Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 857 (16.6.1921)
- Date
- 1921-06-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr.857 Wien, 'Donnerstag Alhmer Morge«zetttt«L 16. Juni 1921 Sekte Mimawrkunst. die sie zu neuer Blüte gebracht haben. Die drei Brüder bewohnen gemeinsam ein seit 150 Jahren im Besitze der Familie befindliches Haus, jeder in einem Stockwerk. Sie haben aber einen gemeinsamen-Arbeitssaal.. Die 1 Brüder haben sich nie um die strengen indischen Kastengesetze gekümmert. Sie haben, wie überhaupt die Familie Tvgore, seit langem enge Beziehungen zu den Engländern. Es ist interessant, zu erfahren, daß Rabindranath Tagore,' dessen künstlerische Begabung , ebenso vielseitig ist wie seine Bildung, künstlerisch , zuerst als Musiker mit einer O p t r in die Oeffentlichkeit trat. Seine-Dichtungen wurden in Europa zuerst durch, den irischen Dichter W. B. Aeats bekannt, der eine Auswahl von Gedichten Rabindranath Lagores in englischer Uebersetzung unter, dem. Titel. „Gitanjali^ ^-herousgab. -Die Verleihung des . Nobel-PrerseS hat Tagore auch - in - Deutschland berühmt gemacht und Lettische Uebertragungen seiner Werke hervorgerufen.. Treudeutscher Ideslismms. Der Verein deutscher Eisen- und Stahliydüstrieller hielt tm vorigen Monat in Berlin seine. Hauptversammlung ab. Die Versammlung wandte sich einstimmig gegen die Unterzeichnung des Ultirnatums und nahm eine Resolution an, in der es hieß: „Die deutschen Eisen- und Stahlindustriellen, insbesondere die rheinsch-westsälischen Industriellen, wollen lieber alle mit der Ruhrbesetzung drohenden Lasten und Opfer aufbringen, als unerfüllbare Bedingungen anzunehmen, die früher oder später doch die Besetzung des Ruhrgebietes zur Folge-haben würden." Der Vorsitzende entwarf zwar ein sehr trauriges Bild von den Folgen der feindlichen Besetzung lebenswichtiger Punkte des Reiches für die Volkswirtschaft, erblickt aber in der Volkstreue der von der französischen Invasion bedrohten Gebiete - eine sichere Gewähr für das Scheitern aller Ententehoffnungen auf eine Abfallbewegung unter der deutschen Bevölkerung. Mit berechtigter Genug-' tuung führte er aus: „Treudeutsch ist trotz aller französischen Lockungen das Saargebiet geblieben. Davon habe ich mich überzeugt, als ich vor einiger Zeit mit unserem Geschäftsführer auf. Einladung unserer Freunde an der Saar eine Reise dorthin machte. Lreudeutsch ist auch Oberschlesien, und auch das besetzte Gebiet am- Rhein und an der Ruhr wixd treu- ^eursch bleiben, komme, waS kommen mag." Dazu bemerkt das „Berliner Tageblatt"; „Diese Sätze unterschreiben wir Wort für Wort. An der nationalen Gesinnung der deutschen Bevölkerung, wie sie namentlich. Mittelstand und Arbeiterschaft bekunden» scheitern alle französischen..Annektions- und Durchdringungspläne. Haben aber gerade dis. schwerindustriellen Kreise, vor . denen diese< schwungvollen . Reden gehalten wurden, eine solche .Ge» simrmrg betätigt? ÄiL meisten Großfirmen dep Sa a r - E i s e n i n-d u-st-r i e . h ab e n --' di e Mehrh<i t ihres Aktienkapitals an französische Gesell» schäftend er äußert. Erst kürzlich wurde - als eine besondere Ausnahme hervorgehoben, daß die Familie Röchling im Gegensatz zu fast allen anderen Firmen 65 Prozent des Aktienkapitals ihrer Eisen- und Stahlwerke behalten hat und nur 35 Prozent in französischen Besitz übergegangen sind. Bei der Umwandlung der Werke der Gebrüder Stumm in eine Aktiengesellschaft wurde die französische Gruppe.