Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 879 (8.7.1921)
- Date
- 1921-07-08
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Ekkke 2 Wien, Freitag Auben ein Gemeinwesen finden sollten, welches ihre Entwicklung in den Bahnen der Tradition ohne Beeinträchtigung von außen und ohne Furcht vor Gewalt ermöglichen könnte, unterstützt habe. Dieser Plan, versichert er, litt an einem schweren Fehler: er war nicht Zionismus. Balfour hatte durch mehrere Unterredungen mit Dr. Weih mann im Jahre 1906 die Ueberzeugung gewonnen, daß, wenn eine Heimat für das seit nahezu 2000 Jahren heimatlose jüdische Volk errichtet werden soll, dies nirgends anders sein kann, als in Palästina. Die Stellung der Juden ist einzig-- artig. Für sie stehen Volkstum, Religion und Land in, unlöslichem Zusammenhang wie bei keinem anderen Volke, keiner anderen Religion und keinem anderen Land der Erbe. Ein besonders unglückliches Geschick hat es gefügt, daß dieses Volk, welches trotz allem sein Bolksbewußtftin bewahrt hat, von seiner Heimat getrennt wurde und daß es, obzwar es alle Länder durchwandert hat, nicht imstande war, irgendwo ein organisiertes soziales Gemeinwesen für sich-selbst zu schaffen. Hut der Zionismus — so wenigstens glauben die Zionisten — leimt eine gewisse Milderung der großen Tragödie herbeiü'chren. Zweisellos bestehen gwße Schwierigkeiten, zweifellos oibt es gewichtige Einwände . . ., aber niemand kann wirk.'ich zwciiein. daß, wenn, wie ich glaube, der Zionismus sich zu einem arbeitenden Organismus entwickeln wird, die Wohltat, die er dem jüdischen Volke und demjenigen Teil, der unser besonderes Mitleid verdient, bringen würde, ein großer und dauernder wäre. Die Kritik, daß die Juden ihre Gäben dazu verwenden, eine Kultur, welche sie nicht selbst geschaffen haben, für ihre versönlichen Interessen auszunützen, hält Balfour für falsch. Er gibt indessen zu, daß in manchen Teilen Europas ihre Anhänglichkeit an den Staat, in welchem sie leben, sozusagen schwächer ist als die Anhänglichkeit für ihre eigene Religion und ihr eigenes Volk." ,FVie könnte eS auch, anders fein," sagte er. „In keinem der Gebiete, von denen ich spreche, ist thnen die bürgerliche. Gleichberechtigung gegeben worben; in einigen können sie überhaupt nicht Staatsbürger werden." Balfour schildert dann die Unterdrückung und Verfolgung des jüdischen Volkes und bemerkt dazu: „Me Juden «ind niemals gänzlich vernichtet worden. Weder Grausamkeit noch Verachtung haben jemals ihren Geist gebrochen, noch ihre Hoffnungen vernichtet. Aber es ist wohl wahr, daß sie gezwungen waren, unter ihren Nachbarn wie unter. Feiintden zu leben, daß sie oft den Ruf von unerwünschten Mitbürgern erlangten und manchmal verdienten. Dies ist auch kein Wunder. Wenn man viele Leute zwingt, Gelbleiher zu werden, wird mancher von ihnen gewiß ein Wucherer werden. Wenn man einen wichtigen Teil der Bevölkerung als Geächtete behandelt, so werden sie sich kaum als Patrioten gebärdest. So arbeitet Intoleranz blindlings darauf los, für ihre eigenen Ausschreitungen eine Rechtfertigung zu schaffen. Es scheint klar, daß der Zionismus das L-o6 eines durchaus nicht zu unterschätzenden Teiles des jüdischen Volkes tniidern urch seine Stellung heben wird. Diejenigen, welche nach Palästina gehen, werden in keiner Weise den Emigranten gleichen, welche jetzt nach New-Aork und London auswandern. Sie werden