Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 874 (3.7.1921)
- Date
- 1921-07-03
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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mummH vIMIUI Vilf »M /Dleu. DoMag Seite s o: ISUil iüwl mct. LrrorZÄNLertung 'mmm _ MtsiKst. Dr^süsgärtg der Krise ist Mch uhbckchstnt/ Mrfn.es läßt sich schon «it -iimlicher Sicherheit fesistellen, dätz W. . Kabinett Äherusczr ’i| lange mehr am iRÜda <srm/HW.'chd einzelne,Mitglpder^dts Kabinetts' haben jfdfrött vor-eschlstgm. feine DynWo»)% 'Dlm und < eine entscheidende Niederlqge nicht abtzuwalten. Die Auflösung des Parlaments. .7uyb -!pke Durchführung' der Agrarrefo r.m - mittels DekretgesetzeS sind auch nicht ausgeschlossen. Das Erwachen der Bevölkerung in Antzland. ( ' Der Petersburger Korrespondent des „Ojt- Expreß^ entwirft folgende "Schilderung der gegenwärtigen Kage in Rußland und der Wirkungen, die die neue SäwjeHolitir auf die Bevölkerung ausgeübt hat: .'/ » Die Beendigung des Bürgerkrieges macht sich in der allgememLst-HHe deutlich-Hemerkbiar. - Die Sowjetregierung wrgcht'.Hlgeständnisse,. die Bevölkerung beginnt wichet Hoden , unter den Füßen zu fühlen, und glaubt.nnN.'d'ßrajs, '.daß die Aenderungen mögliche seien. Sehr mtereMnt^.ifl; es jetzt, zu beobachten, wie das politische ^lMechußtsein der Bevölkerung allmählich ' erwach kl/.Das /Weitere hängt .nicht so sehr von diesen oder, jenen'- Ereignissen ab, wie bedeutungsvoll sie auch sein mögen, sondern von jenen neuen Stinlnrungeu jener Setbftovggnisatwn verschiedener Wuppen und hauptsächlich, heb Arbeiter, die .in letzter Z:it. s<r' intensiv. .eingesetzp/Hafi,,.Natürlich bildet der Lebensmittel-. Mangel em echpsintzliches Hindernis uiid dennoch zeitigt, das.Bewußtsein, .daß „Aenderungen" möglich,, daß „die Zeit des Expe^ftBntierens" abgeschlossen sei,- neue Stimmungen. Men-N.ckan auch den Bolschewiken selbst kein Vertrauen schenkt,', so herrscht doch die Zuversicht, daß . auch die Bolschewiken ihre früheren Kampfziele clüf-. zugeben'verjnögöns. Augenblicklich gilt die ganze Aufmerksamkeit der Beseitigung der in letzter Zeit, beobachteten Zersplitte. rung des Petersburger Proletariats. Dabei'.geht dieser Prozeß der Sammlung außerhalb der kommunist.ischeu Partei vor sich) innerhalb der Gewerks chaftjen. und teils unter , dem Einfluß solcher Parteimänner, sogar aus der Reihe der Konnnünisten, welche in den letzten Jahren in d-en Hintergrund gedrängt waren. Jedenfalls vollzieht sich dieser neue Prozeß sehr langsam, wie ßberhaupt alles in Rußland, er halt jedoch bereits begonnen. Neue Strömungen machen sich' auch' bei der ehemaligen Intelligenz geltend. Die Bauernschaft verharrt vorläufig noch' in ihrer alten Feindseligkeit gegenüber der Stadt und es läßt sich 'zurzeit noch nichts Sicheres über die Stimmung der Bauern sagen. Die Regierung sechste ist großen Schwankungen ausgesetzt.. Eines ist gewiß: düs Erwachen der Bevölkerung hat bereits begonnen. Es wird immer deutlicher, daß dieses Erwachen ,ni.Kt die For m eines Auf stan hes annehmen wiM', sondern eines fangandauernden RevolutionZprptzefses. Dir BorgKnge in OstMirien. Der ehemalige Minister in' .der Wladitvostoker Re- . Aierustg Gu rewitsch hielt vorgestern in Prag einen Vortrag über die politischen Kämpfe, im fernen Osten. Das menschenarme, an Bodenschätzen ungemein' reiche Gebiet am Millen Ozean ist schon seit dem Versailler Vertrag in Mn Bereich des intensivsten Interesses Japans gelangt. Die bolschewikische Strömung zeigte» sich schon im Jahre 