Vandale» empfunden, die „voll Geisteskraft und Sttenreine" waren. Ihr'Zeitgenosse und Gegner Bischof Salvian wird als Zeuge für ihre Keuschheit angerufen. Natürlich hatte man eS auch ohne Bemühung eines solchen Gewährsmannes gern geglaubt, daß die Sandalen des Altertums den heutigen Mitgliedern der gleichnamige» Studentenverbindung an Sittenstrenge bedeutend überlegen waren und sich weder an Redoute» in der Hofburg zu Vindobona, noch an Bose» Vuben-Bällen ä 1* Dr. Waneck beteiligt haben. Man wird ihnen also in Hinkunft Gerechtigkeit widerfahren lasten und wenn die modernen Nachkommen des »heldenhaften Germanenvolkes" wieder einmal wüste Rauf- und Prügelszene« auf akademischem Boden oder die Demolierung städtischer. Straßenbahnwagen und jüdischer Ausspeisungshallen arrangieren werden, solches Vorgehen streng nach dem Wunsch der „Deutschösterreichischen Tageszeitung" nur mehr mit der Bezeichnung „H u n n e» t» m" belege». * Präsident Masaryk. Wir rnitgetült wurde, kehrt Präsident Masachk am 11. August von Capri nach Prag zurück. * Bortrag Dr. Glogan. Der bekannte New-Norker Arzt Dr. Otto G l o g a u. der sich nickt vnr auf charitatikrm Gebiete, sondern auch im Sinne des Pazifismus und der Bölkerversöbnung in Amerika betätigt, hat sich entschloffen, auch hier eine Reihe von Vorträgen zu halten. Der erste dieser Borträge, deren B-ranstaltung dcm Vereine Bneiischaft übertrage» wurde, findet Mittwoch den 20. d. M. abendm Saale der Gesellschaft der Aerzte, IX., Frankgaffe 8, unter dem Titel „Amerika, die Brücke zur Versöhnung" statt. Saaleröffnuug 7*8 Uhr, Beginn des BortragrS präzise 8 Uhr. Eintritt ftpl Rach Beginn deS Vortrages sinder kein Ecülaß statt. * Der Kampf gegen den Antisemitismus in Amerika. Die von der B'n ei - B r i 1 h - 8 o g e begründete „Anti-Defamation LegguS" (Liga gegen Verleumdungen'' zur Bekämpfung des Antisemitismus) hat im letzten Jahre über 300.000 Broschüren uud Bücher unter Erzieher. Beamte, Geistliche, Publizisten und öffentliche Bibliotheken der. Vereinigten Staaten verteilt, in denen die Beschuldigungen gegen das Judentum beleuchtet und zurückgewrtsen werden. Die Liga beabsichtigt ihre Tättgkeit auch auf das Ausland auszudehnen. (I. C.-B.) * Eine neue Eisenbahnlinie in Rumänien. Am 22. Juli wird die Eisenbahnlinie, die die bestehenden Linien Bukarest-Jassy und Bukarest- Czernowltz zwischen den Stationen Barzastr und Roman verbindet, dem Verkehr übergeben werden. ES ,st dies die-erste Eisenbahnlinie, die in Rumänien «ach dem Kriege eröffnet »md. * SNrs. Fels für die zionistische Minorität i» Amerika. Mrs. Mary Fels, die vor kurze« 600.000 D o l l a r iür den Aufbau Palästinas spendete, stellte der zcomstzschen M i nd e r h eitS g r«p p e Amerikaden Betrag von 50,000 Dollar zur Verfügung. (I. C.-B.) * Zionisten in Bade» nnd BSSlan mögen ihre Stoffe an Srofeffor Dr. Wilhelm T - e i n, Gamfarn, Hauptstraße 9. brkauntgebe«. * Personnlnachrichten. Sonntaa den 17. d. M. findet im Tnnpel, l., Seitenstettmgaste, die Trauung des Fräuleins Hella Walt u.ch, Tochter des He^rn Josef H. W a l t u ch, mit dem akademischen Maler Herrn Siegfried B o j k o statt. * Schönberg. Mattfee und die Konfesfivn. Man schreibt uns: Zu Ihrer Mitteilung, daß der Komponist Schönberg die Sommerftilche Mattser rn Salzburg, wo die