Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-06-12 · Heft 853 (12.6.1921) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 853 (12.6.1921)
Date
1921-06-12
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2979932--07848-2993940
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Skr. 853 Wien, Sonntag WieuerMorgeuzeitttns V. Ium 1921 Seite 8 fthlöchterdings nichts ansaftge« läßt. Mit der Beglückung. dar Melt. muß Rußland ber^ sich selbst den Anfang «achom Die Juterventtonen der Wränget mrd Denikin, die von Frautrsich bezahlt wurden,., haben freilich, her: Sowjets nur genütztweil sie die Bositzinstinktö der dauern geschickt ausnütze» konnten. Es macht ganz den Eindruck, als-ob auch die jetzige Außenpolitik. Lenins^! Pud Tschitscherins auf die-Reizung, zu einer neuerlichen"^ ^nterverction ausländischer Kontingente hinausläuft, um! wieder den russischen-rPatr.ioWmus. für sich ausspiejeu ] Ikönnen. Eine solche Tendenz kann aber den schließ- .! lichen Zusammenbruch nicht auf die Dauer verhindern.! JreCJttodJ/ £ .tfa» * 1 Inland. ■V.v Politische Rundschau. Arabische Lügenpropaganda. Der Präsident eines .muselmanischen Komitees" vusLNc^: «2» Harsa ein« in sravzösischrr Sprache avgefaßten „Appell an. die zivilisierte Well*, in welche« darüber Klage geführt wnd, daß der Appell des muselmanischen K o rn i t e e s von Ha i f a, d« es in seiner .Generalversammlung" vom 12. Mai 1921 „an. alle, politischen und religiösen. Kan^eim von Europa" ergehe» l.sß, keinerlei Gehör, .gefunden habe, weshalb sich das Komitrx vwanlaßt sche. »rNSrdiugs'auf die Gefahren aufmerksam m machen, welche die Realisierung der Ansage Balsours herausbeschwören könnte. Dem Flugblatt, das jenes Grnppchen. a r a b is chchristlicherLevantine.r verschickt, das sich »arabischer Kongreß" nennt und bezrichneuderweise die Muselmanen vorschiebt, kommt natürlich nicht die mindeste Bedeutung zu, aber eS ist chsraktttist'lsch für die skrupellosen Methoden, welcher sich diese paar Leute bedienen, um ^Verwirrung zu stiften. So l/eißt es, die Ftut der jüdischen Einwanderung, welche die Zivilisation und de» Friede» bedrohe, dauere immerfort an, die Proteste der Araber werden nicht angehört, sondern mit bewaffneter Hand erstickt. Bei dem blutigen Konflikte vom 1. Mai in Jaffa wären dir Juden bis an die Zähne bewaffnet gewesen, während die Regierung den Eingebornen alle Waffen genommen habe. Die Zahl der Töten gehe in die Hunderte, -rbens? die der Herwündrten. (Natürlich bezweckt-diese schamlose Lüge, welche die Vahiheit völlig aas den Kopf stellt, den Anschein za erwecken, als hätte« die Juden wehrlose Araber überfallen und Hunderte niederst Fracht.) Revolutionäre, Feinde der Menschlichkeit und der Arbeit, Parasiten soÜeu England zur Wiederbelebung Palästinas dienen. Hie zivilisierte Welt dürste es nie znlaffev, daß Palästina, »die Wiege der Äerkündigunge» und das Vaterland des Propheten", das Grab von Recht und Gerechtigkeit werde und daß diese Orte, ’ »heilig f& Christen und MüselkuanrnVder Schauplatz von Revolutionen und Blutvergießen werde. , Wenn man dieses Flugblatt der Haifarr Spekulanten liest, das keinerlei Argumente vorzubringen weiß und sich nur ruf «in vg«. Lügen und Entstellungen stützen will, so .erkennt man deutlich, wie lichtscheu diese untiziomstische sogenannte arabische Bewegung ist, deren Kraft leider ausgereicht hak, um rn richtiger Spekulation auf die jüdische Schwäche und die Zurückgebliebenheit der von ihr verführtes Bevölkerung Umnhc nnd Blutvergießen nach Palästina zu tyrgen. * Zwei «abische Scheicks in Jaffa »nt« Potizeiaufficht. Jerusale«, 