Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-06-18 · Heft 859 (18.6.1921) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 859 (18.6.1921)
Date
1921-06-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2979938--07902-2994000
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr 859 Wien. Samstag Winuer Mdvgettzeituttg 18. Jam 1921 Seite 8 an Aktivität in P a l 8 sti n ci. MS diesem Grund, müssen die Zionisten der gangen Welt ihre ganze Äüsmerksamheit- und all ihre Energie auf das-wahre Ziel der Bewegüyg konzentrieren, und zwar auf die Schaffung solcher ökonomischer Bedingungen, die gestatten würdest, im Laufe der kommenden Jahre 100.000 Juden ins Land heretnzubringen. . ' . Das Große Aktionskomitee mutz alle Mittel in Betracht ziehen, die zur landwirtschaftlichen Ansisdlung der bereits in. Palästina weilenden jüdischen Arbeiter führen würden,. es mutz trachten, bessere Möglichkeiten für eine ausgedehnte Kolonisierung zu sichern und einen Weg zu einer Verständigung mit-der arabischen Bevölkerung des Landes zu finden. Die Exekutiven der jüdischen Arbeiterorganisationen fordern alle ihre Mitglieder in der Welt auf, eine starkeVer« iretung der zionistischen Arbeiterorganisationen auf dem zusammentretenden Zionistenkongretz vorzubereitest. Zusammengehen der jüdischen Arbeiterparteien Palästinas auf dem Zionisten» Kongreß. Jerusalem, 14. Juni. (Jüd. Korr.,Dur.) Die außerordentliche Tagung des Zontralkou/ieeS der Hapoel Hazatr und -Zeirei Zion faßte den Beschluß, mit den Poale Zion auf bem, Zionistenkongreh in Karlsbad eng zusammenzugehen. Verurteilung arabischer Polizisten ln Aernsale«. Jerusalem, Id. Juni. (Jüd. Körr.»Bur.) Zwei arabische Polizisten wurden wegen Teilnahme äü den Jaffaer AuS» schreiiungen zu schweren Strafen verurteilt. Einem, der zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde, gelang es, während des Transports mit der Eisenbahn zu entfliehen. Der andere wurde wegen Vergewaltigung eines jüdischen Mädchens während der Exzesse zu drei» zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt.' Die englischen Bergarbeiter gegen die Bedingungen der Grubenbesitzer. London, 17. Juni. (Reuter.) Die lebten Refill» täte des Referendums der Bergarbeiter ergaben 128.170 Stimmen für die Armahme der Bedingungen der Bergwerksbesitzer und 325.262 d agegen. * Die Abstimmung hatte sich auf die folgenden Vorschläge der Reg itx ung bezogen: Die Regierung stellt zur Verhinderung allzu jäher Lohnherabsetzung zehn Millionen Pfund Sterling zur Verfügung, aber nicht mehr und das nur unter der Bedingung, daß sowohl.Unternehmer als Arbeiter sich Nüf eine Methode eittigen, wie die Lohnfrage ttt Zukunft geregelt werden soll, Die Regierung verlangt eine von den folgenden drei Methoden; Entweder ein ' nationales Lvhnamt von Unternehmern und Arbeitern Mit einem neutralen Obmann oder ein Schiedsgericht von.drei Personen oder einen einzelnen Schichsrrchte«. Düs nattontrle Lahnamt würde aber nicht eine» Loynscktz für das ganze Land bestimmen, sonderst für jeden Distrikt eigene Lohnsätze. Dies« letzte Bedingung würde von den Bergarbeitern, am schärfsten bekämpft und ihr gilt die Ablehnung durch die'Absttnttnung. Der Streik dauert nun schon den zweiten Monat an. Die Arbeiter stehen ohne Unterstützung, die Eisen« bahner und Transportarbeiter haben den Widerstand gigen die Beförderung importierter Kühle ausgegeben. Die Ersparnisse der Bergarbeiter sind vollständig aufgezehrt und die Gewerkschaften selbst haben bei den Hnsumvereimn Schulden dost mehreren Millionen Pfund Sterling gemacht. ÄonidW, 17. gfuni. (Reuter.) Amtlich wird gemeldet: Die Abstimmung der Bergleute ist gegen die Wiederaufnahme der Arbeit ausgefallen. Briand über die Orientfrage«. Pari», 17. Juni. kHavaK.) 