-mit 60 Prozent am Gesamtkapital, beteiligt, so daß also die Verfügung über dies größte Eisenwerk des Saargebietes jetzt ganz in französischen Händen liegt. Wir zweifeln keinen Augenblick daran, daß die Herren Industriellen bei diesen Transaktionen ausgezeichnete Geschäfte gemacht haben. Aber cö scheint uns einigermaßen zweifelhaft, ob dieser Geschäftssinn nun gerade als treu deutsch zu bezeichnen ist." . Die hier so kräftig bloßgestellten Herren sind köstlicherweise gerade die lautesten Verfechter des „germanischen Idealismus" gegenüber dem' „verächtlichen Materialismus der Juden", vor dem sie das deutsche Volk gar nicht genug eindringlich , warnen zu können glauben , 6 \ Rumanisctie Restauration „Bukarest“ I., Salvatorgasse Nr. 10 (n&ehster Zugang Hotel Metropol) Spezial-rumänische KQohe Speisen am Kost, wie auch am Spiesfc, Karnatten, Parscholen, wie auch sämtl. einschlägige rumänische Speisen HS . W. Spritzer, Restaurateur waren, müssen bei sonstiger Ungültigkeit längstens am 1. August 1S21 mit dem Lichtbilds ausgesbattet sein. Erschießung eines österreichischen Wehrmannes a» der ungarischen Grenze. Aus W i e n e r - N e u st a d t wird «nS berichtet: Wie ^a§ hiesige sozialdemolratische Organ meldet, wmde kürzlich der Wehrmanu Fischer des österreichischen Jnfartteneregimens Pr. 1 an der Mganschen Grenze nächst Sauerbrunn von ungarischen Gendarmen medergeschofsen, weil er beim Ueberschreiten. der Grenze auf den Auruf der Gendarmen nicht stehen blieb. Auf Einschreiten der österreichiichen Behörden sei erst nach lan ger Zeit von den ungarischen Behörden bekanntgegeben worden, daß .Fischer in Sauerbrun« beerdigt worden sei. ’ > Das neue tzausterbuch. Durch eine - hüllte erscheinende Verordnung -dss Vundesininisters für Handel und Gewerbe, Industrie mb Bauten wird angeordnet, daß das HausiL.rb.uch mit einem das, Ausselsen des Hausierers getreu wüLergebenden Lichtbilde und mit einer amtlichen Beschetniüunjz darüber versehen sein muß, daß derjenige, auf dessen -Namen das Buch ausgestellt ist, tatsächlich hie durch das Lichtbild dargestellbe Person ist. Hausierbücher, die zur Zeit des Eintrittes dir Wirksamkeit dieser Verordnung schon gültig cmsgest'Ht Kel« DSckerstreir in Wien. Die Lohnbewegung der Backeleiarbeiter i« Wien wie auch im übrigen Bundesgebiet, deren Forderungen mit de« 13. d. M. befristet waren, erscheint diesmal ohne eine weitere Erhöhung der Brotpreise beigelrgt. Die Bundesregierung sab sich genötigt, mit Rücksicht ans die ablehnende Haltung der Landesregierungen hinsichtlich der Erhöhung dtS Brotpreises, die Kosten der Lohn^ fthöhung den..Unternehmern zu refundieren. Die Resundierung W'muso lange dauern, bir das Staffelgesetz erledigt stinwird. Die