Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 877 (6.7.1921)
- Date
- 1921-07-06
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Men. Mittwoch Wiener MorgeuzeiLurrg S. Juli 1921 rageS wurde abg«lehut, der zweite Teil angenommen, sozialdemokratische Abgeordnete Dr. G r ü «er wandte sich 'auch gegen das Unerlaubte Tragen von Sertrnwaffen »nd H abSbnrgerabzeichen durch ehemalige Offiziere. Ultimatum -er Laudesbeamte«. Gestern hat im Landhaus eine Massenversammlung von Landesangrstellten stattgefunden, welche an die Verwaltmigskommisfion die Aufforderung richtete, die Vorlage über die B esold u » g s r e f o r m fertigzustellen. Diese Aufforderung ist mit dem 11. Juli befristet. Legattonsrat Post Kommt «ach Warschau. Wie auS Warschau berichtet wird, soll der Legationsrat P o st, bisher österreichischer Geschäftsträger in Berlin, als Gesandter nach Warschau versetzt werden. Oesterreichs Vertreter m Berlin ist bekanntlich seit kurzem Sektionschef Dr. Riedl. Telegramme. Die amerikanische Anabhangigkeitsfeier. Botschafter Wallaeo für Leu Völkerbund. Paris, o. Juli. (Havas.) Bei eine in Bankett, das die amerikanische Handelskammer anläßlich des Unäbhängigkeitstages gab, führte der amerikanische Botschafter- - Wa tt ace aus, das freundschaftliche.Einvernehmen, das die zwei großen Republi^n Frankreich und die Bereinigten Staaten verbinde, müsse aufre ch (erhalten bleiben. Es dürfe keine Lücke in dem' Bündnis zwischen den beiden Völkern bestehen, die im Herzen'und im Geiste einig seien. Der Botschafter erhoffe den Eintritt Amerikas in den Völkerbund, der mit Unterstützung Frankreichs, Amerikas und Englands'eine heilsame Wirkung ausüben - könne. Im weiteren'Verlaufe'feiner Ausführungen verwiesder Botschafter aüf den unleugbaren Widerspruch, der darin bestehe, daß Frankreich als Sieger aus dem Kriege? hervor gegangen sei und schlechter bastehe als das JDe* siegte Deutschland. Deutschland müsse die Frankreich! ängefügten Verwüstungen vollständig wieder' gutmächen. Die Versenkung von Spitalfchiffen. London, 5. Juli. (Funkspruch.) Vor dem Polizei- Gerichte sagte der ehemalige Zahlmeister desSpitalsfchiffes »Llandovery-Castle", das von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden ist, aus, daß nach der Versenkung des Schiffes auf die mit den S ch i ff b rü ch i gen ge füllt e n B o o t e g eschossen worden sei. Das Boot,- in dem er sich befand, sei von dem Unterseeboot angerannt worden, doch sei es ihm gelungen, dem Stoß auszuweichen. Trotz des guten Weiters, das zur Zeit der Versenkung herrschte, sei nur ein Boot gerettet worden. Iahreskonferenz der englische« Zionisten. London, 3. Juli. (Iüd. Korr.-Bur.) Die 22. Iahreskonferenz der englischen Zionisten wird am 10. und 11. d. M. in Liverpool durch den Präsidenten mit einer eingehenden Rede. über die gegenwärtige politischeLage des Zionismus und über den Stand der zionistischen Bewegung eröffnet werden. Verhaftung arabischer Bootsleute in Jaffa. Jerusalem, 30. Juni. (Iüd. Korr.-Bur.). Einige arabisch^ Bootsleute in Jaffa, di? sich weigerten, eine Anzahl angekommener jüdischer Touristen ans Land zu bringen, wurden auf Befehl der Regierung verhaftet. Als Protest dagegen haben die Araber in I a f f a ihre Laden und Geschäfte geschloffen. Eine neue arabische Partei i« Palästina. Jerusalem, 1. Juli. (Iüd. Korr.