Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 871 (30.6.1921)
- Date
- 1921-06-30
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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W'ZM'KM würden. Alle weiterm Beiträge würde« int ^2 ... 'dtp 88.17 zwtscheir den Dergarbeltem und den Zechenbesitzem verteilt werden. Dadurch sei der Arbeiter mit dem Unternehmer aü dem Ertrag der Industrie beteiligt. Bezüglich ver B e i h l l f e v o n Id Millionen Pfund Sterling von seiten der Regierung erklärte Lloyd George, er sei Überzeugt, daß ohne eine Unterstützung von seiten der Regierung augenblicklich Nur eine teilweise Meder- ÄjlfnahMe der Arbeit erfolgen würde. l',s London, 29. Juni. Die Blätter melden» daß die Bergarbeiter die Arbeit längstens am Montag aufnehmen wollen. Es fehle jetzt nur noch die Genehmigung der Parlaments fstr die Beihilfe vön 10 Millionen Pfund Sterling, die Lloyd George den Bergarbeiten erneut angeboren hat. Die Abstimmung im Parlament wird am Freitag stattfinden. { Wegrmnmh Vom Bölkerbunvrät. Der BerrmtLLimgsvorschlag in der W Wilnaer Frage angenommen^ LS. Juni. (Wolfs.) Der Dötterbttn-. M schloß heute abends seine Tagung in öffentlicher Sitzung, in der er einstimmig de« Vermittlung-Vorschlag ln der Wilnaer Frage unter lebhaften Einwendungen des litauischen Delegierten anna h m. Der englische Vertreter Fisher hvb in lLngerer Rede die F r i e.d e n s a u so gäbe des Völkerbundes hervor. Der französtsche Delegierte tzanoteaux trat den Gerüchten über eine Anstimmigkeit im Völkerbund entgegen und erklärte, daß LN allen Fragen, so auch in der Saar- ««d Da« zig er Frage volle Aebereinstimo «nng unter dem Mächten geherrscht habe. Die Einwanderung nach Palästina. 4 Bonbon, 28. Juni. (Z. K.) Auf eine Anfrage im Oberhaus über die Einwanderung in Palästina teilte der Duke vf Äoutherland im Namen der Regierung mit, daß die Regierung beschlossen habe, 1500 Immigranten, die von den veränderten Einwarwerungsbestimmungen unterwegs überrascht worden, seien, ,s o so r t die Einreise zu bewilligen. Sobald diese im Lande untergeb rächt seien, werde man zusammen mit der zionistischen Organifatian beraten, wieviel Immigranten weiter beschäftigt werben können. London, 28. Juni. (Jüd. Korr.-Bur.) In der letzten Sitzung des Rates der Föderation der ukrainischen Juden wurde die einstimmige Resolution gefaßt» für die ukrainischen Heimlosen besondere Begünstigungen bei der Einwanderung nach Palästina zu verlangen. - ■ Diese Resolution wurde den Ministern des Nenßern und für Kolonien und dem High Commissi,otter Übermittelt. „Code Samuel". Jerusalem, 25. Juni. (Jüd. Kvrr.-Bur.) Die palästinensische Regierung hat soeben unter dem Name« „Code Samuel" die erste Sammlung aller Gesetze und Verordnungen herausgegeben, die seit dem Bastelnd der ZivilveewalLung erschienen find. v Emir Faisal in Mesopotamien. London, 28. Juni. (Privat.) Emir Faisu l und sein Stab sind in Basra eingetroffen. Die Landes Versammlung, die einen H errsch er für Mesopotamien wählen soll, hat ihn dort feierlich empfangen. Es gilt als sicher, baß die Wahl der Versammlung, den englischen Wünschen entsprechend, auf Emir Fatsul fallen wird. i.-< Fratrzästsche Kämpfe mit Eingebornen.; Fez, 29. Jüni. lHnvaS.) Du fliegenden Kownnen des Generals Theveney stießen m der Gegend von B e k r i t auf eme Abkeilüng mchtimterworfen« EingtborNer, dre von den Höhen, aut denen sie sich verschanzt hatten, den Bormarsch an - hielten. Nach kräftiger Artillerievorbereitung wurden die Höhen im S t u r m genommen. Die Auswanderung nach Australien. London, 27. Juni. (Jüd. Korr.