Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 875 (4.7.1921)
- Date
- 1921-07-04
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 87$ Wien. Mvmag Der uvrntgeltkiche Arbeitsnachweis. Wien, ll., Tqbvlsirahk 59. »rat Herren H t 6 e i t ß'c b 11 ii seine k o st e „ f r e \ e n Dienste an. Brieflicher oder trlcvhönischer Auftrag (40.316 oder 41.680) genügt, um qualifizierte Arbeiiskräite sowie Hilfsarbeiter. Kirnet tauimäuvische Angestellte beiderlei Geschlechts zngewiefen m erhalte«. Berufsberatung. Jugendliche, welche vor der Berufswahl stehen, mögen sich »s der BerufsbclatuttgLstelle, Wien, 11., Tadornräße 59, täglich von 3 bis 6 Uhr (mit AuSnabme von Freitag und Samstag) melden. » Die Presse «nd der Zionismus. Man schreibt uys auS Triest: Nachdem schon jüngst ein römisches Blatt eine .der .zwmsiischen Sache feindliche Meldung »'Umlauf siebwch'k batte, benlte stch dieser Tage ein Triester Abendblatt, feinen Lesern den Bericht eines ^objektiven" Beobachters der lattsam als antizionistisch bekannten londoner „Morning Post" übet .bie Vage in Palästina vorzusehcn. der eine emsige gione Gehässigkeit gegen den Zionismus darstellt. Wenn nun dir Blätter, welche eine derariige Haliung uns gegenüber' kinzunehmen sich anschicken, auch nicht zu den vornehmen oder fühlenden' Blättern Italiens ßefjomt, muß doch diese geänderte Stellungnahme defrrmdcn in einem Lande, dessen früherer Ministervräsident Nit.tr sich auf . . der Konferenz von San Reino große Verdienste um die zionsstische Sache erworben hat. Noch überraschender aber ist/ daß gerade ein Triester Blatt rs-iiir geboten hält, dem Zionismus »in einem kritischen Moment in, dcn Rücken zu fallen, während Triest doch allen Grund hätte, unserer Sache wohlwollend gegenüberzustehen. Eiy Blatt, welches viele seiner Spalten der Untersuchung darüber tmbmct., wie dir Schiffahrt im verkehrslosen Triester Hafen wiederbelebt werden könnte, handelt unklug, wenn es durch feine gehässige Haltung eine der ausstckstSvollstkn Triester Sch'ffahrtSlinicn gefährdet, welche aus unseren Emiyi ationSländernuach Palästina führt. Wir Zionisten selbst cmpfindm ia am allcrschmersilchsten, daß mon'^rtam die gegen unsere' Brüder aufgebeylen Eingeborenen nur «durch englische Bajonette" im Schach gehalten werden können. Ater es wirkt geradezu lächerlich, wenn derartige ganz außerhalb unseres Verschuldens gelegene Umstände uns zur lsast gelegt werden in einem Vande. dessen K o n i g die neu eroberreu Grlnikc anläßlich der A n n e r i o n S f e i e r l i ch k e i t e n aus Gründen seiner persönlichen Sicherheit nicht besuchen konnte und dessen Regierung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung mit der Polizeitruppe kein Auslangen mehr findet^ sondern die Fascisten- H a u f e n anfbietkn muß. um die llnzu^riedeühert der breiten Massen niederzulialtcn. Wir erwarten niemaNres llnierstützung niehr zur Vollendung beS schweren Werkes, das vor uns liegt. Aber man lasse uns wenigstens da unbehelligt. wo aller Grund votliegt, dem Balken im eigenen Auge eiMge-Aufmertsamkeit vor dem Splitter in dem nnserigcn angedeihen zu lassen! Auch von zionistischer Seite sollte mehr zur Aufllärung der Presse geschehen. Wenn dcn arabischen EffendiD, welche wehrlose, jüdische