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Wiener Morgenzeitung · 1921-06-02 · Heft 843 (2.6.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 843 (2.6.1921)
Date
1921-06-02
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Men, Donnerstag * Auflösung der britische« Kinderhilssaktion für > Asien. Der BritisH Vienna Emergency Relief Fund, die groß-' : zügige britische Hilfsaktion, litzt, vorgestern ihre Tätigkeit be-!endet. .Die.Aktion hat die wertvolle Hrlfe Englands im allgemeinen den werdenden und stillenden Müttern, den Kindern bis zum Alter von sechs Jahren und den Spitälern angedeihen! lasten. Die Akiion erstreckte sich am Schluste aus 60.020 Kinder - in: Wien. Es sind bis zur Liquidierung eine halbe Million Psnnd! oder e i ne M i l l i a r d e K r o n e n zur Linderung der Not in Oesterreich von Wohltätern in England gesammelt worden. Bon den 60.000 Kindern empfingen 36.000 durch die 8oeiety of frienda die britischen Liebesgaben. Ferner fungierten als Vcrteilungsapvarate der britischen Hilfsaktion einige große inländische Wohltätigkeitsoroanisationen. so „Zegam", „Kinderfrenndc", „Charitasverband", die „Israelitische K u l t u S g em e.i n d e", „Gagistenverband" usw. Bersöhnungsbrrud (Felloxvsh.ip of Reconciliation), Zweig Deuttchosterreich. Wien. VIII., Schloßlgaste 13/14. Morgen, Fps tag, 7 Uhr abends, spricht Dr. Eberhard Arnold aU8 Schlüchterrr rm Beprksvertretungssaal, IX., Wahringerstraße 43/ll, über: Lebensgemeinschaft und die Zukunft der Liebe. Anschließend Wechselrede. Freizugängliche Versammlung! * Indischer Hochschulansschutz. Mit.Rücksicht auf den heute zu begehenden Trauertag für die Jaffa« Pogromopfer entfallen heute laut Beschluß des I. A. H. die Amtsstunden des Hochschulausschnstcs und der einzelnen Fachvereine. Nur das Wirtschafts- und Fttrsorgeamt des I. A. H. wird die Amtsstunden und den Parteienverkehr am Nachmittag abhallen. * Begräbnisse am heutigen Tage: Alter Friedhof: 9 Uhr B l u m e n t b a l Henriette,, 9 Uhr 30. Min. H o r o w i tz Otto, 10 Uhr Schaffer Mols. — N e u.e r Friedhof: 9 Uhr V o g e l h u 1 Johann, 9 Uhr 30 Min. Salz mann Ernsiinc, 10 Uhr Dreier Kendel. 10 Uhr 30 Min. G e r st m a n n Josef, 11 Uhr Gold mark Scheindl. * Die große» ZoM)':uLerz;«chuKgLN. Die Korrespondenz Wilhelm schreibt: In der Angelegenheit der großen Zollhinterziehungen. wurde auch die Firma A. M e i n l s Erben als eiue solche genannt, bei der die in dem Berichte geschilderten Unterlastungen vorgekommen seien. Es wurde nun festgestellt, daß die Firma A. Meinls Erben, die übrigens keineswegs eine Speditions-, sondern eine alte Textilfirma ist. mit den Machenschaften nichts zu tun hatte und daß sie die von der Firma Mayer L Wasser zur Zahlung voraewietenen Fakturen einschließlich Zollverrechnnuaen voll bezahlt hat. wobei die Verantwortung für die richtige Verrechnung und Zahlung des Zolles — wie üblich — der protokollierten Speditionsfirma überlasten war. * Tiroler Frrmdenbehelligung. Gegenüber den irrtümlichen Meldungen, wonach mit 1. Juni die bisher in Geltung gewesenen Vorschriften für den Refteverkebr in Tirol aufgehoben seien, wird von der Tiroler