Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 858 (17.6.1921)
- Date
- 1921-06-17
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Sk. 858 >■ —.. Me«, Feellag MeuerMo«ge»zett«es MIrmilSSL' Die Weisen der Akademie hörten mit Andacht de« Vor» trage deS Meisters Kmoskozu» doch verweigert« Franz H e rk z e g seine Zustimmung, weil er der Meinung war, die Akademie sei nur dazu berufen, festzusiellm, ob daS Blatt ein bloß wissenschaftliches oder c-uck politisches Organ sei. Keinesfalls aber habe sie darüber eine Entscheidung zu fällen, ob die Verwendung des Blattes'im Interesse des Landes gelegen sei. Da nun die hochgelahrten Herren nicht wußten, was sie der Regierung antworten sollten, taten sie das Klügste: sie legten die ganze Sache ad acta mtb die hebräische Wissenschaft kann weiter schauen, wie sie ln' HUthy-Nngarn ohne ein Organ fortkommt. _ ' * Ein polnisch-jüdischer Klub. ÄuS Warschau wird un? geschrieben: Einem Berichte 'der „Gazeta Warszchvska" zufolge hat sich in Warschau ein polnisch-jüdischer Klub'gebildet/ dem nach Angabe des Blattes von polnischer -Seite. Mtglieder der fortschrittlichen sogenannten - »Akiivistengruppe", und zwar der Erzbischof R o'op und der .'.Bischof Kulak, die Professoren L. Petrazyeki und Baudoin de Cou rte n o y sowie Fr/ Sk a p s k i. Eugen Starezew.ski, Redakteur G i'c i z y n s f t und L. Darowsk i, ferner von der »Bürgerpartei" Ludwig Krzywicki, Mslaw Fürst Lubomirski, Abgeordneter de Nofsek, der ehemalige Minister P a t e k, von der Sozialdemokratie Llügeorbnetec Barlicki, von der konservativen Partei Graf B aworowski und F e d e r o w i c z bcigetreten sein sollen. Die Listender jüdischen Mtglieder des Klubs ist dem Blatte nicht bekannt— Es scheint sich hier um einen der vielen Versuche zu handeln, die Annäherung zwischen Polen und Juden im gesellschaftlichen Sinne hcrbcizuführen. Viele der von der »Gazetä Warszawska" angeführten Teilnehnler von polnischer Seite sind üi^frichnge Judenfrcinde und ehrliche Kampfer für den Fortschritt. Ob ober die von diesen eingeschkayene Methode der gesellschaftlichen „Privatinitiative" eher zum Ziele'führen kann als eine Verständigung von Volk zu Volk, ist fraglich. Es ist auch zu befürchten, daß ihre jüdischen Partner ein paar Polen mosaischer Konfession sein werden und keine-Vertreter des jüdischen Volkes. * Ehrung. Anläßlich des Abschlusses der LeöenSmittelaktion für die Angestellten der W i e n e r Z e i t u n c> e n versammelten sich lehren Sonntag im Festsaale der niekii'rösierreichischen Buchdrucker unter dem Vorsitz? des Obmam'siellvertreters Weigler alle Vertrauensmänner der Wiener Zeitunosbeiriebe, um den ehrenamtlichen Leiter der Äkl;on Herrn Hugo Selkes den Dank der Arbeitevchast' zum Ausdruck zu bringen. Die Zeitungen waren durch ihre Direktoren vertreten. Ob- «an« 8 e st a k gab einen Ueberblrck über das Entsieben und Wirken der Aktion durch die vieieindalb Jahre lang die Angestellten der Zeitungsbetnebe mit Lebensmitteln verfolgt werden konnten. Bei 16 000 Personen erhielten außer. den staatlichen Rationen wertvolle Zubu>?en zu billigen