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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-10 · Heft 881 (10.7.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 881 (10.7.1921)
Date
1921-07-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Mvr V _ Von echten «nd falsche« Propheten. Ein steirischer Kurpfuscher wurde, als er sich vor Gericht fU verantworten hatte, von einer ungeheuren Menschenmenge otit stürmischen Ovationen begrüßt. Der Vertreter der Anklage. ^bSrde selbst hatte-in seinem Schlußwort dem Angeklagten ^gestanden, daß er seinen leidenden Mitmenschen Trost und Hilfe gespendet habe. Und zu diesen „Getrösteten" .gehörten nicht etwa nur leichtgläubige Bauern und ungebildete-Volks-, schichten, sondern, wenn man dem Polizeibericht glaüben darf, auch Professoren und — Aerzde. Auch die Verurteilung deS Gundermannes raubte ihm nichts von seinem Nimbus und er wurde von seinem tausendköpfigen Anhang im Triumph nach Hause geführt. Dieser Bericht ist die, man möchte sagen, vom künstlerischen Standpunkt notwendige Ergänzung zu den Alarmrufen, mit denen die berufenen Vertreter der Wissenschüft fast täglich das Gewissen der österreichischen Oeffentlichkeit aus der allem geistigen Ringen gegenüber an den Dag gelegten Lethargie anfzurütteln suchen. Wahrend der Möllerfranz" aus Stainz mit seinen Flascherlküren es nicht nur zu Vermögen, sondern auch zu Ansehen und Ehren bringt, sind die Wiener Hochschullehrer,- die Erben eines' internationalen Ruhmes, nicht imstande, jenes Minimum' an behaglicher Lebenshaltung zu erwerben, auf das ernste wissenschaftliche Betätigung Anspruch' hätte. Dutzendweise, verlassen die Gelehrten von Rang das sinkende 'Schiff. Bei der Neubesetziurg der verwaisten Kanzeln aber soll weniger die' wissen-- schasuiche Bedeutung, als die — arische Mstammüng der Bewerber ausschlaggebend sein. So soll auch dieser vornehmste Patient in Oesterreich, die kranke Wissenschaft, nach — $hn> pfuschermethoden aeheilt werden. Das Kurpfuschertum ist Trumpf in Oesterreich. In Dorf und Stadt', in Politik und Wissenschaft feiern seine Propheten billige Siege über jene iveltsremden Idealisten, die an die veralteten" Methoden der systematischen Forschung ihre besten Kräfte vergeuden. Entthront ist der gesunde Menschenverstand und seine natürliche Erkenntniök.ast. Denn die nach Erlösung durstende'Menschheit hofft mit denl Staatsanwalt im Grazer Kurpfuscherpwzeß ans die Möglichkeit, daß in der Natur geheime' Kräfte schlummern, die auch der mangelhaft vorgebildete Dilettant zum Wohle seiner Mitmenschen anzuwendeu verstehe. Endlich hat Neuösterreich seinen wahren Repräsentanten auf den Schild gehoben. Es ist nicht der erwählte Präsident der Republik, der gerade auf einer repräsentativen Dienstreise zeremonielle Ehrungen einheimst, sondern der bäuerliche Wunderdoktor, dem von einer enthusiasmierten Menschenmenge erhebende Beweise dort Vertrauen, Dankbarkeit und Anhänglichkeit zugejubelt wurden. Bergson im Ruhestand. Der Arbeitsplan deS Philosophen. Inmitten der stilvollen Häuser der lebendige« Rne Saint Jaques gegenüber der Sorbonne, steht das College de Franee. Es ist ein ebenerdiges Gebäude mit zwei Flügeln, altertümliche Kunst spricht auö jeder ihrer Limen. Umgeben von modernen Zinspalästen, von in steter Erregung begriffenem Lebe« »nd