-Bur.), Einer „Times"-Meldung aus Melbourne zufolge faßte der Arbeiterkongreß eine Resolution gegen die weitere staatliche Ein Wanderung sfsttderun^. Ebens- Hat der Kongreß dagegen GMung genommen, daß irgendeine Regierung ohne Zustimmung bsr organisierten Arbeiterschaft Znsatzberordnungen betreffs der Einwanderung erlasse. Eine jüdische Konferenz in Moskau. P. WarschM, 88. Juni. (Privat.) Dem „Moment wich ans Danzig gemeldet: Das Präsidium des jüdischen Hilfskomitees in Moskau teilt mit, baß in Anwesenheit des Vertreters des amerikanisch-jüdischen Hilfss komitees Dr. Du browskh in' Moskau mns Konftrenz allsr jüdischen Hilfsorgnnisativnen stattfand. Am 18. d- M. tagte eine ähnliche Konferenz für die Ukraine in Charkow, am 25. d. M. wurde ioieder eine gesamtrussische KonfMnz alle« pbiMn Aentzernnge« des Bundeskanzlers Dr. Schober. Dem Wiener Vertreter der „Prager P t e f f e" gegenüber äußerte sich der Bundeskanzler Dr. Schober über die allgemeine Lüge Oesterreichs in folgender - Weise: Jch' habe de« Eindruck, baß man im Ausland vielfach der Ansicht ist, daß die Bildung des neuen Ministeriums einen Nieberbruch' beS parlamentarischen Systems in 'Oesterreich bedeute. Gestatten Sie, daß Ich' hier eine' richtigstellende Bemerkung mache. Das jeweilige österreichische Ministerium' wirb nach unserer Verfassung von dem Parlament gewählt und so stellt auch das gegenwärtige 5*a"inett den Ausdruck des parlamentarifitz'en MajoritätswillenS bar, der feine offene Signierung durch die Tatsache erhält, daß Vertreter der Parteien, welche die Majorität bilden, in das Ministerium eingetreten sind. In meiner Antrittsrede habe ich bas Arbeits- Programm des Ministeriums detailliert entwickelt. Ich möchte mich 'deshalb - baraüf beschränken, einige Worte über das i' 1: KEpuMem r zv fagen. Ich spreche absichtlich nicht von einer Hilfsaktion', denn die Verhandlungen, die gegenwärtig lauste wskbeU züm ersten Male auf rein geschäftlicher Basis geführt. Die Gewährung der Kredite ist an Sicherungen geknüpft, die — nach meinem Erachtenv—■ den Kreditgebern volle Sicheret für ihre Kapitalien gewähren. Ich glaube, daß im Falle Positiver Beschlüsse der Botschafrerkonferenz ein Schritt «ach vorne gemacht werden wird, dessen Bedeutung für die Wiederaufbauarbeit in Oesterreich sich von selbst ergibt. Die Kreditaktion ist an t ftmützpoliiksche Reform« kn Oesterreich' selbst geknüpft und damit ist bas parlamentarische Arbeitsprogramm für die nächste Zeit gegeben. An der Entschlossenheit des gesamten Volkes, dem Wiederaufbau alle Kräfte zu widmen, ist in keiner Weise zu zweifeln. Wenn hie und da im Ausland skeptische Urteile Über die Stimmung unserer Bevölkerung laut werden, so kann dies nur auf eine irrtümliche Auslegung vereinzelter TeUerscheinungen zurückzuführen sein. Ich bemerke, daß gegenwärtig ununterbrochen an der Fipanzrefvrm gearbeitet wirb, daß eine solche aber nur dann mit Erfolg verwirklicht werden kann, wenn Kredite.für die Zeit de? UeborgangS die ' /WnfKlkrM Net Nokupvesst ermögliche». Für den Fall der Kreditgewährung sehe ich — sagte Kanzler Dr. Schober weiter — keinerlei Aenderung der bisherigen Außenpolitik Oesterreichs vor mir. Schon unter meinen Vorgängern waren die außenpolitisches Bestrebungen Oesterreichs in erster Linie , dem Ziele gewidmet, durch Wiederherstellung der hand elspolitische« Relationen bi« ökonmnifcht