Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 867 (26.6.1921)
- Date
- 1921-06-26
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979946--07979-2994085- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
'Seite'8 , Wien, Sonntag hartes Brot'für eine Greisin. Da heißt es an, Winter in ledern Vetter noch bei Dunkelheit aus" deni Haus,-in schlechtem Schuhwerk "durch Schnee' und Nässe stapfen, da heißt'''es, die schwere/ grobe Hausarbeit' gegen'Kärglichen Lohn, leisten^ ' Möglichen Lohn — dtznn immer;' meint' d.ie"'Bedieistrin >eii--.l wenig mehr verlangt, hält man ihr ihre Jahre vor. Wenn' es aber gilr/den Boden zu 'scheuern, die Teppiche zU klöpstn,/ die Wäsche zu waschen/ da vergißt inan an^ ihr ehrwürdiges ' Alter. Wie eine Junge klettert die Greisin auf den Fenster- - brettern herum,.die- Fenster zu putzen, wie..«ine Junge.läuft/- sie treppani/treppab, un^ verliert dabei ihre gute Laune nicht. ' Au" Tagen, da ihr das Glück besonders wohl' will, hat Frau Z. nach der Arbeit noch einen Botengang-zu machen. Da läuft sie vom 2. in den 5. Bezirk und wieder zurück. und verdientdabei 2V Kronen. Don diesen Fußwanderungen' — die Straßenbahn hat'dir alte Frau "seit dem Jahre. 1916 yird)i mehr benützt -lehrt die Bedienerin tiefbefriebigt'in rhr Heim zurück: Sie kann' sich heute auch zum Mendessen eine Tasse Malzkasfee „leisten". Das ,Zeirn" besteht aus einein schnialen, langen Kabinett mit einem Fenster , auf einen von üblen Brüchen erfüllten dämmerigen Gang, das /Wk Wohn- und Schlafraum " darstellt/ Aber selbstverständlich kann Frau Z. diesen üppigen Wohnluxus nicht allein' genießen. Sie beherbergt zwei „Bettgeher", überdies' gegen'' lächerlich' grr ckges ' E'ntgÄf. Bei alledem " wird ' die," Kargheit dieser Existenz durchaus nicht durch Gewohnheit gemildert und erträglich gemacht. Die.Frau stammt aüs einer angegebenen und gebildeten jüdischen Familie, ihr Mann, ver nun schon seit zwei Jahrzehnten-unter-der Erde ruht, war ein wohlgestellter Wiener' Kaufmann. Aber was an bescheidenem Besitz noch geblieben, war, hat die Kriegszeit verschlungen. Auch den höchsten, den köstlichsten Besitz: das letzte Kind. Er ist zwar nur „vermißt",/ dieser letzte von drei Kindern, äkler' er P seit fünf Fahren' vermißt und reine Frau gilt langeschon als Kriegswitwe. Sie hat H schwer genug, sich mit ihrenzwei Kindern durchzuschlagen und kann der Schwiegermutter nicht helfen. Die wehrt iuch jede Hilfe ab. Sie kann sich in die Rolle der Almosennnpfängeriü nicht yineinsinden. Ein jüdischer Jrauerperem mbt der Alten allmonatlich eine, ffeine Unterstützung. Sonst lebt sie von dem, was-sie ^mit ihrer-Hände Arbeit Verdient, hungert auch manchesmal ein .bißchen, geht ohne Abendsrot zu Bett und ihr Rock ist vom Flicken bunt wie eine Landkarte. -Europas. Trotz' dieser' Not «id :6er täglich drückenderen Entbehrungen jammert die alte Frau'nicht.. Ire hat vielleicht auch keine Zeit dazu bei allem Scheuern, Z-egen und Pützen. Nur abends, wennsie zusammen gesunken ,ui ihrem Küchensessel sitzt, dann sagt sie mitunter nachnmklich: /Der liebe Gott muß doch recht böse auf mich «in/' - - ' - St. M. - * LueAle Mareev-Weingartner. Gestern fand unter ahlreicher Beterlrciung, aller Gesell'Mattskretse das Leichenbegängnis mx Frau Luullc M a r c e l l - W. e i n g a r t n e r statt. . * Professor Dr. Mayr-Harting ist zmn Rektor der rekttschen Universität in Prag gewählt worden. * Farniliennachricht. Herr Joses Klüger. Obeckmchhalter »er Jndustriewcrke Kmttelfeld.