Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 851 (10.6.1921)
- Date
- 1921-06-10
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Knie b ' Wien. Miiacf ,* Kanadische Einwanderung-Vorschriften. Lauf.dm neuen kanadischnr Eurwand runäsvorschr ftc« müssen all? Pasiastirre. welche mich tfnnah v. r'c.f.i>, tirttt von -hiem He ma'lank' u> cintr ununierbroche-nen Reise nach Kanada fahren und deshalb müssen, sie auch die. SchifsskartennchKanada bereits in ihrem Herkunftslande lösen. Ausnahmen werden nur in besonderen Fällen gemacht. In solchen muß eine Landungsgenehmigung von Cal. I. Obed Smith Superintendent of Emigration for Canada. 1. Regent Street. London, erlangt werden. Mil Rücksicht ant die vorgenannten Umstände sind die deutschen' Schistahrtsgesell'chaften angewiesen, an Emigranten aus dem Osten Schiffskärten nach Kanada nicht mehr zu verkaufen. . * In den Kohlenbergwerken, von . Quaregnon und Cnesmes haben 11.000 Grubenarbeiter infolge der Herabsetzung, der Löhne die Arbeit eingestellt. * Gesucht. Meyer S p i t a l o w t c t, seit 1914 m Deutschland, stammend aus Nowigrod, Polen, sucht seine Familie' Frau .Sara Riwlah und vier Söhne, Chaim Leser, Tischet, Berel. Ephraim und eine Tochter Schifte. Vermutlich hat sich die Familie in Kozlow aufgehalten. Nachrichten an Agudas Jisroel, Wim, H., Malzgaffe 12 n. * Volksbildung im Technischen Museum. Samstag be»?li. d. M-. 3 Uhr nachmittags, Führung Borst md Ingenieur E. Steuer, „Texirlmdustrie". —. Sonntag den .12. d. M., 10 Uhr. vormittags, im großen vörlaal Lichtbildervortrag, „Städtebauliche, Fragen Wiens", von Architekt R. Oerley. * Wetterbericht. Oesterreich hatte gestern früh noch; schönes, heiteres Wetter, nur Tirol hatte bereits bedeckten Himmel. Jnzwi'cben ist Trübung verbunden mit Regen und stellenweise mit Gewitter «gch Osten gednrngen. In Wten ging gestern nachmittags bei Beginn eines Gewitters d-.e Temparatur in Kurzer Zeit von 24.8" aus 17° zurück. Auch in Deutschland, such ausgebrertcle Niederschläge gefallen- B o r h e r s a g e: Meist bewölkt, zunächst noch reichliche Niederschlägei Ziemlich kühl, lebhafte nordwestliche Winde. * Todesurteile in Kafchau. Ans Kaschau wird gemeldet-: Im Prozest..gegen Lcvenda und Genossen würde heute das Urteil verlündet. Oberleutnant. L eben d g. Reserveleutnant Obäud und der Raseur T h a i n e r wurden zum Tode durch den Sträng, eine Anzahl anderer Angeklagter zu 1 bis 12 Jahren verschärften Kerkers verurteilt. Das Gericht nahm als erwiesen an, daß die Verurteilten zur Zeit des Kriegszustandes mit Magyarien der tschecho-slowakischen Republik durch Spionage. Schaden zufügen wollten. * Die Budapester Leicheusunde. Aus Budapest wird gemeldet: Heute nachmittags ist rm Laghmanyoser T"ch. der Kopf eines Zerstückelten Leichnams aufgesunden worden. An der rechten Seite .sind zwei mächtige Beilhiebe zu sehen. Der Kopf ist der eines 30- bis 35jährigen Mannes. Die Polizei hat eine Prämie pon L 5000 auSgesetzt, ' ^Verkehrsstörung auf dem 4trlberg. Infolge Murganges und Zerstörung dreier Brücken gegenüber der Octztaler Ache ist dre Arlbergstraße unpassierbar. Die Störung wird längere Zeit dauern. Der Wagenverkehr nach Imst und. darüber hinaus ist nur über Mierning-Paffereit möglich. * Versuchter Balutenschmuggel. Der 31jährige Kansmar.n Jakob Kar l i n. Änd seine Schwägerin, die 17jährige Ludmilla Bal a, beide in Unter-Themenau ansässig, wurden am 8. d.'M. -vön der Grenzkontrolle Hohenau der Polistiinsvektion Nordbahnhof überstellt. Sie hatten den Versuch unternommen, eme halb« Million ungestcmpellcr