Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-07-10 · Heft 881 (10.7.1921) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 881 (10.7.1921)
Date
1921-07-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2979960--08110-2994230
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

M78W ■nwir—w Me», Sonntag Msrgeieze«zmF Telegramme. De Balera kommt nach London. London» 9. Juli. (Reuter). Amtlich wird aus Dublin gemeldet: DeValera hat beschlossen, die Einladung Lloyd Georges zu einer Konferenz in London anHunehmen. Cr hat seine Anhänger angewiesen, alle Angriffe sowie die militärischen Uebungen aller Art einzustellen. Die Regierung hat angeordnet, daß alle militärischen Unternehmungen und polizeilichen Durchsuchungen eingestellt werden. London, 8. Juli. (Reuttt.) Amtlich wird mit geteilt, -aß ein Ncberernkümme» getroffen wurde, wonach die Feindseligke-te» in Irlandmit Montag mittags eingestellt werden. Die Antwort deValeras lauter, er «nd die anderen Jrenführer wären bereit, mit Lloyd George zusammenzutreffm und die Grundlagen der vorgeschlageüen Konserenz zu besprechen. Die Forderungen der Kemaliste«. - Paris, S. Juli. (Fnnlsvruch). Die Unterredung, zwischen General Harrington als Vertreter der Hochkommissäre der Alliiertkn in Könstantiuopel und Mustapha Kemat Pascha wird nicht stattfinden, weil letzterer als Vorbedingung für diese Besprechung die Anerkennung einer ökonomisch, finanziell und militärisch vollkommen selbständigen Türkei verlangte. Frankreichs Budget. Paris, 8. Jnli. (HavaS.) Finanzminister D o u m e r hat der Kammer das Budget für daS Jahr 1922 unterbreitet. ES kennzeichnet sich durch die Rückkehr zum Gleichgewicht zwischen Einnahmen und .Ausgaben, ohne daß z« Anleihe« Zuflucht genommen wird. Die Ausgabm werden mit 26-496 Millionen (gegen 26.499 Millionen im Jahre 1921) veranschlagt, di« Ein nahmen Mt 26 514 Millionen. Der Zusammenbruch der Banque de Ehtue.;y ,:;.-c.4;Si Paris, s. Juli. Nach einer Meldung der Agentür Radio habe die Regierung die Absicht, neuerdings eine Zusammenkunft der Direktoren der großen Kreditinstitute zu veranlassen, an der auch Vertreter der Banque de Judochine teilnehme» solle«, um über Mittel zur Rettung drrD a n q « e Industrielle d e C h i n e schlüssig zu werden. Die Regierung werde an die Banken appellieren, um sie zu bewegt«, an der Wüderaufrichtung der Banque Industrielle de Chine, deren Zusammenbruch dir sranzosischen Interessen schwer schädigen würde, rmtmwirken, wobei ihnen alle gewünschten Bürgschaften gesichert würden. i Nach der Sitzung der Kammer verbreitete sich r» den CouloirS das Gerücht, General C a st e l n a » habe verschied«« Deputierten Über eine Unterred»»- mit Briaud Mitteilung gemacht, i» der der Ministerpräsident erklärt habe, er «olle -ch von dem Generalsekretär des AußenamtrS B e r t h e l o t trenne« «nd gegen die yanque de Chine g e r i ch 1 l i ch e Schritte e,«leiten. Briand dementierte gegenüber Pressevertretern entschieden, eine derartige Aeußrrung gemacht zu habe«. Abreise der englische« HaudelßmMo« «ach Slutzlaud. Santa», 9. Juli. (Wo!ff.) Einer «nlllch«, Miiieklung infolge, wird die brilische HaridelSmission M i t te b.i i s t S Monats nach Rußland abreff«. Die langsame Untersuchung tu PalSsttua. London, 7. Juli. (Jüd. Korr.