- Gesm. b. H>, Wien, feiert am d. M. im engsten Familienkreis mit seiner Fra» Rosa gewrcnen Klüger das.Fest der silbernen Hochreck. * Die Frage der religiöse» Erziehung in Deutschand. /Der Rech t.s äusschu ß des deutsche» Reichstags -handelte jüngst die'Frage der religiösen Ktndercrziekmng. Nach mem vereinigten Anträge Dr. Kahl (Deutsche BolkSpartei). «nd Dr. Radbruch (Soz.) soll über die religiöse Erziehung :ms Krndes die Einigung der 1§ltern bestimmen, soweit ihnen ms Recht und die Pflicht zmleht, .für die Perlon des Kindes zu srgen. Dir Einigung soll jederzeit, widerruflich: sein und wird rurch den Tod eines Eheaatten gelöst. Die Vermittlung oder Lntscherdüng des Vormundschastsgerr'ch'tes kay« beäntraar werden, »lach der Vollendung des 14. Lebensjahres soll dem Kinde die Ielbstentscheidung darüber zustehen, zu welchem religiösen Bekenntns es sich halten, will. Hat das Kind das 12. Lebensjahr vvündtt. so kann es gegen seinen Willen nicht mehr m einem anderem Bekenntnis als dem bisherigen erzogen werden. Die Grundndanken des Antrages wurden vom Ausschuß gebilligt und dem Äesrtz eine dahingehende Fasiung gegeben. > . Bei Gerngrotz. Original s ran z ö fische 2 « m m fr o * n-G a bardine, lichtdrap, reine Wolle, 155 cm »reck, per Meter K 750. — R e inwolleneKostümh e v i o t e. dunkelblau, braun und grün, -130 cm breit, per Vketer ti 590. — Reinwollene Homespun- Stoffe m allen Farben, für Spörtkostüme, 130 cm breit, per Meter L360.— O r »Hinal e n g 1 i s ch eP e p i t a st o fse, 40 cm breit, für Kostüme und Schöße, per Meter ll 340. — In der Zerdenabteilung Fortsetzung des Saisonverkaufes a sehr b i l l i g e» P r e i s e n. HunderlrRestr! — R ö b e l k r e t o n. per Meter X 195. — Spitze u v o r-- »Haß«, per Meter K 64. — S p k tz e » v r t r a g e n, per. Meter K 45. — Tüll-HalbstvreS K 790. — VraperrenX 195. —Ga r n iture » (2. Bett- und / Tischdecke) K 2850. — Damen-Leiueui-Halbch u h e, weiß und grau, per Paar & 696. * Gin polnisch-jüdisches Blatt eiugegauge«. Die 8emwrger Tageszeitung »Goniec Wieczornh*, das von der Regierung ubventiomerle Organ der assimilierten Inden, hat zu erscheinen »ufgebort. Wie der »Wpered* feststellt, .ist dies etn Shrntom, daß jttt Rücksicht auf das erstarkte Nationalbewußtsein der Juden die tfsimilierende Richtung m Ostgaljzien keine Aussicht auf Erfolg?rtte. * Aaoschreitunge« bei M«»kaes. Nach einer Messung des „Slovenfki Btzchod" kam eS unweit von MunkacS zu schweren AnSschreitungerr. Die Bevölkerung ^nes Dorses wollte einen staatlichen Forst enteignen. Cendamerie «ußte von der Schußwaffe Gebrauch machen. Hiebei habe« elf Personen Verwundungen erlitten. * «euer Apostel des AutifemitiSmuS. Der leanzosische Antisemitismus gewann einen neuen Apostel in dem veronsarber der ^Bicloire", Gustave H e r