Jnnensituation zu besser^. Ich sehe meine, vornehmste Aufgabe barm, auf dem begonnenen Wege fortzuschreiten. Me Bevölkerung Oesterreichs ist politischer Ruhe bedürftig, ist jedem Abenteuer abhold und strebt einzig das Werk der ökonomischen Erholung an. Aus dieser Allgemeinen Stimmung mußten sich von allem Anbeginn die Richtlinien der Außenpolitik ergeben mch sie dürfen' keine Aenderung erfahren'. An der Durchfuhr Wiederaufbaues sind aber auch unse re Nachbarstaat in hervorragendem Maße mitinteressiert, denn die geographWe Lage allein macht Oesterreich zu einem nicht unwichtigomj Zentrum in den großen europäischen Bestrebungen zw Wiedso- Herstellung geordneter Verhältnisse. Sie werden mir erlckubejnv weMr^ich .iu diesem Rahmen einige Worbe über das spezfeM' . Verhältnis zur Tsch!ech«>-Slow»ckW/^,;.biH^^" spreche. Es ist eine Notwendigkeit, daß unsere NachvÄMepuÄtk Vertrauen. zu der innerpvlitischen Konsolidierungsarbeib und der durch aüs friedlichen Tendenz unseres Staates hegt, denn nur aus diesem Vertrauen ergibt sich die Mö^li^ keit, in kürzester Zeit alle die Hemmungen wirtschaftliches , Natur abzubauen, die gegenwärtig, wenn auch' schon in sehr verringerte« Maße, zwischen den beiden Staaten noch bestehen. Ich glaube Aiterpret der allgemeinen VolksmeMuust zu sein, wenn ich der Genugtuung darüber Ausdrück gebe, öaA es gerade in der jüngsten Zeit gelangen ist, auf Gebiet zu wichtigen Abmachungen mit der slowakischen Republik zu gelangen, beten weiterer ich, Jntlwesft beider Teile <mgestrebt werden muß. .££**•' .! ' zkvnservntz von Portovoft ' . 1 . wird ein' wichtiges Glied im Rahmen der MaßWÄäk Wö beuten, geordnete ökonomische zwischenstaatliche Beziehmr. unter den Nachbarstaaten herzu stellen. Oesterreich Möglichstes tun, um die Verhandlungen in jeder Weift fördern, und diese seine Stellungnahme ist ihm umsoMeh^ erleichtert, als der'bisherige Gang der Außenpolitik fteg Tscheche-Slowakei gezeigt hat, daß man in Prag die ziehungen' zu Oesterreich in ob j.e.Ltiv .f.örn Sinne aufgefaßt hat. . >A* s - PrWdent Dr. aBclshirdincr aber mi 2: Sanier««gsabtiop. h I» emer christlichfoziale» PersüMMluys Dr. Weiskirchner unter anderem: . , ' Gegenüber den vielen Gerüchten, welche immer'M-DD^' wieder austauchen und von ftagwürdigen Spekulanten dctzu benützt werdm, um durch Beunruhigung der Bevölkerung fraudüW Gewinne zu «zielen, möchte ich betonen, daß nach meinm Informationen die Rückstellung der G? n.Är^äM Pfandrechte, wir sie durch den Friedensvevtrag vyh St. Germain bestimmt würden, in si chere r Aus-s^Ä steht, daß die ausländische Anleihe unter bpu erwähnten Garantien als gesichert gelten kann «nd wenn diese Vorbedingungen «füllt find, a» die S ch a ffuMa e j « e r n e « e n Notenbank mit GoldsrrndlermD geschritten wird, wobei das nötige Kapital teils im Auslan« teils i« Oesterreich, jedoch in einer Weise aufgebracht werdru E daß eine Störung des. Valutenmürltes vermieden wird. Ist t$ü 1 neue österreichische Notenbank errichtet, dann soll «st anW Einführung einer neue«, auf, G o.F§ lauten den Wahrung in Oesterreich geschrittÄ wnden, ohne daß jedoch über den Namen der neuen Wahrung oder über ihre Relation zu der jetzigen Lfierreichischen-M-vesti wähmng schon irgendeine Entscheidung getroffen wäre.- i i Die lettische Regierungspotttik. ' Riga, 87. Juni. lILd. Kvt.