Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 883 (12.7.1921)
- Date
- 1921-07-12
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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1^. UM ¥ /Wien. Dienstag im in i j iw ■■MiiiBit t ii rinnnwi —— ... -»> >>>.««>»,. >. U Verbandstag der Metallarbeiter. L'? Auli. Gestern' nachmittags wurde dev zwölfte f xrveuttiüE .Verbandstag des österreichischen DietallarbeiterhivK«nd«S. eröffnet:. Zahlreiche sozialistische Abgeordnete ^>es. bnttvtt»7lraleS und des Landtages, Vertreter dev österreichi» sthie« Fa-chorganisätionen, ferner Abgeordnete des Jnternatw- Mlerr M-'iallarbejterverbandes sowie der Metallarbeiterverbände T^utsMands, Dänemarks, Norwegens, der Schweiz, hirrgarns und der Tschecho-Tlowäkei hatten sich' eingefunden.! . Abgeordneter Dr. Deutsch besprach die jetzige Wirtftha-tSkiiie und erklärte, es wäre töricht, zn glauben, daß man über ein Trümmerfeld zum 'Sozialismus gelangen Kkmie. Der LZe cdandstag werde, der Arbeiterschaft innerhalb mw außerhalb des Landes zeigen, daß das Proletariat 8>ftevr??4$ 'uncrschütterlich z ur.Urtv^r! s cha s t stehe. Die dsdr-re-unpche Arbeiterschaft sei den anderen Proletariaten ein Stüxt voraus nrarichiert. Nunmehr soll sie Stellungskrieg ffübren, die richtige Position erhalten, bis die Proletariats der anderen. Länder nachgekommen sind, und dann gehe'es xemeiniam zum letzten Kampf gegen den Kapitalismus, uüd für den Sozialismus. Abgsordneiur H' a n u f ch' erklärte: Die organisierte - Ar- , beüerschaft, dve im alten Oesterreich niemals über eine halbe Million hincurSgebommen fei, zähle jetzt im kleinen. Staate!900.000 gewead'chastlich organisierte Arbeiter. Dabei stehest die Dietaftarbetter wie immer an führender Stelle.' - Bon den ausländischen Gästen sprach Jlg (Schweiz), , welcher die. gewerkschaftliche ''Lageseines Landes schilderte, die sich infolge der hohen Valuta immer katastrophaler gestalte/ rveiters die Kämpfe innerhalb der Schweizer Arbeiter-- fchafr. Schä fer (Deutschland)/zeigte zahlengemäß den gewaltigen' Aufschwung des deutschen Metallarbeiterverbandes, wies aber auf bi« furchtbaren Schäden hin, die die Moskauer Wühlereien gerade in Deutschland verursacht hätten. Aus den Worten Bernaths (Ungarn) ging hervor, daß trotz der scharfen wirtschaftlichen Krise und aller schweren Kämpfe der ungarische Me tallarbeiter verb and. an Mitgliedern beöeutend zugmoMnen habe. Ehrlstlichsozialer Parteitag. 22. Vis 24. Oktober. Der weitere Parteirat der Wiener Lhristtichsozial« hat beschlossen, den VI. C h r i st l i ch s o z i a l e n Wiener P a r t r i t a g für den 23., 23. und 24. Oktober d. I. einz»bnuftrr. - Telegramme. Arabischer Ueberfall auf General . Gourand. Paris, 11. Juli. (Fankfpruch.) Aus Kairo wird gemeldet, daß aufrührerische arabische Reiter de« Kraftwagen des franzöfi« schev Generals Gourand «der Nabe von Damaskus angegriffen haben. Der mitfahrende Dolmetsch wurde getötet, der Gouverneur von Damaskus verwundet, der General blieb unverletzt. . Ei« Bombenattentat in Madrid. Berlin, (Privat.) Sir Horvard, der britische Botschaft« in Madrid, wurde gestern abends durch einen Bombensplitt« am Unterarm schwer verletzt. Nähere Details sind nicht bekannt. Prügelszenen im Kownoer Parlament. Warschau, 10. Juli. (Funkspruch.) Jnr Litynischen Parlament kam es zu einem Handgemenge, wobei die p o l n i s ch e « Abgeordneten verprügelt und hmausgewvrfen wurden. Die mißhandelten polnischen Abgeordneten haben erklärt, daß sie sich durch diesen Ueberfall genötigt sehen, de» Sitzungen des Parlaments fernzubleiben. Keine Utraquifierung der Minoritätenschulen in der Bukowina. Bukarest, 7. Juli. Die Bukowina« Deputierten Doktor K o h l r u ü, Dr. S t r a u ch e r, 8 ukasiewicz und P o p es cu erschienen beim Untercichtsminister und protest!