Einwanderer.in dem ihnen endlich wiedergegebenen Vaterlande niedermetzeln lasten, in europäischen Blättern Fürsprecher erstehen, müßte eö doch-uns möglich sein, den Weg in die ehrenhafte 'und objektive Presse zu finden. Sicher wollen wir nicht marktschreierisch die Trommel rühren für die auch in der jüngsten Erklärung Churchills anerkannten Erfolge und Verdienste unserer Bewegung um Palästina; aber unsere Organisationen sollten eine ehrliche Gasifrrund'chaft für unsere Sache dort sichermstellrn wissen, wo man aus unserer Wanderung direkten Vor teil zieht. Ausgrabungen in einer biblische» Stadt. Die Regierung von Palästina hat dem Umversitätsmnseum vyn Pensylvarmien die Erlaubnis erteilt. Ausgrabungen bei der Stadt Beisan vorzunchmen, dem biblischen Beth Seän östlich der Ebene Israel und 20 englische Meilen südlich vom See Genezareth. Die Arbeiten sollen noch in diesem Monat unter Leitung des Archäologen Fisher beginnen, der erklärt habe, er hoffe die Ueberreste von mindestens sieben Städten ans Tageslicht fördern zu können, dce nacheinander auf diesem Punkte gestanden haben. Beth Sean wird im Buch der Richter als Stadt der Kanaaniter erwähnt. An seinen Mauern hänaien die Philister «ach der Niederlage der Israeliten auf der Ebene Israel die Leiche« 'König Sauls und sciiicr-Söhne auf und die Stgdt scheint von den'Israeliten erst zur Zeit Salomons erobert worden zu sein. Sie wurde zur griechischen Zeit Skyihepolis genannt, woraus man schloß, daß ue ums Jahr 50ü vorchristlicher Zeitrechnung von den Skythen erobert worden ist. Ihr arabischer Name ist Bei,an und zur Zeit d:r> Kreuz üge bildete sie erneu Bezirk des Fürstentums Galiläa unter cer Oberhoheit des Königreichs Jerusalem. Es finden sich dort Nuine»i, eines Tempels und eines Amphitheaters, die obtr »och nicht näher.untersucht worden sind. * Preissturz bei den Henrigen Kartoffeln. Mit Rücksicht auf d,e derzeit auf den Märkten vorhandenen grvßm Vorräte von lieurigeu Kartoffel und deren raschen Verderbes, haben dr: Kartoffel rmen Preissturz erlitten und verkaufen die'Händler di.sclbeir srrt gestern. bereits um K 24 brs 38 statt K 29 und 30 prr Kilogramm. Trotz des Preissturzes vollzieht sich der Verkauf äußerst langsam. , * Der Zucker wird —- billiger! Seit gestern sieht man bcr vielen kleinen und größeren Kaufleuten an den Schaufenstern folgende Kundmachung: ^Freier Verkauf von Zucker (Würfelzucker) bei Abnahme von 6 Lg nur K 130 — statt K 136 pcr Kilogramm." D>e Ursache der Berbilligüvg des WürfrlurckcrS ist darauf zmückzutühren, daß einerseits infolge der ge- >ch wachten Kaufkraft der Bevölkerung der rahonirrte Zucker jm* vklkanft blieb und anderelseits die Kaufleute das hrefür ausgelegte Griv zum Aukaufe von anderweitigen Aitikelu benötigen und deshalb auf rascheren Verkauf bestehen müsse». > * Eine Scheckgeschichte Batum-Konstantknopel- Wien. Im April l. I. hatte der 38jührige Kaufmann Elias Embabitzkh aus Odessa in Batum dem Kanfmann Stavro Chososidl, lll., Neulinggasse 31 wohnhaft, .einen Scheck auf 250 tüt* k'iche Psimd, was ungelähr eine Million Kronen ausmacht, verkauft. Als der Grieche den Scheck bei der Banca Commarciale italiana Konstantinopel präsentierte, hatte er Ungrlegenheiten, da der Scheck sich als falsch