Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 857 (16.6.1921)
- Date
- 1921-06-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wen. Donnerstag fester Horthy-Briganten Lrstochen, um sich selbst der Fälschungen M bezichtigen, und Herr Gratz erstattete die Strafanzeige gegen Schüller. Die Budapester Gauner hofften, daß das Winw^ Gericht Schüller verurteilen werde, und dadurch wäre die Fäl'chiMg der berüchtigt«-Reich-Atten'bestätigt worden.- Herr Gratz und st.nr Kollegen haben sich aber geirrt. Telegramme. Schießereien im Parlament von Angora. Konstantinopel, 15. Juni. (Tel.-Komv.) Während'der .'^trn Kämmersitzung der Kemalisten in Angora kam es -anläßlich einer Diskussion über die Politik Kemal .Paschas gegenüber England' -m heftigen Demonstrationen. Die. Deputierten ließen sich zu Tätlichkeiten hinreißen und schließlich sielen auch mehrere Revolverschüffe. Anläßlich dieser Vorkommnisse drohte' Mustapha Kema! .Pascha, seine Demission zu geben, wenn nicht seitens der Kammer die Gewähr geboten werde, daß sich ähnliche, mit der Würde eines Parlaments unvereinbare Szenen nicht wiederholen. Bela Kun leitet eine Verschwörung in den nordischen Ländern. Pari-, 1b. Juni. (Havas) Nach einem aus Kopenhagen hier eingetroffenen Telegramm wurde in Stockholm eine Bollchewikenverschworuug entdeckt, die den Zweck verfolgte, in den Gebieten Nordschwedens, Finnlands und Norwegens eineAbtrennungs bewegung hervorzurufen, um sie an Sowjetrußland anzuichließen.» Die schwedische Presse behaliptet, daß bte Bewegung von Bela Kn« geleitet sei. Tagung der BotschLfterkonferenz. Paris, 15. Juni. (Havas.) D?e Botschasterlonferenz, die unter dem Vorsitz von Jules Carnbon znsammengetreteu ist, Hai sich mit Emzelfragm der Anwendung des Friedensvertragrs befaßt. Die Lorthy-Versarnurlung. Budapest, 15. Juni. (Ung. Tel.-Korr.-Bur. Nation aldersammlung.) Zu Beginn, der hsuügen Sitzung rief der Bizepräiidenr. B o t t l i.k den Libgeordnetcu Bela Andahazy« Kosnya. wegen Zeines gestrigen Zwiscysurrrses. n)ch nachrräglich zur . Ordnung. -- Hierauf ging das Haus zur -Beratung des Gesetzentwurfs. betreffend die Unterbringung der Universitäten P r eß b ur g - und. K l a u sen bürg, über. - Nachdem mehrere Redner die Wichtigkeit der Beratung dieses Gesetzentwurfs hervorgehoben hatten, erklärte Kultusminister Josef V a ss« daß diese Unioerii täten auch, in ihren-neuen .Heimstätten, die Preß-, burger in Aünfkirchen und die Klausenbürger in Szeged in, ein B-vtlwer k -d e r ung a,r isch-cn K-ul tu r bilden werden. D'er^ Mnifterfjofjt, daß die Universitäten-, von den Söhnen des Holkes beleK werden, dessen Kern ein unerschöpfliches Re'ervmr körperlicher und geistiger Kräfte sei. Es dürfe niemand gechntdet werden, der• un ter de r Flag ge des Liberalismus. die Nniversitätsjugend in -Richtungen hinein dränge-,' die'-in diametralem Gegensatz -'zu den Interessen der -ungarischen. Nation stehen. Äbgeardneter Bela A n d a h a v - K a-s n y a wünscht,eine Richrigw'ttürrg seiner gestrigen mißverstandenen Worte , vor-;ubringen. 