Preisen. Den Bedüritigsien, den Kranken, den Jubilrrerr nn er den Arbeitern aber^ wurden außerordentliche Zuwendungen gewährt. Obmann kestak gedachte dadei in ehrender Weise der nimmermüden Tätigkeit des Herrn Hugo.Sclkcs, der vom Anfang bis zum Ende als ehrenamtlicher Leiter die Seele der Aktion war. Die Verewigung der östcrrrichsschen Tageszeitungen-hat Herrn Hugo Selkes in Anerkennung der außerordentlichen- Verdienste um die Lebensmittelaktion ein Oelgemälde der bekauntrn Malerin Ella Remöhl-Werner gewidmet. * Farbenverbot. Der Rektor der Wiener Universität Prof. Dr. Alfons Dovsch bat am schwarzen Brett on die. Studierenden nachstehende Kundmachung erlaffen: »Kundmachüng an die Studierenden. Ich whie mich best-mmt. den Angehörigen der natronal-frecheitlrchen Korporationen »Suevra". «Budovisia". „FidelitaS*. ^Constantia", ,.C. Marchia" und „S. Rhaetia" das Farbentragen auf akademischem Boden vorläufig für die Dauer von acht Tagen zu unter sagen. Ich tctze bte Studierenden hievon in Kenntnis. Der Rektor Dr. Dopsch." Die gemaßrrgelteu Verbindungen find assimilatorisch. * Wetterbericht. Heute morgens war es fall m ganz Oesterreich hert-er, doch Hane das schöne Wetter noch keinen Bestand. Tagsüber trat wieder stärkere Bewölkung aus. Salzburg hatte auch zeitweise Regen. Es blieb allgemcm noch kühl- Voraussage: Langsame Besserung, zunächst wolkig mit Sonnenschein, etwas wärmer, nordöstliche Winde. - * Zugsverkehr. Ab Samstag den 18. Juni werden die Personenzüge 2A iab Wien-Westbalmbof 12 Uhr 65 Mmu'en) 24 (an Wien-Westbahnhof 0 Uhr 8>> Minuten) Strecke beziehungsweise umgekehrt wieder InlilstU' ’ " „litartsr I., Salvatorgasse Nr. 10 (nächst« Zugang Hotel Metropol) Spezial-rumänische Küche Speisen am kost, wi« auch (am Spieas, Karn atzen,. Parscholen sowie sämtl. einschlägigen rumänischen Speisen W. Spritzer, Restaurateur W5 118 und Wirn-Westbahnhof—Pöchlarn, täglich regelmäßig geführt. * Privatiftenprüfungen aus israelitischer Religion für Schüler an Alittelschulen im H. Semester des Schul« jah'es 1930/21 finden Dienstag den 2l. Juni 1921 von 4 bis y Uhr nachm ttags. I., Sertensteltengaffe 2. U. Stock (Nabbinatstanzlei), durch Herrn Schulrat Professor Dr. Heinrich Pollak. Die PrüfungStaxe beträgt L 60 per Semester und ist im vorhinein an der Kaffe der israelitischen Kuliusgemeinde, Wien. I, Seitenstektengasje 4, I. Stock, zwischen 9 und 12 Uhr vormittags M entrichten. * Erhöhung der Bahntarife in Pole». Das pol- «ische Eisendahnmrnisterinm kündigt eine Erhöhung der Personen« tarrfe ab 1. Juli um 5q% an. * Freie Lehrstellen am Jüdischen Realgymnasium. Am Jüdischen Realgpnmasium gelangen mit Beginn. deS Schuljahres 1921/22 voraussichtlich zur Besetzung: i. Eine Lehrstelle für Religion und Hebräisch; 2. eine Lehrstelle'für Latein, Deutsch Hauptfach oder klassische Philologie Hauptfach. Ferner sind zehn Wochenstunden Englisch zu vergehen, eventuell eine Lehrstelle kür Deutsch und Engl sch zu besetzen. Gesuche bis 30. Juni a» die Direktion, l., Drahtgaffe 4. * Ausländische Aerzte i» Bade«. AuS Baden wird uns berichtet: Tie Teilnehmer des