Landesregierungen lehnten bekanntlich die Brotprrisisthöhung mit Rücksicht auf die schlechte Qualität des Brotes äb und es wird bei der Resundierung mit Ausnahme von Wien überall ein Teil der Lohnerhöhung aus das Weißgebäck», respektive ans die weißen Wecken umgelegt, so daß eine volle Resundierung der Lohnerhöhungen an die Arbeiter und Angestellte» nur auf Wien und die Wiener Umgebung beschränkt blerbt» wo kein Weißgebäck und auch keine weiße» Wecken (das sogenannte Exkontingent-Brot) erzeugt werden. -- Die Lohnerhöhung bewegt sich zwischen 28°/» und 30% der derzeitigen Löhne und ist rückwirkend ab 13. d. M. den Arbeitern auszuzahlen. — In einer gestern abends im Derbandsheim staltgefundener Versammlung der Betriebsräte und Beitrauensmänner aller Bäckereien Wiens erstattete Gehilfen' obmann Zipper den Bericht Über den Abschluß der Lohnbewegung und wurden seine Aussühiungen zustimmend zur Kennt, nis genommen. Demnach ist in Wien einem Bäckerstreik vorgebeugt. In den einzelnen Ländern können' jedoch noch' Arbeitseinstellungen «folgen, falls das Finanzministerium sich nicht entchließt. den Unternehmern die durch di e Lohnerhöhungen sich ergebende Quote der Resundierung zu garantieren. * Zionistische VezirLSfektto» Alsergrund. Die Zionistische Bezrrkssestion Alsergrund veranstaltet anläßlich des 50. Geburtstages ihres Präsidenten Herrn Dr. Isidor Sckalit Sams ag den 18. d. M., %8 Uhr abends, in GlllyS Restaurant. IX.. Berggasse 5, Anuensaal, eine 3 u s a m m e «k u u f L ihr«. Mitglieder. * Der Leicheumangel in de» Seziersäle» und die AuslLnderfrage a» der NniverfitäL Wie vor kurzem amtlich milgeteilt wurde» macht' sich er» derartiger Mangel an Leichen für die Seziersäle fühlbar, daß die .S v e r r « u g der A «f na h m e von Medizinern inden ersten Jahrgang m Aussicht genommen wurde. Dies dürste nun nicht der Fall fern, man wird virlmchr schlimmstenfalls zu dem Auskunftsmittel greifen, das schon im vergangene» Wiuierfemester in Anwendung gebracht wmde. Auf der Amts« lafel im anatomischen Institut ist schon feit Beginn des vorigen Wintersemesters folgende Kundmachung affichiert: «Er w rd hiemit bekanntgegeben, daß im Wintersemester wegen des geringen Zahl der vorhandenen ganzen Leichen, Teile von solchen Leichen nur. an in D e u t s ch ö st e r r e i ch h e i m a iberechtigte Studierende zugewiesen werden lönnen. Es haben sich daher alle, Deutschösterreicher, die an der ganzen Leiche arbeiten wollen, bei der Anmeldung <ür die Präparier- Übungen mit dem Heimatschein anszuweisrn. Ausländern können nur Präparate von sezierten Leichen, soweit solche vorhanden sind, zugeteilt werden." Mit Beginn des Sommersemesters wurden die Sezierübungen gänzlich eingestellt und sie werden ,m nächsten Wintersemester mit der obigen Beschränkung wieder ausgenommen w«den. * Begräbnisse am heutige» Tage. Alter Fried» Hof: 10 Uhr Prag« Friedrich. 10 Uhr 45 Min. Romann Fannp. — Neuer Friedhof: 9 Uhr 80 Min. Hand Jakob. 10 Uhr Schenker Emanuel. 10 Uhr 30 Min. Charmatz Meier. 