1917, konnte aber im Küstengebiet nie herrschend werden. Mit Hilfe tschechischer Legionäre, würden die Bolschewiken verdrängt und ein Direktorium Koltschaks gebildet, das bald zur Diktatur wurde und sich das Gebiet von Wladiwostok und Chardin unterwarf. Die Grausamkeiten dieses Systems, führten zu Aufständen, die seit dem Jahre 19.19 andauerten und mit dem Sturze des in Omsk residierenden Koltschak endeten, der schließlich der Roten Armee in die Hände fiel. An seine Stelle trat der Ataman Semenow, während in Wladiwostok ein General Rozanow die. Macht zu ergreifen suchte. Zwischen beiden kam es zu' Streitigkeiten', die vom Kommunismus ausgenützt wurden, Aber eher dieser zur Herrschaft gelangen konüte» schritten die Japaner ein. Sie nahmen ein von Anarchisten inIikolajewsk am Amur veranstaltetes Gemetzel zürn Vorwand, um die-russischen Truppen zu entwaffnen.':Es kam nun zwischen ihnen "und der' Bevölkerungzu Verhandlungen, in die auch/, Amerika eingcgrisfen zu./haben scheint. Es wurde in Wladiwostok eine Koalitionsregierung geschaffen, die sich aber nicht halten konnte-, bis. die Japaner das Mstvnland au N e'k-- t i e r t e n und' eine Scheinregierung unter Semenow einstztzte».:. '-7- Der Vortragende rwrinte, daß zwischen Japan und den Kommunisten' in Bälde ein Kompromiß geschlossen werden! wird^ Eia «euer französisch-deutscher Konflikt in Sicht? ' Der Friedensvertrag, welcher zwischen Deutschland und Eh.in a separat abgeschlossen wurde, hat neuen Konfüktftoss ergeben. China hat seiuergvit die. Unterfdx^if.t von VerstrilÄS abgelehnt, wesl es sich durch die Japan gewMten Vorteile im Kohlengebiet von Schantung in seinen: Recht verlicht sah. Dadurch blieb es mit Deutschland im. Auf zum Bathorns! &ebt für Me „Blaue Donau - Walzer“ -Spende! Tragt Me weis¬e Masche! Staatengesonderte Verhandlungen geführt werden. Da sich China aber die im Versailler Vertrag den Siegern auf Kosten Deutschlands gemachten Zugeständnisse nicht entgehen lassen will, forderte es im Verlaufe her Verhandlungen von Deutschlarch die neuerliche, summarische Anerkennung des Versailler Vertrages. Der deutsche Geschäftsträger hat diese Forderung abgelehnt und folgende Erklärung abgegeben: . : „Gemäß den von meiner Regierung erhaltenen Instruktionen beehre ich mich. Ihnen neuerdings zu erklären, daß die deutsche Regierung nicht in der Lage ist, jetz t eina s u m rna rr sche An er ken nun g d e s De r träges von Ver s aill-es zu wieder ho len. Ein solcher. Schritt, w ürde gleichbedeutend sein mlt de r .freiwilligen Annahme dieses Vertrages, von seiten Deutschlands und. würde der späteren Revision des Vertrages vo r g reifen." -/ .! ' Uebrigens hat 'Deutschland den Chinesen zug«- standen, einzelne für sie vorteilhafte Bedingungen des Versailler Vertrages 'in den neuen Vertrag ' aufz.unehmen. China gab sich damit züfrieden^-aber nicht Frankreich. - Die Veröffentlichung des vorgenannten Schriftstückes, welches vom' Mai. datiert ist, aber-erst jetzt im deutschen Parlament verlesen Würde, hat in Frank-. reich eiüen Entrüstungssturm hervorgerufen. Die französischen Politiker und Blätter - erachten damit den Beweis als erbracht, daß Deutschland'nicht daran denke, den unterschriebenen Vertrag einzuhahten) daß es Nur unterschrieben hat, um die Alliierten hinzuhalten und den Strafmäßnahmen augenblicklich.zu entgehen.' Die OrgaNe der nationalistischen Rechten schreien Verrat und fordern sofortige -militärische Maßnahmen. Der immerhin etwas mäßigere „Demps" schreibt: „Hiemit ist authentisch und offiziell erklärt, daß sich die deutsche Regierung an'den Versailler Vertrag nicht als gebundenerachtet. Sieerachtet ftch'^ledMich'ieinem"Zwange unterworfen, dem sie sich/ vorläufig Beugt, welchem sie aber hürch Herbeiführung der Revision ein Ende bereiten wird. Indem sie' darauf wartet, vermeidet sie alles,.