Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 883 (12.7.1921)
- Date
- 1921-07-12
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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CtBr ff . Men, Menskag der Vartei tr«g, und der KnltaSvorstand der Linzer Gemeinde bewilligt: snS Gememdegeldern eine Subvention für den Jaär Anstria. Die Linzer Nationalfondskommisfion hat besonders verdienstvolle AustlLnmgsarbeit in mchtzionistische» Kreisen, geelistet and das gesamte Linzer Judentum ans den Bode» des Jüdischen Ratioualfonds geeinigt. Im Gegensatz zu diesen Orten ist die Nationalfonds-Arbeit in M 8 d l i n g, das im Vorjahr den Ehrenpreis der Provinz davontrug, stark zurückgegangen und die dortige Gemeinde hat mit einem Betrag von X 26.881 erst 67•/• des Kontingents abgeliefert. l!I. Ehrenpreis der größten Spende: Weitaus an erster Stelle steht Herr Gemrinderat Dr. Bmnv Pollak-Parnau mit einer Spende von X 100.000 für >ctt Jaar Austria. IV. Ehrenpreis bei erfolgreichsten S ammlers: An erster Stelle stehen die Herren Hahmoff und Jakob D a w i d des akademische» Vereines spaniolischer Juden «E s p e r a n z a“, die bisher K 103.200 abgeliefert haben. An zweiter Stelle folgt Herr meL DrttckmaNn mit einem Sammelrrsolge von Li 52.000. V. Ehrenpreis der besten Nationalfonds-Sammelbüchse: An erster Stelle rangiert &ic Büchse des Herren Heinrich B a r v. Wien, I.,mit K 8809. Ihm folgt an zweiter Stelle die Firma Pollatsche k, FunkL G r ü n h u t mit X 7023 and 20 Dinar, zusammen K 74=00.' An dritter Stelle kommt die Büchse des Herrn Siegmund Frisch, Wien, IX., mit K 5196, ^an vierter ©fette Moritz Haller. Innsbruck, mit X 5000. ' Es ist interessant, daß die vier besten Büchsen zusammen in diesem Halbjahr allein X 26.400 erbrachten, wahrend alle anderen 3500 in Oefferrtich verteilten Sammelbüchsen zusammen nur X 163.000 abliefern konnten- Dereinsnachrichten. Z e i r e i M i s r a ch i. Heute, präzise 7 Uhr abends. Mitgliederversammlung. Anschließend Referate der Herren Levr Jüngster (Sosnowice, Polen) und Aron L a n g l e b e tu — Fugendverein Ahawath Zion, II.» Kleine Zufahrtsstraße 160. Heute, 7*8 Uhr abends, Vortrag (Fortsetzung) Dr. Tartakower. — AbendknrsedesHebäischen Klubs. Das Sommersemester wurde geschlossen; dre Wiederaufnahme der Vorlesungen wird rechtzeitig angekündigt werden. — ZiouistischeBezirkssektion Leopoldstadt, heute, 8 Uhr, Ausschußfitzung im Ca>6 Restdmz (1., Franz Josefs-Kai). Tagesordnung: Schekel, Kongreßwahlen, Reorganiiation. — Jüdische Trschgesellschaft L a n dst r q ß e. Heute. 8 Uhr abends, im Wiener Rin^cafs (Souterrain) gemütliche Zusammenkunft. Die Ernährung. Der Marktbericht. Gemüse «nd Obst werden billiger. Die anhaltend gute Beschickung der Grünwarenmärkte »ringt eme allmählich doch in Erscheinung rretende Verbilligung einzelner Artikel auf dem Gemüse- und Obstmarkt. Grüne Fisolen werden auf dem Naschmarkt im Großhandel bereits unter X 10 per Kilogramm angeboten. Ein größeres Quantum italienischer Kartoffel wurde im Detailhandel um X 20 bis 23 verkauft, Marillen wurden im Kleinhandel schon mit X 50 bis 60 per Kilogramm abgegeben. Zum ersten Male waren auf deA Naschmarkt heute italienische Birnen zu sehen, deren Kleiühandelspreis iu den Bezirksgeschäften mit X 77 per Kilogramm festgesetzt ist. In der Großmarkthalle war der Verkehr fast belanglos. Freie Jüdische Volksbühne ypfiJÄ7,r*‘«iS Heute l/28 abends: Tklas-Kaf (Der Handschlag) Drama in 5 Akten von Perez Hirschbein. 