hingehen, um eine Gemeinschaft zu gründen, welche vollkommen ihren hi stör i sch en und religiösen Gefühlen entsprechen soll: Eine Gemeinschaft, welche an das Land durch mehr als Gewohnheit gebunden sein wird, eine Gemeinschaft, deren Mitglieder nicht mehr unter geteilter Loyalität leiden werden und für die Versuchung des Hassegegen die ftemden Gesetze, unter denen sie leben müssen, nicht mehr bestehen wird. Der materielle Gewinn w3re groß für sie, aber der geistige gewiß noch unvergleichlich größer." Balfour in einer zionistischen Versammlung. Am 12. Juli 1920 fand in der Londoner Albert Hall aus Anlaß der zionistischen Jahreskonferenz ejite von vielen Tausenden besucht zionistische Massenkundgebung statt, in welcher unter anderem auch Lord Balfour das Wort ergriff. Er erklärte sich eingangs als überzeugter Zionist und fuhr fort: „Auch in meinen hoffnungssreudigsten Augenblicken habe ich nicht vorausgesehen, Hab« ich! nicht einmal geahnt, daß das große Werk des palästinensischen Aufbaues so bald einsetzen würde, ja, daß es sich vielleicht noch zu meinen -Szenen Lebzeiten vollziehen würde. Das ist eines der größten und unerwartetsten Ereignisse des soeben beendeten Weltkrieges — wenn wir überhaupt sage« sagen dürheu. Laß dieser bereits beendet ist. Dieser Krieg hat unendliches Nebel hervorgerufeu, aber wenn wir unter seine Ergebnisse die Wiederherstellung des jüdischen Volke- und seiner alten Heimat zählen können, so können wir wenigstens ein großes Ereignis zu seinen Gunsten buchen, ein Ereignis, da-, so weit sich das absehen läßt, unter andere« Umständen niemals zu einem so frühen Zeitpunkt hätte eintresfen fönneu." Balfour besprach weiter die Schwierigkeiten des jüdischen. Aufbauwerkes, unter denen.er an erster Stelle das Ar ab erprobtem hervorhob. Hiezu sägte er; ,,W wird %aü, erfordern, es wird Urteilskraft erfordern, es wird vor allem Verständnis und guten Willen erfordern, sowohl seitens der. Juden als auch seitens der Araher. Was die Arqber betrifft,. — ein großer, interessanter und anziehender Bosksstamm — so hoffe ich, sie werden nicht vergessen, daß zwar diese Versammlung und alle Juden der Welt, die sie vertritt, die Errichtu.'D der Heimstätte für das jüdische Volk Unter dem Schutze von Großbritannien herbeiwünschen, daß aber zugleich die Großmächte es waren — und unter allen Großmächten vor allem Großbritannien — welche ihn, den arabischen Volksstamm, befreit haben aus der Tyrannei des brutalen Bezwingers, der sie die vielen Jahrhunderte hindurch bedrückte. Ick) hoffe, sie werden sich erinnern, daß wir eZ waren, welche die unabhängige Regierung des Hedschas errichteten. Ich hoffe, sie werden sich erinnern, baß wir es sind, die in Mesopotamien einen künftigen, sich selbst vqrwalteudeit aubonomeu araüüctzen Staat den Weg ebnen wollen, und ich hoffe, Wiener Morgenzeltnng daß eingedenk all dessm sie nicht murren werden, weit 'dieser kleine Engpaß — denn was auch immer das Land historisch bedeuten mag, geographisch ist es nicht mehr als ein kleiner Engpaß des. jstzt'arabische« Gebietes .denen gegeben wirb, die, obzwar v ele Jahrhunderte davon getrennt, sicherlich doch ein Anrecht darauf haben, sich ihrer eigenen Art entsprechend im Lande ihr.ex Väter zu entivickeln, ein Streben, 'das beim arabischen Volke ebensoviel Sympathie finden Zollte, wie es sicherlich Sei der -grüßen Masse meiner eigenen christlichen Lastd-leute