11 Uhr 3ü Min. Rausch Adolf. * Verhaftete» Bankier. Gestern wurde hier der Bankier Rudolf Müller verhaftet. Wie verlaust!, soll gegen ihn eine Beschuldigung wegen eines Betruges b - ei* Höhe von 9 Mllionen Kronen tzorliegen. Der Berhasiete stellt jedes Verschulden in Abrede. « Ei« Valutenspekulant. In der Wohruma des ehemaligen Oberrevidente« .der Oeftcrreichi>ch-ungar»schen Bank Fianz H l aw i n k a bat die Polizei bei einer Hausdurchsuchung 6 Millionen Krönen in den verschiedensten Valuten bnchlagnahrnt. Hlawrnka war seinerzeit Kurier der Oesterreichisch-irngarrschen Bant und reiste oft nach Prag. Diese Dienstreisen nützte er zu SpekulationSzwecken aus. Auf Grund seiner Aussage, daß er das Geld in BalmaspekulattonSgrschäste« erworben hat, wurden die c Valuten zur Sicherstellung für hinterzogene Steuern konfisziert. * AeLerstedlmrg des Wohnungsamtes. DaZ Wohnungsamt wird m de« nächsten Tagen in die Bartensteinkasse 7 (be,m Raihaus) übersiedeln. Durch die Uebersiedlung wird auch btc Z«svlitteiung deS Wohnungsamtes behoben, indem nicht nur die Direktion des Amtes, die bisher auf dem Parkring war, sondern auch der Zmiralwohnungsnackweis und die Wohnungszuweisung aus der Schmidgasie Nr. 18 in die neuen Räume verlegt werten. Auch der amtsfiibrende Stadtrat für Sozialpolitik und Wohnungswesen Grünwald wird dann in der Bartenstelngasse amtiercn. * * /Die Angelegenheit de» AuslandsguthaLe». Wir werden erfuchr^ r'chiigzustellen, daß der in der Angelegenheit der Erfcklnchung von Äüslandsgutbaden gcnannte Revident Wilhelm Kaiser nicht Beamter der 8 ander dank, sondern der A n g l o b a n k ist. * Der gefährliche Film. Nach ZeitungSmeldungen hat der französische Botschafter in Berlin von der deutsch n Regierung die Beschlagnahme der Films „'Die schwarze Schmack" und «Die Erlebnisse eines Fiemdenlegrvnärs" verlangt, da beide Films ger gn« seien, die Beziehungen zwischen Frankreich und Dmischland zu gefährden. Ihr erster Weg * Leilmeife Einstellung be» eaganiertt» SM. abgabe. Die durch die oberfchlesische Krise Hnvorgernfem Äoblenkrise hat zur Folge, daß bisher um ungefähr 8000 Waggo*ll Koble für Wien weniger als vereinbart eingetroffen sind. Dip Rückwlrkunam der Äohlenknappheit machen sich bereits bei AW gäbe des Küchenbrandes fühlbar. Die Anweisungen für so«««nch Exkoutmgentkohle (Braunkvble^ sind bis auf. weiteres emgeWK Die Verbraucher, die zum Teil nicht einmal mehr Kohle «ä Marken erhalten, sind ganz auf Holz angewiesen. Für »iefeS Holz werden aber vielfach schon Preise von K 3 bis 4 ßtforbetE An maßgebenden Stellen wird erklärt, daß für die Beschafft«» weiterer Brennstoffe Vorsorge getroffen wnden soll. ' Herabsetzung dev Lustbarkeitssteuer. Der ffttMf auslchuß hat gestern nach einem. Anträge des Referenten Stadttä B r e i t»e r beschlossen, den Stadtsenat als Landesregierung « ermächtigen, für^Operetteutheater. Rauchtheater und Kmos, de Besuch von der jeweiligen Jahreszeit abhängt, für-eine» Zettl« der vier Monate nicht überschreiten darf, die LustbarkettSgbgabZ M ermäßigen,, und zwar den Satz von 30% um höchstens " Dr'tlel.' feen Satz von 40°/« um höchstens ein Viertel. Diese 1. Mäßigung kann an - die Bedingung geknüpft werde», daß «o Ablauf der Zeit, für welche dre Ermäßigung gilt, daS Lut« nrßmen hinsichtlich der Art der Borfübrungen «eitergeführt wir. ^. wie es bisher geführt wurde, widrigenfalls die Ermäßigung rück^ wirkend außer Kraft tritt. Die bezügliche Gesetzvorlage wird de«« nächst den Landtag Wien beschäftigen. H Eisenbahnunfall in Wiener-Neustadt. 