«tm gegen dir geplante Ulraquisienmg der nichtrumäniichrn Mittelschulen. Der Deputation wurde aufs bestimmteste versichert, daß außer Vaterlrndskunde auch weiterhin alle Lehrgegrnstände in der M u t t e r s p r a ch c der Minderheiten unterrichtet werde», Vor Beginn des HSuserbanes in PalSstina. Rew-Pork, 8. Juli. (Jüd. Korr-Bvr.) Die hier mit einem Kapital von 2 Millionen Dollar begründete »P a l äst i n a - B a u g es e l l s ch a f t". entsandte .zwei Borstaudsmitglieder, Rabbi Teitelbaum und Mr. Harry Fishel, nach Paläst-.na, zwecks Untersuchung der Möglichkeit des Beginnes d« Bautätigkeit im Lande. Eine jüdische Arbeiterdelegation für die Vereinigten Staaten. ' Jerusalem, 8. Juli. (Jüd. Korr.-Bur«) Eine Abordnung des Rares der vor kurzem hier begründeten jüdischen Arbeiterbank ist zum Zwecke der Unterbringung der Aktie» dieser Bank «nlec den amerikanischen Juden nach dm Vereinigt« Staate» abgefahren. Brandeis^ Demission. London. 9. Juli.. -Jüd. Korr. Bur.) Die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation erhielt soeben vom Oberrichter Louis Brand eis ein Schreiben mit dem Ersuchen, dem Kongreß seinen Rücktritt von der E.hrenprä- Wiener Morgenzeitrtug 12 . 3uß im M. »»bulgarische putsch ein Wsen manöver. Feststellungen des bulgarischen Handelsministers. Sofia, 10. Juli. Handelsministzer ■ Daskaloff hat Vor, den Vertretern -er Presse. folgende Erklärung abgegeben: Das Sinken-des bulgarischen W vch.se lku rses ist kün stliH hervo r ge rufen worden und auf keinerlei stichhältigeGründe^ zurückzuführen. Es ist hauptsächlich! durchs die in der letzten Zeit verbreiteten, tendenziösen. Nachrichten verursacht worden, wonach Bulgarien mit Jugoslawien otzer der Angora-Regierung 'gemeinsam' gegen die. -griechischen , Aspirationen in ' Thrazien Vorgehen wolle. Der - bu^e garischen^ Regierimg liegt es vollkommen fern, irgendwelche Verbündete zur Verwirklichung "imperialistischer Pläne zu'suchen,-da sie seit^langem jeden- 'Gedankdm an jene agressive Politik aufgegeben hat, die in der Vergangenheit soverhängnisvoll für Bulgarien ^gewjesen ist, und mit allen Kräften an der Wiederherstellung' freundschaftlicher Beziehungen mit allen Staaten Arbeite.;,i' . " ' Al? Eweitere Ursache für das.Sinken der bulgarischen' Valuta bezeichnete 'der Minister das von der Regierung dekretierte Moratorium. Er hoffe., daß man mit dem Ausland bezüglich der Bezahlung beziehungsweise Stundung der Schulden zu einem freundschaftlichen Uebereinkommen gelangen werde. Es gebe gute 'Gründe, die eine Besserung des Wechselkurses erhoffe^ .lassen,, vor allem das wiederhergestellte Gleichgewicht im Budget, die Verringerung der Exporttaxen, die gut« Ernte und die Erhöhung des Exports. Die Regierung habe, strenge Maßnahmen gegen die Spekulation tn^ Leva ergriffen und' werde, wenn notwendig, di« Schli eßung der Bör'se und die Bildung eines; Konsortiums von KreDitmstituten verfügen, das unter! der Kontrolle des Finanzministeriums WährungsvMo^ tionen durchführen werde. , ' /- Schließlich sagte der Minister: Die Beziehungen^ 'zu unseren Nachbarn sind - gut. Der Finanzminister!' wird sich bald nach. Frankreich, Belgien und deri- Schweiz begeben, um diese Finanzfragen zu regeln.? MinisterpräsidenLSL'anrb'ulinski sowohl