2V Kammer hat bie Bn- Handlung der Interpellation de- Kommunisten Cackin über. dir Erelgiffe im Orient mit 487 siegen 116 Stimmen vertont. MimsierpräsidkM B r i a n d erklärte jegliche Besprechung dieser Frage im gegenwärtigen Augenblick für verfrüht und gefährlreh, was gewisse Beratuntzen in Angora beweisen. Die Regierung gedeute nicht, das itand leichtsinnig in ein K r i e tz s a b e n 1 e»e r zu verstricken. Nichts werde die Regierung von der von ihr ge» wähltenMoluir übbrtngen künnm. Mit eia wenig Geduld and viel Mgheit werde man in Utzbeinstinimung mit den traditlöNkllett JntrresieN Frankreichs die Befriedigung im nahm Orient erreichen. England gegen Angora- Washington, 17. Juni. (Fmckspruch.) AuS Konstantinopel wird gemeldet, daß dir englische Regierung die türkische« Rationalisten verständigt habe, ein A n g r i s s ansKoNstNntin o p e l würde von der englische« Regierung als tarn« belli betrachtet werde«. Gtz verlaatet auch, daß eine englische Art g a d t dir griechischen Truppe« bei Jsmid ablösm werde, um auf diese Weise einen Bei such der Nationalisten, sich der Hauptstadt z« bemächtigen, zunichte zu machen. Keine Teilnahme Amerikas an den Verhandlungen des Völkerbundes. Wnfytügton. it» Juni. <Tel.-Komp.) ES vetlüUM, daß sich die Vereinigten Staaten an den Bei Handlungen des ÄälkcrdundeS, die heute beginne«, n i ch. t brttzi 1 igen werden. Man hätte e-wartet, daß Amerika bei. den Verhandlungen vertreten sein würde, da die englische Regierung bekanntlich wegen der Verteilung, der Mandate protestiert hatte. Kämpfe imOste«. Moskau, 17. Juni. (Funksprnch.) Nach einer Meldung ans Dchita baden die Truvven der Republik des lernen Ostens einenglänzenden Steg über die Bande« Ungerns davongitragett. Zahlreiches Kriegsmatertal fiel I« die Hände der Sieger.^ . . . Wladimoftok, 16. Juni, (HaväS.) Antibolschewikische Tnippen zerstörten die Viadukte zwischen Blagowestschens? und Chabarowsk. Bolschewikische Kanonenboote b d m b aedierte» Dörfer am Amur, die de« Insurgenten Beistand geleistet hatten. Die Verhandlungen zwischen S e m e n o w und der provisorischen Regierung wurden unterbrochen. Keine Neberführurrg der Wraugel- Truppe«. London, 17. Juni. (Wolfs.) Nach dem „Daily Herald* erklärte der japanische Botschafter einer Abordnung von Mügliedern des Parlaments, daß Japan nicht die Absicht habe, die Wrangel-TrupM nach Sibirien zu Überführen. Eirte russisch-rumänische Konferenz in Warschau. Warschau, 17. Juni. (W. P. G.) Dem Ansuchen der russischen und der rumänischen Regierung Rechnung tragend, hat die polnische Regierung zugestimckt, daß in Warschau eine russisch-rumänische Konferenz stattfittda. t! )■ ’; . : AuttsemMsche Szene« t« der evsstsche« 9lational»cvfamtttlung «an Pa^is. Baris, 16. Juni. (Jüd. Korr.-Bur^ In der letzten Sitzung der jetzt hier tagenden russischen Rationalkonferenz kam es während der Rede Dr. P a s m a n i k S, der gegen die Denikrnschen Pogrome auftrak, zu antisemitischen Szenen, >die einen peinlichen Eindruck machten. Die Vertreter der Rechtsparteien versuchten durch Lärm und antisemitische Zwischenrufe den Redner an seinen Ausführungen zu hindern und forderten den Vorsitzenden auf, ihm das Wort zu entziehen. PasWanik schloß' seine. Rede mit dem AnsrMf:... „Ihr werdet nie imstande sein/Rußlands Glück auf jüdischem Blute aufzubauen." trotzdem Uetz sich Dr. PaSmantk zusammen mit Mosberg in die Exekutive des russischen nationalsn KöNgreW wühleku . Reue Schwierigkeiten der polnische« Regierung. 