Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 877 (6.7.1921)
- Date
- 1921-07-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ffeffcV Men, Miwoch H'-.... - _ ••-*-77- Darsen der Pogromopfer bx der Ukraine zufließt. liegt in den Landen des Sekretärs der Südbahn Dr. Emil Hecht und des ^Prokuristen der Anglo-östeneichischen Bank I. Lachs. Die artistische Leitung haben die Herren MSbeliabrikant H a a Z und Kaufmann Kreindler. sämtliche aus Wien, übernommen. Bei der Akademie wird das Mitafted des Zentralrates der Mischen Welthillskonferenz. Herr. Dr. MarkuS Krämer, über seine Reisen durch die ukrainischen Grenzgebiete berichten. * Wiener Philosophen. Die vom Uutcrrichtsarnt hrranögegebenr ^Bolkserüehnng" vkröffentlicht das Gutachten der philosophischen Fakultät über die Glöckelsche Schulreform. Die Professoren zeigen sich darin durchaus ablehnend gegen jede moderne Kmderrrziehung. Interessant ist die Art, w-e sie die Zniammenfasiung gristia schwächerer Kinder zu einem besonderen Unterricht negrercn. ^Es darf nicht übersehen werden, daß ein Teil der Schüler infolge seiner durch anthropologische Gründe bedingten Frühreife in einem gewissen Alter, das zwischen zehn und fünfzehn Jahren liegt, begabter zu scheinen pflegt, als dies bei der Mehrzahl der Schiller der Fall iß*. Das heißt anders ausgesprochen, daß die aesanderte Unterweisung solcher Kinder eine Bevorzugung der Juden wäre. Das hindert jedoch diese Professoren nicht, für Kinder von besonderer Bcgeibung schon rm Alter von. zehn Jahren besondere Untermittelschulen zu verlangen. Wo bleibt da die „anthropologische Frühreife?" * Das Schicksal des „Juden". Wie der Jüdische Verlag mitteilt, batte die bisherige Aktion, die die Gewinnung neuer Abonnenten für die von der Gefahr der Einstellung bedrohte Monatsschrift „Der Jude" bezweckte, trotz'mancher l^nzclerfalge noch nicht jenes Ergebnis, welches allein die Wetterführung der Zeitschrift sichern kgnn. Wie der Verlag bekanntglbt, ist trotz schöner Teilerfolge e-.ft die Hälfte der unumgänglich notwendigen Neuabbonnements, nämlich erst zirka 600, gesammelt. Auch wenn vorausgesetzt wird daß sämtliche früheren Abonnenten ihr Avonnrmenr emeuern, ist infolgedessen die Gefahr der Einstellung noch min absewenbct. Es wird daher an alle diejenigen, die an geistigen jüdischen Dingen ein wirkliches. und auch ein werktätiges In eeesft haben, nochmals der dringende Appell gerichtet, 'nicht zmulassen. daß eine Zeck chrift von so anerkannter Bcdeutung ihr Erscheinen cinsiellen muß und hiedurch die einzige wissenschaftliche Revue, die der Z'vnismns heute Noch besitzt, verloren gebt. Die Adresse des Jiidi'chen Verlags, Abteilung „Der Jude", ist Berlin NW 7, Doro'.h-enstruüe 35. * Begrübnrsse am ffeutifscn Tage. A l t r r F r i e dh 0 f: 9 Uhr 37 Min. Karinsky Michael. — N e u e r F r i e dh 0 f: 9 Uhr Demsch Karl. 9 Uhr 20 Min. Bomse Jakob Hersch. 