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Wiener Morgenzeitung · 1921-06-19 · Heft 860 (19.6.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 860 (19.6.1921)
Date
1921-06-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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| eflfe . " sofigii, ^hiiiog bell« Loretta, führe«. Di« Liste der österreichische» iVciegirrten kan» erst »ach Beendigung der Kabinettskrise veröffentlicht werde», da Mutmaßlich auch zwei österreichische Minister zur Svnseveuz entsendet< werden. .Ungarn wirb durch eine Delegation unter Führung des >ptoefc**ft .Außenministers Ar atz vertreten sein. Rücktritt Dr. Rintelens. Gpaz, 16. Juni. Landeshauptmann Dr. Rinte- ^en und Landeghauptmannstellvertreter Dr. Ah re r haben in einem gemeinsamen Schreiben «in den Äastdtagspräsidenten K ö l b l dem Hauptausschusse des Landtags, das Landest auptmann-, beziehungsweise LandeschauptmannstellvertreterMandat zur Verfügung gesellt. Die Iunigehalte der Staatsangestellte«. Der de» Staats an ge stellten noch gebührende Rest'ihres Jmrigehalts, den die Regierung bisher nicht ausgezahlt hat, wird in der Höhe von 1800 biS 3600 Kronen tn Angleichung an die Bezüge der Berkehrsangestellten morgen, Montag, zur Auszahlung gelangen. Ueber Vorschlag des Bundes der öffentlichen Angestellten kamen weiters Regierung und Staatsangestelktenvertreter dahin überein, daß im Laufe, der nach st en Woche ein einmaliger Betrag von 2800 Kronen aasbezahlt werde, der dem de« BerkehrsangesteNten bereits gezahlten Betrag entspricht, da dies« im Laufe der letzten Tage 43OO Kronen erhalte« haben. Die Nachzahlungen für Jänner und Februar auf Grund der Märzregulierung und der Zulagen an die Verkehrsangestellten sind bisher noch Nicht erfolgt, doch dürften di« diesbezüglichen Verhandlungen j» der .nächsten Woche zu einer günstigen Erledigung führen. Option von Tschecho-Slowake«. Nach dem Brünner Vertrag, der zwischen der tschecho- TÜNoakischen and der österreichischen Republik abgeschlossen Wörde« Ist, könne« tschecho-slowakische Staatsbürger, die am {10. März t. I. in dem Gebiet der heutigen Republik Oester» «eich durch mindestens zehn Jahre gewohnt habe«, im Wege der Optio« hie österreichische Staatsbürgerschaft, erwerben. Me i« Dien wohnhaften Personen könnet die OptionßiflUmetbttnfl bei den magistratischen Bezirksämtern ihres Wohnscher (Konskriptionsamt) erstatten. An Dokumenten sind erforderlich: Geburtsschein des Bewerbers, beziehungsweise der Gattin und Kinder unter 18 Jahren, ferner Trauungsschein. Heimatnachweis und eine amtliche Bestätigung über den zehnjährige«, ununterbrochenen Wohnsitz in Oesterreichs . Für Personen unter 18 Jahren und für Pflegebefohlene ist die Optionsanmeldung durch den Vater (Vormund, Kurator) zu ^erstatten. Die Optionsanmeldung sowie etwaige Berufungen sind stempel» und gebührenfrei. Der Holzabstockungsvertrag. Graz, iS. Juni. (Tet.-Komp.) In de» Kreise« d« stet- »Nchen Großwaldbesttz« und Holzindustrtellm rechnet «an mit der A n » u liier» n g deS dem parlamentarische» Unteriuchung-. ouSschnß vorgelegtch steirischm HolzibstockungSvertrageS bereit« a!S feststehende Tatsache. Infolgedessen habe» m Graz Ber» handlange« betreff B r l d u « g e l»eS T r u st S für de« gesamte» steirische» Holzmarkt rmtzesrtzt. / Die Orientfrage. Paris, 18. Juni. (Korr^Bur.) Die Blätter beschäftigen sich eingehend mit den bevorstehenden Ber» Handlungen Curzons und