erwies. Chokosidi erstattete die Anzeige und fuhr dann nach Wien. Am 30. v. M. abends ließ , er bcr emer zufälligen Begegnung im Hl. Bezirk Embabrtzky verhaften. Bei seiner Einvernahme im Sichetheitsbmeau gab er an» den Scheck im Sommer vorigen Jahres von eiuem Unbekannten in Baluni gekauft zu haben. Da diese Verantwortung unglaubwürdig «st, wurde er dem Landesgerichte eingeliefett. * Ein Betrüger. Ein größerer Betrug ist vorgestern a»ider Firnrr Schrödl & Eie., I., Spregelgasse 22, verübt worden. Bei >'er Firma erschien ein Mann, der angah, er sei von dem Theater au der Wien geschickt und habe 15 m Flanell abzuholen. Man glaubte dem Mann und lolgke ihm anstandslos die Ware aus. Als sich aber nachher die Firma bei dem Theater an der Wien erkmidime und von dem erfolgten Geschäfte Mitteilung machte, erfuhr sie, das; sie einem Betrüger aufgeirssen war. Der Schaden benägt Li 4870. Der Mauu wird beschrieben als zirka 27 Jahre >cki, m«t schmalem Gesicht, glattrasiert, mit lichtem Anzug, mit Gamaschen, leichtem trappfärbigem Hut. Die Verfolgung des Betlügcls ist eingeleitet., * Theoretischer und praktischer elektrotechnischer Wiener Morgenzeitungl 4. Juli 1921 Setze. S Mittcilimsicn ans dem Publikum. El» ^sstrioKtss woHgh63^ Kleid, m Wiener Fabrikat, 5000 SCronen ÄLBERT BSÄTZME», .«^iSSSS, H, . rates veranstaltet einen z e b n m 0 n a t i g c n elektrotechnischen Kurs, der sowohl theoretische Vorlesungen, als auch vraktuch; Uebungen ,nr Versuchsraum und >n der Jnstallaffonstechnik umfassen. wird. Der Kms deginnl am I5i Sevtember. Ainneldmigen werden im A r b e i tsn a ch w'ei s. Wien, Il.,Taborstraßr b9, täglich 'von 3 bis 6 Uhr entgegengenornmen.^ - -. ' * Groher Brand in Glasgow. Gestcra wurde durch einen Brand ,m kamnrännischen Zentrum'' rü'ui Glasgow ein bedeuiender Gebäudekomvlex zerstört. Zwei.' Feuerwehrleute fanden bei den RLktMgsarbeüen. den. Tys. Dsr Schaden wird ans 250.000 Pfund Sterling.veranschlagt.' ' * Postdiebe. Am 2. d M. wurden der. 21 itihrir-c PvstauZhrl'sdiener,Franz © t e i g e r und der > Oiäfjrioe Postbeamtenmpirant Hubert F itze l, beide X!X., Döblinger Hauvtstraüe 11 wohnhakt,. dem Landeöqerichke eingeliefert. 'weil' sie >iir Postamt Lazaretigasse, wo sic bedicnstet waren, einen expreß-relommandiert ausgegehene» Brust,mck polnischen. Marken im Werte von K rA VO gestohlen haben. Die Mmken haben sie um X 1560 yerkaust, den Erlös geteilt. - . - *'T«»schendiebstLhle. Da^ gestrige KiaderM mit se'urm Massmbesuch war auch das Srettestckein vieler Gauner, d-c in dem Gedränge aus ihre Kosten kommen ■ wollten. Es wurden mehrere Taichendiebstähle.aNgezeigk.' So wurde einem 'Kanfmann, der beim.Burglheater ,n die Elektrische cingestiegen war, die foldepc dovvelmantelige Schasshaüsener-Uhr' im Werte von mindestens Ist 20.000 voni Karabiner'gezoam. woher siel! der Kaufmann selbst über die Geschicklichkeit des LaNgstngerS wunderte, der den Karabiner, den er selbst allabendlich so schw'r öffnen konnte, so unauffällig ckl öffnen vermochte. — Einem anderen Festgast wurde dre gplöcne Kramaitennalel gezogen. Ein Kriminalbeamter hätte den Dieb beobachtet, aber nicht gesehen, was er gestohlen halte. Der Kriminalbeamte fragte rasch den Gast., &6 er nicht"seine Brieftasche vermisse. Der