Kronen, die sie am Leib versteckt hatten, nach Oesterreich zu. schmuggeln. Beide, wurden dem - Kriegswucheiamt überstellt. - . * Diebstahl. Vor einigen Tagen wurden aus d.e«n Geschäft der Firma H e ß l, 1!., Fecdinandstraße 27, vjerDutzend Chevreauleder im Wert von '90 0W gestohlen. ^Einbruch. In der Nacht zum 8. d. M. wurde vom Keller des Hünses, VII,, Wrstbahnstläße 20, das Geschäft der amerikanischen Tuchrestenhandlung Pasch t u s z erbrochen. Ge-' stöhle»'wurden Waren um K. 256.000. . . - - * Lebensmüde. In einer Pmsion in Mariahilf hat sich gestrm die-30jährige Acrztiu Dr. Hilda % aus unbekannter Urf^che mit Vcronal zu vergiften versucht. Die Rettungsgesellschaft,' brachte sie in das Sophienspilal. .. * Ein tödlicher Automobilunfall. Am Franz Josefs- Kai wurde,gestern der 83jährige Private Max B. beim Ueberseßm der Straße von dem Automobil A II 868 niedergestoßen n.io überfahren. Er erlitt eine Hautlappenwunde am Hinterhaupt, im Gesicht und an beiden Oberschenkeln.,Die Remmgsgesellschait brachst chn'm die Unfallstation, wo « bald nach seiner Uebergabe. se nen V e r l e tz u n g e n e r l e g e n ist. * Verhafteter Defraudant. Aus Graz wird gemeldet,:. D?r.Einkäufer des jugoslawischen Ministeriums für Polks/rnährung Waga Radelrc aus Vlassich bei Fiume, der aus' Aaram mit 330.000 Dinars geflüchtet war. wurde , samt feiner''Kau in Graz verhaftet. Der Reisende Puka O m n i k u s, der alS lein Komplice einen Koffer, in besten Doppelboden Geld vecwabrl war, nach Wien gebracht hätte, wurde dort verhaftet. Es,gelang, den ganzen Geldbetrag zustandezubringeu. * Plötzlicher Tod Gestern abmds wurde erd zirka 5'-jähr:ger Mann, der angeblich Emst S arl heißen soll, im Casä Döaenhof von Herzkrämpsen befallm. Cr starb während der Uebersühnmg ins Spital. - . . * Urania. Heute. Freitag, 8 Uhr 'Großer Saal) Urania» Fckme: Das Wunder des Schneeschuhs. — 8 Uhr. (Großer Saal) Heiteres OugNett des Wiener Männergesangvertines. — ch/,8 Uhr (Kleiner Saal) Oprrnensrmbel. Richard Wagner: „Meistersinger"', tVohtnwn", „Rbemgold". — V,8 Uhr(Kurssaal)Universttärsletto r Warms Faver: Drama und Jnszene, — V-6 Uhr (Arbeiterheim, X., -Großer Saal) Else, Berta Md Martha Wiesenthql: Kammer« wnzabend. ' '* Trikot-Badeanzüge für Damen und Herren, in r'eicher Auswahl, per Stück K 388. S ch w r m m h o s e n und Bad'ehan b e nbeiGerngro ß. Die Wiederherstellung der Dolksgesundheit. ' Znr Zählung der Geschlechtskranken. Von Spezialarzt Dr. Leopold Weinstein. Da hid Zahl dev mit venerischen Affektionen behafteten PetsöneN in den letzten Jahren sehr zugenommc: bat, wurde vom Staatsamt für, Volksgesundheit eine Zählung der Geschlechtskranken in Oesterreich angeordnet, um über die Verbreitung dieser Krankheiten halbwegs sichere ^chlüssa ziehen zu können. Die in der Zeit dom,15. Novein» der bis 14. Dezember 1920 beobachteten Fälle Werder» in Betracht gezogen. Man kann mit' Sicherheit Voraussagen, daß sich hohe Ziffern ergeben werden. Einer der Hauptgründe hftjüx ist der Krieg. Eine im Jahre 1902, also Wiener" MsNgenzettimqs - . bereits lange vor dem Krieg, vorgcnommcno Ueberprüfung j aus Geschle chtZ-rrkran'.