v s, der ecke Zeitlang Kivolulionar und Antlmiütarist war und während des Krieges rationaler Chauvinist wurde. Gustave HervS brfindtt sich jetzt »nf der Suche nach Juden — insbesondere nach solchen östlicher Abstammung — unter den französtschen Journalisten. Bezeichnend ist die Tatsache, daß die »Stctoitt* von Burze « » Gruppe smanziat wird. (I. K. B.) - * PkS-ttetzer Lob. Gestern ist i» der Restauration A d l e r rm l. Bezirk der bsjühriae Agent Max Brandstätte^ ll.. Große Mohrenaaffe 24, mwlgr Herzschlages mvußttoS znsammengeftürzt. Der herdeigrmjeue Acht toickte M L» mntt.tei M* MUtcOm. Mieter Morgenzettüng 26. Juni 1921 Nr. 867 * Del»Ka Halbschnhwoche. Sonderangebot l Damen-TchuüroHaldschuhe, beatm und oxblod echt Boxcalf, braun «nd grau Chevreau, rahmenaenäbt K 1920. schwarz P o x c a l s.' rahmengenäht K 1550, Mittelstandssch»he in guten Qualitäten äußerst preiswert. ' * Schönwetter. Die Erwärmung hat weitere.Fortschritte gemacht. In Südwestdeutichland und tu den westlichen Teilen Oesterreichs stieg die. Temveralur aus 21 bis 35°, im östlichen und nördlichen Deutschland aui 12 bis 20° und in Wien auf 19'5#. Die Niederschläge haben aufgeklärt, es hat großenteils ans« geheittrl - B o r a u 8 s a g e^ Schonwelter, heiter, weitere Temperaturzunahlye, mäßige Winde- . . * Urania. Heute, Sonntag. V-6 Uhr (Kleiner Saal) Don Mariazell über den Hochschwab. —;ß Ubr Großer Saal) Das Wunder des Schneeschuhs* — 8 Uhr (Großer Saal) Johann Strauß. —• 7*8 Ubr (Kseiner Saal) Konzertsängerin Maria Töge!:- Arien- und Liederabend. * Bearalntiffe am heutige» Tage. Neuer Friedh o i: 9 Uhr Margules Moses. 9 Uhr 30 Min. Raab David, 10 Uhr Battist Samuel.' 10 Uhr 15 Min. Golisinann Jo^ei, 10 Uhr Z0 Min. Kohn Franziska, 11 Uhr Dr. Reich Ferdinand. —. - Florrdsdorfer Friedhof: 3 Uhr Kvh» Katharina. * Das größte Luftschiff der Wett. Aus.Lo nbon wird gemeldet: Das iür die Vneimaien Staaten in England erbavie Großkamv luftsch'ff „U 38". das ät ößte lenkbare Luftschiff der Welt, hat gestern mit 48 Personen an Bord eine» sehr z»srteden» stellenden sechsstündigen Ptobeflng gemacht. * Braud eincS amerikanischen Zentraldrpst». An8 Kob lenz witd gemeldet: In der Nacht zum 24. Juut brach kurz «ach Mitternacht im amerikanischen Zentraldepot in Brndorf Feuer aus, daß ein großes Stapellager «nd Kasernements sowie ein großes Borratslager and auch zahlreiche Eisenbahnwaogons völlig vernichtete. Der Schadm beläuft fich auf mehrere Millionen Dollars. Schmidt 209, P o N a k 100, S t e r « a » » 280„ P f e f f e r b a u m 300. Anna B a l i u 100, N e» d e ck e r Mathias 510. E i g e n f e l d H. 466, diverse 35, zusam»e« ll 6351. Rijka Kleines 144. in BezirkSsektio» XX,' durch Herrn G r ü «f e l d: Markus M aper 3000, Sammlung im Kluckh'Tempel durch Herrn Norbert S a b a r s k h 525, Sammlung Verein Ilvsed« D»th, we Zedek 1075, Friedrich 8 «derer. Korrreuburg, 200, zusammen^ 8800,! D i st'e n s e 1 d Leib 160,.Frau R o s e» 75, insgesamt K 211.199.50; sert 1. Iänner 1921 K 1,560.419.80, t» M gesamtL 1.771.619.30, , Kle!derspenden: Olga Falnfi 1 Mantel,? 1 Paar Schuhe, 1 Bluse. 1 Kinderwck, 2 Trrkötjacken. Rosen, M i n a k 1 Anzug. 