-Bur.) Dem arabischen it t m s r zufolge steht in Palästina die Bildung einer n c rr e n a r a b i s ch e n P a r t e ibevor. Die neue Partei erhebt zürn Programm 1. die ökonomische Entwicklung des Landes und 2. Schutz der Interessen der Bauern, Arbeitern ndHandwerker. Dasselbe Blatt weist' in einem Leitartikel darauf hin, daß die nach England abgereiste a r a b i s ch'e D e l e g a t i o n eine schleunige und w i l fr * ürliche Zusammensetzung aufweist und daß fie n i ch t die Meinung aller Gruppen im Lande repräsentiert. Argentinien für den Keren Hajessod. Buenos Aires, 4. Juli. (Iüd. Korr.-Bur.) Am einer speziellen Keren Hcrjesfob-Konfereriz an der 57 zionistische Vereine bertretcn'waren, verpflichteten sich die Organisation eine M i l l i o n Pesos jährlich zum Keren Hajeffod beizutragrn. - Der kommunistische Feldzug gege« die jüdische Kultur. Riga, 3. Juli. (Iüd. Korr.-Bur.) Zufolge Nachrichten aus Moskau würde dort eine große Anzahl hebräischer, talmüdischer und anderer jüdischer Bücher unter dem Vorwände beschlagnahmt ir.:b vernichtet, daß sie. reaktionären Charalter iragen. - Die wabre Ursache dieses Vandalismus ist aber drr m Sowjetrutzländ herrschende P a p ir rrn a n g el, denn die deichlagnahmken Bücher sind als „unnützes Material" Len , P a p i r r s a b r i k e » zur Umarbeitung Übergeben »ft&tfr Mitteilungen ans dem Publikum. Emilie Frey Antwerpen V e r 1 Antwerpen-Wien, Im Juli 1921 Dr. Ozyäsz Frey Wien Ob t e 607« Grösster und bester Käufer Wiens 6066 BRILLANTEN, PERLEN Juwelen, Edelsteinhändler Rabioowitsclx, Juwelier ■AXIMIU ANSTRASSE 5 II., STEPHANIESTRASSE 3, nur Nr. 8 (jatzlfle Hollandstraite) im eloeRenHtau Hören Sie auch unsere Preise clotri,o Mahlerslr.) Tel. 854! « 45146 Haltestelle Opemrinj, Zug. Käintnerstr. Samstag gesohlossan. sei Ein gestrioktes wollenes Kleid, Wiener Fabrikat, 5000 Kronen ALBERT; »«ATZäaEf*, I. Bezirk, Kohlxuefiserg&sse Kr; 8 Bor einer Gegenrevolntion in Rußland? London, 5. Juli. (Reuter.) „Daily Herald", -das Londoner sozialistische Hauptorgan, behauptet, erfahren zu haben, daß sich in Rußland für den nächsten Monat ein Ko mp lo tt der Weißen Vvrheveite, die über eine m ä ch t i g e f i n a n z ie l le U n t e r stü tz u n g verfügen sollen, General Brusfilows Oberbefehl. Riga, 5. Juli. (Privat.) Den Rigaischen Blättern zufolge wurde General Brussilow züm Oberbefehlshaber der in der Ukraine operierenden Truppen mit unbegrenzten Vollmachten ernannt. Der Chef seines Stabes ist General LetschiZki. Alle Befehlshaber der kaukasischen, transkaukasischen und der Südarmee sind Brussilow untergeordnet. Kemal bedroht Brussa. Konstantmopel» 5. Juli. (Havas.) Es verlautet, daß 6000 Kemalisten auf IB r u s s a marschierm und daß die Griechen sich vorbereiten, diese Stadt zu räumen. — Der Gouverneur von Jsmid und die Personen seiner Umgebung sind verhaftet worden, weil sie Beziehungen mit den Griechen unter hielten. Die Bilanz der Faszisteutätigkeit i« Italien. [ Rom, 5. Juli. (Privat.) Nach einer Zusammenstellung, welche die italienische sozialistische Partei über die von den Faszisten begangenen Verbrechen veröffentlicht hat und die sich allein aus die Zeit vom 1. Jänner, bis 31'. Mai 1921 bezieht, wurden 2 02 Personen ermordet und 1144 verwund et. Hiezu kommen noch die von der Polizei oder jdem Militär Getöteten und Verwundeten, deren Zahl 44, beziehungs-« weise 258 beträgt. In Brand gesteckt, beziehungsweise zerstört und beschädigt wurden in derselben Zeit 12 0 Arbe iterkammern und 243 Volkshäuser, 'Gewerkschaftshäuser und sozialistische Gemeindehäuser- Besprechungen der Zrensöhrer. London, 5. Juli. (Tel.