internationalen Fortbildungskurses m Wien treffen Sonntag dm 19. d. M. einer Einladung der hiesigen Aerzteschaft zusvlge hier em. Unter Führung deS Festausschusses werden die Gäste die Heilauellen und Heilanstalten besichtigen, worauf im Kurhaus'aal die offizielle Begrüßung unter Teilnahme der Gemeindevertretung stattsindet. Hieran.schließt fick ein wrffenschastlichrr Vortrag und abends eine musikalische Veranstaltung. * Kommunistische Kundgebung auf der Ring. Pratze. Pie kommumstiiche Partei hatte kür gestern in das, Ratbaus eine Versammlung zum »Kamps gegen dre Klassenjustiz" unberufen. In der Belsammtuug wurde auch die Drohung, auSyttprochen, bei Wiederholung von Klaffcnjustizurteilen daS «Lchstemal eine Kundgebung gc^en das L a n d e S g e r i ch t zu unternehmen. Nach Versammlung zogen die Teilnehmer beim Parlmnent Hsrbn w Bol^rdeigMgßf, sn diMeyrUgLM Spalier bildeten und wo sich dinn der Zug auflöste, ohne daß es zu ernem Zw'schenfall g-'kommen wäre. * Dis Verhaftung des Bmrkters Rudolf Müller. Gestern haben wir über die in eine'- Frerrrdeupevston in her Jm^'.reir Stadt er-olgie Brrhastnng' des Bankgeschättkinhabers Rudolf Mülbtzr und -seiner Frau verichtst. Rudolf Müller ist Betrügereien in.der Höhe viele-: Millionen beschuldig^ Gegen Müller hat eine Arczahl von Wiener und ^BndapestM Banken und ÄoirimiffioüSsirmrn Strafanzeigen erstattet. Er hat ein Bairr'gckschc'i't in Bndäpesi- und eines in Wien in der Helfersnrrierstraße Rr. 8 betrieben. Die -Firma wird beschuldigt, für^ Geldüvariveisungen den Gegenwert, in Wien und Budapest cin''a!> ert, di'- Ueberwcisnng im Auswag ihrer Kommittenten aber nicht durchaeiührt zu haben. Das Bndapefter Geschäft hatte Nndo-lf Müller geleitet, während die Wiener Filiale durch sünen Schwager Dr. Hans Markotvitsich geführt wurde,-befsrn VrrsolMng eingeleitet wurde. Die Verbindlichkeiten dev Firma werden mit etwa dreißig. Milli«neu Kro n e n beziffert, denen Aktiven im. Werte von 5 bis 6 Millionen Kronen gegenüberstehen. In der Kasse der. bi.'sieen Filiale wurden nahezu reine Rarbeständs vorgesunden. Zwei Automobile, dir Dr. .Mark-owi'sch in Budapest besessen hat, sind dort bereits vervsändet. Er sowohl wie auch sein Schwager haben ein srhx kururiöres Leben gesührt. Bei. seiner Einvernahme im Sicherhei'sbnreau behanv-ete der Bärlk-> geschäftsinhaber^ daß Len Schulden der Firma auch entsvrrckende Forderungen^ gegenüberstehen sollen, über 'welche Angabe.seht Erhebungen.gepflogen werden. -' ' * Salon Hirschmann. Die' 42iährige ehrmasigr M-isieus, Hermine Joiefa H r r s di in a n n. I., Kleeblattgaffe 1?. wohnhafte wurde gestern wegen Kuppelei dem Bezirksgericht Josefstadt enrgelrefert. Sie ist schon zweimal wegen Kupvelci. zuletzt mit drei Monaten A>restZ, bestraft.. Sie , batte, m ihm in dm Kreisen der Lebewelt als ^Salon Hi'kchmann" bekannten Wohnuna mehrere Mädchen Herren zugefi'chrt und ein Entgelt von K 1000 verlangt und erhalten. Bei der am 13. d. M. von .Organen des voli'eff'chrn SiitrnowüL m ibrer Wohnung vv' g nommenen Revision wurde ein Mädchen ängebalten, das nach 8 5 Vag.