Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 843 (2.6.1921)
- Date
- 1921-06-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Wien D '- rsiag Wiener MorgetHL?tiMii 2. Juni im Nr. 84S Telegramme. Mitteilungen aus dem Publikum. Heftige Kämpfe in vberschlefie». Warschau, 1. Junt.-(Fmrkspr»ch.) Frontbericht der »der« Wtßsch« Aufständischen: Im Nordabschuitte habe» die Deutsch« a» 51. Mar früh auf die Stellungen des linken Flügels im Berücke Strehlitz ihre besten Kampfeinheiten von zwei Seilm znm Angriff aufdieStadt Strehlitz zweimal vorgeftihrt. Der Angriff drang trotz feiner Erbitterung nicht durch. Der Feind wurde in festigen Gegenangnffm in seine Ausgangsstellungen zurückgedrängt. Am rechten Flügel der Nordgruppe griff der Feind dreimal vergeblich a». Der Feind beschießt unsere Stellungen m:L Geschütz-, Maschiurngewehr- «ud Gewehrfener. Paris, l. Juni. (Funkspruch.) I» Beut den griff di« Menge einen französischen Posten au, der zu seiner Verteidigung von der Waffe Gebrauch machen mußte. i n d e n b u r g grifft» panische Aufständische das von französischen Truppen bewachte Gymnasium an, in dem sich deutsche Flüchtlinge befanden. Es gelang den Aufständischen, die französische Wache vorübergehend zu vertreiben und sich elniger FÜichtlinge zu 'bemächtigen. D e französischen Soldaten mußten van der Waffe Gebrauch machen, um die Lage wieder herzustell«. Die entführten Deutschen werden zurück-- gebracht werden. Sie Forderung nach AnflSsnng der Orgesch. Eine Demarche in München. München, 1. Juni. (TeL-Komp.) Der englische Botfihaftsrat und britische Generalkonsul i» Münch« Mr. S e e d S wurde heute mittags in Abwesenheit des bayrischen Ministerpräsidenten vom Kultusminister empfangen und erklärte, er sei beauftragt, mitzuteilen, daß die Anwendung der Sanktionen nur bei restloser Erfüllung der im Ultimatum geforderten Bedingung gen vermieden werden könne. Gemeint fei damit die Entwaffnung und Auflösung der Einwohnerwehren. Eme ähnliche Erklärung halte bereitam gestrigen kage der französische Gesandte im Namen seiner Regierung ebgegeben. Zusammentritt des Oberste« Rates. London, i. Juni. (Tel.-Komp.) Wie der „Times"- Korrespondcnt aus Paris meldet, hält mau es am Quai d'Orsay fßr wahrscheinlich, daß die Zusammenkunft des Leersten Rates Ungefähr vom IS. bis 20. d. M. stattfinden werde. Der englische Kohlenstreik. London, 1. Juni. (Reuter.) Im Ausstand der Bergwerks- Arbeiter ist bisher keine Lösung zu verzeichn«. Der Sekretär deS. VÄgartziterbuudes H ö d g e erklärte, der Streit mit den Awchenbesitzer» würde leichter beseitigt werdm, wenn sie eine höhere Lohnskala vorschlügen. Dir Arbeiter schlag«, sagte er, *at Lohnskala vor, die um ungefähr 50*/, höher sei als diejmige, die i« Achre 1914 m Geltung war. Unterdeffen setzen die Eifmbahngesellschast« dir Umwandlung der Kohlenfeuerung in O elfen er «u g fort prd die Fonds der Bergarbeitergewerkschasten nehme» fortgesetzt derart ab, daß beispielsweise die Arbeiter einer Stadt auf ihr Vereinshaus und auf ihre Bibliothek eine Hypothek von mehreren iansmd Pfund