17. Juni. (Lül. der ^Wiener Morgenzeitung".) Der christlichnationale Klub hat. seinen Vertreter in der Mgierung, Minister Rvtvodworski. abberufttt Und macht in einem EonirnurirgUs an den Ministerpräsidenten Witoö bas weitere Verbleiben Rowodwörskis in der Regierung von der Erfüllung folgender Korderungen abhängig: Ae n d e r u n g in der Außenpolitik, Sanierung der Finanzen, Ärbnung in der ÄppwvifionierMg der Städte, Vorlage eines sozialen ReformprögramMs, Verbesserung der Verwaltung, Versorgung der' Invalidem Kriegs- Witwen und-Waisen. Filipowiez — polnischer Gesandter in Moskau. Warschau, 17. Juni. (W. P. G .) Der gewesen« Unterstaatsselretär im Ministerium, des Aeußvrm Mus Filipowiez, erhielt das Agrement in feinet Eigenschaft als polnischer Gesandter und bevvwnüchilgter Minister in Moskau. Dterschlrste«. Warschau, 17. Juni. (W. P. G.) An der gattM vLerschlesischen Front wurden, wie heute aus Oppeln berichtet wird, bis Fetttbseklgkeiten eingestellt. Eine vollständige Pazifizierung, die sich' nur auf sine gleichmäßige Entwaffnung beider Teile stützen könnte, ist zurzeit noch nicht möglich,. Die I«m««ttät 1« Ungar«. Budapest, 17. Juni. (Ung. Tel-Korr-Äur. Nationalversammlung.) Rach Bcrabskhjrbung kleinerer Finanzvorlagen in dritter Lesung erledigt das Haus mehrere Jmmanilatsangelegenheiten. Gegen den Abgeordneten RikolauZ G r i e g e r strengte Graf Emmerich K a r o l y i wegen einer im vergaugmeN Jahre tnderNötionslversäwNlüN-gehältenen Rede eine Derleumdungsklage an. Die Budapester O b e rstaatöauwaltschüft ersachte dieRtilvnäwttsömmlung um die Suspendierung des JmmanüstiSrechttS des Abgeordneten Grieger. Der Jmmunilatsausschuß beantragte die Ablehnung des i Ersuchens, da Abgeordnete,für ihre in der Natiottalbersämmluügj gehaltenen Reden nurderNattonalversammlu n gveranUvortbchs sind. Das Hans beschließt in diesem Sinne. Äbgeöidneter GabriM U g r o n sordeile den Justiwinisier auf, gegen die Budapestrr! Obclstaa'sanwUtschait wegen dieses Antrages -tin Verfahren em«j zulelten und darüber dem Haute seinerzeit Bericht zu erstatten- Das Haus macht sich den Antrag Ugrons zn eigen. Gleichzeitig Meldet Abgeordneter U g r o n die Verletzung des Jmmunitäts* rechtes des Abgeordneten Grieger an, die durch das an das HanS. gerichtete Ansuchen der Bndapester Dberstaatsanwaltschast begangen worden sei. Horthy-Ungarns Finanzen. Ein Defizit von 6 Milliarden. Budapest, 17. Juni. (Privat.) Klnanzminister H e fe ft8 j wird in den nächsten Tagen das. Budget für das kommende Jahr! tinrelchen, welches ein Destgt von sechs Milliarden aufwerst. \ Zur Deckung dieses Defizits beabsichtigt der Finanzminister, eine! innere Anleihe aufzunebmen, über deren Placiernng rer mit dmj Budapestrr Finanzmstituten Verhandlungen eingeleitet hat. Einberufung desPrager Abgeordnetenhauses. . Prag, 17. Juni. (Tel-Komp.) Das Präsidium bes Abge-, grdnetenhauses beschloß, offenbar unter dem Drucke der sozialisii-j schm Parterm, das Parlament für den 24. d. M. ernzuberusin, und an diesem Tage eine große Ernährungsdebatte abzuführm.