2en-Z«l 0. Birhne und Kunst. Aus der Mischen Theaterwelt. In der Monatsschrift «Jüdisches Theater", Organ der Freien jüdischen Volksbühne in Wien, lesen wir: Wie aus den Saisonübrrstchtm des New-Aorker jüdischen Theaterlebens zu ersehen ist, wurden in den beiden literarisch orientierten jüdischen Bühnen New-Uorks (Morris Schwarz' Theater und daS «Neue jüd. Theater") im Laufe der vergangenen Saison hauptsächlich folgende Kustwerke anfgeführt: Bon Asch: „Gott der Rache* und „Der Jichui"; von H i r s ch b e t n :, JSL Leben sar a ^eben";von ScholemAlejchem: „Ziseit und Zispreit", «Es ist schwer, ein Jud' zu sein", «Tewje der Milchiger"; von Juschkewitsch: «Des Bettlers Traum"; von D ym o w * «Nndnikes* und «Der Sänger seiner Trauer"; von Perez: „Die goldene Kette". Die eigentlichen Zugstücke waren: Scholem Alejchrms «Schwer, ein Jud zv sein* und Schomers „Eikel- Mafik* mit Rudolf Schildkraut in der Rolle des verbrecherischen Eikrle. — Die hervorragendste schauspielerische Individualität war in Nrw-Aork .im Lause der vergangenen, Saison Rudolf Schildkraut, der unter anderem auch den Shylok gespielt hat. Aber auch außer ihm hatte die jüdische Bühne in New-Dork eine Reihe bedeutender KunsikrÄfte zu verzeichnen: Bina Abramowitsch, Morris Schwarz, Leonid Snjegow u. o. m. — Mehrere Schauspieler waren auch dort von fremden Bühnen z» «ns gekommen: Sa Snjegow und Frau von der russischen Bühne, Grete Mayer von der deutschen u. a. m. — Als Regiffeure waren auch tätig: Ossip Dhmow und Mark Arnstein. Die Wilnaer in Warschau spielten fast die ganze Saison hindurch An—skrs „Dlbik", d er geradezu zur Sensation in Warschau geworden ist. Der Versuch, Afchs «Omuen und Tomor" bühnenfähig zu machen, scheint wohl trotz großen Aufwandes an Mitteln mißlungen zu sein. Die hebräische Habimah in New-Dork führt« mit Erfolg- H'.rschbems Drama «Des Schmiedes Töchter" aus. /WrMsd MorgetrzeitUrtg rum Besuch des pQstet man XII, Zionistenkongress (1. bla 10. September 1.1. ln Karlsbad) «Nd der (11. bis 17. September I. J. In Wien) Die Tatsache, daSs die -'„Messe“ ieitlicti gleich nach Schluss des Kongresses abgehoben wird, gibt ’der- „Wiener Morgenieitiing“ Gelegenheit für den Bestich der „W. I. M.“ bei den Kongressteilnehmern zu propagieren und dieselben, durch zweckentsprechende Annonceii über günstige Lxport^erdindüngsn zu informieren. Sie gewinnen für Ihre Waren im Auslande neue» wertvolle Absatzgebiete, wenn Sie in den g Koniresstoi Messe-ninieii der „Wiener Morgenzeitung“ und in dein Übersichtlich nach Branchen geordneten Messe-Führer annomote &» ea den die „Wiener Morgenzeitung“ während der Messe allen Massebesuchern zustellen wird. Inseraten-Annabme in der Administrationj Wien, II., Taborstrasse 1—3, Tel. 44-0-38 und 43-3-10, sowie durch alle Annoncen- Eipeditionen des In- und Auslandes. — Auf Wunsch Besuch durch uhsere Vertreter. 950 I» New-Iork ist gegenwärtig ein jüdisches' Kindertheaier itt Organisierung begrrffen. Der frühere Leiter des New-Dorker Neuen jüdischen Theaters Samuel Schor eröffnet dort Mit Beginn dek netten Saison ritt Metes — vermütlich literarisch gerichtetes — jüdie sches Thraker. . Die Gedenkfeier für Lueilte Marcel-Weingartner. In der Bolkßoper fand Sonntag vormittags eine stimmungsvolle Gedenkfeier für Lucille Marcel-Weingartner statt. Ein tempelartiger Bau war auf der Bühne anfgerichtet, in Mystisches Dämmerlicht getaucht und mit einem dunklrN Schleier gegen den Zuschauerraum hin abgeschloffen/ IM schwarz drapierten Orchesterraum hatten 100 Musiker, Philharmoniker M Volksopernmustker Platz genommen, die den unsichtbaren Chor, der Mozarts »»Ave verum" sang, begleiteten. Erika Wagner sprach eine« von Hans 8 i e b st o e ck l geschaffenen eindrucksstarken Abschiedsgruß an Lucille Marcel. Dann brachte das Orchester unter Wilhelm Grümmers Leitung Mozarts Mauerischen Trauermarsch zum