är.ngcrr bei -dcn Heeren ergab folgende! ■ Statistik: Auf tausend Mann kanren Syphilitiker in, Oesterreich-Üngarn 18 Prozent, Preußen 4 Prozent, Frank» .'reich 6.5 Prozent, England 46 Prozent, Rußland 13- Prozent. Im Kriege wurden ungeheure Mcnschenmaffen konzentriert, die sich aus den verschiedensten' Gesellschaftsschichten rekrutierten, , in alle Weltrichtungen geworfen und habet erudf in Gebiete, wo diese Krankheiten, ganz besonderö starke Ausbreitung aufwieisen. Infolge der oft niedrigen kulturellen : Verhältnisse, in der een MÜitärpersonen jahrelang von. ihren Fami^anängehorigcn getrennt leben mußten, fehlten häuf'g "jegliche therapeutischeMaßnahiney und es war überdies . ein? HrrlungsneöglMeit .infolge „ von militärischen Trans»' aktionen' nickjt imiNer'' vorhanden. Dazu? kam die reicht inntut einwandfreie Moral/.der ' im ' Hinterland befiredlichen Personen. ' . .,. I Nicht uirirrtevessamt ist es, in dieser Beziehung e'nen Einblick in eine'in früheren Jahren unter der Zivilbevölkerung sortzeno'mmene Zählung zu nehmen. Deutschland: 665 überprüfte Frauen. Der erste ' geschlechtliche Berkehr famd statt mit zwölf Jahren ist einem Falle. Die MaFimalzahl betrifft das 17. Jahr mit 148 Fällen, dar Höchstalter- War daL 24. Jahr. 674 überprüfte Fr'auen. Die erste Infektion mit einer ^''öschlechtskrankheit betrifft mit 16 Jahren 2 Fälle, dee Maximalzahl betrifft das 20. Lebensjahr mit 69 Fällen. Von hemdert Geschlechtskranken entfielen auf Dienstmädchen von'15 bis 20'Jahren 33, von-21 bis 25 Jahren' 45, .von 26 bis 30. Jahrein 13, auf Kellnerinnen von 16 biS- 20 Jahren 23, von 811 bis 26 Jahren 60, von 26 bis .30 Jahren 11, auf Prostituierte von 16 bis-20 Jahren 81, von 21 bis 25 Jahren 413, von 26 bis 30 Jahren 18. Einen wesentlichen Faktor für die große Verbreit,rag -vo'n geschlechtlichen AffekLoneü bildet in der jetzigen' Zirit. der Maligel an entsprechender Aufklärung, der sich teils darin i dokumentiert, daß sich Äe erkrankten Personen ihres LeidcetS überhaupt nicht bewußt werden oder dasselbe nicht rechteg äteurteilen. Veklaufen 'doch viele dieser Leiden ohne merk» ileche Erscheinungen und Beschwerden und zeigengroße' Aehn» -liehkeit mit Erkrankungen, auf die im allgemeinen nicht entsprechendes Gewicht, gelegji wird. Diese irrtümliche' Beurteilung einerseits und dir NnckenntneS vom Kränkheetsbild andererseits betreffen unter den geschlechtlichen Krankheiten speziell die Syphilis und den .Tripper.' Die Shphi'si 'vi11 10 bis 20 Tage nach der Infektion in einer; :> ü rsbildung als Pr i m ä r» msfekt auf, den wir - i. ,-irien Schanker bezeichnen. Ist es, wenn auch mir in seltenen Fällen, selbst dem Arzte nicht leicht, aus dieser GrstlengiSerschemuNtz die, Diagnose sicherzu? stellen, so wird von den Patienten das Krankheitsöild in diesem Stadium oft verkannt.' Ein Irrtum, der umso verhängnisvoller sein kann, weil die luetische Infektion im Anfangsstadium durch eine sofort vorgenommene JnjektionSbehandlung in kurzer Zert zur völligen Ausheilung gebracht werden kann. Jrrtstmer kommen ebenso bei den sich darauf einstellenden regionären Drüsenschwellü'ngen vor, die ja oft auch eine Begleiterscheinung von anderen "Krankheiten sind (Verletzungen, Entzündungen, weicher Schanker usw.). Noch häufigerer Verkennung fit das, sekundäre Stadium unterworfen, das in Form eines Ausschlages auftritt. Derselbe wird entweder in seiner leichtesten Form ganz übersehen oder kcmn, wenn auch stark'ausgeprägt, unter dem Bilde, der verschiedenartigsten Hauterkrankungen auftreten., (Schuppenflechte, Knötchen, und Mäschenausfchlag usw.)'