8afi .Wiener - N eust a>d t wird - uns gemeldet: Als heute früa um 6 Uhc 55 Min. der Personmzug Nr.. 302 der Schneeber« bahn, aus Wollersdorf kommend, in den hiesigen Bahnhof ei« silbr. versagte die Brernse der Lokomotive, so daß" der Zug «Iß Vdlldamps m 1)le Station brauste. Einige Passagiere, denen dm rasche Fahrt autfiel, sprangen ab. Da auch das Anziehen :bi*i am letzten Waggon angebrachten Bremse daS Tempo deS Zugest mchr uerlangian en konnte, fuhr der Zug mit voller Wucht in oe» PrcÜbock hmein. Durch den hefiigen Anprall wurde« Passagiere durchnnandergerüttet und zehn derselben i herabsauende Gepäckstücke und durch das Ausfallen a»f Wände und Bänke der Waggons anscheinend leicht» etz» l e tz r. Die Verletzten begaben sich, teilweise blutend, bthusif ärztlicher Untersuchung in die Stadt. * Wetterbericht. In b*n Alpen herrschte sorgt, kübles, regnrrssches Wetter. Auch gestern morgens war es ttBM stellenweise regnerisch und fe&v kübl. Höher gelegene Orte htzste» Morgentemperaten unter 10°. Zell am See sogar nur 4V Je Tirol und Saliburg siel gestern wieder über 20 mm Regelt Dre Druckverteiiunp hat sich kaum geändert, der^ Tiefdruck u» Südosten etwas verflacht. Voraussage: Noch keine wefenÜlchü Besserung. ' Dev Betrug a« der Devisenzeutrale. Wie ß« richtet, bat die Devisenzeutrale der Polizei die Anzeige erstatt^ daß die Bankbeamten Franz Stadler, Karl Schnei dt t$. Karl Rhbar durch Fälschung von Bewilligungen derDedn«w zentrale zur Errichtung von Auslandsguthaben Millio»«« oetrügereien verübt haben. Es wurden außer den Genannte« rwch der Prokurist der Zmtral-Wechselstuben-A. G. Em>l K o r w r Gj der Bankbeamte Johann Kotzaurek »nd der BeL«tte d« Devisemmtrale Johann Steiner als Mitschuldige verhafte« Eine Neide von Peisonen, gegen dieder Verdacht vorliegt, da» sie an dem Betrug beteiligt seim/ wurde in Untersuchung geroge«^ so der Kaufmann Tibvr S z v g y e n, der Revident der Mwe« bank Wilhelm Kaiser und der Kaufmann Chai« S Q w p i r a. Kotzaurek und Schneider haben an dem Betrug tzvch . Millionen Kronen verdient. Während bei Schneider das. Geld zustande gebracht wurde, hat Kotzaurek seinen Verdienst ra aut eine kalbe Million in leichtsinniger Weise in Wie» *m Salzburg durchgebracht. Insgesamt wurden bei den, an dem Dm trug beteiligten Personen emm, sechs M i l l i o n r » K r o n e n in barem Geld zustande gebracht. 