- was sie daran hindern könnte, in Zukunft die RngMip» keif ihrer Zustimmung zum'Vertrage und die Nichtigkeit her geleisteten Unterschrift zu behaupten. Eine solche Politik Deutschlands' ist unzulässig. Sie bedeutet eine ständige- Kriegsgefahr. Die deutsche Note fordert eine öffentliche Erklärung. Wir erwarten sie!" Die ^anderen Organe reagieren nochschärfer. Eine neue Komplikation scheint'daher nicht ausgeschlossen. - Versenkung vom Spitalsschiffen. «eheimbefthl Wilhelm« II. ÜfnrfitaÄ'-' 'V'j 'v -.gx's» j» . In der letzten „Zukunft" bespricht Maximilian Harden die Leipziger Prozessel ' - und teilt mit: ■ Ans Hölzens Kerbholz steht arges Tun; nichts, (selbst wenn erwiesen wäre, daß er in Wutwallung auf Menschen geschossen hat), was auch nur an eine Schandtat Wilhelms, eine einzige heranreicht; an den Befehl (vom 12. Jänner 1917) dieses' deutschen 'Kaisers, Lazarettschiffe, schwimmende Siechen Heime bedenkeülvs zu,versenken, durchlöcherte, verkrüppelte, der Bewegungsfähigkeit, des Augenlichts beraubte Menschenleiber, blutende, röchelnde Menschenstümpfe aus linder Kissenwärrne in Meeres- . dünung zu Schleudern. Die Berufung auf diesen Geheim^ befehl hat dem Dauchbovtkommandanten Reuman-n, der den von ihm als Hospitalschiff erkannten englischen Dampfer „Twver Castle" ohne Warmuitg, ohne Versuchder Kranken- und Mannschaftsrettung versenkte, vonr'Svnderfenat des Deutschen Reichsgerichts den Freispruch erwirkt. Dieses Greuels, der sich, allein an englischen Lazarettschiffen, noch siebenmal wiederholt hat, ist die Welt, voll, und daß ihn in Deutschland die. öffentliche Meinung totschweigt, meM' nnr der-Beweisstoff ' derer, die von Mond zu Mond lauter in - allen Ländern der Erde, gegen die Wahnvorstellung eines! seelisch und' sittlich erneuten Deutschlands sprechen- Weiter macht Harden di« Mdeutnng, daß der Leiter des mitteldeutschen Kvmnnmistenaufftandes Bela Kü n, der frühere Präsident der ungarischen Republik, gewesen sei. Wenn diese Behauptung richtig ist, müßte Bela Kun, der russischer Volkskommissar ist, und von den Bolschewiken gegen General Wrang-.el in hey Zlrrm und' später zur Pwpaganda' in der Orientsektion der Dritten Internationale verwendet wurde, sich im Frühjahr insgeheim in Deutschland befunden haben- - ..Wchdvy^-2. Mli^FsnWruch.) Mq«tchie-,b«ttphen piMrstebövtAoffiziere Bold und Malin wirb wegen Versenkung des „ Spitalsschiffes--^„§ l.a-«d overy. E a st l e". die Anklage wegen Mordes, erhoben werden. W« QMiere Mrden kürzM m EvMch MMM., .Der pvrMsHeMtAe.MLUHer desMN-tzW - Ä^erMe^KWMraHe. Ms W a'r sch a u wird/ams berichtet: - Der bekcinnktz jüdisch-amerikanische Journalist.Hermann B.e--rm-ste.^ der. Vertreter des „Daily Herold", welcher einige^DcAe .. in Warschau weilt- (er ist inzwischen über A^ie-n^naM ' Budapest abgeretst. ' Dia- Red/), um -s-ich/.üWFW y/ Lage Polens zu. informieren, -interviewte .duchldenMH» ->.y minister des Äeußern Dombsti. Dieser.mntworDe auf. die Fragen Bernsteins schriftlich--unb ^äußerte sich unter anderem über , die Jphenfrage/-in-.Mlen-, wie folgt: ' - ':£"'■'[ ■ ■; ■■ ,Kleber die polnisch-jüdischen BeZiehungeu,welche eine der - wichtigsten Fragen - unseresinneren/tzL^benS > bilden, -möchte ich mit-.Zufriedenheit . bemerkenAdaß^ dis bedauernswerten seinerzeitigen rGeschehnM-. älle^bereits der Vergangenheit angehören unhr die, gegenfeitig^Btz; Ziehungen immer bes.ste.r.werden. Me--wiM^,'<.d.aK unser Hanptgrundsatz die. v v l l e G l £; Bürger ohne Unterschiedder Konfession'.. .iu^)'^A^ ^; stammung -ist. In dem Bemühen, die, JlüMfoage-^Ku regeln, hat die Re^gierung >'v.