Mann griff hin und.fand sie in der Tasche, erst später stellte er fest, daß er doch bestohlen war, daß aber nicht die Brie!Lascht, sondern die Radel fehle. — Einem Rechtsanwalt nahm ein Gauner die Schachtel Sport, die er eben an einem Stand erobert' hatte, aus der Tasche. Der Dieb wurde arretiert: man fand auch die Schachtel bei ihm» Trotzdem stellte er den Diebstahl in Abrede, — Ein Kanfmann ließ bei der Augartenbrücke fünf Jungen arretieren, d-e Mt Sammelbüchsen beteilt waren und den Versuch machten-' mit einem Holzstab die Spenden an Papiergeld herauszufisch'en. Die Jungen leugneten durchwegs. . Brrefksften -er RedMtia». Gartenberg. Nicht gezogen. Heutiger Wert öl 3700. — L. W K. NichlZ gezogen. — N. K. Wenden Sie sich in dieser Angelegenheit an Rechtsanwalt Dc. S- S a j o, P r e ßb u t fl. Schmeweißgasse 6. — Hagrbav. Das Wort $ der Name . eines allveliebien SpieleS : N i n g st e ch e n. — Neugierig 3236. Wir kennen die angefragtea Adressen nicht. Doch können Sre siär an die ^Jüdische Boltsstimme" Brünn. ..Selbstmehr". Prag. Os1etnL82. wende«. Czeruowitz : ,Ostlüdische Zeitung", Budapest: „Zsidö Szemte", Bar Kochba-Berckm: H. Koffler, Berlm-Wilmersdorf, PaulLbornerstraßr 87^ SteKerfragekastem ' Bsrßpiitet. Es enrvfiehlt fich, das EinlommenstmerliekemrtmS anch noch nach Ablauf der Frist emznbrmgen. Sic stütz dadurch Ebenfalls vor einer SteueBrofe geschützt und wen« .Sie eine himeichende Entschnldignltg Kr die Verspätung binnen vier Wochen Nachweisen, auch vor der Einschätzung von AmtSwegen. — S. S. Auch das Rentensteuerbokenntnis war bis 30. June einzudringeu. Wen« Sie aber im Beikageblatt zum EinlommenstMerbekenntnis alle reutenstmerpflichtigen Bezüge einbekannt haben, so ist ein eigenes Rmterstenerbekenntnis messt mehr notig. — §feif3mebeit, Fiir eine Hennarbeiterin staben'Sie nur dann ein Stammblatt anzulegm und die Steuer abMiehen. wenn diese nicht selbständige Unternehmerin ist und ihre Beziige m mehr oder NMaex regelmäßigen Zeiträumen zur Auszahlung gelangen. — Privatbeamter. Da Sie von mehreren Menstgebern Gehalt beziehen, sind Sie bekenn tnrsofl chtig. Zahiittrg. Die Vorauszahlung erhält die Begünstigungen der höheren Anrechnung nnd der Amnestie nur dann, wenn Sie auch bis 31. d. M. das Vermögensbekenntnis einbrmgrn. — Friedrich G. Wenn Sie Nachweisen, daß sich Ihr Reinvermögen gegenüber dem Wert am 30. Juni 1920 durch UnglWfälle. oder durch Veräußerung zu einem niedrigeren Wert um mehr als ein Drittel vermindert hat, so Knnen Sie die Bemessung der Vermögensabgabe «ach einem späteren Stichtag verlangen. — Nenmueration. Von einer Abfertigung anläßlich des Dienstaustrcktes ist kein Steuerabzug zu machen; sie ist nur im Stammblatt zu vermerken. Andere Remunerationen sind adzugspflichtig Md gelten im Zweifel als Jah-resbezügc. . BÄhKe wd MW. KammerspZeke. Nachtvorstellung. VS ist sehr unvorsichtig, den Besuchern einer N a ch Vorstellung ein Bett vorzuführen, in dem jemand — in dem Lustspiel Jr ifl s o aufgeregt* ist es eine Frau, in dem Schwank „D i e,H o ch z e i t S r e i f e" ein Mann — für sein Lebe» gern eins ch l a f e n möchte, aber aus verschiedenen Gründen nicht,kan». Wenn uämlrch diese Gründe und die aus ihnen sich ergebenden Verwicklungen nicht mit größerem