Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-06-30 · Heft 871 (30.6.1921) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 871 (30.6.1921)
Date
1921-06-30
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2979950--08017-2994127
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

.v ‘WUC o Mens Donnerstag Wiener Morgenzeiturrg --—t- ———— * M» Appell an die Z»dmt. Die „S ui s f «Ä) ä^l p »w s" r>eröffentlich«em« Brief eines -gewiss« Lol. -Alfred, arcelli, in dem er die wohlhabenden Juden von Hove rd Brighton auffordert, de«. Zionismus nt unterstützen, und die Ugend, nach Palästina zu gehenum am Wiederaufbau des KesirgenLandes mtt-uarbeiten. Obzwar selbst keinJude.war er im ^eKg« Lande und suhlte dort den Wmmen ÄA dK Lcikdes Israel mach Arbeitswilligen Händen und glücklichen Diensten. „Haben denn wie' Juden kesxml geschichtlichen Stolz — sch-eibt Cül. 'P a rfc eilt keirro Hoffnung auf die Zukunft? Wäre ich ein Jude, Würde nichts auf Erden mich daran Hindern, können, «ach fPalastina zu gehen, um den alten Ruhm wirderbeleb« zu Mfm.* (I. K.-B-) . * .Tine Klischee-Anstalt itt Jerusalem. In Jerusalem wurde eine Klischc «Anstalt errichtet. Begründer ist der bisher itt München lebcttbc Nathan Chafkin. (Ziko.) * Shackletons Südpolfahrt Ist Fflm. Die kühne -Expedition die Kapitän Shackle'on kurz' Nach Ausbruch des Weltkrieges zum Südpol führte, schildert ein. neuer Urania- -F i l nt mit erläuterndem Vortrag und Lichtbildern, der Dienstag Heu ö. Juli, 8 Uhr, mi Großen Saale znr ersten Vorführung -gelangt. Am Lesepult: Karl Jäger. * De« Hilfswerk zugunsten der jüdische« Pogromopfer aus der Ukraine überwies zu Händen des Oberrabbmers Dr. C h ajes Herr OScarre Fried in Trrest den Betrag von 3862 Lire als Ergebnis einer Sammlung, an -er sich die Herren Rudolso B r u n n e r und Ing.. Emrlio :ß t o'ck mX ie 500 Lire, die Herren Direktor Carlo S ch ü tz, Direktor Gustavo S ch ii tz, Direktor Naffaelle Schütz mit l\t 3Ö0 Lire und die Herren Ing. NiccardoB tuttntr, Etnesto 18 e^k n t r, Direktor Erncsto K r a u s z, Eugenio M ü l l e r, Japaziv Sckwa r z, Mario Maestro, Jg. Rosen- L Via, Ing. Cor netto Eidlitz mit je 100 Lire und mehrere Herrin Mit je 50, 30, 20, 10 Lire und kleineren -Beträgen beteiligten. — Für denselben Zweck wurden im Bethaus G e m t l u t h zC.H,e siech. IX, Llüeubrnnngasse 18/ folgende Beträge xesvende.k: Httken Wolf Enaelderg, I. Schtffmannjefl 20Ü0, MP-0 Na k. M. B a r b a s ch je K 1000, M. F r o st t g, <l s e nb u r g. F. Ratte l, H. P r e i st e r, A: K o s ch \ c k i, S. K,o s ch i c k i, O. B i I e t, S. S p i tz, B,W i e l i.c z k e je K Ö00, L. F l a n n K400, D. MeiseIs X '3^4. D.v S u s m a n u. E. S ch i j, Gewürz, Blaß, 'S. "R d p v a p o r r, S. Sparer, H e r s ch k o w i tz je 5 dOH'S. W e i n r e b. M. I ä g r r n d o r f, W. Seif, K. G ü n z b e , g, Grüner, Ch. R e uwirt, Fali- L an m, 9- E i f e traun, Rubinstein,.Silberger, G t öH m a NN, G e l der, Ch. H.' H e l l c r, D. Blumen« 3 r a'n 'z, R. S ch a ch t e r W. F u t t t r w e i t. I. W e i n« d e r Ch. S ch a v i r a, A. Weinstein, S. S ch e ck, 30t fri p Per je L 2V0, B. und M. W a g n e r L 150, AlHo r o w r tz, Jerusalem K 112.50, Honi g, I S piro, M. S ch u m a n n, 9. G r o ß, I. B a ch^ « ä n n, ' S. Krämer, M Schächte r, K. Her s ch» M 9.TL n, R. L e b e n s o