Inden nicht erwünscht sind, verlassen hat, obwohl er Protestant ist, wäre nachzutragen, daß Hern: Schvubcrgs Protestantismus nicht sehr alt ist. Er ist nämlich als Jude geboren und ließ sich als junger Student taufen. Da er also eigentlich „Nichta .r i e r" i st. zog er es vor, das . „arische Matttee z« verlaffm, um weiteren Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen. Auch der Tmlischein trügt manchmal. * Ein Jdistenkongreb in Wien. Zu unser gestrigen, der.Pariser „Humanits" entnommenen Mitteilung wird uns aus den Kreisen der Wiener Jdisten geschrieben: Der Kongreß, der vom 5. bis 9. August in Won tagen sott, ist von einem Wiener vorbereitenden Komitee im Äufftag der Ido-Akademie einberufen worden, die ihren Sitz derzeit in Lüßlingeu (Kanton Solotfurn) in der Schweir. hat. Ein pvlltischer Zusammenhang dieses Komitees mit der kommunistischen Organisation besteht nicht, . was schon daraus hervorgeht, daß an dem Kongreß auch eine ' „katholische' Jdisten-Unwn" telnehmen wird. Die Ido-Bewegung' , zielt wie berrchtet, auf die Schaffung einer internationalen Hiüsisprache ab und.basiert ln ihrem Aufbau auf der Samenkofschen - Esperanto-Sprache. . * Flregertod. Der australische Flieger Harry Hawker, der als Erster den Atlantischen Ozean überflogen hatte, fand gestern auf dem Flugplatz von Hendon bei London durch den Brand seines Apparats den Tod. Die KoMmunistevdemo»stratto» i» de« Tschecho- Slowakei. Aus Prag wird gemeldet: Die angekündigtrn großen Demonstrationen der Kommrrnstten nahmen in der ganzen Rrvublrk unter schwacher Beteiligung einen ruhrgeu MgefiSrtm Verlauf. * Begräbniffe am he»tigen Tage. N e u e r F r i e dh o l: 9 Uhr Lowy Salomon. 9 Uhr 20 Min. Großmann Rosa, 9 Uhr 40 Min. Verständig Paula, 10 Uhr 20 Min. Palteuhofer Markus, 10 Uhr 40 Min. Abe Abraham. * Die Aufhebung dev Reisebeschväukuuge» in Steiermark. Aus G r a z wird gemeldet: Eine Verordnung der Landesregierung setzt alle BcsLrankungen des ReiseverkehreS iür Ste'ermark außer Kraft." In Gültigkert bleiben nur mehr drx bestehenden Paßvorschriften für Reisende ans dem Ausland in das Inland und umgekehrt. * Die Reichswehr filmt! In der Filmzrrtschrift ,Licht« bildbühne" Nr. 30 findet sich folgende geschäftliche Notiz: - Eser6py-Film. Das Bornstedter Feld bei Potsdam »ar kürzlich der Schauplatz einer Schlacht. Es handelte sich dabei um -vjitte' richtiggehende Schlacht mit Artillerie, Kavallerie und Jnfantekie. um eine Schlacht, bei der vorgerückt und angegriffen wurde. Die Führung freilich hatten dabei nicht Generäle, sondern — Filmregrsteure. Die Csrräpy-Fllmgesellschaft hat die Reichswehr auf dem Bornstedter Felde inS Treffen geführt, um eine Probraufnahme zu der Schlacht von Lenthe« z« mache»,' die sie in ihrer großen Fckmtrilogie „Friedericus Rex" Wiedererstehen lasten will. Die Tatsache, daß bei den Aufnahmen, dtz im September auf dem Schlachtfelde von Leuthen stattsindm werden, die bisver unerhörte Zahl von 32.000 Statisten ver-- wendet werden soll, hat es notwendig gemacht, Probea«j-> nahmen vom Ruinenberg herunter zu veranstalte», um er» Bild davon zu-bekommen, wie man die Riesenmasten bewegen müste. um sie photographisch richtig festhalten zu können. Svj wurde auf dem Bornstedter Felde die Schlacht veranstaltet, m der ein richtiger Armeegeneralstabsches