2 Paar Hoserr. Z u ck e r b e r g RachL 1 Kleid, 1 Muse. Osias H o n i g 3 Hemden, 2 Unterhosen. 8 e b en s m i t t e l s p e n d e n : Enis Sali'Skx. Bohnen mrd 1 bg Maismehl. Torch 2 Brote. Gold-' . sch m i d t Reiset 22 Brote. \ Wir appellieren an die jüdischeOeffent« l rHk ei t. Uns in unserem Hrlsswerk für die jüdischen Emigranten stricht rm Stiche zu kaffen. B e r n a'h e 100 0 Em i-- g-r a ntt e n, darum« G r e r s e, Frauen, Kinder und Säug l i« g e, Handwerker. Aerzke und Techniker, besinden sich, in d« g r ost 11 n Not. Das Försorgekomiiee muß für Untere kunft und Verpflegung den Betrag von K 80.000 täglich aufbringen. Die Zeit der Abfahrt des PalästtüadampferS -Carniolia" ist bis,jetzt noch nicht bestimmt. Rasche Hrlf«! aller jüdischen Gesellschaftskreise 1»ti not. j Spenden wnden entgegengenommen: in d« Für-', s o r g e st e l l e U. Ztrkusgaffe 33, P a l ä st i n a - A « t,! I. Bauernmarkt 24, Dr. Leopold S o f e r, I. Kohlmarkt 10, Oskar Ro s ne r lX. Lacki«ergaffe 9, Depositenba» kl U. Taborsträße 7 und bei d« Administration der „Wie»er, M o r g e n z e i t u » g". * Acht»«g, Ausländer! Dte Firma Dukesz ä Pafchkusz, Wien, I., Bauernmarkt 24. hat preiswert abzngeben: Große Posten Manikür- «nd Kammkaffeten. Bürsten, Stahlware», Parfümerien, Zigaretten' »nd Tabakdosen usw. * Wiffe» Sie schon das Neueste? Die Werkstätten für feine Herrengarderobe nach Maß der Firma Svw« L Markus, U.. Hollandstraße (früher Stevhaniestraße) 1 (nächst Stephaniebrücke) verkaufen ihr Warenlager z« lief reduzierten Preisen. > * Patentierte Neuheit für den Wiederaufbau! D i e" K l o st er n r u b u r g e r W a g e n f a bri k s- Gef tXI f ch p f t i n' Wien, Xll.. G r i t S b o fg a s s e 16. hat einen patentierten Schiebkarren^ Markt - .Kawalagauf den. Markd"''gebracht.. Der Cchiebkarre» eignet sich für alle Erdarbeiten, und kömmt insbe'ondere iür die durch den Krieg verstörten Gebiete 'in Betracht.- Für die-Erzeugung dieses Schiebkarrrns werden in den Nationalstaaten Gefellschaftrn gegründet. Et»ste Restrktdnten wollen wegen der Verwertung des PakeNtS m allm Kulturstaaten an dee obige Firma Anbote »nlerdrerten. - * Jüdische« Verein Nord-Ost. il.. Taborstraße 21». Für dazugunsten der uktamischen Pogromopier am Mittwoch den 29. d. M. nn Caf4. »Praiertte*, H„ Prater Havptallre 5, statrstndevdrn Garteniest gibt fich regeS Jmereffe kund. Für glänzende Unterhaltung ist vorgesorgtz—Restliche Karten im Ber» emslokal ckwle hel.den Komiteynitgliedern. - . , * Jüdische'Volksschule. Au de« ^drschm Volksschulen Leovoldstadt und Brigittenau gelangen im Schnltabr 1921/22 voraussichtlich drei Lehrerstellen zur Besetzung. Lehrpersonen mit nachweisbar« Lehrbefähigung wollen vtrSbezüglicke Gemche mit ZeugmSabschn'ten versehen brs spätestens 10. Juli an das Knratoriüm des Jüdischen Schvlvereius. 11. Taborstraße 20», gelangen lasten. * Jüdisches Aenlgymnastn«. Die Aufnahmsprüfungen für die erste Klaffe beginnen M o n t a g d e n 27. d. M. «m p r a z r f e 4 U h r nachmittags im Schulgebäude,' l.. Drahtgaffe. 