1 M * Razzia int Cafö Dogeahof. Die Polrierkorrespondesg meldet: Da§ Kriegswucheramt hat gestern im Cafe Dogmhos auf der Praterstraße eine Durchsuchung vorgknommen. Im Aso wurden 240 Personen angelroffen und verlustriert. Hundert Prvx sonen mußten de« Weg ins Kriegswucheramt autretrn, wo ndg Beamte dieses Amtes, der Finanz- und Steuerbehörde näher «nt ihnen befaßten. Bei diesen Angehaltenen wurde etwa eine balstz M'llion in osteneichiscken Kronen gesunden und stchergestrll^ ebenso etwas mehr als K lOO.COo in fremden Valuten. In detz Garderobe des Cllfes wurden Stoffe und andere Terrilware» gv» funden, die von ainzelneu Gästen dort hinteilegt worden find. Inder Kasse des Casss waren mehrere goldene Uhren und Schmuckgegenstänöe mit Brillanten und andere Juwelen verwahr^ die auch Eigentum herschiedemr Gäste zu sein scheinen. Auch sitz wurden beschlagnahmt und der Steuerbehörde übergeben. BezWscht der Eigentümer all dieser Gegenstände ist die Amtshandl»«» im 3"fr 1 * Berhaftrste Diebe. Ein, lange gesuchtes Paar isi^artß originelle Art dieser Tage der Polizeibehörde in die Händq geraten. Die PolizeikorrespondenZ meldet hiezu AM 5, d. M. wurde dem Juwelenhändler Jakob Valuta, o.Deq zirk, Hießgasse 9 wohnhaft, auf einer Fahrt in einem über« füllten Dampfstraßenbahnzug von Mauer nach Men ' eines Brieftasche mit 2^2.000 Kronen gezogen. Als Herr Valutoj den Diebstahl merkte, fiel ihm, frellich zu spät, ein, daß iw feiner Nähe ein Mann und eine etwas beleibte Daure gestanden seien, die ihn freundlich gegrüßt hatten, ohne daß etz sich zu entsinnen vermochte, sie zuvor gesehen zu haben. Sie hielt er für verdächtig/den Diebstahl verübt zu haben. ®ß zeigte den Diebstahl polizeilich an. Ein seltsamer Zufalls wollte es, daß Herr Valuta am 10. d. M. in einem Kino^., theater in der Rotenturmstraße das Paar sah; überzeugt« die Diebe von damals vor sich zu haben, ließ er den- Manztz und dis Dame, die sehr elegant gekleidet waren, verhaften^ Die ' Verhafteten wurden dem Sicherheitsbureau überstellt^. Wo Polizeikommissäe Dr. Lewisch die Untersuchungführt«' Und in den Verhafteten den 8Sjahrigen früheren Tänzer ung jetzigen angeblichen Agenten Robert Pollak und in seiner! Begleiterin die 27jährige Artistin und Fußspitzentänzerin Emma Sandulik begrüßte Sie leugneten hartnäckig dies Begehung des TaschendiebstahleZ, für dessen Ausführung, aber auch jeder Schuldbeweis fehlte.. Dagegen kam hervor, dirß bettle wegen anderweitiger Straftaten seit längemj steckbrieflich verfolgt sino. Robert Pollak wird wegen Drei» stahlsteilnehmu^g, Emma Sandulik wegen mehrfacher Laden-', diebstähle gesucht. Sie sind auch wegen verschiedener Delikte mit bis zu zehn Monaten Kerkers abgestraft. In ihrer Wohnung, Am Gestade Nr. 7 fand man drei leere- und zwei,volle Koffer,, In den beiden Koffern fand man eine Reihe Seiden- und' andere Kseider, die wahrscheinlich von Laoendiekstählen herrühren. Das kostbarste Stück ist eine Pelzstola aus Mautt,. wurfsfell mit Hermelin gefüttert, offenbar auch gestohlen^ obwohl die Sandulik bezüglich dieses Stückes wie bezüglich der Kleider» hauptsächlich der Seidenkleider, behauptet, sie gtz-., kauft zü haben. Geschädigte Geschäftsleute können die Kleider, die man für gestohlen hält, beim PolizeikommikkÄ; Dr.- Lewisch im Sicherheitsbureau. 9. Bezirk» Roßauet^' lande Br. 7, besichtigen. jf um bei Bedarf von Herren, und Damenstoffen infolge kleiner Ka|)H FriOll Regien solid und billig einzukaufsD. sei immer n u r »»T L^h. •vinr-it“-j»