h n, E. Rei ch st ei n, A. Br i so hu, R..G.r ü nberg. H. Bartfel d.,M. W e i ß, R i i gl er, M, 3ft e t st e r, E. Ä a l l a ch. S. D i a m a n d, L. R a p'ap o'r t,- I: A st e l es. I. K l a »s n et; D: BluMbe r g, L. - B aM e n. I. G e l b, Ä. S ch i t f, G.an z. Ch. Rein hold, S t o l z e n b e r g je K 10V, <p. E i f c n, H. Nnßbnum, K: S i l b e r g e r, Ungtr, M. R o 1 h, S. R e n d e r, I. Her zig. S. Zell er. H. W e i s er je L 50, A. Land- Mann je L 36, insgesamt L 21.072.50. - * Det'Ka» Souderaugebot! Damen-Tchnür-Halb. schuhe» strattn and oxvlod echt Boxcalf, braun und .grau Chevreau, rahmengeväht K 1920, Damenhalbschuhe, sch w a r z B s x ca l f. rühmengenäht L1660, Wtttelstuudoschuhe m guten Qualitäten äußerst preiswert. » Ittatti«, Heute,. Donnerstag, 6 Uhr (Großes Saal) U^ania-Ftlme: Das Wunder des Schneeschuhs. — Va8 . Uhr (Großer Saal): ^Paracelsus". „Liebelet" (Schnitzler-Abend). v,3 Uhr (Kleiner Saal) Dr. Helene Anderle: Phystoloaie unst. Hygiene der Frau. — 8 Uhr (Großer Saal des Arbeiierheims. XVI.) Elsa, Berta und Matthä Wiefenthal: Kammer«. Tanzabend.;; * .Mordversuch pud Selhsturvrd. Der ZWHrige Friseürgehtlfe Otto D a rer hat gestern die Gattin desHrrseurs Peiger m der Sechshauserstratze 13 angeschossen und sich sodann ^ntleibt. Baar scheint getstesgestärt gewesen zu sein. *,Der Bankbeamtensüeett tu fcefe Lfchecho-Slowakei. Ans Prag wird gemeldet: Der Streik der deutschen und tschechischen Bankbeamten dauert an. Dte Brünner Gewerkschaftskommisston, die 400.1)00 orgaNisterte Arhetter umfaßt, hat eine Kundgebung erlaßen, in der die" vollste Solrdarität mit den streik'nden Bankbeamten ausgesprochen wird. Alle Gewerkschaftsorganisationen werden aufgetordert, Maßnahmen zu treffen, um eventuell m den Kämpf einzugreifen. Dte Verbände der deutschen sowie der tschechischen Sparkaffen geben bekannt, daß die Sparkaffen vom ^Streik nicht betroffen sind. —: Gestern mittags wurde eine Deputation der streikmden Beamtenschaft vom Ministerpräsidenteu C e r n y rmpfanaen. mit dem sie tnsb^sondere über den Beschluß des BaNkausschuffes hinsichtlich der Kontospcrre tm BanküNit des WaNzministrriums verhandelten. Die Streikende« erblicken in der Aufhebung der Köntosperre eine Verletzung der Neutralität des Batika'mtes. Der MinisteiPräsident emvfahl den Vertretern der Beamtenschaft, das Ministerium für soziale Mrsorge um Vermittlung anzusprechen, was jedoch auf starken Widerstand bei der Deputation stieß. * Anglücksfall bei einer Thcatervorftellurrg. Aus Prag wird gemeldet: Ber emer Theatervorstellung tm Stadion der Arbetterolympiade ereignete sich heute abends ein Unglücks« fall. In der. Schlußszene erscheint das Volk mtt der Büste des Präsidenten Masaryk. In dm vier Ecken des Stadions stehen Gruppen von berittenen Schergen, welche bei der Ankunft des Volkes sttrhen sollten. Unglücklicherweise g e t i e t nt d i e Pferde i n die B o l k s m e n g e und es entstand eine Panik, wobei 3 Personen schwer und 13 Personen letcht verletzt wurden. - * Die Speditionsfirma Leo Wang» H., Ferdinands« straße 29, übernimmt zn den billigsten Tarifsätzen Transporte aller Art nach Rumänien der Schiff Mit Umladung m Giurgiu und Galatz sowie per Bahn mittels direkter Spezialzüge nach C z e r st o w i tz. ' * Wer sucht, der findet, baß die Herrenparderoben nach Maß der WerMtten