-Bur^ Anläßlich der Er« neNnüng des neuen Kabinets eniwickeste der MiSisterpräfident M eirowicz das Programm der ntuNt Regiersng. in dem er über ihre Absichten in bezug auf die Minoritäten und ihre kultmellen Bcdür'Niffe kein Wöbt bkrlsnn hat. D« Lührer d« jüdischen PätlaMNtSstaktiön, Ab» geordnet« F i s ch m a N n, gab eine Erklärung ab. ftt der « dem Bestrmden der Minvrilätsvnirtter über diese HaltüNg d« Regierung Ausdruck gab und auf den Schaden Wwies> dm eine derartige Politik dem Staate bringen kann. Portugal verkauft die Azore« an ‘ I Amerika. BerNn, 88. Juni. ^Est Eurove" meldet mtS Rio de Janeiro: Nach ein« Wafhntaton« Meldung lei dir portugiesische Reigerung bereit, den Vorschlag Amerikas anzunehmen, wonach die Inselgruppe d« A z o r e« gegen eine große Geldsumme und gewiffe wirtschaftliche Kvnr.effloneu ä« die Bneitugten Staaten abgetreten w«dr« soll. Die' Bereinigten Staaten wünschen den Besitz dreier Inselgruppe» nm dort Meßgröße Schiffsbafis am Atlantische« Ozean z« «richte«. Die englischen Metallarbeiter gegen die Lohnrednziervng. '' ' VonEtvn, 29. Jltni. Del? Verband der Metallarbeiter sprach sich mit großer Mehrheit ge gen die Vorschläge der Arbeitgeber auf Herabsetzung der Löhne ans'. Die Pole« riinmen Oderschlesten.! . Vvottü. 89/ Juni. Wie d« ^Vorwärts* -«s Oppeln MÄct, haben die Polen tatsächlich begonnen, 'die von ihnen besetztes Gebiete zu räume«. Gleiwitz und daß Jüdusttiegebirt mn Hindenburg mit der Stadt Hindenbvr^ selbst sind frei, jedoch uoch Mt pMabar. Sämtliches GMa-rüMchv^ wurde von dm Pvlen mitgeschleppt, so daß biSh« nochMfo ^m.MMMvttkehr.wird« Pari-, 29. Juni. (tzävaS.) DU französische« und mchverstündigen studierten in ihrer ersten die deutschen Sar '<! - die Reparationen gemäß de« Anregungen der Mpärationskommissi-on, - ' Deutschlands finanzielle Lage. Berlin, 39. Juni. In d« gestrigen Sitzung des Haupt» ausschuffes des Reichstages wurde d« ReichshauÄ h a l t s p l a n für das Rechnungsjahr 1931 beraten.. Von RegittungSseste wurde folgendes Schlüßergebnis Über die sinan-' zielle Lage Deutschlands bekanntgegeben: Das Jahr 1921 schliM . 'm ordmtlichen Haushalt mit 48.459 Millionen MÄ'rE in Einnahmen und Ausgaben. Zur Herstellung des Gleichgewichts zwischen Einnahmen und Ausgaben f e h l e n an ordentlich^ Einnahmen 425Ö M i llionen Mar k, die durch «en* Steuern aufgebracht werden sollen. Im außerordentlichen HaüR. halt sind 9180 Millionen M a r k « n b e d e <£tl- Aus dem ReichSnotopf« werden im Rechnungsjahr, IM HM - »ahme» von 10 Milliarden Mark erwartet. Die Reichs schuld betrag am 30. Dezemb«^ 85 899 Millionen Mark. In d« Zeit vom September 1920 M 31. Mai 1931 hat sie sich vermindert und betrug am 31> Mül 1921 76.346 Millionm. Die schwebmdr MM l^läM 199.134 Millionen Mark.; ' ■ Escherich gehl. München» 89. Juni. (Wolff.) Dr. E s ch e r i ch hat alle Kreis- und Gauhauptleute ein« Kundgebung gerichtet, in d«; er ihnen mitteilt, daß er infolge d« Verordnung der MÄ?; reginung, betreffend die Auflösung der Einwohnerwehren Bayernssein Ehrenamt als .Landeshauptmann b« , Einwochne Bayerns. u^e d e r l ege. Die Wirtschaftslage 1« Ametma.,,^ Paris, 39. Juni. (Wolff.) ^Chicago Tribüne" teilt äi esttem Artikel Übet die Wirtschaftslage in Am«ika mij, datz .vW einem Wiederaufleben der Geschäftstätigkeit in größerem UmsaWZ gegenwärtzg «nch nicht dir Rede sein könne. Die AMitölosigM habe «och etwas zngenommm. Gegenwärtig Me man ungriäh vier MilliMN Arbeitslose. Am 1. Juni waren die Preise für hauptsMfichsttn Waren im Durchschnitt um .44% »ie&tgt« alS t» Vorjahre, ab« um 50% höher als im Jahre 1913. D«chsch»ittS1ohn d« Arbeit« sei »« 78% hob« als vor 4