findet. Das. ist hie große Schwierigkeit. Uke kann, überwunden werden,' und sie wird bei gegenseitigem guten Wilben Überwunden werden.". Der Schlußpüssus der durch' ihren psychologischen und politischen Weitblick gleich ausgezeichneten Rede lautet: „Wir haben uns in ein großes Abenteuer eingelassen; ich sage absichtlich ,wir', und mit diesem ,wir' meine ich einerseits das jüdische Volk, und andererseits die Mandatarmacht über Palästina. Wir sind Partner bei diesem großen Unternehmen. Wenn wir Sie im' Sttch kässiubWben Sie erfolglos. Wenn 'Sii miss imStich lassen, bleiben joirerfolglos. Aber ich bin ( ganz sicher, daß wir.nicht Sie und^ baß Sie nicht uns im SM lassen 'werden; und wenn ich mit dieser hosfnungsunld vertrauensvollen, Prophezeiung recht habe — und ich bin überMgt, dgtz ich es hgbe Hann können wir freudig einer Zulupft' entgegenblicken, ln der Palästina wirklich und km vollstem Maße und Grade des Erfolges zu einer Heimstätte für das jüdische Volk gemacht werden wird." Politische Rundschau. Die Rechte der Jude» ht Pole«. Eine stürmische Debatte i» Landtag. In der letzten Freitagsitzung wurde der Antrag des Nechtsausschusses wegen Abschaffung einzelner, im bürgerlichen Gesetzbuch enthaltener Bestimmungen, durch welche die Rechte, der Frauen eingeschränkt werden, in Verhandlung gezogen. Der Referent erwähnt hiebei, daß das jüdische Mitglied des Ausschusses den Antrag gestellt habe, daß aus diesem Anlaß auch Punkt 6 des Artikels 1414, laut welchem N i ch t ch r i st e n die Vormundschaft über Christen untersagt wird, als in Widerspruch zum Friedensvertrag und zur Verfassung stehend^ eliminiert werde. Der Ausschuß habe jedoch beschlossen, über diesen Antrag zur Tagesordnung überzugehen, weil dem Sejm'in absehbarer Zeit eine Vorlage wegen Abschaffung aller die Gleichberechtigung her Konfessionen beeinträchtigenden gesetzlichen Vorschriften zugehen werde. Im Verlaufe der Debatte wies Abgeordneter Hartglas darauf hin, daß die Weiterbelassüng des genannten Gesetzartibrls im bürgerlichen Gesetzbuch.eine Verletzung der Verfassung bedeute, welche her Sejm sich nicht zuschulden kommen lassen dürfe. ' Der Vorwand, baß es sich in diesem Augenblick um die Reformierung der Frauenrechte und nicht derjenigen her Juden handle, erinnere an jenen Polizisten in Warschau unter dem russischen Regime, der, als ihm gemeldet wurde, daß in einem nahegelegenen Geschäftsladen Einbrecher hausen, mit der größten Seelenruhe antwortete: „Das gehört nicht zu meinem Revier." Hartglas verweist daraus, baß trotz der Ratifizierung des Versailler Vertrages im Bialystoker Kreis alte Rechte der Juden einschränkende Rechtsbestinrmungen noch immer in Kraft sind und geübt werden. Als Abgeordneter Hartglas darüber sprach, daß die Regierung den ihr gewordenen Auftrag des Sejms, säyEche Rechtsbegrenzungen gegenüber einzelnen nationalen und religiösen Gruppen auf den durch den Rigaer Vertrag Polen zngefalkenen Gebieten schleunigst abzuschaffen, bis zum heutigen Tage nicht Folge geleistet habe, während im Gegensatz hiezu der polnische Gesandte in Amerika der gesamten amerikanischen Presse die offizielle.Mitteilung zugehien ließ,!daß in' Polen beveits sämtliche gegen die Juden gerichteten Nechtsbeschränkungen aufgehoben worden seien, entstand auf der Rechten ein furch tbEr er L Arm. > Der Tumult und die antisemitischen Schimpfereien,, bei denen sich' der Gstistzliche