Spitzer & Markus, II., Hollandstraße (früher^Stephaniestraße) Nr. -1 (nächst Stephaniebrücke) in jeder Hinsicht einzig in .ihrem Genre bei äußerst villi.gert.Preis.enMd.; . * AuS Gugland eiugelaugte Herb st st o f f c für Straßen- und S p o r t k o st ü m e, fßr R a g l a n s und An z ü g e gelangen ab heule in der Stadt-Reflenmeffe, X, Weihburggaffe Nr.. 10/13, und I., Adlergaffe Nr. 5, znm Preise von K 98(X per'Meter zum Verkaufe. ,Avn'ger und Rdligiosttät. Das «Hamburger Fremdenblan bringt jetzt Originalberichte aus S o w j e t r » ß l a u d. In einem der letzten heißt es: In Anbetracht der schweren Lage stellt die Sowjetpresie das Anwachsen einer tiefen religiösen Bewegung im Proletariat, fest. Die Moskauer „Prawda" berichtet. hrerüber: „In S u b ö w unterstützten die Arbeiter die Prozession. Schon tags vorher traien sie Vorderertimgen. Sie schleppten alles nur irgendwie Entbehrliche zum Popen. Slatt m den Fabriken Maren sie beim Popen- Die kommunistsichm Plakate „Revolution und Kirche" wurden durch die Arbeiter^ abgeriffm. Aus den Fabrikhöfm sprach man von Gott." Wie die Sowjekpreffe weiter berichtet,.fanden zu Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten gewältige Prozessionen M Moskau und Petersbmg statt, bei denm es zu anükommünistischen Ausschreitungen kam. In P etersburg witzhe/w-e die Petersburger „Krasnaja Gazeta" berichtet, anläßlich einer solchm Ferer das Denkmal für dm ermordeten Vvlkskomnuffär W o l e d a r s k i gesprengt. Daß das Elend und der? Httnger zu der Ausbrerttwq der religrösm Bewegung bei- - getragm haben, ist keine Frage. Die Not ist wirklich groß... * Gegen den Mädchenhandel. Wie uns aus G e n f berichtet wird, beginnt dort heute ein interuationaler Kongreß zur Bekämpfung des Mädchenhandels, zu dem sich 34-Staaten angemeldet haben und den dir Liga des Völkerbund es einberust.^An dm Beratungen beteiligen sich außer dm verschiedenm Staaten Vertreter des internationalen Arbeitss puteäus und des Bureaus zur Bekämpfung des Sklavenhandels. iEinigr Staaten haben zu der Konferenz Frauen delegiert. r - .Dilderbroschüre „Das neue Palästina". Außer einem' monatlich erschemenoen Mitteilungsblatt „Das, neye- -Pqlästtnä" läßt nunmehr der Kcren Hajeffod, AbtetlsiNg für Zmtrsleuroda, auch eine tllustrietste BrvschÜte gleichen Namrsts. 'erschem'rn. 'DaZ' Heft bringt zwölf Bildes aus dem neuen jüdischen iPqlüstma, dte eimn sesieinden und anschanlichm Ueberblick über 'das Men tm Lande Israel geben. Besonders wirkungsvoll ist die Gegmübersiellung des neuen jüdischen Jaffa mit einem Bild? at^.^vckt Jahre 1909, welches den Sandhügel zeigt,' auf dem nünmckr Tel-Aiviw sich erhebt. Die weiterm Bilder zttgen namentlich die Entwicklung des jüdischen^ Lebens auf dem /Lande, dann auch die Tätigkeit der Cbaluzim beim Wegebau, beim Nustrocknen von Sümpfen usw. Der Preis der denffchtu Ausgabe der Broschüre beträgt 40 Psmnige, währmd die binnm kurzem erscheinende Ausgabe in jüdffcher Sprache 50 Pfennige kostet. Der Preis ist angesichts des rrichhaltigm Bildermaterials erstaunlich billig. (Zrko.) - , * Schaffung eine« UniversttätsviertelS Ui Paris. DgS sranzostlche' Amtsblatt veröffentlicht ein Gesetzt, wonach zur Schaffung eines Universitatsvirrtels auf den Gründendes alte» Festungsgürtels von Paris ecke Sübvenlio« von 13'/» Millionen FranÄ' gewährt