9 Ubr 47 M n. Zellermayer Eva. 10 Uhr Gottlieb Leopold, 10 Uhr 20 Min. PoUak Alexander, 10 Uhr 40 Min. Salier Franziska. — DöblingerFriedhof: 11 Uhr Krrpeleö Jakob. * Eine Berufung nach Brasilien, Der Assistent des zweiten anatomischen Jnstftuts (Vorstand Professor Hochstetter) Dr. Alfons S a n k 0 t t ist im Austrage der brasilianischen Replublik nach Rio de Jcmeiro abberufen worden um' an der dortigen Universität seine Tätigseit aufzunehmen. * Die Juden in Estland. Zutolge den Angaben deS statistischen Bureaus betrug die Zahl der Juden m Reval int Mai 1921 2118 Seelen, wovon 802 Mämnr und 1316 Fronen wären. Die Zahl der Juden in Dorvat bctrng zur gleichen Zeit' 1283, davon'650 Männer und 638 Frauen. (I. C.-B.) * Hofrat Dr. Zrrckerkandel. Montag den N. d. M, MN V»7 Uhr abends findet im Veffaal des Spitals der israelittschm Kulttrsaemeinde (Rothichild-Svital), XVlll.. Wöhringergürtet 97, eme Trauerseier für den verblichenen Hosrat UniversitcrtSpcoftssor Dr. Otto Zuckerkand! statt. * Oesterreich seuckenfrei 1 Auch in der Woche vom 19. bis 25. v. ült. ist im Volksgesundbritsarnt im BundesministeriusN für soziale Verwaltung keine Nemrkantung an Blattern odxr Flecktyphus anaeze'.gt worden. * Die Tätigkrit des Mphnpngsamtes sm 132V. Im Job'e 1920 betrug die Zahl der erfolgten Wohnungsanforderungen 8342. Davon wurden 3956 rechtskräftig. ‘ Zuge« wiesen wurden 3860 Wohnungen. An Flüchtlings? wobnungen wurden 1072 anaesordert. Die Zahl der neu« erstellten Wohnungen im Jahre 1920 betrug 878. Für das Jahr 1921 ist vorläufig d-e Erstellung vom 327 Notwohnungen vorgesehen, während ungej8.hr HQO Dauerwohnnngen hergestellt werden lallen. * Die Ausgabestelle für Sstygliugstysischr des Amerikanischen Roten Kreuzes in de-- Wertheim-Klwik, Allge-, meines Krankenhaus. tX. Svitalgasse 23. bleibt kür wettere 14 T a g e geschlossen. Der Zeitpunkt dev Wiedereröffnung wird, seinerzeit durch die Mütterberatungsstellen in den einzelnen Bezirken bekanntgegeben werden. * Blinde Passagiere. Die Direktion der Bundesbahnen tritt mit: In Erfüllung eines vom reisenden Publikum oft gräußerten Wunsches hm die Bundesbahn-Direktion Wich-West die aui den Abfahrtsctten des Wiener-West- und Franz Josefs- Bahnhofes bestandene Bahnsteigiverre vor kurzer Zeit aufgchvbm. Dies wurde aber «n zahlreichen Fällen dahin mißbrapcht, daß Leute mit Babustrigkarten die Fenrzüqe bestiegen und 0 h n % Fahrkarte abgereist sind. Um dieser Unzukömwlichkeit zu steuern, wurde die Bahnsteigsperre wieder ringetührt. Wlelier Morgenzeituns # Die SprdtckronSfirma Leo Wans. II, Ferdinands« straße 29. jibermmmt zn, den billigsten Tarifsätzen Transporte aller Art nach Rumänien der Schiff mit Umladung m Gmrgiu und Galatz sowie per Bahn mittels direkter Speziatzüge nach Czernowitz. * Wer sucht, der stutzet,- daß die Herrengarderoben nach Maß der Werkstätten Spitzer & Markus, II., Hollandstraße (srüker Stevbaniestraße) Nr. i (nächst Stephaniebrücke) in jeder Hinsicht einzig in ihrem Genre bei äußerst billigen Preisen sind. , * ' Bereinsnachrichten. Waadat-Hfftarbuth (Kulturkommission in Jaffa) Zwegstelle Mren. XIX., Kreindlgasse l0. — Heute pünkt lich VZ7 Uhr im Saal des Niederösteireichischrn Gewerbeverci.res, I.. Eschenbachgasse 