Sterling aufgenommm Hab«, u« Hilft m wrtnra leist« zu können. Drenmddreißig Gewerkschaften mü insgesamt IV, Millionen Hüttenarbeitern legen gegen die für bto 16. b. M. arigekündigt< «Herabsetzung der Löhne Verwahrung ein. Falls es zu tmwi Uusstand kommen sollte, würden sämtliche britische Hüttenwerke Mstehen. Eine Besprechung zwischen Arbeitgebern und Arbeitgchmern ist im Zuge. Die Gewerkschaften der Transportarbeiter, der Eisenbahner unddebLokomotivführer Hab« beschlossen, die über die Beförderung von Kohle verhängte Sperr«!, welch« Urspmugs und welcher Bestimmung sie immer sei, aufznhebem . Der Generalstreik in Norwegen. EhrtstiaukA, i. Juni. (Tel.-Komp.) Der norwegische Generalstreik scheint nicht durchführbar zu sein. Durch freiwillige Arbeitskräfte werden alle Norflandsarbeit« ausgesührt. Die Husuhr von Lrb«smitteln ist reichlich. Die Streikend« Hab« schon* Bat Mut verlor« und man erwartet eine baldige Beendigung de- Streiks. Unstimmigkeiten in Moskau. Tschitfcherin geht? p Srnii5on, 1. Juni. Der „Äorning Post" zufolge bestätige» offizielle Meldungen die Nachricht von der Ernennung L i t- W i « » w S zum bolichewrkischen Untersekrctär für auswärtige Augelegmheiten an Stelle Karachans. Die Ern«nung soll jedoch um eine Vorbereitung für die E r s e tz u n g Tschitscherins durch Litwinow als Bolkskommiffär für auswärtige Angelegenheiten sei». Tschitscherin sei endgültig in Ungnade gefallen, seine Tage sei« gezählt. Wie dasselbe Blatt meldet, bereitet sich die Trotzkh-Bucharin- G«ppe zu einem Angriff auf Lenin beim Grwerkschaftskougreß vor. Sie fordert die Aufhebung der Konzessionen a» Ausländer und den Verzicht auf eine Politik des Ausgleichs mit dem auslündlfch« Kapital. Auf der andern Seite macht Lenin tz« Versuch, sich von der Herrschaft des Vollzugsausschüsse-der Dritten Internationale, der mit der Opposition znsammrnarbeitet, ö» befreien. Die lettischen Kommunisten verhastet. Warschau, 1. Juni. Gnnkspruch.) Aus Riga wird gemeldet, daß sämtliche Mitglieder des Zentralkomitees der lettischen Komnmnisteupartei verhastet wurden. Die Leitung der kommum- Wch« Bewegung sei bei der rufsischeu Gesandtschaft geleg«. S ta 11 K arten Frau Perl Nüssenbanm teilt allen Freunden und Bekannten mit, dass die TRAUUNG ihrer Tochter IDstber mit Herrn Abel Patin am Montag den 6. Juni um halb 9 Uhr abends im Tempel, II.j Leopoldsgasse 29, stattfindet. Grösster und beeter Säufer Wiens my Brillanten, Perlen Jiwelen, Edelsteinhändler Rabino witsch, Juwelier I. Maximilianstrasse 5 II. Stephanlestrasse 3, nur Nr. 3 (jetzige Mahlerstrasse) (jetzige Hollandstrasse) Tel. 8541 und 45146 im eigenen Hause Haltestelle Opernriiig, ZnS. KSrntaswtr. . p . suttag gesaitim Horen Sie »von unsere Preise Kultusu. Justiztalare sowie Barette, vorrätig od. nach Mass,beimSpe?ialistea Zivil-u.Unifomsehneider nimm F (HU SDQTB7IM II.,Tabdratras»e54. Telephon WÜUÜLr UUL&I9 I EJI1 Nr!45629. 