wird. ' . > Pep MirderaufSaufonds de» „Joint-. Auf dem letzten' Mteting des Joint Distribution- Committee wurde deschloffen, daß alle drei Reliefkomitees, Iewtsh, Central und. People, demnächst mit der S a m m e l k a m tz a g N e für den 14-M i l l l o n e n - D o l l a r s o tt b s beginnen sollen, der' für Wiederau f b a u z w e ck e bestimmt ist.. Diese Sammlung wird aus Aufforderung von W a r b « r geivgrlrittt, der aus Europa in einem Kabel auf die Wichtigkeit der UörtsMnß ddr Geldsammlungen hingewiesen hat. ' * Wetterbericht. Gestern stieg die TemparatNr in den Wmlandern bis' zu 30°, - »Nr in Wien blieb sie infolge der Gewitter 20°. Heute morgens war es vvrwtegmd, tagsüber stärker bewölkt- Die Temperatur erretcht« in W>en 34°, ck Klageufnrt 38'. Voraussage: Wenig Acuderung, zeitweisestärkere Bewölkung, Neigung zu Gewittern- * Die Bolksschuls i« der Bartenftelngast« wird ' U'Ur.ti; üm.riä.eu ^rrUerluug^ rnchr gefchloffru werden und . bleibt net Sckulbetrirb weiter aufrecht. DereinSnachrichten. L i o n i st r f ch e Sektion Landstraße. Heute, 8 Uhr abends, Ausfchußsitzung, lll„ Untere Dioduktgasse 13. — I ü d i s ch e T i t ch g e s e 4l s ch a s t A l s e r st r aß e und u m a e b u « g. H e u t e, V,9 Uhr abends im Weißen Saale des Restaurant Riedtzof (VUl., Scklöffelgaffe). Vortrag Dr» Siegfried Schwitz über „Die Entwicklung des jüdischen Theaters". Anschließend Vorlesung. — Jtt-rtstengrupvd des Palast i n^a-A m t-e s. Heute, 7 Uhr abends. Englisch im Jüdischen Pädagogium, fl., Obete Donavstratze 93. — Iug e n dv er ein Ah a w a t h Z i o n, ü.. Kleine Zufahrtstraße 160. Heute, V*841bt abends, dringende Besprechung. KartenÜbrechnung zum. Gartenfest b,s längstens 2. Juli 1821 bei Kameraden Vogelfänger täglich von 7 bts V-9 Uhr abends. Pariser Premiete. .(die „Tuoianer" von Berlioz. Endlich ein Ereignis, das unserer Großen Oper zur Ehre gereicht! Herr Roüchs hat bisher, wie man gestehen muß, für die heimische-Kunst nicht viel getan. Er wußte freilich etliche von den früheren Direküonen. angenommene Wechselbalge aufführen und die wattriellen Schwierigkeiten der Oper, denen et «ach -Kräftick aus seiner Ptivatkaffe abzühelsen versuchte, sind sehr groß und haben ihn stcheLlich in seinen Plänen gehindert. Für die echte französische Kunst-hat er sich, bisher «ur durch die Reprise von „Castor. -und Pollux" von Rameau bemüht. Run hat er den Mauen Bcrlioz, eine verspätete Ehrung zutetl werden laffen, da er die „Troianer" vollständig in den Spielplan ausnahm. Dem französischen Naüonalgrfühl war rS bisher stets sehr peinlich gewesen, daß man Berltoz im Ausland, be«. sonders in Deutschland, tüehr würdigte als in seiner Heimat. Man wird in. der Tat in der gesamten Musikgeschichte zweites Beispiel dafür finden, wie «ne geniale Begabung selbst dann noch, als sie sich i« der ganzen Welt triumphitrend durchsetzte, ck der Heimat verkannt und Über die Achsel angesehen wird. Das LetdrnSkapitel Berltoz' ist per schwärzeste Punkt in dem Sündenregister gegen die eigene Kunst und wbnn man diese , endlos lange Liste studiert, so kann man Mozart in feinem harten Urteil übet das französische Musikvetstäudnis nicht, unrecht geben . .; Wie wan weiß, besteht die Partitur der „Troianer" ans zwei lyrischen D> amen; das erste betitelt sich „Die Einnahme von- Troia", das zweite „Die Trotauer ck