1t. Borirag Frau R a ch e l R u b a s ch ow: „Die Kulturarbeit der Frau in Palästina." Gäste will« kommen l Die Ernährung. Der Marktbericht. In der Großmarkthalle sind gestern aus Jugoslawien 7 Waggons mit Rindfleisch angekommen. Die Detailpreise blieben unverändert., dagegen haben sich K ä l b e r im Großhandel um X 10 per Kilogramm verteuert, ein Kilogramm notierte K 185 bis K 240. Von Fischen standen Hechte zu K 190, Seelachs und Kabeljau zu X 90, Brachsen zu K 140 bis 160 und Weißfische zu £ 8h bis 100 das Kilogramm zur Verfügung. Die O b st m ä r k t e waren ausreichend beschickt. Auf dem Naschmarkt ist gestern die erste größere Sendung r t a l i e n is ch e r P a r a d e i s e r eingetroffen. Die Ware war von mittlerer Qualität und stellte sich im Engrosverkauf auf K 76.k>0, im Detailhandel wurde sie mit X 94 bis 96 per Kilogramm ab* gegeben. Weißgebäck ab 11. Juli. Gestern fand im großen Sitzungssaal der Bäckergenoffenschaft unter dem Vorsitze des Vorstehers Kommerzialrat B r r u n i g eine Versammlung der Bäcker statt, um zu der Frage der Weißbroterzrugung Stellung zu nehmen. Vorstandsiellvenreter Korber berichtete, daß infolge eines Uebereinkommens der Genossenschaft und der Fabrikanten mit dem BundeSminlsierium für Bolksernährung eine Beroidnung des letzteren erschienen sei, womit vom U. I u l i an die Erzeugung v o n W e ck e n zu 32 ädg aus weißem Mehle und dre Erzeugung von Wecken, deren'Gewicht ein Mehrfaches von 32 dkg'iß)' gestattet feii Den Preis werde die Genossenschaft nach dem Mehlprers rvöchenllich festsetzen. Zunächst werde ein Wecken zu 32 dkg um X 34 verkauft weihen. Das Gewicht wird bei der Herausnahme des Gebäcks ans dem Ofen sestgestellt. Ferner sei den Bäckern die Erzeugung vdn B r ö s e l und Waffe r z w i e b a ck gestattet. In der Verfgmmlung herrschte eine erregte Stimmung, da verschiedene Bäckermeister die sofortige Eröffnung der E r z e u g u n g des Kleingebäcks mit Rücksicht guf die Schmutzkonkurrenz verlangten, Borstenviehmarkt. Auf dem gestrigen Borstrnyirhmarkt in Sj. Mqrr betrug der Auftrlrb 1046 Fleischschweine und 2051 Fettschweine. Bei sehr lebhaftem Marktverkehr konnten sich die vorwöchigen Preise fest behaupten. Jäd. Frauenbund, IX., Uechtensteinstr. 11/13 piwnaswuaift Heute, MStlwoch den $. Ju9i I. J. 6« Gartenjause zugunsten dar InlandaaikUon uns der Pogropivraisen im Garten und im Festgabe des’ 2. Kaffeehauses, 13.9 Prater Hauptallee Mitwirkende: Oberkantor Morgenstern, Prof. Braslawsky, XynHSktmÄstor Zimbler, Vortragsktinstier Schwager, Professor Ulanowski PaBSstlnenslsche TSnie dar Sohützlipge des Jüdischen Frauenbundes aelgon einer Kln^errlege (Makkabi X) Xynroxt de» Paul UnckerOrcbeaters Am^rik, Versteigerung Sei Begenwetter findet die Jause mQrgen bei jeder Witterung statt Karten von 60 b!« 9Q0 Kronen {inklusive Janse) zn haben: Jild Franenbnnd, Jttd. Kinderfrennde, Jf., Obere Dnpanstrft«*« fl, «Wiener No,xeq,e11.nnx*,. LJjwit, I., Hotenturmstrasae, „Aida“, Taborstrasae 6 Beginn der Jause 4 Uhr 8075 Beginn der Akademie 6 Uhr * Wetterbericht. Das Wetter m Oesterreich ist vor' wiegend trüb, regnerisch und sehr kühl. Boraussage: Herrschender Witterungscharaller anhaltend. 