Landesregierung mitgeteilt, daß die bisher m Geltung gewesenen Reis(Vorschriften noch bis Ende Juni in Kraft bleiben und es daher für Reisen nach Tirol notwendig ist, sich mit einem amtlich beglaubigten Lichtbild (Reisepaß und dergl.) zu versehen und bei einem mehr als dreitägigemAuf enthalte der der Tiroler Landesregierung um eine Aufenthalt Zbewilligung anzusuchen. * Bahnfchaden. Die Bahndirektion Wien-West tqilfc mit Infolge Beschädigung des Bahn'örpers durch Unwetter ist der Gesamtverkehr in der Teilstrecke Wilhelmsburg an der Traisen bis Hainfeld und über dieselbe auf ungefähr 24 Stunden unterbrochen. Der Zugsverkehr ist daher nur von St. Pölten bis Wilhelmsburg und von Lcobersdorf bis Hanffeld möglich. * Wetterbericht. Zn den östlichen Alpenländern von Salzburg ostwärts und in Kärnten regnete es gestern, in Salzburg mit Gewitter. In Wien fiel 16 Millimeter Regm. Mittags brach die Sonne zeitweise durch die tiefliegenden Wolken. Spät nachmittags erfolgte wieder ein Regenguß. BoraussM: Zunächst noch veränderlich, doch mit fortschreitender Besscnmg. * Verhaftung eines bulgarischen Bankiers. Auf telegraphisches Ersuchen des Gerichtshofs in Kaschau wuxde hier der 'Dank- und Kommistionsgeschäftsinhaber Albert Eleazar Benbasear, zu Philippopel in Bulgarien geboren Und dahin zuständig, in Wien im Hotel Metropole wohnhaft, verhaftet und am 31. v. M. dem Landesgericht eingeliefert. Er ist 26 Jahre alt und rm 1. Bezirk, Rotenturmstraße 27 etabliert. Er wird der Geldverfälschüng beschuldigt. * Vorläufig kern Generalstreik in Baden. Ans Baden wird gemeldet: Bis heute war das Ultimatum der Organisationen des Kurortes befristet. Bürgermeister K o l l m a n n verhandelte den ganzen Tag. .mit den Vertrauensmännern der Organisationen, insbesondere der Badediener. Die Verhandlungen konnten jedoch nicht zu Ende geführt werden. Da dieselben einen günstigen Verlauf nehmen und zu einer Einigung führen dürften, willigten die Vertrauensmänner ein. daß die Verhandlungen über den heutigen Tag hinaus fortgesetzt werden. Bürgermeister Kollmann wies einen der Vertrauensmänner der Badediener nach, daß er in der letzten Woche X 4500 verdient habe. Bezüglich der Schauspieler und Musiker hat der neue Theaterdrreklor Weiß die Aufgabeübernommen, die Forderungen derselben zu befriedigen. Nach Mitteilung des Bürgermeisters ist Aussicht vorhanden, daß die Kurmusik nächsten Montag und das Theater am 16. d. I. beginnen können. ' * Die Äutomobilsalle von. St. Egyden. Aus Wiener-Neustadt wird gemeldet: In den Verdacht der Täterschaft kamen auch zwei Burschen, welche am Abend der Tat vor dem nächst der Untallstelle gelegenen Gasthof Schwarz ein Automobil besichtigten und dessen Höhe gemessen haben. Auf Grund der Personsbeschreibung. }\t eS de« Kriminalbeamteninspektor P r o a t der hiesigen städtischen Polizei gelungen, die beiden Burschen auszuforschen und festzunehmen. Sie konnten jedoch ihr Alibi Nachweisen und mußten wieder ans freien Fuß gesetzt werden. « „Das neue Europa.