wir ich selbst habe»tz bereits'Erklärt, "daß' -fci# Mise, des Mgeord netzen Gw-!' skoff nach' Konstantiuopel nicht mit irgendeiner Mission^ bei der Regierung von Angora zusammenyängt, sondern! daß der- Abgeordnete in Privatangelegenheiten reiste Bulgarien hat die interalliierte Kommission ersuchh ihre Zustimmung zu einer Anleihe von 100 Millionen Francs zu geben, von denen 50 Millionen in Frank-! reich lu'nd 50 Millionen in Belgien ausgenommen werden, sollen'. Die Alntwort steht noch aus. , *! . i d e n 1 s cha f t der Zionistischen Weltorganisation mitzuteilen. Ein mißhandelter Feldknrat. Neues vom Horthy-Terror. Budapest, 11. Juli. In der Nationalversammlung richtete Abgeordneter R u p p e r t an die Gesamtregierang eine dringliche Interpellation, betreffend die durch einen entlass e n e n Feldkuraten gegründete Arbeiterorganisation und Arbeiterzeitung sowie über die bei dies« Transaktion verübten verschiedenen Mißbrauche, die zu einer M i ß h a n d l n n g dkS der Erpressung verdächtigten Feldkuraten geführt haben. I u st i z m i n i ft e r T o m c f a » h i verwahrte sich im Namen der ganzen Regierung gegen die persönliche« Verdächtigungen des Abgeordneten R u p p e r t und erklärte, daß kein Mitglied d« Regierung persönlich oder in bezug auf seine Amtstätigkeit etwas z» verdecken oder zu bemänteln habe. Ml«tster Berg gestorben. Kopenhagen, ii. Juli. (Wolff.) Minist« drS Inn«« . B e r g ist hmte ftüh an Hnzfchlag gestorben. Tagesbericht. Dritter Internationaler Franen» Kongreß. In d« vormittägig« Sitzung des ersten BerhandlungStagrs »vurden die formal« Agenden erledigt. Dem Berichte der Mandatsprüfungskommission ist zu entnehmen, daß an dem Kongreß 1S1 stimmbttechtrgte Delegierte und 50 Besucherinnen aus fremd« Ländern teilnahmen. Die Versammlung sprach sich für die Gründung zweier neuer Sektionen m Griechenland und der Ukraine aus. Namens der griechischen Franenorgamsation, sprach Fran Parren (Athen), namens der Ukraine Vizeprästdentin Krapka-Dragomanowa den Dank aus. . Beide Redner««« wünschten, daß ihre Länder ehrbaldigst d« Segnung« des Friedens voll teilhaftig werden mögen. Die polnische Gruppe, die um Znlaffung ansuchte, verlangte eine Aenderung der Konstrtut'.ou der Liga, die tschecho-slowakische die Aufnahme für eine bereils bestehende Organisation (den V«ein „Mutterherz", was der bisherigen Uebuug der Fraueüliga widerspricht. Beide Ansuchen wurden dem Exekutwkomckee zur Beratung zugewiesen. Den Vertreterinnen der beiden Gruppen, Frau Stadträtin Ottilie Kovarova (Prag) und Frau Dr. Z. D a s z v n s k a - G o l i n s k o (Warschau), wurden, als.ste an den Kongreß Begrüßungsworle mit der Zustimmung zu seinen Tendenzen richteten, lebhafte Kundgebungen bereitet. In der Nachmittagssitzung wurde das Thema der ErzirhungSfrage behandelt. '_ Adolf Stand-Stiftung. Die Sammlungen zum. Andenken an Adolf Stand, welche nach dem Tode des zionistischen Führers Herr Oskar R o s « e r angeregt hat und die bisher d« Betrag von K 83.7bo ergeben haben, wurden dem Fonds für d« Ankauf eines Chaluzimheims in der Nähe Wiens übergeben. Bei diesem Anlaß sei allen Spendern d« beste Dank ausgesprochen k Die neuen Postgebühren Der Häuptausschnß trat gestern nachmittags unter Borfitz des Präsidenten Dr. W e i s k i r ch n r r zu «ner Sitzung zusammen. Zunächst wurde die Verordnung der Bundesregierung, betreffend Neufestsetzung der Gebühren für die B e fö rd eru n g v b n Postsendungen, in Beratung gezogen und die Vorlage der Regierung mit Mehrh^ genehmigt. ' Nach der Verordnung