Masejewics und D'jmvwski besonders hervortaten, hielt' mehrere Minuten a«. Hartglas. schloß schließlich seine. Rede mit her Forderung, zur Wahrung der Grundlagen der Verfassung den von ihm angefochtenen WessttzgrtM zu strgichdn, In der Debatte ergriff auch der neua Justizminifter Suligvwsk.i bas Wort unh meinte, der Vorwurf Hartglas', daß mit der Erweiterung der Frauenrechw nicht gleichzeitig ein Deil der Judenfrago gelöst wird,; fei schon vom rein formellen Gesichtspunkt unbegründet, da der Termin, Ns zu welchem die Bestimmten der; Verfassung. ins ' praktische Leben eingeführt . werden müssen, noch nicht verstrichen sei. Bei der Abstimmung wurde der Antrag Hartglas ab gelehnt. Windischgrätz gegen Karolyi. Dve Enthüllungen des Prinzen Windischgrätz in der ungarischen Nationalversammlung, in denen Graf Michael Karolyi als Hochperräter stigmatisiert wurde, wirbeln viel Staub auf. Die H o r t h y - R e g i e ru n g kann wicher den strafenden Engel spieen und einen bengalisch beleuchteten Prozeß veranstalten» Aber -er. Prinz Windischgrätz hat mit seinen Erzählungen seinem König Karl einen schlechten Dienst erwiesen. „Nach seiner . Darstellung hat der reuische .Genemlstab aus Grund ferner 8. JuN 1841 , , Nr. 879 Spitzeltätigkeit in Budapest die Agitation Kawlyis ge. kannt und den Kaiser Wilhelm davon unterrichtet. Dieser hat denr Kaiser Karl Mitteilung gemacht und Kaiser Karl hat trotzdem den Grasen Karolyi am 1. November 1918, zwei Wochen por dem Sturz, zum Ministerpräsidenten ernannt. Das Verhandeln mit der Entente kann Windischgrätz denr Kaiser Karl nicht verübeln, obzwar ja der Kaiser in seinem ihm von Czernin abgezwungenen Telegramm an Wilhelm II. den Sixtus- Brief in der von Clemenckau veröffentlichten Form unter Ehrenwort ab geleugnet hatte. Da aber Winbischgrätz sich jetzt den deutschen Monarchisten anbkedert, Um gemeinsam mit ihnen die Zeituhr zurückzustellen, sucht er sich den Grasen Karolyi aus und erzählt über ihn Dinge, die jeder Leitungsleser schon längst gewußt hat. Es tst in: Herbst 1917 im ungarischen Reichstag von dem oppositionellen Abgeordneten Ladislaus Fenhö' zur Sprache gebracht worben, daß ein reichsdeutscherMajor namens K v n st e n in Budapest ein Spltzelbureau unterhalte und. sich an den Redakteur des,„Az Est", Paul K er i, herangemacht habe, um von diesem Material gegen Karolyi zu 'erlangen. Karolyi hat aus seinen Sympathien für die. Entente nie ein Hehl gemacht, ist stetgegen den Dreihund ausgetreten und hat als Chef der Unabhängigkeitspartei durch den Abgeordneten Ugrott in offener Sitzung des Reichstages erklären lassen daß diese Partei auf der Seite der Entente stehe. Wenn heute Windischgrätz gegen Karolyi losgeht, so tut er damit gerade seiner Sache den schlechtesten Dienst. Wer selbst in einem Glashaus fitzt, darf auf ein amderes keine Steine werfen. Es ist nicht die Person Karolyis, die hier getroffen werden soll, obgleich, es sich auch um Rächst wegen der ungleich wichtigeren Kartoffelgeschichte des Prinzen Windischgrätz handelt. Karolyi, der in Jugoslawien ein Exil gefunden hat, ist der Cliquö unerreichbar. Aber das verfaulte Regime deS Horthy, das von Verbrechen überladen ist, will eine neue Serie von Knallprozessen einleiten, eine neue Hetze gegen die Emigranten beginnen, die sich allen schönen Versprechungen gegenüber schwerhörig zeigen. Karolyi, dieser schwache,, stets