8. Juni. (Privat.) Der Organisator' der Modische» KongreffeS in Haifa Scheich Suleiman Efendi U l s e r»k h und sein Bruder Schul« Efendi Alfernky wurden im Zusammrnhaug mit de« A » grifsa «f Rechobo t h vor den Gonvernenr von Jaffa gebracht nnd einige Zeit in Gewahrsam gehalten. Gegen eine Kaution von 2000 ägyptischen Pfund wurde» sie freigelaffe«. Die Kaution sollkonsiSziert werden, wen« <Z zu Nnruhr» kommen sollte. Beide Schxicherhirlle» de» Befehl, in Jaffa zu bleibe«. Die Bodenreform in der Tschechoslowakei. Ms AcheruahML enteignst« Großgrundbesitzes fcr der Dschecho-LlowaLi, mit berpn Durchführung demnächst begonnen taaSböt soll, wird nach den stlgende» Grund sätzeu erfolgen; J®5 werde« erfaßt: :1 : i! ,1. Verlassene Objekte (Slowakei und Karpathorutzlanb), hie nachlässig verwaltet oder ständig verpachtet wurde», ohne Rücksicht auf die Ausdehnung des Lrnfiszierten fNrnndhesitzes ihrer Eigentümer. - . s / A. Diejenigen Objekte in Böhmen, Mähre« Md Schlesien, die. Grundbesitzern gehören, die auf dem Boden Mt Republik mehr als 8000 Hektar Grund besitzen. In. der Mowabei und in Aarpathvrußland werden diejenigen Objekte übernommen, deren Besitzer im Gebiet des Staates' mehr al§ .A000 Morgen besitzen.! : S. Objekte, die während des Krieges oder-nachher, zur Verbergung de« Sriegsgewinne angekauft würben. ' '! ' 4. Objekte, die von ihrem Besitzer nicht persönlich gereitot werbe«. \ Z. Im Falle des drvrgenbert Bedarfs oder rvo es das ^rtLressvdss Staates erfordert, werben auch' andere Gruppen ddZ konfiszierten Besitzes übernonnnen, ohrre Rücksicht auf di« Ausdehnung. ' " ' ’ Bei der Uebemahme sowiebei dev irachsolgenden Leitung litßt sich daS Bodencunt von folgenden Grmrdsätzmr leiten: i- ‘ - a) Ken mustergültigen und wichtigen llnternehmmrgeu des Großgrundbesitzes, nmß der notwendige! Schutz -und pflege zuteil werde«. •1 1 - »l& 6) Kunstdentrnäier und ^^'(arurschönlMen müssen erhaltenbleiben. : t ■■■■'<,' ,-w-; - c) Die 'JnLeress-n der Landwirtschaft.?-und - ber -dqpo»- abhängigerr JndufirlLunicrilLhmtMgen müssen gewahrt Üleiber,. ■ b) Durch Austausch Des i^fiZZiertchr ^Bödens für nichtkonfiszierten muß in den Gebieten, wo an kPrfistzierten Boden Mangel herrscht, ein Ausgleich geschaffen tverd^n>,. ber den Intentionen ber. Bodenresoxm entspricht. Für eine polnisch-tschechische Entente. »K » r j e r W a r s z a w f k i" veröffentlicht emen bemerkenswerten Artikel über dir Notwendigkeit einer polnischtschecho-slowakischm Entente. Das Blatt schreibt: I» dem System der Allianzen, welche für Polen die Grundlagen seiner äußeren Sicherheit bilden, muß die tschechisch-polnische Entente einen Platz von hauptsächlicher Bedeutung einnehmen, wenn man die ungünstige Haltung Englands gegen Polen berücksichtigt. Es ist das Verdienst d;s Fürsten Sapieha (des bisherigen polnischen Außenministers. Red.), die. Realisierung dieser Entente begonnen zn habe», sein Nachfolger ist der Erbe dieses Werkes. Nur die Freunde Deutschlands können an dem Antagonismus der beiden Schwesttraationen Freude haben, die wohl Grenrkonfllkte untereinander haben können, deren Jntereffen aber übereinstMmen. Es sei nötig, dieser friedlichen Politik durch die Ernennung eines bevollmächtigten polnischen Vertreters in Prag Ausdruck zu verleihen. Das Blatt bedauert die Haltung dex tschechischen Presse in der oherschlkstschen Ftage und^ weist aus die Notwendigkeit hm, die Bezichnngen. zwischen den beiden Lande«! zu verbeffern. / Der Hinweis des »Knrjer Warszawski^ ist mnso intereffanter^ a!S dieses Blatt in gewiffen Beziehungen zur polnischen Regiernng sieht. Es ist begreiflich, daß man in Pole» Allmählich die schlechten Beziehungen unter den Verden slawischen Nachbarstaaten unangenehm zu empfinden beginnt und den Wunsch hegt, Polen irgendwie in1 das System der Allianzen einbezoge» zn sehen, das gerade jetzt durch die Konventionen Rumäniens mit der Tscheche- Slowakei «vd Jugoslawien sein« vorläufigen Abschluß' gesnnden hat.' . Die Aorthy-Versammlung. ' Budapest, 11. Juni. (Ung. Tel.