Bortrag. Alois M a r k l, der Obmann der Philharmoniker, sprach Worte des Gedenkens. Die S-mvIl-Sympbvnie von Schubert ^Dirigent Dr. K a i s e r) brachte das musikalische Programm der Feier zu weihevollem. Abschluß. Unter den Anwesenden befand sich auch Bundeskanzler Schober. Aus de« Theatern. IN der Renaissance-Bühne gelangt heute' zu« ersten Male der dreiaktige Schwank .Die spanische Fliege" mit Gustav Walbau vom Staqjstheater in München als Gast zur Aufführung. Beginn der Vorstellung p r Ü z i s e 8 U h r. Für das am iS. d.M. beginnende Gastspiel des Ensembles deS Wiener Bürgertheaters an der Volk 8 oper sind Fräulein Karola Jovanovic von der Staatsoper für die Titelrolle: „Gallmeyer" «nd Herr Willy Bauer kür die Rolle de- „Makros" gewonnen. Sonst wirken mit; Fräulein Mada Anzengruber, Honst Zich, Herr Zeisl. Matuna uud Vinzenz Bauer. Diese Vorstellungen finden unter der Leitung de- Komponisten statt. Beginn Y»H Uhr. In der.NeueuWiener Bühne beginnt Freitag dm 15. d.M. die Freie jüdische Volksbühne ihr Enscmble-Gastsviel mit dem Drama «Sch'ma Jisruel" von Osstp Dymow.' Der Vorverkauf hat bereits begonnen. — Bis Donnerstag täglich: „Der HÜtteribesitzer" mit Maria Fein, Theodor. Becker und Hans Fischer als Gästen. Freie Mische Volksbühne. Heute gelangt Pertz H i r i ch b e i n s Drama ,TkiaS - Kaf" (Handschlag) mit Ben-Zwi alS Gast zur Aufführung. Morgen, Mittwoch, den IS. d. M. findet in der Rolandbühne. II., Praterstraße 25 (Gastspiel^der Amerikaner Künstler Mali Pico» und Direktor I. Kalich), die Erstaufführung der Operette «Das süße Mädel" von SLwr «il Male P i e o u m der Hauptrolle statt. 12. IM 1921 W. y Hakoah. Wir entnehmen nachstehenden Artikel, der ctttS bÄrWSeU eines Ariers stammt, dem „Neuen Wiener Sportblatt": j Ich weiß nicht mehr ganz genau, ob es viele waren, die das Kasperlspiel mitgemacht haben, da Hakoah zum' erstell Mole — es war in eine« Match! gegen Vienna-Reserven —< vor die größere Oeffentlichkeit trat/ Lassen wir die Remi-> niszenten, es war ein Kasperlspiel. Wenn ich' nicht ine# hat es zehn .Goals gegeben und — viel Gelächter. Eine andere Mannschaft, der solches passiert wäre, häftH sich ohne Zweifel am Aberch nach dem Match! vor Verzweiflung einen Niesenrausch (genauer: elf Riesenräusche) an<- getrunken und sich' dann wahrscheinlich! ohne jede Notiz in de« „Wiener Zeitung" aufgelöst. Sie wäre mit einem Wicyiß glatt auseinandergefalben. > ' , j Daß sich Hakoah zum Gegenteil entschlossen hat, e$ scheint nach all dem, was wir die Jahre hindurch zu sehmr> zu konstatieren und zu beobachten Gelegenheit hatten,eigentlich nur selbstverständlich. Die Mannschaft sagte sich nicht „Adie^r", im Gegenteil, sie scharte sich enger "zusammen, sie setzte MM immerhin exotisch klingenden.Namen durch. Ehe man es! noch' recht bemerkt hatte, waren sie in der zweiten Klasse, wo sie eine W'eile mit'den übrige« schlecht und recht „herummürksteN", vis sie sich dann kräftig genug fühlten, die Zähne zufammenbissen und „Durch!" sagten. Wir wundern unSI heute eigentlich , nicht, daß dieses „Durch!" innerhalb einM Jahres zur Tatsache wurde. ' . i Um jedem unnützen Verdacht auszuweichen, will ich vor allem seststellen, daß ich Arier, sogar ziemlich selbstbewußter Arier bin. pietabe, das hindert mich aber nicht, im mindesten, zu erklären, daß ich es mir ganz' gut twi* stellen könnte, daß ich', wenn ich nicht schon anderswo engagiert wäre, ,,abstrakter" Hakoah-Änhänger sein könnte. Ich gestehe auch ganz gerne, baß jedes Hakoah-Wtatch eben deshalb, weil es stets eine schwer zu definierende PikanteriE mit sich bringt, für mich einen .