schwankende, unentschlossene Politiker, hat seine Rolle nur kurze Zeit spielen können. Aber er unterscheidet sich doch von denen, die ihn heute so gerne in ihren Klauen hätten, durchs seinen guten Willen. Don alldem abgesehen aber muß man doch fitst dem entzückend schönen Bilde verweilen, wie die Bundesgenossen einander bespitzelten und wie sie einander trauten. Auch das gehört zu den Mitteln des Militarismus. , GeheimvertrSgr. Der »Manchester Guardian* schreibt über G e- Heimverträge: Schon lange bevor der Völkerbundgedanke verwirklicht war, meinte« die für diese Idee Begeisterten, daß einer der wichtigsten Dienste de» der Völkerbund dem Frieden leisten konnte die Einstellung von Geheimverträgen wäre. Nichts lastet beklemmender auf einer Nation, als der Verdacht, daß rin möglicher Feind mit einem anderen Pläne ausgearbeitet hat, welche, gegen fie ,m Falle einer ebenfalls geheimgehaltenen Rotwrnd gkrit m Anwendung gebracht würdem Die Geschichte der Jahre, die zvm Weltkrieg fühlte, ist mit internationalen Verdächtigungen, von denen einige nur zu wohl, dir anderen aber nicht begründet waren, durchsetzt, aber alle waren verbäng- MSvvV in ihrem Effekt. Man hatte den Verdacht, daß ein »Abkommen" tatsächlich eine «Entente", die »Entente" wiederum eine *Änian8" war und Laß die Allianz wieder yuSgearbeitete militärische und Marmeplstne enthielt. Nichts rst geeigneter, Furcht heryorzubüngen, als daS Ungekannte. nichts verursacht größeren Haß, als Furcht. Wenn es kein Uebercmkommen zwischeu Nationen ohne Ränke und Hinter-dem-Riickenflüstern geben kann, dann könnte man wohl an einer sicheren Weltlage verzweifeln. Mit allgemeiner Zustimmung der Unterzeichner bestimmt der Vertrag des Völkerbundes im Artikel 18, daß jeglicher, von n«e« Mitglied nngegangener Vrrftag. bei der Liga registriert und von ihr peröffentlrcht werde» soll. Diese Klausel ist, ungleich viele» anderen im VVlkerbundsvrrtrag vollkommen klar und enlfchewend. Aber die Tradition der atze» D-plvMüe byt ein schweres Sterben. Die Unterlassung der Registrierung der vollständige« Bedingungm deS neuen franko-belgischeu Uebereiuk» «mens gibt einc« schlechten Präzedenzfall in dieser Angelegenheit. Die Klausel bestimmt, daß er« ntchttegistriecter Vertrag nicht gülüss sein spll, aber eS ist nich klar, wie diese Bestimmung durchgesührt werden soll, und die Völkerbyttdversammluyg hat ei« Komitee von Juristen eingesetzt, um zu beraten, wie sie wirksam gemacht werden könnte. Es ist jedoch ersreusich, z« wissen, daß sinwische» rin zeitweiliges Bureau lür Veriragsrrgistiietungen. welches vom Völkerbund rrrichtet wurde, seitens der Unterzeichner von ISO großen und kleinen internationalen Abkommen benützt wurde, und daß der Text eines jeden einzelnen von jeglicher Regierung zur Kenntnis genommen werden kann. Aber es hilft wenig, wen« nur die kleineren Natipnen ihre Karten auf dm Tisch legen nüd die großen nicht dieselbe Aufrichtigkeit zeigen. Ein Bcsteben auf Einhaltung des Vertrages nach Warf und Sin« wird jedoch zumindest tm Atmosphäre moralrschrn Zwangeauf die Widerspenstigsten Hervorrufen. * Blutige Exzesse in Korea Washington, 7. Juli. (Funkspruch.) Aus K-orea wird ein ernster Zusummensboh zwischen Koreanern und japanischem Militär gemeldet, bei den: die Koreaner 50 0 Tote und Verwundete am Platze ließen- Taufende unzufriedener Koreaner trachten, sich mit den sibirischen Bolschewiken zu vexeftiMn.