BriandS. Im „Echo de Paris" schreibt Pertinax, die englischen Unterhändler scheinen geneigt zu sein, folgende Vorschläge in der Orientfrage zu machen: Die Alliierten sollten der Türkei den Besitz von g a n z Anatolien zusichern, während Smyrna mit seinem Hinterland einen a u ivnomen Staat bilden solle, dessen Statut noch zu bestimmen wäre. Falls die Kemalisten auf diese Vorschläge nicht eingingen, sollten die Mächte Griechenland finanzielle Unterstützung im Kampfe gegen die türkischen Nationalisten leisten. Pertinax bezeichnet diese Pläne als undurchführbar. Er weist darauf hin. baß die Unterhändler Kemals mit Rücksicht auf die geränderte Lage in Kkeinasien eher geneigt seien, weitergehende Gebiets so rderungen zu stellen als bisher, uyd darauf bestehen dürften, daß das europäische Gehiet der Türkei bis zur Linie EnoS—Midi« ausgedehnt werde. Sowjettruppen in Angora? Berti«, 18. Juni. (Privat.) Wie aus Paris gemeldet wird, find die Sowjettruppen in Angora ongelangt. . Die englischen Truppen bleiben am Bosporus. Lonbnr, 18. Juni. (Funkspruch.) Die englische Regierung beabsichtigt keinesfalls, ihre Truppen vom Bosporus zurückzuziehen, und ist entschlossen, die sich daraus ergebenden m ilitärifcherr Fo lgen, wie immer sie geartet sein sollten, zu wagen. Wiener Morgen-ettrmg Versteigerungsamt DOROTHEUM Wien, L, Dorotheergasse 17 / Telephon. 9168, 8616 317. Kunstauktion Gemälde, Aquarelle flaniiielcIiBODgen a. Miolatsren alter a. naiiewr Malttnr Antiquitäten darunter Skulpturen aus Marmor, Arbeiten in Gold, Silber, Zinn and Metall; JPorzellan, darunter Alt"Wiener and Meiuner. Fayencen, Bletlerraeierzläzejr, Hobilltr örr Empire* nnd Biedermeierzeit, Textilien, woffen* Eine Sammlung ron Münzen, Schaustellung ▼en Montag den 80. bis Donner, tag den 28. Juni 1. J. ton 10 Me 6 Uhr in den K unstanktionss&len. Versteigerung * an Freitag den 84. Samstag den 86. Montag den 87., Dien «tag den 88., Donner*tag den 80. Juni and Freitag den 1. Jfii 1881 ab 8 Uhr in den Kam tank tionsi&len. Telegramme. Dor dem Generalstreik in England? Gemeinsame Aktion aller Arbeiterverbänbe geplant. London, 18. Juni. (Reuter.) Der Vollzugsausschuß der Bergleute hat beschlossen» alle von den Lohnstreitigkeite« berührten Arb eiterv erbäude aufzufordern, sich binnen kurzer Frist zu versammeln, um darüber zu beraten» wie durch eine gemeinsame Aktion, mit den Bergleuten die wechselseitige« Forderungen z« sichern wären. A o d g e S erklärte» daß dies den Generalstreik bedeute, wenn die andere« Verbünde zustimme«. Lloyd George hat de» Vollzugsausschuß der Bergleute verständigt, daß das Anerbieten der Re -errrHg zu einer finanzielle« Hilfeleistung nur b is'm orge» abends offen bleiben KSnne. London» 18 Juni. (Rrnttr.) Infolge deS Ergebniffes der Abstimmung ei wartet der Ausschuß der Bergarbeiter Mitteltungsn der'Regierung öder der Grubenbesttzer. Der Ausschuß beabsichtige, den Streik fortzu setzen und den Kampf für die Fordermige» mit verschärfter Er ergie zu führe«. Lärmszenen in deutsche» Reichstag. Die Orgefch verschiebt Waffe« «ach Tirols Vcrlkn, 18. Juni. Der Reichstag setzte heute die Besprechung der Interpellation der Unabhängige» über die Ermordung des bayrische» LandtagSaügo-rdnete» Garels fort. . Lbgc0r neerGruber(So iard^wvk al,Mütchen) süt'e aus: Ich unuciujceibc alles Wort für Wort, was der Reichskanzler zur Verurteilung des Mordes gesagt hat. Ich bi» von dem guten Willen, des' Reichskanzlers überzeugt, sich