-Komp.) De Valera und Griffiths sind in Dublin zu einer Konferenz zusammengetreten, bei der auch vier Vertreter der englischen Unionisten zugegen waren. Nach den Vorbesprechungen hat man den Eindruck, daß De Valera geneigt sei, die Einladung Lloyd Georges zur Londoner Konferenz anzunehmen. Das Schicksal Oberschleftens. Berlin» 5. Juli. Wie die „Vossilche Zeilung" aus London meldet, besteht vorläufig keine Aussicht dafür, die Konferenz des Obersten Rates inBoulognem absehbarer Zeit Zusammentreten zu laffen. Soweit sich die Dinge übersehen lassen, müsse vor Optimismus bezüglich der rndgültigen Lösung in Oberschlesie« gewarnt werden. Es habe den Anschein, als ob die hiesigen politischen Kreise entgegen ihrer anfänglichen Haltung immer mehr einem Kompromiß zuneigen. Man beginne auch hier de» i t a l i e n i s ch e n V o r s ch l a g als ein Kompromiß zwischen dem englisch«» und dem französischen Standpunkt anzusehrn, obwohl dieser dem Abstimmungsverhältnis keineswegs gerecht werde. (Auch dir „Times" erklären, daß die Boulogner Konferenz nicht vor dem iv. Juli stattfinden könne.) Ein Zwischenfall in Benthe«. Berlin» 5. Juli. Bei« Einzug der Engländer in Beuthen brach die Menge in Jubelrufe aus und sang nationale Lieder. Darauf rückte französische Wache heran und hieb auf die Menschenmenge ein. In der allgemeinen Verwirrung fielen plötzlich Schüsse, durch die ein französischer Major e r s ch o s s e n und mehrere Franzosen verletzt wurden. Mehrere Frauen unL Kinder kamen während des Tumults ums Leben. Die Franzosen haben zwanzig Bürger von Beutben a!S Geiseln in Haft genommen, darunter den ersten und zweiten Bürgermeister. Nachmittags wurde die Ruhe wiederhergestellt. Kouflikte der vrgesch mit der mittelschlefische« Arbeiterschaft. Berlin, 6. Juli. Wie mehrere Blätter aus Breslau melden, soll es in den letzten Tagen beim Abzug des Selbstschutzes aus Oberschlesieu zu Konflikten in Mittelschlesten gekommen sein. Es seien einzelne Selbstschutzformationen mit ihren Waffen über die Grenze gekommen und von Ardertergnrppm angehalten worden. Im Kreise Nimptsch sei eine Gruppe von bewaffnete» Selbstschutzleulen durch Arbeiter der Polizei übergeben worden. Es sei den Bewaffisclen jedoch in derNachtgr- Nr. Die sozialdemokratische .Brr-laner volkswacht* ficht diesen Vorgängen Anzeichen von politische» Abenteuer» fordert die Arbeiterschaft zur Wachsamkeit ans. Die jüdische Fürforgezentrale in btt Tschecho-Slowakei. Prag, 3. Juli. (Iüd. Korr.-Bür.) Das Mal! sterium genehmigte dieser Tage die Statuten bei jüdischen Fürsorgezentrale für die Tschechin Slowakei. Die Generalversammlung, zu welcher du Kultusgemeinden, jüdische Wohlfahrtsanstalten, Organ« fationen und Vereine Delegierte entsenden werde« wird in kürzester Zeit stattfinden. 1 Gleichzeitig hat das Ministerium für Schulwese und Volksbildung Professor Alfred Engell Lesebuch für jüdische Volksschulen im Manust approbiert. Weitere jüdische Schulbücher befinden im Approbationsstadium. Die jüdischen Bolksfchülei in der Tschecho-Slowakei werden somit der Pfli. enthoben,, aus den allgemeinen, von christlichen Bor stellungen erfüllten Schulbüchern, lernen zu müsse». Der dev Bankbeamtenstreik in Tschecho-Slowakei. 'Prag, 5. Juli. Die Blätter melden, daß der Fürsorge minister die Banken und die Vertreter des tschechischen Ban» beamtmverbandes zu einer informativen Besprechung eingelade» hat. Dir Banken haben beschloffen, dem Minister mitzuteffe», de» sie keinen Anlaß zu Verhandlungen haben. Nach einer Mibf teilung des Verbandes der tschecho-slowakischen Banken nimmt dÄ Tätigkeit der Banken je nach Zahl der Kräfte, die sich zur Arb» emgefrmben haben, immer mehr zu. j Die tschechisch-magyarischen BerhandB lungen. - Budapest, 5. Juli. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Die mit den tschecho-slowakischen Delegierten in Budapest geführten wirtschaftlichen Ver Han dl u tw gen find vorläufig beendet worden. Die beiderseitigen; Delegierten haben in einem gemeinsam aufgenommenerj Protokoll über die Verhandlungen deren bisherig^ Ergebnisse niedergelegt, die sich in erster Reihe aus di« im Friedensvertrag zugesicherten Kohlenu n ö Lebensmittellieferung en beziehen. Dill auf die wirtschaftliche Annäherung der beiden Staate»! bezughabenden weiteren Fragen bilden den Gege«^ stand sorgfältiger Vorbereitung, und es ist Aus sich« vorhanden, daß diese Beratungen im Laufe des Monats August wieder ausgenommen und günstige Ergebnisse' zeitigen werden. — In dieser amtlichen Mitteilung fehlt jede Angabe über das tatsächliche Resultat defi Verhandlungen. Das ungarische BNÄgetprovisoriuMe Budapest, 5. Juli. (Ung. Tel-Korr.-Bm.) Das do»d Finanzminister der Nationalversammlung Unterbreitete Budgm Provisorium bestimmt unter anderem, daß den StaatSangestellt«^ den Pensionisten sowie den Beamtenwitwen und -Waffen diitz jüngst gewährten außerordentlichen Unterstützungen auch . stk Monate Juli, August und September angewiesen werde», v< einen Aufwand von 240 Millionen erfordert. Diese Uni« stütznngen sowie auch die de» Mitglieder» d« nationalen Armee unter verschiedene! Titeln bewilligten Zulage» sind jedoch mit Lud« September gänzlich einzustellen. Eme weitere Bestimmung erteilt dem Finanzmimster ditzalternative Ermächtigung, an Stelle der durch das Gesetz übe^ die ungarische Staatsschuld und die Vermögensablösung kreierte» 5l/&V#i0W Tilgunps-Schuldverschreibnngrn behufs Liquidier»«^ der Bermögevsablösung mit bereits bestehenden ungarische Hvvotheken'Pfandinstituten oder mit einem zu diesem Zwecke b sonders zu gründenden Institut ein Uebereinkommen über dö Ausgabe beiger Vcrmögmspfandbriefe bis zur Höhe 3V, Milliarden Kronen Nominale zu treffen. Ein Teil dlesi Pfandbriefe, für die im Namen des Staatsschatzes die Ha! übernommen werden kann, darf allfällig auf ausländische Baku laute». Die Tilgungs-Schuldverschreibüngen wie die erwähnst»! Pfandbriefe sind entsprechend der Einzahlung der Bermögtztü« ablösung durch Verlosung zn tilgen. Der Prozeß gegen Oberrabblner Löw. Budapest, 5. Juli. (Ung. Rundschau.) Die richtsoerhandlung in der Angelegenheit des Szegedine» Oberrabbiners Emanüel L ö w, die für den 29. d. M bestimmt war, mußte abermals verschoben, werden, da zu dieser Verhandlung auch aus delst Auslande Zeugen vorgeladen werden müssen, und zwar auf diplomatischem Wege, was längere Zeit be^ anfprucht. Infolgedessen dürste die Verhandlung erst im Herbst stattfinden. Der Bndapester Raubmord. Budapest, 5. Juli. (Ung. Rundschau.) Die Polizei hat bisher keine Spur der Mörder des Fabriksdirektors Baroß aufsinden können. Rach Ansicht der Polizei dürften die Mörder mit den Defri hältniffen des Fabriksdirektors vertraute Leute gewest fein, die ihn, nachdem er einen größeren Geldbetrc für die Firma Gelb behoben hatte, umbrachler Baroß hatte es vom einfachen Tischlergehilfm zr Fabrrksdirektor gebracht. Demisfion des spanischen Kabinetts^ . Madrid, 5. Juli. (Havas.) Das Kahmett Me.WEM.AME. " biefe» »ftn«« Salut«