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ARBEITERN 10»/« NACHLASS Tagesbericht Jüdische Welthilfskonferenz. »I« Beschlüsse de» Je«tr»l«ate». Der Zentralrat der Karlsbader jüdischen Welthilfsbonferenz hat auf seiner Tagung eine Reihe von' Beschlüssen gefaßt, die für die. künftige Tätigkeit der Mischen Welthilfskonferenz von weittragender Bedeutung sind. In bezug auf die Kinderfürs orge wurde die Schaffung eines, speziellen, unter der Leitung des Oberrabbiners D'r. CHajes und der Frau Anitta Müller stehenden Zentralbureaus für Kinberfürsorge in Wien beschlossen. Dessen Aufgabe ist: Organisierung und Durchführung. vyn^ Kindertransporten, Gründung von Transitheimen usw. Demnächst sollen mehrere Kindertransporte nach Mrgeü t inien, Südafrika, Paris usw. abgehen. Der Exekutive in Paris bleiben die Emigration und Flü'chtlingsangelegenheiten Vorbehalten, und zwar hauptsächlich' die Herbeiführung des Zusammenschlusses aller jüdischen Hilfsorganisationen zur Lösung des Emigrations- Problems und bas Aus^finbigmach'en von neuen Ländern, die den Emigrationsstrom aufzunehmen imstande wären. Hiezu ist ein inniges Zusammenarbeiten mit den politischen Faktoren vorgesehen, um durch geeignete Verhandlungen die politischen Vorbedingungen für die Einwanderung in die neiwn Länder zn schaffen. , . Gleichzeitig wurden die GrNnbzüge der ersten demnächst-aufzunehmenden Waise na ktion festgesetzt. Frau Anitba Müller, Herr Ochberg aus Südafrika und D'r. Kramer sollen sich demnächst Nach Wolhynien begeben, um einen Kindertransport zusammenzustellen. Die diesem Transport angehörenden Kinder sollen nach Wien znr Durchführung, beziOmgsweise Bvochiguug ihuvr Kur jgft* bracht und gleich daravf wach Südafrika befördert werden.;; Ebenso soll eine spezielle Waisenaktion »ach P a l a st i n a, jedoch nicht nach privaten, sondern gesellschaftlichen Grundsätzen, burchgeführt werden. - Zum Präsidenten des Zent^alrateS wurde Prof. D'r. Simonfen (Kopenhagen) gewählt. ' In die Exekutive in Paris sollen Vertreter efttiger besonders wichtiger jüdischer Organisationen von Kan «a da, Argentinien und Südafrika, eintreten.! ' Zionistischrs Landeskomitee für Oesterreich. Das Zionistische Landeskomitee teilt mit, datz die Schekelaktion mit dem heutigen Tage geschloffen wurde. Die Inhaber von Schekelblocks werden dringendst aufgefordert, dieselbm sofort im Zionistischen Bureau, II., Zirkusgasse 33, abzuliefern und zu verrechnen. Amtspunden von 9 bis 3 Uhr. Eine Protestkundgebung der jüdischen Studenten in Lemberg. Gege» die Ausnahmebestimmungen. Lemberg, 1. Juni. (Trl.-Komp.) Dem >Wpered* zufolge» fand vorgestern in Lemberg eine maffenhaft besuchte Protestveesammlung der jüdischen' Studentenschaft OstgalizienS statt, in der gegendieNichtzulafsungderjüdischenHochschölerznm Studium an der Lemberger Universit 8 t mergisch Stellung genommen wurde. Es wmdm BeschlÜffe gefaßt, in den« die Abschaffung der Ausnahmsbrstimmuugen be« züglich der jüdisch« Hochschüler gefordert wird. Die NotenfalschsteMpelnngen. Wir erhalten folgende Zuschrift-. Der Rabbinerverband von Galizien und der Bukowina erklärt hiemit, daß der in letzter Zeit in Verbindung-- mit einer Banknotenaffäre in der Presse so oft genannte Rabbiner Jona Fränkl aus Stryj