die ausmarschierenden Truppen nach der Karte der Schlacht von Leuthen befehligte.; Dazu bemerkt die Berliner »Freiheit": Angeregt durch diese Notiz, konnte man dem RrichZfinanzminister Vorschlägen, aus der Reichswehr Theatergrnppen zu bilden (die Filmindustrie zahlt gut!). Auch Operettengruppe» waren zu empfehlen; es ließen sich sicher ganz schöne Einnahme« erzielen, wenn die Herren Offiziere in Monokel und in schneidiger wilhelminischer Paradeuniform — mit dem Reichswehrminister als gutgläubigen Provinzonkel — irgendwo auftreien würde«.' Natürlich müßte man ihnen die Waffen adnebmen, den» m die Hände von Schausvrelern und Filmstatisten gehören nur Kinder» Pistolen und Pappsäbel. ' ' * Postverkehr mit SowZelrutzland. Der unmittelbare' Austausch von gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefen, Postkarten, Drucksachen, Warenproben und GeschäftSpapierm ist w»j BerkebremitSowjetrußland, der Ukraine beq Republik Aserbeidfchan und der Republik des ferne» Osteust wredera« fgeuomme« worden. Die AbfertrgMg nudek jeden Samstag vom Postamte Wien 101 (Westvahnhof) auf dem LeltmtgSwege über B e r i t n-R i g a an das Postamt MoSka» statt. Erste Abfertigung hat von Wim am 9. d. M. und vo»! Moskau am 2. d. M. stattgefunden. Eine Gewähr für das zeit-, gerechte »nd regelmäßige Emlangeu der Postsmdungen kan« vor-, läufig mcht übernommen werden. « Wetterbericht. Dre vorgestrige« Gewitter in den östlichen Alpenländern haben nur geringe Nachwirkung zurückgelaffin. Gestern früh herrschte wieder schöne- Wetter. Tagsüber wurde rS recht warm. In Wien stieg die Temperatur bis 37", in Innsbruck über 32". Nordeuropr wiry von kalten nordwestlichen Winden überweht. Voraussage: Vormittag- .vermutlich ziemlich Hüter und warm, für später sind Gewitter zu erwarten. * Bombenanschläge in Brannschweig. Der ^tzokalanzeiger" erfährt aus Braunschweig, daß in,der vergangenen Nacht zwei Bombenanschläge verübt wurden; der eine war gegen dqs Haus eines GerrchtSchemlkers, der andere gegen die GarnisonSkirche grrichiet. Bon den Tätern fehlt jede Spur. Es wurde nur. geringer Schaden vmrrsacht. * Hunger in Rntzlaab. Nach Meldungen, die dem «Ost Expreß" aus Petersburg zugehen, ist die Lage in de» Hungergegenden des Wolga- und Kama-Gebietes entsetzlich. In- - folge der andauernde» Trockenheit sind die Bäume vollkommen entblättert, die Biunnrn und Flüffe ausgetrocknet. Die Bevölkerung flieht nach allen Windrichtungen. Mit Mühe ist es gelungen, einen Teil der Flüchtlinge nach Sibirien und Turkestan zu leiten. Die Petersburger „Krasuaja Gazetta" verlangt energrsche Maßnahmen, um der Not «mgehmd zu steuern, da die Lage außerordentlich erust sei. * Tod in den Bergen« A»S Innsbruck wird gtmeldet: Der 23jährige enaliscke Hvckschüler I. B. Frey er aus Howdeu 1e Wear (Grafichaft Durham), der mit em« Engläuderin eine Tour zum Tuxer Joch Mternommen hat< ist am 8. b. 9t den» Edckwerßpflücke» infolge mangelhafter Ausrüstung über eine 100 m hohe Felswand abgestürzt. Er erlag bald keine» schweren Verletzungen «nd wurde am 10. d. M. «y dem Friedhof r» Hiutrrenx bestattet. .... i .. , .... —-- «nd daekea Sie schon Jolst Ihren Bedarf an Aniuf», KoilDtt^j Manlol- und Raglaostoffffon tovie Saldenwaren nur in üu 9U8

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