betragen die Beförderungsgebühr«»' k. I n l a n d s v e r k e h r. Die neue Briefgeböhr bis20g betragt für de» Ortsverkehr K $] Fttnverkehr K 4, für jede weiteren 20 g K 1, Postkarte K Drucksache« K 0.80 bis 1.60, Blindendrucksache» für je 500 8 K 0.40, bis 100 g K 0.20, Geschäftspapiere K 0.89 bis 1.60,) Warenproben K 0.80 bis 2, Mischsendungen K 0.80 bis 4J Einschreibegebühr K 5, Paketgewichlsgebühr bis 1 Lx K 25j 5 kg K 50, 10 kg K 120, 15 kg K 180, 20 kg K 250. Paketwertgebühr für je K 3Ö00 K 5, AbferrigungSgebühr über K 1000 K 15, K 20.000 K 25, Briefwertgebühr für je K 8000 K 5, Postanweisungsgebühr für je K 500 K 2.50, PosiaüfttagS-> karte K 4 (einziehbarer Betrag K 200). II. Wektpostverei«sverkehr. Briefgebühr K io, für jede weitere 20 g K 5, Postkarte K 6, Drucksache» K 2, Blindendrucksachen K'1, Geschäft Spapiere K S bis 10, Warwproben K 2 bis 4, Mischsrndimg« K z' bis K 10. ' Postanweisungsgebühren: Bis K 500 K 5, bis K 1000 K 1000 K 10, bis K 2000 K 15 usw. Für die Beförderung von Zeitungen »«de« folgend» Gebühren festgesetzt: JahreSgebührenbeitrag für die Berfwdung von Tageszeitung« für je ein Kilogramm des Jabresgewichtetz K 6, die niedrigste Rummerngebühr betrögt K 0.18, für Monatsschriften für je 50 g der Nummer K 0.30, bis 35 g K 0.18, Beilag«grböhr für je 1 kg des wirklichen Gesamtgewichte- LS. , . ' ' ' Die Herstellung von WeißgebSck. Kipfel» Semmel» uud Stritzeln noch immer »erböte«. Wie bekannt hat das Bundesministnium für Volksernähruna ju Wien die Erzeugung eines Einheitswrißgebäckes außerhalb der normalen Verbrauchsration unter bestimmten Bedingung« ab 11. d. M. bewilligt. Das Kriegswucheramt der Polizeidirektiou! ist beauftragt, auf die Einhaltung dieser Bedingung« sein fcw sondrres Augenmerk zu lenken , und insbesondere durch streng» Kontrolle die einschlägigen Betriebe und die als Winkelmärkte vorg» merkten Oertlichkeiten genouestens zu überwachen. DaS vor kurzem« Kraft getretenen Preistreibereigesetz bietet wirksame Abwehrmaß^ nahmen gegen jene Personen, welche den die Erzeugung vor^ Weißgebäck regelnden Vorschriften züwid'erhandeln, Es ist daher im eigenen Interesse der betreffenden Betriebe gelegen, wmu st» diese Vorschriften genäUestens' einhalten und insbesondeee dtÄ Verbot der Erzeugung und des Verkaufs von Kleingebäck, wi» Kipfeln, Semmekn, Stritzeln usw. beachten. Die llebertretnng dieses Verbotes wird in allen Fällen strengstens, eventuell mit Betriebssperre, bestraft werde«, wobei es gleichgültig ist, ob es sich um Mehl oder Gebäck inländischer oder ausländischer H«ka»st handelt und ob das Gebäck in einem Geschäfte oder in einem Gasthaus, Kaffeehaus, ein^r Pension usw. oder ans der Straß» feilgebote« wird. _ Dte Rachlaßangelegenheit Julius Brück. Erstattung der Strafanzeige. Einige Zeit nach' dem am 8. Februar ISS! erfolgDetz» Ableben des Kaufmannes Julins Br fick wurden daS Kriegßwucherantt der Polizeidirckttzon sowie di« Sinanzbehörbe» <mß bedenkliche Machenschaften aufmerksam gemacht, welch» .angeblich mit dem Nachlahvermögen des Julius Brück vorgenommen werden. Es wurde« daher vom Kriegswucheramtunter Mitwirkung der Finanzbehörben Erhebungen, eich, geleibet, welche sich insbesondere nach' vier Richtungen tae* streckten. Einmal bestand die Vermutung, daß der des sehr beträchtlichen Nachlaßvermögens verschleierß würde, um d»n Anspruch de» Staate» Punkt» Gebühren, Vermögensabgabe und gtoillfc sowie teilweise auch die Erb- Loodkoivs U«i»>»onn. Damenstoff reste kaufen, ohne sioh zu* Yf., Linke Wienzelle 40 «oenrttnAst