« Internationale Monatsschrift. Zürich, Wien, Berlim Chefredakteur Dr. Paul Cohn. Das I u u i - I. u l i h e f t drr interessanten Revue enthält Aufsätze über den Niedergang der Luxusindustrie und über wirtschaftliche Einheit, Über das Ende der Krünenwabrüng, ferner einen Aussatz Karl HütterS »Iuchvolitift iN Südtirol, eine Studie über „Rußland und der Osten" von Serams Minnich und eine Satire „ÜB« Streik der Könige* von Moritz Adler. Ein Nachruf für dm verstorbenen Pazifisten Alfred H. Fried legt Zeugnis für die völkervrrsöhnendm Tendenzen der gntgelei^eten Monatsschrift ab. Zu beziehen durch Verlag C. Ko «egeu, Wien, k. Opernring 3. .* Urania. .Heute, Donnerstag, 5 Uhr (Großer Saal) Urania-Filme: Sport und Turnen im Film. — 8 Uhr (Großer Saal) Tanzabmd Getrud Boden wies»: Exoten und Grotesken. — 8 Uhr (Kleiner Saal) Dr. Helene Anderle: Physiologie uNd Hygime der Frau, I. — 7*8 Ubr (Großer Saal des Arbetter-- heimS im XVI. Bezirk) Wiener Humor aus vergangener Zeit. * Für den Export nach Pole« liefern am dortigen Grschii't^'Mcirkt gesucht E-ftnw-iren aller Art äußerst preiswert vl, Pichl & Co., l., Vollsgartenstraße 5. Näheres siehe Inserat. zmmt* Motgsriznnmg Jüdisches Realgymnasium. Die Einschreibungen für die k. Klasse erfolgen ab Montag den 6. bis einschließlich Freitag den 10. d. M., nachmittags von 5 bis 6 Uhr, in der Kanzlei des Jüdischen Schulvereines, II., Taborstraße 20a, Zimmer Nr. 1. hliifnahms- und PrÜfungötaxe (X 120) ist bei der Einschreibung zu erlegen. Nach dem 3. Juni könnenAn Meldungen nnr ausnahmsweise und ohne Gewähr der Aufnahme eutgegengenommen werden. y .; Jüdischer Arbeitsnachweis. Der Arbeitsnachweis des I ü d i s ch e n Nationalrate s, Wien, U., Taborstraße 59, bietet Arbeitgebern seine kostenfreien. Dienste, an. Brieflicher oder telephonischer Auftrag <40-3-16 .o.der 41-6-30) genügt, um männliche und. weibliche quält* fiziertr Arbeitskräfte - sowie Hilfsarbeiterferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugrwiesen zu erhalten. ' E s stehen in Vorm.erkunng: I. Manuelle Arb eiter. Anstreicher und Lackierer, Buchbinder, Bäcker, Buchdrucker und Schriftsetzer, WrstennWiPlnseltNycher- Drechsler, Elektro- . Monteure,. Fftjschhauer- Friseure, ^Installateure,-(GaS und Wasser), Gerber, Glaser, Gold-' und Silberarbeiter, Gürtler, Hausknechte, Geschäfts- und Bureaudiener, Hilfsarbeiter aller Art, Hutmacher, Kellner, Köche, Kürschner und Kappenmacher, Kutscher, Laufburschen, Ledergalanieriearbriter, Lederzurichter Lehrlinge aller Art, Magazineure, Maschinisten und Heizer' Mechaniker, Metallarbeiter, Monteure, Riemer und Sattlers Schildermaler, Schlosser, Schmiede, Schneider, Schuhmacher- Seifensieder, Spengler, Steinmetz«, Tapezierer, Taschner, Tischler, Uhrmacher, Zimmermaler, Zuckerbäcker. U, K a u f m ä n n i s ch e A n g e st e l l t e. Buchhalter, Korrespondenten, Kommis, Comptoiristen, Strazzisten, Manipulanten, Expedienten, Agenten, Vertreter, Reisende, Praktikanten, tüchtige Aushilfsbuchhaltcr, auch solche, die gegen mäßiges Honorar Äbendbeschästiguug annehmen. \ W e i b licheAbteilung: Buchhalterinnen, Comptoiristinnen, Kindermädchen Co mptoiristinnen (Anfängerinnen^ Laufmädchen, Maschin- und Handnäherinnen, Modistinnen, Schneiderinnen, Sitzkassierinnen, Wirtschafterinnen. III. G e i st i g e A r b e i t e