mittendrin in dieser lärmhafte» Welt, m dieser vielfarbigen Buntheit sieht stamm und würdevoll das College de Franse, welches im 16. Jahrhundert von einem französischen Herrscher begründet wurde. _Wrener MöMnzemmg DaS College de Franee vervollständigt' eigentlich die Sorbonne. -Seine Vorträge sind öffentlich und allgemein zugänglich. Jedem, brr lernbegierig ist, siebt es frei, die Vorlegungen im College de France zu hökenl Seine'Vortragenden gehören zu den besten Kennernlder Wissenschaft Znd der 'Literatur. ES'sind' weltberühmte Gelehrte, Schriftsteller von Ruf, deren Anieb'en auch dasjenige der Pcofkffören an der Sorbonne übertrifft. Es gibt keine Nuance und keine Schattierung der Wiffenschaft, der Kunst und dc, Literatur, über welche der Wiffcnsbefliffeue nicht hier Auskunft Md Wegweriung erbalten könnte. Im Hörsaal Nr- 4 trägt der exkommunizierte Abbö 8 ouish Religionsphilosophie vor. Im Saal Nr. 7 wird dem Hörer von d e C h a v a n n e s im Rahmen exotisch farbenreicher Vorlesungen das Leben in China vorgrführt, wird ihm die Möglichkeit .geboten, sich in die Mysterien chineii chen Familienlebens zu vertiefen, sich mit den Bitten, Gebräuchen und der Lebensweise der Chinesen bekanntzumachen. Im Saale Nr. 8 führt der aus Schottland stammende jüdische Gelehrte Henry Bergson leine Hörer durch daS Labyrinth der modernen Philosophie. Dieser Saal wird von den meisten Hörer« frequentiert. Bergson war nicht nur durch seine neue Erkenntnisse in der Philosophie und seine moderne philosophische Denkungsart volkstümlich geworden. Sein Bortrag ist so feffelnd, seine Erscheinung so anziehend, daß der Hörer ihm wie magnetisiert lauscht. Der Gelehrt«, der die spirituelle Denkungsweise in die philosophisch^ Wiffenschaft hineingetragen, verbirgt gewissermaßen in seinen Vorträgen den Mystizismus, bringt seine abstrakte Wissenschaft mit solcher Leichtigkeit und so geistreich dem Hörer näher, daß selbst der Laie ihm ohne Schwierigkeit zu folgen vermag. Nach vrerzigjähligrr unermüdlicher Arbeit zieht sich jetzt Bergson in den Ruhestand zurück. Die Pariser Blätter feiern den von seinem Lehramte scheidenden Philosophen in enthusiastischen Artikeln. Als Pikanterie mag wohl erwähnt werden, daß der klerikale und gegen Juden voreingenommene „Figaro" bei diesem Anlasse den Juden Pergson gegen den Juden Einstein auszusprelrn versucht. Ein Mitarbeiter des „Figaro" hatte auch eine Unterredung mit dem gefeierten Gelehrten. Bergson sagte unter anderem: ..Die Blätter berichten, daß ich meiner Lehrerstelle entsagt habe. Die Behauptung meiner Demission ist durchaus unzutreffend. Denn dies würde bedeuten, daß ich mit jener Hochschule gebrochen hatte, an welcher rch während eines ganzen Zeitalters arbeitet«. Die Wahrheit ist vielmehr, daß ich mich in dev Ruhestand zmückziehr, wozu mir im Alter von 61 Jahren nach einer vierzigjährigen Arbeit sicherlich die Berechtigung gegeben ist. Mit schmerzlichen Gefühleu.schnde ich vvm College de Franee, jedoch uur, um nunmehr dem eigentlichco Ziele meines LebenS mich widmenund ausschließlich Philosoph.sche Forschungen betreibe« zu können. Ich habe lieber der Bortragskauzel entsagt, «m uur meine ganze Zeit meinen Stvdien widmen zu können." Auf die Frage des Journalisten, welche Arbeit ihn gegenwärtig beschäftige, antwortete der Philosoph: „Wenn