. Ebenso send auch die übrigen Erscheinungen des sekundären Stadiums der Syphilis, wie zum Beispiel die Schleimhcmterkrankemgen,, sowie das Tertiärstadjum (Geschwüre, Erkrankungen der inneren Organe, des Knochen- und Nervensystems und der Sinnesorgane) differenzialdiagnostischen Jrrtumern unterworfen- und es fehlt daher dem Patienten die richtige Einschätzung seines Leidens. Eine unrichtige Auftastung tritt auch beim Tripper ein, deffeN Krankheitsbild durch mechanische und chemische Schädlichkeiten hervorgerufen werden kann. Speziell die weibliche Gonorrhöe zeigt oft große Aehnlichkeit mit jenen nichtinfektiösen Zuständen, die in einem, nicht durch. Jnfektionskeime hervorgernfenen harmlosen Ausfluß bestehen, wie er stch oft als Folge von hochgradiger Blutartmut zeigt. Dazu gesell«» sich noch die vielen Fälle, in denen das - Krankheit-» bild symptvmloS auftritt, so bei der Syphilis die latente Form, bei der Krankheitserscheinungen zwar nicht vorhanden, jedoch das Blut bei seiner serologischen Untersuchung (Waffermannsche Reaktion) einen positiven Ausfall ergibt und bei dem Tripper die speziell jetzt so häufig auftretenden, vom Patienten zwar nur wenig bemerkten Erkrankungen des Drüsenapparats der Harnwege (Prostata), die oft bei nicht völliger Ausheilung als KrankheitSrest nachzuweisen find. Wenn daher die mit sichtbaren Erscheinungen, jedoch näht richtig erkannten Fälle 'infolge ihrer'Ansteckungsgefahr zu der jetzt so häufigen Verbreitung der Geschlechtserkrankungen führen, so mutz auch diesen shmptomlosen Fällen große Bedeutung zuerkannt, und solche Personen als, geschlechtskrank bezeichnet werden, da ja solche latente strankheitSreste ein ständiges , Depot, für das Aufflackern des KrankheitS-; Prozeßes und darnft eine ständige Infektionsquelle bilden. ES - unterliegt ktzinem' Zweifel, daß, alle diese Krankheiten durch ,' eene.,zweckentsprechende Behandlung in günstigstem Sinne beeinflußt werden können. Aufgabe der Behörde wird es daher; fein, einerseits Institutionen, wie sie ja schon bisher in größerem Umfang errichtet..wurden. (Ambulatorien usw.), in großer Zahl zu schaffen und durch die Ausbildungsmöglichkeit für Spezialärzt.e zu erweiteru, andererseits durch Aufklärung - der BevölkeLUNg der Krankh^itsverbreitung entgegenzuwerken. _lO. Juni 1921 Nr. 85! .Die ErMhrrma.. Der Marktbericht. In der Großmaekthalle war nach längerer Zeii gestern zunj ersten Male die Nachfrage nach Fleisch wieder sehr lebhaft, wag darausmUickuisichreu ist. daß a u s w ä-r t i g e K ü u.f e r ans Niedre österreich große Mengen -lausten. Vorläufig Hai das Erscheinen der auswärtigen Kiiufer noch keine Erhöhung der Preise hervor gerufen,-doch ist'damit inden nächsten Tagen - zu rechnen. Ares-den Grsinwarenmärktm sind die Preise noch weiter gestiegen- Kirschen und Heurige waren nur in den 'ersten Verkaufs^ stunden zu haben. Dir Erhöhung des Preises für hiesige Eier aus 13 hat doch bewirkt, daß heute eine genügende Menge an» geboten war. -- -' - W. I. W. Morgen, Frtitag den 10. d. M., vo'rmittngS von 9 bis H y.hr Nestoerkauf pon Salami, jugoslawischem Selchfleisch, Margarine usw. r* ff« I Ich erkläre hiemi# dass die mir nrKiarUne♦ zum Vorwurf gemachte Aeusse- O rung über das Engagement der Künstlerin Klara Yoteng auf Unwahrheit beruht, da mir bekannt war, dass die Gekannte jetzt nach Reichenhall fährt und erst nach ihrer Rückkehr bei mir auftreten kann. Für Obgesagtes führe ich Herrn Sin in als Zeugen an; 8097 Direktor Podzamczei : Freie Jüdische Volksbühne Ensemble-Gastspiel im Theater in der Josefstadt r/28 Udr abends: 0©l* ."Fl^ÄBlldl© Drama in 4 Akten Bühne und Kunst Freie jüdische Volksbühne. Di.e Freie jüdische. Volksbühne eröffnet heute ein kurdes^ Gastspe^l im Josefstädter Theater. Zur Aufführung gelangWordins Drama „D e r- F r e m d e". Morgen, Samstag, geht als zweite Gastvorstellung Offhp D y m o w s Drama „S m m a- I l s r u 8 lin Szene. ' .'I m erhöhten 7 Uhr. Ä«s de« Theatern. B nr g t h e a t er gehen morgen