r. . Hauslehrer (Hochschüler), Hofmeister (Hychschüler), Lehrerinnen und Erzieherinnen. Judendliche, welche vor dev Berufswahl stehen, mögen sich in der B e r « f s b e r a t u n g s st e! l e, Wien, II., Taborstraße 59, täglich von 3 bis 6 Uhr (mit Ausnahme von Freitag und Samstag) melden. . Versi«syKchvichten. Juristengruppe d e s P a läst i n a - A m t e s. Heute, 8 Uhr abends'. Zusammenkmfft im Cass Residenz. —, Verein Erez I s rä e l, . Wien, Ik.. Hauptallee 5, Restaurant Praterfee. Heute, 7 Uhr abends, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: EhalUftmftitsorge: H ebräischer K l u b, II., Taborstraße 1. 7 bis 8 Uhr- M. Wiesen, Grammatikkurs, 8 bis 9 Uhr, Kurs Dr. Kaminka, Hiob, Z i o n.istische Sektion für die w e st l i che y . B e z i r k e W'i t n s. Heute, zwanglose - ZuMckenkunft dev Mitglieder imv Bezirksheim. Wien. VI., Amerlirigstraße 19 zwischen 6 und 8 Uhr abends. —D i e iüdts ch e n T.i f ch g esells ckaften Alserstraße undPo rz e l la n g a s s e sagen unter. Hinweis auf den h e u t i g e n j ü d i s ch e n T r a n e r t ü g den für heute angekündigten, gemeinsamen Geselligkeitsabend ab. — Ztonistische Sektion Landstraße. Bei der heule um 8 Uhr abends im^Vereinslokal, *IH., Untere Biaduktgasie 13, stattstndenden e r. w eiterten Ausschußfitzung wird eme G e d e n k r e d e anläßlich der I a f f a e r Ereignisse gehalten, zu du a l l e Sektionsmitglieder unh Freunde dringend eingeladen sind. Im Anschluß daran findet eine zwängloss Aussprache über die Ausgaben des XU. Kongresses statt. Die GrnähruNg. „Woja". WirtschattUche Opganifation jüdischer Angestellter, Wien, II.» Obere Donaustratze 65. Im Lokale U., Obere Donaustraße 65, gelangen zur Abgabe: Herren Ia RiNdsbox-SchnÜrschuhe, s ch w a r z, ä X1260. — Herren la Havanna Boxcalf Derby-Schnürstiefel, hyszgenagrlt, gelb, ä K 1480. — Damen Prinzeß Cheyreau-SchnÜrschuhe, s ch w a r z, iK 950. — Damcn-Halbschuhe, weiß, Leinen undGlacö, IK 550. —' Entgegennahme von Bestellungen und Einzahlungen: A big P Donnerstag den 2. d. M., R bis 2 Freitag den 3. d. M. in der Zeit von 4 bis 7 Uhr nachmittags. Kirschen- und Friihkartoffelpreise. Als derzeitige Höchstpreise wurden vom Marktamt festgesetzt: Für Kirschen für den Marktgroßhandel K 35, für den Marktkleinbaudel K. 38, für den Kleinhandel in Beztrksgeschäften für vom Markt bezogene Ware X 40 per kg; für Frühkartoffeln tra Großhandel K 27.60, im Marktkleinhandel X 30, in Bezirksgeschäftm X 31.20 per kg. PreiSüderschreitnngm wolle das Publikum beim Marktamt oder den Sicherheittzwachmännern zur Anzeige bringen. Die Preise für Nestle» Kindermchl. Der Magistrat Wien als politische Landesbehörde hat den Kleinhandelspreis für Nestles Kindermebl per Dose zu 400 g Nettogewichtsinhalt mit X 37 für das Wiener Gemeindegebirt festgesetzt. Dieser Preis tritt sofort in Kraft. Lebensmittelkartenausgabe Die Avsgabe der neuen Beotbezngskärten, Mehl-, und Fettbezugskarten, Störbrotmehlbezugskarten für Kinder bis zu 1 Jahr, von 1 bis zu 8 Jahren nnd von 2 bis zu 6Fahre» «folgt am Samstag den 4. Juni in der bisher üblichen Weise bei den Brotkommissionen. Kartoffelkarten, Mikchkarten für