'Er erklärt, daß in der gestrigen Sitzung seine Redefreiheit verletzt worden sei. ' (Lebhafter Widerspruch. Ruse-: Er' verletzt die-Ehre der Nationalversammlung!) ^Präsident Ra ko vfz kn mach: den Redner darauf'aufmerksam, baß -eine Redefreiheit wohl gesichert , sei, daß aber niemandem das Recht zustehe, -die Nationalversammlung anv.r greifen. Abgeordneter A n d a h a z y meldet hierauf die Verletzung seines. Jmmunitätsrechtes an, die. dadurch begangen worderi sei, daß man ihn gestern nach Schluß der Sitzung aus dem Saale gedrängt habe. Er erklärt- - ferner,' daß sein Zwischenruf, daß Abgeordneter D'a n e r -ich noch -zur rechten Zeit flüchten werde, dadurch provoziert wurde, oaß dieser Abgeordnete die Tat von Messerhelden zu verherrlichen fch ien. (5?ebl-aster Widerspruch im ganzen Hause.) Abgeordneter Stephan H aller ruft: In diesem .hause hat noch niemand ein Verbrechen verherrlicht, sonst härten wir ihn hinausgetvorsen.; . Präsident Rakovszky erklärt, daß - die Anmeldung der Verletzung des Jmmunitätsrechtes zur vorläufigen Verhandlung an den . Jmmunitätsausschuß . geleitet werde. Abgeordneter Dauer protestiert gegen die Behauptung des . Ab geordneten Andahazy, daß .er gestern ein Verbrechen verherrlicht hätte. Hiemit war der Zwischenfall erledigt. (Dieser Zwischenfall wax dadurch entstanden, daß Abgeordneter Dauer, ein Pfarrer aus Westungarn, sich über die Ernennung eines jüdischen Professors aufgeregt und für die Taten der „Erwachenden" gesprochen hatte.— Die Red.) , Sodann .begann die Verhandlung des vom Finanzminister eingebrachten Gesetzentwurfs über die - R e g e l u n g der Staatsschulden, dessen Annahme vom Berichterstatter : empfohlen wird. Magyarische EhrenaffLren. Budapest» iS. Juni. Wie die Blätter melden, Hai Abgrdrdueter Edmund Beniczky vüm Mimstnpräfidentm Grafen Bethlen wegen dessen gestriger Rede durch die Generale Schnitzer und Dormandp ritterliche Genugtvnng gefordert. Abgeordneter Andahazh hat die Abgeordneten Erekr rmd Meyer gefordert. ' . Anschluß -rr frauzöfischen Post- und Teelgraphenangestellten a« Moskau. ' Paris, 16. Juni. Die Post- und Telegraph«nangestellten habe« bei dem gestrigen Kongreß nach! eintzehender. Debatte. über die Orientierung ihres Verbandes den Antrag d e Extremisten, der sich sürden Anschluß an die Dritte Internationale.ansspricht, mit 63 gegen 57 Stimmen angenommen. Wiener Morgerrzerrrms Mitteilungen aus dem Publikum. LirLsslsr u»ä dosier Läuter Wiens Brillanten, Perlen Juwelen, Edelsteinhändler Rabinowitsch, Juwelier I. Maximilianstrasse 5 II. Stephaniestrasse 3, nnrNr.3 (jetzige M ah'er strasse) (jetzige Hollandstrasse) Tel. 8541 und 45146 im eigenen Hause Uale«re«U»Oporvriax, 2ux. 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Wenn Polen jetzt die Möglichkeit eines Bündvisabschlussis versäume, so bleibe es isoliert und bedroht und eS sei geradezu unglaublich und kindi'ck, wenn Polen für die Frage seines Verhältnisses' zur Tschecko-Slowalei das Prinzip als Grundlage hinstelle: Zuerst 'Revision der Teschener Frage, dann . erst rin Bündnis. Steezkowskl bleibt. Warschau, 15 Juni. Die Demission des FinanzmivisterS Steczko wfki rst nicht angenommen worden. StLnnes' geHeiwnisvMe TStigKert in der Tschecho-Slowakei. Prag» 15. Juni. <Tel.