9 Gi« Gchiffsunfall a«f dev Doeau. Der Dampfer »Josef Feherczeg* der Ungarischen Fluß- und Seeschrffahrts- G.'jellschatt fuhr gestern in der Nähe von Legnhfaln an rme Oassermühlr an. Infolge des Zusammenstoßes erlitt der Dampfer einen Bruch des Wasserrades und wurde leck. Unter den Passagieren entstand eme große Panik und nur mit Müde gelang es, sie zu beruhigen. Ein Teil wurde in denMttungshooten ans Land befördert, der andere Teil auf einem anderen, Schiff m die Hauptstadt gebracht. t * Gestohlenes Iuroel, Der Frau Johanna N e n y e wurde gestern in ihrer Wohnung im 3. Bezirke ein Anhänger autz Platin mit Brillanten, in der Mitte ein Brillant von 1 bis L Karat, am unteren Ende mit einem Kettchen aus Platin mit Perle samt Platinhalskettchen, X 220.000 bis 260,000 wert, entwendet. * Diebstahl im Bahnhöfe. Beim Fahrkartenschalter im Westbahnhof wurde gestern dem Karl. P o l l a k eine gelbleberne Aktentasche mit X 15.000, einem Prrlenkollier, einem Paar Brillantohrgehänge. einem silbernen Rmg mit T-tmkopf, einem Platinring mit kleinem und großem Brillant und GeschÜsts-- papinen gestohlen. * Verhüteter Geldschmuggel. Der Polizeihehöidr aelangtr zur Kenntnis, daß in einem am 2. d. M. \n Praa nach Wien ausgegebenen Riisekorb ungestempeltes Geld nach Oesterreich geschmuggelt werden sollte. Der Reisekorb wurde beschlag« nahmt und darin außer einigen Kleidungsstückeu noch eme Summe von X 1,094.000 in ungestempelten Banknoten zu X 20 gesimden. Das Geld wurde der Finanzbezirksdirektion übergeben. Die Polizei hat die Nachsorschunaen nach rim Eigentümer eMtlntet, Bühne Md Knnst. Gastspiel Matt Pleon. In der Roland-Bühne absolviert jetzt Frau Mali P i c o n vom Jüdischen Theater in Boston ein kurzes Gastspiel. Die zierliche und quccksilbrige Perlon bringt das Kunststück fertig, ein sogenanntes Volksstück, «Jankalr" — wohl der haarsträubendste Unsinn, der jemals über dir Bretter ging genießbar zu machen- Ihr drolliges Spiel, schöner Gesang und temperamentvoller Tanö tragen Stimmung und Heiterkeit in das von allen guten Geistern verlassen^ Singspiel. Herr I. K q l i, ch aus Boston wesst als verliebter Schneider beachtenswerte Züge auf unh läßt erkennen, daß er besseren Ansgahen gewachsen ist. Die Herren Jung" w i r t h, Bell und S i n i n sinh recht hrqv, geradezu unmöglich aber Frau M i s ch n a j e w s k a als jugendliche Liebhaherin. ... —n. Aus deu Theatern, AmWieverBürgertheater laben dle Proben zu der am 18. d. M., 7 Uhr gbends, stattfindendeu deutschen Uraufführung des DramaS „DieHölle von Borbalo^ von Aven Philipps, für die deutsche Bühne von Paul Frank bearbeitet, begonnen. Die Spielleitung besorgt Max L i e b l Als Darsteller wirken «u Maria Fem von den Reinbardt-Bühnrn, Ludwig Harta« und Heinz Sgltner Vom Berliner StaatSt'.cuter, Moritz Millmann, Oskar Sima vom Deutschen Bolkstheater, Hans Schenk und Franz Weißmüller vom Stadlchegter und Äfsred BEham vM..drr „MMneMue. 