Kinder von 6 bis zu 14 Jahren und selbständige Fettkarten werden nicht mehr auSgegebeu. Der rayonierte Fettb^ug findet vom 5. Juni an auf Grund der vereinigten Mehl- und FettbczugSkarte statt. Es haben sich daher die Besitzer einer gelbe» Mebl- und FettbrzugSkarte bei der zuständigen Mehlabgabestelle und bei der städtischen Feltabgabestelle, die Besitz« einer blauen Mehl- und FettbezugSkarte für Mehl- und Fetlbezug bei ihrer Konsmnentenorgauisatkou iu die Knnbenltste eirttrages zu lassen. 2.S«itri9zr <nt.m Seefische 1 kg X 60. Bester Fleischersatz. Geränchertw Klippfisch zum Faschieren 1 kg R 40. Grräucherter Lachsfett. Häring- Stück X 13. in den Fischhallen der Deuttchen Dampf, fischerei ^Nordsee", Engros-Abgabe und Provinzversand durch die Zentrale, XX., Nordwestbahnhof, Telephon 40-0-32. , W. I. W. Zwischenverkauf. Donnerstag den8^ Freitag den-3., Samstag den 4. und Montag den 6. d. M. vv» 9 bis 11 Uhr vormittags zwangloser Verkauf von Salami (Primaqaalität) in Stangen zu rund % kg. zum Preise von X 480 per Kilogramm, M a r g a r i n e X 140 per Kilagrannn, jugoslawisches Selchfleisch X 210 per .Äg, gramm, Rindsleischkonserven X-120 per Buchse, ungebrannter Bohnenkaffee X 300 per Kilogramm sowie bic iibbigen Lagerwaren. Freie Jüdische Volksbühne WÄÄiSf"-™«« BÄÄ,?r‘:Zöia1.Male:Bi8 ia’«8Dr5Ä: E Kunst. Fres^MÄsH.e'' Volksbühnen ' Trotz - sommerliidcr Schwüle ist der Theatersaal in der Unteren ^lugartrnftraße jetzt täglich bis auf das letzte Plätzchm gefüllt/ ' Eine Genugtuung für die wackeren Schanfpieler, die tratet unsäglichen Schwiäcigkeiten begannen, mit echter Künsibegeisterung an sich arbeiten,^ .vsn Vorstellung zu Vorstellung wachsen und im wahren Sinne des Wortes eine Gemeinschaftgleichstrebcndrr und verantwortungsvoLer Künstler bilden. Eine Gcnngtunng,, haß man in weiten ,Kreisen die s«k«- hafte Eigenart, dlespezifischen Aüsdrucksmöglichkeiten des jüdischen Volksidioms zu eftkennen beginnt, das noch immer von Unererfahrenen u»d'O8erfiächlichen mit dem „Kai-Jargon" zusammengeworfen Wird, voin.dem /es. sohimmelweit entfernt ist, wie der ostjüdische'Witz. von der Eiseu^bachzote, wie Schalem Alejchems Humor yon den ^Lotzelachs" der „Budapester". j Eine GenMnUng,-wie erfolgreich die Freie jüdische Volks-! bühne'jetzt schon °-7 in ihren lächerlich dürftigen Räumlichkeiten für die Erkmntnis eines Volkstums wirkt, daS von den eigenen^ Vc^ckSgenöffrn verkannt, ja. gemieden wird, wo es doch teure Knlturwerte in mütterlicher Treue für die aufgespeichert hat, welche bitterfremd, mit Masken angetM, trotz unwürdiger Verrenkungen in einer kalten, feindlichen Umgebung sehr einsam geblieben sind. ■ - , Eine Genugtuung für die Haudvoll jüdischer Akteure. ES strömt Rührung,'die erste Regung erlösenden Heimfindens von dieser engen Bühne ans Menschen üb«, die weit, weit jenseits der Grenzen jüdischen Gemeingefühks gelandet find (es komww merkwürdig viele von ihnen in dieses für sie entlegene Theaterrhm) und die Beifallsfreude zeigt ihre Dankbarkeit für das Erlebnis. Sie ahnen, wenn Frau Weintraub-Graf daS junge Weib in „Jeckrl der Schmied" spielt, oder das verwachse« Mädchen im „Unbekannten", oder die