4. Federstiel »nd Feder find mttzubrmgen. * lieber aktuelle jüdische Erziehnngsprobleme spricht der Direktor des Jüdischen Realgymnasiums Herr Proseffor Dr. Viktor Kellner morgen, Montag, um 7 Ubr. abends im Saale der Toynbee-Halle, XX.. Denisgaffe 83. Dieser Bortlag/ der von d« Zionistischen Beckrksiekrion Brigittenru vttanstaltet wird, dürfte in jüdischen Eltrrnlreisen größtem Jniev'ffe begegnen. DereittSnachrichten. Jugendverei» Neß-Zionah, Gasthaus .Komet", kl., Jlgplatz 5. Der Verein eröffnet demnächst ein Seminar, umsaffend: Hebräisch^ jüdische und Literaturgeichichte und Zionistrka. Anmeldungen täglich im Lokal von 7 bis 9 Ubr od« an stud. Wohl Maximilian, II., Arnetzholerstraße 11/2 Hedraischkms für Aniänaer Montag. Mittwoch und Donnelstag von 1 bis 8 Uhr. Zweiter Kurs an demselben Tage von 8 bis 9 Ubr- Geschichte Dirnstaa öon 7 bis 9 Ubr. Noch nicht organisierte Jngendliche melden sich an obige Adreffe. — Hebräisch- V o r g e s ch r i t t e n e n k u r S 'Gelernter)., Heute, 2 Uhr nachmittags, Liebenberg-Denkmal, Ausflug bei jedem Wetter. — Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Dimstag, 8 Uhr, Wien« Ring-TasS, l., Stubenring, gemütliche Zusainmenknuft. — ZeireiMisrachi, II., Praterstraße43/11. Ab heute Lesehalle täglich von 7 bis 9 Uhr abends geöffnet. Hmte 7 Uhr abends Ausschußsitzung, — Verband der hebräischenLehrer. DrenStag.' 8 Uhr abends, ordentliche Generalversammlung: Tagesordnung: Rechenschaftsbericht, Neuwahl. Ort: >l.. Große Mohrengaffe 16/22. — Mr k « l i c zh n e rl Donnerstag, 30. d. M., findet eine Ber- -sammlnna bei Herrn Sing«, H., Wohlmutstraße 19/18, statt. Zweck: Wied«a«fbSu. Palästma-Amt, Fffrsorgekomitee für jüdische Emigranten. (Wien, ll., Zirknsgaffe SS.) SyendenausweiS Nr. 18 vom 10. bis 20. Juni 192tv . Durch Herrn Oberrabiner Dr. M. E h r e« p r r i S: idnistifche Organisation Stockholm (900 Schwedenkronen) 126.083. Emil Mr« och 10.000, Richard Kronstein 1000, Sammlung iener Morgeitnng" K 33.110. Dkax Weber 3000, Richard Kast » er 200, Unflat jno. botz Israelit scher HumanrtatSverei« X. Bezi-rk 5000, Josef Brnckner ck Söhne 500, Siegfried F<ra v k el 1000. Zionistische Sektion, ll., Glockena a s.f e 30, h Rate Ergebnis einer Sammlnng 10.000, Mosche Gen 1000, Leo P e r»tz 500, Wenzel Haus er 150, MoseS Lichtenbera (100 Reichsmark) X 948.75. Elias I a k « b o w i tz (100 Reichsmark) K 948.75. Dr. Kurt S a x l 900, Irma Sternherz K 87. M,stach»: Gammrlboge« D. Lauda« 1150. durch Dr. P 1a f ch k e S, Schiedsgericht L r b l i ch uud S e » d e r H o r v w i tz 5ooo. Äebr. H »r a »t y, lX, 102, Rrgma Goldman« 200, dmch Dr. Eomund Rnoin «nd ft. *. & Jäxv »tifftJ m, fMci ' Kleine Chronik. Mittelalterlicher Westen im nen-ett» lichen Ostjndentnm. Wer. Kassel oder Weimar kennt und einmal ibe« ). „Schvchet-tt Vvn. Rawaruska an einem Sabbat aus der > Synagoge gehen sah, bedarf keiner besonders lebhafte«! Phantasie, um sich das Aufsehen vorzustellen, das b«i entstünde, wenn eines Tages dieser Schachet in seiyeml Sabbattst-aate in den Straßen dieser Städte erschi«rL und sich mit den Einwohnern in eine Unterhaltung^ einli^ße. In der belustigten Menge würde es kanmi einem einfallen, daß diese „exotische" Erscheinung &xc\ nicht so