sowie dessen Söhne niemals unserem Aabbinerverbande angehört haben und nie berechtigt waren, sich den Titel v.on Rabbinern beizulegen. Im Namen des Verbandes der orthodoxen Rabbiner Galiziens und der Bukowina. Gez. Oberrabbiner S t e i n b e r g, Brody, Präsident. „Demokratische" Prostitution. Sin Inserat im „Reuen Wiener Tagblatt"« Das ^.Neue Wimrr Tagblatt" fährt mutig auf der Bahn fort, die es mit seiner Osijud«Hetze so verheißungsvoll betretm hat. Ließ eS damals noch verschämt einen »Wi«er Judm" auf den Plau treten, so macht eS jetzt ««verhüllte Rrttame für »literarische* Machwerke jmer ^christlich-germanisch« 'Federhrld«, dmen die „Reichs« oft" in ihren zur Ablagerung von »Hobrlspänru und ähnlich« Gehirnproduktm antisemitischer „Dmker" bestimmt« Äbendblattsvolten Gastfreundschaft gewährt. BaS „Tagblatt* vo« 1. Juni bringt an bevorzugter Stelle folgmdes Inserat: Kritische Betoachtrrngen übee Wesen . und Wirken des Jndentnma. Bon Paumgarttw. / Sbv Seit«. I Zehn Abbildungen. / Auft seheverreaend. / Preis mit Zusendung 160 Kronen (Deutschland 26 Mark.) I Erhältlich in jeder Buchhandlung oder direkt vom t i tu a t* P e « I a 0, Graz, SalzAMt-gaffe Nr. 7. Wir wünscht« nur, daß recht viele Leser tze- »demokratisch«" Organs a»f dies« Schwindel hineinsall« und nach der »Auf- Näwmg", die ihn« da so auffallend angepries« wird, begierig greif«. Wir bezweifeln nicht, daß sie daS Buch nicht wieder auS der Hand leg« werden ohne tatsächlich restlos aufgeklärt zu fei» — über „Wesen und Wirken" jenes Taufiudmtums, däS stch de« jüdischkn Leserpublikum unter der MaSke des Liberalismus nähert und gleichzeitig das christlich« mit d« demagogisch« Mätzchen der Antisemit«preffr zu ködern sucht. Die polnisch-sozialistische Preffe über die Vorfälle in Jaffa. Gefälschte Berichteestattn«-. AuS Warschau wird berichtet: In der radikak-sozialistisch« ..Mysl robvtnicza^ wird unter dem Titel „Reaktionäre Repressalien* über die Jaffaer Vorfälle in der Weift berichtetet, daß am 1. Mai .die jüdische Bourgeoisie i» Jaffa einen provokatorischen Ueberfall auf einen Ä^emonstrationszug a r a b i s ch e r K o« m « »i st e n Mternommm hatte, wobei die Inden 38 Person« getötet und mehr als 1S0 „Kämpfer und Märtyrer für die soziale Revolution* verwundet hält«. DaS Zentralortzan der polnisch« Sozialdemokratie, „Robotnik", welche-,' wie «an glaube» sollte, seine Jnformattnnen nur nach vorfich-' tiger Prüfung weitergibt, berichtet: Am 1. Mai wurde eine jüdische Arbeitrrdemonstiation vo» zionrstenfeiudlichen Arabern im Verein mit — jüdisch« Polizisten überfallen. DaS Blatt schließt daran ein sozialpattjotisches Geschwätz, welchedie Zionisten als Denunziant« hinstellt. So sieht die Berichterstattung in der Press« einer Sozialdemokratie auS, welche wohl als die vet-» rottetste m der ganz« Welt bezeichnet werd« kan«. Der drohende Streik bei der Knltnsgemeinde. Oer Verband der Lygestellte« der ifrael itis ch en Ku ltu s g em ern d e teilt unS mit- „Im Hinblick auf die Mitteilung« an die Oeffentlichkeit über dev drvhttch« Streik der HvgchLt« der KEusgememde