-Bur.) »Palästina'', da- Organ deS britische« Palästina-Komiteeschreibt: »Acht Woche« find verga«gr« «nd die arabische Polizei ist noch fortwährend mit der AuSstudigmachnna der Schuldig» beschäftigt Ein Araber wurde zwar zu zehn Jahr« Kerkerverurteilt, er hatte aber genügend Glück, z« entweiche». Ein weiterer Verzug im Ausmaß der Strafe droht» de» größte« 'Skandal hervvrzuruf«. Abgesehen von der Tötung de- Vertrauenzur britisch« Gerechtigkeit unterliegt eS keine« jZweifel, daß die schuldige» Partei« Mut schöpf« werden »nd einen noch sch/ltmmeren Stretch vorbereite» könnten, dessen Unterdrückung der palästinensischen Regierung bedeutendere Schwierigkeit« als die Maian-schreitungen bereite» könnte. Wir vertrauen, daß die palästinmstsch« Regier,»- in Nebereinstlmmung mit den «nzwriselhaftm W ü n s ch e» deS Kolonial, a m t e S ihr möglichstezur Beschleunigung der Urtecke rmg Bestrafung aller er«ster Verbrech« Schuldig» tu» wird". Zwei neue Freisprüche de» Leipziger Reichsgerichts. Leipzig, 9. Juli. (Wolff) Das «üWitlchi^ hat dk GinerSle Schack «nd Kruska sretgespeochm Leipzig, S. Juli. (Wolss.) Genat-Präfldmt S ch « i d t, der den Vorsitz i« dem gegenwärtigen Prozeß gegen die KrirgSbeschuldigten vor dem Reichsgericht führt, erklärte einem ZeidmgSberichterstatter, daß die Verhandlungen ruhig ihre» Fort- Ä a n g nehmen würde«. Bei der Führung deS Prozesses werde ich mich nur vo» juristisch« Gesichtspunkt« leiten lassen. Die politische Note, die die Orffevtlichkeit in diesen Prozeß hineintragen möchte, dürfe selbstverständlich er überhaupt nicht berücksichtig«. Austritt der polnische« Sozlaldemokrate« au» der zweite» Internationale. Warschau, 9. Juli. (W. P, v.) Der Kongreß der polnischen sozialdemokratische» Partei beschloß «ine lkesolütion, in welch« d« Austritt d« Partei W W eseitW MMMM an-a«da»ck^ «Kd. I hw. M fu**t BalfonrsBekenntnis „„Zionismus dsiuduUol ooiu» ,»o«, V«rr«<» m» zogtz Sodolo«: Geschichte des Zionismus ninstrlert KÄttBSS) Die neneste Zelt Verlanget Io allen Buchhandlungen da» aaeatbehrliohe Werk Die polnischen Finanzen. Warschau» 9. Juli. (Funkspruch.) Der Landtag hat gestern in dritter Lesung den Gesetzentwurf angenommen, der der Regierung volle Handlungsfreiheit zur Regelung der Devisenfrage erteilt. Der Landtag hat weiters beschlossen, daß nicht mehr als 118 Milliarden polnischer Mark in Banknoten ausgegeben werden dürfen und daß dem polnischen Staatsschätze von der polnischen Landesvorschußkasse nur ein Kredit eingeräumt werden dürfe, der 150 Milliarden nicht überschreitet. Polnisch-Manische BerstLndigung? Warschau» v. Juli. (W. P. G) Außenminister Skirmunt beschloß, eine Spezialkommissio« zwecks, Ausarbeitung eines Entwurfes der polnisch-litauisch« Verständigung i«S Lebe« zu rufen. Als Grundlage sollen die Hanptidern deS HymanSfchm Projektes dienen. Vorsitzender der Kommission wird der Minister deS Arußern sein. Dre Wilnaer Notablen werden eingeladm werde», ihre Vertreter in die Kommission zu enff«d«. Korfauty in Warschau. Warschau, S. Juli. tW. P. G.) Wie die Blätter melde«, istKsrfanttzm Warschau eingetross«. Die R 8 » m » « g der besetzt« Gebiete in Oberschlrst« ist mmmehr vollzogen. Die Agrarreform in RnrnSnien. Bukarest, 9. Juli. (Funkspmch.) Die Kamm« Hai gestern mit 217 gegen 77 Stimmen die Agrarreform angenommen. Die tchechischen Kommunisten demonstrieren morgen: Prag, 9. Juli. Die kommuinftische Partei veranstaltet am 11.und 12.d.M. Demonstrationen gegen den ErnLhrungsplan und für die Freilassung der verurteiltm Kommunisten. Die sozialistischen Parteien haben einen Aufruf an die Arbettevschast herausgegeben mit der Aufforderung, an diesen Demonstrationen nicht tejlzunchiM uyd die AMt nicht einzustellen. ,;v:' ©etSifacrfproaeS. ' 9lt ««klagt ,«$n etc,»Mi >O«kckgWgÄ«> Budapest, 9. Juli. (Ung.'Tel.