-Komp.) Wie die „Tribuna' erfahrt,'. hat die Regierung in der letzten Zeit der Tätigfeit des Großindustriellen Stinnes m der Tschecho-Slowakei erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Die Regierung' befürchtet, daß Stinnes auch in der Tschecho-Slowakei Boden fasten will, was in Regierungskreisen nicht angenehm wäre. Stinnes scheint der feinen Aktionen in der Tschecho-Slowakei mit größter Vorsicht vorgegangen zu sein; so scheinen die'Behörden von Karpathornßland von seinem letzten Anscnthalt daselbst nichts gewußt zu haben. Stinnes hat sich bekanntlich für mehrere Betriebe in Karpathorußland lebhaft interessiert. Generalstreik in der englische« Metallindustrie? London, 15. Juni. (Reuter.) Die Verhandlungen, die seit langer Zeit zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitern der Metallindustrie betreffs Reduzierung der Löhne schweben, wurden abgebrochen. Die mitgetcilten Reduktionen werden vom nächsten Donnerstag an in Kraft treten. Man erwartet. daß die Arbeiter die Arbeit im g a n z e n L a n d e e i n st'e 1 l e n. Falls der Streik ausbricht.. werden mehr als l'/s Millionen Arbeiter dieser Industrie hievon betroffen. Die tschecho-slüwakisch ungarischen Verhandlungen. Budapest, 15. Juni. (Ung. Tel.-Korr.-Bnr.) Die Verhandlungen über das mit der Ischecho-slowakischrn Regierupg abzuschließende Wirtschaftsabkommcn wurden beute im Ministerin« des Arußern fortgesetzt. Rach einem längeren Ideenaustausch wurde beschlossen, besondere Unterausschüsse zu bilde», die die einzelnen Fragen der Regelung des Warenverkehrs zu Prüfe« und konkrete Vorschläge zn erstatten haben werden. Der Faszistenterrar in Italien. Venedig, 14. Juni. Infolge eines Zusammenstoßes mit Faszistm, wobei durch einen Bombenwurf zwei Personen getötet und mehrere verwundet wurden, sind die Eisenbahner heute in den Proteststreik getreten. Die Streikenden führen Verhandlungen Hecks Ausdehnung der Stteiks auf Bologna. Die jüdische Auswandernng an» Sowjetrntzland. - Reval, T2. Juni. (Jüd. Korr.-Bur.) Zufolge einer .hier von Mr. Bälkin, dem Vertreter des ukrainischen Verbandes in K n na d a, der. sich jetzt in der Ukraine : aufhält, erhaltenen Nachricht gestatte die Aowjetregierung auf Einschreiten der Poale Zion .13.000 16. Juni 192? Nr. 8S?1 ... ' ■—>'»" irMwiMW'M— Winnr >>»»»»» Flüchtlingen, die Grenze bei Raszkow zn üLtt« schreiten. Es erübrigt noch, die Bewilligung der rumLn^ schen Negierung zum Passieren des rumänischen Ge« bietes zn erwirken. Balkin wandte sich Egraphisch a^ den amerikanisch-jüdischen Kongreß mE die „Hias" mit dem Ersuchen, hie diesbezügliche Ex« laubnis bet der rumänischen Regierung zu erwirkest^ Registriernng der jüdischen Arbeiters dank in Palästina. Del-Awiw, 12. Juni. (Jüd. Korr-Bux.) Dst Statuten der jüdischen Arbeiterbank in Palästina wurden genehmigt und ins Register eingetragen. DA Direktion hat bereits, die Kanrpagne für die Gewinnung von Subskribenten eingeleitet. Der Zahlungsprei^ wurde mit 5. Dollar per Share festgesetzt.- Die Abstempelung der österreichisches Staatss chuldtitres. - M Pari«, IS. Juni. (Hn«nS.) Di« RrvaraüenSlemwiHin» allen aus dem Zerfall' der österreichisch-ungarischen Mouarich» h ervorgegangenen Staatm eine ErganzuugSfrist von drei Mona^« gewahrt, nm ihnen zu ermöglichen, die Abstempelung b» Titres der alten österreichischen Staatsschuld, entsprechnck dem Vertrage von Samt-Germam, zu beenden. Kleine Nachrichten. London, 14. Juni. (Reuter?) Wie aus Nrw-Nork attft&tjj Einstellung drS Generalstreiks der SeetranSpor« wird, soll die ..