fremd sein sollte, daß. sie vielmehr ein 5konber-l i fei Her Tracht und Sprache der Vorfahren dieser) j lacherchen Menge ist. Der Jude trug sie vom Weste«! nach dem Osten und verwahrte sie dort treu bis nütz den . heutigen Dag. .;• - Di/e Halb schuhe mit den längen, weißen StrLmpstnzden schlottrigen. Kniehosen und die Jupice (spr. Schtzpize, Dialekt des Altfranzi, RvM mit Taschen hinten," aüß deren" linker bit obligate- Zipfel .'dar' färbigen „Fatschela" (ans' dem Italiens\ schen^ Fazzella, Taschentuch) herausguckt, bildeten 'div Tracht aller, 'das einstige Frankenreich bewohnende«^ Volksftämme. Sie wird auch' von den Ästjuden aW; die ,^alt fr ankisch e" bezeichnet. Hingegen ist daH „^treimel", eine Samtmütze, verbrämt mit an der, Wurzel angenähten, sonst in der Lust lose wehende«! Marder-, öder Zobelschwänzen (13 an her Zahl, wahrscheiNlich, eine Anspielung an die 13 Eigenschafte« Gottes),' welche an Sabbaten, Feiertagen und bei Festlichkeiten angelegt wird, ausgesprochen deutsche« Abstammung. Diese festliche Kopfbedeckung der $p<Kj trizier. deutscher Städte, der Bürger, bildete noch, ütz den ersten Dezennien des 19. Jahrhunderts bei de« Ostjuden' das Symbol der Vornehmheit und sturf«! bloß vion denjenigen getragen werden, die mit deatz Prädikate More morenu, Morenu oder zumindest Chocher angesprochen würden. Dem Usurpator droht« die Gefahr, daß ihm bei seinem Erscheinen in dev „Schul"^ der „Schamosch" (Demeindediener) das Sttelmel herabnehmen und ihn so dem öffentlichen Spott« preisgeben könnte. Die Miseva Plebs trug den „Spoda"< eine hohe, schwarze Pelzmütze, wie sie noch baß den Kosaken' im Gebrauche steht. .Erst mit dem tte&ewj l'lnd'neliinen des Chassidismus mit seinen demokratischen Tendenzen verblaßte akkmllhlÄ der Glanz deZ „Stieickiel^, welches schließlich zur allgemeinen .fest-, lichen Kopfbedeckung aller verheirateten Ostjuden wurden Es gehört jetzt nicht mehr zu den Seltenheiten, ich . ^kleinen Städtchen Polens an den jüdischen Halbfeievtagen einen Fiaker in Streimel auf 6em KutschbockÜ zu sehen.' Trotzdem hängt der veritabke Ostjube a« diesem'Wahrzeichen einstiger Pracht mit großer Pietät und gilt es einmal, das Unentbehrlichste zusamnvenzn«i raffen, dann greift er gewiß vorerst nach Tales« Tefilin und Streimel. Die Kleidung der polnisch«« Schlacht« war hem Juden zttkostspielig und wahr-! scheinlich auch verboten, die des Landvolkes zu ordinär^ einon Bürgerftand, an den er sich in seinem Aeußere« hätte, anlehnen können, gab es eben nicht und da blieb! eben dem Juden nichts übrig, als bei seiner Adoptivtracht. aus dem Westen zu bleiben, die im Laufe dev Jahrhunderte einen spezifisch jüdischen Charakter .<bk nahm. : i Aehnlich' erging es auch der Sprache. WirtfchaftÜche Vorteile, politische uird nationale Privilegien, welche das an dem Mangel eines dritten Standes sehr Leihende Polen den Juden bot. bewogen viele Juden> die kulturell verhältnismäßig hochstehenden, aber engherzigen deutschen Lande zu verlassen, um nach de« halbwilden Osten zu ziehen. Aber die Sprache» dte schon damals eine eigene Literatur im ,Zwris-Te«tsch* jUeberjeMug der NstieL «nd der. Litnrgte, -