-Gesi polizeilich mit sechs Tagen Arrests bestraft wurde. - * Arrtum am Banbschalter. Gestern wurde emern etwa 24jährigen,. mit'el^roßen. mageren. baAlosen Manne mit schwarzem, aufoestelltem Haar, ichwanen Augen und oaiinschem Tyvus am Schalter der Filiale Wiednergürtel des Wiener Bankvereines beim Umweck'eln ausländischer Valuten en Betrag von 66.954 zuviel aüsbezahlt. * Gestohlenes Zurvel. Dem Robert H ohenberg. XVM., Bastiengaffe H; wurde /gestern ern Danienrmg mit zwei . moßen und einigen llk-ireren-Brillanten m Platiufaffung in - Paragrapbenform,-k 200.0(,0 wert, gestohlen. - * Wieder falsche ungarische Banknotenstempel. Gestern nachmittags aelang es abermals, zwei Persoue-r. d'e sich mit der ungarischen Falschsiempelung österreichischer Danknoten befaßt zu haben scheinen, festzunchmen. Es sind dies der 28jährige Taalöhner Adolf T a b e r und der 20jährige Gymnasialichuler Jakob Blatt. Dre Verhasiung erfolgte in der Wohnung des Taber, ,N., Malzgaffe 1l. Man fand bei ihnen etwa K 67.000 in österreichischen Bausknoten, unter denen sich eine größere Menge Hundertkronennoten befand, von denen der Stempel „Deutschösterreich" schon entfernt worden war. * Der Turfschmindel. Die Budapester Polizei bat gestern die Jockeis Ludwig S z a b o, Johann Csrszar und H u t s l e S verhaftet, weil sie beim soriutägigen Rennen in Kaposztasmegyer sich Umegelmäßigkeiten .zwchuldrn kommen ließen, indem sie ihre Pferde znrückhielten. Die polizeilichen Erhebungen ergaben, daß alle drei Jockeis durch den Rennsiallbe'itzer Äotowla bestochen worden sind, um die von ihm am meisten g: weiteten Pfridr gewinnnen zu lassen. Die Jockeis haben auch diesbeffiglich ein Geständnis abgelegt. Koromka und seiy Trainer Boksah, der an dem Schwindel gleichfalls beteiligt wäd, wurden gestern vou der Polizei nicht mehr anfgefunden. « Die Geschäfte des Revidenten Hlavinka. Die Geschäftvleitung der Oesierreichif-b-ungarischen Bank teilt mit, daß der einstige Revident der Oesterreichisch-ungarischen Bank F r a n z H l a v i n k a am 1. d. M. >» die Dienste deS Bankamies des tsckecho-slvwakffchen' Finanzministeriums getreten ist und von diesem mit Aufsichtsagenden bei der seinerzeit in der Druckerei der Bank durchgefühlten Anfertigung tschechv-slowakischer Roten betraut wo» den war, daher seither keine wie »mmer geartete dienstliche Verwendung seitens der Oesterreichlsch-ungarischen Bank gefunden hat. * BanKnotenschmuggel Die 3rjähriae AgneS M i c k a und der 26jäh'ige Hilfsarbeiter Johann Jankowitsch, beide lll., Würtzlerstraße 21 wohnhaft, wurden aesiern von der Grenüontrollstelle Hodmau wegen versuchter Einschmuggelung von L 150.000 m ungestempelten Banknoten angehalten nnd der Polizeiinspektion Rordbahnbos überstellt. Nach den Erhebungen dürfte sich das Paar gewerbsmäßig mit dem Banknotenschmugge! befaßen. Es wurde dem Kriegswuchrramt überstellt. * Ein Verläßlicher Buchhalter. Bei einer Gesellschaft m. b. H. war der 45jäbrige Alexander M o r a w i tz als Buck- Kalter angestellt. Ec schien semen Posten voll auszusüllen. D>e Bucker stimmten und es gab leinen Anstand. Erst vor wenigen