— MMUtl A«kt MA%k w äW H Sebenieo» 15. Juni. Samstag abends habe» die Jtalinn Sebenico geräumt, worauf jugoslawisches Militär in die StaÄ einzog. , London, 14. Juni. (Reuter.) Zwischen Georgien, Aserbeö -tr-nh Arniknien ist tm Bundesvertrea *»**♦•••««*«•♦ Tagesbericht. Die Schekelabrechnung. Wir fordern alle Ovtsgru-ppen, Bezirks« sektionen, Vereine und Einzelpersonenil die S ch e k e l b l o ck s zum Verkauf übernommen habenz aufs allerdringli'chste auf, an einem der unten angegebenen. Termine im Zionistischen Landesbrmideea 2. Bez., Zirkusgasse 33, zu verrechnen, und zwar Ein« zelpersonen Donnerstag den 16. d. M. Po« 9 3 - Uhr, Verbände, Vereine und Verbindungen Freitag den 17. d. 'M. von 9 bis 3 Uhr, Bezirkssektionen,. Ortsgruppen und sonstige zionistisch^ Institutionen' Sonntag den 19. d. M.'von 9 bis 1 Uhr.' Die zioat^' sti'schen' Bezirkssektiönett werden ' noch auf die ÄN M gerichteten Schreiben aufmerksam gemacht ' > \' Zioniftische Ortsgruppen, die zurScheM« Verrechnung keinen Vertreter nach Wien entsende« können, wollen sofort die ausgefüllten «ttb leere« Schekelblocks mit einem genauen detaillierten Bericht an das Zionistische Landeskomitee, 2. Bez., Zirkusggsse 33, einsenden. Der Geldbetrag ist mittels Post« - erlagschein zu überweisen. Zionistisches Landes komitee für Oesterreichs Die Abstammnng Nabindranath Lagores. ‘ Der berühmte indische Dichter- und Philosoph Rakbkü dranath Tagore, welcher auf seiner Europa-Reise auch 8Bi«i besucht,.wurde, im Jahre 1861 zu Kalkutta geboren. Er entq stammt einem der angesehensten indischen Adelsgeschlechter, daS der Kaste der Vrahmanen angehört, sich bis rnS zehM Jahrhundert 'der. üblichen Zeitrechnung zurückverfolgen lätzt und dem. Lande eine große Zahl berühmter Männer schenkt^ ES ist erlesenster Adel, Adel deS Geistes, welcher das Geschlecht der Takhur auSzeichnet. Diesem Geschlecht entstammt Presonno Koomar Tagore, «ner der bedeutendste« Rechtsgelehrten Indiens, der Begründer der Bristsch-indischeN Gesellschaft. Rasch Sir Sourindra Mohun Tagore zähÜ M den bedeutendsten^ -Musikern Indiens; er begründet« die Bengalis^: Musikschule und die Bengalische Hochschule füll Musik,' befaßte sich auch eingehend mit Musikgeschichte, über, die er eine Reihe von Werken schrieb, vornehmlich über dst Musik und die Musikinstrumente der Hindu. Ein anderey aus dem. Geschlechts der Tagore, Abindranath Tagore» way ein berühmter Maler und tat viel für die Erneuerung dep indischen Kunst. Der Großvater deS Dichters war Gut»«, bescher und Begründer der. Gutsbeschergesellschaft, daneben Philosoph und sozialer Reformer. Er trat übrigens für ein«! möglichst enge Verbindung der Inder mit. den Engländer« ein. Dessen Bruder, Maharadscha Ramath Tagore, war eiq stamhafter. Schriftsteller und VolkSführer. Einer der bedeutendsten Männer aus dem Geschlechks der. Tagore-war der Vater des-Dichters, Mahärsi (groß«; Weiser, ein ihm bym Volke beigelegter Name) Debendranath Tagore, einer der bedeutendsten Denker, dabei ein Man« von wahrer, tiefer Frömmigkeit. Seinen drei Söhnen, unter! denen Rabindrcmath Tagore der älteste ist, ließ er eine geu diegene Erziehung in indischem und europäischem. Msse« angedeihen. Die zwei Bruder , des Dichters sind begabte Maler» besonders auf dem Gebiete der persisch-indrsche« decken ihren Bedarf an Anzwistoffen nur in der Stadt-Restenmesse LUMMMWIS77N uLAdlan, 4