jemand philosophische Wahrheiten sucht, weiß er niemals, wohin ihn der Weg führt. Erst wen» er der endgültigen Wahrheit grgenüderstehl, sieht Md weiß er, wvhm er gelangt ist," /Tatsache ist, schließt der Berichterstatter deS „Figaro" seine Ausführungen, daß - dieser Meister der modernen frauzösischm Philosophie-die Feststellungen, zu denen er nach dreißigjähriger Forschung gelangte, nicht alS abgeschlossen betrachtet. Die gewaltigsten Schöpfungen, der modernen Philosophie: „Die wjinnw- IT88I —-—- Materie und das Gesetzbuch" und „Die schöpferische Evolution^ sind Werke Brrgsons. Er schrieb den Satz : .W>r sind, um f&j viel oder noch mehr zu schaffen, als wir denken. Und weM Witz den Eingebungen unterer Gedanken folgen, so denke« wir um zu handeln". Der Mann, der diesen Satz niederschrieb, kann' unmöglich, auf halbem Wege stehen bleibe». Bergson, der mächtig' an Kant rüttelte, ist noch nicht an der letzte» Station seines philosophischen Erkenntnisse angelangt. Die Wiffenschaft wird noch von ihm hören. Das Attentat anf den serbische« Prinzregenten. Die Untersuchung in Wien ergebnislos. Die über Ersuchen der jugoslawischen Behörden irr Me« geführte Untersuchung hat keine Anhaltspunkt« ergeben, aus denen geschlossen werden könnte, daß das Attenital gegen den Prinzregenten Alexander in Wieja vorbereitet! worden wäre. Wohl wurde durch die Erhebungen festgestellt,' Laß einige jugoslawische Anhänger der kommunistischen Partei, die durch das Attentat kompromittiert sein solleil, sich lut' letzten Jahre in Wien vorübergehend aufgehalten haben, was jedoch' bei dem Charakter Wiens als internationale! Fremdenstadt weiter nicht auffällig erscheint. Die in de«, Räumen des in Wien erscheinenden jugoslawischen kommunistischen Organs „Nasa Sloga" vorgenommene Hausdurchsuchung hat keinerlei auf da? Attentat bezügliches Material' zutage gefördert. ' Besserung der Kohlenlage. Aus Oppeln wird uns gemeldet, daß die Kohlen« lieferungen nach Oesterreich bereits am 5. d.M' wieder ausgenommen worden find. Die interalliierte Plebiszit« kommission hat d,e Zusicherung erteilt, daß die Transporte nun-« mehr in vollem Umsange aufrechterhalten werden sollen, daß also die monatliche Kohlenzufuhr aus Obrrschlesirn wieder - die durch die Pariser Reparationskommission zugesicherte Höhe tmr 200.000 t im Monat erreichen würde. Ja eS wird sogar ein«' Mehrlieferung als Ersatz für den vollkommenen Ausfall der letzt» Monate in Aussicht gestellt. Die Wiederaufnahme der oberfchlesischen Lieferungen bedeutet, wenn sie tatsächlich erfolgt, ein« wesentliche Erleichterung unserer Kohlenlage, und dieS dürste auch eine unmittelbare Rückwirkung anf die Frage der Aufhebung der staatlichen Kohlenbewirtfchaflung und Rückkehr znm freien Verkehr mit Brennmaterialien haben. Wie man Juden ans der Klinik Eiselsberg behandelt. Uns wird mitgetrilt: Die antisemitische Hetze, die in letzter Zeit in der christlichsoziale» und deutschnationalerr Hetzpreffe über alle Stränge schlägt, findet ihre Ableger auch an Orte», deren Charakter derartige (Azeffe von selbst verbieten sollte. Gestern erschien ein jüdischer Arbeiter ans der U » s a l l st a 1 i o » b«\ Klinik Eiselsberg im Allgemeinen Krankenhaus, um sich eine bei der , Arbeit zugczogeue Verwundung au der Hand dringlich behandeln zu laßen. Der diensthabende Arzt — den Namen desselben konnte der Arbeiter nicht, in Erfahrnug bringen, obzwar er alle Anwesenden danach fragte — überschüttete den von Schmerzen Gepeinigten mit antisrmitlschen Beschimpfungen jeglicher Art, und diesem Benehmen entsprechend war auch wohl die zarte Behandlung, die er dem Patienten angedechm ließ. aus und decken Sie schon Jetzt Ihren Bedarf an Anztig-, KOltQn-, Mantel- und Raglanstoffen sowie Seidenwaren nur in der Stadt*Restenmnssef 1., Weihburggasse 10—13, und I., Adlergasse a Rätsel bei Juden und anderen alten Völkern. Bon Josef Margsfches. Alte alten Völker, auch die auf niedriger Kulturstufe, liebten Rätsel, gleich den Kindern, die bis heute 'große Freunde von Rätseln sind. Aber auch Völker von Hoher, fortgeschrittener Kultur beschäftigen sich viel mit. Rätseln. Die altgriechische Dichtung Annt ihrer eine Fvoße Zahl, auch die griechischen Dramatiker flochten in ihre Werke Rätsel und deren Lösung ein. Sei je befaßten sich alle orientalischen Völker viel mit Rätseln. Der Orient, speziell Indien, ist wohl die Heimat aller Rätsel, die Hie Menschheit.kennt. Unter den orientalischen Völkern zeichneten sich .die Juden stets durch ihre Vorliebe für Rätsel aus und eine große Zahl davon — in den verschiedenen Formen, finden wir in der alten Mischen Literatur.. ' Das erste Rätsel, welches in der Bibel vörkommt, ist das bei der Hochzeit Simons mit einer Philisterin' aufgegebene. Es scheint, daßes schon damals ein weitverbreiteter Brauch war, bei Hochzeiten und ZusaMmenkünften die Gäste mit Rätseln zu unterhalten;, wer die Lösung nicht traf,. mußte., eine vorher bestimmte Buße zahlen. Auch bei den alten Griechen war es Brauch, daß derjenige, welcher ein beim Gastmahl aufgegebenes Rätsel löste, einen Preis erhielt und'dieses' nicht lösten, bestraft wurden. .'Jeder mußte einen Becher Wein leeren, in den Salz gemischt war. Der größte biblische Held an Weisheit und Wissen ist König Salomo. Als die Königin von Saba, von der Weisheit Salomos erfuhr, kam sie —. so. heißt es in der Bibel — eigens nach Jerusalem, um sich Mit ihm im Rätselwettstreit zu messen. Was das für Rätsel waren, die sie Salomo aufgab, wird in der Bibel nicht gesagt. Sie werden aber.in den Midraschim und. .im. Dargum scheni genannt. Wie der jüdische Historiker Jasephus erzählt, tzab es einen großen Rätfelkrieg zwischen König Salomo Und dem Tyrerkörng Hiram. Salomo sandte Hiram mehrere Rätsel und forderte ihn auf, sie zu lösen; sttPfse die Lösung nicht in einssr bestimmten Mt ehe,/ so müsse Hiram eine große Summe Geldes als Buße 1 , zahlen. Salomo dagegen forderte Hiram. auf, ihm | - Rätsel vvrzulegen und verpflichtete sich! zu einer Buße, wenn er sie nicht löse. Anfangs verlor Hiram, wie Josephus erzählt, viel Geld, da ex Salomos Rätsel nicht -lösen konnte. Als er aber einen großen Weisen seines Hofes, mit Namen Abdimon, zu Hilfe nahm, 'wendete sich das Blatt, und Salomo, der die ihm , von Hiram vorgelegten Rätsel nicht lösen konnte, mußte viel mehr an Bußgeldern zahlen, als. er Hiram abgenommen hatte. - Auch bei anderen alten BölveM werden ähnliche Geschichten von Rätselkriegen zwischen den Königshöfen erzählt. Im Buche der Fabeln, das König. Salomo zugeschrieben wird, finden sich mehrere Abschnitte, die . den Charakter von Rätseln haben, so zum Beispiel: : „Drei sind nicht M