Karthago". Beide Werke wurden zwar vereinzelt ck Frankreich gegeben, und zwar das erste an der Großen Oper im Jahre 1883, während daS zweite m der Komischen Oper als Debüt der Hw lichen Altistin Maria Delna diente. Aber der Erfolg war gering und die Aufführungea mußten bald eingestellt «erden. Nur ck Deutschland, und zwar in Karlsruhe, wo Mdtll sich für Berlioz ck der selbst-, losesten Weise rckletzte, batte «an das ganze Werk^ eckgeführt und gegen 1S10 wurde dieser Versuch in Brüffel wiederholt. Man respektierte aber dabei die Schöpfung, ckdem man sie ohne jegliche Kürzung aufführte. Allerding mußte ttW dabei die Affs- ^sühnWg auf zwei Abende verteile«. t 30. Juni 1921 kt 87lA — -——-m—feaJ-i-—«s 1 ES ist vielleicht nicht sehr ehrend für die Aufnahmsfähigke« des smnzöstschen Pttblickms, wenn man. nirn von vornherein daran zweifelte, s;in Jntereffe an diesem Werke derart einzuschätzen, dlß es auch üm zweiten Abend dieselbe Begeisterung und dasselbe Verständnis mitbrächte. Direktor RouchS hat deshalb die beiden Opern in ein abendfüllendes Werk zusirrUmenziehen lassen/ Dies wird immer den Widerstand und den-Tadel der Musikkennrr finden. Aber da beide Werke zusammen sechs Stunden bean« tpruchen, wurde« - die nebensächlichen Szenen. und schwächeren Stellen weggelassen: wenigstens kann mit Befriedigung' konstatiert werden, daß nicht ritte einzige Note, nicht ein einzig« Uebergangsakkord von -fremder Hand hinzugefügt wurde. Di« Schönheiten des Werkes bestehen zur Ganze.; Der Erfolg ber Premiere war ein größer, wenn man auch diesmal mit einigem Befremden feststellen muß, daß die Franzosen Berlioz noch immer Iticht ganz würdigen. Hier kommt diesmal auch - in Betracht, daß dem Textbuch die straffe Einheitlichkeit fehlt. Berlioz war ein enthusiastischer Bewunderer. von BirM schon als Jüngling hatte er sieh mit glühender Begeisterung dafür entstammt md hatte sich während seines römischen Auf« ' enthaltts in der Billa Medicis in diese antike Welt gang versenkt. Der Plan, Virgil in Musik zn setzm, hatte ihn seitdem nicht verlassen und im Jahre 1853, gelegentlich einer Pilgerfahrt nach Weimar zu Liszt und der Prinzessin Sahn-Wittgensteiu^ wmde er von den beiden,Freunden in seinem Vorhabm bestärkt. Im Jahre 18b? war. die Partickr vollendet? Sie ist im Stile Glucks gehalten, dm Berlioz ja vergötterte, aber da er auch gleichzeitig von Shakespeare begeistert war, hat er diese Szenen mit dem romantischen Feuer, das ihm brannte, mit dem verzehrmtze» Fieber seines Temperaments erfüllt. Demgemäß sind die berühmten Stellen der Jagd, des Gewitters, die Geisterszme, da die Schalte» von Hektar, Kaffandra, Priamos und Chorebe vor Aeueas erscheinen und ism befehlen, Karthago zu verlassen und in Italien ein neues Troia zu gründen,. von unvergleichlicher Macht uni» Schönheit. Das klassisch gewordene Duett zwischen Aeneas ' uvi> Dido, „Nacht der Trunkenheit und der unendlich« Ekstase",fiff ebenso wie das ihm vorhergehende Se^tett> der Gipfelpunkt deS Werkes. Pte Aufführung ist eine ungemein schwierige und ck der Großen Oper blteb manches hinter den Absichten des Schöpfers zurück. Vor allem war Madame Gozategui als Dido etwas zu kalt und konventionell, obzwar sie dafür die stimmliche SM herrlich zur Geltung brachte. Der Tmor Franz war vortrefflich,^ auch der Bariton Rouard leistete Vorzügliches als