^ Wegen der ArbeNerolympmde würde bic nächste Sitzung erst am. So. d. M. oder am 4. Juli statistnden. Lschechisch-russtsche HMdelsbeziehvnge«. Prag, 17, Juni. Die „Tribuna" meldet anläßlich.bet;. Anwesenheit der m'stschenHandelsmisston. daß die Entsendung einer, tschecho-slowalischen Delegation nach Sowjetrußland nunmehr, tine Frage kurzer Zeit sei. Wie das Blatt erfährthtrt bet] tschecho-slowaklsche Konsularvertreter in Reval von Litwinow dm i Entwurf eines Handelsvertrages mitgebracht,• über den jetzt in Hrag verhandelt werden wird. - _ Tagesbericht. Ankunst von ukrainischem Pogrom»; maisen i« Wie«. Auf der Dnrchreife «ach Kanada. Gestern abends sind die ersten 50 Pogromwaisen inMeai ^ngekommen. Sie haben die weite Reise von,Rowno bis Wien,j welche über drei Tage dauerte,, recht gut überstanden. Die Kinder z wurden in zwei Heimen der Sozialen Hilfsg em eiui'ch aft Änitta Müller «ntergebracht^ welche eigens für diese Zwecke eingerichtet wurden. , Diese Kinder sind, die erste Abteilung des Transportes! von L00 Kinder», welcher, wie wir bereits vor einigen Wochen^ betichtet haben, nach Kanada abgeht. Sie waren m Be-j gleitung der kanadischen Delegierten Herrn H e r s h m r »j und Herr» F a r t a t gekommen, welche auch die Kmder nach? Kanada bringe» werden. Die Freude der Kinder, als sie in Autos in ihr Heim führt wurden, als sie dann nach emem erfrischenden Bad und j einem stärkenden Nachtmahl in bte reinen weißen Bcttchen kamen,; war unbeschreiblich. Die Kinder werden einige Wochen in Wim bleiben, tu»; dan» über Antwerpen nach Kanada zu fahren. — Wir werden^ l» dm folgenden Tagen ausführlicher über die' ganze Aktion und/ über das Schicksal dieser Kinder berichten. ' Neuerliche Verteuerung von Telepho« «nd Telegraph. In der gestrigen Pressekonferenz machten die Vertreter des VetkehrsministeyüMs nähere Mittttlüngm übet die bereits aygekündigte Erhöhung der Telephon- und Telegraphengebühren. Die Erhöhung wird Nut dm gesteigerten Regien und weiter damit be-- gründet, daß unsere Gebühren Noch weit hinter dm Auslands-; gebühren zürückgebliebeü.sivd. Es ist beabsichtigt, für den Üeber-; lanb- und de« Ortssprrchverkehr eine Erhöhung it in! zweihundert Prozent vorzunehmen, während die Teiknehtnechebübren bezüglich der Erhöhung abgestuft werden solle«. Was das Ausland betrifft, fitld' wir durch die mit den Auslandsstaatm getroffenen Uebereinkommen gevuüdm und auch dm Schwankungen der Valuta unterworfen. Eine aus« giebige Erhöhung wird speziell bei dem Verkehr mit der Schwei 3 rinlretm. Die Gebühren bezüglich der anderen Staaten richte«! sich «ach dem Stande der dortigen Währungen. Bei I t alte it! kommt der Llrekurs in Betracht, für Ungarn der Gold« frankenkurs. Wa8 Pole« betrifft, wird deshalb ein besonderes Zuschlag einzuheben sein, weil 4!e Tschecho-Slowakei eine Durchs gaNMebühr von 80 Centimes für das Telegramm einhebt. j Für die Erhöhung der Telegrammgebühren ist der 1. IM i« Aussicht grnommt«. .. ... -j Im JnlandSverkrhr soll die Wortgebühr auf ll 4 erhöht, werde« und die Mindestgebühr für jedes Telegramm mit K 40, bemrffe» werden. Im telegraphischen Verkehr mit Deut s dH l a « d, I » g 0 s l a w l e n, derSchweiz, der Ts ch ech 01 Slowakei und Ungarn wird die Gebühr für jede- Wort ll 6 und die Mindestgebühr für jedes Telegramm & 6Ö betrage«. Nach Italien wird jedes Wort K 9 uttb die I AkUu>«MülKk«fl ia Int0MS8e&fittieS£t«oh*t« mit dev F&btoll R.T. (Holxbauk A.-a.), Budapest Wien, l.9 Wipplingerstrasse 23 SoiieptHailllKiliti! iMfc s TUHbl Nf. 13447, fS-UM, (9^86, I3«3*Ö2 Tel.-Adr.; hklttlung, vw»s Knlaoto Oarclilttbrang von Belehnungen aller Arl

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.