sättigen und vier sagen nicht l,genug'." Die Antwort wird an Ort und Stelle ge- . geben: „Die' Unterwelt und die Unfruchtbaren; die , Erbe, welche nie satt wird des Wassers, und bas Feuer, welches nie ,genug' sagt/' Ein anderer Rätselspruch dieser Art aus'dem „Fabelbuch" heißt: „Drei Dinge sind mir wunderbar und vier kann ich nicht verstehen: i Der Weg des Adlers in den Himmel; der Weg der -Schlange auf "dem Felsen;' der Weg des Schiffes in der :Flut; - der Weg des Mannes hei der - ^iurrsiM FraU/< Da die. vier ausgezählten Wege Leine Spuren ' hinterlassen, hält sie der Dichter für wunderbar und rätselhaft. - ' i r Auch der Prophet Jrcheskel benützte oft allegorische Rätsel, besonders wenn er über den Staat sprach, welcher das erste Mische Reich vernichtet hatte, über Babylon. Er' hatte auch allen Grund, offene Worte ängstlich zu meiden. Im babylonischen und jerusalemitischen .Talmud werden oft Rätsel angeführt. Eines der intsrj efsantesten Rätsel wird im jerusalemitischen Talmud 'dem großen Gelehrten, Dichter und Witzbold Bar- Kapta zugeschriebenr Der damals lebende Mische Naßi, Rabbi Jehuda, der Redakteur der Mischna; hatte einen Schwiegersohn Bar-Elieser, der aus einer' reichen Familie stammte, aber kein großes Licht warV Bar-Kapra vepdxpß c*, daß der Naßi einen ß»Wn Schwiegersohn r - 1 ' ■’ ~ hatte. Als einmal bei Rabbi Jehuda mehrere DalmUdgelehrte versammelt waren und jeder ihm eine andere Frage stellte, da lehrte Bar-Zßapra heimlich dem Dümmling Bar-Elieser folgende Frage und sprach' ihm Mnt zu, sie öffentlich dem Schwiegervater zu stellen: Sie blickt herab vom Himmel, Summt in ihres HauseS Winkeln, \ Schreckt alle Geflügelten; Jünglinge sahen sie und behielten sie. ' . ' Die Alten erheben sich und bleiben stehen . Der Flüchtige vust: „Wehe, lvehe!" 7 /' . Und der Gefangene ist gefangen in. feiner LüUde. Als der Naßi, während der Schwiegersohn baS- Rätsel vorbrachte, im Saale Umherblickte, sah «r, — so erzählt die Gemarah weiter! — daß Bar-Kapra lächelte. Dies ärgerte ihn sehr und er rief Bar-Kapra zu: „Dü bist zu jung und wirst niemals ein Saken*) werden." Da verstand Bar-Käpra, daß er zu Lebzeiten des Naßi niemals' ein Lehramt und einen Titel erhalten werde. —. Die Lösung des Rätsels, von Bar- Kapra ist bis heute noch nicht bekannt. Die- Gelehrten haben eine eindeutige Lösung nicht gefunden. Einige behaupten, es sei die Seele; andere beuten es als! den Tod; andere find der Ansicht, es sei damit der. Bann. gemeint, der damals eine scharfe Waffe in der Hand des Naßi und seiner Ratgeber war, die Gewalt Über gewöhnliche Juden, aber nicht über anerkannte Tglmudgelehrte hatten. Der Talmud bringt noch unzählige Rätsel, die aufzuzählen großen Raum in Anspruch nehmen würde. Mch die großen Mischen Dichter des Mittelalters, Jehuda, Halevi, Salomo ibn Gabriel, Abraham ibn Esra und andere .zeigten Vorliebe für Rätsel. Viele ihrer Rätsel sind Perlen der hebräischen Literatur. Und auch in der neuesten Zeit zeigt das jüdische Volk vielfach in der Literatur und im Spiel seine Vorliebe für Rätsel. Gin scharfsinniges Volk hat stets das Bedürfnis, sich mit Dingen zu befassen, die Geist, Witz, und Scharfsinn verlangen. *) Saken ----- Greis. Bezieht sich aber hier auf kt# LW «Mve«." für den «Wsehenen Gelehrte».

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