Aufwand von Ersinduugskcast und Geist heraustzearbeitet werden als es' den Herr«« S^.o u l i 6 und D a r am t i ö r-e s, die Kr den erstgenannten, und den Herren A n.t o,it,t h tz und A l tze.r m a n «„die für dm zweitM^itievten Ewaktkr alS Autoren tzeichm«, gelungenist, daun.liegt^dzr Gefahr nähr, daß sich das Publikum mit den vmsthyn. Schlaf Betragenen identisizrert und deren Mißgeschick als sein eigens empsiudetOhne die treffliche Darstellung, in der besonderS-Hcms Lm ck u e r. als wiene^schitaliknsscher Hausknecht für HeiteÄkeit^orgtx, Men beide Stücke als unfehlbare Schlummermittel gewiÄt. Dafür niuß der dritten Novität des Abends, *,© i ö;t^o u" von Geovg Klarem^ Mbedingt die entgegen gefitzte WiHrW ^»gebilligt werden. Dieses Dramolett ist ganz danach, scW dmr SHlaftmnkeusten die Nachtruhe zu raube». Es spielt auf einer psychiatrischen gfttiMAi. mm.; Aystal! de»r Zuhörern, oder die Zuhörer einer solch« Auste^ näher bringen? Man genäßt eine, halbe Stunde lang htzstmsch« Anfälle —- von der Darstellerin M a r i a Fei» mit großer N'sturalistischer Kunst produziert — und niuß mitansehen, wie em Psychiater, der den Studenten einen interessanten Fyll vorznsühren glaubt, von der vermeintlichen Patientin mit unnltv schlich« Raffinement dem Wahnsinn zugeiriebeu und zuletzt in ei«, Zwangsjncke gesteckt wird, während -die angeblich Krankl triumphierend die ih-ige abwirft und sich selbst als Siniulautiv; deklariert, aber nicht, wie der Professor diagnvstezicrl batte, nls Simulantin aus Hysterie, sondern als Simulanlin aus R a ch- * s üch t-'gegen ihren einstigen Verführer, als welchen sie eben den! Professor.den Lu d w'i g H artau vorzüglich mimt, attgesichis Kinn i Hörer entlarvt. Es ist in jedem Sinn: rin starkes Stück, das da! dem . mitternächtigen Publikum vorgesetzl wurde. Zum Glück; schtrnen dessen Nerven von derselben Beschassenheit w e^ die jrurt; Studentesi rm Stück, vermach den immerhin aufregenden Vor« ' M'en des Kollegs nur von dem einen Gedanken beseelt aufs Podium eilt; eine der verhängnisvollen »Patiemm", einem gefeierten Bühnenstern, abgenötigre Schrifiprobe als Aurograutw,; erb-utin.' Das war d.r beste Wrtz des ganzes Abends un^ . es ist bezeichnend, daß er gerade in dem S.ücke vorkorinnt. das . als eiliziges iragisches zwischm zwei humoristisch sin wollend»- gespielt wurde. U. 8p. Der Hausarzt. Redigien von Dr. Ganel Bser. Aeber Bleichsuclil. Die Bleichsucht ist die Krankheit des weiblicherr Geschlechts zur Zeit der werdeirden Geschlechtsreife. Das ist der Grund, warum man diese harmlose und durchaus gutartige Erkrankung mit den' weiblichen Geschlechtsorganen in Beziehu>-»i gebracht hat. Die Verschlechterung des Blutes soll durch gewisse Stoffe verursacht werden, die aus den Sexualorganen. in übergroßer Menge ans Blut abgegeben >verden. Tatsächlich sinden sich bei blutarmen (chloratischen) Mädchen auch verschiedene Störungen von seiten der Menstruation, starke Abschwächung und Ausbleiben der monatlichen Blutungen bis zu verstärkten,' mit hestigen'Schmerzen cinhergeheuben Blut- . Verlusten, so daß gewisse, von dem Sexualavparat ausgehende Anregungen auf die bluibildendeu Orgyne eiuleuchir;'^ such, wenn auch damit nicht das Wesen der Chlorofe^(Bleichsucht)- erklavt