die in der Jnterperlalion ausgestellten Forderungen zu eigen zu mache«, verlange aver die strengste Durchsührüug derselben. Wir haben alle Ursache, die Mitteilung des Kanzlers über de« günstigen Fortgang der Wasfenabgabe in Bayer» mit dem größlen Mißtrauen auszunehmen. Rach Tirol sollen nicht weniger als 180.000 Gewehre und 12000 Maschinengewehre verschoben worden sei«. Die Auslösung der Einwohnerwehren und der Orgefch- Organisationen muß mit größter Beschleunigung erfolgen. Auf die Ermordung des Abgeordneten Gareis übergehend, erklärt R^ner, daß es sich um einen Mord aus politischen Gründen handle. Er macht der bayrische« Regierung den Vorwurf, die Verfolgung deS Mörders nicht energisch genug in die Hand genommen zu haben. ES sei ein Unglück, wen« Generäle und Offiziere Politik machen, die im Kriege Gewalttätigkeiten und Mißachtung hon Menschenleben gelernt hätten. Abgeordneter Schwarzer (Bcchrische Völttpartet) erklärt, es bestünden k.'ine besonderen Verhältnisse in Bayer«. (Lachen links.) Alle Vorkommnisse, die man als speztsifch bayrisch ansühre, kämen in allen Ländern deS Reiches täglich vor. Es habe den Anschein, als ob das ganze Kesseltreiben der äußersten Kinken denZweckhabe, den Fremdenverkehr zu unterbinden. (Gelächter links^ Ab» Abgeordneter Ledebour: Es ist eine Erbärmnchkvit, die Arbeiterschaft so z» verdächtigen i Präsident L o e b c ruft den Abgeordnete» Ledebour z « r Ordnung. Abgeordneter Ledebour spricht strtgesetzt dazwischen.. Es entsteht eine länger andauernde große Unruh e, die der Präsident durch daS Glockenzeichen zu dämpfen versuch. Abg. Schwarzer: Die Linke hat den Mul, uns Vorwürfe zu mache«. (Aba. Ledebour; Ich bin gegen alle Morde, von welcher Seim sie auch kommen , mögen.) (Lebhafte Zwischenruse.) Die Kommunisten und Unabhängigen treiben eine wilde Agitation mit dem Mord. Sie suchen auS ihm Kapital zu schlagen. (Unruhe links.) Solange die Mordtat nicht aufgevkrt ist, hat kein Mensch daS Rechtz, 1V. Juni 1921 918.860 m rfttem politisch-« Mach m sprecht«. (Stürmische« Widerspruch links.) Der Generalstreik in München! wurde leichtfertig ausgerujrn. (Stürmischer Widerspruch ltnkß. Abgeordneter Gehe« sKoMMuttistj: Schamlosigkeit ohnegleichen!) Bezüglich des Ausnahmszustandeä erklärt Redner, daß mau in Bayetm gezwungen sei, den Ausnahmszustand, wenn auch in milderer Form» aufrecht zurrhalte». Schuld feie» nur die Sozialdemokraten ip Bayern und diejenigen, die «ach Bayern fahre«, dort ans! reizende Rede« zu halte«, wie der Abgeordnete Rammele oder We«de'in Thomas. Abgeordneter Rem me le: Elender Verleumder-. Präsident Koeb« ruft de« Abgeordneten Remmele zutz Ordnung. Abgeordneter Remmele wiederholt mehrmals: Elender Verleumder! Präsident Lovbe erteilt ihm den zweitem Ordnungsruf. Abgeordneter Kemmele: Sie sind doch ein elender Verleumder! Präsident Loebe fordert den Abgeordneten Remmele ans, oen Saal zu verlassen; da dieser jedoch auf seinem Platze -leiht, unterbricht de« Präsident um 3 Uh, 35 Minute« die Sitzung. Um 5 Uhr wurde die Sitzung wiedereröffnet und der Präsident stellte fest, daß Abgeordneter Remmele nicht im Saale anwesend sei. Hierauf ergriff AbgeoÄmeter Schwarzer neuerdings das Wort und erklärte, soweit in Bayern Ausnahmsgesetze in Kraft getreten seien, habe man sie gegen die Führer der kommunistischen Partei anweyd-n müssen. Uebrigens seien die in Haft befindlichen kommunistischen Abgeordneten noch von der Regierung