--Korr.-Dur.) FmarrZminister HegedüS erklärtc: Bisher wurberr Bank Note» in der Höhe von 11.700 Millionen Kronen eingetauscht. Das selbständige ungarische Roteninftitut wird wahrscheinlich am 4. Juli seine Tätigkeit beginnen können, die unter der Kontrolle der Nationalversammlung »ad der ganzen Oeffentlichkeit steht. Die ungarische Krone hat noch nicht den ihrem inneren Wert entsprechenden Kurs erreicht. Abgeordneter Schandl richtete an den Minister des Aeußer« die Frage, ich er Kenntnis davon habe, daß die jLgoslawische» Behörden in den Gemeinde» unterhalb Gzegedi-r», die im Trianoner FriedenSbertrag Ungar» -«geteilt feie», sich für eine «ttrgültige Okkupation einrichte«. In diesen Gebieten fungiere eine serbische Administration. Der Interpellant wünscht Beruhigung darüber, daß diese Ungarn zugehörigen Gemeinden gleichzekkig mit der Baranha und der Stadt Baja evakuiert, von den BerfoLgungen' seitens der jugoslawischen Organe befreit und im Sinne deS Trianoner Vertrages-unter ungarische Administration gestellt werden. Abgeordneter Somogyi weist ans dte Drangsalierunge» hin, denen ungarische-Staatsbürger in den Nachfolgestaaten auSgesetzt find. Dies sei neuestenS auch auf feite« Oesterreichs bemerkbar. Redner führte an, dem uitgarischen Staatsbürger und gewesenen Obergespan Julius von Szemszo sei eine Steuer von fünfzehn Millionen vorgeschrieben worden, obwohl sein gesamtes Vermögen höchster^ acht bis neun Millionen betrag«. Redner richtete an den Ministerpräsidenten die Frage, ob die Regierung geneigt sei, die ungarischen Staatsbürger gegenq über den in derDNachfolgestaaten erfolgten ungerechten und gesetzwidrigen Verfügungen, erforderlichenfalls i« Wege von Retorsionen in Schutz z» nehmen. Die Jnterpellaüon wird an den.Ministerpräsidenten geleitet. ,(Nach den Einsätzen, mit welchen der Edetmarm in Wien hasardiert hat, erscheint dieser Steuersatz als zu niedrig bemeffenk) ' Noch immer Regierungskrise^ Der christlichsvziale Reichsparteitag hat nicht, wi» man erwartete, die Lösung der KabineLtskrise beschleunigt. Da der Parteitag dem gegen die' pvlitik des Kanzlers gerichteten Treiben der Stirines^ li Lstute und der Länderseparatisten nicht Einhalt zu bietetiB vermochte, wurde der einzige,Weg, dsr zu einer^ raschest^ Abwicklung der Krise führen fonnte, die WiedereinsetznüM des Kabinetts Mayr, verlegt und D'r. Mayr känn^' nachdestr ihn auch der Parteitag im Stiche gelassen häW als. abgetan gelten. Morgen soll durch Dr. Rrntelen in iIra'z ndM ein allerletzter Versuch ünterrwrumen werden, die deutschen und Üauernbündlerisc^n "Plebiszi^rwangtzA^ zum Einleulen zu bewegen. Dr. M ä y r hat dissmal^er^ zichtet, auf die Grazer Verhandlungen durch' Zeituugs- 'und die Durgenländlev dM steMschen Landtagsparjeiert! gewichtige. Beden^n gegen den Plebiszitbeschsuß Msrg«^ ELragerM' Werdingswollen die Grazer^ MnsnLwegLtzMf nicht: locker lassen mck. schon d r oh en d ie o b er ö ster---.. re vch i s ch e n W! L d e u t s ch e n auch im Lande ob dep; Enns mit der Inszenierung einer..ne'«e..U^ Mlebiszita g i tativn. Es ist ztvar nicht airsgeschlvssen^ aber immerhin oscht. wahrscheinlich, daß die steirische Volksabstimmung 'Zugunsten eines etwa am ersten