-ie.-le.. K'0 «fe.r-chnMStE.Mk den Vertretern/ der jüdischen,. Bevölkerung um t die Forderungenbeider . Teile festzuMtenMD^ /.»' Konferenzen haben großen Nutzen' "geSrcöcht^jÄK- Kl Meinungsverschiedenheiten, die -nicht., nur -Kwischpn.-Md» und -Juden, sondern auch, zwischen.den Wischen- MrWsM ti selbst bestehen. Jetzt sind die,.Konsere-nM-.UnterhDchjyt^ w: Ich bin sicher, daß wir, ..getreu den P.rinzMewWM r/ sozialen -Gerechtigkeit und.'im' -Bewußtseirt^HMAeKLN^ seitigen Interesses, imstande sein werden, alle' UrsaMa/y zur Unzufviedenhe-it auf beiden Seiten zu - beseitige^ IG, rechne daraus, daß die jüdische BevölkerUnAVev-^ .-, ständnis für die großen nationalen Aufgaben/Polens b!e^Ä. weisest wird." y"-/'-- Vi r, - '// Die Ausführungen DostrWis, eines ParteigenoDst-., des Ministerpräsidenten, heben die polnisch^jüdischenWn-17/ ferenzen besonders hervor, wobei jedoch,.her.>HiAdruch -erweckt wird, als herrschten-über-die .GMMrbnMie^' einer.solchen Verständigung unter den Juden verschiedene Ansichten. Die Grundvöraussetzun'g dieser- Mrst-ändigung wurde aus den Konferenzen tkm allen' jüdischen Gruppen einheitlich formuliert. Daß sie nicht.'zur Ausführung kamen, daß der Boykottpolitik. und der. Hetze gegen die Juden nicht energisch genug entgegerrgetreten wurde, bas. war mit ein Grund zun: Ab.brM der Verhandlungen. _ Die Labour Party für Herr MoNismAS. London, 30. Juni. (Privat.) Die von uns hcrnts' ange-- - kündigte -Resolution,der englischen Poale'Zion in/dex^-Jahresvorü^ iammlung -der englischen Labour-Party würde vo«^derA6m^naH,-:i . einer BigiMmg durch Herrn^Shertok uyd emrr'-.UÄeHützuvgl., ^Mc-Leans einhellig angemrvMnuDhrttok Möß^s^el'Red.e^Mj'! '!r»y»/Ap.p e ll'an die^irstst ernatioydlivr?.Ar/b.e'i ^Hgn-Ng mW einstnMvweiS an^düch^iA^ieMo-sem^ h^Me.-r'.,Hn-Lebcn'unb Gu.t^.He'EdaS^MK^iABtoM Av^teud^des untzlÜckseligen «Krieges/zu 'bvmgmAcM?Mhe/ZAstk^ V tansrnde/rr-mordetcr Inden in. der Ustainr^^len Und Ungarn Me» nnsere.Heugen. Der wirtschästliche Rnnu,sei strn.beschrriblichMü^' e n.// E innerste) Hoffnung, daß' wttiiPst»M^Ml^ - k ijKsnerastöm«/rm)ftxirS^Md' gesM^S Voll' inWlastma-sthÄ'' dm Mut,' att'VlelLeiderö'' V1 1-.) |‘Ü«TGsgrfUvartstz«-erstagev. Z M?-8''e a ja schloßsich i dmAvA sühMWkst ott llpd sagte, /-- die' britische' ' habe" "za. all« Zeistn /. das -SübstbestimmungsrM-' aHr' vnterdrüikten Nationalitäten - ^unterstützt. UMomeh:! ' ^.stWe sie d a s R e ch t d e s ä l i.e st 'e n alle r/-D*öM est /d^'Bolkes, dasam' meistrm' zerstreut und unterdrückt/.wir^ - a u erkenn e n, in ' das Land seiner historischen/Jugstrb^zD- . -rückzakehrm und dort ein seiner-nLtionalenTxadition-eMsprecherch'eZ -- Lehen' zu beginnen und zu entwickeln. „Jüdische Genossen!»lschlöß -yMcLmv^feme Rede, „Die britischen Arbeiter-'rufen euch-zu: -.Golj^^ /següei eure Arbeit!" Die Resölulion - wurde,' wie.erwähnt, Aangänhaltcnden Sympathieku-ndgebnngcy einhellig angermm«^ - Auflösung des spamscherr PsrlaMeKLs^ Madrid, 2..Juli. ^(Tel.-Ksmp,.)- -Aus-Mckaß des Opposition gegen - einen'VorschlagsbesMibmbAninifters, und der daraufhin ersvlgfenNbstmnnüng'^iir"^ der Deputiertmkammer M'/^LchAMnisterprüMsttUSia^ ttawt n II 0049