Hoffman« verurteilt worden. Rach einer GrschäftAordnungsdebatte wurde die Bw rqtqng der Jnterpeilation auf Montag vertagt. Amerikas internationale Anleihen. Wafhttrgton, 18. Juni. (Reuter.) Das Kabinett hat sich mit der Frage der von den Bereinigten Staate« garantierten internationalen Anleihe beschäftigt. Es beabsichtigt, in naher Zukunft vom Kongreß die Ermächtigung zu verlangen, die an europäisch«! Staaten gewährten Anleihen in zinsenttagende Obligationen zu konvertieren, die von der amerikanischen Geschäftswelt ausgenommen werden könnten. Es verlautet, daß die Politik des Präsidenten hinsichtlich der nichtgezahlten Zinse» eine Verteilung der Zahlung auf mehrere Jahre ü, Betracht >ieht. Der engttsche Exportkreditpla«. Lomvo«, 18. Juni. (Reuter.) Heute sind die Bedingungen, unter heilen die Regierung den britische» Handel zu unterstützen gedenkt, als „Exportkredit« plan", erschienen. Die Regierung beabsichtigt, für Wechsel, welche auf zur Verschiffung gelangende Gütet gezogen worden sind, die Bürgschaft bis zum Hochstausmüß dvn VH Prozent öer Wechsel* symme zu überuehmen. Die Regierung wird auch im Verein mit den britischen Banken und Finanzhäusern an dem Risiko teilnehmen, daS diese bei der Finanz zierung des Handels mit den in dem Plan angeführten Ländern laufen, nämlich Finnland, Lettland, Estland« Litauen, Polen, Oesterreich, Ungarn, der Tschechvi Slowakei, Jugoslawien, Rumänien, Georgien, menien und Bulgarien. , . Beschlüflk der zioniftttche« Minderheti in Amerika. R-w-Vorf, 16. Juni. (Jüd. Zdorr.-Bur.) Die neu, zionistische Minderheit hielt eine mehrtägige Kvnfereui ab. an der sich auch Oberrichtep Brandeis, Richter Mack und Rabbi Wise beteiligten. Brarckeis entt wickelte in einer längeren Rede sein Arbeitsprogramv für Palästina und betonte, daß seine Haltung nicht etwa von Mißtrauen zu Dr. Weitzmann bestimmt sei. Er und seine Freunde wünschen bloß ökonomische Me-, thoden ttt die Arbeit zu bringen und eine tüchtiger, zionistische Verwaltung in Palästina einzusehen. Rach einer längeren Debatte faßte die aus 130 Personen bestehende Konferenz den Beschluß, den Zionistcukongreß in Karlsbad nicht zu beschicken, sondern sich mit de, Abfassung einer Erklärung an den 5kongreß stbe, die zukünftige Arbeit der zionistischen Organisation ks Palästina zu begnügen. Gleichzeitig wurde die Einberufung einer neuen Konferenz auf den 4. Juli d. I beschlossen, um Wttel und Wege für die Fortführung der zionistischen Arbeit seitens, der amerikanischen Minderheit, zu finde«. Die Friedensverhandlunge« mtt Irland gescheuert. London» 16. Jimi. (Trl.-Komp.) Der StaatSsrkretär stp Irland Sir G r e e v w o o d erklärte gestern i« Untrrhautf daß die jüngsten. Versuche mit Irland zu eine« Fneüen-schtuß » gelang«, - e s - e i t e r t seien. Oberschlefien. Stetit«, 18. 3mu iSSolff.) Da a»wmnbMrt tat So«T Ratihor—Kosel, Oberst Salvi» »i, gibt bekannt, daß m alle auf dem'rechten Oderufer liegende» Dörfern de- Kreises»Ratibo OttSvrhrm gebildet «erde» sollen, deren Bewaffmmg um an Revolver» und Pistolen brstehm darf. -eißwai ser, Klutsch an nnd Olschow» wurde« auf Ersuchen der Engländer von'dm Dmt'che« geräumt Die Stellungen südlich von Kami« wurden von den Pol« besetzt. In 8 i s s e k stehen zwei Kompagnien tzaller-S-ldatm Praktisch denkende Herren Staflt-Restenmesse mmmmmmmammmmmmmamammmmmmmmmmmammmmm ätUMMM MT 1H uBF L,WeiUwrMa»M 10-12 n.L.idHrB.5

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