-Kon>Bur.). Im Laufe drr hmüfl« Verhandlung gegm die Mörder des Grat« Stephan T i s, a erklärte Staatsanwalt Dr. S z i l a s f p, daß er die auf Grand der Anschuldigungen Hüttners erhob«e Auflage geg« Stephan Friedrich. Hess« vollständige Unschuld sich im Berlmfe deauch im Interesse Friedrichdurchgeführt« Bewei-verfahrtnergeh« habe, s a l l e u l a s s e. (Eljenrufe im Zuschauerramn. Der Prästdmt ermahnt die Zuhörer zur Ruhe). Der Staatsanwalt fügt hinzu, daß er vor dem ganz« Lande und vor der ganz« Welt erfläre, daß er von der Unschuld Friedrichüberzeugt sei «nd daß dieder Grund sei, we-halb er die Anflage -nrückzkhe. Der Vertreter der Familie Tifza, Dr. M a r t o «, gibt die ErNärung ab, daß er über Auftrag der Familie ebenso wie fcho« bei Beginn de- Prozesses erkläre, gegenüber k e i u e« der Angeklagten die Privatflage zu übernrhm«. Drr Gerichtshof zieht sich sodann zur Beschlußfassung zurück. Rach kurzer Beratung verkündet Präsident G a d o, daß der Gerichtshof da- Strafverfahren gegen StephanFriedrich ei« stelle. Nach Verkündigung deS Beschlusses gibt der Verteidiger Friedrichs, Desider P o l o » v i. feine« Bedauern darüber Andruck» daß Friedrich keine exemplarische Geuugtuung zuttal ge, worden sei. Vor dem GerichtSgebäube halte sich eine g r o ß e Menschenmenge versgWurlt, welche Hkiehrich stüynffche O v a, jio uen bereitete.; „Kampffront gegen rechts ««d Nnks." Fra«kf«rt, s. Juli. Die Jutrrnattonale Arbeitsgemeinschaft sozialistischrr Parteien hält geg»wärttg hier eine Tagung ab. Abgrorbneter Ledebonr forderte in seiner Rede die Einigung desozialistisch« revolutionär» Proletariat-, L o « g »e t (Frankreich) führte a»S: Di, Schuld am Kriege t»ge nicht das denffihe Volk »nd auch nicht daftanzvstfche, sonder» die imperialistisch« Regierungeu beider Länder. Di Bestrasnng der Schuldig« seifürdeideTellozn forde»E Grimm (Schweiz) forderte eine geschlossene international * Kampffront geg« dre desteheude Gesellschaft «rd zum Schutz, gegen recht- und link-. Friedrich Adler (Deutschösterreich) betonte, daß eg gegenüber der Brüsseler und drr Moskauer Juternationale darauf avkäme, das grsamte Proletariat zu einig«. Ei« «ibglürkter Attentatspla« gegea Giolitti. Mailand, 9. Juli. (Schweiz. Dev.-Ag«tur.) D« BWeru zufolge hat dre Pol zrr eine» verbrecherisch« Anschlag aus der Eisenbahnlinie Rom—Genua vereitelt. I« eine» Gebüsch wmd» z w e i D o m b e n gesunden. Die Attentäter ergriff« de; Ankunft der Polizei die Ü UM» HA? io. Mr ivrr 1 ""u,ri nrA Wgesbericht Aosenzweig. von Gage« Hoefltch. Auf belnem schiefen gebogenen M'ckerr UftÄgst Ä baS ganze herzzerreißende Schicksal des mit DchicksaL überreich bedachten Volkes. Farblosen Haares, schlepp penden Schrittes und unansehnlicher Gestatt Land .ich dich in der Masse der .Soldaten. Einer von ihnen undt ihnen doch innerlich fremd. VerspottieL, krank und! traurig schlepptest du dich ihren großen Schrittes nach und wußtest nicht wohin. WaS ging dich Krieg, was Elend der anderen, der du doch! Elend aus dir? trugstmehr als eines Menschen Seele je fassen, könnte^ mehr des Krieges, des furchtbaren .Pogromkrieges^, den du schon kanntest, ehe einer von den anderen wusste^ waS Krieg Ist und Blut und Leid. Wäre in dir md$ die Seele des ganzen Volkes gewesen, die großes leidvolle jüdische Seele, wjären in deinen Augen nichst die Tränen aller Brüder gewesen, wäre in deinem! Herzen nicht der ganze schrille nagende Schmerz allev Generationen vor dir gewesen und w'äre -in dir nich^ die ganze Hoffnung aller der Jahre der Schmach gs-i wesen, du hättest zusammenbrechen müssen untor der! unermeßlichen Last des Leides. Du trugst es tapfer^ schiefer, rötere Morsche, geduldig, entsagend, aber Hui trugst es . . . Was aber gab «ich dir. durch die ZeiB, langer Monate? §kaum ein paar güte Worte, derml mich, hielt