6. IUN 192J Nr. 877 In der B o l k s o p e r werden heute. Mittwoch, «H o f nt ft n n S ($ r a U u it fl p n“ mit den , Damen Waaschai Kelter, Huber,, Salinger, Bleckmann und den Herren R ttershet, als Gast. Mamau, Günther, Beer und Dörich gegeben. ®mar Herr Schwarz. Beginn VeS Uhr. u B c»-uwe-S«£eVe iildi 1 che Volksbühne hat ihf Gast'vrkl im B ad e n er S t a d t th e a t e r, welches großes Erfolg hatte, bis .Freitag den 8. d. M. verlängert 5tt Q Ä die Spieltätiakeit im eigenen Theater, II.. . Untere Augartenstraße 8, wieder ausgenommen. Zur Auffubrung gelang! an diesem Tage „S ch i m a I i 3 v a S 1« von Dp Dhmow mit den Damen D e u t s ch und Weini t rau b * G r a f und den Herren B e n - Z w i, Breche^ und D e u t s ch in den Hauptrollen. Eine- Burgtheatertruppe ln Dresden. Ein Bura«i theaterensemble mit Frau W i l h r a n d t, Hedwig B l e i b-< treu und Georg Reimers absolviert geaenwärtig im Dresdener Schauspielhaus ein lehr erfolgreiches Gastspiel. Bek der ersten Probe wurden die Gäste von Oberregisseur "Lothar M e h n e r t namens der künstlerischen Leitung des Theaters und^ vom Refliernngsaffessor Dr. G r o ß namens des Staates willkommen geheißen. Albert Heine dantte namens der Gaste für! die freundliche Begrüßung. i , . . Erhöhung der Nabel-Preise. Die schwedische Akademie^ bat der Nobel-Stlftung den Vorschlag gemacht, den Betrag der fünf JahreSPreise zu erhöhen, um den Absichten des Stiftersi besser gerecht werden und der fortschreitenden Geldentwertung, dies de» Weit der Nobel-Pi eise erheblich herabgemindert hat, nach Gebühr Rechnuna traaen zu können. Zu diesem Zweck beantragt! die Akademie 1*/» M'llionm Kronen aus dem ursprünglich fite Konstruktionen bestimmten Nobel-Fonds zu verwenden. irraufführuutz einer Iugendoper Mozarts. Jp Karlsruhe gelangt am 2. Oktober durch das Badischg LandeStbeater gelegentlich des Karlsruher MullkfesteS die von dem zwölfjähligen Mozart im Austrage Kaiser Josephs Il. kom-' Panierte Oper .Die verstellte 'E i n f a l t* („La finta semplice“) — 153 Jahre nach ihrer Entstehung — zur Urans-: süh'rung. Nun hat dir Over, der bis jetzt nur der ursprüngliche! italienische Text von Marco Coltellini zugrunde lag, durch den! Mozart-Forscher Anton Rudolf eine vollständige textliche Erneuerung ersabrcn. i Gin neuer Sternheim. Karl S t e r n h e i» hat ein neues Schauspiel «M anon Lescant" nach dem Roman von Plövost geschrieben, das zu Beginn der neuen Spiplzett im, Berliner Theaterin der Königgrätzerstraße zur Uraufführung kommt, \ Die Atteste Handschrift von Dantes ..Göttlicher Komödie", der berühmte Codice Landiano der Stadtbibliotheh Piacenza, der im Jahre 1386, also 15 Jabre nach dem, Tode des Dichters, aus 212 Pergamentseiten in Groß-Fol'v geschrieben wurde, erscheint zur Dante-Feier in einer Faksimile- Wiedergabe bei Leo S. Olschkk, eingelritet von den Professoren A. B a l s a m o und G. B e r t o n i. Die Sowjets ttnb das russische Theater. DaS Präsidium des Allrussischen Zentralexekutivkomitees hat genehmig^ daß ein Mitglied des Moskauer