Dezember-SonntÄg im - ganzeu Bundesgebiet zu veranstaltenden Plebiszits ' zurirckgesteltt wird. < Solange diese Möglichkeit formell noch' vffrn iE können die Entwirrungsverhandinngen nicht vom Mech^. kommen. Gegen die vielfältigen Kombinationen^ dre^E der .Presse aufgetaucht sind,,' wendete^ sich gestern- Organ der Wiener ChristlichsbzMerr. DchsHlatt' nreÄL/' mit einem re i nen BearnLenkab inett sei nich, zu rechnen. Einem solchen würden die inneren' Zü^' sammenhange mit den Machtfaktoren in ben Länderu fehlen,.in ihm also die partikularistischen NeigringeM einzelner Länder kaum eine starke .Hemmung erbliLn)- „Einer Regierungskrise, die. aus einer 'BerfassüngM ' krise, aus einem Gdgcknsatz'' Mischsw^ .dem Wrvw-ioM einzelnen Ländern entstanderr ist, kann alsoein BearntsW» kabiuett nicht abhelfen, sondern es ergibt.M aus der, Logik her- Tatsachen heraus die Notwendigkeit, vvr allem einmal die unmittelbare Ursache der bestehendem Krise zu beseitigen und, wenn-dies gelungen ist, latenie-si Partikularistische Migungen emzelner Länder > durchweine Regierung niederzuhalten, die infolge ihres Rück^ Halts in den politischen Parteien, benen auch -dier maßgebenden Landervertzxeter angehören, enge Fühlung' mit den Parteien her Änd tage hat nnd. infdlgedesseä auch nachhaltigere Autorität in dem Länder« genießt^ als' ez einem BeaMtenkabinett beschisden sein §aim/4 Bon gewisser Seite wird nunmehr auch, seinerzeit im Oktober, die Kanzlerschaft de^ Wsener Polizeipräsidenten Dr. Schöbe^ präsentiert. .Es wird versichert, daß sowohl Dr. SeipeS wie Dr. Dinghofer mit dem Polizeipräsidenten Fühlung genommen haben- Da mit Rücksicht auf die Grazer w» früht fein, jetzt schon Name» zu nenne». Die Berufung eines FachntännerVabmetts mit parlamentarischem Einschlag und dem Dr. Schober als Bundeskanzler tväre gewiß eine nich)t unvernünftige Lösung der Re-t gierungskrise. Ob allerdings Präsident Schober tffe traurige Erbschaft nach Dr. Mayr wirb antvete«l und damit die arg verfahrene Außenpolitik, btftt Anarchie der Landeshauptleute nnd' die unsicheres! Mehrhertsverhältnisse im Nationalrat wird mit im Kauf nehmen wollen. stpAt «och dahin. ' Die Fordcrimgen bet «tchtrtchtertiDech Gerichtsbeamte«. v,- Die ReichZgewerkschaft der «ichtrichterlichvr GtrichtZdeamten Oesterreichs veranstaltete gestern eine äußerst zahlreich besuchte Demonsirationsversammlms, in welcher solgendr Ent« schließung genehmigt wurde. Die «rchtrrchterlichen GerichtSbeavtte» Oesterreichs erheben dm schärfstm Protest gegen die ihnen. LUgedrohte Einreihung in die «me» Besoldungsgruppe«/ die Ssterreichischm Gerichts-, Grunddnchß- «nd gerichtlich«! Konzeptsbramtm fordern eine gleichwertige Eiareihmrs mit i der. anderen mittler« Beamtenschaft, «nd zwar dey von ihnen beanspruchten brsond«» Qmckisikaüynsdiensie. Sir svrdern die Gesetzwerdnng der Personalvertretung und eine gerechte Aufteilung der GehaltSanfätze, und zwar derar-t, daß dev GehaltSaufatz der X. Grsrppe im Bechältms. Mm .Ansatz . de» X!X. Gruppe geregelt wird. . i>r - -c Die Gewerkschaftsleitung wird beauftragt, sich nochmals, «ad zwar i« letzten Morumt, an das Justizminisierimu zu wendm^ Emzr . morgen, Montag, stattfindeuen Versammlung soll die Entscheidung über die Haltung der Beamtenschaft anhrimgestellt wyd« wen» diese Jnterveation erfolglos sei sollte. « - - < in Inter6Bsengememif0haCt mit der Fabank B. T. (Holzbank A.-G.), Badapm Wien, L, Wipplingerstrasse 23 . , postsparkurLsokonto: l3S.652 : Islopdoo Sir. t3-I-87,. tZ-k-SS,!3^-L6, 13-3.92 : Tel.^Adr.: Mitttuog, Sil^nle liLcMÄtaufl rn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.