die schreckliche Gewalt, die mir verwehrte,/ dich, herauszunehmen aus der Masse der! Gleich beten. Was gab ich^ dir? Daß ich dich^ inach Abugoschs hinauSschjckte, um dir ein paar Wochen Heilungsmög^ lichkeiten vorzutäuschen für deine kranke Lunge «odey daß ich', meine Pflicht verletzend, dir ÄrLeitow ab^ nahm und sie andern 'gab? War haS genug? War! dies genug von mir, der ich div, Bruder, doch hätte Liebe geben müssen, alle Liebe meines Herzens im! Angesichte der ewjigen Stadt» durch jdie du täglich als Diener gingst und nicht als Herr'. War fc# genügt daß tch^ endlich' die Gelegenheit ergriff, als du, kleinÄ zerdrückter Judenbruder, beim Scheibenschießen damals besser schossest, als die Kameraden, als ich dich damals! belobte und dich, den anderen vorzog? War dies genug? Nein, mein Herz hätte ich! dir geben sollen und. täg^ lich hätte ich' dir danken sollen ßür die stumme Liebs und für dem Vertrauen zu mir, idem ünnahbarens Bruder, dem feine Unnahbarkeit bas Herz zerriß. Ja, mein Freund, das waren Mder^ Zeiten. NW baß' ich sie loben wollte, nicht haß ich sie wieder herbei-i wünschte, aber es waren andere Zeiten als jetzt, denn damals waren wir in Jerusalem. In Jerusalem waren wir damals und da war alles gut, selbst daß bul Diener warst «nd ich Herr. Heute aber, da wir Heimat fern, du irgendwio in .einem snied>vr.trächLigen!; polnischen Dorf, ich hier, iw einer anderen Fremdes beide sozusagen frei, heute aber, da wiir, voneinander^ nichts wissen, bin ich sicher, daß du es weißt, fcafjlj meine Trauer dem Martyrium unserer Vergangenheit gilt, bin iK sicher, daß jbu Lieber Knecht sein möchtest,^ gemeiner Soldat in der Heiligsten, als <so zu sagen!- freier Herr in der Fremde. Und, Mvin lieber Freund' Moische, erinnerst du dich' inoch'wir hatten damals! Waffen! Waffen, um uns tzu verteidigen. Heute« aberstehen wir waffenlos da, Deute .jedes Huligans, stets! Opfer, Opfer aber unserer Zukunft, denn aus unserem Blute wird der Tempel Unserer künftigen, gottnahenl Größe aüfgÄbaut wjerben. Auch aus -einem' Bluter- Moische Rvsenzweig, wie aus meinem! h Komm' mein Freund, wenn du einmal diese Zeilen^ Üestn solltest, die ich in einer kalten, stürmischen, mir ganz und gar fremden Winternacht des Nordens schreibe-, S>mittf bann zu dir, und weihe eine stille Träne bertz Vergangenheit, der schönen, und in aller ihrer Trauet Und in allem ihren Schmerze wunderbar schönen, üimmer wiederkehrenden Vergangenheit Jerusalemer Kriegslage ... Du warst Knecht, ich war Herö^ Verflucht sei dein Knechtsein, verflucht mein Herrsein! Heute bist du vielleicht Herr und ich bin Knecht. Verflucht sei der Unterschied. Beide sind wir Knechte einer' von Gott verdammten Zeit. Beide aber blieben wir Krden. ' . i Erinnere dich' im Güten an mich und vertritt meine Sache. Als einziger wirst du sie vielleicht vertreten, wenn es gilt, für mein Judentum zu zeugen. ' Aus deinem liebevollen Blick damals, als ich! bas, Beste tat, daS ich für dich tun konnte, blüht mir die- Sicherheit, daß du mich nicht verleugnen wirst. Schalen^ ll cha, Bruder^ irgeuwo. in der Fern«. ZiouistenI Die öfteneichische Landesorganisation hat noch lange nicht das Kontingent an Schekalim aufgebracht, das ihrem Ansehen und ihrer Größe entspricht. Gesinnungsgenoffen, werbet für den Schekel, damit die österreichischen Zionisten eine starke Verketung auf dem Kongreße erhalten! Nützet die letzten Tage und Wochen zu eiftigstei Schekelpropaganda! Das zionistische Landes» kommitee für Oesterreich. (ScheKelblocks im Zionistischen Bureau, II., Zirkus-" Me 33 und ia Mll LrtsüMwe«.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.