Mutter und Gattin n» „Fremden", was ostjüdisches Frauentum ist, seine heimliche Anmnt, leine.würzige Klugheit, seine stille in sich gesammelte Kraft dck Duldens/rmd. Dienens und seine gütige Ueberlegenheit, wie einige Bühttkfttzestalten der Frau D e n t's ch die lebensfrische, warme, sieghafte, jede Not -bezwingende Heiterkeit ostjüdisch« Matronen offenbaren '(beide Küststlerinnen in ihrer Art überzeugender, als eS der' Text vermag,- den sie zu sprechen haben, wie denn überhaupt die Kraft der Darsteller, die ihrer Autoren weit übrrtrifft.) Sie werden durch die kargen, treffsicheren Gesten des Herrn Deutsch, der förmlich von anfgespeicherter Kraft strotzt, über rin Judentum unterrichtet, . das gär nicht zerbrochen, gar nicht triefäugig und -gottsjämmerlich ist, sondern^ erdgewgchsen, triebhaft und mit gesunden Fäusten begabt. Sie lenren bei B e n - Z w i (im ,-Fremden") die grandiose Bändigung seelischer Erschütterungen durch Willenskraft und Gottergebenheit kennen, von Generationen wunderbar hochgezüchtet. Und sic tun zum Exempel im ersten Akt von „Gott, Mensch unft Teu'el" (dieser erste Akt wird hi« wirklich unvergleichlich gespielt) einen höchst überraschenden Blick in die oWdische Armeleutstube, in ihr liederumranttes, alle Pein überstrahlendes, kindlich heiteres Familienglück. Wenn dieses'Ensemble das erste Mal Gelegenheit habe« wird, irr einem großen, schönen, würdigen Schauspielhaus zu spenden, was es jetzt in emsig« Kleinarbeit sammelt, wird es nicht nur bei allen Kunstsinngen helle Freude geben: Auch dtt jüdischen Kultur und der Wiederanfrichtung jüdisch« Würde werde» diese festlichen Abende dienen. - 0, A. Aus de« Theatern^ Im B n r g t h e a t e r gelangt morgen, Freitag, „C ä s a r und Cleopatra" zur Aufführung. Anfang 7 Uhr. Im Schönbrunner Schloßtheater wird morgen, Freitag, Candida" gegeben. Anfang 7 Uhr. 9» der Staatsoper geht morgen, Freitag, dn »B aj azzo" mit Kammersänger Theodor Lattermann als Gast in Szene. Hierauf „D i e P u p P e n f o e". Anfang 7 Uhr. ' B o l k 8 v p e r. Felix Weingartner ist als erster Direktor der Volksopcr bis 1927 verpflichtet worden. Als zweiter Direktor tritt am heutigen Tage Projessor G r u d "» G tt n tfc a m ein. der hier und an ersten deutschen Theatern als Säuger und Regisseur gewirkt hat. Im D e n t s ch e n V o l k s t h e a t e r findet Samstag den 4. d, Mum 7 Uhr abends die Ubraufführung des vieraktigen. Wiener Schauspiels „D i e R ä x", von Hans S t i f t* tgg e r, in folgend« Besetzung der Hauptrollen statt: Kommerzialrat Kusstem — Herr Ranzenhofer, Hans, sein Sohn-- Serr Nowotny, Buchhalter Prantl — Herr' Kutsckera, Anna dlmger — Frl. Keller, ihre Mutter — Frau Thaller, Baron Litells—Herr Wcngraf, Frau Höllert — Frau Pohl, Kaister — Here Amon. Spiellett« Dr. Heinz Schulbaur. In der Freie« jüdischen Volksbühne^ langt heute um V,8 Uhr im Rahmen eines Ehrenäbends des Herrn Simart Nathan, „D i e S ch 6 h i t e", Drama >« vi« Akten' von I. G o r d i n zur Aufführung. Die Hauptrollen sind mit den Damen Deutsch. Weintraud-Graf und den Heere« Deutsch, Nathan, Preiß und Sigall besetzt.

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