Chorebe trab; Madame Isnürdon als Kassandra tadellos. Am beste» war aber das Orchester und auch die Chöre, sonst das Schmerzenskind jeder französischen Ausführung, zeigten sich verjüngt, voll Frische - und Beweglichkeit. Alles en allem ist diese Premiere eine bedeutlawe Leistung per Großen Oper, die in dieser Hinsicht,? d/'" Pubttckm wahrlich nicht tzerwvhnts hat. Mit Maun« B e r k o u (PäM Freie jüdische Bolüsbühur. Gastspiel im Wieuee Gtadttheatee. Mit David P ui sk is Volksstück „I t{ el dev Schmie d" hat dieses Ensemble seinerzeit die'kleine Bühne m der Augartenstraße eröffnst und diese Vorstellung rst wohl seine beste Lelstung gebltebe».-Hr)as Publikum hat gestern'de» Künstlern! für ihr wirklich hervorragendes Spiel und Zusammenspiel! stürmischen, begetsterten Beifall gespmvet. Isaak Deutsch alsj Spielletter und Darsteller der Titelrolle, die temperamentvolle Fanny K ö r n e r, Rachel W e i ß b e r g und Erna I u n g-; wtrth find ganz besonders hervorznhebens Aber auch alle ander« Mttwtrkeuden voll Verdienst. Es war ein Ehrenabmd' der Freien jüdisch« Volksbühne. . Das Ergebnis der Jerusalemer Kunstausftellung. i D« „Nieuwe Rotterdamsche Couran't^ veröffentlicht folgenden Bericht: Im Frühjahr fand hier aufi Jnittattve der Pro - I e r u s a l e m - V e r e i n i g u n g ck dem architektonisch wundervollen Prachtbau, der sich ouf. beutj Berge 3ton nmniten der Festungsrutnen der Davitzs-Türme er^ hebt,'nach'einem Zeitraum von fast zweitausend Jahr« die erste palästipensische Kunstausstellüng statt, die durch Sir Herbert Samuel eröffnet wurde. Juden, Arab.er .nnd Christen aus allel^ Lcckdesteilen waren zur Eröffnung der Kunstausstellung erschtenen und nicht wenig erstaunt über dte Sehenswürdigkeiten, die em klares; Bild von den Kunstwerk« Palästinas gab«, die m den letztes Jahr« geschaffen wurden. Dte Ausstellung umfaßte Kunst^ gemälve und Gegenstände a«S der KuNstlndusttie. Von den Ge^ mäld«, die von jüdischen und nichtjüdtschen Autoren hertühren^ sind d e künstlertsch bedentendsten entschied« die Schöpfungen des^ englischen Malers S n o m a n. Nebenher sei« noch wertvolle Gemälde von Miß D r u ck e r und hervorragende Werks arabischer K ü ü st l e r zu et wähnen. Nicht zu vergesse» feien die Arbeit« von S. Braunstein, IU b i n oj Mirad i^a n und dte wundervollen biblisch« Szenen^ die Pan gemalt hat, neben den noch vielen ander« zu beachtend« Kunstwerken -weniger bekannter Kiinstler. Von den Gegenständ« aus dtt Künsiindustrie seien hervorzuhebe» die Ar^etl« deS „Ä ezalek", Gegenstände aus Kupfer) Schmuck,- wie-Büchumschläge mit jüdischen Emblem« der Menorah, mi^ Mögen Dowis und auder« Motiven aus der Bibel geschmückt, ferner hübsche Handarbeiten, wie Spitzen, Gardinen, Teppiche» Arbeiten drr Eöelhne de Rothschild-, der Siusena und anderer Alliance-SchU^en' mtd schließlich herrliche Tapeten der Palest.ne -Carpet Company Herbadia und aus Steingut und einer Art italienischer Majolika Hergestell,e Gegenstände nebst viel« anderen .wertvoll« Arbeit« aus der Kunstindustrie. Aus dey Theater«. In den S t a a t s t h e a t e r u find« beute die letzt« Vorstellung« dteses Spieljahres statt, Md zwar wnd im B u r g t 5 e a t e r „W e h' dem, der l ü g t . mit Hugo, Thimig als Gast (Beg,nu 7 Uhr), m drr Staat s o p e r

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.