ist. Das alle Gewebe des OrgauismÄs. durchströmeude. Blut. . dessen Bedeutung die alten- Aerzte ohne Sernms-orschungen gekannt haben und das wir heute als den Träger -der Immunität des Individuums gegen besiiulnrte Krankheiten bezeichnen, besteht ausher Blutflüssigkeit, dem Blntsermn und den mikroskopisch wahrnehmbareit Blutkörperchen/ von den«r chir fünf Millionen > int.zählen. Bei der Bleichsucht, ist nuu der ^u den roten Biutkörperchen. e.Phaltene Wutfarbstvsf, das ' Haemoglobin, stark vermindertwährend die Zahl her Blntkichpevchen im Gegensatz zu. anderen Krankheiten nicht.verändert-ist. Dje Folge her mangelhafte« Blntbeschnsseirheit ist gewissermaßen eine Unterernährung der lvichtigsten Organe, des Gehirnsdes Herzens, d«Z. Bevdauungskanals und des Geschlechtsapparats. In diesen Orgareen treten auch die ersten Beschwerden aus. Me ^geistige Ermüdung, das starke Schlafbedürfnis-der Blutarmen, beruht eben auf mangelhafter Gchirirftmktion. Die - Schlväche des Herzmuskels zeigt sich im Herzklopfens über das die Blutarmen stets klagen. Die schlechte Blutverfvrgung der Hantdecke erklärt die wachsartige Bläffe der kranken Mädchen und Pen Fettansatz, der über , den krankhaften Zustand, hinwegzutäuschen geeignet ist. Bekan.i!^ ist die Belästigung der Chlorotischen durch die oft jeder lokalen Behandlung twtzerrden Mmmerln und Pusteln im Gesicht mrjv am Rücken. . .. Besonders empsiudlich, ist der Berdauungsapparat. Es besteht Appetitlosigkeit, Launenhaftigkeit in der Wohl dpr Speisen und Berhärhrng des -Leibes. In der Folge leidet das Nervensystem- Kopfschmerzen, Schwindel, gereiztes Wesey gesellen sich dazu, so daß manche Patientinnen das Gleichgewicht verlieren und viele Hysterische Züge auszeigen.' > Inwiefern der Sexualapparat: in Mitleideuschaft gezogen' ist, /wurde oben ausgeführt. Meist stellt sich d« sehr belästigende Weißfluß ein, der zu erhebliche« Säfteverlusten führt. 'Die ab gemagerten, blaßen, nreift nervös«« Mädchen yiub eine stete Sorge der Ettern, die die bestehendc Blutarmut nicht -auf die Meichsucht zurückführe«, sondern die Grundkrankheit in einem LungenspitzevSatarrH «der einjrm Herzfehler erblicken. Auf dem Boden der Meichsucht, bei herabgefetzter MdcrstLndsfähigkeit des jugendlichen Körpers schleicht sich leicht^ eine verheerende Luberktilofe ein. Diesen,imaNgenehrnen F^geznständen ist durch eirf. frühzeitige Behandlung yorzubeugen. Man gönne da« 5kran,b». wonach sie sich sehnen, da§ ist Ruhe, körperliche und geistige Ausspannung; steter.Ansenthalt int Freien, im Parten otzssr im Walde, auf ewtetn Strcch'tuhl liegend, wird tan AppeM heben und damit das Körpergewicht. Bei wrederÄchrerrd«» Kräften werden zwrcklnLßig gesteigerte Spaztergüntze ««- 'geschaltet. Daß «ruf'reichliche 5kvst (viel MUch, Wst'.'>lW Msffch- Gewicht zu. üym ist, ist felbstderstündÄH'. Die Ruhekur unterstützen sokl vte itwLEtdnWckGe Uv- Handlung, die in der BeraLreichuilg von Eise« «ck Msich Lestcht. Diese Stoffe wirvwt zweifellos als WigmAbvl^Wff .die blulbUdenden Orgove. man bm Arzte überlassen. , '] Im Volke herrscht eine Arsen. Diese MiÜEl solle« n»tc chÄ» verfalle man wieder^ Wer» «ön'§» mm: auch drts Esset! unierlasseu, da matt doch tri&e* werde. Wichtig ist nur die Gchlmung bet MW« «ick HP