Samstag zef Preisen 11 Schwestern« Szene. Anfang I ati SchönbrüNner Schloßtheater wird rnyrgen Samstag z« erhöhten Preise» ^H e l d »n" gegebene Ansang 7 Uhr. . . In der Staatsover gelangt morgen, Samstag/ zu besonderen Preisen. U »D re t o t e S t a d t^ znr Aut^ sührnng. MariettaFräulein G e rtru d e G e ye r s b a ch,! vom, Landesthrater in Wiesbaden als Gast. Dirigent Herr E r i ch W o l f g a n g? K o r N g old alS Gast. Anfang 7 Uhr., — Der-Tenor Flitz Kraus ist erkrankt und hat sein Gastspiel in der Staatsoper a b s a g e n müssen. In der b e u 11 ß e n Vorstellung „Mda^ singt Herr N i e m a n n die Partie des Radames. Auch die für Montag angekitndigte Vorstellung des „Tannhäuser" muß abgeändert werden, .dy die Direktion des Stüatsth'eaters in Hannover den Herrn Hofesh bereits bewilligten Gastspielürlaub wegen mehrfacher Erkrankungen! zurückgezogen hat. Es wird am Montag in der Staatsope^ „D i e K ö n i g i n von Saba" gegeben.! In der V o l k s o P e r eröffnet Montag den 13. d. M.^ Herr Baklanoffsein Gastspiel als Mephisto in „Margarete". — Heute, Freitag, wird in der Volksoper „Qua vadLswiederholt. ... . I m Deutsche m B o l k s t h e a {11 wird morg... (Samstag) um lJtll Uhr abends Hmrh Bernsteins, Schauspiel „Baccarat" von Dr. Heinz, Schulbaur, neu> einstndiert' und neu inszeniert als Nachtvorstellung in folgendes Besetzung der Hauptrollen aufgeführt: Baron Lcbourg — Herr Homma, Baronin Lebourg -- Frärrlem Schweiahofer, Helene von Brechebel — „Fräulein Steinsiek, Graf von Brechebel — Herr Strahl, Nobert.von Chacsroy 7^-Herr Wemer-Kahle, Amadüe Lebourg — Herr'Lackner. Generäl Herzog von Brial — Hew Richard Knabe, Herr von La Bieillarde — Herr Altringen^ Marquise von Doullence — Fräulein Thaller, Frau, von! Thisieux —. .Fräulein Pelzer, Bragelin — Herr Jwald., In der Neuen Wiener Bühne beginnt die heute, Freitag.stattfindende Erstaufführung deS Lustspiels „P r i.n z e n e rz i e h.u n g" von Donnah mit Konstanzc Linden als Gast, pünktlich 7,8 Uhr. Zuspätkommende können erst nach dem ersten Akt-zu ihren Setzen gelangen. .! In der Renaissance»BÜhne eröffnet Sonn^' tag den 12'. d. M. Gustav Waldau vom Staatstheater in München in dem Lustspiel „Im Kl« b s e s s el" ein Gastspiel. : Der Verleger Jakob Lidski gestorben. Am l.d.M.i verstarb in Wilna der bekannte jüdische Verleger Jakobi Lidski im 52. Lebensjahre. Seine Brrlegrrlausbahn begann er in den Neunzigerjahren in Am erika. Von dort kam er im Jahre 1899 nach Warschau, wo er den Verlag „P r o g r e S", den ersten Privatverlag für moderne jüdische Literatur begründete« In diesem Berlage, der in den letzten Jahren vor dem Kriege der größte jüdische Literatmverlag war, sind die ersten Werke Abraham Neesens und -Schaloen' Asch' erschienen. Der Verlag fusionierte stch dann mit de« Verlagen vou Ben-Avigdoe, Schimm «. a. zum Verlagssyndikat „Z e u t r a l". In dm letzteren - Jahren begründete Lidski wieder rin eigenes Unternehmen, dm großen Verlag „I ü d i s ch", welchen jetzt seine einzige Tochter fortsührm wird. Lidski, welcher große Summen jür jüdisch-wohl'ätige Zwecke hintcrließ, hat in feinem Testament auch ein Legat von 52.000 Mark für den jüdischen L i t e r a t u r f o n d s festgesetzt. Er hat auch testamentarisch bestimmt, daß' alle Matrizen von den Werken, die in seinem Verlag erschienen sind, den Schriftstellern auszufolgen sind. Lrügesagte Vorstellung der Veuarffauee-Bühne. Die Nc^aissance-Bühne blerbt Samstag dm 11. b. M» aiüäßiicy d»s L e i ch e n b e g a n a n e s s e s ihres verblichenes Direktnrs L a.r r b W alb t a «lchloßm.