Tagen kam man bei der Gesellschaft daraus, daß etwas nicht stimme, in den Büchern oder bei der Kaffe- Beträge von Kunden, die schon gezahlt warm, erschienen nicht verbucht und schließlich stellte sich heraus, daß der Schuldtragende der „brave" Buchhalter Morawitz war. Er hatte seine Kenntnis der Bücher dam benützt, um zu Kunden, die noch Konti offen, hatten, zu gehen und die s ch u l d i g e n B e 1 r ä g e e r n z u k a s s i e r e n. ohne sie zu verbuchen. Auf diese Weise hat insgesamt K 132.000 widerrechtlich einkassiert und für fick behalten. Nachträglich Pellte sich auch heraus, daß der ^brave" Buchhalter schon dreimal gesessen ist. Seine letzte Strafe, die er 1914 erhalten hat, betrug zwei Jahre schwere» Kerkers. Morawitz, wird dem Landesgericht eingellesert. * Rumänische Restauration. Der von seinem frühere» Wirkungskreis Cafö Marenbrücke) bestdekannte Restaurateur W. Speitzer hat im l. Bezirk, Salvatorgasse 10, eine ko'chere rumänische Restauration ei öffnet,, m welcher er nebst Wiener Kücke auch rumänische Svezialgerichke verabreicht. Mit Erösfunno bieicö Restaurants dürste.ciuem Wunsche der uiden hier lebendeil j Wiener FeMschKeMi MvMy.UeMA. s, Uchen GeldentwLrtuvL . .— Einbruch. In der Nacht ' uurde bei dÄ> Textilwarenfirma Mckv L Herold, 1. ^aizgrieS 18. eüq Einbruch ausgefübrt. Die Täter entwendeten eüva 40 StLrr Damastgradl, 30 Stück Chiffon und 16 Stück Serge n» Gekamtr werte von L 750.000. ' * Urania. Heute, ftr tti" 6 Uhr (Großer Saal) Uranis- Filme: Das Wunder br. 3c: erscknhs. — Vr8 Uhr (Kleiner Saal) meä. st pffil. Dr. Schulhof: Nervosität, l. — Vs8Ub« (Kurs'aal) Umv-Lektor Marius Faber: Drama und Jnszene, V. — */#8 Uhr (Großer Saal des Arbeiterheims, X.) Wiener Volksmusik. DerenrS«achrichte«. % / Die Zionistische Bezirkssektion IX veranstaltet am 18. Jüui d. I.. 8 Ubr abends, im Anna-Saale (oberer Glllh, lX. Bergaassei zu- Ebren ihres Obmannes Dr. I. S ch a l i t (anläßlich seiner 50. Geburtstages) eine gesellige Zusammenkunft. Dce'Sesti»«?- mitglreder sowie die übrigen Sektionen werden hiem böslichst eingeladen. -- Verband zionistischer Jugendarnv p en. Das Seminar Herrn Adolf Böhms entfällt beute, ausnahmsweise. Nächster Kurs Freitag .de« 34. d. M. inn 6 Uhr. _ Korrrmmmles. Das Gemerrsdebrrdget des nächstem Halbjahres. OVs Mikliarden Ansgabsrr. —- 1757 Mtüisne» “ zu be- GelVbeSvrs. — 305 Millionen Destzit Wer reg«!Ären GehnrnnK. > ' Heute wird der Finanzausschntz die Beratung de» Voranschlages für das Zweite Halbjahr 1921 beginnen. Sie Gemeinde folgt dabei dem Beispiel des Staates unb Wt zur Budgetierung nach dem Kalenderjahr zurück. Dieser Vorgang erweist sich aus vielen Gründen zweckdiMich. Angesichts der gegenwärtigen völligen UnsiDrheit, die GsfstÄtung der Dinge über sine» nennen»- werten Zeitraum hinaus 311 beurteilen, ist es sicherlich . von Vorteil-' daß diesmal nur ein Voranschlag für sechs Monate aufgeftellt wird. Man kann 'dann hoffen, daß die jetzt ermittelten Zifferit nicht so sehr von der Wirklichkeit Lügen gestraft werden, wie dies bei den Jahresbudgets aller öffentlichen Körperschaften seit 1918 