Künstlrrtheaters nach dem A u s l a n d e entsandt werde, um die gegenwärtig im Auslande! weilenden Mitglieder deS Künstlertheaters znr Rückkehr nach Moskau zu bewegen. Gleichzeitig ist dem Bolks-i. kommiffariat für Gesundheitswesen der Auftrag erteilt worden,! sämtliche'Mitglieder der »Kammerspiele* des Moskauer Künstlertheat-rS zur Erholung in einen kaukasischen Kurorte unterzu-; bringen. Die Gage für die drei Sommermonate soll den Künstlern im Gesamtbetrags von 60 Millionen Rubel pränumerando auSgezahlt werden. Füv das jüdische Theater tu Berlin. Das Interesse^ für das jüdische Theater in Berlin ergreift immer weitere Kreise. Demnächst soll vom Schutzverband deutscher Schriftsteller ein Abend .veranstaltet werden, in dem unter anderem Bernbard Kellermann versuchen will, die Entwicklung des jüdischen Theaters und die Sache des jüdischen Theaters überhaupt einem weiteren Publikum zugänglich zu - machen. %i&?r den Vorträgen soll eine Reihe von Rezitationen, der Künstler stgttsinden. Gerichtssaal, iotMbratMr tim Sg»dtagHahgxprd«ete». Der Oberste Gerichtshof unter Vorsitz des Senatsvräsidenten )r. S p a t h verhandelte gestern über eine von. der Generäl aatsanwalischaft /zugunsten eines Verurteilten, der auf die iechtsmittel verzichtet hatte, eingebrachte Nichtigkeitsbeschwerde zur! Nahrung deS Gefctzes, Laut einer Gendarmeriemeldung hatte! ch der syzigldrmykratische Landtagsabgeordnete sind' Bezirks-! yrsteber der Vrigitiengn' Josef I a n t c c k in einem Hotel in fuchenstub en falsch gemeldet,,weil er eist Veihältms mit einer Frau! abe". Das Bezirksgericht S ch e i b b s. vor dem Janecek wegen! Falschmeldung angeklagt war. stellte nicht diesen. Grund der Falschmeldung, wohl aber diese selbst fest und verurteilte den^ lngeklagten zu einer Geldstrafe (die Höhe derselben gab der' referent nicht bekannt), Gegen/ dieses Urteil brachte der Verrteilte kein Rechtsmittel ein, wohl aber erhob die Generalstaatsnwaltschaft von Amts wegen die Nichtigkeitsbeschwerde zur Währung des Gesetzes, die bei der heutigen Verhandlung or dem Obersten Gerichtshöfe vor dem General-' aatsanwalt Hofrat Dr. A b s a l o n dahin ausgeführt wurde,! aß nach Artikel 96 des Bündesverfassungsgesetzes die Mitglieder^ es Landtages dieselbe Immunität genießen wie die Mltglicder es Nationalrqtes; der Angeklagte dmfte daher ohne Zustimmung! es Landtages überhaupt nicht gerichtlich verfolgt werden. Da ber das Bezirksgericht Scheibbs nicht festgestellt habe, ob nicht je Falschmeldung überhaupt schon verjährt sei, sei zur Behebung wses Verfahrensmangels hie Sache an das Bezirksgericht zuückzuwrisen. Der Oberste Gerichtshof erkannte, daß urch die Verurteilung des Angeklagten des Gesetz verr tz t wurde, weil das Verfahren unter Nichtbeachtung der dem lngeklaaten als Landtagsabgkordnetm zustehenden Immunität urchgeführt worden sei. Das Urteil des Bezirksgerichtes wurde aher a u f g e h o b e n und zur Feststellung, ob die Einstellung es Verfahrens nicht auch wegen Verjährung -,n erfolgen tc Sache qp das Bezirksgericht zurückverwiesen.