^enuß bedeutet. fl Womit ich diese meine „abstrakte" Anhängerschaft bihgründen könnte? Mit jener Bewunderung» die ich' für alles! im Sport übrig habe, was ideale Auffassung, ehrliches Sportbestreben und Organisation heißt. Hakoah ist der nach den richtigsten Grundsätzen geführte, bestorganisierte Fußbällverein! Oesterreichs. Was ürir an Hakoah besonders imponiert? Erstens, daß man das Bewußtsein hat, baß in dieser Mann-» schast der Professionalismus keinen Boden hat, weil ein innerer Kitt da ist, -der besser , wirkt als Gehalte, Prämien,, Sommerreisen und Heiratsausstattungen. Zweitens: VaK Hakoah bemüht ist, ihrem Sportbetrieb tatsächlich jene ideale Breite zu gchen, die ja ursprünglich Voraussetzung war und!, heute ganz übersehen wird. Drittens: Daß sie. eine MaM--, schaft ist, die durchaus anständige Elemente beherbergt. Viertens: Es ist ein großes Verdienst der Hakoah, .bisher!! dem Sport vollkommen fremd gegenüberstehenbe Kreise füt den Fußballsport interessiert zu Haben, eine Tatsache, diej* erst in der Zukunft richtigen Ausdruck finden wird. Fünftens'; Mir imponiert die Hakoah, weil die Triebfeder dieser Leute! Naiionalrsinus, Volksbewußtfein, heißt. Dieses Pölksbewüßtseinf. hat auch' die Tschechen groß gewacht und Mrk' erhalten. Mut Händen gekommen und wir — vermissen sie nicht, uns fehlt es gänzlich. Die olympische Idee ist.uns ab<-! Ich' habe unlängst eine Broschüre der Hakoah' gÄesen?. Titel: „Hakoah führt!" , \ Wer es Mit unserem Fußballsport ehrlich meint, der lese diese Broschüre^ Noch Mehr: er beherzige sie! Er horche dem Herzschlag der Liebe zum eigenen Volke nach, der durch diese Blätter zittert. Gr bestaune das Bevantwortungsgefühl, das diese Leute ihrer Aufzucht^ gegenüber'an den Tag legen. Nicht bloß an den Tag legen> nein,- betätigen. Sportplätze, Luft, Sonne, Frohsinn für unsere Nachkommen! Das griechische Vhäire! Ehaire? geht durch die Zeilen und wirb' zu«! leuchtenden Symbol. „ .. Und wir? . Sport ist Sport -'- und Geschäft ist Geschäft. •, Dr. Richard S.sukup. Gas Mische Turn- und Sportfest i» Brünn. Das jüdische Turnfest in Brünn versammelte in den Tage« vom 3. bis 5. d. M. zum ersten Male Vertreten aller Zweige der jüdischen Körperkultur in der Ischecho-» slowakischen Republik und hatte auch aus Ungarn und Deutschöstetrsich jüdische Turner ünd Sportler zu Gaste. Die anstrengenden. Vorbereitungen, welche von der Veranstalteinden Sett Turn- und Sportgemeinde Makkabi in der tschechhtschen Republik durchgeführt wurdest, brachten einem vollen, für die Propaganda des MakkabiMebcmkens bedeutsamen Erfolg. .Vas Fest wurde mit einem Stafettenlaup „Quer durch Brünn" eröfftret. Elf jüdische Mannschaften, (barttnter eine des Makkabi Wien X und MaKabäa Bratislava) zu zehn Mann durchliefen unter großer Teilnahme des. PlUvlikUms bom Zentrum der Stadt eine 4600 Meter lange Bahn und kämpften bis zum Ziele (Sportplatz des Makkabi)! UM den Sieg. Die ersten drei Preise gewannen: Hagibor Prag, Hakoah, Olmütz, und kombinierte Stafette Makkabi,. Prag^Dobrisch. Um '4 Uhr nachmittags begann daS erste streisschauturnen, in welchem sich' 30 Makkabi-Bereine der! Republik mit dem imposanten Aufmarsch von wett Über 1000 aktiven Mitgliedern beteiligten. — Mr werden anf 'bte! Veranstaltung noch zurückkommen. Quer duvch die alte Donau. Das Wettschwimmen „Quer durch die alte Donau^ wurde am SamStag über eme Strecke von 1500 m zur Austragung gebracht. Trotz der ziemlich niedrigen Waffertemveratur stellte» sich 83 Dame« .und 136 Herren dem Starter. Als erste Dame langte ebenso wie tm Vorjahre Frau Berta Zahourrk (Danubia) am Ziele an. die die Strecke in 30 M>n. 32 Sek. zurücklegte. In der Herrengruppe Rieb Goldemrmd (W. B. C.) in Mm, 56 Sek. siegreich. - ' 66828170