verzeichnen war. 19 Milliarden Ausgaben für tut Jahr. Wir sind in der Lage, die Hauptdaten des Voranschlages heute mitznteilen. DieAusgaben derGemeinde für den eigentlichen Verwaltungsdien.st und lediglich unter Beriicksichtigung des gesamten Jnvestitionsprogramms werden sich t tff nächsten Halbjahre auf 4660 Millionen Kronen belaufen. Das bedeutet, auf das Jahr gerechnet, rund nenn Milliarden- Nimmt man hiezu die Ausgaben der städtischen Unternehmungen («Straßenbahn, Gas- und Elektrizitätswerk, Lagerhaus, Leichenbestattung, Brauhaus), die bis Ende Dezember 1931 weitere'fünf Milliarden Kronen ausmachen, so ergibt sich eine I a h r e s a u s g a b e n s u m m e v 0 n 19 M i l - liardenKronen. Das letzte Friedensbudgek von 1913 zeigt die Ziffer von 260 Millionen Kronen. Es hat sich also demgegenüber der Aufwand fiir den Verwaltungsdienst um das Siebenunddreißrgfache erhöht. Außerordentliche Ansgaben: 1456 Millionen. Den Ausgaben von 4651 Millionen Kronen fteijürt Einahmen von 2893 Millionen Kronen gegenüber, so daß ein rechnungsmäßiger Abgang von^ 1787^ lionen Kronen resultiert. Diese Summe ist indes mit dem tatsächlichen Gebarimgsabgang nicht gleichbedeutend. Zunächst sind hievon 636 Millionen Kronen, die von Herr Unternehmungen für Jnvestitionszwecke beansprucht' werden und rund 64 Millionen, die seitens der Gemeinde für Neuanschaffungen aufgewendet werden, in Abzug Su bringen. Da alle in den seither verstrichenen stehen Jahren aufgenommenen Anlehen bis auf geringfügige Reste aufgezehrt sind, wird die Gemeinde nun wohk daranschreiten, ein neues Jnvestitionsanlehen unterzubringen, das ganz bestimmten produktiven Verwendungen gewidmet ist, so daß die Type des reinen Defizitanlehens, wie sie der Krieg gebracht hat, zumindestens teilweise verschwindet. Weitere 460 Millionen, die im Voranschlag erscheinen,, müssen gleichfalls von der regulären Gebarung losgelöst werden. 2Ö0 Millionen Kronen hievon sind dazu bestimmt, zur Einlösung der am 1. August 1919! berausgegebenen Schatzscheine 3u dienen. Dem gleichen Zwecke dienen weitere 250 Millionen Kronen. 4 Im Voranschlag finden sich weitere Posten, deren Auszahlung nur zufälligerweise mit dem Gesamtaufwand eines ganzen Jahres in die nächsten sechs Monate fällt und die sinngemäß nur mit der Halste der bezüglichen Summe dem Gebarungsabgang zuzurechnen sind. An der Spitze dieser Auslagen steht der Zuschuß, den Wien den gemeinsamen Arbeitsgebieten von Niederösterreich 31* leisten verpflichtet ist. Es sind dies in erster Linie die großen Humanitatsanstalten für die Jrrenpflege (Stein- Hof, Mauer-Oehlmg, Gugging und AbbS) und die mit einem' riesigen Defizit behafteten Landesbahnen. Defizit der laufenden Gebarung: 306 Millionen. %-* Für das zweite Halbjahr 1921 verbleiben als eigötttlicher Gebarungsabgang rund 305 Millionen oder auf 'das Jahr umgerechnet 610 MMionen. Der Voranschlag 1820—21 schloß nach Abzug der Umlagen und der als Deckung vorgesehenen neuen Steuern mit einem Defizit! von 863 Millionen Kronen. Etz ist also im Verhältnis lo.vicu Budget trotz der seither erkolaten außerordent- 2727^6